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Camping ist nicht jedermanns Sache

Warst du schon einmal campen?

Ja, na klar, war ich schon einmal campen. Ich denke, dass das jeder von uns irgendwann einmal in seinem Leben gemacht hat.

Ob man das gern tat oder eher weniger gern, ist eine andere Frage. Campen lernte ich in meinem Elternhaus in den 1970ern kennen. Für die damalige Zeit war es sogar ziemlich komfortabel. Denn meine Eltern besaßen einen „Klappfix“. In nur wenigen Minuten und minimalem Zeitaufwand war ein solches Zelt aufgeschlagen.

Dennoch: Ich habe dieses Camping nie gemocht. Der erste Trip mit dem neu erworbenen mobilen Zelt führte meine Eltern für eine Probenacht an den Lausitzer Silbersee. Diese Nacht, die nun über fünfzig Jahre zurückliegt, werde ich nie vergessen. Noch nie zuvor habe ich so sehr gefroren, wie in dieser Nacht. Mein ganzer Körper hörte nicht auf zu zittern. Ich presste meinen Kiefer so fest aufeinander, dass ich noch tagelang diese Verkrampfungen spürte. In den frühen Morgenstunden schlich ich mich aus dem Zelt und hüpfte mich im Freien etwas wärmer.

Eine zweite Reise mit dem Zelt auf Rädern und uns zwei Mädchen im Gepäck, brachte mich nach Bulgarien. Der Weg führte über die damaligen sozialistischen Nachbarländer CSSR, VR Ungarn, VR Rumänien und schließlich in die VR Bulgarien ans Schwarze Meer. Damals war ich siebzehn Jahre alt und es sollte der letzte Urlaub mit meinen Eltern sein. Auf der Route bis zum Ziel konnte ich etliche unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen beobachten, was mich wirklich faszinierte. Jedoch das Zelten beziehungsweise Campen schaffte es nicht, mein Herz zu erobern.

Das Schlafen auf einem harten Brett, das meine bereits damals nicht ganz intakte Wirbelsäule quälte, die spartanischen sanitären Gemeinschaftsanlagen mit ihren primitiven und unangenehm riechenden Toiletten, zu denen man über einige Wege gelangt, die nach ein paar Tagen Regenzeit müffelnden Klamotten, die nie wieder richtig trocken wurden, die kleinen Insekten, die ich später sogar zu Hause noch in den Taschen fanden, die geringe Intimsphäre auf den Stellplätzen, um nur einiges zu nennen, störte mich wirklich.

Ich weiß, viele Menschen lieben es, zu campen und glauben, sich auf diese Weise der Natur näher verbunden. Sicherlich sind die Bedingungen heute komfortabler, als 1975. Jedoch kann ich es nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, da ich seit dem Jahr 1975 nie wieder in ein Zelt gekrochen bin oder es mit campen versuchte.

Denn ganz ehrlich: Ich liebe eine Dusche ganz für mich allein, ein sauberes WC, ein gutes Bett und die Chance, die Tür hinter mir zuziehen zu können, um einfach nur für mich sein zu dürfen, wenn ich es brauche. Ich mag es, frisch gemacht, mit geputzten Zähnen, einem kleinen Make up und mit gekämmten Haaren am Morgen unter die Menschen treten zu dürfen. Und ja, das alles ist mir im Urlaub genauso wichtig, wie auch sonst jeden Tag.

Wie ist es bei Dir? Magst Du das Campen?

Bevor ich mich für ein paar Stunden an meinem PC vergrabe, holte ich noch fix ein paar Blätter frische Pfefferminze aus unserem Garten, um diese in den Wasserkrug zu geben. Es ergibt ein herrlich erfrischendes Aroma. Hast Du das schon einmal ausprobiert?

Ich muss … Mein Job ruft 😀

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

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