Produktivität: Stress vs. Ruhe am Morgen

Wann fühlst du dich am produktivsten?

Es sind zwei konträre Situationen, an denen ich mich produktiv fühle.

Es mag verrückt klingen, aber die eine ist Stress, Zeit- und Termindruck. Ich hörte von anderen, dass sie unter solchen Umständen die Nerven verlieren und nichts zustande bringen würden. Bei mir tritt ein völlig anderer Zustand ein. Ich bin unter solchen Bedingungen hochkonzentriert, ganz klar und äußerst produktiv. Mein Ehrgeiz treibt mich, gute Ergebnisse pünktlich zum Termin, oder wie man heute sagt: zur deadline, abzuliefern. Bisher ist mir das immer gut gelungen und mich erstaunt es, jedes Mal erneut, zu welchen Leistungen das menschliche Hirn fähig ist.

Gestehen muss ich jedoch, dass ich bei Dingen, die ich nicht gern erledigen mag, unter Prokrastination leide. Leider. Im Laufe der Jahre lernte ich mit dem immer wieder daraus resultierenden Termindruck umzugehen. Dann, wenn wieder eine solche Situation entstand und ich diese trotz allem Druck meisterte, versprach ich mir ganz leise, perspektivisch sofort oder zeitiger die Sache zu erledigen. Denn jedes Mal bin ich nach einer solchen Terminerledigung fix und fertig, ausgelaugt, erschöpf, müde aber zufrieden mit dem Ergebnis. Und dennoch kann ich mich beim nächsten Mal nicht überwinden und ich handele wieder genau so. Das ist total irre. Der Spruch: „Wenn nur noch zehn Minuten Zeit sind, braucht es nur noch zehn Minuten.“, scheint seine Berechtigung zu haben.

Die zweite Situation, in der ich besonders produktiv bin ist die, die ich gern als DIE Produktivste benennen würde. In den letzten Monaten habe ich es vernachlässigt. Aber es wird wieder. Da bin ich sehr zuversichtilich.

Es ist die Zeit am frühen Morgen, wenn noch alles ganz still und ruhig ist. Es ist die Zeit, in der sich die Nacht in den Tag wandelt. Ich liebe dieses Morgengrauen. Ein frischer Kaffee, ein freier Kopf und ein unbeschwertes Herz lassen mich in mein Thema versinken. Es ist eine sehr produktive und intensive Zeit.

Wann fühlst Du Dich am produktivsten? Schreibe es uns doch einfach ins Kommentarfeld.

Heute war ein schöner, sonniger und warmer Tag mit Temperaturen mit etwas über zwanzig Grad.

Es war ein guter und auch ein besonderer Tag. In meinem Leben wird es in den kommenden drei Monaten größere Veränderungen geben, die wir heute nun definitiv besiegelt haben. Nach fast fünfzehn Jahren werden wir wieder in unsere Heimat zurückkehren.

Heute will ich nicht weiter darauf eingehen. Denn in den kommenden Blogbeiträgen werde ich ganz sicher immer wieder darauf zurückkommen.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Zukunftsvision: Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Täglicher Schreibanreiz
Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Hoffentlich in einem wieder auf die Füße gestellten Deutschland.

Das war mein erster Gedanke. Natürlich weiß ich, dass sich die Frage nicht auf einen geographischen oder territorialen Punkt bezieht. Diese Frage ist einem klassischen visionären Entwicklungsplan entnommen. Wo sehen Sie sich in einem, in fünf und in zehn Jahren.

An sich wollte ich die heutige blöde Frage ignorieren. Denn sie ist rein rhetorisch. Oder glaubst Du, dass es einen Personalleiter beim Bewerbungsgespräch, einen Seminarleiter, oder neudeutsch: Coach, interessiert, wo Du Dich in zehn Jahren siehst? Interessant für diese Leute ist es natürlich, zu beobachten, wie Du Dich beim Beantworten verhältst, wie zielorientiert Du denken kannst und ob Du überhaupt in der Lage bist, eine Vision für einen Zeitpunkt in zehn Jahren zu entwickeln. In dem Sinne ist also der Weg zum Ziel das Ziel.

Ich bin in der komfortablen Situation, auch in zehn Jahren meinen Ruhestand genießen zu dürfen, hoffentlich. Ich denke schon lange nicht mehr in diesen visionären Zieletappen. Vor vielen Jahren wurde mir bewusst, dass mich das Jagen nach irgendwelchen visionären weit entfernten Zielen nicht erfüllt. Mein großer Planradius dreht sich im Jahresrhythmus; mein kleiner spielt in Tageseinheiten.

Ich sehe mich auch in zehn Jahren meinen Blog schreiben. Der wäre dann einundzwanzig Jahre alt. Frage an WordPress: Werdet Ihr uns ebenso in zehn Jahren begleiten? 😉

Wie würdest Du die heutige Frage beantworten? Schreibe es einfach in die Kommentare.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Die C-Zeit im nachhinein- meine persönlichen Einblicke

Täglicher Schreibanreiz
Wie hast du dich an die Veränderungen angepasst, die die Covid-19-Pandemie mit sich gebracht hat?

Warum geht WordPress in der Fragestellung davon aus, dass ich mich an die Veränderungen angepasst habe? Die Frage bezieht sich auf das Wie ich es tat. Nein, ich habe mich nicht angepasst. Mein Part bestand darin, mich den aufgezwungenen Maßnahmen zu fügen. Was blieb mir auch anderes übrig. Und nein, ich habe mich nicht „pieksen“ lassen.

Ich habe die geballte Ladung Ablehnung und Ausgrenzung in jeglicher Form erleben dürfen. Im Beruf war von heute auf morgen Schluss; das Ganze für ein Jahr und vier Monate. Dann durften wir wieder zaghaft, zunächst im neu geschaffenen home office damit beginnen. Die Angst lag in den Menschen. Es fällt mir schwer, zu vergessen, wie das selbst im allerengsten Zirkel der Fall war. Als statt einer herzlichen Begrüßung beide Arme abweisend ausgestreckt wurden und zwei Schritte rückwärts gegangen wurde. Oder statt eines Besuches zu Hause mir ein Spaziergang im Freien mit vorherigem Corona-Test vorgeschlagen wurde. Oder eine Galleristin, die zuvor mir gegenüber mit Respekt, Achtung und zuvorkommend auftrat, mir nun belehrend, verachtend und respektlos den Zutritt versagte. Die Menschen hatten trotz ihrer empfangenen, wie sie glaubten schützenden, Spritzen Angst, Angst, Angst.

Ich nehme an, nicht nur mir ist bekannt, wie die Medienmaschinerie funktionierte und sieben Tage vierundzwanzig Stunden die Woche im Fernsehen, Radio, in den Zeitungen und so weiter hoch und runter geritten wurde. Die Menschen glaubten dem mehr, als ihrem eigenen Herzen und Verstand. Schon sehr bald war deutlich zu spüren, dass da so einiges nicht stimmte. Was sich inzwischen auch bestätigt hat. Man spricht nur nicht gern darüber. Mir haben seit dem so viele Menschen gesagt: „Sei froh, dass Du stark geblieben bist …“

Diese Zeit damals wurde vom Ukraine-Krieg, der USA-Wahl, böser Trump, böser Putin, armer Selenski, undurchsichtiger arabischer Raum, der Migration und den dazugehörigen riesigen Herausforderungen, dem Ampel-Chaos, den Neuwahlen, den andauernden Koalitionsverhandlungen, links gut, rechts böse, Europäische Union, und wieder Ukraine-Krieg und so weiter und so fort abgelöst. Die Angst-Energie ist in der Bevölkerung nie abgeschwollen. Das erprobte Medienschema wurde beibehalten, dreister und verfeinert sowie mit Denunziantenstellen zusätzlich gestärkt. Und es funktioniert irgendwie. Zwei Drittel der Leute haben Angst, Angst, Angst, sind abgestumpft, teils verroht oder mental ausgestiegen. Ein Drittel der Menschen wird ausgeschlossen und pauschal in die rechte Ecke gedrängt. Unsere Gesellschaft ist entzweit.

Und das macht mich fassungslos, so sehr traurig und müde. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mir das hätte nie vorstellen können. Hinzu kommt noch in welch einem rasenden Tempo das alles vor unseren Augen abläuft. Es ist dystopisch.

Auch wenn ich meine Zeilen sehr rudimentär notiert habe, so zeigen diese, dass sich anpassen, sich der Situation hörig zu beugen bedeutet.

Bis heute setzt mir diese Corona-Zeit tüchtig zu. Ich lebe zurückgezogener, bin nachdenklicher, ich vermeide die stark veränderten Innenstädte. Ich habe seit dieser Zeit, also seit fünf Jahren keine Lust auf Kino oder einen Aufenthalt in der Therme oder einem geschlossenen Bad. Jedoch waren wir inzwischen wieder in unserem Lieblingstheater in Ravensburg. Das tat wirklich gut.

Leider kann ich nicht im Kaffeesatz lesen oder die Sterne deuten. Ich wüsste wirklich zu gern, wohin uns dieser ganze Trödel bringen wird. Bisher hat mich meine Intuition, meine Beobachtungen, mein Herz und mein Verstand geleitet und ich behielt recht.

Dieses unschöne Bild ist aus dem April 2020. Es waren die ersten Wochen nach dem Lockdown Mitte März 2020, als wir uns noch alles ins Gesicht hängen durften. Wichtig war nur, dass Nase und Mund irgendwie bedeckt waren. Ich fand dieses Bild tatsächlich noch in meiner Fotogalerie.

Mit diesem Schlauchschal binde ich mir heute meine Haare zusammen.

Möge uns eine Wiederholung dieser Zeit erspart bleiben.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Emotionen und Einzigartigkeit

Täglicher Schreibanreiz
Welche Aspekte machen deiner Meinung nach eine Person einzigartig?

Das heutige Thema, das WordPress in den Raum stellt, ist tatsächlich interessant. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht?

Ganz sicher sind die Aspekte bei jedem von uns verschieden gewichtet. Zumal das Wort „einzigartig“ umfangreiche Emotionen hervorruft. Und auch das macht uns Menschen einzigartig, denn Gefühle lassen sich nicht definieren. Es ist ein wunderschönes Wort, das uns wohlig, warm und kuschelig fühlen lässt. Gefühle können aber auch körperlich spürbare und seelig schmerzhafte Erfahrungen sein.

Menschen, die bedingungslos, aus ihren Herzen heraus handeln, sind aus meiner Sicht einzigartig. Diese ruhen in sich. Sie sind nicht laut und dennoch ist ihre Erscheinung präsent. Sie tragen ihr Ego nicht vor sich her, weil ihnen ihr Können und ihre Wirkung bewusst sind. Wer solche Menschen in seinem Umfeld weiß, darf sich wirklich glücklich schätzen. Denn diese Mensch handeln ohne Erwartungen an den anderen zu haben. Sie tun es einfach, weil sie es selbst aus ihrem Herzen heraus wollen.

Erst gestern hatten wir ein solches Erlebnis. Wir erhielten ein Angebot für eine riesengroße Hilfe und Unterstützung. Diese Nachricht kam unvermittelt, vollkommen überraschend. Es kam von Menschen, die uns in keinster Weise verpflichtet sind. Es sind Herzensmenschen. Als ich die Nachricht las, war ich derart überwältigt, dass ich meine Emotionen, meine Gefühle, nicht mehr im Griff hatte. Mir liefen die Tränen.

Unser Leben beinhaltet meistens viele Facetten des Lebens. Letztentlich ist jeder von uns auf seine Art und Weise einzigartig. An uns selbst liegt es, zu entscheiden, ob wir mit diesen Einzigartigkeiten des anderen kompatibel sind oder nicht. Wünschen wir uns diese Menschen in unserem Umfeld mehr, weniger oder lieber nicht?

Ich denke, unser aller Leben wichtet und nordet sich neu. Es ist eine ziemlich anstrengende Zeit, die uns sicher noch eine Weile in Anspruch nehmen wird. Passt auf Euch auf. Lasst Euch nicht manipulieren, lasst Euch nicht spalten, verurteilt nicht, grenzt die Menschen nicht aus. Hinter jeder Fassade steckt eine Seele mit ihrer ganz eigenen Geschichte und Einzigartigkeit.

Kommt gut in die neue Woche.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Sicherlich hast Du bemerkt, dass ich das Wort „Person“, wie es in der Frage oben formuliert wurde, vermeide zu verwenden. Ich mag es nicht. Person kommt von Personal und ist in der Begrifflichkeit in einem anderen Kontext zu betrachten. Ich habe für Dich hier einen Link mit näheren Erläuterungen gesetzt. Wenn Du magst, kannst Du Dich dort etwas einlesen.

Die fünf Sinne und Nostalgie

Täglicher Schreibanreiz
Was löst Nostalgiegefühle in dir aus?

Zu Beginn muss ich erwähnen, dass ich kein Mensch bin, der in der Vergangenheit lebt und träumerisch in nostalgischen Gefühlen versinkt. Auch gehöre ich nicht zu den Leuten, die gern noch einmal Kind, sechszehn, siebzehn, zwanzig oder so, sein möchten.

Dennoch denke ich, es sind unendlich viele Einflüsse, die eine Nostalgie-Schwärmerei auslösen können. Es kann ein Geruch sein. Zum Beispiel der Duft eines Parfüms der mich an einen bestimmten Menschen erinnert, wie „Dior Fahrenheid“. Meine letzte direkte Begegnung mit der Person, die ausschließlich dieses Parfüm trug, war vor über zwanzig Jahren. Oder der Duft „Lancome Magie Noire“, den ich sofort erkenne, weil ich ihn ein paar Monate trug, bis ich ihn an mir nicht mehr mochte. Aber immer wenn ich diesen rieche, muss ich an die Fachverkäuferin in der Parfümerie denken, die mir vor fast dreißig Jahren das Parfüm reichte und sagte: “ Das ist Mägie När, der könnte zu ihnen passen.“ Sie sprach den französischen Namen ähnlich der englischen Sprache aus. Ich tat so, als hätte ich es nicht bemerkt und nannte das Ding einige Male beim richtigen Namen. Sie fing den Ball auf und korrigierte sich selbst. Ein paar Wochen später, als ich sie wieder in diesem Geschäft traf, sprach sie mich darauf an und bedankte sich für diese Episode. Auch das ist lange her, dennoch denke ich bei beiden mit einem Lächeln zurück.

Gerüche können vielfältig sein. Zum Beispiel wenn sich ein ein leckerer Geruch eines Essens in meine Nase schleicht, der mich an eine ganz bestimmte Speise in meiner Kindheit erinnert, zum Beispiel der eines Bratapfels, den mein Opa in der kalten Jahreszeit aus der Klappe des Kachelofens, der in dem kleinen gemütlichen Wohnzimmer stand, zauberte. Wie sehr habe ich den herrlichen Duft geliebt, der sich ganz langsam während des Garens im ganzen Raum verteilte und unsere Vorfreude auf den Gaumenschmaus noch erhöhte.

Bilder und Filme, auch ein bestimmter Dialekt können Auslöser von Nostalgiegefühlen sein. Bei mir sind es insbesondere Bilder von der Ostsee oder eben der nordische Dialekt, bei dem ich stundenlang zuhören könnte. Ich schrieb hier in meinem Blog des öfteren über meine Liebe zum Norden.

Selbst beim Lesen von Büchern kann es passieren, dass mich die Geschichte anstupst und mich in die Vergangenheit bringt.

Beim Hören von Musik geschieht es sehr oft. Sicher kennst auch Du dieses Gefühl, wenn Du einen bestimmten Song hörst, den Du mit einem tiefen Erlebnis verbindest. Bei mir ist es ein inzwischen sehr selten gespielter Song von den Bee Gees „Lamplight“. Es erinnert mich an die ersten Discobesuche. Als letzter Tanz, wurde oftmals eben genau dieser Kuschelsong gespielt.

Letztendlich sind es unsere fünf Sinne, also hören, sehen, riechen, schmecken und tasten, die unsere Nostalgie-Gefühle auslösen.

Hast Du bestimmte Auslöser, die in Dir Nostaligiegefühle auslösen? Lass es uns wissen und schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 🙂

Heute bekommst Du von mir ein kurzes Video, einen Neujahrsgruß. Die Bilder dazu nahm ich heute in der Mittagszeit extra dafür auf.

Ich wünsche Dir ein fantastisches, erfolgreiches, glückliches, gesundes und friedliches 2025.

Bis zum nächsten Mal,

herzlichlich, Eure Petra Kolossa.

Wie sich politische Ansichten im Laufe der Zeit verändern können

Täglicher Schreibanreiz
Wie haben sich deine politischen Ansichten im Laufe der Zeit verändert?

Meine politischen Ansichten haben sich nicht geändert. Haben sich Deine verändert?

Geändert hat sich mein Blick auf die politischen Geschehnisse. Geändert hat sich mein Verständnis für die politischen Zusammenhänge, mein Wissen um die globale politische Matrix.

Verändert hat sich die politische Begrifflichkeit insgesamt. Die Inhalte der deutschen Parteien haben sich regelrecht verschoben. Das, was vor noch drei oder vier Jahren salonfähig rechts war, nämlich die CDU und CSU, ist heute eher links. Was einst die Linken waren, sind heute eher dem extrem linken Spektrum zuzuordnen. Rechts ist inzwischen ein Schimpfwort, es gehört nicht ins derzeitige Narrativ. Diese Jacke will sich keine der Altparteien anziehen. Das politische Coleur ist inzwischen ein verschwommener Zweckgemeinschafts-Brei. Die historisch gewachsenen „alten“ Parteien strampeln sich gegen eine einzige alternative Partei ab. Demokratie in Deutschland: Alle gegen einen.

Mein wichtigster Schritt, den ich vor fast fünfundzwanzig Jahren tat, war den Stecker an meinem Fernsehgerät zu ziehen. Es war mein Not-Aus. Ich fühlte mich unglaublich manipuliert. Den letzten Beitrag den ich sah, war ein Bericht aus einem afrikanischen Land. Es wurden Nahaufnahmen eingeblendet, in denen zu sehen war, wie Fliegen in den großen hungrigen Kinderaugen saßen, es wurden dicke, aufgeblasene Kinderbäuche herangezoomt und zu deren dürren, knochigen Beinchen geschwenkt, um an den im staubigen Schmutz tapsenden Kinderfüßen zu verharren.

Zuvor sah ich Kommentare, Meinungen und eine Diskussion zu irgendeinem Thema, bei dem offensichtlich war, wessen Meinung die als „richtige“ zu gelten hatte. Ich erinnere mich, wie mich das alles aufregte. Und dann kam dieser Bericht aus Afrika. Mir liefen die Tränen. Ich konnte sie nicht stoppen. Und das machte mir unglaublich Angst. Ich spürte, dass meine Reaktion nicht normal war.

Dann lief ein Spielfilm. Ich weiß heute nicht mehr, welcher das gewesen ist. Letztendlich ist es auch egal, denn ich wachte auf, als das Ende bereits lange gewesen ist. Ich konnte mich nicht auf den Film konzentrieren und schlief erschöpft ein.

Ich ging zu meinem kleinen Fernsehgerät, zog den Stecker und schaltete bis heute nie wieder ein solches Gerät ein.

Eine etwas robustere, abgebrühtere Seele hätte das lässig weggesteckt. Dieses Erlebnis erzählte ich nur einigen wenigen Menschen. Die meisten konnten mich nicht verstehen. Einige lachten mich aus, andere nannten mich zu empfindlich, schließlich sei das nun mal die heutige Zeit und es gäbe ja noch viele schöne Sender, Filme und Dokumentationen, die man sich anschauen könne. Heute kenne ich sehr viele Menschen, die sich ebenso vom Fernsehgucken verabschiedet haben.

Ich kann es nicht erklären, aber in den übertragenen Sendungen schwang immer etwas mit, das mich lange Zeit beschäftigte, mich erschöpfte und auslaugte. Meine Informationen holte ich seit dem aus der Tagespresse und aus dem Hörfunkt. Es tat mir gut, diesen Weg gewählt zu haben. Ich habe es keinen einzigen Tag bereut.

Heute sehe ich ab und zu Beiträge des Öffentlich Rechtlichen verpackt in Dokumentationen und Beiträgen auf YouTube zum Beispiel. Und jedes Mal muss ich feststellen: Nur gut, dass ich mir das nicht mehr antue.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen, die sich den ständigen argumentierten Nachrichten, Informationen, Diskussionen, den permanent wiederholten Schlagworten, Satzstellungen, eindringlichen Warnungen und so weiter und so fort, unterwerfen, ihre politischen Ansichten entsprechend den Narrativen ändern. Es ist deren Erkenntnis, geformt aus dem Gesehenen und Gehörten. Es ist letztendlich der Erziehungsauftrag des Öffentlich Rechtlichen.

Erwähnen möchte ich noch, dass die politische Ansicht nicht zwingend etwas mit dem Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu tun hat.

Das Bild machte ich während der Weihnachtstage in unserer Nähe am Höchsten. Ich wählte es aus, weil es symbolisch ist für die Zeit, die Phase, in der wir uns augenblicklich bewegen.

Haben sich Deine politischen Ansichten geändert? Erzähle uns doch davon und schreibe es einfach ins Kommentarfeld.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Was geschah im Jahr meiner Geburt?

Täglicher Schreibanreiz
Erzähle uns, was du über das Jahr deiner Geburt weißt.

Leider weiß ich nicht viel aus meinem Geburtsjahr. Vor längerer Zeit trollte ich mich durch das Internet, um zu erfahren, was in meinem Geburtsjahr an wichtigen Dingen geschah. Es war eine Zeit des Aufbruchs und des Findens nach dem zweiten Weltkrieg.

In meinem Geburtsjahr wurde die NASA gegründet und ein neuer Papst gewählt, Johannes der XXIII. Die Quadriga wurde nach vielem Hin und Her wieder auf das Brandenburger Tor installiert. Wir dürfen nicht vergessen, dass das neun Jahre nach der im Mai 1949 gegründeten BRD und der fünf Monate später, im Oktober gegründeten DDR geschah. Das Brandenburger Tor trennte Ost- und West-Berlin. Es stand für die konträre Politik zwischen Ost- und Westdeutschland.

Ein Ereignis berührte mich tatsächlich und lässt mich noch heute kopfschüttelnd zurück. Spät, erst im Jahr 1958 wurde das Gleichberechtigungsgesetz in der BRD, dem damaligen Westdeutschland, beschlossen. Das Recht der letzten Entscheidung lag von da an nicht mehr ausschließlich beim Ehemann. Ich konnte es kaum glauben, dass bis dahin der Mann in der Ehe zum Beispiel die Erlaubnis erteilte, ob seine Frau arbeiten gehen darf. Wenn er es genehmigte, hatte er das Recht, den Arbeitsvertrag seiner Frau Kraft seines Gustus zu kündigen. Das ist fast unvorstellbar. Übrigens gab es erst 1977 die erste Reform dieses Gesetzes. Die bis dahin gesetzlich vorgeschriebene Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen wurde abgeschafft. Ehefrauen sind seitdem nicht mehr gesetzlich dazu verpflichtet, den Haushalt zu führen. Das sollte ab da an im gegenseitigen Einvernehmen geschehen. Bis dahin durfte sich zwar inzwischen die Frau allein eintscheiden, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, jedoch nur, wenn sie ihrer gesetzlichen Pflicht der Kindererziehung und Haushaltführung nachkam. Ich war wirklich sehr erstaunt, dass die vielbeschriebene Gleichberechtigung von Mann und Frau so spät, aus meiner Sicht kürzlich, ernsthaft angegangen wurde.

Wie war es in Ostdeutschland? Dort wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau vom ersten Tag an mit der Verfassung der DDR 1949 festgeschrieben. Das betraf das gesellschaftliche, wie auch das private Leben. Für mich war Gleichberechtigung ein Selbstverständnis. Ich kannte es nicht anders, denn ich wuchs damit auf. Auch wenn es unerheblich scheint, so ist bis heute eine regionale Divergenz spürbar.

Das ist das, was ich zu meinem Geburtsjahr weiß. Ach ja, natürlich, es gehört auch zu den Jahrgängen der sogenannten Baby-Boomer 😉

Was weißt Du zu Deinem Geburtsjahr zu berichten? Schreibe es doch einfach in das Kommentarfeld.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Menschenkenntnis: Wie gut kennst du andere?

Täglicher Schreibanreiz
Bist du ein guter Menschenkenner?

Ich bin noch keinem Menschen begegnet, der von sich behauptet, es nicht zu sein.

Ich denke, dass jeder von uns glaubt, aus seinem eigenen Verständnis heraus betrachtet, ein guter Menschenkenner zu sein.

Nun bin ich keine Psychologin, jedoch glaube ich, dass wir als besondere Induviduen mit einem natürlichen „Riecher“ ausgestattet sind. Dieser signalisiert uns, ob es passt, nicht passt oder ob es irgendwie funktionieren wird. Das ist sicherlich auch der Grund, weshalb sich Freundschaften bündeln oder wir unsere Partner finden, oder eben gegen manche Leute eine absolute Aversion haben.

Natürlich behaupte auch ich, ein guter Menschenkenner zu sein. Denn das Leben hat es mir bestätigt, dass es weitestgehend so ist. Wenn es manches Mal nicht stimmig war, lag es nicht daran, dass ich es nicht gespürt hätte. Vielmehr war es meine Courage, mich dennoch darauf einzulassen, obwohl mein Bauchgefühl, also mein inneres Warnsignal, bereits zuvor das Warnlämpchen blinken ließ.

Menschenkenntnis ist gut und schön. Die schwierige Aufgabe für uns ist jedoch, dieses Wissen, auch wenn es weitestgehend „nur“ ein Gefühl ist, anzuwenden. Die Verbindung Bauch-Herz-Kopf ist tatsächlich eine komplexe Angelegenheit. Und ganz sicher hat diese nicht nur mich gelegentlich in die Bredouille gebracht.

Wie ich heute von vielen anderen hörte, scheint das Wetter deutschlandweit grau, nass und windig zu sein. Am Morgen setzte ich mich mit einer Tasse Kaffee und meinem Notebook in die Küche an die große Heizung und schrieb diesen Beitrag für Euch. So ist das aktuelle Bild entstanden.

Bist Du ein guter Menschenkenner? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Wann bist du am glücklichsten?

Täglicher Schreibanreiz
In welchen Momenten bist du am glücklichsten?

Ich bin es dann, wenn ich spüre, dass ich sein darf, wie ich bin. Dann, wenn ich mich einfach anlehnen darf, ohne, dass eine Gegenleistung erwartet wird. Dann, wenn ich keinen Druck verspüre, irgend etwas tun zu müssen. Dann, wenn alles Schwere von meinen Schultern gefallen ist.

Wenn ich mich in dieser Leichtigkeit befinde, ist meine Seele frei und alles andere scheint sich von selbst zu fügen.

Aus meiner Sicht ist diese Frage, je älter man wird, immer schwieriger zu beantworten. Im Laufe unseres Lebens schlichen sich zu viele Wenn und Aber in unser Unterbewusstsein. Wir beginnen immer mehr um die Ecke zu denken und machen unser Leben selbst zu kompliziert. Wenn, aber …

Dieses Foto nahm ich am heutigen Nachmittag bei einem regionalen Weihnachtsmarkt des Biohofes in Einhalden auf. Wir trafen zwei befreundete Paare. Es sind die kleinen Dinge die uns glücklich machen. Zum Beispiel ein Stündchen mit Freunden, einem Glühwein und ein paar Naschereien.

Die Frage bezieht sich jedoch auf das, was uns am glücklichsten macht 😉

Wie ist es bei Dir? Wann bist Du am glücklichsten? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Bis morgen. Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Kunst und Emotion: abstrakte Malerei

Täglicher Schreibanreiz
Was war die letzte Aktivität, die du zum Spaß gemacht hast?

Musstest Du über obige Frage lange nachdenken? Ich denke, dann gehörst Du wahrscheinlich zu denen, die sich selbst zu wenig gönnen. Was war das Letzte, das Du aus reinem Vergnügen nur für Dich selbst getan hast?

Erst gestern am Abend gönnte ich mir Zeit, in der ich etwas nur für mich selbst tat. So ließ ich mich doch von einem Beitrag, den ich im Internet fand, einfangen. Ihr kennt das sicherlich. Uns werden immer wieder Vorschläge auf dem Bildschirm präsentiert, die für uns spannend sein könnten. Meistens sind sie es nicht. Aber dieses Mal fesselte mich ein Beitrag des indischen Künstlers Suraj Patel. Er war mir bis dahin völlig unbekannt. Es wurde ein abstraktes Bild von ihm vorgestellt, das mich in den Bann zog. Ich las mich fest. Nach dem Artikel wurde ich neugierig und ich interessierte mich für weitere Werke dieses Künstlers. Einige wenige fesselten mich, die meisten eher nicht.

Meine Neugierde zum Thema abstrakte Malerei war geweckt. Vor längerer Zeit befasste ich mich bereits damit. Jedoch hatte ich damals festgestellt, dass unendlich viele Künstler und deren Werke in diesem Metier ihr Zuhause finden, die sich irgendwie künstlerisch betätigen wollen, jedoch nicht so recht wissen wie. Abstrakt kann alles oder nichts sein und somit glauben sie, sich in diesem Feld wiederzuerkennen. Ich denke, dass abstrakte Kunst inzwischen ein Sammelbecken für alles mögliche an Experimenten mit Farben, sonstigen Werkstoffen und eigenen Ideen ist. Es gelingt mal mehr und mal weniger.

Mit dramatischen Performances versuchen einige Künstler ihre Werke und Installationen in Szene zu setzen. Ich verstehe nicht, warum sich Künstler so wichtig nehmen und dem Publikum eine derart schlechte Show als Kunst vorgaukeln. Und das Verrückte ist, dass die Zuschauer bewundernd Beifall klatschen. Nun, vielleicht auch deshalb, um nicht als Kunst-Nichtversteher aufzufallen. Hinter diesem Link verbergen sich die zehn extremsten künstlerischen Performances.

Damals fand ich keinen Zugang zu derartigen simplen modernen Werken. Ich kann bis heute nicht verstehen, wenn ein Bild flüchtig mit drei Grünnuancen bepinselt und ein schwarzbrauner großer Klecks daraufgekliert wird, den Namen „Mensch auf der grünen Wiese“ erhält. Die Künstlerin hält strahlend und selbstbewusst ihr großes Bild in die Kamera. Sie bewundert ihr eigenes Ego und bietet ihr Werke zu utopischen Preisen an.

Wenn Maurizio Cattelan seine an die Wand geklebte Banane für schlappe sechs Millionen Dollar verkauft, erregt das Verwunderung und viele fragen sich, ob das Kunst ist oder eben nur eine Idee, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Der Künstler sieht das als Kunst, wie er selbst sagt. Es sei eine Reflexion über das, was wir wertschätzen.

Auch Joseph Beuys ist bis heute ein viel diskutierter Künstler. Vor ein paar Jahren sah ich einen dokumentarischen Film über ihn. Hier habe ich für Dich den Trailer dazu herausgesucht. Es ist ein sehenswerter Film, der mir Beuys definitiv näher brachte und ich sein Handeln wesentlich besser nachvollziehen kann. Uns allen ist seine Fettecke oder die missbrauchte und entwertete mistige Badewanne aus den Mitte der 1970er bekannt. Hier verlinke ich für Euch einen Beitrag des Spiegels zu dem Thema.

Zwei ganz typische Sätze, die wir immer wieder im Rahmen der abstrakten Kunst hören, sind:

  • Ist das Kunst? Oder kann das weg?
  • Was will uns der Künstler damit sagen?

Und ich denke, das sagt ziemlich genau, was abstrakte Kunst sein kann, andererseits nicht sein sollte.

Ich habe jetzt einen großen Bogen geschlagen. Deshalb ganz schnell zurück zum Thema.

Ich erzählte, dass ich im Internet mit der Nase auf die abstrakte Malerei gestupst wurde. Das Thema nahm mich gefangen und ich recherchierte fast vier Stunden zu den verschiedenen Bereichen der abstrakten Kunst. In mir keimt die Lust auf, etwas mehr in dieser Richtung zu arbeiten. Einige Werke schuf ich in diesem Stil. Jedoch trieb es mich immer wieder zurück zu pop art und Art déco.

Mein Anspruch ist, jedes Kunstwerk erklären zu können. Warum ich es schuf und welche Gedanken mich im Prozess des Arbeitens dazu trieben. So ist es auch bei sämtlichen meiner abstrakten Arbeiten. Wenn ich nicht sagen kann, warum und wie es entstand, was mich dazu bewogen hat, es zu erschaffen, ist es aus meiner Sicht nur eine hübsche Dekoration, eine Farben- und Materialspielerei.

Natürlich ist es, wie bei jedem Bild oder bei jedem Werk, dem jeweiligen Betrachter überlassen, zu sehen und zu fühlen, was er selbst in diesem Kunstwerk wahrnimmt, womit er sich verbunden fühlt, welche eigene Geschichte er damit verbindet.

Ich war einst auf einer kleinen Ausstellung. Eine Installation trieb mir große Fragezeichen ins Gesicht. Ich konnte damit wirklich nichts anfangen. Das Werk hinterließ in mir ein düsteres, bedrohliches und ungutes Gefühl. Ich fragte mich, was das ganze Ding bedeuten solle. Der Künstler war vor Ort, so nutzte ich die Gelegenheit und fragte ihn. Was tat er? Er warf den Ball an mich zurück. „Was sehen sie darin?“ Ich sagte es ihm. Er war so entsetzt, dass er nur noch sagen konnte, dass er diesem Objekt den Namen „Das Haus des Geistes“ gegeben habe. Ich sagte, dass ich jetzt verstehen könne, warum es in mir dieses mulmige Gefühl auslöst. Es könne nur ein böser Geist sein. Er guckte mich an, drehte sich um und ging. Er konnte es mir nicht erklären.

Den Betrachtern den Job des Erkundens zukommen zu lassen, finde ich nicht gut. Deshalb mag ich es nicht, wenn Bilder in Ausstellungen mit „o. T.“, also „ohne Titel“, ausgewiesen sind. Ich meine, dass es die Aufgabe von uns Künstlern ist, die eigenen Werke erklären zu können, warum es so ist, wie es ist.

Letztendlich war mein fast vierstündiger Bummel durch das weltweite Netz das, was ich zuletzt ganz allein für mich gemacht habe. Es gab mir einen Anstoß, mich mal wieder mit einer abstrakten Arbeit zu beschäftigen. Es hat meine Fantasie beflügelt. Ich freue mich darauf 🙂

Was war es, was Du zuletzt für Dich getan hast? Schreibe es einfach ins Kommentarfeld.

Bis morgen, herzlich, Eure Petra Kolossa.