Email-Wahn

Mein morgentlicher Blick in die elektronischen Postfächer lässt heute einen riesengroßen Koller in mir aufkommen. Es nervt mich seit längerer Zeit und irgendwie schaukelte sich das Ganze Dilemma in mir auf.

Geschätzte fünfundzwanzig Prozent, also nur ein kleines Viertel der massenhaft eingehenden Emails erwecken in der Regel mein Interesse. Jede Firma, mit der ich einmal via Email in Kontakt getreten bin, jedes Unternehmen, bei dem ich einmal Produkte bestellt habe, fühlen sich aufgefordert, mich mit deren Angeboten und Informationen in kurzen Abständen zu überschütten. Hinzu kommen die Schlaumeier, die sich Email-Adressen von sonstwoher besorgen und glauben, dass der Adressat dieses und jenes dringend benötige, Dinge erledigen lassen, sich beraten, coachen und sich total glücklich machen lassen wolle. Newsletter, die ich einst abonnierte, später nicht mehr spannnd fand, das Abo beendete, was leider nicht immer akzeptiert wird. … und so weiter und so fort.

Vor ein paar Monaten nahm ich mir die Zeit, um einen Großteil dieser Emails „loszuwerden“, also zu stornieren oder mit einer kurzen Email den Absender zu bitten, auf weitere Emails zu verzichten. Das Ergebnis war unbefriedigend. Geht der eine, kommt ein neuer.

Inzwischen haste ich über meine Emails, lese den Betreff und den Absender. Was interessant sein könnte, bekommt ein Sternchen, um es später zu lesen. Alles andere ruck-zuck-weg-gelöscht. Natürlich könnte dabei so einiges im Nirwana verschwinden, jedoch habe ich bisher noch nie eine Email vermisst, die wichtig gewesen wäre.

Im gleichen Zuge dieser Email-Flut scheinen die praktischen, einfachen, zeitsparenden Telefongespräche zu verschwinden. Wenn ich eine Firma via Telefon kontaktieren möchte, geschieht  es immer häufiger, dass auf den Webseiten der Unternehmen keinerlei Telefonnummern zu finden sind. Der Kontakt ist ausschließlich via Email möglich. Wenn doch eine Telefonnummer notiert wurde und ich dort anrufe, läuft oftmals eine Bandansage, wo mir eine Email-Adresse angesagt wird, über die ich mein Anliegen äußern kann. Ich erlebte auch, dass ich in einer Firma anrief, wo sich die Zentrale oder der Empfang meldete. Diese Mitarbeiter erklärten mir, dass es Firmenphilosophie sei, ausschließlich über eine Email in Kontakt treten zu können. Meine Email  würde dann an den passenden Mitarbeiter weitergeleitet. Und dieser würde sich dann bei mir melden. Zu den entsprechenden Mitarbeitern dürfe nicht durchgestellt werden.

In der Kommunikation zwischen uns Menschen ist das aus meiner Sicht eine gefährliche Entwicklung. Das Wort beinhaltet neben der sachlichen Information Emotionen, Gefühle, die ein klitzekleines Stück Seele des anderen freigeben. In einem Gespräch können Fragen gestellt und Antworten sofort gegeben werden.

Das gesprochene Wort ist spontan, aus der Situation heraus formuliert. Das geschriebene Wort in einer Email ist überlegt, korrigiert, mehrfach gelesen und überdacht, bevor der Senden-Button von uns gedrückt wird. Wir lesen und schreiben diese Emails schweigend, für uns allein. Wir tippen die Fragen, tippen die Antworten. Allein in unserem Kämmerlein.

Das Telefon ansich scheint lästig, unangenehm, out. Schreibe eine WhatsApp, schreibe eine Email, nimm die Messenger von Facebook, Signal, Telegram oder weiß der Kuckuck was.

Wir bestellen online, googeln unser Wissen, daten im Web, bewerben uns online, senden Formulare an die Ämter, arbeiten im home office … und so weiter und so fort.

Ich muss lächeln. In meinem Job telefoniere und spreche ich unendlich viel. Und irgendwie ist die Puste danach raus. Ich bin dann meistens zu erschöpft, auch in meinen freien Stunden zu telefonieren. „Petra!“, schelte ich mich selbst und bemerke, dass ich mich herausrede und nehme mir fest vor, öfter zum Hörer zu greifen. Vielleicht gleich? Mache mir nur fix ein Käffchen

Wen wirst Du als nächstes anrufen?

Habt einen schönen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Morgensonne eingefangen

Heute am zeitigen Morgen nahm ich diese Blüten noch taufrisch aus dem kleinen Garten mit ins Haus. Ich stellte die Röschen mit den duftenden Lavendelzweigen in ein Glas, um es nachher auf meinen Schreibtisch zu stellen. Ich mag frische Blumen an meinem Arbeitsplatz. Sie sind inspirierend und energiegebend.

Heute insbesondere betankt mit spätsommerlicher Morgensonne wird mich das Sträußchen gut und hoffentlich erfolgreich durch meinen Tag begleiten.

Ein frischer Gruß ist auf den Weg zu Euch. Habt einen fanastischen Tag

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Kleine Ausstellung in der Galerie „Anker“

Unsere Künstlergruppe „seeArt“ betreibt im Gasthaus „Anker“ eine kleine Galerie, die wir in vierteljährlichem Abstand mit Werken unserer Künstler und Künstlerinnen bestücken. Bislang konnten die Gäste Wolfgang Hirschberger in der kleinen Ausstellung bestaunen. Heiko Holdenried und ich haben ihn abgelöst. Heiko malt auf großen Formaten, so um die zwei Meter. Somit sind seine Werke vor allen Dingen im Foyer zu bestauen. Im Lokal hängte ich einige meiner kleinformatigen Bilder, also um etwa ein Meter und einige wenige noch kleiner. Darunter sind drei Bilder, die ich noch nie in der Öffentlichkeit zeigte. Da unsere Werke gut harmonieren, hinterlässt diese Miniausstellung einen sympathischen Gesamteindruck.

Hier nun nur ein paar wenige Fotos. Der Raum war sehr dunkel und die Aufnahmen unscharf. Die meisten davon habe ich löschen müssen. Dennoch war die Atmosphäre eine besondere, in der wir die Bilder hängten. Die Stühle waren hochgestellt, die Reinigungskraft schaffte Ordnung für den Gastronomiebetrieb in ein paar Stunden …

Unterwegs mit meinem kleinen Körbchen. Gefüllt mit den notwendigen Utensilien, die immer so gebraucht werden könnten beim Hängen in anderen Räumen und die sich meistens nicht in den mitgebrachten Arbeitskoffern befinden 😉

Gerade denke ich an meine Ausstellung im Jahr 2019 in diesen Räumen und ich erinnere mich, dass ich damals zu einem Erlebnis einen Blog schrieb. Den habe ich für Euch hier verlinkt.

Aber nun genug für heute. Einen erholsamen Sonntag wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

Samstagmorgen

Die verregnete Nacht spülte den Staub der extrem trockenen Wochen von den Blättern. Ich verharre an der Haustür. Es ist sehr mild, neunzehn Grad schon am Morgen. Es ist etwas schwül und so herrlich ruhig.

Der Blasenbaum (Blasenesche) vor unserem Haus ist inzwischen ein großer Kerl geworden, denke ich. Er war so klein, als wir ihn hier pflanzten. Gezogen aus einem kleinen schwarzen Samen, aufgelesen auf der Wilsdruffer Straße in Dresden, wo diese die breiten Gehwege seit den achtziger Jahren säumen. Diese kleinen Kügelchen steckte ich damals, es war im Frühherbst 2005, in die Tasche meiner Jacke. Später verwahrte ich sie in einer kleinen Schachtel in einer Schublade. Und wie es so ist: Aus den Augen aus dem Sinn.

Erst als mich der Umzug in den Süden Deutschlands zwang, gründlich auf- und auszuräumen, fielen mir diese Samen wieder in die Hände. Und so kamen sie erst 2011 hier in die Blumentöpfe. Zwei der Samen gingen tatsächlich nach so langer Zeit auf. Und zwei Jahre später waren sie groß genug, um endlich ausgepflanzt zu werden. Einer hier in Baden Württemberg und der andere ging zu besonders lieben Menschen nach Chemnitz und steht nun ebenso groß und kräftig schützend an ihrem damals neu gebauten Haus.

Jeden Tag schaue ich dankbar auf diesen Baum, die vielen Vögel und Insekten, die ihn beleben und der mich an meine Heimatstadt erinnert.

Benny sitzt neben mir, total müde von der Nacht, aber neugierig genug, um zu schauen, was seine Zweibeinerin am Morgen in seiner Welt so tut.

Es beginnt zu nieseln. Irgendwie fühlt sich das Feucht lauwarm an und ich gehe noch ein paar Schritte durch den kleinen Garten.

… ich werde jetzt in meinen Tag starten und den Fokus auf meinen Online-Shop lenken.

Habt alle einen angenehmen Samstag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Vineta – eine Inspiration

Wie so oft, züngeln Ideen zu etwas Neuem irgendwo im Hinterkopf. Es bedarf nur noch einen kleinen Anstoß, bis diese aufblitzen und klar vor Augen erscheinen. So war es auch in diesem Fall.

Ich las einen Artikel über Vineta. Schon als kleines Mädchen hörte ich aufmerksam (natürlich ganz unauffällig) den Gesprächen der Erwachsenen zu, wenn mein Onkel über Vineta sprach. Er lebte an der Ostsee auf dem Darß und wusste viel darüber zu erzählen. In meinen Ohren klang das alles so spannend und ließ meiner kindlichen Fantasie blühenden Freiraum.

Als ich älter wurde, erfuhr ich vom untergegangenen und letztendlich verlorenengegangenen Atlantis. Ich las und recherchierte viele Stunden. Bis heute gibt es keine hieb- und stichfesten Anhaltspunkte. Leider. Jedoch faszinierte mich das Thema so sehr, dass ich mich vor über zehn Jahren zu einem abstrakten Bild verleiten ließ. Waren es das Mystische, Unerreichbare, der goldene Reichtum, die Intelligenz, die den Menschen von dort nachgesagt wird. So erschienen vor meinen Augen kühles Königsblau und güldene Tore, die ins vage Unbekannte führen.

Als ich kürzlich erneut über Vineta las, waren meine Vorstellungen ganz andere. Vor meinen Augen sah ich eine strahlende, quirlende, geschäftstüchtige, lebendige Stadt, die in unendlicher Tiefe weiterlebt. Ich sah leuchtende Blumen,  Fische, Quallen, farbenfrohe Häuser, Boote, Schiffe … Und ich wusste, dass ich einige Bilder zu diesem Thema malen werde.

… und ich machte mich gleich an die Arbeit.

In diesem Moment, als ich diese Zeilen tippe, fühle ich eine angenehme Wärme und Verbundenheit.

Bin ich im Norden, fühle ich mich zu Hause. Und wohin hat mich das Leben getrieben? In den südlichsten Süden, eine fantastische, liebenswerte Ecke Deutschlands, in der ich mich genauso wohlfühle, nur eben anders.

Ich muss lächeln. Wie soll ich Euch das nur erklären? Nun, vielleicht ein anderes Mal 😉

Genießt Euren Tag ☀️🌻

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

schlecht gelaunt vs. schlecht gelaunt

Auch wenn ich gern zeitig aufstehe, habe ich am Morgen nicht unbedingt die große Lust, mit anderen zu reden und das schon gar nicht geschäftlich. Wenn das einmal der Fall ist, bereite ich mich am Vorabend mental auf meinen Job am kommenden Tag vor und stehe eine Stunde zeitiger auf, um die notwenige Zeit für mich zu haben, die ich am Morgen unbedingt brauche.

So war es in dieser Woche. Punkt acht Uhr startete ich also gut gelaunt in meinen Arbeitstag und trat meinen „Opfern“ völlig unbefangen, frisch und munter entgegen.

Nun, was soll ich sagen? Immer wieder begegneten mir mürrische, genervte, kurz angebundene, müde, schlecht gelaunte Menschen in ihrem Beruf.

Eine Dame fragte ich schließlich, wann ihre Arbeitszeit beginne. Ich würde dann einfach später noch einmal anrufen. Sie meinte, dass sie bereits seit fast einer Stunde begonnen habe. Ich wollte wissen, weshalb sie ihr Gegenüber als Störenfried behandele. „Oh, ist das so? Kann sein. Ich bin heute nicht gut drauf. Sorry. Um was geht’s?“, so ihre Reaktion.

Der Job wäre so cool, gebe es zum Beispiel in der Klinik keine Patienten, im Supermarkt keine Kunden, in der Kanzlei keine Klienten und so weiter und so fort.

Es hinterlässt im geschäftlichen Leben einen faden Beigeschmack, wenn sich die Mitarbeiter erst einmal „warmlaufen“ müssen, um ihre Aufgaben gut erledigen zu können. Natürlich erlebte ich auch schlecht gelaunte Beschäftigte kurz vor ihrem Feierabend. Aber diese schlechte Laune ist eine andere, eher erschöpft und müde vom erfüllten Arbeitstag, weniger aggressiv. Damit kann ich ganz gut umgehen.

Ich selbst bin in der glücklichen Situation meinen Arbeitstag im gewissen Rahmen meinem Biorhythmus anpassen zu können. Aber in welcher Firma ist das schon möglich? Welcher Arbeitgeber ist bereit, auf solche Befindlichkeiten seiner Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen?

Wäre es aber nicht für beide Seiten gut und rentabel? Mitarbeiter, die ausgeruht, gut gelaunt und gern ihrer Arbeit nachgehen, sind ganz sicher erfolgreicher und produktiver, also solche, die sich gegen ihren eigenen Biorhythmus quälen und versuchen, sich der Situation zu stellen, weil es eben nicht zu ändern sei.

Wahrscheinlich wäre es eine kleine logistische Herausforderung, aber dann eine klassische  win-win-Situation.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Chefin, die großen Wert auf den Biorhythmus legte. Sie druckte immer den monatlichen Biorhythmus von ihr und mir aus und schaute , wo bei jeder von uns die Hochs und Tiefs lagen und an welchen Tagen ein Einklang bestand. Entsprechend organisierten wir, soweit es möglich war, die  Arbeitstage mit ihren Aufgaben und Terminen. Sie war fest davon überzeugt, dass mit Hilfe der eigenen inneren Uhr ein effizientes Arbeiten gewährleistet sei.

Ich fand einen interessanten Beitrag zum Thema Biorhythmus. Spannend darin die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungen und Tests.

Welche Erfahrungen hast Du machen können? Lebst Du in Deinem eigenen Biorhythmus?

Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Und wenn Du es noch nicht getan hast: Abonniere mit Deiner Email-Adresse meinen Blog. So wirst Du keinen Beitrag mehr verpassen 😉

Habt einen wunderbaren Sommertag 🌻☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Verlockung einer nackten Leinwand

Heute nehme ich Euch endlich wieder mit in mein Atelier. Das tat ich schon lange nicht mehr.

Ich gönnte mir eine Pause, um Kraft zu tanken und mein Leben ein wenig zu sortieren. Eine diverse work-life-balance ist verdammt wichtig. Ich bemerkte gar nicht, wie eines Tages fast alles im Topf meiner Beschäftigigungen landete und mich auslaugte und erschöpfte.

Welch ein tolles Gefühl, wenn eine nackte Leinwand lockt und es wieder in den Fingern kribbelt. So griff ich heute nach dem Pinsel und legte eine Skizze für ein seit geraumer Zeit geplantes Projekt an. 

Es passiert immer wieder: Der Pinsel im Kaffee …

Morgen kommt Farbe ins Spiel. Ich freue mich schon riesig darauf.

Bis bald!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Es ist spät

In Gedanken bin ich bereits bei meinem Buch, in dem ich gern noch ein paar Seiten lesen möchte, bevor ich ins Land der Träume abtauche.

Aber … Ich denke an die Küche, in der der Geschirrspüler noch ausgeräumt werden sollte, oder die Wäsche, die ich eigentlich noch legen wollte. Ich denke und sorge mich um meine Lieben, denen es überhaupt nicht gut geht, die derzeit mit dieser C-Grippe flach liegen. Ich denke an den Kommentar auf Facbook, über den ich mich kurzzeitig ärgerte, jedoch schnell erkannte, dass es keinen Sinn ergibt und es letztendlich ignorierte. Ich denke an den Vormittag, der so schnell in den Mittag überging und an die anstrengenden Stunden im Job seit dreizehn Uhr. Ich denke an die gemütlichen Minuten Abendessen auf dem Balkon im dämmrigen lauen Abend mit den Windlichtern auf der Fensterbank. Leider war das Gewitter schneller, als meine Lust, diesen Ort der Ruhe zu verlassen …

Mein Kollege 😼 Kater Flo sieht das alles viel entspannter. Wenn er müde ist, ist er müde 😁

Und auch ich genehmige mir jetzt, einfach müde zu sein.

Nichts ist so eilig, dass es nicht bis Morgen warten kann.

Habt eine gute und erholsame Nacht.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heißer Sommer – 2022

Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Blogbeitrag zum Thema Sommer und Farben.

Heute fiel mir im Internet eine Bildcollage in die Hände. Ich sah mir das Ganze an und dachte mir so: „Tja, so ist es!“ Ein paar Stunden später erinnerte ich mich an diese Collage. Denn vor meinen Augen spulte sich nicht nur der Sachverhalt ab, sondern auch die klitzekleinen Details, die ich im Unterbewusstsein wahrnahm.

Ich wusste nicht mehr genau, wo ich es im Netz entdeckte. Also machte ich mich auf die Suche. Und ich fand es.! Hier für Euch ein Screenshot:

Screenshot aus dem Internet

Die Farbe „Grün“ hat eine ganz besondere, vor allem eine positive Bedeutung. Grün steht zum Beispiel für klare Frische , Offenheit, Bewusstsein, Heilung und Gesundheit.

Die Farbe „Rot“ ist eine Signalfarbe. Sie steht für Liebe, Hitze, Leidenschaft, aber auch für Hass und Wut.

Die Farbe „Blau“ steht für Vertrauen und Verlässlichkeit. Sie wirkt beruhigend.

Die beiden Bilder sind am gleichen Tag eines Jahres, nämlich den 21. Juni aufgenommen. Es liegen fünf Jahre dazwischen nämlich 2017 und 2022. Beide Bilder stammen von der ARD.

Was wird uns jetzt im Jahr 2022 suggeriert? Wir haben eine wahnsinnige Hitzewelle! Die Klimaerwärmung nimmt seinen Lauf! Wir gehen vor die Hunde! Es ist ein glutheißer Sommer, wie noch nie! Und so weiter und so fort. Seht her! alles auf der Karte ist rot …

Und das Verrückte an der Sache: Die Menschen empfinden das so! Ich sprach mit so vielen Leuten. Sie meinen tatsächlich das zu fühlen, was sie hören und Tag für Tag gezeigt bekommen.

Die Wettermoderatorin trägt Blau, was Vertrauen und Zuverlässigkeit schafft. Der königsblaue Hintergrund erhärtet das alles noch.

Dass vor fünf Jahren genauso einfach nur Sommer war und die Temperaturen vier, fünf Grad höher lagen als heute, das will keiner wissen. Willkommen im Panikmodus.

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog einen Beitrag zum Thema Sommer. Den habe ich heute noch einmal mitgebracht:

Heißer Sommer

„Die erste Hitzewelle in diesem Jahr rollt auf uns zu“, so konnten wir es vor etwa zwei Wochen in den Medien hören. Ich sah dunkelroten Wetterkarten und den ermahnenden Finger. Es wurden Temperaturen bis zu zweiunddreißig Grad angekündigt. Und ich dachte: „Na und? Es ist Sommer!“

Nun, ich bin Kind einer Zeit, in der in den Schulen noch große Thermometer hingen und wir Schüler dieses in den Wochen vor den Sommerferien ganz genau beobachteten. Denn wir lauerten auf ein Hitzefrei nach der vierten Unterrichtsstunde. Es war immer die Zeit im Juni. Denn der gesamte Monat Juli und August waren Sommerferien. Damals war es noch ganz einfach. Wir hatten den gesamten Monat Februar Winterferien und Weihnachtsferien, ich glaube eine Woche zuvor. Im Oktober gab es eine Woche Herbstferien. Die eher praktischer Natur war. Wir gingen in die Landwirtschaft am Rande der Stadt, um auf den Feldern die Kartoffeln zu lesen, die die Erntemaschinen nicht erfassten oder in den Obstplantagen zu helfen. Heute würde man wahrscheinlich „Kinderarbeit“ schreien. Wir haben das gern gemacht und wir waren stolz zu helfen. Aber das soll ein anderes Mal Thema sein. 

Aber zurück zu dem riesengroßen Thermometer in der Schule. Dieses Ding hing in der ersten Etage unmittelbar in der Nähe des Lehrerzimmers. In jeder Pause gingen wir gucken, ob die Temperatur endlich die 28 Grad erreicht hat und wir waren hippelig, nach der vierten Stunde das besondere Klingezeichen für Hitzefrei zu hören, um dann johlend schnell den Schulkram in den Ranzen zu verstauen und aus dem Schulgebäude zu fliehen.  Es ging das Gerücht umher, dass der alte Lehrer Mehlhorn gern vor der Pause mit einem dicken nassen Tafelschwamm das Thermometer kurz vor der Pause herunterkühlte. Einmal erwischten wir ihn dabei. Die Kinder protestierten lautstark. Aber wenn ich mich an sein verschmitztes Gesicht erinnere, denke ich, dass er nur Spaß dabei hatte und er uns zeigte, dass er von diesem Gerücht wusste.

Nun, die Temperaturen in den Sommerferien waren in der Regel um die 32 bis 38 Grad. Unerträglich war es dann bei 42 Grad. Dann gab es heftige Sommergewitter und warmen starken Landregen, der in den Wasserlachen auf der Straße Blasen schlug. Es machte uns Spaß, unter dem gleichmäßigen Regen barfuß herumzutoben und uns zu erfrischen. – Es war normal. Es war einfach nur Sommer. Und das war der Grund, weshalb  die Sommerferien in diese Zeit gelegt wurden. Das Lernen in großer Hitze ist einfach uneffektiv.

Was erleben wir jetzt? Die Sommerferien sind in jedem Land anders geregelt. Zum Teil beginnen diese sehr zeitig und die Kinder gehen mitten im Sommer wieder in die Schule, oder umgekehrt. Diese Regelungen sind nicht im Sinne der Kinder, sondern im Sinne des egoistischen Reisewahns der Erwachsenen. Damit die Blechlawinen irgendwie von hier nach da durch die Straßen geschleust werden können, wurde für den Tourismus und der entsprechenden Wirtschaft entschieden.

Zu den hohen Sommertemperaturen gesellt sich nun noch ein erheblicher Gestank dieser Fahrzeuge und macht die Luftqualität unerträglich. Als ich noch zur Schule ging, hatte nicht jeder Haushalt ein Auto. Wir lösten noch einen Fahrschein auf dem Bahnhof und fuhren mit der Bahn. Dieses Ticket war preiswert und fraß keinem die Haare vom Kopf. Heute ist es ein Luxus, mit der Bahn zu verreisen und so mancher überlegt es sich, so viel Geld dafür ausgeben zu können oder zu wollen. Bitte jetzt keinen Aufschrei, dass man günstig reisen könne wenn man plane und so. Ich weiß das, aber ich will das nicht. Ich möchte heute spontan ein Ticket lösen und losfahren können, ohne dafür mein Konto plündern zu müssen und damit die Tickets der Frühbucher zu sponsern.

In den letzten Tagen sah ich etliche Fotos von alten Tageszeitungen, die eine Hitzewelle in Deutschland beschrieben. 1957 waren es sogar fast fünfzig Grad Celsius und in den Siebzigern um die vierzig, zum Beispiel.

Für Euch habe ich einen Trailer des alten Spielfilms „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel aus dem Jahr 1967 herausgesucht. Dieser war damals sehr beliebt. Und ich sah den gern, wahrscheinlich auch, weil einige meiner Schulfreundinnen mitspieleten. Sie waren Mitglied in der Tanzgruppe, die für den Film engagiert wurde.  –  Klickt einfach unten auf den Link, um es zu sehen.

„Heißer Sommer“ – ein DEFA-Film aus dem Jahr 1967.

Heute wird alles unter dem Deckmäntelchen Klimawandel abgetan. Nun,  an den Sommertemperaturen hat sich wahrscheinlich nicht viel geändert. An der Qualität unseres natürlichen Lebensraumes jedoch sicher. Und es hat nichts damit zu tun, ob wir ein Fahrzeug mit einem Verbrennermotor fahren oder ein Elektroauto. Die Armortisierung dieses Teils ist sehr fraglich. Ich spreche hier allumfassend von der Herstellung bis zur Entsorgung. Es beginnt irgendwo tausende Kilometer entfernt auf dieser Erde und wird in das territorial klitzekleine Deutschland geschifft oder geflogen, um das abgewrackte Teil wieder dorthin zu bringen. Das betrifft übrigens die breite Wirtschaft. Wir bringen unseren Müll irgendwohin nach Afrika zum Beispiel. Mögen die dort damit klarkommen. Wir machen unsere Augen zu und es ist uns egal, wie sie es entsorgen und damit fertig werden. Schließlich bezahlen wir dafür. Wir hier haben etwas Gutes getan für das sogenannte Klimaziel, so glauben wir. Das blöde ist nur, dass es kein deutsches oder europäisches  Klima gibt. Das lässt sich nicht mal fix an der Grenze aufhalten oder mit einem Einreiseverbot wegschicken. 

Nö, das ist aus meiner Sicht nicht der Weg.  Fangen wir doch klein bei uns selbst an. Müssen wir mehrmals im Jahr in den Urlaub weit weg reisen?  Müssen wir Reisen auf diesen Monsterschiffen buchen, um in einer simulierten Luxuswelt mit ein paar mal Landgang, auf dem Wasser herumzugurken? Müssen wir unbedingt alle, ob jung oder alt, ob mit oder ohne Schulkinder, im Sommer verreisen? … und so weiter und so fort.

Es ist unser Anspruchsdenken. Es ist dieses „jeder hat“ und „jeder macht“ und dieses „es steht mir zu“, „es ist mein Recht“. Meine Zeilen beziehen sich heute nur auf den Sommer, diese sogenannte Hitzewelle.

Natürlich ist es unsere freie Entscheidung. Und diese sollte auf keinen Fall mittels irgendwelcher politischer Dogmen reguliert und eingeschränkt werden. Jedoch ist es auch unsere freie Entscheidung nachzudenken und Schlussfolgerungen für unser eigenes Handeln zu ziehen.

Es ist einfach nur Sommer. Genießt die Zeit mit allem Drum und Dran!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Unfoto 2021

Gibt es das Unwort des Jahres, so sollten wir ebenso über ein Unfoto des Jahres nachdenken. Wobei ich sagen muss, dass die gewählten Unwörter bisher nie meinen persönlichen Favoriten trafen. Im letzten Jahr, also das 2021 gab es ein Wort, bei dem ich erst einmal nachlesen musste, welche Bewandtnis es hat. Denn niemals zuvor hörte ich davon, auch wenn ich recht gut belesen bin und sogar ein Menschenkind aus dieser Welt. Aus meiner Sicht war es herbeigebetet oder eben an den Haaren herbeigezogen. Kannst Du Dich noch an dieses Unwort 2021 erinnern? Nein? OK, ich helfe Dir auf die Sprünge. „Pushback“  Und 2020? Erinnerst Du Dich? Nein? „Rückführungspatenschaften“. Und was fällt uns auf? Es sind beides Begriffe aus der Migrationspolitik. Waren das in den diesen beiden Jahren tatsächlich DIE Themen? Sicher auch, jedoch frequentierten sie nicht in erster Linie das, was die Menschen in diesen Jahren unser Landes bewegten und letztendlich auch nicht die Sprache, also die Wörter.

Als ich heute meine Screenshots auf dem Smartphone durchging, sah ich dieses eine Bild, das mich immer wieder lähmt. Und mir kam der Gedanke, es sollte jährlich ein „Unfoto“ gekürt werden. Für das Jahr 2021 gibt es meinerseits so einige Favoriten. Zum Beispiel die respektlos lachenden Politiker im Ahrtal, die mit ihrer Anwesenheit an diesem Ort einfach mal eben nur einen Termin abarbeiteten. Oder der Politiker der „Gelben“, der seine Wahlversprechen in die Welt hinaus posaunte, obwohl er sich selbst sicher war, sie bei nächster Gelegenheit in die Tonne zu hauen, um sich und seine Gefolgschaft der grünen Dekadenz zu unterwerfen.

Aber mein ganz persönliches Unfoto 2021 ist dieses:

Screenshot aus dem Internet zum Beispiel bei diesem Beitrag.

Als ich dieses Bild zum ersten Mal sah, krampfte mein Herz. Es entstand 2021 in einem Zoo in Hannover. Es widerspiegelt, wie Machtbesessenheit immer wieder auf den Schultern unserer Kinder ausgetragen wird. Das ist mein „Unfoto 2021“.

Welches Foto würdest Du als Unfoto 2021 wählen?

Ich bin ganz neugierig. Schreibe es einfach unten in die Kommentare.

Einen angenehmen Tag wünscht,

Eure Petra Kolossa.