schlecht gelaunt vs. schlecht gelaunt

Auch wenn ich gern zeitig aufstehe, habe ich am Morgen nicht unbedingt die große Lust, mit anderen zu reden und das schon gar nicht geschäftlich. Wenn das einmal der Fall ist, bereite ich mich am Vorabend mental auf meinen Job am kommenden Tag vor und stehe eine Stunde zeitiger auf, um die notwenige Zeit für mich zu haben, die ich am Morgen unbedingt brauche.

So war es in dieser Woche. Punkt acht Uhr startete ich also gut gelaunt in meinen Arbeitstag und trat meinen „Opfern“ völlig unbefangen, frisch und munter entgegen.

Nun, was soll ich sagen? Immer wieder begegneten mir mürrische, genervte, kurz angebundene, müde, schlecht gelaunte Menschen in ihrem Beruf.

Eine Dame fragte ich schließlich, wann ihre Arbeitszeit beginne. Ich würde dann einfach später noch einmal anrufen. Sie meinte, dass sie bereits seit fast einer Stunde begonnen habe. Ich wollte wissen, weshalb sie ihr Gegenüber als Störenfried behandele. „Oh, ist das so? Kann sein. Ich bin heute nicht gut drauf. Sorry. Um was geht’s?“, so ihre Reaktion.

Der Job wäre so cool, gebe es zum Beispiel in der Klinik keine Patienten, im Supermarkt keine Kunden, in der Kanzlei keine Klienten und so weiter und so fort.

Es hinterlässt im geschäftlichen Leben einen faden Beigeschmack, wenn sich die Mitarbeiter erst einmal „warmlaufen“ müssen, um ihre Aufgaben gut erledigen zu können. Natürlich erlebte ich auch schlecht gelaunte Beschäftigte kurz vor ihrem Feierabend. Aber diese schlechte Laune ist eine andere, eher erschöpft und müde vom erfüllten Arbeitstag, weniger aggressiv. Damit kann ich ganz gut umgehen.

Ich selbst bin in der glücklichen Situation meinen Arbeitstag im gewissen Rahmen meinem Biorhythmus anpassen zu können. Aber in welcher Firma ist das schon möglich? Welcher Arbeitgeber ist bereit, auf solche Befindlichkeiten seiner Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen?

Wäre es aber nicht für beide Seiten gut und rentabel? Mitarbeiter, die ausgeruht, gut gelaunt und gern ihrer Arbeit nachgehen, sind ganz sicher erfolgreicher und produktiver, also solche, die sich gegen ihren eigenen Biorhythmus quälen und versuchen, sich der Situation zu stellen, weil es eben nicht zu ändern sei.

Wahrscheinlich wäre es eine kleine logistische Herausforderung, aber dann eine klassische  win-win-Situation.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Chefin, die großen Wert auf den Biorhythmus legte. Sie druckte immer den monatlichen Biorhythmus von ihr und mir aus und schaute , wo bei jeder von uns die Hochs und Tiefs lagen und an welchen Tagen ein Einklang bestand. Entsprechend organisierten wir, soweit es möglich war, die  Arbeitstage mit ihren Aufgaben und Terminen. Sie war fest davon überzeugt, dass mit Hilfe der eigenen inneren Uhr ein effizientes Arbeiten gewährleistet sei.

Ich fand einen interessanten Beitrag zum Thema Biorhythmus. Spannend darin die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungen und Tests.

Welche Erfahrungen hast Du machen können? Lebst Du in Deinem eigenen Biorhythmus?

Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Und wenn Du es noch nicht getan hast: Abonniere mit Deiner Email-Adresse meinen Blog. So wirst Du keinen Beitrag mehr verpassen 😉

Habt einen wunderbaren Sommertag 🌻☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Verlockung einer nackten Leinwand

Heute nehme ich Euch endlich wieder mit in mein Atelier. Das tat ich schon lange nicht mehr.

Ich gönnte mir eine Pause, um Kraft zu tanken und mein Leben ein wenig zu sortieren. Eine diverse work-life-balance ist verdammt wichtig. Ich bemerkte gar nicht, wie eines Tages fast alles im Topf meiner Beschäftigigungen landete und mich auslaugte und erschöpfte.

Welch ein tolles Gefühl, wenn eine nackte Leinwand lockt und es wieder in den Fingern kribbelt. So griff ich heute nach dem Pinsel und legte eine Skizze für ein seit geraumer Zeit geplantes Projekt an. 

Es passiert immer wieder: Der Pinsel im Kaffee …

Morgen kommt Farbe ins Spiel. Ich freue mich schon riesig darauf.

Bis bald!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Es ist spät

In Gedanken bin ich bereits bei meinem Buch, in dem ich gern noch ein paar Seiten lesen möchte, bevor ich ins Land der Träume abtauche.

Aber … Ich denke an die Küche, in der der Geschirrspüler noch ausgeräumt werden sollte, oder die Wäsche, die ich eigentlich noch legen wollte. Ich denke und sorge mich um meine Lieben, denen es überhaupt nicht gut geht, die derzeit mit dieser C-Grippe flach liegen. Ich denke an den Kommentar auf Facbook, über den ich mich kurzzeitig ärgerte, jedoch schnell erkannte, dass es keinen Sinn ergibt und es letztendlich ignorierte. Ich denke an den Vormittag, der so schnell in den Mittag überging und an die anstrengenden Stunden im Job seit dreizehn Uhr. Ich denke an die gemütlichen Minuten Abendessen auf dem Balkon im dämmrigen lauen Abend mit den Windlichtern auf der Fensterbank. Leider war das Gewitter schneller, als meine Lust, diesen Ort der Ruhe zu verlassen …

Mein Kollege 😼 Kater Flo sieht das alles viel entspannter. Wenn er müde ist, ist er müde 😁

Und auch ich genehmige mir jetzt, einfach müde zu sein.

Nichts ist so eilig, dass es nicht bis Morgen warten kann.

Habt eine gute und erholsame Nacht.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heißer Sommer – 2022

Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Blogbeitrag zum Thema Sommer und Farben.

Heute fiel mir im Internet eine Bildcollage in die Hände. Ich sah mir das Ganze an und dachte mir so: „Tja, so ist es!“ Ein paar Stunden später erinnerte ich mich an diese Collage. Denn vor meinen Augen spulte sich nicht nur der Sachverhalt ab, sondern auch die klitzekleinen Details, die ich im Unterbewusstsein wahrnahm.

Ich wusste nicht mehr genau, wo ich es im Netz entdeckte. Also machte ich mich auf die Suche. Und ich fand es.! Hier für Euch ein Screenshot:

Screenshot aus dem Internet

Die Farbe „Grün“ hat eine ganz besondere, vor allem eine positive Bedeutung. Grün steht zum Beispiel für klare Frische , Offenheit, Bewusstsein, Heilung und Gesundheit.

Die Farbe „Rot“ ist eine Signalfarbe. Sie steht für Liebe, Hitze, Leidenschaft, aber auch für Hass und Wut.

Die Farbe „Blau“ steht für Vertrauen und Verlässlichkeit. Sie wirkt beruhigend.

Die beiden Bilder sind am gleichen Tag eines Jahres, nämlich den 21. Juni aufgenommen. Es liegen fünf Jahre dazwischen nämlich 2017 und 2022. Beide Bilder stammen von der ARD.

Was wird uns jetzt im Jahr 2022 suggeriert? Wir haben eine wahnsinnige Hitzewelle! Die Klimaerwärmung nimmt seinen Lauf! Wir gehen vor die Hunde! Es ist ein glutheißer Sommer, wie noch nie! Und so weiter und so fort. Seht her! alles auf der Karte ist rot …

Und das Verrückte an der Sache: Die Menschen empfinden das so! Ich sprach mit so vielen Leuten. Sie meinen tatsächlich das zu fühlen, was sie hören und Tag für Tag gezeigt bekommen.

Die Wettermoderatorin trägt Blau, was Vertrauen und Zuverlässigkeit schafft. Der königsblaue Hintergrund erhärtet das alles noch.

Dass vor fünf Jahren genauso einfach nur Sommer war und die Temperaturen vier, fünf Grad höher lagen als heute, das will keiner wissen. Willkommen im Panikmodus.

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog einen Beitrag zum Thema Sommer. Den habe ich heute noch einmal mitgebracht:

Heißer Sommer

„Die erste Hitzewelle in diesem Jahr rollt auf uns zu“, so konnten wir es vor etwa zwei Wochen in den Medien hören. Ich sah dunkelroten Wetterkarten und den ermahnenden Finger. Es wurden Temperaturen bis zu zweiunddreißig Grad angekündigt. Und ich dachte: „Na und? Es ist Sommer!“

Nun, ich bin Kind einer Zeit, in der in den Schulen noch große Thermometer hingen und wir Schüler dieses in den Wochen vor den Sommerferien ganz genau beobachteten. Denn wir lauerten auf ein Hitzefrei nach der vierten Unterrichtsstunde. Es war immer die Zeit im Juni. Denn der gesamte Monat Juli und August waren Sommerferien. Damals war es noch ganz einfach. Wir hatten den gesamten Monat Februar Winterferien und Weihnachtsferien, ich glaube eine Woche zuvor. Im Oktober gab es eine Woche Herbstferien. Die eher praktischer Natur war. Wir gingen in die Landwirtschaft am Rande der Stadt, um auf den Feldern die Kartoffeln zu lesen, die die Erntemaschinen nicht erfassten oder in den Obstplantagen zu helfen. Heute würde man wahrscheinlich „Kinderarbeit“ schreien. Wir haben das gern gemacht und wir waren stolz zu helfen. Aber das soll ein anderes Mal Thema sein. 

Aber zurück zu dem riesengroßen Thermometer in der Schule. Dieses Ding hing in der ersten Etage unmittelbar in der Nähe des Lehrerzimmers. In jeder Pause gingen wir gucken, ob die Temperatur endlich die 28 Grad erreicht hat und wir waren hippelig, nach der vierten Stunde das besondere Klingezeichen für Hitzefrei zu hören, um dann johlend schnell den Schulkram in den Ranzen zu verstauen und aus dem Schulgebäude zu fliehen.  Es ging das Gerücht umher, dass der alte Lehrer Mehlhorn gern vor der Pause mit einem dicken nassen Tafelschwamm das Thermometer kurz vor der Pause herunterkühlte. Einmal erwischten wir ihn dabei. Die Kinder protestierten lautstark. Aber wenn ich mich an sein verschmitztes Gesicht erinnere, denke ich, dass er nur Spaß dabei hatte und er uns zeigte, dass er von diesem Gerücht wusste.

Nun, die Temperaturen in den Sommerferien waren in der Regel um die 32 bis 38 Grad. Unerträglich war es dann bei 42 Grad. Dann gab es heftige Sommergewitter und warmen starken Landregen, der in den Wasserlachen auf der Straße Blasen schlug. Es machte uns Spaß, unter dem gleichmäßigen Regen barfuß herumzutoben und uns zu erfrischen. – Es war normal. Es war einfach nur Sommer. Und das war der Grund, weshalb  die Sommerferien in diese Zeit gelegt wurden. Das Lernen in großer Hitze ist einfach uneffektiv.

Was erleben wir jetzt? Die Sommerferien sind in jedem Land anders geregelt. Zum Teil beginnen diese sehr zeitig und die Kinder gehen mitten im Sommer wieder in die Schule, oder umgekehrt. Diese Regelungen sind nicht im Sinne der Kinder, sondern im Sinne des egoistischen Reisewahns der Erwachsenen. Damit die Blechlawinen irgendwie von hier nach da durch die Straßen geschleust werden können, wurde für den Tourismus und der entsprechenden Wirtschaft entschieden.

Zu den hohen Sommertemperaturen gesellt sich nun noch ein erheblicher Gestank dieser Fahrzeuge und macht die Luftqualität unerträglich. Als ich noch zur Schule ging, hatte nicht jeder Haushalt ein Auto. Wir lösten noch einen Fahrschein auf dem Bahnhof und fuhren mit der Bahn. Dieses Ticket war preiswert und fraß keinem die Haare vom Kopf. Heute ist es ein Luxus, mit der Bahn zu verreisen und so mancher überlegt es sich, so viel Geld dafür ausgeben zu können oder zu wollen. Bitte jetzt keinen Aufschrei, dass man günstig reisen könne wenn man plane und so. Ich weiß das, aber ich will das nicht. Ich möchte heute spontan ein Ticket lösen und losfahren können, ohne dafür mein Konto plündern zu müssen und damit die Tickets der Frühbucher zu sponsern.

In den letzten Tagen sah ich etliche Fotos von alten Tageszeitungen, die eine Hitzewelle in Deutschland beschrieben. 1957 waren es sogar fast fünfzig Grad Celsius und in den Siebzigern um die vierzig, zum Beispiel.

Für Euch habe ich einen Trailer des alten Spielfilms „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel aus dem Jahr 1967 herausgesucht. Dieser war damals sehr beliebt. Und ich sah den gern, wahrscheinlich auch, weil einige meiner Schulfreundinnen mitspieleten. Sie waren Mitglied in der Tanzgruppe, die für den Film engagiert wurde.  –  Klickt einfach unten auf den Link, um es zu sehen.

„Heißer Sommer“ – ein DEFA-Film aus dem Jahr 1967.

Heute wird alles unter dem Deckmäntelchen Klimawandel abgetan. Nun,  an den Sommertemperaturen hat sich wahrscheinlich nicht viel geändert. An der Qualität unseres natürlichen Lebensraumes jedoch sicher. Und es hat nichts damit zu tun, ob wir ein Fahrzeug mit einem Verbrennermotor fahren oder ein Elektroauto. Die Armortisierung dieses Teils ist sehr fraglich. Ich spreche hier allumfassend von der Herstellung bis zur Entsorgung. Es beginnt irgendwo tausende Kilometer entfernt auf dieser Erde und wird in das territorial klitzekleine Deutschland geschifft oder geflogen, um das abgewrackte Teil wieder dorthin zu bringen. Das betrifft übrigens die breite Wirtschaft. Wir bringen unseren Müll irgendwohin nach Afrika zum Beispiel. Mögen die dort damit klarkommen. Wir machen unsere Augen zu und es ist uns egal, wie sie es entsorgen und damit fertig werden. Schließlich bezahlen wir dafür. Wir hier haben etwas Gutes getan für das sogenannte Klimaziel, so glauben wir. Das blöde ist nur, dass es kein deutsches oder europäisches  Klima gibt. Das lässt sich nicht mal fix an der Grenze aufhalten oder mit einem Einreiseverbot wegschicken. 

Nö, das ist aus meiner Sicht nicht der Weg.  Fangen wir doch klein bei uns selbst an. Müssen wir mehrmals im Jahr in den Urlaub weit weg reisen?  Müssen wir Reisen auf diesen Monsterschiffen buchen, um in einer simulierten Luxuswelt mit ein paar mal Landgang, auf dem Wasser herumzugurken? Müssen wir unbedingt alle, ob jung oder alt, ob mit oder ohne Schulkinder, im Sommer verreisen? … und so weiter und so fort.

Es ist unser Anspruchsdenken. Es ist dieses „jeder hat“ und „jeder macht“ und dieses „es steht mir zu“, „es ist mein Recht“. Meine Zeilen beziehen sich heute nur auf den Sommer, diese sogenannte Hitzewelle.

Natürlich ist es unsere freie Entscheidung. Und diese sollte auf keinen Fall mittels irgendwelcher politischer Dogmen reguliert und eingeschränkt werden. Jedoch ist es auch unsere freie Entscheidung nachzudenken und Schlussfolgerungen für unser eigenes Handeln zu ziehen.

Es ist einfach nur Sommer. Genießt die Zeit mit allem Drum und Dran!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Unfoto 2021

Gibt es das Unwort des Jahres, so sollten wir ebenso über ein Unfoto des Jahres nachdenken. Wobei ich sagen muss, dass die gewählten Unwörter bisher nie meinen persönlichen Favoriten trafen. Im letzten Jahr, also das 2021 gab es ein Wort, bei dem ich erst einmal nachlesen musste, welche Bewandtnis es hat. Denn niemals zuvor hörte ich davon, auch wenn ich recht gut belesen bin und sogar ein Menschenkind aus dieser Welt. Aus meiner Sicht war es herbeigebetet oder eben an den Haaren herbeigezogen. Kannst Du Dich noch an dieses Unwort 2021 erinnern? Nein? OK, ich helfe Dir auf die Sprünge. „Pushback“  Und 2020? Erinnerst Du Dich? Nein? „Rückführungspatenschaften“. Und was fällt uns auf? Es sind beides Begriffe aus der Migrationspolitik. Waren das in den diesen beiden Jahren tatsächlich DIE Themen? Sicher auch, jedoch frequentierten sie nicht in erster Linie das, was die Menschen in diesen Jahren unser Landes bewegten und letztendlich auch nicht die Sprache, also die Wörter.

Als ich heute meine Screenshots auf dem Smartphone durchging, sah ich dieses eine Bild, das mich immer wieder lähmt. Und mir kam der Gedanke, es sollte jährlich ein „Unfoto“ gekürt werden. Für das Jahr 2021 gibt es meinerseits so einige Favoriten. Zum Beispiel die respektlos lachenden Politiker im Ahrtal, die mit ihrer Anwesenheit an diesem Ort einfach mal eben nur einen Termin abarbeiteten. Oder der Politiker der „Gelben“, der seine Wahlversprechen in die Welt hinaus posaunte, obwohl er sich selbst sicher war, sie bei nächster Gelegenheit in die Tonne zu hauen, um sich und seine Gefolgschaft der grünen Dekadenz zu unterwerfen.

Aber mein ganz persönliches Unfoto 2021 ist dieses:

Screenshot aus dem Internet zum Beispiel bei diesem Beitrag.

Als ich dieses Bild zum ersten Mal sah, krampfte mein Herz. Es entstand 2021 in einem Zoo in Hannover. Es widerspiegelt, wie Machtbesessenheit immer wieder auf den Schultern unserer Kinder ausgetragen wird. Das ist mein „Unfoto 2021“.

Welches Foto würdest Du als Unfoto 2021 wählen?

Ich bin ganz neugierig. Schreibe es einfach unten in die Kommentare.

Einen angenehmen Tag wünscht,

Eure Petra Kolossa.

Die Nuancen des Sommers

Die letzte Nacht kühlte vom Tag nicht ausreichend herrunter. Es gewitterte im Hintergrund, ein Schauer mit großen Regentropfen streifte eilig vorbei, ließ jedoch die erhoffte Erfrischung nicht da. Ich schlief unruhig und stand schließlich erschöpft auf.

Es ist Sonntag. Dieser Tag, an dem ich gern einfach meine Seele baumeln lasse. Mich nicht selbst schelte, wenn ich dieses und jenes einfach sein lasse.

Mit einem frisch gebrühten Kaffee, Füllfederhalter und meinem Schreibheft setze ich mich auf den Balkon, um meine Morgenseiten zu schreiben. Es ist schon neun Uhr und gemütlich warm. Ich rücke mir die Vase mit den im Garten gepflückten Sonnenblumen zurecht und genieße diesen schönen Strauß. Die Vögel sorgten im Winter an ihrem Futterhaus für die sommerlich reiche Ernte der ehemals durch ihr Picken willkürlich verstreuten Sonnenblumenkerne. Der Kreislauf der Natur, ein klitzekleines Stück davon, denke ich.

Während ich die Morgenseiten schreibe, gehen meine Gedanken spazieren. Ich schaue durch die Dächer auf die Hänge in Richtung Höchsten. Blicke in die andere Richtung vorbei an der in den letzten Jahren riesig groß gewordenen Konifere. Streife die Kirche, deren Uhr seit einiger Zeit wieder kurz vor elf Uhr still steht und verweile in den Alpen. Die Luft ist diesig und scheint im hauchfeinen Nebelschleier auf den Hängen zu liegen. Es ist ein Phänomen. Der Sommer in seiner ganz typischen Erscheiung. In seinen rauchig-kühlen,  dezent eleganten, etwas zurückgenommenen Farben präsentiert sich auf seine Art, in seiner Fülle. Die Vielfalt der Blumen und Pflanzen, die fast gleichzeitig blühen, macht den Sommer bunt und unbeschwert. Schaut man jedoch mit einem Blick aus der Entfernung, so ist diese Jahreszeit in seinem gesamten Farbvolumen gedämpft.

Eine typische Sommerwiese in kühlen, blaustichigen, rauchigen Farbnuancen.
Foto und Titelbild: Kerstin Spiegelberg, Dresden
Auch hier ganz typische Sommerfarben. Das Goldgelb der Ähren hat sich in ein gedämpftes, Stoppelfeldgelb gewandelt. Der Horizont zeigt sich diesig. Foto: Kerstin Spiegelberg, Dresden

Wir, also Du und Du und Du, auch ich, sind Teil der Natur. Und passen mit unserem ureigenen Colorit in eines der vier Jahreszeiten (und deren Untergruppen). Damit meine ich nicht Deinen Geburtsmonat, denn dieser hat damit nichts zu tun. Es ist Deine ganz natürliche Farbgebung.

Ganz sicher hast Du bereits bemerkt, dass Dir die eine Farbe besser steht als eine andere. Oder Du greifst immer wieder gern nach einem ganz bestimmten Kleidungsstück. Ein anderes bleibt  im Schrank und Du weißt nicht, woran es liegt. Denn eigentlich ist es total schick …

Ich könnte zu dem Thema unendlich viel erzählen. Nicht ohne Grund. 1994 machte ich in Salzburg eine sehr gute (und verdammt teure) Ausbildung zum „Image Consultant“, also zur Farb-, Stil- und Persönlichkeitsberaterin bei der in den USA durch Carol Jackson gegründeten  Firma „Color My Beautiful“ (CMB). Unendlich viele Beratungen in Sachen Farbe, Stil, Persönlichkeit, Mode und Make up führte ich in Einzel- und auch Gruppenberatungen. Das Thema „Farben“ ist für mich bis heute unglaublich spannend und nie ermüdend. Nicht ohne Grund bildet bei der Farbberatung von CMB der Farbkreis von Itten die Basis. Nur so am Rande: Durch Colour Me Beautiful wurde zum Beispiel die Queen Elisabeth II. beraten und die damals noch sehr junge Politikerin Hillary Clinton erfuhr dadurch wahrlich eine Metamorphose.

Dieser Ausbildung folgten noch etliche Weiterbildungsseminare im Laufe der vielen Jahre. (PS: Seit fast zwanzig Jahren trage ich wieder meinen Geburtsnamen.)

Jetzt nahm ich einen ziemlich großen Schlenker. Deshalb zurück zum Sommer. Natürlich gibt es einen „Sommertyp“. Und natürlich sind nicht alle Sommertypen gleich. Zum Glück! Ein Selbsttest ist immer subjektiv. Deshalb empfehle ich allen, die es wirklich wissen wollen, einen objektiven Blick durch eine gut ausgebildete Farbberaterin oder einen Farbberater in Anspruch zu nehmen. Frage nach der Qualifizierung. Es gibt unendlich viele Crashkurse so fix über das Wochenende oder an ein, zwei Abenden. Aus meiner Sicht ist das sehr oberflächlich, leider aber die Praxis.

Ich lernte eine Ärztin kennen, die auf einem Ärztekongress mit einem Sonderprogramm in den Pausen eine Farbberatung erhielt. Sie wurde als ein Frühlingstyp getestet. Diese Frau stand vor mir in den perfekten Farben des Frühlings gekleidet. Jedoch wirkte sie auf mich wie ein gut verpacktes Bonbon. Es passte nicht zusammen. Ich sah sofort, dass sie ein kühler Farbtyp ist. Aber ich traute mir nicht, es ihr zu sagen. Einige Wochen später benötigte ich einen Arzt und fuhr in ihre Praxis. Sie ist sehr kreativ und malt sehr gern. Ihre Praxis ist außerdem ihre kleine Kunstausstellung. Ich betrachtete die Bilder und ich musste lächeln. Der überwiegende Teil der Bilder spiegelte ihr Farbempfinden wider. Die dominanten Farben waren kühl. Dann gab es einen Bruch. Bei den Bildern, die sie in den letzten zwei Jahren malte, griff sie eher zu den warmen Farben. Die Kunstwerke wirkten konträr zu denen, die sie in ihrem Leben bisher schuf. Sie freute sich, mich zu sehen. Es war Winter und sie kam mir in ihrer weißen Arzthose und einem hellen lachsfarbenen Maxipullover entgegen. Ich sprach sie auf ihre Kunstwerke an und auf den von mir bemerkten „Bruch“ ihres Stiles. Es stellte sich heraus, dass sie durch die Farbberatung erkannt habe, wie wichtig es sei, sich darauf einzulassen und dass sie seitdem wisse, wie gut ihr diese Farben täten. Denn sie würde so oft angesprochen, dass ihr Pullover schick sei oder eine Bluse super aussehen würde. Ich fragte sie, ob sie die Komplimente bekäme, oder ihre Bekleidungsstücke. Sie musste lächeln. Wenn jemand sagt: „Du siehst heute toll aus!“, ist das ein gutes Kompliment und Du weißt, dass Du genau das Richtige trägst. Ich fasste mir ein Herz und sagte ihr, dass ich vermute, dass sie falsch getestet wurde und bot ihr an, den Test zu wiederholen.

Eine Farbberatung ist sehr umfangreich. Ich arbeite mit 122 verschiedenen Farben und lege Wert darauf, dass meine Beratung nachvollziehbar ist und meine Kunden mit einem guten Bauchgefühl dabei sind. Es war tatsächlich so. Die Ärztin ist ein „kühler Sommertyp“. Wir gingen jede einzelne Farbe durch, die in ihr Portfolio gehört und stellten Kombinationsmöglichkeiten zusammen. Sie hielt ihren neuen Farbpass in den Händen und war überglücklich, die Farben in Stoffmustern zu haben, die nicht bei Licht reflektieren.

Das sind keine „Sommerfarben“. Das sind meine Farbpässe. Es soll nur ein Beispiel sein. Über meinen Farbtyp werde ich in der passenden Jahreszeit erzählen.

Letztendlich war ich froh, dass ich die Ärztin doch noch angesprochen habe und sie war dafür unendlich dankbar. Das richtige Farbgefühl liegt in uns Menschen. Jedoch werden wir im Laufe der Zeit durch die Mode, Trends und sonstigen Beeinflussungen oftmals auf eine andere Fährte geleitet und verlieren diese natürliche Gabe.

Meine Freundin Petra aus der Oberlausitz ist ein klassischer „kühler Sommer“-Typ. Mit ihrer Freundin, die aus Leidenschaft fotografiert, machte sie ein Shooting und schickte mir später ein paar Bilder.

Sommertypen sind Jeanstypen. Keinem anderen stehen die typischen Jeansfarben besser, als ihnen. Petra trägt dazu ein Shirt in hellem frischen Grau, das mit einem dunkleren Grau im Muster ergänzt wird. Die Brille wählte sie in einem dunklen Blaulila. Schwarz ist für Sommertypen ungeeignet und würde sie „erschlagen“ und blass machen. Dem „kühlen Sommer“ steht Schmuck in Silber, Edelstahl, Platin, Weißgold und so weiter. Gelbgold und Schmuck in warmen Tönen würde jede Aufmerksamkeit an ihnen verlieren. Der „helle und gedeckte Sommer-Typ“ hingegen kann auf beide Varianten zurückgreifen.

Auf dem zweiten Bild wählte Petra ein feminines Sommerkleid in einem ihrer besten dunklen Farben. Das Bild zeigt deutlich, dass dieses Kleid mit einem Accessoires aus dem Farbportfolio des Sommers fantastisch ergänzt werden kann.

Ich selbst bin kein Sommer-Typ. In einem späteren Beitrag werde ich darauf zurückkommen.

Wenn Dich das Thema Farbberatung interessiert, Du Deinen Farbtyp kennenlernen möchtest, so nimm einfach mit mir Kontakt auf. Ich freue mich sehr, Dich kennenzulernen.

Hast Du selbst Erfahrung mit einer Farbberatung gemacht? Super, so schreibe doch einfach unten im Kommentarfeld, welche Bedeutung es für Dich hat.

Für heute verabschiede ich mich. Habt eine schöne Sommerzeit.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Einfach nur „Auto“

Im Hintergrund grummelt das nahende Gewitter und die ersten großen Tropfen verdampfen auf dem ausgetrockneten Boden. Ich mag den typischen Geruch, wenn der ersehnte Regen nach einigen Tagen Hitze und Trockenheit dieses Duftgemisch erzeugt. Die Nacht wird erfrischend sein und der kommende Tag wahrscheinlich schwül und warm.

Ich sinniere über den vergangenen Tag. Sehe mich über das aufgeheizte Gelände der ADAC-Werkstatt sausen. Immer wieder zwischen dem Meisterbüro und meinem am letzten Ende dieses Hofes, schon fast im Grünen, abgestellten Autos. Der Gutachter hat einen wirtschaftlichen Totalschaden festgestellt. Es fiel mir nicht leicht, loszulassen. Dieses Auto hat mich acht Jahre fast tägleich begleitet. Zweihundertfünfzigtausend gefahrene Kilometer sind kein Pappenstiel. Mein Auto war mein Büro auf Rädern, der Ort, an dem so viele Gedanken spazieren gingen, wo sich Ideen entspannen, ich so manchen Entschluss fasste. Ich verbrachte unendlich viel Zeit in diesem Peugeot.

Meine Autos haben nie irgendwelche Spitznamen. Sie sind einfach nur „Auto“. Das erste war ein schwerer Rover. Bis heute kann ich nicht verstehen, wie dieser Opel Kadett, der von rechts aus der Nebenstraße mit ganzer Wucht auf die Beifahrerseite krachte, es komplett verzogen hat und zum Totalschaden machte.

Als ich eines Tages nach einem Termin zu dem damaligen Skoda ging, hörte ich durch die spaltbreit heruntergelassenen Autoscheiben meinen Hund aus voller Lunge bellen. Es klang nicht gut. Ein Zettel unter dem Scheibenwischer erklärte mir, dass der Absender schuld für den eingedrückten Kotflügel einräumte. Später erfuhr ich, es war ein Opel.

Mein Peugeot 206 war wie meine Handtasche und die fahrende Hundehütte für Gino, meinen Hund, der mich elf Jahre begleitete. Damals rammte ein steinalter Opel mit zwei Auszubildenden auf dem Firmengelände die rechte Seite meines Autos. Es wurde repariert. Einen Tag später, nachdem ich mein Auto aus der Werkstatt zurück erhielt, schaffte es ein Opel Vectra nicht, rechtzeitig zu bremsen und traf mich in der Tiefgarage mit voller Wucht auf der Fahrerseite. Als der Kontrolleur der Versicherung am selben Tag die Reparatur begutachten wollte, musste ich ihn darauf hinweisen, dass es sich um den Schaden auf der rechten Seite handelt.

Sämtliche Unfälle verursachten Opelfahrer. Ich stellte für mich fest, dass das sehr spezielle Autofahrer sind. Und ich beschloss, niemals einen Opel zu fahren.

Meinen jetzigen Unfall erledigte ich mit mir selbst, also ganz allein und leider sehr gründlich.

Und das Verrückte ist: Heute fuhr ich einen Opel zur Probe. Und was soll ich sagen? Ich mag ihn. Die Chancen für diesen „adam“ stehen ziemlich gut. Tja, man sollte niemals nie sagen 😉

So schicke ich euch liebe Grüße in Euren Morgen. Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Relativ ist relativ, auch die Zeit

Zeit ist ein relativer Begriff, für mich nicht greifbar. Das eine dauert eine Ewigkeit, das andere geschieht im Fluge. Wobei ersteres nur wenige Tage messbare Zeit beanspruchte und das andere fünf Jahre, zum Beispiel. Zeit ist für mich eine schwammige Maßeinheit. Zumindest auf rein mentaler Ebene betrachtet. Also ohne Uhr und Kalender.

Solch eine Zeitdifferenz wurde mir vor wenigen Tagen wieder bewusst. Auslöser waren diese Bilder:

Vor vier Jahren zur gleichen Zeit nahm ich diese Bilder auf. Es war nur ein Spaß, den ich auf Facebook unter dem Titel „So geht Haare trocknen“ teilte.

Es sind nur vier Kalenderjahre. Jedoch fühle ich es so, als seien es wenigstens doppelt so viele. Diese Leichtigkeit, die damals noch in mir wohnte scheint sich eine Krake geholt zu haben. Eine mit x-vielen Armen, die mich wahnsinnig belastet. Ich wünsche an manchen Tagen, mein Verstand würde das, was um uns geschieht, einfach mit Hopsalla und Trallala und naivem Glauben an die „Macher“ aufnehmen. Dann wäre alles gut.

Nein. Das wäre es nicht und es ist nicht die Lösung und schon gar nicht ist es der Weg. Unsere Welt erlebt derzeit so etwas wie einen Zeitwandel, eine neue Episode in unserer Geschichte. Die Frage ist nur: Was wollen wir?

Ich brauchte etwas Zeit für mich selbst. Etwas Abstand zu Social Media und so einigen Dingen; eine Neuorientierung und Klarheit, die mir wieder Kraft gibt. Die Leichtigkeit von vor vier Jahren wird in dieser Form nicht zrückkehren. Da ist zu viel geschehen in den letzten Jahren. Es wird jedoch eine andere sein.

Wie fühlst Du die letzten Jahre? Was hat es mit Dir gemacht? Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Ich schicke sommerheiße Junigrüße in Eure Woche ☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Ein Zeitmesser der besonderen Art mit meinem Motiv des Bildes „Energien bündeln. Klicke einfach hier.

Schöne Post. Es gibt sie.

Die Post brachte ihn in der letzten Woche. Ich halte diesen großen Brief in den Händen und ich muss lächeln. Bereits an seinem Umschlag erkenne ich, von wem er ist und ich weiß, dass ich ihn erst später öffnen werde. Es ist ein Ritual, irgendwie etwas Besonderes.

Der heutige Sonntagmorgen ist ruhig. Nur die Nachbarn, die  diagonal über die Straße ihr Häuschen haben, sitzen auf ihrer Terrase. Wahrscheinlich frühstücken sie gemeinsam mit ihren Kindern, die kürzlich in ihr eigenes Haus direkt neben ihren Eltern zogen. Rein theoretisch könnte ich ihren Gesprächen lauschen. Sie fühlen sich ungezwungen und schwatzen laut. Schließlich sieht sie keiner. Der Wind trägt ihre Worte direkt zu mir auf den Balkon. Mein Hirn will jedoch das genuschelte Schwäbisch nicht verarbeiten. Es gleicht einer Dolmetscheraufgabe. Dazu habe ich keine Lust. Wieviele Leute sind das, überlege ich. Den Stimmen der immer lauter werdenden Unterhaltung nach zu urteilen, vielleicht vier Erwachsene und zwei kleine fröhliche Kinder. Weshalb interessiert mich das, frage ich mich. Es interessiert mich nicht wirklich. Es stört nur meine morgendliche Sonntagsruhe, die ich erhoffte, auf unserem schön blühenden Balkon bei sommerlich warmen siebenundzwanzig Grad vorzufinden. Es ist nur meine Befindlichkeit, wahrscheinlich ein kleiner egoistischer Groll. Und ganz sicher ist ihnen nicht bewusst, dass der Geräuschpegel von deren Grundstück immer sehr intensiv den Hang nach oben transportiert wird. Es  ist ein Luxusproblem, also überhaupt kein Problem, wenn ich das auf eine Stadt übertrage. Hier im ländlichen Raum ticken die Uhren eben etwas anders, rechtfertige ich mich.

Ich lehne mich zurück, nehme den großen Umschlag und öffne den. Er ist von einer italienischen Kunstakademie. Sie laden mich ein- bis zweimal jährlich ein, an Ausstellungen teilzunehmen. In Italien stellte ich vor ein paar Jahren einige male aus. Ich denke, in diesem Zusammenhang erhalte ich diese Briefe.

Deren Briefe sind eine Wohltat. Es ist eine Wertschätzung. Bereits die Gestaltung des Briefumschlages und die höfliche Anrede lassen mich einige Sekunden verweilen. Ich werde als Frau angesprochen. Mein Vorname ist in Italien ebenso ein Männername. Es wäre also nicht verwunderlich, würde der Absender es neutral behandeln. In Deutschland wird inzwischen oftmals die Anrede komplett ignoriert und genderneutral agiert. War ich gestern noch eine Frau, könnte ich mich schließlich heute umorientieren und morgen vielleicht wieder und überhaupt ist das schließlich der heutige Zeitgeist. Und bevor sich irgendjemand der wenigen diskriminiert fühlt, machen wir die deutsche Sprache und die ach so fossilen Umgangsformen besser platt. Was sollˋs!

Ich öffne den Umschlag und entnehme die liebevoll gestaltete Einladung. Ein dreiseitiges Leporello, A4, sechs bedruckte Seiten, farbig, hochglanz. Auf der Deckseite ist der Grafiker und Gestalter genannt. Wo wird das schon bei derartigen Dingen noch getan. Eine Erläuterung über das Prozedere liegt bei. Es ist eine lange bedruckte Seite, die zwei A4-Seiten entsprechen.

Warum erwähne ich das alles? Es ist eine wertschätzende Einladung an den Adressaten. Keine hingeschluderte an unendlich viele willkürliche Emailadressen gesandte digitale Einladung. Es ist ein Willkommen, ein Geschenk. Eine Aufmerksamkeit in meinem Briefkasten zwischen den amtlichen Benachrichtigungn und den massenhaften auf hässlichem Papier gedruckten Werbeheftchen der Einkaufsmärkte mit ihren besten, billigsten und dennoch immer teurer werdenden Produkten.

Meine Emails mit solchen Einladungen überfliege ich. Lege sie beiseite, um sie später noch einmal genauer anzusehen. Das geschieht meistens nicht. Denn die tägliche Flut an derartigen flüchtigen Sendungen zum Nulltarif überfordern meine Aufmerksamkeit und ermüden mich. Sehr oft ist der Button des Papierkorbs schnell gedrückt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Meine Finger gleiten über diese physische Einladung. Und ich muss gestehen, dass ich das schwere, hochwertige Papier mit dem Glanzdruck mag. In mir regt sich der erhobene Finger wegen meines versnobten Gedankens. Schließlich drückt diese hochwertige Einladung doch nur aus, dass dem Absender total egal ist, wie er die Ressourcen unseres blauen Planeten verpulvert. Wie kann er nur! Teures Papier, hochwertiger Druck, viel zu groß das alles, die Erläuterungen auf zwei Seiten geschrieben, statt Vorder- und Rückseite zu bedrucken. Unverschämt! Wo doch in Deutschland die Unternehmen fast alles digital erledigen. Wer das nicht kann, weil zu alt, zu krank, zu irgendetwas, hat seine Post, die ihm unnötiger Weise zugestellt werden muss, zu bezahlen.

Nein! Nicht alles funktioniert pauschalisiert digital. Der Mensch ist mit vielen Sinnen ausgestattet. Die physische Wahrnehmung ist unglaublich wichtig und löst Gefühle, Gedanken, Reaktionen und Entscheidungen in vielen Sphären und Richtungen aus.

Auch wenn ich bisher einer dieser Einladung nicht gefolgt bin, so habe ich es mir für das Jahr 2023 vorgenommen, es zu tun.

Kater Flo hat sich zu mir gesellt, sich einfach auf den Tisch gelegt und lässt sich den lauen Wind ins Fell pusten.

Die Sonne kommt ums Haus und lässt die Gloxinien in den leuchtendsten Farben strahlen. Bald werde ich die Markise nach unten lassen, um die Wohnung in angenehmer Kühle zu halten.

Es ist Ruhe eingezogen. Nur aus der Ferne erklingen die Motoren der rasenden Motorräder auf der Landstraße …

Einen fantstischen, wenn auch heißen, Junisonntag wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

24 Stunden an sieben Tagen geöffnet: www.petra-kolossa.shop

12 von 12 – Monat Juni

DER Bloggertag seit vielen, vielen Jahren. Der zwölfte eines jeden Monats, wieder habe ich zwölf Bilder, unkompliziert am gestrigen Sonntag für Euch in diesem Beitrag festgehalten …

Meine „Morgenseiten“ 😊 Es tut gut, vor Beginn des Tages auf drei Seiten die Gedanken fließen zu lassen, ohne nachzudenken, ohne die Feder abzusetzen, einfach schreiben, schreiben, schreiben.
Zwei 🙈  Stunden Tochter-Mutter-Telefongespräch. Für einen Moment scheinen fünfhundert Kilometer gar nicht mehr so weit.
Wie kann nur ein derart hart strapazierter Gebrauchsgegenstand aus Kunststoff, Plaste, Plastik oder was das auch immer ist, hergestellt werden?! Schon lange saß ich nicht so schnell auf dem Boden 😅 Mein neuer Stuhl soll in zwei oder drei Tagen geliefert werden.
… auch Bobby-Kätz liebt die kleine Oase 😺
Geschwister, OK, Halbgeschwister. Benny und Bobby. Sie sind Maine Coon, fantastische, sanftmütige und liebenswürdige Riesen-Kätz 😻😻

Ein wunderschöner lauer Sonntagabend. Die Sonne verlässt im tiefen Orange den Tag hinter den Bergen. Mit einer Rotweinschorle verabschiede ich den warmen Sonntag, den zwölften.

Bald ist der zwölfte Juli und dann gibt es wieder 12 von 12.

Für heute verabschiede ich mich. Habt eine fantastische Zeit.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.