Mal schnell JA gesagt

So war das. Vor knapp einem Jahr entspann sich in der FX-Künstlergruppe Karlsruhe (FX = Fundus Artifex) die Idee, eine Ausstellung zum Thema „Kunst durch Musik“ – der emotionale Einfluss von Musik in der Kunst – zu gestalten. Die Idee von Wilfried Temp fanden wir richtig gut und Wilfried konnte seinem lang ersehnten Wunsch nachkommen. Denn, ein ähnliches Projekt plante er vor etlichen Jahren bereits mit seinem Künstlerfreund Ulrich Lassek. Leider kam es nicht mehr dazu. Er verstarb 2007 im Alter von 65 Jahren.

Musik ist ein geniales Thema. Fast ein ganzes langes Jahr bleibt uns Zeit, die Bilder zu malen. Da mache ich mit! Ist doch klar.

Der Zeitpunkt, endlich dieses Projekt in Angriff zu nehmen, rückte immer näher. Noch immer fand ich keinen roten Faden und mir wurde bewusst, wie schwer es ist, ein bestimmtes Thema zu bespielen. Die Leinwände lagen bereit, je 120 x 80 cm. Das sind schon ein paar Quadratmeter, die nach Farbe lechzten. Etliche Ideen schwirrten mir im Kopf, aber keine war so gut, dass ich ins Handeln kommen wollte.

Aber endlich! Das ist es! Vivaldi, die vier Jahreszeiten. Fast zehn Jahre arbeitete ich als Farb- und Persönlichkeitsberaterin. Die vier Jahreszeiten sollen sich in den vier Bildern widerspiegeln. Ich entschied mich, das Thema in Assemblagen umzusetzen.

Ich weihte Holger in das Thema ein. Er ließ sich von meinen Ideen anstecken und unterstützte mich von der ersten Minute an. Er ist ein hervorragender Handwerker.

Eine leider (zum Glück!) ruinierte Zither seiner Mutter baute er so um, dass sie in der ersten Jahreszeit zu finden ist. Für die zweite Jahreszeit bekam ich von Ferri, er ist Schlagzeuger bei „SoulCake„, Drumsticks spendiert, die jetzt in der Assemblage befestigt sind. Die Gitarre für die dritte Jahreszeit nahm den weiten Weg vom Trödelmarkt Bonn zu mir. Hier gibt es ein dickes Dankeschön zu „Janisa“. Das Integrieren dieser Gitarre in die Assemblage hat uns schon einige Kopfzerbrechen bereitet. Aber auch in diesem Fall: Holger fand eine Lösung.

Und für die vierte Jahreszeit wurde fix über ebay ein defektes Keyboard ersteigert. Die Klaviatur belebt nun die vierte Jahreszeit.

Einen winzigen Einblick will ich Euch gewähren. Komplett gibt es die Bilder aber erst, wenn sie in der Ausstellung hängen.

Hier also Bild-Schnipsel von Frühling, Sommer und Winter. Am Herbst arbeite ich zur Zeit.

Und hier lasse ich die Tür für Euch mal einen Spaltbreit auf:

Film: Maria Kolossa

Im nächsten Beitrag erfahrt Ihr mehr über diese Ausstellung. Aber heute schon mal für Euch zum Vormerken:

„Kunst durch Musik“

09. bis 11. September 2016
täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr

Rathaus-Gewölbekeller
76227 Karlsruhe-Durlach
Pfinztalstraße 33

Wir sehen uns? Super!
Die Vernissage ist am 09. September 2016, ab 19:00 Uhr

Einen schönen Abend wünscht Euch, Eure Petra.

 

 

… ein Schulterblick

zu den ersten Kunsttagen in Karlsruhe-Durlach im Juni.

Zur Zeit bin ich fleißig dabei die nächste Ausstellung vom 09. bis 11. September 2016 an gleicher Adresse vorzubereiten. Folgende Impressionen der letzten Ausstellung will ich Euch nicht vorenthalten.

Und hier die Akteure dieser Ausstellung. Wir fünf sind unter anderen bei der nächsten wieder dabei.

(c)_Klaus Eppele_Kunsttage-7

v.l.n.r.: Natalija Priester, Petra Kolossa, Wilfried Temp, Monika Henkel, Diana Rastetter
Foto: Klaus Eppele

Die kommende Ausstellung mit zehn Künstlerinnen und Künstlern steht unter dem Thema „Kunst durch Musik“. Dazu gibt es mehr im nächsten Beitrag …

Herzlich, Eure Petra.

 

 

 

 

 

 

 

Mal vorbeischauen – Kunsttage Durlach

Am Wochenende ist es soweit! Wir stellen im Rahmen der Kunsttage in Durlach aus.

Wir, das sind:
Diana Rastetter  –  Malerei
Natalija Priester – Malerei
Monika Henkel – Skulptur
Wilfried Temp – Malerei
Petra Kolossa – Malerei

Ein Novum: Während dieser Ausstellung werden unter anderem neun meiner „Kätz“ zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein.

Ihr seid herzlich eingeladen, eine schöne Zeit in unserer Ausstellung zu verbringen, Euch an den Kunstwerken zu erfreuen, zu stauen und wer mag, auch sehr gern eines der wunderbaren Kunstwerke zu erwerben.

Ab 15:00 Uhr am 19. Juni 2016 laden wir zum Ausklang zu einer Finissage ein.

Im Stenogramm:

17. bis 19. Juni 2016, täglich von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet

Rathaus – Durchlach
Gewölbekeller

Pfinztalstraße 33
76227 Karlsruhe – Durlach

Plakat

Ein erlebnisreiches Wochenende in Karlsruhe – Durlach wünscht, Eure Petra Kolossa.

Das Pendant

… will ich Euch nicht schuldig bleiben.
In meinem Beitrag „Dagegen! -Dafür!“ versprach ich das Pendant zu meinem Bild „Energien bündeln“.

Ich packte die sonnige, goldene, gelbe Kraft in die farbintensiven Kugeln, um diese als geballte Energie in das „Dafür!“ zu lenken.

Mir wurden inzwischen vielfältige Interpretationen entgegen gebracht – von wohligen Kuschelwolken, über beobachtende Augen bis hin zu „das hat so viel Kraft in sich“.

Es ist immer eine Sache des Betrachters. Und so soll es auch sein! Jeder möge das für sich mitnehmen, was sein Herz ihm sagt.

Hier ist: „Energien freisetzen“

Zuschnitt_Energien-freisetzen_IMG_1083„Energien freisetzen“, Petra Kolossa, 2016, 50 x 50 cm, mixed media (Aquarell / Acryl / Fineliner) auf Leinwand

Und hier das Set im Zusammenhang:

 

Einen energiereichen Freitag wünscht,
Eure Petra Kolossa.

 

Ihr habt entschieden

In meinem letzten Beitrag warf ich die Frage in den Raum, ob Ihr in meinem Blog geduzt oder gesiezt werden wollt. Auch wenn nicht einstimmig, jedoch die meisten von Euch wollen das DU,  immerhin 88,24 %. Die anderen 11,76 % Befürworter des SIE mögen es mir bitte verzeihen …

Einen schönen Freitag wünscht Euch, Eure Petra Kolossa.

 

DU oder SIE

Jetzt bin ich aber hin- und hergerissen.
Ein Grund für mich, diese Frage einfach in diesen virtuellen Raum zu werfen.

Stets bemüht, in meinen Texten Contenance zu wahren, wählte ich in der Ansprache  meiner Blogbeiträge das höfliche SIE.

Inzwischen wurde mir in etlichen Publikationen vor Augen geführt, dass das so überhaupt nicht geht. Okay, es mag wohl funktionieren, sei jedoch völlig unüblich beim Bloggen.

In Blogs wird der Leser geDUzt!

Punkt. Aus. Fertig.

Deshalb meine Frage an Sie / an Euch:

Dagegen! – Dafür!

„… eh Leute, wo bleibt eure gesellschaftskritische Haltung? Früher haben Künstler wenigstens noch Stellung genommen und Position bezogen. Heute wird jedes Stück Kunst, vom Blümchen bis zum Hündchen im Internet gepostet und gezeigt, aber keine Haltung. Habt ihr keine mehr? Ihr guckt wohl alle weg? Oder habt ihr nichts zu sagen? Wo bleibt ihr? …“ So, oder so ähnlich las ich es neulich in einem Forum.

Was passierte? Künstler sind feinfühlige,  kritisch beobachtende Menschen und  haben sehr wohl was zu sagen und schwups, zauberten sie ihre  Arbeiten hervor und veröffentlichten diese.  Überwiegend mit dem Fingerzeig „dagegen!“. Gegen Krieg, gegen Missbrauch, gegen Umweltverschmutzung, gegen Fremdenhass, gegen …

Sie kennen Uli Steins Pinguin, der mit zerknirschtem Schnabel und hängenden Flügeln, sein Transparent „Dagegen!“ schleppt?
Auch ganz sicher ist Ihnen seine lachende,  frisch und verschmitzt schauende Maus mit dem Schild „Dafür!“ bekannt.

So fühlte ich, als ich die Kommentare las und die Bilder dazu betrachtete. Mir kam in diesem Moment nur eins in den Sinn: FARBE und DAFÜR!

Frische Farben für Leben, für Kraft, für Energie, für Freundschaft, für Liebe, für Akzeptanz, für Toleranz, für Sinnhaftigkeit, für Frieden, für uns, für dich, für mich,  … Kräfte bündeln DAFÜR …

So entstand mein Bild.

IMG_1038

„Energien bündeln“, Petra Kolossa, 2016, 50 x 50 x 2 cm, mixed media (Aquarell / Fineliner) auf Leinwand

Das Pendant „Energien freigeben“ ist in Arbeit.

Eine gute energiegeladene Woche wüncht, Ihre Petra Kolossa.

 

 

 

 

DD, 13. Februar

„Ich will euch etwas erzählen. Etwas, das wir niemals vergessen dürfen. Ihr habt es zum Glück nicht erlebt und sollt das niemals erleben. Aber ihr sollt dafür sorgen, dass so etwas niemals mehr geschehen wird. Hört zu. Ich war mittendrin. … „, so begann Frau Kunath, meine damalige Klassenlehrerin.
Es war in der ersten oder zweiten Klasse vor über fünfzig Jahren. Die dunklen Augen in dem sonst so fröhlichen runden Gesicht der kleinen Frau füllten sich mit Tränen und sie sah so sehr traurig aus. Diese Situation hat sich in mir eingebrannt, weil ich zu diesem Zeitpunkt davon das erste Mal erfuhr. Jedes Wort saugte ich in mir auf. Sie schilderte uns kindgerecht, wie schrecklich die Bombennacht auf Dresden war. Erzählte uns von den Ängsten der Menschen, der wahnsinnigen Hitze der brennenden Stadt und den folgenden zwei weiteren sinnlosen Bombenabwürfen auf das bereits in Trümmern liegende, brennende Dresden. Sie erinnerte sich, wie sie mit ihrer Mutter durch die kaputten Straßenzüge ging und sich wunderte, weshalb die Leute in dem entgleisten Straßenbahnwagen schliefen. Die starken Druckwellen nahmen den Menschen das Leben. …  Sie erzählte uns auch, wie stark die Dresdner waren, wie sie mit ihren Händen und dem Wenigen, was noch war, ihre Stadt Stein um Stein aufbauten. Wie vor allem Frauen, die Trümmerfrauen, schufteten, weil viele Männer nicht aus dem Krieg zurückkamen und mit anpacken konnten …

Jedes Jahr, wenn sich der 13. Februar nähert, denke ich an diese Episode, die sich in mein Bewusstsein bis heute eingebrannt hat. Jedes Jahr, solange ich in Dresden lebte, ging ich, wie so viele andere Dresdner, zur Ruine der Frauenkirche, ein Symbol, ein Mahnmal an diese Bombennacht.
Lange konnte ich den Neuaufbau der Frauenkirche nicht akzeptieren, ich war zerrissen eben aus diesem Grund.  Im Jahr 2003 hatte ich die Gelegenheit noch während der Bauphase die Kirche von innen zu sehen. Als meine Hände über das helle, warme Holz im Inneren glitten, versöhnte ich mich allmählich. Heute ist diese Kirche für mich ein wunderbares Kunstobjekt, hell, warm, positiv und einladend.

Heute ist wieder ein 13. Februar. Meine Gedanken sind in meiner Heimatstadt und ich weiß, dass 22:00 Uhr wieder alle Glocken in der Stadt läuten und ich um diese Zeit einen Herzschlag Zuhause sein werde.

Die politische Situation in Europa, in unserem Land und auch in Dresden ist prekär, wie seit langem nicht. Das wird sicher jedem von uns bewusst sein.
Mich quält jedoch, dass solch ein Tag wie dieser, von jeglichem politischem Couleur benutzt und missbraucht wird, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die einen blauäugig, die anderen spekulativ, die nächsten provokant – gar aggressiv, andere suggestiv …

Lasst den Dresdnern diesen Tag, um zu gedenken und sich selbst das Versprechen zu geben, dafür Sorge zu tragen, dass derartige Sinnlosigkeiten wie am 13. und 14. Februar 1945 in Dresden nie wieder geschehen werden.

Bilder: Holger Wagner und Petra Kolossa, November 2009

Möge der Rathausmann seine Hand schützend über Dresden halten …

In diesem Sinne, herzlich Ihre Petra Kolossa.

 

 

Karnickelstarre

Ganz ehrlich: Bei mir ist so was wie die Kotzgrenze erreicht. Raushalten wollte ich mich. Nicht auch noch meinen Senf dem WWW übergeben. Okay, jetzt ist es passiert.

Ich bin eine Frau, ganz sicher körperlich mit einer Menge weniger Muskelkraft und schwächerem Knochenbau als in der Regel ein Mann ausgestattet. Was nicht heißt, dass mein weibliches Hirn kleiner und dämlicher ist, als das eines männlichen menschlichen Geschöpfes.

Wie bescheuert ist das eigentlich, dass wir in unserem Land erst vier Tage später aus unseren offiziellen Medien von den offensichtlich organisierten kriminellen Übergriffen in der Silvesternacht auf so viele unserer Frauen in Köln, Hamburg und Stuttgart erfahren. Von Aktionen, wo Frauen erniedrigt, sexuell begrabscht und beklaut wurden. Inszeniert von großen Gruppen afrikanisch oder arabisch ausschauenden Männern.
Ich frage mich, wie lange die Information in unsere Sender gebraucht hätte, wäre nur eine einzige Frau aus dem afrikanischen oder arabischen Raum von einem einzigen männlichen Bürger unseres Landes in ähnlicher Form in einer Großstadt behandelt worden. Ich schätze, keine Stunde und die Information wäre dann halbstündlich den ganzen Tag in den Nachrichten hoch und runter zu hören gewesen und unsere Politiker würden empört und entsetzt sein über ein so abscheuliches Ereignis.

Wovor haben wir eigentlich Angst? Angst davor, dass vielleicht einem außerhalb unserer Landesgrenze das nicht gefallen könnte, was wir hier tun? Ja, na und! Das ist unser Land, das sollte unsere Heimat sein. Wir leben hier. Wir sind gastfreundlich und hilfsbereit, aber doch nicht so dämlich, uns auf Teufel komm raus benutzen zu lassen!

Als ich noch zur Schule ging, hätte es eine Schulhofkeilerei unter den Jungs gegeben, hätte sich einer aus einer anderen Klasse an einem Mädchen vergriffen, das es nicht gewollt hätte. Das war einfach eine Frage der Ehre.
Es mag ein banaler Vergleich sein. Aber ich frage mich, wo sind unsere Jungs, wo sind unsere Männer? Ich war nicht dabei, weder in Köln, noch in Hamburg, Stuttgart oder an einem anderen „Tat“ort. Mein Wissen beschränkt sich auf Informationen aus den Medien und diversen Berichten. Es kann doch nicht sein, dass die Mädels und Frauen hilflos der Situation überlassen wurden und „man“ auf die Polizei wartete und hoffte, die werde schon machen.

Und die Reaktion unserer Politiker? Ihre dominante Sorge darum, dass keiner glaube, es seien die (aktuellen) Asylsuchenden. (Ich meide das Wort Flüchtling.) Es ist doch so egal, aus welcher Zeitetappe diese Menschen in unser Land kamen. Das, was hier geschehen ist, zeigt eine völlige Ignoranz und Überheblichkeit ihrem gewählten Gastland gegenüber. Und letztendlich zeigt es, welchen Stellenwert die Frau in deren Verständnis hat. Nämlich keinen! Und verdammt noch mal, warum sind wir bereit, still zu halten?

Willkommen in unserer neuen Welt. Kommt raus aus der Karnickelstarre!

Ich genehmige mir erst mal einen (Beruhigungs)-Tee.

Grummelnde Grüße, Ihre Petra Kolossa.

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So gut wie gelaufen, das 2015

Ja, es ist, wie es ist. Das Kalenderjahr ist fast zu Ende. Überall wird Bilanz gezogen. Mir kommt es so vor, als hätten wir erst gestern beisammengesessen und über das Vergangene sinniert.
Dieses 2015 war für mich ein Jahr voller positiver Erfahrungen und Erlebnisse, die mein Leben bereicherten. Ich durfte neue wunderbare und kreative Menschen kennenlernen.

Schon morgen werden wir alle mit unseren Lieben das alte Jahr verabschieden und uns auf ein neues freuen. Wir werden Pläne schmieden und uns mit neuer Kraft und Elan ins Jahr 2016 bewegen.

Ich wünsche Ihnen einen phantastischen Start ins 2016.
Möge es uns alle glücklich machen und vor allem friedlich bleiben.

Herzlich, Ihre Petra Kolossa.

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eine Aufnahme aus dem Jahr 2007