Holunderblüten – Konfitüre

Holunderblüten in einer Konfitüre zu verarbeiten ist vielleicht nicht das Gewöhnlichste. Die meisten haben das noch nie probiert und viele haben davon noch nichts gehört. Dabei ist es sehr, sehr lecker und es ist ruck-zuck zubereitet.

Ich wurde um das Rezept gebeten und dachte, es ist sicher auch für Dich interessant.

Denn die Holunderblüten stehen zur Zeit in voller Pracht. Der Duft ist so verführerisch, dass man den gern mit den Blüten nach Hause trägt.

Was brauchst Du dazu? Du wirst staunen. Nicht viel. Für diese sieben Gläschen habe ich folgendes verwendet:

  • 700 g reife Äpfel
  • 100 g Holunderblüten (das sind etwa 10 Blütendolden)
  • 400 g Gelierzucker 2:1

Es passen auch Pfirsiche sehr gut. Erdbeeren wachsen zur gleichen Zeit. Es könnte sein dass es zusammenpasst. Ich probierte es noch nicht aus und bin mir wirklich nicht sicher, ob diese Kombination ideal ist. Vielleicht kann mir einer von Euch über ein solches Experiment berichten. 

Und so wird es gemacht: Die Blüten gründlich waschen und von den Stielen abzupfen. Dann die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Äpfel in eine Schüssel (mit Deckel) geben und die Holunderblüten darüber streuen. Den Gelierzucker abwiegen, dazugeben und unterrühren. Mit dem Deckel die Schüssel schließen und eine Stunden ziehen lassen.

Wenn Ihr nach einer Stunde den Deckel abnehmt, werdet Ihr von einem umwerfenden Duft empfangen. Der Zucker hat sich zu einem Sirup verwandelt.

Und so geht es weiter: Alles gut umrühren und in einen Topf geben. Die Masse erhitzen, bis es kocht. Ungefähr zwei oder drei Minuten köcheln lassen und den Herd ausschalten. Noch unter geschlossenem Deckel zwei oder drei Minuten ziehen lassen. Ihr kennt das bereits aus meinen anderen Rezepten. Lasst bitte nichts stundenlang totkochen. Unter dem Deckel garen die Früchte zu Ende. Äpfel brauchen nicht lange. Nehmt nun einen Stampfer und drückt das gegarte Obst in eine gefällige Konsistenz. Ich mag die Konfitüre etwas stückig. Nun noch einmal kurz aufkochen, sofort Herd ausschalten und alles in die ausgespülten Gläschen füllen.

Dazu noch ein Tipp. Ich befülle das Glas, wische mit einem Küchentuch den Rand trocken, drehe sofort den Deckel darauf und stelle das Glas kopfüber. Erst wenn es komplett ausgekühlt ist, drehe ich es um. Es entsteht ein Vakuum im Glas, das es absolut dicht verschließt.

Eine Portion gebe ich immer in ein dekoratives Glas zum sofortigen Naschen. Damit beim Einfüllen die Hitze das Glas nicht auseinanderspringen lässt, lege ich einen Edelsthahllöffel in das Glas. So wird die Wärme vom Boden nach außen geleitet. Und nix geht kaputt.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Ausprobieren. Und erzählt mir von Euren Experimenten. Ich bin ganz neugierig.

Jetzt ein Stück Baguett, lekere frisch gezauberte Konfitüre und einen Kaffee …

Euch gefällt meine Tasse? Sie ist ein Design aus meiner „Caligari“-Serie. Schaut einfach —->>> hier

Herzlich,

Eure Petra Kolossa.

Ein kleiner Nachtrag: Zwei Tage später zauberte ich noch einmal diese Konfitüre. Dieses Mal verwendete ich Pfirsiche. Um den Kontrast zu den weißen kleinen Blüten zu erhöhen, habe ich hier und da einen klitzekleinen roten Rest der Pfirsichschale gelassen.

Alma, das alte Ding – Ende –

„Hach, wer hätte das gedacht! Du erinnerst dich also wieder.“, murmelt Alma. „Mein schöner Bauch war ruiniert!“ und etwas wehmütig erhärtet sie: „Bis heute.“


„Sage das nicht, Vater hat dich mit einem Holzklötzchen schön ausgebeult damals. Ist doch fast nix mehr zu sehen davon.“, tröste ich die Blechkanne und komme mir ziemlich blöd dabei vor.


„Dein Fury haben deine Eltern ja nur über die Wintermonate weggesperrt. Aber mich habt ihr bis heute achtlos in irgendeinem Schub verkramt.“, brubbelt Alma vorwurfsvoll.

Ja, das stimmt. Irgendwie war Alma nicht mehr schick. Einfach nur ein verbeultes altes Ding. Aber wegwerfen wollte sie keiner. So, wie das nach dem Krieg in den Köpfen verankert war. Schließlich war das Teil noch funktionstüchtig, irgendwie noch gut. Nur eben etwas hässlich.

Aber bald kamen die ersten wirklich großartigen Plastikmilchkannen auf. Vater brachte eine mit. Eine hellgrüne mit einem weißen Deckel zum reindrücken.
Wenn die Kanne mit Milch gefüllt war, musste man schön aufpassen. Der Henkel dehnte sich, der Körper der Kanne verformte sich, der Deckel schnipste von der Öffnung. Aber keiner von uns kam auf die Idee, diese moderne, jedoch für diesen Zweck völlig ungeeignete Kanne gegen die alte verbeulte, aber stabile, zu tauschen.

Nicht viel später erübrigte sich das Thema. Denn wir konnten die Milch im Laden in Flaschen kaufen. Das Milchauto kam nicht mehr, nur noch der Eismann mit den gefrorenen Wasserblöcken für den Eisschrank. Die einst neue Milchkanne aus dem weichen Kunststoff wurde hin- und hergeräumt, für nutzlos erklärt und weggeworfen. Von Alma konnte sich keiner trennen. Alma war schon immer in diesem Haushalt und blieb auch da.

Es klingelt an der Tür. Ich lege das Geschirrtuch beiseite und stelle die Kanne auf dem Tisch ab.

„Oh Resi! Welch eine Überraschung!“, begrüße ich meine Freundin.
„Ich war in deiner Nähe und dachte mir, ich klingele einfach bei dir.“ Sie hält einen großen bunten Strauß Tulpen in der Hand. „Schau, die sind für dich. Ich weiß, dass du Tulpen so sehr liebst.“
Ich nehme den wunderschönen Strauß und schnuppere daran. Tulpen haben nur einen zarten, kaum wahrnehmbaren Duft.
„Lass uns in die Küche gehen Resi. Ich mache einen Kaffee.“

„Ohhhh wow! Was hast du denn hier?!“, ruft sie begeistert und nimmt die Blechkanne bewundernd in ihre Hände.
„Ach, du meinst die alte Milchkanne?“
„Jaaaa! Das ist ein Schätzchen. Ein absolutes Deko-Objekt! Weißt du, dass die Dinger inzwischen richtig teuer sind? Wo hast du die her?“

Ich muss lächeln und sage ihr, dass das alte Ding schon immer bei uns ist. Sie muss schon während der Kriegszeit bei uns eingezogen sein.
Resi nimmt die Tulpen aus meinen Händen. Lässt Wasser in die Blechkanne, und stellt die Blumen hinein. Sie ordnet diese liebevoll und stellt die nun dekorative Vase auf den Küchentisch.

„Na endlich hat jemand begriffen, wie schön ich bin!“, meldet sich Alma und ich kann hören, wie erleichtert und glücklich sie ist.
„Du hast recht. Du siehst mit dieser Blütenpracht fantastisch aus. Ich werde dich mit etwas Farbe wunderschön machen.“, antworte ich ihr.

„Wie meinst du das, du wirst mich mit etwas Farbe wunderschön machen?“, fragt mich Resi.
„Nicht dich, Resi! Alma natürlich.“, sage ich.
„Ähhhm, wer ist Alma?“ …

◇ Das ist nun das Ende unserer ersten Ping-Pong-Story.

Ich bedanke mich herzlich bei Alfons. Es war mir ein Vergnügen, mit Dir die „Lebensgeschichte“ einer alten Milchkanne zu spinnen.

Ihr hattet Spaß beim Lesen? Ihr möchtet wieder einmal eine Ping-Pong-Story?

Schreibt uns einfach unten im Kommentarfeld. Wir freuen uns riesig über Euer Feedback.

Bild: „Alma II“, 2020, Petra Kolossa, Aquarell auf Karton, 21 x 29 cm

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Alma, das alte Ding – Teil II

Oh, da hat Alma mich an einem wunden Punkt getroffen. Ich zermarterte mir mein Hirn, kam aber im Moment einfach nicht drauf, woher diese Delle in Almas Bauch stammt. Während ich sie ausspülte, redete ich unentwegt mit ihr und hoffte, dass auf diese Weise die Erinnerung an die ferne Vergangenheit in meinen Kopf zurückkehren würde.

„Weißt du, du heißt nicht Alma, weil du mir gesagt hast, dass du Alma heißt, sondern weil ich dich so genannt habe. Ich fand damals, dass Alma irgendwas mit Milch zu tun hat. Und du warst in erster Linie eine Milchkanne, auch wenn wir dich zeitweise zum Blaubeeren sammeln benutzt haben. Ich fand, der Name passte zu dir.“

Ich merkte, dass es funktionierte, dass mein Dialog mit einer Milchkanne meine Phantasie beflügelte und mir die Erinnerung zurückbrachte. Ich war ein Kind mit einer äußerst lebhaften Phantasie. Vielleicht habe ich mich deswegen der Kunst zugewandt, weil diese die einzig halbwegs gesellschaftsfähige Möglichkeit darstellt, in der heutigen Zeit die kindliche Phantasie ins Erwachsenenalter hinüber zu retten, ohne gleich als realitätsfremder Träumer oder verrückter Spinner abgestempelt zu werden.

Als Kind mit derart beflügeltem Geist war es für mich normal, Dingen Namen zu geben. Mein Fahrrad nannte ich Fury, weil es in meiner Phantasie mein Pferd war. Den weißen Opel A-Kadett meines Vaters nannte ich Beppo, weil ich fand, dass dieses Auto mit seinen quadratischen Scheinwerfern große Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Beppo Brem hatte. So kannte man das Auto meines Vaters jahrzehntelang in unserem Bekanntenkreis nur unter dem Namen Beppo.

Die Erinnerung kam nun mit aller Macht und Herrlichkeit zurück, und ich begann, Alma die Geschichte erneut zu erzählen, so, als wäre sie nicht dabei gewesen. Eben so, als wäre sie lediglich eine Blechkanne, die über keinerlei Erinnerungsvermögen verfügt.

Als Kind wohnte ich in einem Dorf, in dem es nur einen kleinen, sogenannten „Tante-Emma-Laden“ gab. Man konnte dort zwar so ziemlich alles kaufen, was man damals brauchte, (das war wesentlich weniger als das, was man heute alles meint, zu benötigen), allerdings führte der Laden keine Milch, und zwar aus dem einfachen Grund, weil regelmäßig das Milchauto zu uns ins Dorf kam und wir dort beim Milchmann unser weißes Flüssiggold kaufen konnten. Auch wenn der einstige Zaubertrank mittlerweile zum tödlichen Gift erklärt wurde, damals war man der Meinung, Kinder würden ohne Milch nicht richtig wachsen. Ich trank davon viel und gerne. Sie verlieh mir zwar keine übermenschlichen Kräfte, brachte mich allerdings auch nicht um, was wohl beweist, dass die Wahrheit meist irgendwo zwischen zwei extremen Thesen liegt.

Jedenfalls war es für gewöhnlich meine Aufgabe, zum Milchmann zu gehen und Alma bei ihm füllen zu lassen. Meist ritt ich da mit Fury hin (das heißt konkret, ich fuhr mit meinem Fahrrad), was meine Mutter besonders im Winter nicht gern sah, weil es ihrer Meinung nach zu gefährlich war.

So machte ich es auch an diesem einen Wintertag. Ein Winter verdiente zur damaligen Zeit diese Bezeichnung auch noch wirklich, es war in diesem Jahr bereits seit Wochen empfindlich kalt und es lag eine geschlossene Schneedecke, die auch die Straße bedeckte. Ich war mit Fury beim Milchmann und hatte Alma bei ihm füllen lassen, als ich auf dem Heimweg plötzlich von einem großen Appetit auf einen kräftigen Schluck Milch heimgesucht wurde. Also führte ich die lautstark protestierende Alma langsam zu meinem Mund. „Was tust du da, deine Mutter wird dir dafür den Marsch blasen“, hörte ich Alma zetern. „Keine Angst, ich habe mir bereits eine Ausrede zurechtgelegt“, antwortete ich meiner besorgten Milchkanne, während ich fast die Hälfte der Milch in kräftigen Schlucken trank.

Als ich heimkam, blieb die von meiner Mutter zu erwartende Frage natürlich nicht aus:

„Warum ist die Kanne nur halb voll?

„Fury hat mich abgeworfen“, gab ich ihr zur Antwort ‚während ich versuchte, mir ein paar Krokodilstränen aus den Augen zu drücken.

„Hey, ich bin kein Mitglied eurer Rasselbande“, erwiderte meine Mutter, „ich verstehe eure Geheimsprache nicht. Also, erkläre mir verständlich, was passiert ist.“

„Ich bin mit dem Fahrrad gestürzt“, sagte ich weinerlich, und während ich mir meinen Ellbogen rieb, klappte es auch mit den Krokodilstränen. „Na, ich sage dir doch nicht umsonst immer wieder, du sollst im Winter nicht mit dem Fahrrad fahren. Das ist viel zu gefährlich, noch mit der Milchkanne am Lenker.“

Meine Mutter leerte den Rest der Milch, der sich noch in Almas Bauch befand, in einen kleineren Kochtopf.  „Wenn ihr heute Mittag Schokoladenpudding essen wollt, wird die Milch nicht reichen“, murmelte sie vor solch hin. Dann kramte sie in der Tasche ihrer Kittelschürze (in dieser Zeit wohl die Uniform der Hausfrauen) bis sie ein paar Zehnpfennigstücke gefunden hatte, die sie mir dann gab, gemeinsam mit der Aufforderung, noch einmal zum Milchmann zu gehen und die Kanne erneut füllen zu lassen. Also rannte ich hinaus und schnappte mein Fahrrad.

„Komm schon, Fury, ich brauche dich, sonst ist der Milchmann weg, bis ich ankomme“.

Der Milchmann war noch da, und als ich Alma erneut hatte füllen lassen, hängte ich sie an den Lenker des Fahrrads und fuhr los, den Berg hinunter Richtung Heimat. Ich hatte das Sprichwort „Kleine Sünden straft der Herr sofort“ schon des Öfteren gehört. Gerade, als ich mich fragte, wieso mir das gerade jetzt einfiel, spürte ich, wie mein Vorderrad auf der schneeglatten Straße in der Kurve wegrutschte. Dann ging alles viel zu schnell, ich spürte nur noch einen dumpfen Schlag und hörte ein metallisches Scheppern. Als ich realisierte, dass ich auf der Straße lag, hob ich leicht benommen meinen Kopf und sah, dass unsere Nachbarin, die meinen Stunt wohl beobachtet hatte, aufgeregt die Straße herauf gerannt kam.

„Um Gottes Willen, was ist passiert?“, fragte sie besorgt und begann damit, mir auf die Beine zu helfen.

„Fury hat mich abgeworfen“, antwortete ich resignierend, während ich vom Boden unten, wo ich grad eben selber noch lag, ein leises, schmerzerfülltes Wimmern zu hören glaubte. Vorsichtig blickte ich hinunter und sah, wie Milch aus Almas Bauch floss und sich auf der kalten Straße verteilte, so, als wäre es ihr Blut. Alma selbst lag eingeklemmt unter dem Lenker meines Fahrrads, der eine durchaus erwähnenswerte Delle in ihren blechernen Bauch gedrückt hatte.

◇ Hier endet der zweite Teil der Geschichte. Morgen werdet Ihr das Ende lesen, das Petra Kolossa für Euch geschrieben hat.

Mir hat es voll Spaß gemacht, an dieser Ping-Pong-Story zu schreiben. Ich freue mich, wenn Ihr unten im Kommentarfeld Euer Feedback hinerlasst.

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Herzliche Grüße,

Euer Alfons

Alma, das alte Ding

Erste wärmende Sonnenstrahlen in diesem März verkünden das Ende des Winters. Ein Winter, der keiner war. Nun gut, ein wenig kühl, jedoch kein Schnee, keine Eiszapfen und all dem, was eigentlich dazu gehört. Es ist der zweitwärmste Winter seit der Wetteraufzeichnung, wird in den Medien verkündet. Seit 139 Jahren also, das ist nicht lange, denke ich.

Das Gefühl des nahenden Frühling drängt mich, etwas aufzuräumen, Luft zu schaffen für das Frische, für das Neue. Ich ziehe den großen Schub des Küchenschrankes auf. Um es zu säubern entnehme ich die hohen Gefäße und stelle sie beiseite. Ach je, die alte Blechkanne, denke und streichele die Delle in ihrem dicken Bauch. Der Deckel sitzt ein wenig verklemmt auf dem Hals, als ich den abziehe. Mein Gott, das alte Aluminiumding ist immer noch da.

Ich erinnere mich, wie ich mit dieser Kanne zum Milchauto gegangen bin. Der Milchmann nahm sein Maß und füllte den weißen Trunk in diese Kanne. Er bekam seine  Pfennige und ich schlenkerte die Kanne nach Hause.

Mein Daumen streichelt noch immer unbewusst diese Delle. Die war schon damals in der Kanne. Wie ist die dort hingekommen? Ich habe keine Ahnung. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, als ich bemerke, dass mein linker Daumen schwarz gerieben ist.

Ich denke, dass es Zeit ist, das Teil zu entsorgen. Es findet in der heutigen Zeit keine Verwendung mehr.

„Höre auf, den kleinsten Gedanken daran zu verschwenden!“, werde ich angezischt.
Ich schreie erschrocken auf und das Blechding fällt scheppernd zu Boden.
„Mein Gott! Hab‘ dich nicht so!“, schnarrt es nun vom Boden.
Ich haue mir abwechselnd links und rechts auf meine Backen. Ich habe Halluzinationen, denke ich.
„Kneife dich in den Arm. Dann wirst du bemerken, dass du in Ordnung bist.“, kommt es wieder vom Boden. Ich starre das silbergraue Ding an. „Na, mach schon!“, meldet es sich wieder. Und ich bin so blöd und tue es. „Autsch. Das ist alles nicht wahr!“, quieke ich.
„Hebe mich auf! Und denke nie wieder an entsorgen!“, werde ich angewiesen.
Ich bücke mich, hebe diese Kanne mit spitzen Fingern auf und murmele vor mich hin, dass das alles nicht wahr ist, dass ich anfange verrückt zu werden, dass das schließlich bei manchen Leuten zeitig anfangen kann. Shit, ich gehöre wohl dazu und so weiter. Kurzentschlossen schmeiße ich das Ding in den Karton für den Wertstoffhof.

„Höre auf mit dem Mist! Nimm mich sofort hier raus!“, befiehlt die Kanne.
„Was bist du für ein Ding?“, wispere ich und stelle es auf den Tisch.
„Na geht doch!“, meldet sich die Kanne hörbar zufrieden und ergänzt: „Alma.“
„Was Alma?“, frage ich.
„Ich bin Alma. Ganz einfach!“

„Kannst du dich nicht mehr erinnern, wie du mit meinem hübschen Deckel Blaubeeren sammeln gegangen bist?“, fragt mich Alma.
Mein Gott, jetzt personifiziere ich das Teil. Unglaublich!
„Ja, na klar erinnere ich mich.“

Meine Omi sammelte Anfang der Sechziger im Sommer immer Blaubeeren für die Bäckerei. Daraus wurde leckerer Kuchen gebacken. Es war ein kleiner Zuverdienst zum schmalen Budget. Ich bekam den Deckel, um die Beeren hinein zu sammeln. Omi füllte den Bauch der Blechkanne.

„Alma“, VI-2020, Petra Kolossa, 30 x 30 cm, Acryl auf Leinwand, Spachtelarbeit

„Siehst du. Wir haben doch eine Menge Gemeinsamkeiten. Jetzt spüle mich aus. Ich habe das Gefühl gleich niesen zu müssen!“
„Alma!!!“ schreie ich.
„Jo, was geht?“
„Gib mir keine Befehle!“
„Rede nicht rum, mach schon! Der Staub kitzelt mich.“
„Wenn du nicht gleich die Klappe hältst, sorge ich für eine zweite Delle auf deinem Bauch!“, fluche ich.

„Du weißt nicht woher der erste Schlag auf meinen Bauch gekommen ist und willst mir einen weiteren verpassen, tst, tst, tst.“, meldet sich Alma.

◇ Das war der erste Teil zu „Alma“. Lasst Euch überraschen. Morgen kommt der zweite Teil, den Alfons Müller für Euch geschrieben hat.

Wenn Ihr so viel Spaß beim Lesen hattet, wie ich beim Schreiben, freue ich mich sehr über Euer Feedback im Kommentarfeld. – Ok, wenn nicht, natürlich auch 😉

Wir sehen uns morgen.

Herzlich,

Eure Petra Kolossa.

… und sonst so?

Einen herzlichen Gruß zu Euch allen. Ich weiß, dass ich meine lieben Leser etwas länger warten ließ. Aber es hat sich im Hintergrund so Einiges getan und Ihr dürft Euch auf viel Lesevergnügen freuen.

Zum einen ist mein aktuelles Buch „Blog.Geschichten“ seit dem letzten Wochenende im Verlag und wartet darauf, in den Druck zu gehen. Es wird in physischer, wie auch in digitaler Form zu haben sein. Hach ja. Ich freue mich, dass es nun endlich fertig ist.

Und es wäre nicht so toll geworden, hätte ich nicht die riesengroße Unterstützung von meinen Erstlesern bekommen. Dieses facettenreiche Team, das ich an meiner Seite hatte, ist unschlagbar. Wirklich. Ich war begeistert zu erleben, wie ich aus den verschiedenen Sichtweisen und Emotionen betrachtet, den Texten den letzten Schliff geben konnte.

Auf diesem Wege lasst Euch herzlich drücken: Isabel Kolossa, Petra Nickel, Evelyn Störk, Willy Holger Wagner, Dirk „Tilo“ Schrader. – Und für die Buchcovergestaltung: Willy Holger Wagner.

Das Buchcover noch in der Entwicklung

Für das Cover dieser Buch-Serie – jaaaa, es wird eine Buchreihe – wählte ich Bildausschnitte aus meinen Kunstwerken der Werkgruppe „zerlesen“. Die einzelnen Geschichten in diesem Buch ergeben ein zusammengesetztes Ganzes und somit eine Symbiose zu diesen Werken.

Was gibt es noch zu erzählen? Ich entwarf fünf neue Designs in meinem Shop. Darüber erzähle ich Euch in den nächsten Tagen. Ihr könnt Euch freuen. Es sind wirklich stylische Produkte entstanden.

Aber schauen wir nicht so weit in die Zukunft.

Was gibt es morgen? Ich möchte Euch nicht auf die Folter spannen.

Mit Alfons Müller, Ihr konntet bereits zwei Beiträge von ihm lesen, schrieb ich eine Ping-Pong-Geschichte. Das heißt, ich schrieb den Beginn der Story, Alfons den Mittelteil und ich wiederum das Ende. Hach, das hat richtig Spaß gemacht. Also seid gespannt. Morgen zum Freitagabend dürft Ihr hier den ersten Teil zu „Alma“ lesen, am Samstag den zweiten und am Sonntag das Ende der Geschichte.

Und wir freuen uns natürlich schon heute riesig auf Euer Feedback. Also lasst uns Eure Gedanken hier im Kommentarfeld wissen.

Euch allen einen wunderbaren Donnerstag. Und denen, die heute Feiertag haben, einen schönen freien Tag.

Wir sehen uns morgen 🤗

Herzlich,

Eure Petra Klossa.

Nuels Geständnisse: Wie ich über einen Herzschmerz hinwegkam und mich in 10 Schritten neu erstellte

Diesen Beitrag habe ich für Euch aus dem Englisch ins Deutsch übersetzt. Viel Spaß beim Lesen. Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Foto: Astrid Gast

Liebe ist nichts für mich. Oder vielleicht sollte ich sagen, dass Beziehungen nichts für mich sind.

Wirklich, ich glaube nicht, dass jeder für Beziehungen geeignet ist. Das letzte Mal, als ich über Liebe sprach, ging es um meinen gescheiterten Beziehungsversuch. Ich verliebte mich jedoch schließlich, hatte aber mein Herz gebrochen. Und heute werde ich über meine Herzschmerz-Erfahrung sprechen.

Und hier ist meine Geschichte:

Marjorie (Name geändert) und ich waren seit zwei Jahren zusammen. Die Leute sagen: „Sei mit jemandem zusammen, der dich ergänzt“, aber ich glaube nicht an diese Philosophie. Ich denke, die Leute sollten mit jemandem zusammen sein, der einzigartig ist. Wenn Du beispielsweise eine sehr emotionale Person bist, solltest Du mit jemandem zusammen sein, der auch sehr emotional ist. Andernfalls fühlst Du Dich in der Beziehung betrogen. Wenn Du nerdig bist, entscheide Dich nicht nur für Schönheit. Gehe mit jemanden, der Wissen liebt, sonst werdet Ihr beide gelangweilt von widersprüchlichen (Diskussions-) Interessen sein.

Jetzt zurück zur Geschichte:

Marjorie war wie ich. Hinzu kam, dass sie sehr ansprechende körperliche Merkmale, ein Lächeln und eine Stimme hatte, die sogar Joseph Stalins Herz zum Schmelzen gebracht hätte. Was mich dazu brachte, sie umso mehr zu lieben. Ich sah meine ideale Frau in ihr. Wir hatten bereits vor, zu heiraten, bis dies geschah.

An einem schönen Samstagmorgen haben wir zusammen gekocht. Eigentlich kochte sie, während ich hinter ihr stand, sie an den Hüften hielt und all ihre Gesichtszüge mit meinen Händen erkundete. Als Mann mit schlechten kulinarischen Fähigkeiten war das die beste körperliche Unterstützung, die ich ihr geben konnte. Und ich weiß, dass du das auch genoss.

An diesem Abend machten wir einen Spaziergang entlang der ruhigen und dunklen Straße. Ich fühlte mich wie im Paradies: Es gab keinen Ort, an dem ich lieber gewesen wäre. Als wir zurückkamen, sahen wir uns ‚The Great Gatsby‘ an, bevor wir ins Bett gingen. Als ich im Nachhinein zurückblickte, wurde mir klar, warum sie diesen Film ausgewählt hatte. Die Nacht war heiß. Unsere Chemie von den Charts angeheizt. Alles war einfach perfekt, bis zwei Tage später … Bam!

Sie schrieb: „Ich kann das nicht mehr.“ Ich rief sie unzählige Male an und alles, was ich bekam, war die sexy automatisierte Stimme des Anrufbeantworters. Ich war verwirrt und fragte mich immer wieder: „Was ist passiert? Was habe ich falsch gemacht? Habe ich etwas Verrücktes gesagt? Ich fand alles perfekt. Was, Was, Was? Das „Was“ schien nicht zu enden und die Antworten kamen nicht.

Ich sprach mit ein paar ihrer Freunde und sie sagten mir, sie sei aus der Stadt gezogen, und mir wurde die Realität klar. Ich sagte: ‚Oh mein Gott. Warum hat sie es mir nicht gesagt? ‚ Ich war körperlich, geistig und emotional ausgelaugt. Ich habe eine Weile gebraucht, um über sie hinwegzukommen, aber ich bin wieder glücklich und möchte mitteilen, wie ich mein gebrochenes Herz geheilt und mein Leben wieder normalisiert habe, wenn nicht sogar noch besser. Nummer 7 ist sehr wichtig.

Ich weinte

Das erste was ich tat war weinen. Ich weiß, dass Du sagen wirst: „Aber das ist impulsiv.“ Ja, das stimmt, aber viele Menschen versuchen, diese Gefühlsausbrüche zu unterdrücken. Weinen Männer? Ich weiß es nicht. Aber ich habe meine Augen ausgeweint und es hat mir gut getan. Darin fand ich große Erleichterung. Hier ist, was Weinen für Dich tut. Es hilft Dir, Deine Emotionen zu regulieren, sich zu beruhigen und Stress abzubauen.

Die Wissenschaft hat bewiesen, dass das Vergießen emotionaler Tränen Oxytocin (Liebeshormon) und Endorphine (Glückshormon) freisetzt. Diese helfen Dir, emotionale Schmerzen zu reduzieren. Also, wenn Du Dich schrecklich verletzt fühlst, gieße Dein Herz in Tränen aus, so wie ich es tat. Halte sie nicht zurück.

Ich drückte meine Gefühle aus

Ich war von allem müde. Das Leben wurde geschmacklos. Und als ich Frauen sah, sagte ich: „Grrr!“ Du kennst diese Art von Emotion, die Frauen dazu bringt, zu sagen: „Alle Männer sind gleich“, als hätten sie jeden Mann auf dem Planeten gedatet. Das gleiche habe ich auch gefühlt.

Es gab Zeiten, in denen ich schrie, schimpfte, Dinge herumwarf (ohne etwas zu zerbrechen) und ohne Grund wütend wurde. Männer sind auch emotionale Wesen, also wundern Sie sich nicht. Für manche Menschen kann es intensiver sein, und wenn Du den Drang dazu hast, fühle Dich bitte frei. Dieser Ausdruck von Emotionen ist gut für Deine geistige Gesundheit. Es befreit Dein Herz von emotionaler Belastung.

Wenn Du Deine Gefühle ausdrückst, kannst Du etwas Dampf ablassen, Dich ein wenig beruhigen und Stress abbauen: Du hast bereits Probleme, Dich mit der Realität Deiner zusammengebrochenen Beziehung auseinanderzusetzen, und möchtest nicht, dass Dein ganzes Leben damit zusammenbricht. Also stopfe Dich nicht damit voll. Setze einfach den Regen in Brand, wie es Adele getan hat.

Und fürs Protokoll: Nicht alle Männer sind gleich. Du kannst mich ausprobieren. *zwinker.

Ich habe mit einem Vertrauen gesprochen

Egal, ob Du wegen einer gescheiterten Beziehung trauerst, oder Dich wegen etwas anderem verletzt fühlst, Du brauchst einen Vertrauten, mit dem Du sprechen kannst. Jeder braucht jemanden, mit dem er sprechen kann: jemanden, mit dem Du Dich wohl fühlst, und vor allem jemanden, der Dir nur zuhört. In meinem Fall sprach ich mit meinem Freund, er war nicht der beste Zuhörer, aber er war gut dafür, meinen Mumpitz zu hören.

Kommunikation ist der Schlüssel in den frühen Phasen nach der Trennung. Sei nicht nur wütend und enttäuscht und sperre dich ein. Wenn Du mit einem Freund, einer Familie oder einem Berater über die Schmerzen sprichst, die Du durchmachst, kannst Du Dein schmerzendes Herz befreien und Deine Schultern entlasten.

Ich habe ein neues Hobby

Mit meiner Ex-Freundin zusammen zu sein, war mein Lieblingshobby. Und mein zweiter Favorit war das Chatten mit ihr. Du siehst, ich war von ihr umgeben, auch wenn sie nicht da war. Als sie ging, brauchte ich einen Ersatz (eigentlich zwei). Lesen und Schreiben spielten eine Rolle bei der Heilung meines verletzten Herzens und bei der Überwindung von Depressionen.

Warst du ein Bücherwurm oder liebst du das Malen? Hast Du gerne gesurft, Filme geschaut oder bist Du gern gereist? Hast Du das für deinen Ex geopfert? Jetzt ist wahrscheinlich die Zeit, zu Deiner alten Liebe zurückzukehren. Du kannst sie durch etwas ersetzen, das Du gerne getan hast. Wenn Du immer daran gedacht hast, etwas Neues auszuprobieren, nutze diese Gelegenheit.

Stürze Dich nicht in eine neue Beziehung

Es könnte verlockend sein, sich sofort mit einer anderen Person zu treffen, von der Sie sich angezogen fühlen: Sozusagen wieder mit jemandem zusammen zu sein, um eine schlechte Trennung zu überwinden. Nein! Es ist zu früh. Du brauchst eine Auszeit. Du wirst bald feststellen, dass Du das tust, um zu Deinem Ex zurückzukehren, und Du wirst Dich dabei schrecklich fühlen.

Ich habe relativ schnell versucht, mich mit ein paar anderen Damen zu treffen, aber es stellte sich heraus, dass ich mich selbs immer mehr verletzt habe. Der Sex war langweilig. Die Dates erinnerten mich nur an meine Ex. Ich wusste, dass ich noch nicht bereit war für eine neue Beziehung.

Lass diese Phase vergehen. Denke nach und Du wirst es merken, ob Du einen neuen Herzensbrecher brauchst, damit Du Dich besser fühlen wirst

Lesen Sie: Nuel’s Geständnisse: Liebe auf den ersten Blick Mythos entlarvt.

Beginne ein neues Projekt

Wenn Du sagst, dass Liebe blind mach, bedeutet dies nicht nur, dass Du die nicht so guten Eigenschaften Deines Liebhabers nicht bemerkt hast, sondern manchmal auch, dass Du manche wertschöpfende Aktivitäten und Gelegenheiten nicht genutzt hast, die für Dich von großem Nutzen sein könnten. Starte ein neues Projekt. Kaufe einen neuen Kurs. Erwirb eine neue Fähigkeit. Lerne etwas Neues oder arbeite ehrenamtlich. Wie gesagt, ich fing an zu schreiben.

Viele Menschen haben Herzschmerz erlebt und basierend auf ihren Erfahrungen großartige Romane, Lieder oder Gedichte geschrieben. Nutze Deine einstige Romantik-Erfahrung oder Deine aktuellen Verletzungsgefühle. Ich persönlich denke, Adele hat einige wirklich herzzerreißende Trennungen durchgemacht, und die kraftvollen und emotionalen Songs, die wir von ihr genießen, sind ihre Erfahrungen.

Denke über Deine jüngsten Erfahrungen nach

Während ich gezwungen wurde zu sagen, dass meine Ex tief im Inneren eine blöde Kuh war, weiß ich, dass sie keine schreckliche Person war. Vielleicht war ich das Problem. Niemand möchte Verantwortung für eine gescheiterte Beziehung übernehmen, aber brutal ehrlich zu sich selbst zu sein, kann Dir viel Gutes tun.

Schau nach innen und denke nach. Manchmal hilft es, sich selbst mit den Augen anderer zu betrachten. Versuche, die Perspektive anderer Menschen auf Dein Verhalten zu lenken. Vielleicht hat Dein Ex es satt, sich mit Deinen Exzessen abzufinden: Das heißt nicht, dass Du eine schreckliche Person bist. Du musst nur einige notwendige Änderungen vornehmen. Versuche, einige toxische Verhaltensweisen zu regulieren.

Während es Verhaltensweisen gibt, die in unsere DNAs eingeprägt sind, gibt es einige, an denen wir arbeiten können. Sie sind vielleicht hitzig, stolz, ein Perfektionist oder zu anhänglich oder fordernd. Dies ist die Zeit, um die beste Version von Dir zu erstellen. Das Lernen, diese einzudämmen, könnte der Silberstreifen des Herzschmerzes sein.

Gehe nicht über die gescheiterte Beziehung hinweg. Erstelle stattdessen ein neues Du, auf das Du stolz sein wirst.

Nimm Dir Zeit für alles

Vielleicht ist ein Urlaub oder eine Veränderung der Umgebung das, was Du brauchst, um wieder gesund zu werden. Wenn Du Dich an einem Ort ohne Ablenkungen befindest, kannst Du Dich auf Dein Leben und Dein nächste Vorgehen konzentrieren.

Neue Gesichter zu sehen und sich mit einer neuen Aura zu umgeben, ist auch für Deinen Geist gesund. Wenn Du Dir keinen Urlaub leisten kannst, kann das Entspannen im Park oder an einem Ort, an dem Du in engem Kontakt mit der Natur stehst, Deinen Geist von diesen deprimierenden Gedanken und Emotionen entgiften.

Verbringe mehr Zeit mit Freunden

Dein Herz ist gebrochen. Du hasst jedes andere Mitglied des anderen Geschlechts und Du möchtest Dich nur noch schmollend oder betäubend ins Bett verkriechen. Aber wird das helfen? Das glaube ich nicht.

Allein zu sein ist gut, aber je mehr Zeit Du alleine verbringst, desto länger wird es dauern, Dich von dieser früheren verletzenden Erfahrung zu lösen. Es ist Zeit weiterzugehen. Mit Freunden abzuhängen. Denke an Verabredungen und Kurzurlaube mit Deinen Freunden, zögere nicht. Mit Freunden zu trinken ist besser, als einsam betrunken zu sein.

Stelle neue Verbindungen her

Sozialisieren. Treten Sie Facebook-Gruppen bei: Damit meine ich keine Herzschmerzgruppen. Ich meine Gruppen mit Themen Deiner neuen Interessen. Persönlich mag ich WhatsApp-Gruppen nicht, aber sie könnten gut für Dich sein, da Du möglicherweise Updates zu Themen erhältst, die Dich interessieren.

Und wenn Du nicht auf LinkedIn bist, solltest Du dort ein Konto einrichten. Du kannst Dich dort mit Fachleuten in Verbindung setzen, die mehr über Deine neuen Fähigkeiten, Dein neues Projekt oder Dein neues Interesse wissen. Dort zu sein könnte auch ein Sprungbrett für einen neuen Job oder eine neue Geschäftsmöglichkeit sein.

Und verbinden Sie sich mit mir auf LinkedIn. Ich würde mich freuen, Sie kennenzulernen.

Abschließend:

Dein Fall ist möglicherweise keine Beziehung. Es könnte die eine oder andere Form der Enttäuschung sein oder Du könntest mit Depressionen kämpfen. Das Anwenden aller oder einiger dieser Punkte kann Deinen Heilungs- und Genesungsprozess erleichtern. Ich rate Dir auch, heute mit jemandem zu sprechen.

Vielleicht finden Sie auch meinen Artikel über das Auffinden Ihres Zwecks aufschlussreich

Erzähle von Deiner Geschichte, wie Du nach einer herzzerreißenden Situation oder Depression weitergegangen bist. Wir würden gerne lernen. Lasse mich auch Deine Einwände und Vorschläge im Kommentarbereich wissen.

Und vergiss nicht, Dich anzumelden, damit Du keinen unserer kommenden Beiträge verpasst. Wir haben tolle Beiträge für Dich. Sei auf der Hut.

Yours Nuelzy-pen

Nuel’s Confessions: How I Got Over A Heartbreak And Recreated Myself In 10 Steps

Foto: Astrid Gast –

Love is not for me. Or maybe I should say relationships are not for me.

Really, I don’t think everyone is cut out for relationships. The last time I talked about love, it was about my failed relationship attempt. However, I finally fell in love but had my heart broken. And today, I’m going to talk about my heartbreak experience.

Here’s my story;

Marjorie (not real name) and I had been dating for 2 years. People say, „Be with someone that complements you,“ but I don’t believe in that philosophy. I think people should be with someone that’s one of their kind. For example, if you’re a very emotional person, be with someone that’s also very emotional else you’ll feel cheated in the relationship. If you’re nerdy, don’t just go for beauty. Go for someone who loves knowledge, else both of you will bet bored with conflicting (discussion) interests.

Now, back to the story.

Marjorie was my kind. Added to that, she had very appealing physical features and a smile and voice that can melt even Joseph Stalin’s heart: which made me love her all the more. I saw my ideal wife in her. We were already planning to get married until this happened. Read on.

On a beautiful Saturday morning, we cooked together. Actually, she cooked while I stood behind her, holding her by the hips and exploring all her features with my hands. As a guy with poor culinary skills, that was the best physical support I could give her. And I know you do that, too.

That evening, we took a walk along the quiet and dark street. I felt like I was in paradise: there was no place I’d have rather been. When we got back, we watched ‚The Great Gatsby‘ before going to bed. When I look back in hindsight, I realised why she picked that movie. The night was steamy. Our chemistry, off the charts and everything was just perfect, until two days later… Bam!

She texted saying, ‚I can’t do this anymore.‘ I called her umpteen times and all I got was the sexy automated voice of the answering machine. I was puzzled and kept quizzing myself, ‚What happened? What did I do wrong? Did I say anything crazy? I thought everything was perfect. What What What? The ‚whats‘ didn’t seem to end and the answers were not forthcoming.

I spoke with a couple of her friends and they told me she moved out of town, and reality dawned on me. I was like, ‚Oh my God. Why didn’t she tell me?‘ I was drained physically, mentally, and emotionally. It took me a while to get over her but I’m happy again and I’d like to share how I healed my broken heart and got my life back to normal, if not even better. Number 7 is very important.

I cried

The first thing I did was cry. I know you’ll say, ‚But that’s impulsive.‘ Yeah, that’s true but many people try to suppress that bust of emotion. Do men cry? I don’t know. But I sure wept my eyes out, and it did me some good. I found great relief in that. Now, here’s what crying does for you. It helps you regulate your emotions, calm down and, reduces distress.

Science has proven that shedding emotional tears releases oxytocin ‚love hormone‘ and endorphins ‚happiness hormone‘. These will help you reduce emotional pains. So if you’re feeling terribly hurt? Pour your heart out in tears as I did. Don’t hold them back.

I expressed my emotions

I was tired of everything. Life became tasteless. And when I saw women, I went like, „Grrr!“ You know that kind of emotion that drives women to say, „All men are the same,“ like they’ve dated every man on the planet. I felt that too.

There were times I screamed, ranted, threw things around (without breaking anything) and got angry for no reason. Men are emotional beings too, so don’t be surprised. For some people, it can be more intense, and if you feel like doing any of these, please feel free. Those bust of emotions is good for your sanity. It releases some emotional load from your heart.

Expressing your emotions helps you left off some steam, calm down a bit and relieve you of some stress: you’re already struggling with coming to terms with the reality of your crashed relationship, you don’t want your entire life crashing with it. So don’t bottle things up. Just ’set fire to the rain‘ like Adele did.

And for the record, all men are not the same. You can try me out. *winks.

I talked to a confidant

Whether you’re grieving about a failed relationship or hurting about something else, you need a confidant to talk to. Everyone needs someone to talk to: someone to make you feel comfortable and most importantly, someone to just listen to you rant. In my case, I spoke with my friend, he wasn’t the best listener but he was good for listening to my balderdash.

Communication is key in the early post-breakup stages. Don’t just get angry and disappointed and lock yourself up. Talking to a friend or family or counsellor about the pains you’re going through can help take some pains off your aching heart and some burden off your shoulders.

I got a new hobby

Being with my ex-lover was my favourite hobby. And my second favourite was chatting with her. So you see, I was surrounded by her even when she wasn’t there. As she left, I needed a replacement (actually, two). Reading and writing played a role in healing my wounded heart and coming out of depression.

Were you a bookworm or you loved painting? Did you love surfing, watching movies, or travelling? Did you sacrifice those for your ex? Now is probably the time to get back to your old love. You can replace them with something you loved doing and if there’s something new you’ve always thought of trying out, exploit this opportunity.

Don’t hurry into another relationship

It could be tempting to immediately meet up with another person you feel attracted to: like getting under someone to get over a bad breakup. Don’t! It’s too early. You need some time off. You’ll soon find you’re doing that to get back at your ex and you’ll feel terrible about it.

I tried hooking up with a few other ladies almost immediately but it turned out I kept hurting myself the more. The sex were bland. The dates only reminded me of my ex. I knew I wasn’t ready for a new relationship.

Let this phase pass. Think things through and you’ll determine if you need a new heartthrob to make you feel better.

Read: Nuel’s Confessions: Love At First Sight Myth Debunked.

Begin a new project

When they say love is blind, it doesn’t only mean it blinds you from noticing the not-so-good qualities of your lover, it sometimes also blinds you from other value-adding activities and opportuniti4es that can be of great profit to you. Begin a new project. Buy a new course. Acquire a new skill. Learn something new or be a volunteer. Like I said, I began writing.

Many people have experienced heartbreaks and went on to write great novels, songs, or poems based on their experiences. Put your erstwhile romance experience or your current hurt feelings to good use. I personally think Adele has gone through some real heart-shattering breakups, and the powerful and emotional songs we enjoy from her are her experiences.

Reflect on your recent experience

While I was pushed to say my ex-lover was an asshole, deep down, I know she wasn’t a terrible person. Maybe I was the problem. Nobody wants to take responsibility for a failed relationship but being brutally honest with yourself can do you a lot of good.

Look inwards and reflect. Sometimes, it helps to look at yourself with the eyes of others. Try to see other people’s perspective of your behavior. Maybe your ex-lover probably got tired of putting up with your excesses: that’s not to say you’re a terrible person. You just need to make some necessary changes. Try to regulate some toxic behaviors.

While there are behaviors that are imprinted in our DNAs, there are some we can work on. You might be hot-tempered, proud, a perfectionist, or too clingy or demanding. This is the time to create the best version of you. Learning to curb these could be the silver lining of the heartbreak.

Don’t kick yourself over the failed relationship. Instead, recreate a you that you’ll be prorud of.

Take some time off everything

Maybe a vacation or change of environment is what you need to gain sanity again. Being in a place void of distractions can help you focus on your life and your next course of action.

Seeing new faces and surrounding yourself with a new aura is also healthy for your mind. If you can’t afford a vacation, maybe chilling in the park or somewhere you’ll be in close contact with nature can detoxify your mind of those depressing thoughts and emotions.

Spend more time with friends

You’re heartbroken. You hate every other member of the opposite sex and just want to cringe in bed sulking or boozing yourself to stupor. But will that help? I don’t think so.

Being alone is good but the more lone-time you spend, the longer it’ll take to detach from that previous hurtful experience. It’s time to move on. Hang out with friends. Reconsider those hookups and getaways with your friends you’ve been procrastinating. Having booze with your friends is better than solitary booze.

Make new connections

Socialize. Join Facebook groups: and by this, I don’t mean heartbreak groups. I mean groups with themes of your new interests. Personally, I dislike WhatsApp groups, but they might be good for you as you might get updates on issues that interest you.

And if you’re not on LinkedIn, you should consider setting up an account there. You could connect with professionals there that know more about your new skill, project, or interest. Being there could also be a stepping stone to a new job or business opportunity.

And connect with me on LinkedIn. I’d be glad to meet you.

In conclusion

Your case might not be a relationship. It might be one form of disappointment or another or you could be battling with depression. Applying all or some of these can facilitate your healing and recovery process. I also advise you to talk to someone today.

You might also find my post on finding your purpose insightful.

Share your story of how you moved on after a heartbreaking situation or depression. We’d love to learn. Also, let me know your objections and suggestions in the comment section.

And don’t forget to subscribe so you don’t miss any of our upcoming posts. We’ve got amazing posts coming your way. Be on the lookout.

Yours Nuelzy-pen

An alle fantastischen Mütter dieser Welt

… alles Liebe zum Muttertag.

Meine Tochter schrieb für ihre Tochter diesen tief ins Herz gehenden Song. Als ich die endgültige Fassung hörte, wollte mich die Gänsehaut nicht verlassen. Ein Text der alles sagt, was wir Mütter im Inneren tragen und fühlen.

Deshalb möchte ich heute nicht viele Worte verlieren und stattdessen meine Isabel mit ihrer Combo janisa-music sprechen lassen. Lehnt Euch zurück und genießt diesen musikalischen Leckerbissen.

janisa-music

Ich möchte noch erwähnen, dass dieses Video zu „Dein Herz“ unter ganz besonderen Umständen entstand. Geschuldet der momentan geforderderten Distanz in der Corona-Zeit sind besondere Ideen gefragt, um ein solches Zusammenspiel, wie in diesem Clip, überhaupt zu ermöglichen. – Auch das ist ein Zeitzeugnis 2020.

Ich bin wahnsinnig stolz auf mein Kind. Eine Mama, die mit ihrem Herzen immer bei ihr weilt.

Einen fantastischen Mutterag, einen schönen Sonntag

wünscht Euch von Herzen,

Eure Petra Kolossa.

💕☀️

Der kleine Freund und der große Nebel

Heute habe ich eine Kurzgeschichte. Man möge mir verzeihen, wenn sie sich etwas kindlich naiv lesen sollte, doch ich denke, dass eine kindlich naive Sichtweise bisweilen ein guter Lösungsansatz für so manches Problem wäre. Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein hoffnungsloser Romantiker und ein Träumer. 

Es war ein Tag wie jeder andere, als ich diese außergewöhnliche Begegnung mit meinem kleinen Freund hatte. Ein Tag, an dem ich wieder mal erkennen musste, dass sich besondere Ereignisse, sowohl positiv als auch negativ, nur selten mit großem Getöse ankündigen. 

Ich machte einfach, wie so oft, einen Spaziergang durch die freie Natur, als ich beschloss, unter einer freistehenden Tanne am Rand eines großen Feldes etwas Schatten zu suchen. Direkt am Stamm dieses Baumes türmte sich ein stattlicher Ameisenhaufen auf. Weil ich gerade nichts besseres zu tun hatte, schaute ich dem Gewusel der Ameisen zu. Ich ging in die Hocke und inspizierte den Ameisenhaufen etwas genauer. Ein ziemliches Chaos schien das zu sein, wie die Ameisen kreuz und quer über den Haufen rannten. 

In Gedanken versuchte ich, kleiner zu werden, mich auf die Größe der Ameisen zu reduzieren, um einen besseren Einblick zu haben. Schön, dass die Gedanken wirklich frei sind, Gedanken können alles und sie dürfen alles. So wurde ich mit der Zeit so klein, dass die Eingänge in diese Burg wie Höhlen vor mir lagen und die Ameisensoldaten, die davor Wache hielten, schon bedrohlich auf mich wirkten. 

Plötzlich kam eine Ameise auf mich zu, die kein Soldat zu sein schien. Erstaunlicherweise wurde ich freundlich von ihr begrüßt: „Na, sieh mal einer an“, sagte sie, „ein Mensch. Solchen Besuch hatten wir hier seit ewiger Zeit nicht mehr.“ „Wie?“, fragte ich, „hattet ihr überhaupt schon mal Besuch von einem Menschen?“ „Ja, sicher, die Alten sagen, früher wäre das öfter vorgekommen, aber meistens waren es Kinder. Heutzutage jedoch interessiert sich offensichtlich kein Mensch mehr für Ameisen.“ „Tja , leider“, bemerkte ich nur knapp. „Soll ich dir unsere Stadt zeigen?“, fragte mein kleiner Freund. „Gerne“, erwiderte ich , „ aber darf ich denn da rein?“ „Du selbst hast gesagt, dass ein Gedanke alles darf“, meinte mein kleiner Freund und erinnerte mich somit daran, dass meine Expedition „nur“ eine Astralreise war.

Ich folgte meinem Freund also durch dieses Höhlensystem in den Ameisenhaufen. Beeindruckend war das, was ich sah. Überall wuselten Ameisen, die kaum Notiz von uns nahmen. Viel zu beschäftigt waren sie und ihr Gewusel wirkte jetzt nicht mehr so chaotisch auf mich, wie noch vor wenigen Minuten, als ich noch übergroß in meinem Körper vor dem Ameisenhaufen stand. Jetzt sah mir das alles bis ins kleinste Detail durchorganisiert aus , überall wurde gebaut und hunderte Ameisen schafften dürre Tannennadeln, zerkleinerte Blätter und Gräser, Erdkrümel und andere Materialien zu den Baustellen. An vielen Stellen wurden Gänge repariert, Gerüste aus Blättern und Nadeln wurden mit Erdkrümeln „ausgemauert“, so dass stabile Wände entstanden. Die Baukunst der kleinen Kerlchen war wahrlich bewundernswert. Immer tiefer folgte ich meinen kleinen Freund in den Ameisenstaat, manchmal ging es ziemlich steil nach unten, wir mussten bereits weit unter der Erdoberfläche sein. Mein Freund war ein exzellenter Fremdenführer, er zeigte mir stark belebte Hauptwege, kleinere, ruhige Seitenwege, Brutkammern, Vorratslager und Arbeiterstuben. Ich war fasziniert von der Vielfalt, die diese riesige Ameisenstadt zu bieten hatte.

Wie wir immer so weiter gingen, kamen wir an eine Art Schacht, es war ein Gang, der fast senkrecht nach unten führte. „Pass auf“ , sagte mein Freund, „jetzt zeige ich dir das Herz unseres Staats.“ Ich folgte ihm, ewig weit schien es nach unten zu gehen. Ich hatte keine Ahnung, wie weit wir mittlerweile unter der Erdoberfläche waren, aber irgendwie dachte ich an Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde.“ Dann plötzlich ging der Gang wieder waagerecht und endete in einer großen Halle. Dort war unglaublicher Betrieb, Ameisen kamen mit allerlei Nahrungsmitteln, andere transportierten Abfälle ab, wieder andere trugen Eier zu den Brutkammern. Auf der gegenüber liegenden Seite dieser Halle war ein großes Tor und davor standen etliche Wachsoldaten , denen man ansah, dass sie wenig Spaß verstanden. „Hinter diesem Tor residiert unsere Königin“ , erklärte mir mein kleiner Freund, „wir können leider nicht da rein, nur wenige von uns haben das Privileg, die Gemächer der Königin zu betreten“. Mein Freund flüsterte die Worte fast. Ich merkte, dass dies auch für ihn ein sakraler Moment war. Wahrscheinlich war auch er, genau wie ich, zum allerersten Mal hier unten. Wir sahen zu, dass wir wieder nach oben kamen, denn irgendwie fühlten wir uns beide wie Eindringlinge.

Auf dem Rückweg war mein Entdeckergeist geweckt, fast schon ausgelassen rannte ich überall herum und schaute mir alles an. Als ich in einen schmalen Seitenweg abbog und diesem folgte, lief mein Freund hinter mir her und rief mir irgendwas nach, was ich in meiner neugierigen Erregung überhörte. Der Seitenweg mündete wieder in einen größeren Gang und da sah ich auf einmal eine bizarre Szene. Der Gang war lang und breit und ziemlich gerade, so dass ich eine weite Strecke überschauen konnte. Und soweit mein Auge reichte, sah ich Ameisen, die ihre Kameraden trugen. Endlos schien diese schaurige Prozession zu sein und es war unschwer zu erkennen, dass die getragenen Ameisen tot waren. Mein Freund stand inzwischen hinter mir. „Ich wollte nicht, dass du das siehst“ , sagte er und ich war überzeugt, wenn Ameisen weinen könnten, hätte er Tränen in den Augen gehabt. „Eigentlich wollte ich dir die schönen Seiten unseres Lebens zeigen, nicht, wie die Toten abtransportiert werden, sprach er weiter und es tat mir weh, in diese großen, traurigen Augen zu sehen, die zu keiner Träne fähig waren. „Was, bei allen Göttern, ist hier passiert, ich meine, es sind so viele?“

„Kommst du mit mir, eine Blattlausmilch trinken?“ , fragte er mich und ich merkte, dass ihm im Moment das Wichtigste war, so schnell wie möglich von diesem Ort weg zu kommen. „Blattlausmilch?“ , fragte ich etwas irritiert, aber ich folgte ihm durch einige Seitengänge, bis wir nach einer gefühlten Ewigkeit ein paar schlichte Kammern erreichten. Mein Freund betrat eine von diesen und bat mich herein. „Das ist meine Stube , ich bin ein Vorarbeiter, darum habe ich eine Eigene“, erklärte er mir nicht ohne Stolz. Die Stube war einfach eingerichtet, es gab einen Tisch, vier Stühle und ein Bett, alles aus Tannennadeln gefertigt. Wir setzen uns und mein Freund schenkte uns beiden eine milchige Flüssigkeit, die sogar sehr gut schmeckte, in zwei Trinkschalen ein.

Illustration: Theresia Hillebrand

Er sah wohl meinen fragenden Blick, deswegen begann er gleich zu erzählen: „Du musst wissen, früher war unsere Stadt noch viel größer und prächtiger als heute – bis der große Nebel kam.“ „Welcher große Nebel?“, fragte ich verwirrt. „Der große Nebel ist eine Naturkatastrophe, die wir bisher noch nicht kannten, obwohl die Alten sagen, das hätte es auch früher schon gegeben. Weißt du, Naturkatastrophen sind bei uns gar nicht so selten. Immer wieder wird unsere Stadt überschwemmt, das Ausmaß der Zerstörung ist jedes Mal groß und viele von uns ertrinken. Es kommt vor, dass ein Sturm riesige Schäden im oberirdischen Bereich anrichtet. Die Alten sagen, einmal hätte unsere Stadt sogar gebrannt, was beinahe die Vernichtung des ganzen Staates zur Folge gehabt hätte. Wir Ameisen haben kein langes Leben wie Menschen und wenn viele von uns sterben ist das weitaus bedeutungsloser als wenn ein einziger Mensch stirbt. “Er machte eine Pause, vielleicht, weil er wissen wollte, ob ich ihm zustimme. Ich fragte mich, wo eigentlich geschrieben steht, dass mein Leben mehr wert ist als Seines und wer wohl berechtigt ist, solche Gesetze in Stein zu meißeln. „Naturkatastrophen sind also nichts Besonderes“, erzählte er weiter, „aber dieser große Nebel war anders als alles, was wir bis dato erlebt hatten.

Angefangen hat es mit einem Erdbeben. Dann ohrenbetäubender Lärm und schließlich kam aus heiterem Himmel dieser Nebel. Alle, die an der Oberfläche waren, sind inzwischen tot. Ich war zum Glück hier unten, ich bin ein Bauarbeiter, ich gehöre nicht zu den Transporttrupps. Darum bin ich auch sehr selten an der Oberfläche. “Gebannt lauschte ich den Erzählungen meines kleinen Freundes. Ich unterbrach ihn mit keinem Wort. Das lag auch daran, dass ich plötzlich ein Brummen in meinem Kopf hören konnte. Irgend etwas störte meine Konzentration. Mein Freund erzählte weiter, während das Brummen in meinem Kopf immer lauter wurde: „Es ist schon eine Weile her, dass der große Nebel kam, aber das Sterben hat immer noch nicht aufgehört. Jeden Tag gibt es neue Tote, wir schaffen ihre Leichen an die Oberfläche. Das war die Prozession, die du gesehen hast und die eigentlich nicht für deine Augen bestimmt war.“ „Tja, vielleicht war es ja gut so, vielleicht kann ich euch ja helfen“, entgegnete ich, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie ich das anstellen sollte. „Oh, das wäre natürlich toll“ , freute sich mein kleiner Freund, „bestimmt kannst du das. Ihr Menschen seid stark und schlau, man sagt, ihr wärt die schlauste Spezies des Planeten.“ „Dazu muss ich aber erst rauskriegen, wo dieser große Nebel herkommt und worum es sich handelt. Ich muss jetzt leider zurück in meinen Körper, es zieht mich zurück.“ „Schade“ , rief mein Freund mir nach während es in meinem Kopf immer lauter rumorte, „lebe wohl mein Freund und versuche, uns zu helfen.

“Mit einem gefühlten Ruck war ich plötzlich wieder in meinen Körper. Lebe wohl, sagte er, nicht auf wiedersehen. Ich wusste, dass ich meinen kleinen Freund nie wieder sehen werde und er wusste das auch. Etwas traurig sah ich hinunter auf den Ameisenhaufen, sah nur noch chaotisches Gewusel, so wie vorhin auch. Wie lange war ich da drin, bei meinem kleinen Freund? War ich überhaupt dort? Immer noch war dieses Brummen in meinem Kopf, doch jetzt, da ich wieder in meinen Körper war, konnte ich die Ursache dafür erkennen. 

Auf dem großen Feld neben mir fuhr in einiger Entfernung ein Traktor. Er hatte eine Spritze angehängt, aus deren langen Auslegerarmen eine unangenehm stechend riechende Flüssigkeit auf das Feld gesprüht wurde. Noch einmal sah ich hinunter auf den Ameisenhaufen. Ich schaffte es nicht, mich noch einmal klein zu machen. Ich konnte auch meinen Freund unter den anderen Ameisen nicht mehr entdecken. Vielleicht wollte ich ihn auch gar nicht mehr in die Augen sehen. Deshalb murmelte ich die Worte vor mich hin, die ich ihm sagen wollte:

„Ich weiß jetzt, woher der große Nebel kommt. Ich muss dir leider sagen, dass meine Artgenossen ihn verursachen. Er ist weit gefährlicher, als ihr glaubt. Es macht mich traurig, mein kleiner Freund, dir sagen zu müssen, dass wohl auch dein Leben bald zu Ende sein wird. Der große Nebel ist überall, ja, sogar in dem Essen, das ihr eurer Königin bringt. Vermutlich ist euer ganzer Staat dem Untergang geweiht. Es wird dich wenig trösten, wenn ich dir sage, dass der große Nebel über kurz oder lang auch die vernichten wird, die ihn erzeugen. Die wissen das sogar selber und produzieren ihn trotzdem. Es ist nicht zu fassen, wie dumm die schlauste Spezies des Planeten ist. Du hast mich gefragt, ob ich euch helfen kann, ob ich den großen Nebel besiegen könnte. Nun, ich weiß es nicht. Die Armee derer, die ihn verursachen, ist gewaltig und mächtig. Es wird nicht leicht für mich sein, eine Streitmacht aufzustellen, die ihrer ebenbürtig ist. Aber ich werde es versuchen. Ich werde gegen den großen Nebel kämpfen, an jedem einzelnen Tag, an dem ich lebe, ich werde niemals damit aufhören, ich werde mich um keinen Preis geschlagen geben. Das schwöre ich dir, mein kleiner Freund – so wahr mir Gott helfe!“

Immer noch drehte der Traktor seine Runden über das Feld und lud seine tödliche Fracht ab. Und in der trügerischen Idylle der untergehenden Sonne entfernte ich mich langsam von dem todgeweihten Ort, an dem ich vor wenigen Augenblicken eines der größten Abenteuer meines Lebens erlebte. Wenn es denn überhaupt real war.

Herzliche Grüße, Euer Alfons

Nur Zeit gewinnen

Nun bin ich in den Keller getrabt und habe meinen alten Brotback-Automaten hervorgekramt. Zwei Tüten von diesen Brotbackmischungen sind auch noch da.

Ich glotze das Teil an und überlege, wie das war mit den Programmen. In irgendeiner Schublade meines Gehirns ist es noch abgespeichert. Super! Ich muss also nicht die Anleitung studieren.

Alles hinein in den Behälter: Wasser, Mehl, etwas Hefe … aha, Hefe … alles gut, ist auch noch da. Ein paar Löffel Saaten. Programm wählen … Nun, es dauert ein paar Stunden. Aber möge es bitte backen.

Das Lesezeichenbändchen liegt in meinem Kalender noch genau an der Stelle, an dem ich zwangsweise mit meiner Arbeit aufhören musste. An dem Tag, an dem ich um 17 Uhr auf meinem Smartphone die E-Mail mit der Order las, sofort alle Aktivitäten zum Schutz der Klienten und zu meinem eigenen Schutz einzustellen. Es war der 16. März 2020, also vor sechs Wochen.

Seit dem durchströmen mich Gefühle aller Facetten. Ich beobachte das globale Geschehen sehr genau. Aber das soll nicht Thema des heutigen Blogs sein. Kommen wir zu diesem Brotbackautomaten zurück. Warum habe ich das Ding nach so langer Zeit wieder aktiviert? Mit diesem habe ich viele, viele Brote gebacken. Er knetete und produzierte jahrelang. So lange, bis mir dieser typische Geschmack zum Hals heraushing. Das war vor fünf oder sechs Jahren.

Ich kaufte seit dem die Brote wieder beim Bäcker. Und das war gut so. Irgendwie wurde ich nach einiger Zeit von den freundlichen Bäckereiverkäuferinnen willkommen geheißen. Man schwatzte ein paar Worte, manchmal ein paar mehr. Ich kannte bald die Geschichten, die hinter den Frauen stehen. Es war immer ein netter Weg, noch fix zum Bäcker zu gehen.

Seit ein paar Wochen sind die Bäckerstände hinter durchsichtigen Kunststoffverkleiungen abgeschirmt. Ein kleines Loch ermöglicht es, Geld entgegenzunehmen und die Tüte mit dem Backgut zu reichen. Man muss laut sprechen, damit es die jungen Frauen, die dahinter stehen verstehen können. Ich kenne sie nicht. Sie sind neu. Mechanisch nehmen sie die Bestellung aus dem abgespeckten Sortiment entgegen. Mich schauen unbeteiligte dunkle Augen an, ummantelt von angeklebten Wimpern, die ihre Augenbrauen kitzeln. Mit langen spitzen zart-rosa Fingernägeln wird die Tüte befüllt und mit flachen Fingerkuppen auf die digitale Kasse getippt. Ich bezahle, erhalte das Rückgelt, bekomme die Tüte und gehe.

Meine nächsten Brote kaufte ich im Supermarkt. Eine logische Konsequenz. Meine Aufträge und damit der größte Teil meines Einkommens sind komplett weggebrochen. Der Bäcker ist nur noch eine Ausgabestelle. Und ich bin nicht bereit, dieses wahrscheinlich bessere, aber teure Brot auf diese Weise an der Theke abzuholen. Es ist die Katze, die sich in den Schwanz beißt. Die Leute werden weniger Geld haben. Der Bäcker will auch überleben und tut ganz sicher sein Bestes dafür.

PS: Diesen fantastischen Einkaufsbeutel in einem meiner „Caligari“-Designs und drei verschiedenen Größen gibt es hier. Bitte einfach auf diesen Text klicken. (Meiner lieben Freundin Petra herzlichen Dank für das Foto.)

In der vergangenen Woche war ich wieder im Supermarkt. Es war bis dahin so, dass durch die Abstandsregelung und alle Vorsichtsmaßnahmen das Einkaufsvergnügen auf ein Minimum geschrumpft war. Aber die Kunden und das Personal machten das Beste daraus. Es gab immer noch ein nettes Gespräch, einen sympathischen Zuruf, ein Lächeln hier und da, auch wenn es meistens ein süß-saures war.

Jedoch am letzten Freitag war für mich die Atmosphäre dort erstickend. Etwa die Hälfte der Kunden und des Personals liefen mit einer ab dem darauffolgenden Montag zur Pflicht erkorenen Gesichtsmaske herum. Diese Menschen kümmerten sich ausschließlich nur um ihren Einkauf. Sie gingen schweigend durch die Gänge. Es herrschte eine ungewöhnliche Stille in dem Markt. Ich kann keine Gesichtszüge erkennen. Ich versuchte einige Augenpaare einzufangen. Aber diese schauten keinen Menschen an. Diese Figuren mit den Masken im Gesicht gingen fokussiert, um die gewünschten Produkte einzusammeln und diese in ihre heiligen vier Wände zu transportieren.

Das Brot ist aufgebraucht. Gestern entnahm ich bereits welches dem Gefrierschrank. Ich müsste heute gehen. Aber ich kann nicht. Mir gruselt vor dieser Situation. Alle Menschen im Supermarkt werden so herumlaufen. Und auch ich. Es ist wie ein schlechter Science-Fiction-Film, der vor meinen Augen abspult.

Ich weiß, in den nächsten ein oder zwei Tagen werde ich mir solch ein Stoff ins Gesicht ziehen und wie alle anderen auch, meine im Haushalt fehlenden Dinge einsammeln. Mein heutiges Tun ist nur, etwas Zeit zu gewinnen.

Eine andere Option: Online einkaufen. – Aber das ist ein anderes Thema.

Der Duft von frisch gebackenem Brot zieht bereits durch die Wohnung. In etwa zwei Stunden wird mein Brot fertig sein …

Euch wünsche ich einen schönen Dienstag und bin ganz neugierig zu lesen, wie Ihr emotional mit der momentanen Situation umgeht. Schreibt es einfach unten in das Kommentarfeld.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.