Einfach nur „Auto“

Im Hintergrund grummelt das nahende Gewitter und die ersten großen Tropfen verdampfen auf dem ausgetrockneten Boden. Ich mag den typischen Geruch, wenn der ersehnte Regen nach einigen Tagen Hitze und Trockenheit dieses Duftgemisch erzeugt. Die Nacht wird erfrischend sein und der kommende Tag wahrscheinlich schwül und warm.

Ich sinniere über den vergangenen Tag. Sehe mich über das aufgeheizte Gelände der ADAC-Werkstatt sausen. Immer wieder zwischen dem Meisterbüro und meinem am letzten Ende dieses Hofes, schon fast im Grünen, abgestellten Autos. Der Gutachter hat einen wirtschaftlichen Totalschaden festgestellt. Es fiel mir nicht leicht, loszulassen. Dieses Auto hat mich acht Jahre fast tägleich begleitet. Zweihundertfünfzigtausend gefahrene Kilometer sind kein Pappenstiel. Mein Auto war mein Büro auf Rädern, der Ort, an dem so viele Gedanken spazieren gingen, wo sich Ideen entspannen, ich so manchen Entschluss fasste. Ich verbrachte unendlich viel Zeit in diesem Peugeot.

Meine Autos haben nie irgendwelche Spitznamen. Sie sind einfach nur „Auto“. Das erste war ein schwerer Rover. Bis heute kann ich nicht verstehen, wie dieser Opel Kadett, der von rechts aus der Nebenstraße mit ganzer Wucht auf die Beifahrerseite krachte, es komplett verzogen hat und zum Totalschaden machte.

Als ich eines Tages nach einem Termin zu dem damaligen Skoda ging, hörte ich durch die spaltbreit heruntergelassenen Autoscheiben meinen Hund aus voller Lunge bellen. Es klang nicht gut. Ein Zettel unter dem Scheibenwischer erklärte mir, dass der Absender schuld für den eingedrückten Kotflügel einräumte. Später erfuhr ich, es war ein Opel.

Mein Peugeot 206 war wie meine Handtasche und die fahrende Hundehütte für Gino, meinen Hund, der mich elf Jahre begleitete. Damals rammte ein steinalter Opel mit zwei Auszubildenden auf dem Firmengelände die rechte Seite meines Autos. Es wurde repariert. Einen Tag später, nachdem ich mein Auto aus der Werkstatt zurück erhielt, schaffte es ein Opel Vectra nicht, rechtzeitig zu bremsen und traf mich in der Tiefgarage mit voller Wucht auf der Fahrerseite. Als der Kontrolleur der Versicherung am selben Tag die Reparatur begutachten wollte, musste ich ihn darauf hinweisen, dass es sich um den Schaden auf der rechten Seite handelt.

Sämtliche Unfälle verursachten Opelfahrer. Ich stellte für mich fest, dass das sehr spezielle Autofahrer sind. Und ich beschloss, niemals einen Opel zu fahren.

Meinen jetzigen Unfall erledigte ich mit mir selbst, also ganz allein und leider sehr gründlich.

Und das Verrückte ist: Heute fuhr ich einen Opel zur Probe. Und was soll ich sagen? Ich mag ihn. Die Chancen für diesen „adam“ stehen ziemlich gut. Tja, man sollte niemals nie sagen 😉

So schicke ich euch liebe Grüße in Euren Morgen. Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Relativ ist relativ, auch die Zeit

Zeit ist ein relativer Begriff, für mich nicht greifbar. Das eine dauert eine Ewigkeit, das andere geschieht im Fluge. Wobei ersteres nur wenige Tage messbare Zeit beanspruchte und das andere fünf Jahre, zum Beispiel. Zeit ist für mich eine schwammige Maßeinheit. Zumindest auf rein mentaler Ebene betrachtet. Also ohne Uhr und Kalender.

Solch eine Zeitdifferenz wurde mir vor wenigen Tagen wieder bewusst. Auslöser waren diese Bilder:

Vor vier Jahren zur gleichen Zeit nahm ich diese Bilder auf. Es war nur ein Spaß, den ich auf Facebook unter dem Titel „So geht Haare trocknen“ teilte.

Es sind nur vier Kalenderjahre. Jedoch fühle ich es so, als seien es wenigstens doppelt so viele. Diese Leichtigkeit, die damals noch in mir wohnte scheint sich eine Krake geholt zu haben. Eine mit x-vielen Armen, die mich wahnsinnig belastet. Ich wünsche an manchen Tagen, mein Verstand würde das, was um uns geschieht, einfach mit Hopsalla und Trallala und naivem Glauben an die „Macher“ aufnehmen. Dann wäre alles gut.

Nein. Das wäre es nicht und es ist nicht die Lösung und schon gar nicht ist es der Weg. Unsere Welt erlebt derzeit so etwas wie einen Zeitwandel, eine neue Episode in unserer Geschichte. Die Frage ist nur: Was wollen wir?

Ich brauchte etwas Zeit für mich selbst. Etwas Abstand zu Social Media und so einigen Dingen; eine Neuorientierung und Klarheit, die mir wieder Kraft gibt. Die Leichtigkeit von vor vier Jahren wird in dieser Form nicht zrückkehren. Da ist zu viel geschehen in den letzten Jahren. Es wird jedoch eine andere sein.

Wie fühlst Du die letzten Jahre? Was hat es mit Dir gemacht? Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Ich schicke sommerheiße Junigrüße in Eure Woche ☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Ein Zeitmesser der besonderen Art mit meinem Motiv des Bildes „Energien bündeln. Klicke einfach hier.

Schöne Post. Es gibt sie.

Die Post brachte ihn in der letzten Woche. Ich halte diesen großen Brief in den Händen und ich muss lächeln. Bereits an seinem Umschlag erkenne ich, von wem er ist und ich weiß, dass ich ihn erst später öffnen werde. Es ist ein Ritual, irgendwie etwas Besonderes.

Der heutige Sonntagmorgen ist ruhig. Nur die Nachbarn, die  diagonal über die Straße ihr Häuschen haben, sitzen auf ihrer Terrase. Wahrscheinlich frühstücken sie gemeinsam mit ihren Kindern, die kürzlich in ihr eigenes Haus direkt neben ihren Eltern zogen. Rein theoretisch könnte ich ihren Gesprächen lauschen. Sie fühlen sich ungezwungen und schwatzen laut. Schließlich sieht sie keiner. Der Wind trägt ihre Worte direkt zu mir auf den Balkon. Mein Hirn will jedoch das genuschelte Schwäbisch nicht verarbeiten. Es gleicht einer Dolmetscheraufgabe. Dazu habe ich keine Lust. Wieviele Leute sind das, überlege ich. Den Stimmen der immer lauter werdenden Unterhaltung nach zu urteilen, vielleicht vier Erwachsene und zwei kleine fröhliche Kinder. Weshalb interessiert mich das, frage ich mich. Es interessiert mich nicht wirklich. Es stört nur meine morgendliche Sonntagsruhe, die ich erhoffte, auf unserem schön blühenden Balkon bei sommerlich warmen siebenundzwanzig Grad vorzufinden. Es ist nur meine Befindlichkeit, wahrscheinlich ein kleiner egoistischer Groll. Und ganz sicher ist ihnen nicht bewusst, dass der Geräuschpegel von deren Grundstück immer sehr intensiv den Hang nach oben transportiert wird. Es  ist ein Luxusproblem, also überhaupt kein Problem, wenn ich das auf eine Stadt übertrage. Hier im ländlichen Raum ticken die Uhren eben etwas anders, rechtfertige ich mich.

Ich lehne mich zurück, nehme den großen Umschlag und öffne den. Er ist von einer italienischen Kunstakademie. Sie laden mich ein- bis zweimal jährlich ein, an Ausstellungen teilzunehmen. In Italien stellte ich vor ein paar Jahren einige male aus. Ich denke, in diesem Zusammenhang erhalte ich diese Briefe.

Deren Briefe sind eine Wohltat. Es ist eine Wertschätzung. Bereits die Gestaltung des Briefumschlages und die höfliche Anrede lassen mich einige Sekunden verweilen. Ich werde als Frau angesprochen. Mein Vorname ist in Italien ebenso ein Männername. Es wäre also nicht verwunderlich, würde der Absender es neutral behandeln. In Deutschland wird inzwischen oftmals die Anrede komplett ignoriert und genderneutral agiert. War ich gestern noch eine Frau, könnte ich mich schließlich heute umorientieren und morgen vielleicht wieder und überhaupt ist das schließlich der heutige Zeitgeist. Und bevor sich irgendjemand der wenigen diskriminiert fühlt, machen wir die deutsche Sprache und die ach so fossilen Umgangsformen besser platt. Was sollˋs!

Ich öffne den Umschlag und entnehme die liebevoll gestaltete Einladung. Ein dreiseitiges Leporello, A4, sechs bedruckte Seiten, farbig, hochglanz. Auf der Deckseite ist der Grafiker und Gestalter genannt. Wo wird das schon bei derartigen Dingen noch getan. Eine Erläuterung über das Prozedere liegt bei. Es ist eine lange bedruckte Seite, die zwei A4-Seiten entsprechen.

Warum erwähne ich das alles? Es ist eine wertschätzende Einladung an den Adressaten. Keine hingeschluderte an unendlich viele willkürliche Emailadressen gesandte digitale Einladung. Es ist ein Willkommen, ein Geschenk. Eine Aufmerksamkeit in meinem Briefkasten zwischen den amtlichen Benachrichtigungn und den massenhaften auf hässlichem Papier gedruckten Werbeheftchen der Einkaufsmärkte mit ihren besten, billigsten und dennoch immer teurer werdenden Produkten.

Meine Emails mit solchen Einladungen überfliege ich. Lege sie beiseite, um sie später noch einmal genauer anzusehen. Das geschieht meistens nicht. Denn die tägliche Flut an derartigen flüchtigen Sendungen zum Nulltarif überfordern meine Aufmerksamkeit und ermüden mich. Sehr oft ist der Button des Papierkorbs schnell gedrückt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Meine Finger gleiten über diese physische Einladung. Und ich muss gestehen, dass ich das schwere, hochwertige Papier mit dem Glanzdruck mag. In mir regt sich der erhobene Finger wegen meines versnobten Gedankens. Schließlich drückt diese hochwertige Einladung doch nur aus, dass dem Absender total egal ist, wie er die Ressourcen unseres blauen Planeten verpulvert. Wie kann er nur! Teures Papier, hochwertiger Druck, viel zu groß das alles, die Erläuterungen auf zwei Seiten geschrieben, statt Vorder- und Rückseite zu bedrucken. Unverschämt! Wo doch in Deutschland die Unternehmen fast alles digital erledigen. Wer das nicht kann, weil zu alt, zu krank, zu irgendetwas, hat seine Post, die ihm unnötiger Weise zugestellt werden muss, zu bezahlen.

Nein! Nicht alles funktioniert pauschalisiert digital. Der Mensch ist mit vielen Sinnen ausgestattet. Die physische Wahrnehmung ist unglaublich wichtig und löst Gefühle, Gedanken, Reaktionen und Entscheidungen in vielen Sphären und Richtungen aus.

Auch wenn ich bisher einer dieser Einladung nicht gefolgt bin, so habe ich es mir für das Jahr 2023 vorgenommen, es zu tun.

Kater Flo hat sich zu mir gesellt, sich einfach auf den Tisch gelegt und lässt sich den lauen Wind ins Fell pusten.

Die Sonne kommt ums Haus und lässt die Gloxinien in den leuchtendsten Farben strahlen. Bald werde ich die Markise nach unten lassen, um die Wohnung in angenehmer Kühle zu halten.

Es ist Ruhe eingezogen. Nur aus der Ferne erklingen die Motoren der rasenden Motorräder auf der Landstraße …

Einen fantstischen, wenn auch heißen, Junisonntag wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

24 Stunden an sieben Tagen geöffnet: www.petra-kolossa.shop

12 von 12 – Monat Juni

DER Bloggertag seit vielen, vielen Jahren. Der zwölfte eines jeden Monats, wieder habe ich zwölf Bilder, unkompliziert am gestrigen Sonntag für Euch in diesem Beitrag festgehalten …

Meine „Morgenseiten“ 😊 Es tut gut, vor Beginn des Tages auf drei Seiten die Gedanken fließen zu lassen, ohne nachzudenken, ohne die Feder abzusetzen, einfach schreiben, schreiben, schreiben.
Zwei 🙈  Stunden Tochter-Mutter-Telefongespräch. Für einen Moment scheinen fünfhundert Kilometer gar nicht mehr so weit.
Wie kann nur ein derart hart strapazierter Gebrauchsgegenstand aus Kunststoff, Plaste, Plastik oder was das auch immer ist, hergestellt werden?! Schon lange saß ich nicht so schnell auf dem Boden 😅 Mein neuer Stuhl soll in zwei oder drei Tagen geliefert werden.
… auch Bobby-Kätz liebt die kleine Oase 😺
Geschwister, OK, Halbgeschwister. Benny und Bobby. Sie sind Maine Coon, fantastische, sanftmütige und liebenswürdige Riesen-Kätz 😻😻

Ein wunderschöner lauer Sonntagabend. Die Sonne verlässt im tiefen Orange den Tag hinter den Bergen. Mit einer Rotweinschorle verabschiede ich den warmen Sonntag, den zwölften.

Bald ist der zwölfte Juli und dann gibt es wieder 12 von 12.

Für heute verabschiede ich mich. Habt eine fantastische Zeit.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Tante Emma-Laden und so

Soeben las ich einen Beitrag und ich sah dazugehörige Aufnahmen von überfüllten Bahnhöfen und Zügen seit der Einführung dieses absurden Neun-Euro-Tickets. Dabei will ich die Menschenansammlungen, die auf den Bahnhöfen und Bahnsteigen lauerten und Haut an Haut in den Regionalzügen klebten, nicht eingehen. Und ich ignoriere in meinem heutigen Blog ebenso die derzeit zwar noch aus zweiter Reihe wabernde, jedoch um Aufmerksamkeit buhlende und ganz sicher zeitnah mit aktualisierter Virusvariante, wovon auch immer, in den Fokus preschen wird.

Das alles ist nicht Thema meines heutigen Blogs. Es war nur der Anstoß. Aber der Reihe nach …

Nur wenige Sekunden können pregnant sein und eine mächtige Gedankenflut auslösen. Ich bin mir ganz sicher, dass das jeder von uns bereits einmal erlebt hat.

Der trübe Tag hellt etwas auf.  „Cold heart“ läuft im Radio. Mein Auto rollt ruhig. Die Straßen sind frei. Elton John, denke ich. Elemente aus dem Song erinnnern mich an einen alten von ihm.   Ich muss lächeln. Mein Ex ploppt vor meinem Gesicht auf. Das ist ewig her, irgendwann Anfang der Achtziger. Es war genau dieser Song. Mir fiel damals der Interpret nicht ein und er meinte, es sei Elton John. Das wundert mich noch heute, denn sein Musikgeschmack war alles andere, als das. Ein Greuel, wenn ich ins Auto stieg und er das zuvor benutzt hatte. Ich konnte nie schnell genug den eingestellten Sender wechseln. Keine Musik quält meine Ohren mehr, als Schlager und Volksmusik.

„In fünfzehn Minuten werde ich mein Ziel erreicht haben und pünktlich zum Termin sein.“ denke ich. Ich bemerke, dass mein Herz schwer schlägt. „Tief durchatmen, ganz ruhig.“, sage ich zu mir. Es sind nur noch wenige Kilometer …

… vor wenigen Tagen gab ich nach sieben Tagen das ADAC-Club-Mobil, also den Leihwagen zurück.

So stand ich also ohne Fahrzeug in dem Ort, in dem ich lebe. Etwa tausenddreihundert Einwohner im Hinterland des Bodensees und überlegte, wie es funktionieren könnte, so ganz ohne Auto. Um zum Beispiel zu einem Supermarkt zu gelangen muss man fünf Kilometer in die eine Richtung, wie auch in die andere Richtung mit dem Auto reisen. Das Gleiche gilt für einen Arzt oder sonst irgend etwas anderem.  Mit dem Fahrrad wäre es sicher machbar. Eine Herausforderung jedoch, den vollgepackten Drahtesel den steilen Anstieg nach Hause zu treten. Selbst der Akku streikt dabei, wenn das Rad nur meine eigene Last zu tragen hat. Was aber ist im Winter oder bei andauerndem Regenwetter? Der Bus hält im ein- bis zweistündlichem Abstand unten im Ort am Kindergarten, dem Briefkasten, dem kleinen Parkplatz und den zwei Ladestationen für E-Autos, die ich in all der Zeit noch niemals benutzt sah. Wir haben hier eine Kirche und einen Friedhof. Das ist die gesamte Infrastruktur in unserem Ort. So ähnlich, wie in so vielen anderen Dörfern im ländlichen Raum Deutschlands.

Ich sinniere weiter. Wie wäre es, wenn wir einen „Tante-Emma-Laden“ hier hätten? Wir könnten kleine Einkäufe direkt hier im Ort, also ohne Auto, erledigen. Es könnte ein kommunikativer Platz sein. Ein Ort, wo auch ein Kaffee oder ein Bier getrunken werden könnte, ein Paket abgegeben oder eine Bestellung aufgegeben. Ich weiß, dass es bei den Bewohnern in unserem Dorf das vielfältigste Potential gibt, das in diesen Laden, diesem kleinen Einkaufszentrum, einfließen könnte. – Man trifft sich dort. Es gäbe auch älteren Menschen wesentlich mehr Lebensqualität und vor allen Dingen den Kontakt zu Leuten, die im gleichen Umfeld leben. Man weiß sozusagen, worüber man spricht.

Sollte nicht mit solch kleinen Dingen begonnen werden? Die Versorgung vor Ort, ohne Auto? Das Zusammenrücken der Menschen in den kleinen ländlichen Orten auf die simpelste Art überhaupt.

Wie läuft es jetzt? Die Leute steigen früh in ihr Auto und fahren zu ihrem Job. Müssen sie einkaufen, fahren sie zum Supermarkt. Müssen sie zum Arzt, fahren sie dorthin und so weiter. Am Abend sind sie zurück in ihren Häusern und machen ihr Ding. Vielleicht ein Hallo über den Gartenzaun, wenn ein anderer vorbeiläuft.

Nun, ich habe es vielleicht etwas stark heruntergebrochen. Jedoch sitze ich nach meinem Unfall mit einem Totalschaden ohne Auto hier und denke über das „was wäre wenn“ nach. Eine vernünftige Infrastruktur in den kleinen Orten, eine regelmäßige Taktung der Öffentlichen Verkehrsmittel. In den Städten ist der Fußweg bis zum Bus oder die Bahn in der Regel keine fünf Minuten weit und die Taktung oftmals weniger als fünfzehn Minuten. Das sieht hier im ländlichen Raum völlig anders aus.

Wir sind auf ein Auto angewiesen. Wir zahlen in sämtlilchen Dingen die gleichen Preise, wie ein Städter. Dieses 9-Euro-Ticket soll die Menschen davon überzeugen, die Sinnhaftigkeit der Öffentlichen Personennahverkehrs zu erkennen und perspektivisch zu nutzen und auf das Auto zu verzichten, um umweltfreundlicher zu handeln. Ob das tatsächlich so sein wird, sei dahingestellt. Man will die Menchen etwas von den derzeit hohen Kosten entlasten … Nur können wir hier nichts damit anfangen, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Statt dieses Geld in solche Aktionen zu pumpen, sollte über nachhaltige Maßnahmen nachgedacht und gefördert werden. Und das auch im ländlichen Raum.

Ich habe Glück im Unglück und darf vorübergehend bei Bedarf das Auto eines lieben Nachbarn mitbenutzen. Vielen Dank Konrad, es ist mir eine riesengroße Hilfe. 

Hoffentlich wird bald alles mit der Versicherung geklärt sein. Denn das „ohne Auto“ wird hier in der Region Bodensee / Landkreis Ravensburg noch lange Zeit  pure Illussion sein. Selbst, wenn man sich in seinen vier Wänden vergräbt und sich von Lieferanten mit deren Autos versorgen lässt, ist es ein Nutzen des Autos durch die Hintertür. Es ist wie es ist. Diese Kiste auf vier Rädern wird uns noch lange Zeit begleiten. 

Einen fantastischen Start in die neue Woche wünscht,

Eure Petra Kolossa.

Mini-Ausstellung bei Euronics Hagen

Bevor auch die letzten vier „Kätz“ endgültig auf die Reise gehen, um  wohlbehütet die Kätz-Serie  in einer  Privatsamlung zu komplettieren, zeigen sie sich ein letztes Mal.

Das Kunstschaufenster im Elektrofachcenter Hagen ist ein würdiger Rahmen. Immerhin ist es das erste Kunstschaufenster, das die Künstlergruppe „seeArt“ vor fünf Jahren eröffnete.

Zu sehen sind aus meiner dreizehnteiligen Werkgruppe „Zip-Kätz“, „Zip-Kätz free“, „Lady-Kätz“ und „Gentleman-Kätz“.

Außerdem wählte ich zwei abstrakte Bilder aus. Ich malte sie in einer sehr emotionalen Phase im Jahr 2017. Bilder, die sicher zum Nachdenken einladen.

Auch wenn die „Kätz“-Bilder bereits ihre Liebhaber gefunden haben, so stehen meine ausgestellten abstrakten Bilder zum Verkauf. Du bist interessiert? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Oder auch gern online in meinem Shop. Dort findest Du unter anderem auch eine genaue Beschreibung zu diesen Bildern. Hier die direkten Links zu „Sehnsucht I“ und „Sehnsucht II“.

Meine Bilder sind noch bis Ende Juli 2022 im Elektrofachcenter Hagen / Euronics Hagen auf der Zußdorfer Straße 7, in 88271 Wilhelmsdorf im Kunstschaufenster „seeArt“ zu sehen.

Wer in der Nähe ist, schaut doch einfach vorbei 😊

Eine gute Zeit wünscht,

Eure Petra Kolossa.

Tränen des Laurentius

Ein Abend mit Agnes ist immer etwas ganz Besonderes. Sie ist eine der charmantesten und fürsorglichsten Gastgeberinnen, die ich kenne. Begegnungen mit ihr hinterlassen immer nachhaltig Spuren, ihre authentischen Erzählungen aus der Vergangenheit, von ihrer Familie, von dem Leben aus einer völlig anderen Perspektive, als die, in der ich groß geworden bin. Die heute Sechsundachtzigjährige weiß viel zu erzählen. Wenn wir uns verabschieden, gehe ich immer mit einem warmen Gefühl im Herzen.

Die vergangene Nacht war sternenklar. Wir saßen auf dem Balkon, quatschten, tranken einen leckeren Hagnauer Spätburgunder und genossen die laue Mainacht. Holger glaubte eine Sternschnuppe gesehen zu haben und Agnes erwähnte beiläufig: „Eine Träne des Laurentius.“

Ich hörte zum ersten Mal davon. Am Morgen, als ich wach wurde, musste ich an diese Situation denken. Ich dachte an die dunkle Nacht, die Sterne, die Schnuppe, an das „schnell einen Wunsch äußern“, an das ganze romantische Drumherum. Vor meinen Augen entstand ein Bild, das ich zu gern malen möchte.

Später recherchierte ich zu diesem mir bisher unbekannten Laurentius. Hier hinter diesem Link könnt Ihr selbst die Geschichte zu ihm lesen. Ich weiß, dass ich die Sternschnuppen, insbesondere in der Zeit vom 10. bis 14. August, ab nun mit dem Hintergrundwissen dieses heiligen Laurentius mit ganz anderen Augen sehen werde.

Als Laurentius hingerichtet wurde, fielen unendlich viele Sternschnuppen vom Himmel, so sagt man. Die Laurentius-Tränen.

Wir wünschen uns etwas, wenn wir eine Sternschnuppe sehen. Man sagt, es gehe in Erfüllung. Woher kommt das? Ich konnte nichts Glaubhaftes bei meiner Recherche finden.

Es ist ein schöner romantischer Brauch und irgendwie schließt es den Kreis zu dem Guten, was Laurentius vor x-vielen Jahren tat.

Mal schauen, wie ich das Thema in Farbe umsetzen kann. Ich bin wirklich selbst neugierig.

Habt einen wunderbaren Maitag ☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Nachtaufnahme (Titelbild): Willy Holger Wagner

12 von 12 – Mai 2022

In einer Sache sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Es ist, wie es ist. Wir jagen in der Zeit. Oder wie die meisten es wohl sagen: Die Zeit verfliegt, sie fließt durch die Finger.

Was ist eigentlich Zeit? Eine Maßeinheit, eine physikalische Größe, ein philosophisches Irgendetwas. Für mich ist sie nicht greifbar. Diese „Zeit“ sitzt mir so manches Mal als ein kleiner bissiger Quälgeist auf den Schultern. Zeit kann antreiben. Sie kann jedoch auch hemmen, fast lähmen.

Ich denke an Dalis Uhren und weiß, dass wahrscheinlich die meisten Menschen ähnliche Gedanken in sich tragen. Weshalb sinniere ich so? Es ist wieder der Zwölfte eines Monats. Mein Kalender erinnert mich an den Bloggertag. Hatte ich nicht erst vor wenigen Tagen meine zwölf Bilder für den Monat Mai gebloggt?

Es sei, wie es ist. Hier also mein ganz normalter Tag am zwölften im Monat Mai:

Raus aus den Federn! – Auch wenn ich mich heute gern noch ein paar Minuten einkuscheln möchte.
Ich mag diese entspannenden Minuten am Morgen bei einer Tasse Kaffee. Ein paar Minuten gefesselt im Trocknungsprozess des Nagellacks. Eine Zeit in der ich nix, garnix anfassen kann 😄
Schnell noch die Gemüsesuppe vorbereiten, bevor ich das Haus verlasse.
Bevor ich wieder ins Auto stieg, fiel dieses Arrangement der Natur auf.  Ich konnte nicht widerstehen und hielt es in meinem Phone fest.
Hmmm 😋🍓🍓🍓

Das leidige Thema der Kaffee-Kapseln … Ich weiß das. Dennoch mag ich den Geschmack dieser besonders gern. Auf der Seite eines Gartenfachmarktes las ich, dass Kaffeesatz die Schnecken im Garten verjagen würde. Also pule ich diese Dinger aus und hoffe sehr, dass es die Weichtierchen aus den Hochbeeten verjagen wird. Ach, übrigens erfuhr ich von Permanent-Kapseln für meine Lieblingskaffeemaschine. Ich werde mich um diese aus Edelstahl produzierten bemühen und sie dann selbst mit frisch gemahlenem Kaffee befüllen. So wird die „gelbe Tonne“ etwas weniger Plastik zu fressen bekommen 😉

Tulpen begeistern mich. Ich weiß noch nicht, was ich mit diesen getrockneten Blüten anfangen werde. Noch ist es nur eine Laune. Mal schauen, was daraus wird.
Screenshot bei Wikipedia – Im letzten April erzählte ich von der Filmserie „In aller Freundschaft“. Diese sah ich mir als kleines Abendprogramm im Zeitraffer an. Es ist erstaunlich, wie sich das politisch-gesellschaftliche Narrativ über die letzten Jahre auch in einer solchen simplen Serie widerspigelt. Es wurde mir sehr bewusst, wie selbstverständlich in den wenigen Minuten einer Serie Woche für Woche, Stück für Stück nicht nur die Geschichte erzählt wird, sondern auch die Ziele der jeweils agierenden Politik gepflanzt werden. – Nun, jetzt habe ich mir eine andere alte Serie als Abendprogramm gewählt. Diese läuft seit 2005, „Sturm der Liebe„. Eine lange Zeit und ein spannender Zeitraffer für mich. Ich bin gespannt. – Sicher bin ich mir nicht, ob ich es überhaupt schaffen werde, diese vielen Teile komprimiert zu schauen. Es wird vorerst die letzte Serie sein, die ich verfolgen werde. Ihr werdet bestimmt lachen. Aber für mich ist es manches Mal eine anstrengende Bespaßungszeit und ich schalte es ab.

Nach dem Ausräumen meines Autos bei Wolfgang Hirschberger. Dreißig Grad, pure Sonne, der erste heiße Tag in diesem Jahr. Ich bin etwas müde, etwas erschöpft.

Der zwölfte Mai 2022 ist Geschichte.

Im Juni gibt es wieder einen zwölften. Genießt die Zeit!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Glücks-Kätz – Nummer Eins

Es wurde wirklich Zeit! Einige von Euch fragten bereits. Jetzt habe ich das erste Glücks-Kätz in meine Online-Shops gegeben. Ende Dezember letzten Jahres stellte ich das erste „Glücks-Kätz“ meiner neuen Serie fertig. In diesem Beitrag hier erzählte ich bereits davon. 

Das, was noch fehlte, war ein Name für das erste Bild in meiner neuen Serie und so stellte ich die Frage kurzentschlossen in den Sozialen Medien. Die Entscheidung ist gefallen.

Glücks-Kätz Nummer Eins ist das „Kätz in love“. Vielen Dank, liebe Claudia Grüner. Dein Vorschlag fand die meiste Zustimmung. Du bist die Namenspatin.

Ihr möchtet ein Glücks-Kätz in Eurer Nähe? So holt Euch doch ganz einfach eins 😻 Klickt hier und wählt Euer Kätz zum günstigen Preis aus vielen Varianten.

… zum Beispiel als einen besonderen Druck
… oder eines der Accessoires
… wie wäre es mit einer Kuscheldecke?
… oder schickt ein Glücks-Kätz mit der Post zu einem lieben Menschen …  und noch so viel mehr findet Ihr in meinem Liebhaber-Shop

… und das Bild, das es nun tatsächlich nur ein einziges Mal gibt, also das Original, findet Ihr in meinem Shop für Unikate. Mit diesem Link gelangt Ihr direkt zu Eurem ganz besonderen und einmaligen „Kätz“-Bild.

In meinem Kopf ist bereits das „Glücks-Kätz“ Nummer Zwei entstanden. Mir kribbelt es in meinen Händen, sofort zu Pinsel und Farben zu greifen. Vielleicht werde ich heute doch noch die ersten Striche dafür tun … Ich werde Euch auf die Entstehungsreise mitnehmen. Seid gespannt 😉

Damit Du nichts verpasst, abonniere doch meinen Blog ganz einfach mit Deiner Emailadresse. Du bekommst dann automatisch die Information, wenn es etwas Neues in meinem Blog gibt. Den entsprechenden Button findest Du auf meiner Webseite hier. Bei den meisten wird er rechts neben diesem Beitrag angezeigt. Liest Du meinen Beitrag auf dem Smartphon, so wirst Du wahrscheinlich ein ganzes Stück nach unten scrollen müssen.

Aber jetzt wünsche ich viel Spaß beim Bummel durch meinen Shop. Ich selbst werde mir gleich eine neue Hülle für mein Smartphon Samsung gönnen. Besonders mag ich die robuste Hülle. Diese hat sich bei mir äußerst bewährt, erregt immer Aufmerksamkeit und ist total cool.

Sonnige Grüße aus dem Süden Deutschlands ☀️

herzlich, Eure Petra Kolossa.

12 von 12 – April 2022

Oh Mann! Zu früher Morgenstunde nervt mein geschäftliches Telefon. Das ist jetzt nicht wahr! Ich mag so zeitig keine Anrufe. –   „Ah, alles klar. Danke, dass Sie angerufen haben.“ Der vereinbarte Termin für zehn Uhr wurde abgesagt. Ich sitze am Schreibtisch, schlage meinen Kalender auf, um den Termin zu streichen. Nun gut, so werde ich bereits heute die Sache in Lindau erledigen und verschaffe mir für morgen etwas Freiraum. Ach je, heute ist der zwölfte. Das ist jetzt nicht wahr. „12 von 12!“, schießt es mir durch den Kopf. Also gut! Möge mich mein Smartphone durch den Tag begleiten. Hier kommen für Dich meine zwölf Bilder am zwölften des Monats 😄

Da liegt mein nächtlicher Störenfried und schläft seinen Schlaf der Gerechten. Flo 😻 Wenn mein Schlaf in der Nacht unterbrochen wird, bin ich am Morgen unleidlich 🙈
Ein kleines Frühstück fix am Küchentisch. Der Osterstrauch mit den Kirsch- und Apfelzweigen und den kleinen Vögeln aus dem Erzgebirge. Die ersten waren ein liebes Geschenk bereits in den Neunzigern. Später kamen bei Besuchen im Erzgebirge immer wieder ein paar hinzu. Hm, schon lange war ich nicht mehr dort, stelle ich gerade für mich fest.
Gleich bin ich in Lindau. Das ist mein liebster Blick, wenn ich in diese kleine Stadt hineinfahre. Mir geht dann immer das Herz auf. Der Bodensee zu Füßen der schneebedeckten Alpen.
Ein sonniger Tag, 22 Grad warm ☀️ Meinen Auftrag  habe ich erledigt und bin zurück auf dem Parkplatz. Der Winter ist vorbei. Hach, irgendwie ein schöner Tag.
Du darfst einfach in meine Einkaufstüte gucken. Das Geschäft lag auf dem Weg zum Parkplatz 😉
Mein praktisches Autobüro. Schnell ein paar Notizen und dann aber schnell nach Hause! Um 15 Uhr startet mein Webinar.
Alles klar! Jetzt weiß ich, weshalb sich alles sooooo lange hinzieht und meine Zeit frisst. Grrrrrrrr…
Ich habe es geschafft! Eine halbe Stunde vor der Zeit war ich zurück. Jetzt bin ich bis 19 Uhr in diesem Webinar, eine Projektschulung.
Ein paar überaus leckere Traktoren im Bauch haben meinen Süßhunger zwischendurch beruhigt. Ich mag diese Appetitsanfälle wirklich nicht.
Eine Vorbereitung für meinen kommenden Blogbeitrag. Das erste „Glücks-Kätz“ mit dem Namen „Kätz in love“ habe ich inzwischen meinem Shop übergeben. Unter anderem bekommst Du dort diese Kuscheldecke.
Kennst Du diese Serie? Seit 1998 gibt es „In aller Freundschaft“. Erst neulich erinnerte ich mich daran und gönne mir seit dem am Abend diesen Betthüpfer auf YouTube. – Eigentlich widerspiegelt es das Gesundheitssystems von heute. Nichts hat sich geändert. Es geht immer ums Geld, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Krankenhaus im marktorientierten Geschäft von Pharma und Pokitik. Was mich in dieser Serie gefangen hält, ist die ostdeutsche freundschaftlich warme Mentalität, die außerordentlich gut aufgefangen wird. – fünf von fünf ⭐⭐⭐⭐⭐ von mir.

Mit diesem Bild aus Lindau verabschiede ich mich vom 12. April 2022. Ich bin gespannt, was ein ganz normaler  12. Mai in sich tragen wird.

Herzlich, mit sonnigen Grüßen, Eure Petra Kolossa.