Zucchini – Zucchini – Zucchini

Wenn die Natur beschließt, die Zeit sei gekommen, tut sie es konsequent. Und nichts kann sie dabei aufhalten.
Und wenn es an der Zeit ist, Zucchini reifen zu lassen, dann tut sie es. Gründlich.

Zwei kleine Pflänzchen in einem Hochbeet – eine Sorte mit gelben Früchten und eine mit grünen … Diese zwei Pflanzen fordern mich wahrlich heraus. Fast täglich eine andere Mahlzeit mit Zucchini zu zu zaubern ist tatsächlich kreativitätsfördernd. Zumal ich sehr selten nach einem Rezept koche. Ab und zu hole ich mir Ideen aus Rezepten oder bei Restaurantbesuchen.

Es gab in meinem Leben eine Zeit, in der ich verdammt wenig finanzielle Mittel zur Verfügung hatte. Man sagt, Not mache erfinderisch. Das kann ich bestätigen. In diesen Jahren lernte ich, aus Nichts etwas zu zaubern. Keiner meiner Gäste musste hungrig vom Tisch aufstehen. Und irgendwie hat das geprägt. Bis heute schaue ich, was ist vorhanden, was kann ich daraus machen. Das sind für mich nur wenige Minuten bis die Zutaten zusammen getragen sind und schon geht es los mit der Kocherei. Das Kochen insgesamt dauert bei mir im Durchschnitt eine halbe Stunde, bis es auf dem Tisch steht. Ich bereite alles frisch zu und es muss schnell gehen.
In den letzten drei Tagen habe ich einige Bilder gemacht, um Euch ein paar Rezeptideen mit Zucchinis an die Hand zu geben. [Read more…]

Zip-Kätz

Zwei von meinen dreizehn gemalten „Kätz“ gehen Ende September auf Reise. Sie werden in Basel, in der Schweiz zu sehen sein. Das soll heute der Anlass sein, etwas mehr zu diesen beiden Bildern zu erzählen.

Das erste Zip-Kätz aus dem Jahr 2008 war eine Einstrichzeichnung. Denn die allerersten gezeichneten Kätz waren allesamt Einstrichzeichnungen. Damals dachte ich, es sei etwas Besonderes. Aber ich verlor recht schnell den Reiz daran. Naschkätz, Kätz, Luna-Kätz, Zebra-Kätz, Zip-Kätz, Chor-Kätz … in all denen liegt der Ursprung in einer Einstrichzeichnung.
2008 zeichnete ich dieses Zip-Kätz und es reihte sich in die Modekollektion zum Druck ein.
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Auf meinem PC fand ich dieses Bild aus dem Jahr 2008. Es ist eines, von denen, die für den damaligen Online-Katalog gemacht wurden.

Hier könnt Ihr den einen Strich ganz gut verfolgen. Natürlich, die sechs Barthaare, die alle Kätz haben, gehören nicht in den Strich. 😉

Damals beobachtete ich eine junge Liebe, die durch Klammern zu ersticken drohte. Der Gedanke, den beiden ein Stück Luft mit Hilfe eines Reißverschlusses zu verschaffen, inspirierte mich zu dieser Zeichnung. Dieser Zip kann einfach ein Stück geöffnet werden und  jeder erhält somit Platz seine eigene Individualität zu entwickeln, jedoch ohne zu trennen,

2015 griff ich das Zip-Kätz wieder auf. Basis war diese Einstrichzeichnung. Aber ich brachte das Thema mit einem zweiten Bild zu Ende und gab den beiden den Raum zur Entfaltung.

Zip-Kätz„, 2015, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm und „Zip-Kätz free„, 2015, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm – Petra Kolossa.

Übrigens für alle Kätz-Liebhaber: Es gibt auch im Jahr 2020 die gesamte Werkgruppe in einem Jahreskalender. Der Verlag bietet die verschiedensten Größen und Varianten an. Ihr bekommt ihn überall wo es Bücher gibt. Ich freue mich sehr, Euch mit meinen leuchtenden Bildern Monat für Monat das Jahr zu versüßen.

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Möge Euer Tag einen solchen Reißverschluss haben.
Zipt einfach ein Stück wenn Euch der Platz zu eng wird.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

 

 

Gretchenfrage

Kein Tag vergeht, an dem wir nicht in irgendeiner sinnigen oder unsinnigen Weise daran erinnert werden. Und ich neige dazu, gerade dann, wenn mir irgendein Thema derart suggestiv untergejubelt wird, „dicht“ zu machen. Und da gibt es verdammt viele Dinge. Ich will diese hier nicht auflisten. Heute soll es mal nur eines davon sein. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes die Gretchenfrage.

Bei Regenwetter in einen Buchladen zu gehen, um ein Buch zu kaufen und nicht die passende regenfeste Tasche dabei zu haben, ist wirklich nicht zu empfehlen. In einer Papiertüte … Gut. das Buch blieb für den nächsten potentiellen Kunden, der auf alle Shopping-Eventualitäten vorbereitet das Haus verlässt, oder eben für Schönwetterkunden. – Ich bekomme jetzt ganz schnell die Kurve und lasse mich nicht in das Thema des bequemen Online-Shoppen ablenken.

Auf der Suche nach dem Lieblingskatzenfutter sprang ich in einen der großen Superärkte. Ich düste durch die Kosmetikabteilung und verharrte kurz, da mich die Farbkombination eines Lidschattens anzog. Also landete es im Einkaufswagen. Im gleichem Atemzug machte sich ein Grienen breit. Dieses kleine Schächtelchen war wie so oft so verpackt, dass mich das zu Hause beim Auspacken wieder aufregen wird. Das Produkt in in einer harte Folie und um diese eine bedruckte Pappe … Das auszutüteln ist ein Erlebnis für sich. Aber was ist die Gretchenfrage? Muss das kleine Ding derart verpackt sein? Was denkt sich der Hersteller dabei? Die machen das doch nicht ohne einen Grund. Vielleicht hat es etwas mit der Logistik zu tun?

Das Ding muss aus China zu uns kutschiert werden und soll funktionstüchtig bleiben. (Auch hierzu halte ich mich jetzt bewusst total zurück.) Es muss in den Handel über viele Wege sortiert, verteilt, transportiert werden. Und letztendlich hängt es an dieser bedruckten Pappe am Haken im Supermarkt, wo wir es sehen und kaufen. Also: Sinn oder Unsinn?

Ein Latte am Nachmittag war total lecker. Den aufgeweichten und verbogenen blau-weiß gekringelten Trinkhalm legte ich beiseite, rührte mit dem langen Löffel im Glas und trank das köstliche Getränk. Kunststoffhälmchen ist nicht mehr, also lasst das Ding einfach ganz weg. Pappe im heißen Kaffee ist definitiv uncool. [Read more…]

Kuh oder Schaf

Es ist heiß geworden und das Wasser in meiner Tasche aufgebraucht. Soeben nahm ich die nächste Gelegenheit wahr und kaufte in diesem Döner-Imbiss eine Flasche Wasser. Ich fummelte an meiner Tasche, um die Flasche zu verstauen, als ein junger Mann mit seiner Freundin in den Laden gesprungen kam und die Verkäuferin fragte:
„Ist der Schaftskäse für den Döner von der Kuh oder vom Schaf?“
„Das von Kuh.“, bekam er zur Antwort.
Er schaut seine Freundin an. Sie nickt.
„OK“, sagt er. „So nehmen wir zwei von den Dönern mit dem Schaftskäse von der Kuh.“ …

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Ich hatte Mühe, mein Grienen aus dem Gesicht zu bekommen.
Das Beste ist, ich gebe es einfach an Euch weiter.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Knapp zwei Stunden

Es gibt Stunden, die sind schon irgendwie verrückt. Und man könnte denken, es spinne sich ein roter Faden hindurch.

Ich lenke mein Auto durch Ravensburg in Richtung Post am Bahnhof. Seit vielen Monaten geben sich dort die Baustellen die Klinke in die Hand. Vor einigen Wochen war es noch relativ großzügig bebaut. Jetzt entstehen typische Straßenschluchten. Ich verstehe, dass gebaut wird. Es ist schließlich wichtig. Nur Parkplätze sind Baustellendepots und ich muss irgendwo entfernt parken und etliche Meter laufen. Das frisst vermeintlich Zeit und nervt mich im Augenblick.
Ich komme aus der Post und bin in Gedanken bereits beim nächsen Termin, als ich von einem jungen Mann in den Dreißigern angesprochen werde: „Bitte. Haben sie etwas Kleingeld? Ich möchte mir eine Kleinigkeit zu essen kaufen. Ich habe Hunger.“
Ich spüre, dass es für ihn keine Routine ist. Er spricht ein sauberes dialektfreies Deutsch. Seine Scham merke ich ihm deutlich an, als ich aufschaue und in sein Gesicht sehe.
Ich krame nach meiner Geldbörse. „Halten sie ihre Hand auf.“, sage ich.
Er hält mir seine Hände langsam entgegen. Ich schütte den Inhalt des Hartgeldes in seine Handflächen. Er umschließt das Geld in seinen Händen. „Sie sind eine gute Frau.“
Ich sehe in feuchte Augen. „Alles gut. Sie werden es eines Tages weitergeben.“
Als ich ins Auto steige, sehe ich ihn zur Bäckerei am Bahnhof gehen.

Auf dem Weg will ich schnell meinen kleinen Einkauf erledigen. Ich stoppe am Supermarkt und eile, um mir einen Einkaufswagen zu greifen. Den Wagen, den ich mir nehmen möchte lässt sich mit Hilfe eines Chips nicht lösen. An der anderen Reihe versucht ein Zwanzigjähriger einen Einkaufswagen aus dem Schloss zu bekommen. „Verdammt, mit einem zwei-Euro-Stück geht das nicht.“, sagt er zu mir. „Nein. Das geht nicht.“ Ich zeige auf den Hinweis an dem Einkaufswagen. „Ich habe es nicht anders. Können sie das bitte wechseln?“, fragt er mich. Ich muss lächeln. „Nein. Ich habe leider keinen Cent Kleingeld einstecken. Aber warten sie, einen Chip habe ich für sie.“ Ich krame an meinem Schlüsselbund. „Wollen sie einen in Orange oder in Grün?“, frage ich ihn. Er muss schallend lachen. „Das ist nicht ihr Ernst? Sie wollen mir einen Chip schenken und fragen mich auch noch, welche Farbe ich bevorzuge?“ „Ja, na klar. Sie haben die Wahl.“ Er entscheidet sich für den in Orange. „Vielen, vielen Dank! Das ist echt total großzügig von ihnen.“ „Alles gut“, sage ich. „Sie werden irgendwann einmal daran denken und den Chip weitergeben.“

Ich bezahle meinen Einkauf mit der Karte, packe alles ein und stelle mich beim Bäcker an, um noch ein Brot zu kaufen. Die Verkäuferin nennt mir den Preis. Ich reiche ihr einen zwanzig-Euro-Schein. „Haben sie es nicht etwas kleiner?“, fragt sie mich. „Nein, leider. Ich habe kein Kleingeld einstecken.“, sage ich ich und muss wieder grinsen. „Wirklich, haben sie gar nix?“, fragt sie nochmals. „Nein. Tatsächlich. Nix.“
Sie wechselt und legt mir einen kleinen Berg Münzen auf die Theke …

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Herzlich, Eure Petra Kolossa

Haptik

Eigentlich wollte ich ja nur mal ganz schnell für zwei, drei Stunden vier Bilder ausleihen. Die hängen unter anderem zur Zeit in der Galerie im Gasthaus Anker in Ravensburg. Diese vier Werke hatten noch kein Foto-Shooting. Und heute ergab sich die Möglichkeit. So musste ich die Gelegenheit beim Schopfe packen.

Ich eilte also in die Galerie, klemmte mir die vier Bilder unter den Arm und stürzte im Foyer an einer Gruppe von Menschen vorbei, die diskutierend vor meinen Assemblagen standen. Im Vorbeigehen hörte ich: „Das ist sie! Doch, doch, das muss sie sein!“

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Ich drehte mich um und musste Grienen. Ein Mann stand vor vor der Assemblage „Vivaldi II“. Er strich mit seinen Fingern über die Drumsticks und befühlte diese selbstvergessen.
Mir ist sehr oft aufgefallen, dass die Betrachter dieser Werke, ganz gleich welchen Alters, immer wieder die Teile der verwendeten Musikinstrumente berühren und anfassen müssen. Kurz überlegte ich, ein Schildchen mit den Worten „Bitte nicht anfassen“ anzubringen. Aber letztendlich ist es eine wunderbare Botschaft, die meine Bilder übertragen. Es verbindet die Kunst mit den Menschen.

Ich wurde gebeten, die Bilder zu erklären. Ich tat es gern. Es ist selten in unserem Ländle, dasss Menschen so unbekümmert auf uns Künstler zugehen und mehr wissen wollen. Diese kleine spontane Führung durch die Galerie bereitete mir Vergnügen.
Als ich mich verabschiedete sprach mich der Mann, der immer noch fasziniert das Bild mit den Drumsticks bestaunte, an:
„Sie wissen nicht, wer diese Sticks gespielt hat?“
Ich lächle: „Doch, ich weiß es.“
Er strahlt mich an: „Können sie es mir sagen?“
„Ja, naklar.“
Ferri Warnucz von SoulCake aus Bonn.“ … Er strahlte und notierte sich den Namen.

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Vivaldi II, 2016, 120 cm x 80 cm, Assemblage, gespachtelt, Petra Kolossa

Als ich diese vier Assemblagen fertigte, schrieb ich dazu bereits in diesem im Blog. Hier findet Ihr die Texte dazu und auch hier.

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Von Herzen wünsche ich mir diese Nähe, die ich erleben durfte. Es bestätigt uns Künstlern den Sinn unseres Tuns, unseres Schaffens.

Jetzt wird es aber Zeit! Ich muss weiter …

Einen guten Start in die neue Augustwoche wünscht Euch, Eure Petra Kolossa.

von schwarz-weiß zu knall-bunt – „Caligari“

Ein bisschen Regen, ein bisschen kühl, ein bisschen Sonne, ein bisschen von allem. Also ein perfekter Tag, Euch zum Wochenende ein bisschen mehr zum Lesen zu schenken.

Deshalb nehme ich heute mit in mein Atelier.  Ich arbeite im Augenblick am vierten Bild aus meiner Werkgruppe „Caligari“. Und da zwei aus dieser Serie Ende September nach Basel in eine Ausstellung gehen,  war das der Auslöser für mich, Euch heute hinter die Kulissen mitzunehmen … auf geht’s!

Der Gedankenblitz zu meinen „Caligari“ kam mit dem deutschen Psychothriller aus dem Jahr 1920. Ein Stummfilm: „Das Cabinet des Dr. Caligari“
Gezeigt wurde dieser, ich glaube es war 2007, in der „Brikettfabrik Louise“.
In diesem technischen Museum wurden damals in einer Veranstaltungsreihe historische Filme auf alten Geräten abgespult.
Tja, und unter anderem gerade dieser Film. Die handgemalten Bühnenbilder haben es mir angetan. Die waren nicht akkurat, und nicht immer in der Perspektive stimmig. Die Linien waren zum Teil flüchtig und krumm. Ich muss gestehen, dass ich zum Teil vergaß, auf die Handlung zu achten, weil mich der Hintergruund viel mehr interessierte.

Ein paar Monate später zeichnete ich die ersten „Caligari“. Es waren Bleistiftzeichnungen.
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Zu diesem Zeitpunkt produzierten wir mit „Vona Bisz“ bereits eine Serie „Kätz“ im Textildruck. „Caligari“ sollte folgen. Die Zeichnungen wurden also in Vektorgrafiken gewandelt, geplottet, entgittert und auf Textilien gedruckt.

(2008, Foto-Schooting in dem Technischen Museum „Brikettfabrik Louise“ in Domsdorf, Elbe-Elster – Fotos: Willy Holger Wagner)

Inzwischen habe ich das Fertigen derartiger Textilien aufgegeben. Aber diese Motive, die Idee der schiefen Städtelandschaften ist in meinem Kopf geblieben.

Zehn Jahre später, 2018 malte ich das erste farbige „Caligari“.
Ein Aufenthalt in Florida war der Auslöser. Es waren die modern bebauten Städte Miami und Fort Lauderdale sowie die Reflektion der Farben, die vor meinen Augen viel klarer und reiner erschienen als hier in Deutschland. Als ich mir auf dem kleinen Bildschirm meines Smartphones die aus dem Moment festgehaltenen Bilder in komprimierter Form ansah, war mir klar: Daraus muss ein Bild entstehen.
Für jede der genannten Städte malte ich eins. Jeweils versanken viele Eindrücke und Elemente in den Bildern.

Caligari II und Caligari I, 2018, 100 x 70 cm, Acryl auf Leinwand, Petra Kolossa

Im gleichen Jahr kam im Herbst das dritte „Caligari“ hinzu. Es ist eine Homage an die Stadt Ravensburg. Das Bild war zum ersten Mal zur Ravensburger Kunstnacht zu sehen.
Auch in diesem Bild sind viele Elemente verankert. Die Spielestadt Ravensburg mit den Würfelpunkten, Spielefiguren und Puzzleteilen, wie der legendäre „Mehlsack„, dem ich die Starre extrem nahm, das Wahrzeichen der Stadt, einer der größten Wirtschaftsunternehmen ist mit einer Spritze symbolisiert, die alte Innenstadt mit der Bachstraße, das Grün der Region …

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Caligari III, 2018, 100 x 70 cm, Acryl auf Leinwand, Petra Kolossa

Auch „Caligari“ IV beinhaltet die Elemente einer Stadt. Ich möchte heute noch nicht verraten, welche es ist. Nur soviel: Es ist eine Stadt in Deutschland.
Über die Entwicklung des Bildes werdet Ihr hier im Blog erfahren. Zunächst gibt es nur die ersten Striche in einer Skizze.

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So, jetzt habe ich mir einen Kaffee verdient.

Euch allen wünsche ich ein fantastisch-buntes Wochenende.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

 

 

Ein paar Minuten

Noch ist es zeitiger Morgen. Die Straßen entlang des Sees sind stark frequentiert. Touristen, die es von hier nach da treibt, Berufskraftfahrer, die im vorgeschriebenen Tempolimit gefangen, ihren Zeitplan zu realisieren haben und auch ich, die pünktlich zum Termin sein will.

Gemütlich geht es im Schritttempo die Bundesstraße entlang. Ich lehne mich in meinen Sitz und lasse meinen Blick über den See schweifen. Ein paar Segelboote am zeitigen Morgen, Seevögel, ein ruhiges Wasser, die Sonne, die sich durch diesige Wolken kämpft – sonst nichts.

Diese friedliche Stimmung nimmt von mir Besitz. Ich schaue auf die Uhr. Gut, fast zwanzig Minuten Zeitpuffer. Spontan nehme ich die nächste Gelegenheit und fahre auf den Parkplatz in Birnau. Der sonst gewohnte Anblick von aufgereihten Touristen oberhalb des Sees, die ihre Smartphones in die Höhe halten, fehlt mir. Der gesamte Platz gehört an diesem Morgen mir ganz allein.

Ich genieße den Anblick des fantastischen Bodensees.

Er liegt ganz ruhig eingekuschelt von den Alpen und dreier Länder vor mir.

Ich muss lächeln. Denn nun greife ich nach meinem Smartphone und entscheide mich für eine Panoramaaufnahme. Mich drängt es, Euch teilhaben zu lassen.

Im Vordergrund stehen stolz die Rebstöcke, die bald wieder für einen der köstlichen Bodenseeweine sorgen werden … Aber dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunt.

Aus dem südlichsten Süden

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Badezimmergenießer

… „Kein Mensch braucht eine solche Ewigkeit, wie du! Du vertrödelst einen Haufen Zeit!  Ich frage mich, wie lange du im Bad brauchst! Was machst du dort so lange?…“, nörgelt und nervt er. Sie dreht die Augen nach oben, brabbelt irgend etwas und wendet sich von ihm ab.

Neulich:
„Ich liebe meine Zeit im Bad. Weißt Du, ich brauche immer eine Stunde. Das Bad ist für mich ein heiliger und wichtiger Raum …“ , schwärmt mein Vater, als er mir seine neue Wohnung präsentiert.

Ich muss grinsen. Jetzt weiß ich, woher ich das habe 😉

Das Badezimmer ist auch für mich viel mehr, als nur der Ort für Hygiene und Styling. Es ist ein Platz des Abtauchens, meinen Gedanken freien Lauf lassen können. Zeit, die nur mir ganz allein gehört.
Und für alle Badezimmergenießer: Ein klares Nein! Es gibt keinen Grund, sich dafür rechtfertigen zu müssen.

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Genießt auch Ihr Eure Zeit im Bad?

Einen frischen Tag wünscht Euch
Eure Petra Kolossa.

Glas ist Glas

Oh wow! Ist das ein geniales Anwesen, denke ich. Eingekuschelt in einem beeindruckend angelegtem parkähnlichem Grundstück überrascht mich das Glashaus. Die riesigen Scheiben werden von wenig naturbelassenem Holz gehalten.
Ein jeder kann Einblick nehmen in das Innenleben dieses Gebäudes. Das ist von den Bewohnern so gewollt, denke ich. Kurz verharre ich und lasse das Interieur auf mich wirken. Menschen, die etwas erreicht haben, es genießen und sich gern bewundern lassen.

Ich klingele an der Tür und trete ein Stück zurück. Im Haus höre ich, und ich sehe es, wie der Bewohner die Treppe herunter kommt, um zur Tür zu gehen. Ich muss mir ein breites Grienen unterdrücken. Er steckt den Kopf durch den Türspalt und begrüßt mich. Sein Blick erfasst mein Namensschild an der Lederjacke. Er strahlt mich an. Alles klar, sagt er. Sie haben Post geschickt. Warten sie kurz. Ich muss mir nur schnell eine Hose anziehen. Dann können wir reden.

Als wenn ich das nicht schon längst gesehen hätte!

Herzlich, Eure Petra.

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Foto: Astrid Gast, Oy-Mittelberg