Surreal

Seit langer Zeit mache ich meine allgemeinen Einkäufe immer samstags gegen zwanzig Uhr. Geschuldet ist das aus der Zeit, als ich noch sehr viel geschäftlich unterwegs war und die Einkäufe meistens irgendwie nebenbei auf dem Heimweg erledigte. Der Supermarkt war um diese Zeit ruhig und ich konnte das ohne Stress tun. Ich mag keine flüchtigen und hastigen Einkäufe. Irgendwie ist das bis heute dabei geblieben, dass ich Samstagabend zum Einkauf fahre. Nun, einmal testete ich das zur Mittagszeit, denn schließlich bin ich seit Mitte März im „lockdown“, also im „home office“ und kann meinen Tag anders planen, dachte ich. Was soll ich dazu sagen? Diese Einkaufszeit überlasse ich gern den Müttern mit ihren kleinen herumdüsenden Kindern, den älteren Menschen, die zu zweit breit und gemütlich die Gänge belagern und den vielen Monteuren und Handwerkern, die sich mittags ihren Snack besorgen.

Gestern Abend riss mich ein Blick auf die Uhr völlig aus dem Rhythmus. Es war kurz vor halb sieben am Abend. Verdammt! Ich musste mich beeilen. Ich sprang also in meine Stiefel, schnappte den Autoschlüssel und fuhr zum Supermarkt. Denn: Um zwanzig Uhr musste ich wieder zurück sein. Unsere Regierung hier in Baden-Württemberg legte eine Ausgangssperre ab zwanzig Uhr fest und erwartet unter anderem auch damit eine Reduzierung des Covid19. Bis dahin muss ich also zurück sein, um nicht potentiell eine Strafe auferlegt zu bekommen.

Und ich muss lächeln. Als Jugendliche bekam ich regelmäßig ein paar hinter die Ohren,  wenn ich nicht punkt um zu Hause war. Nun, das vorher Erlebte war damit hinfällig und in mir als Sechszehn-, Siebzehn- und sogar noch als achtzehnjährige baute sich eine unwahrscheinliche Trotzreaktion auf. Immerzu war ich beschäftigt, nicht die Uhrzeit aus den Augen zu verlieren, da ich mit sechszehn Jahren um zwanzig Uhr zu Hause sein musste, mit siebzehn um zweiundzwanzig Uhr und so lange ich die Beine unter den Tisch meiner Eltern steckte, mit dem achtzehnten Lebensjahr um Null Uhr. So war die Kontrolle vorprogrammiert …  Einen Wohnungsschlüssel besaß ich nie. – Als ich neunzehn Jahre alt war jedoch; nämlich meinen eigenen.

Inzwischen sind fünfundvierzig Jahre ins Land gegangen und diverse Strafen regeln sich nun über Geld und immer noch die Angst. Angst, Vorschriften nicht einzuhalten, Angst, denunziert zu werden, Angst, den Ansprüchen nicht zu genügen, Angst, etwas nicht richtig zu machen, Angst, von dem wenigen Geld eine Strafe zahlen zu müssen …

Und ich frage mich: Welchen Unterschied gibt es zu damals? Die patriarchalische Erziehung, die uns Mädchen permanent ängstlich hielt und in uns Abwehr und Trotz hervorrief zu dem heutigen Handeln in den gesellschaftspolitischen Entscheidungen? In mir regt sich eine diverse Abwehr gegenüber Dingen, die mir schwammig entgegenkommen und einer diversen Logik entbehren, aber die Menschen tun es, weil sie Angst vor den Folgen haben, wenn sie den Anordnungen nicht gerecht werden. Auch ich tue es, um dem Stress der Folgen zu entgehen. Das lernte ich als Kind und Jugendliche.  Und das machen wahrscheinlich die meisten Menschen. Es ist ein Teufelskreis …

Auf dem Parkplatz schob ich meinen Chip in den Einkaufswagen, gebe die leeren Plastikflaschen in den Automaten, zupfe den Bon und schiebe den Wagen zum Eingang. Aus meiner Tasche nehme ich mein Smartphone und rufe die App „scan and go“ auf. Bevor ich die Schranke passiere, halte ich mein Telefon auf einen Code und scanne den für den Start meines Einkaufes. Mit dem Smartphone scanne ich die Barcods auf den Waren, die ich in den Einkaufswagen lege und tippe die Anzahl noch ein. Meine Einkaufsliste ist abgearbeitet. Zum Schluss scanne ich noch den Bon der zurückgegebenen Flaschen und gehe zur entsprechenden Kasse. Dort halte ich mein Smartphone an das Gerät. Mir wird der Preis angezeigt. Mit meiner Kreditkarte bezahle ich den Einkauf. Die Schranke öffnet sich und ich kann meinen Einkauf ins Auto packen.

Während der gesamten Zeit tappsten wir Kunden wie die  Zombies durch den Supermarkt. Jeder machte sein eigenes Ding. Begegnete man sich, gingen die Leute  im Bogen aus dem Weg. Die Kommunikation fand mit den Augen statt. Manches Mal gesellte sich ein kleines Nicken dazu.

Ich saß im Auto, nahm mir die feuchte Maske vom Gesicht und fühlte mich leer. Als ich das Auto anließ, schaltete sich automatisch das Radio ein. Mein Gott, was ist denn das, was ich gerade höre? Eine neue Corona-Variante könnte für den dramatischen Anstieg der Infektionen in Südengland verantwortlich sein.

Eine unendliche Geschichte bahnt sich an!

In manchen Minuten möchte ich nur noch eins: Augen zu und dieser surrealen Welt entfliehen in meine bunte Welt. Ich möchte alles abstreifen und nichts an mich heranlassen. Meine Gedanken sind bei meinen aktuellen Projektideen, die in meinem Kopf reifen und auf die Umsetzung lauern. Welch ein angenehmes Gefühl sich in mir mit dieser Ablenkung breit macht …

Heute ist bereits der vierte Advent. Wir alle werden diese Adventszeit wahrscheinlich nie vergessen, sie wird in uns Spuren hinterlassen.

Möget Ihr zur Ruhe kommen.

Habt einen angenehmen Adventssonntag.

Passt gut auf Euch auf.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

„Bollos“ – schnelle Weihnachtskekse

Ich versprach Euch ein weiteres schnelles und unkompliziertes Rezept aus der Weihnachtsbäckerei. Mein eigenes Repertoire hält sich in Grenzen, deshalb bat ich mein Netzwerk um Unterstützung.

Heute testete ich die „Bollos“ – ein Rezept, das mir Heide aus Schriesheim (Rregion Rhein-Neckar) schickte. Vor fünfunddreißig Jahren entdeckte sie dieses in einer Beilage der „Hörzu“ „und seitdem gehört das zum festen Bestandteil für’s weihnachtliche Hüftgold“ (Zitat Heide)

(diese Fotos sandte mir Heide)

Was wird benötigt?

  • 250 g gemahlende Mandeln
  • 250 g Zucker
  • 250 g Mehl
  • 250 g Buttter
  • 6 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL gemahlender Zimt
  • ca. 80 geschälte Mandeln
  • Orangenmarmelade (Ich verwendete Sanddornmarmelade.)
  • Backzeit: 20 Minuten
  • Temperatur: 150 Grad (vorgeheizt) Umluft

In eine Rührschüssel gab ich die gemahlenen Mandeln und Zucker. Verrührte alles mit einem Löffel, gab das Mehl dazu, die Eigelb und die Butter. Streute die Prise Salz und das Zimt darüber. Heide lässt alles praktisch in einer Küchenmaschine verkneten. Nun, solch ein Dings hat sich in meinem Haushalt noch nicht verirrt. Also knetete ich die Masse mit meinen Händen kräftig durch. Dabei blitzte der Gedanke „Backpulver!“ auf. Irgendwie stand das nicht bei den Zutaten. Aber ohne Backpulver 🤔 Hmm, falsch kann man da nix machen, dachte ich und gab einfach noch welches dazu 🙈 Den fertigen Teig wickelte ich in Folie und ließ ihn eine viertel Stunde ruhen. Auf zwei Backbleche legte ich Backpapier, heizte den Backofen auf 150 Grad Umluft vor. Aus dem Teig formte ich knapp achtzig Kugeln, die Bollos. Legte sie in größerem Abstand auf die Bleche. Heide sagte mir, dass diese Bollos etwas breit laufen beim Backen. Zum Schluss drückte ich eine Mandel auf jede Kugel und schob die Bleche für zwanzig Minuten in den Backofen.

Mein Blick eilte voller Sorge immer wieder zum Backofen. Ich durfte beobachten, wie die Bollos von Minute zu Minuten zu breiten, flachen Flundern mutierten. Hmm, das Backpulver!!! Es war keine gute Idee. 😅 Also bitte, lasst das weg.

Inzwischen erhitzte ich die Sanddornmarmelade in einem kleinen Topf. Damit bestrich ich nach dem Backen die Bollos.

Wow! Die Kekse sind total lecker! Es ist ein köstlicher Winterkeks. Dieses gehaltvolle Gebäck passt zum Tee oder Kaffee wunderbar in die kalte Jahreszeit.

Und alles in allem ging es sehr schnell. Für die Zubereitung brauchte ich dreißig Minuten, fünfzehn Minuten für das Ruhen des Teiges und zwanzig Minuten für das Backen. Die Bedingung „einfach und schnell“ wurde erfüllt.

Euch wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren dieses Rezeptes. Und wie immer, freue ich mich sehr über Euer Feedback. Schreibt mir einfach unten im Kommentarfeld.

Das nächste Rezept erhielt ich von Karola. Lasst Euch überraschen!

Genießt den dritten Advent und seid herzlich gegrüßt von Eurer

Petra Kolossa.

Oma Ralfs Quarkstollen

Ihr wisst ja, ich koche sehr gern, aber es muss schnell gehen.  Backen ist so eine Sache. Ich bin da nicht besonders geübt, wahrscheinlich, weil ich es nicht oft genug tue. Und irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass Backen ein unendlicher Aufwand ist.  Nun, vor einer Woche fragte ich auf meiner Facebook-Seite meine Freunde nach einfachen und schnellen Rezepten für die Weihnachtsbäckerei. Einige wollte ich auswählen, selbst ausprobieren und Euch hier davon berichten.

Als erstes Rezept entschied ich mich für „Oma Ralfs Quarkstollen“. Dirk aus dem fernen Norden, aus Neumünster, schickte mir eine Zutatenliste. Er erzählte mir, dass er diesen Stollen seit vierzig Jahren so backe und dieser immer gelinge. Also machte ich mich gestern Abend an den Test.

Ich gab zunächst in eine Rührschüssel:

  • 500 g Mehl (1 Pfund)
  • 150 g Zucker
  • 250 g Quark
  • 2 Eier (M)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 6 Tropfen Bittermandelaroma
  • eine Prise Salz
  • 150 g Butter (statt der Margarine)

Mit einem Rührgerät verarbeitete ich diese Masse, bis es ein guter Teig wurde. Ich bnutzte zunächst die Rührstäbe, stellte aber fest, dass die Knethaken dafür besser geeignet sind. Also lieber gleich die Knethaken benutzen.

Dann gab ich die anderen Zutaten zum Teig.

  • 150 g Rosinen
  • 100 g gehackte Mandeln

Das knetete ich kräftig durch, gab dem ganzen eine Form, wickelte es in eine Folie und ließ den Teig für zwanzig Minuten ruhen. Den Backofen heizte ich auf 180 Grad Umluft, legte den geformten Teig auf ein Backblech, schob ihn auf die mittelste Schiene und ließ es sechszig Minuten backen. Als der Stollen ausgekühlt war, bestäubte ich diesen mit etwas Puderzucker.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Stollen schmeckt wirklich lecker. Es lässt sich fix vorbereiten und ist vollkommen unkompliziert umzusetzen. Für die Zubereitung habe ich zwanzig Minuten benötigt, plus zwanzig Minuten Teig ruhen und sechszig Minuten Backzeit.

Nun muss ich jedoch als gebürtige Dresdnerin, die mit dem Dresdner Stollen groß geworden ist, sagen, dass ich dieses Gebäck eher als Quark-Rosinen-Kuchen bezeichnen würde. Ganz sicher lässt sich dieses Rezept nach den eigenen Vorstellungen zum Beispiel mit Zitronat, Orangenat, Wallnüssen, vielleicht sogar mit Apfelstücken und vielen anderen Dingen modifizieren. Ohne Abstriche: Das Grundrezept ist einfach köstlich!

Probiert es einfach mal aus. Ich bin sehr neugierig über Eure Berichte. Schreibt mir einfach unten in das Kommentarfeld. Ich freue mich riesig auf Feedback. Und ich freue mich auch, wenn Ihr mir Eure sehr schnellen und einfachen Backrezepte verratet.

In der nächsten Woche probiere ich ein Keks-Rezept von Heide aus. Ihr dürft gespannt sein.

Bei uns hier im südlichsten Süden Deutschlands hat es soeben wieder begonnen zu schneien. – Wie passend!

Ich schicke Euch einen lieben Nikolausgruß. Macht es Euch gemütlich und genießt den zweiten Advent.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Einmeterfünfzig!

„Ahh, unsere Begegnungsstühle!“, denke ich und schaue mir die Fotos auf meinem Smartphone an, die ich nach dem Aufbau unserer letzten Ausstellung im Rathaus Deggenhausertal machte. Eine Idee, einst geboren von der Schweizer Künstlerin Stefanie Seiler-Saste. In unserer Künstlergruppe „seeArt“ griffen wir den Grundgedanken auf. Wir Künstler/innen haben alle einen oder mehrere solcher Begegnunsstühle gefertigt. In jeder Ausstellung, bei jeder Aktion, wo wir sind, sind auch unsere Begegnungsstühle dabei. Künstlerisch gestaltete Stühle laden ein, sich niederzulassen, sich zu setzen, sich kennenzulernen, zu kommunizieren, zu lachen, sich näher, einfach ins Gespräch zu kommen …

Auf unseren Ausstellungen wurden die Stühle gerne belegt. Die Menschen rückten zusammen, ruhten sich auf diesen aus, diskutierten und genossen die Zeit.

Nun, bei unserer aktuellen Ausstellung, die wir Mitte Oktober sang- und klanglos ohne Besucher und ohne Vernissage eröffneten, stehen nur drei dieser Stühle und ein Tisch. Für mehr war nicht Platz. Der Abstand zwischen den Stühlen von mindestens 1,50 Metern musste eingehalten werden. So die momentane „Covid19-Vorschrift“.

Ein Paradoxon. Die Begegnungsstühle mutierten zu Distanzstühlen. – Sagten wir noch vor dem März dieses Jahres: „Kommen Sie näher. Setzen Sie sich zu uns!“ Denken heute die meisten Menschen: „Halten Sie Abstand! Kommen Sie mir nicht zu nah!“

Es ist mir klar, dass auf diesen Stühlen keiner Platz nehmen und schon gar nicht mit einer anderen Person mit der Maske im Gesicht laut über diesen Abstand auf der Chefetage sich eine Unterhaltung zuwerfen wird.

Unsere nun bereits dritte Ausstellung in dem Rathaus ist eine reine Sympathie-Kunstschau. Ich war etliche Male dort in den letzten Tagen und sah mir die Situation vor Ort an. Ich traf einen einzigen Touristen, der eine Radfahrerkarte wünschte. Die Gänge sind leer. Die Menschen vermeiden Wege, die aus ihrer Sicht nicht sein müssen. Viele Dinge lassen sich online oder auch am Telefon erledigen. Nun, und der Bürgermeister scheint ebenso zwischen den Stühlen zu stehen. Kann er im Gemeindeblatt oder der Webseite des Rathauses die Bewohner dazu aufrufen, ihre Wohnung zu verlassen und sich auf die Strümpfe zum Rathaus zu machen? Es scheint, er kann es nicht. Ein Weg zum Rathaus muss einen triftigen Grund haben, die eigenen vier Wände zu verlassen. 

Und eine Kunstausstellung ist es wahrscheinlich für die meisten Menschen nicht, das Rathaus aufzusuchen. Und so sind unsere einstigen Begegnunsstühle reine Dekoration, wie auch die Werke unserer Künstler, die noch bis Anfang Januar 2021 dort zu bestaunen sind. Nach dem Aufbau unserer Ausstellung machte ich ein kleines Video. Ihr findet es auf meinem YouTube-Kanal. Hier ist der —->>> Link zu dem Video. Klickt es einfach an. Wenn Ihr meinen Kanal besuchen wollt,  findet Ihr diesen unter www.youtube.com/petrakolossa.

Wer in der Nähe des Deggenhausertals ist, packt Eure Maske ein, schaut einfach mal auf der Rathausstraße 1, in Wittenhofen im Rathaus vorbei. (Tippt in die Navigation Schulstraße 1 ein.) Schaut aber bitte zuvor hier in die Öffnungszeiten.

Mein Wesen kämpft gegen diese aufgesetzte Distanz. Wenn ich in größeren Abständen den Weg zum Supermarkt unternehme, bemerke ich jedes mal ein gesteigertes Distanzverhalten. Die derzeitige Corona-Situation verändert die Menschen.

Man sagt: Alles, was ich dreißig Tage immer wieder tue, höre, sage, lebe … verfestigt sich im Unterbewusstsein. Kurz gesagt, es brennt sich in unsere Festplatte ein. Nun, und wenn das Ganze zur Sicherheit noch ein paar Monate länger trainiert wird, ist es schwierig, mal eben so einen Sprung in das Einst zu tun. Es wird nicht mehr so sein, wie es einmal war! Und ich bin so verdammt froh, vor zwanzig Jahren den Stecker des Fernsehgerätes gezogen zu haben …

Passt auf Euch auf!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

o. T. – ohne Titel

Ihr schaltet das Radio ein.

Nichts. Keine Musik. Kein gesprochenes Wort. Kein Text. Nichts.

Ihr kauf Euch eine Zeitschrift. Nichts. Weiße Blätter. Keine Fotografie, keine Beiträge. Nichts.

Ihr geht in den Supermarkt. Stille. Keine Hintergrundmusik. Nichts.

Ihr seid im Auto unterwegs und schaltet gewohnheitsgemäß Euer Radio ein. Nichts. Stille. Keine Musik, keine Worte. Nichts.

Ihr greift nach einem Buch. Nichts. Leere Seiten …

Ihr schaltet Euer Fernsehgerät ein. Nichts. Keine Filme, keine Konzerte, keine Serien … Nichts.

Ihr weicht zu Netflix, Spotify & Co. … aus. Nichts lässt sich streamen …

Keine Galerien, keine Bilder, keine Skulpturen … kein Theater, kein Kino, keine Bücher, keine Konzerte, keine Zeitschriften, kein TV … Nichts …

Ohne Kunst und Kultur wird es still!

Als systemunrelevant werden Kunst und Kultur beiseite geschoben, als Normalität hingenommen. Weil sie eh schon immer viel gaben und wenig nahmen, schickt man diese nun auf den erniedrigenden Weg zum Sozialamt. Diese Menschen haben keinerlei Schuld an diesen politischen Entscheidungen des lockdowns! Diese Künstler/innen und Kulturschaffenden sind meistens Freiberufler oder zum Teil unter Zeitarbeitsverträgen. Hier gibt es kein Kurzarbeitergeld. Die Hilfe vom Staat gewährt ihnen keine soziale Absicherung. Sie können von dieser Hilfe Betriebsausgaben bezahlen, also Geschäftsräume, betriebliche Kredite usw., aber kein Brötchen beim Bäcker. Sie werden auf Nachfragen zum Sozialamt geschickt. Dort müssen sie sich „nackt machen“, um Hilfe zu bekommen.

Werden Kurzarbeitergelder abhängig von der finanziellen Situation des Arbeitnehmers gezahlt? Nein. Sicher nicht. Künstler und Kulturschaffende werden ins soziale Aus geschoben. Und das ohne ihr eigenes Verschulden. Diese Branche hat Hygienekonzepte vom Feinsten erstellt und in die Umsetzung investiert … Es gibt keinerlei Nachweise, dass von dort irgendwelche gesundheitsschädlichen Übertragungen geschehen sind. Ich will es hier nicht weiter ausführen. Ihr werdet all die Dinge selbst bereits verfolgt, gelesen, gehört oder gesehen haben.

Heute bekam ich einen Aufruf der Münchener Philharmoniker, des Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, der Bayrischen Staatsoper … und vielen anderen mehr für eine Aktion geschickt

für den Montag, den 02. November 2020, 20:00 Uhr.

„Wir haben folgende Aktion geplant.
Leite es gerne an jeden Kulturschaffenden weiter. Je mehr mitmachen, desto lauter wird die Stille.

Ohne Kunst wirds still.

Um unserem Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur Ausdruck zu verleihen, werden wir am Montag, den 02.11.2020 um 20 Uhr Videos, Livestreams und Beiträge unter dem Hashtag #SangUndKlanglos auf allen verfügbaren Medien veröffentlichen, die individuell dargestellt Stille zeigen. Von den großen Kulturinstitutionen bis zum einzelnen Künstler sind alle herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

„Alarmstufe Rot“ wird uns dabei unterstützen.

„Wir, die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bayrische Staatsoper und viele andere Orchester werden beispielsweise zum Konzert auftreten, aber nichts spielen. Und nach ca. 20 Minuten Stille wieder abtreten.
Seid gerne kreativ. Ob Livestream aus dem Proberaum, Wohnzimmer… oder nur ein Stillleben (Notenständer, Staffelei, Ballettschuhe…..).“

Alle die in der Kunst und Kultur involvierten Menschen und Sympathisanten rufe ich hiermit auf: Seid dabei, zeigt laut Eure Stille. Nehmt es nicht einfach als gegeben hin und glaubt nicht, es sei nutzlos und ergebe keinen Sinn.  Jeder Tropfen höhlt den Stein!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

homepART und Magic

In einem meiner letzten Blogs schrieb ich über G.G. Cross, meine australische Freundin und Musikerin. Und ich erzählte Euch von der Idee, mein homepART-Design mit ihrem Magic-Song zu begleiten. Den ersten kleinen Clip möchte ich Euch nicht vorenthalten. Denn wir mögen diesen wirklich. Es ist eine Symbiose: Ihr kraftvoller Song und mein farbintensives Design.

Schaut selbst —–>>>

Nun, der Anfang ist getan. In den nächsten Tagen und Wochen gibt es für mich viel zu tun. Und ich freue mich schon heute, Euch bald in meinen neuen Online-Shop für die Unikate, also meine Originalprodukte, einzuladen. Selbstversändlich findet Ihr dort auch die Einzelstücke aus der „homepART“-Serie.

Hach, und jaaaa! Die Eröffnung werden wir mit einer kleinen Einweihungsparty zelebrieren.

Um etwas Geduld muss ich Euch jedoch bitten. Ihr werdet es hier rechtzeitig erfahren.

Apropos rechtzeitig: Habt Ihr schon meinen Blog abonniert? Super! Wenn nicht, dann macht es ganz schnell einfach mit Eurer E-Mailadresse. Dann verpasst Ihr keinen meiner Beiträge 😊

Und natürlich freue ich mich sehr über Euer Feedback. Schreibt es einfach unten in das Kommentarfeld. Vielen lieben Dank.

Aber für heute genug …

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mit den Ohren sehen

Ich höre, wie sich mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung eine Zigarette anzündet, den Qualm entspannt ausatmet. Und ich weiß, er ist nun bereit, mir zuzuhören. Ich kann das Interview führen und meine Konzentration auf den Inhalt des Gespräches lenken.

Ich höre, wie in dem Raum hin- und hergegangen wird. Wie Gegenstände geräumt werden, wie Wasser in ein Gefäß gelassen wird. In meine Ohren bohrt sich das Geräusch einer Kaffeemaschine. Ich muss ein weiteres Mal eine Frage wiederholen. Meiner Gesprächspartnerin ist das unangenehm und sie will das Interview beenden. Es kostet mich viel Empathie, ruhige Worte und Geduld. Ich höre, wie sie sich setzt und ich kann fühlen, wie sie an ihrem Kaffee nippt und sich entspannt. Nun kann ich beginnen, ernsthaft zu arbeiten.

In meine Ohren bohren sich schmerzhaft die Geräusche eines Kochprozesses. Der Kochtopf knallt auf den Herd, das Wasser kocht, in der Pfanne wird gerührt, das Fett spritzt mit kurzen, hellen, harten und scharfen Klängen, der Löffel wird laut beiseite gelegt. Zwischendurch bekommt „Alexa“ immer wieder ihre Befehle. Meine Gesprächsteilnehmerin möchte mit mir sprechen. Für sie ist diese Multitasting-Situation völlig normal. Mich kostet es unendlich große Kraft, diese Unmengen an lauten Nebengeräuschen mit den wichtigen Inhalten des Gespräches in meinem Kopf zu verarbeiten.

Gestern traf ich auf eine junge Frau. Sie nahm mich mit in die Straßenbahn. Wir stiegen drei mal um und wir kamen gemeinsam in der Universität an. Da die Durchsagen der Straßenbahnlautsprecher auch durch meine Kopfhörer drangen, weiß ich, dass sie in meiner Geburtsstadt unterwegs war und ich wusste genau, an welcher Haltestelle sie die Bahn wechselte. In der Uni waren gefühlt tausend Menschen und mein Kopf schien zu platzen. Meine Gesprächspartnerin war eine Chinesin. Ich sprach sehr langsam und akzentuiert. Sie verstand gut. Es war ein sehr interessantes und gutes Interview. Als ich es beendete, war ich völlig erschöpft. Mein Gehirn hatte die gesamte Zeit zu selektieren, die inhaltlichen Aspekte von den Nebengeräuschen in den Straßenbahen. Von den dortigen Gesprächen der anderen Menschen, die Durchsagen aus den Lautsprechern, den Windgeräuschen auf der Straße, den vorbeifahrenden Autos und so weiter und so weiter. In der Universität hallte mir eine Lärmkulisse in die Ohren, die mich fast zum Abbruch des Gespräches brachte, weil ich kaum noch die Konzentration und die Kraft dafür aufbringen konnte.

Willkommen in der neuen Welt!

Das sollen nur einige Beispiele sein. Was ich jetzt unter den Kopfhörern tue, tat ich viele Jahre lang bis Anfang März face to face, also in persönlichen Gesprächen. Ich sah meinen Gesprächspartnern in die Augen, nahm ihre Mimik und Gestik wahr. Und genauso war es auch umgekehrt. Mein Gegenüber sah mich und konnte sich seine Meinung von mir bilden. Es waren Gespräche auf Augenhöhe, Interviews, die eine Stunde Zeit oder mehr in Anspruch nahmen.

Die globale Situation unter Covid19 hat viele Dinge in unserem Leben verändert. So auch in etlichen Berufen. Die Kunst- und Kulturbranche liegt lahm. Ein Aufenthalt beim Friseur zum Beispiel ist zur Zeit eher eine praktische Angelegenheit als ein entspannendes Erlebnis. Auch in diesem Job, den ich tue, wurde eine praktikable Lösung gefunden. Wir können aus verständlichen Gründen unsere Arbeit voraussichtlich noch eine lange Zeit nicht wie gewohnt tun.

Um die Projekte und Studien nicht komplett einzustampfen, wurde nach einer Lösung gesucht. Und ich, wie auch meine Kollegen, die diese Arbeit seit vielen Jahren freiberuflich tun, sind froh, ihren Job, wenn auch in veränderter Form ausüben zu können. Nämlich am Telefon.

Ich sitze unter meinen Kopfhörern und höre in mein Gegenüber hinein. Ich höre eine Stimme, ich höre ein Atmen, ich höre das Umfeld und die Bewegung und ich sehe mit meinen Ohren einen Menschen. Ich begegne Jedem mit der gleichen Freundlichkeit. Und ich vertraue mit jedem Anruf mit gleichem Vorschussbonus.

In den letzten Wochen hatte ich sehr viele wirklich gute Gespräche. Ich traf auf fantastische Menschen und meine Arbeit erfüllte mich in diesen Momenten.

Nun, es ist aber auch eine bittere Erkenntnis: Menschen, die mir nicht ins Gesicht sehen können, die mich nicht in meiner Persönlichkeit wahrnehmen, sehen mich als Neutrum. Und ihnen wiederum ist bewusst, dass ich es ebenso nicht kann. Und es bedarf ein dickes Fell, sich die vielen entgleisten Anfeindungen abzuschütteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob mein Gegenüber weiblich, männlich oder, oder … ist. Auch das ist eine Erfahrung, die ich lieber nicht gemacht hätte. Ein „Halt die Fresse!“ zum Beispiel schleuderte mir eine Frau genauso entgegen wie ein Mann, ebenso eine knabenhafte Stimme oder ein kindhaftes Mädchen. Von weiteren Entgleisungen will ich hier nicht berichten. – Es ist für mich schmerzhaft, bewusst wahrzunehmen, in welch einer veränderten Welt wir leben. Vielleicht gab es diese schon immer und ich habe das nie so bewusst wahrgenommen, weil ich fast nie in meinem Leben auf derartige Reaktionen von Menschen traf.

Ich bringe Verständnis für die Menschen auf, die meinen Anruf entgegennehmen. Ich weiß, dass sehr viele Leute Dank der ausführlichen Berichterstattungen unserer Medien, insbesondere der negativen Beispiele in unserem Leben, jeden Anrufer als Schuft verdammen, der nicht in ihr Raster passt. Nur ist nicht jeder Autofahrer ein Falschfahrer, jeder Handwerker automatisch ein Wohnungsdieb, jeder Polizist ein falscher … 

Ich wünsche mir nur etwas Achtung und Respekt vor dem Tun und der Arbeit des anderen. Wenn Ihr wieder einmal einen Anruf von einer Person bekommt, die Ihr noch nicht kennt: Hört ihr doch einfach nur zu. Sie wird Euch in den ersten sechzig Skunden erklären, worum es geht und Eure Fragen beantworten.

Denkt bitte einfach daran, dass die  Kommunikation im Augenblick andere Wege geht. Es lässt sich nicht umgehen.

Ich freue mich sehr über Eure Meinung. Schreibt sie einfach unten in das Kommentarfeld. Vielen lieben Dank.

Herzlich,

Eure Petra Kolossa

Malte Sonnenfeld – Künstler

Anfang 2018 stolperte ich bei Instagram über einige Kunstwerke, die mich innehalten ließen. Es waren Bilder, sehr farbintensiv, klar, irgendwie abstrakt, ein Stück PopArt, eine Kombination zwischen Zeichnung, Collage, Grafik und Malerei. Bilder mit einer Botschaft, intelligent versteckt und wahrscheinlich nur zu verstehen für den, der es verstehen will und den, der sich mit seinem Umfeld sowie dem Geschehen auf diesem Globus auseinandersetzt. Es sind Werke, die Emotionen wecken und nachhaltig sind.

Der Künstler Malte Sonnenfeld machte mich neugierig. Ich kannte ihn und seine Kunst bis dahin nicht. Sein Name verwirrte mich etwas und schien konstruiert. Der harte, kühle nordische Vorname gekoppelt mit einem weichen Namen, der eine warme und südliche Region suggeriert, ließen mich recherchieren. Nun, ich fand eine Bestätigung zu meiner Vermutung.

Michael Koslar, ein deutscher Fernsehmoderator, Sprecher, Autor und Maler. Der 52jährige Kölner separiert mit seinem Künstlernamen Malte Sonnenfeld die Malerei von den anderen Genres, die er außerdem bedient. Ich möchte ihm nicht weiter vorgreifen, denn weiter unten wird er Euch alles selbst erzählen. (Foto: Malte Sonnenfeld)

Im Laufe der über zwei Jahre, die ich Malte Sonnenfeld auf seinem Instagram-Kanal folge, sind nun eine beachtliche Anzahl von Bildern zu finden. Und die Gefühle beim Betrachten seiner Werke wandern zwischen einem Lächeln, einem „Aha, so-so“, „Hmm nun ja“, „Boah“, „ziemlich mutig“, „genau so!“ …

Schaut selbst  —->>> hier

Malte Sonnenfeld ist inzwischen ein bekannter deutscher Neo-Pop-Art-Künstler. In den 50er und 60er Jahren wuchs in Großbritannien und den USA die Pop Art. Man sagt, es sei ein Augenzwinkern, ein Aufbegehren gegenüber der „intelligenten“ abstrakten Kunst. Vielen Menschen blieben (und bleiben) die abstrakten Werke unerschlossen und ein ewiges Rätsel. Die Pop Art trumpft mit klaren Farben und Linien. Sie greift vor allem aktuelle Themen auf, gern auch die Konsumgesellschaft. Pop Art steht für populär, volkstümlich und erreicht eine breite Masse Menschen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihr über den Begriff  „Neo-Pop-Art“ stolpert. Seit einigen Jahren erlebt die Pop Art eine zeitgenössische Wiederbelebung. Mit dem griechischem Wortstamm neo (frisch, jung, neu, ungewöhnlich) wird die Epoche dieser Pop Art definiert.

Nun, wenn es den Begriff noch nicht gibt, ich weiß es tatsächlich nicht, möchte ich die Kunst von Malte Sonnenfeld als „tiefsinnige abstrakte Neo Pop Art“ bezeichnen.

Vor ein paar Tagen schrieb mir Malte und erzählte mir von seinem Film, den er in mühsamer Kleinarbeit mit Kollegen und Akteuren von seinem Leben erstellte. Ich habe mir den Film angesehen. Er ist wirklich so toll geworden, dass es mich motivierte, Euch hier von Malte Sonnenfeld zu erzählen. Ich bat ihn um ein paar Bilder. Er schickte mir außerdem noch den offiziellen Pressetext, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Aber schaut hier den Film:

Bitte ——->>> hier zum Film klicken

Pressetext:

„Wenn die Menschen wegen Corona nicht ins Atelier kommen, dann muss der Künstler zu den Menschen“. …so dachte der Neo-Pop Art Künstler Malte Sonnenfeld zu Beginn des Lockdowns. Er telefonierte rum, schrieb Emails und hatte nach einer Woche ein komplettes Drehteam und Unterviewpartner zusammen um einen Dokumentarfilm über seine Arbeit zu drehen. Projektname: „MALEN SIE DOCH MAL WAS SCHÖNES!“. Unterstützt von Horst Goetze (betreibt den „Künstlerkanal“ auf youtube) machte sich Sonnenfeld an die Arbeit. Mitte August war es dann soweit, der Film war fertiggestellt und wurde auf diversen Online-Plattformen veröffentlicht.

Herausgekommen ist eine sehr erhellende Dokumentation über die Arbeitsweise eines Künstlers, seine Stellung in der zeitgenössischen Kunst, die Interpretation seiner Werke, aber auch ein Mut-mach-Film für andere Künstler.
Eine geistreiche, humorvolle und intelligente Art und Weise, um kreative Wege aus der Krise zu finden. Sonnenfeld ist „…einer der bekanntesten deutschen Neo-Pop-Art-Künstler“ und ist „…deutschlandweit bekannt im Neo-Pop-Stil…“. Mittlerweile arbeitet Malte Sonnenfeld in mehreren Städten: Unkel (Stamm-Atelier), Köln und seit diesem Jahrt auch Mönchengladbach.

Ihr wollt mehr wissen, seid neugierig geworden, plant einen Besuch in seinem Atelier, oder, oder, oder …

So findet Ihr Kontakt zu …

malte sonnenfeld – atelier
pützgasse 2
53572 unkel
0172-545688 und die null

Mir war es ein Vergnügen, Euch mit Malte Sonnenfeld bekannt zu machen. Ihr seid begeistert von seinem Schaffen? Oder wollt mir etwas mitteilen. Scheut Euch nicht, das Kommentarfeld unten zu benutzen. Ich freue mich riesig, von Euch zu lesen.

Und wer es noch nicht getan hat: Ihr dürft gern meinen Blog ganz einfach mit Eurer Email-Adresse abonnieren. Ihr werdet dann keinen Beitrag mehr verpassen.

Für heute:

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

G. G. Cross – Musikerin

Wir begegnen Menschen in unserem Leben, die Spuren in uns hinterlassen, oftmals auf ungewöhnlichen Wegen. Ein solcher Mensch ist G. G. Cross. Wir trafen uns vor über einem Jahr auf ziemlich ungewöhnlichem Pfad, nämlich über einen gemeinsamen Freund, den wir beide schon längerer Zeit kannten. Nun, das ist heutzutage nichts Besonderes. Es sind die Entfernungen. Rund fünfzehntausend Kilometer Luftlinie ist eine beachtliche Strecke. Ohne der digitalen Welt wären wir uns niemals begegnet. Das ist uns bewusst.

Foto / Grafik: G. G. Cross

Die Liebe zur Kunst schweißte uns zusammen und inzwischen ist G. G. Cross eine liebe Freundin für mich. Als ich das erste Mal ihren YouTube-Kanal besuchte, stolperte ich über einen Song, der mein Herz eroberte und die Brücke zu meiner Kunst schlug. Ich entwickle zur Zeit meine „homepART“-Linie und ich stellte mir vor, wie dieser kraftvolle Song mit einer solchen starken Botschaft als Sound-Begleiter für diese Serie wäre. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Ich erzählte also meiner Freundin von meiner Idee. Sie war genauso begeistert und stimmte sofort zu; ebenso meinem Wunsch, einen Blog über sie zu schreiben. Denn jeder soll vorab wissen, aus wessen Feder dieser Song stammt, der meine knallbunte homepART-Linie begleiten wird.

Nun ist es so, dass uns nach momentaner Sommerzeit eine Zeitdifferenz von acht Stunden trennen. Wenn ich also Mitternacht ins Bett gehe, sitzt sie gemütlich bei ihrem Morgenkaffee. Wenn wir uns hier in Deutschland über den herrlich warmen Sommer freuen, schaltet sie im Winter die Heizung ein. G. G. Cross lebt in Melbourne, in Australien.

Wir verabredeten uns vor ein paar Tagen für zehn Uhr am Morgen für mich und achtzehn Uhr am Abend für sie zu einem Interview.

Ich wollte natürlich wissen, seit wann sie sich bewusst mit der Musik beschäftigt und fragte sie danach:

Bereits in der High-School habe sie sich in einer Schulband engagiert. Sie schrieb eigene Texte und Melodien, die sie mit ihrem damaligen Band-Leader perfektionierte.

Später arbeitete sie allein und suchte sich andere Musiker, die ihr beim Arrangement halfen, um ihre Songs runder zu machen. „Nun, und in den letzten Jahren habe ich meine Songs allein mit einem Mixing-Mastering-Ingenieur geschrieben und produziert.“, sagte sie mir.

Alles in allem war sie meistens Sängerin, aber inzwischen tut sie beides allein. Sie beauftragt einen Profi, der letztendlich eine endgültige professionelle Mischung kreiert. Aber ihr größter Wunsch ist es, auch das allein zu bewerkstelligen. Sie begründet es damit: „Ich arbeite an einem Song. Und nur ich weiß, wie er sein soll. Ich allein bin der Star meiner Show!“ 

„Ich wusste nicht, dass ich überhaupt singen kann, geschweige denn wusste ich von der Kraft meiner Stimme. Ich bin Autodidakt.“, erzählt sie weiter. Sie war in vielen Bereichen tätig, aber vor allem auf dem Gebiet der Kundenbetreuung und sie habe auch in der Schönheitsbranche gearbeitet. „Ich bin also tatsächlich ein Allrounder.“, sagte sie und wirft ein: „Wenn du über mich schreibst, verwende bitte nur meinen Künstlernamen G. G. Cross. OK?“ – Gut, ich bin ihrem Wunsch nachgekommen und auch ihrem Wunsch, keine Bilder von ihrer Person zu benutzen.

Ich fragte sie, welche Ziele sie habe, was sie perspektivisch anstrebe. Sie liebe es zu schreiben und sie habe irgendwann ein Drehbuch geschrieben, das seit über zwanzig Jahren ruhe. Wer weiß, was daraus einmal wird.

„Ich habe eine Vision, Petra. Ich würde gern etwas Aktives tun, um zu verhindern, dass Menschen verletzt werden. Dass deren Gefühle und Emotionen missbraucht werden, wie zum Beispiel Mobbing. Ich möchte es irgendwann mit meiner Musik, Kunst und meinen kreativen Einflüssen verbinden. Ich werde gerne helfen und versuchen, etwas zu verändern, wenn ich es kann. Nun, ich muss erfolgreich sein, damit man mich hört, wenn ich meine Botschaften an andere weitergebe. Weißt du,  ich bin ein einfacher Mensch, der es liebt, anderen zu helfen, da dies eine Stärke ist, die ich in mir habe und die ich gerne weitergeben möchte, um einen positiven Effekt in ihnen auszulösen.“

Sie hält kurz inne und ich spüre, dass ihre Gedanken spazieren gehen.
„Ich war ein verträumtes Kind. Ich habe es geliebt, alles zu erkunden. Ich hatte eine wilde Fantasie und ich liebe den Ozean. Das habe ich immer getan. Das ist mein himmlisches Zuhause.“ Und sie ergänzt: „Ich bin jetzt 53 … wow, große Zahl!“ Sie lacht.

„Eine andere triviale Sache an mir. Meine Stimme möchte meistens eine schwarze Frau sein. Sie liebt Soul und Blues.“  Sie erzählt weiter:
„Ich liebe Astrologie, aber ich lese nicht mehr so viel wie früher. Ich bin ein großer Filmfan und habe über tausend Filme in meiner Sammlung. Ich liebe die neuen romantischen 80er Jahre. Ich habe „Adam und die Ameisen“ geliebt, „Duran Duran“ und eine riesige australische Band namens Psuedo Echo. Schau sie dir an. Ich bin religiös zu all ihren Gigs gegangen.“

G. G. Cross ist eine vielseitige kreative Frau. Sie schickte mir noch mit einem kleinen Lächeln ein paar Schnappschüsse einiger ihrer Kunstwerke, die an der Wand ihrer Wohnung hängen. Ich will es Euch nicht vorenthalten:

Bei mir ist es gleich Mittag und bei ihr bald Nachtruhezeit. Wir haben unendlich viel gesprochen. G. G. Cross ist in Griechenland / auf Zypern geboren und lebt seit vielen Jahren in Melbourne. Dort seit zehn Jahren nun auf Phillip Island, einer Touristenhochburg in Victoria.

G. G. Cross freut sich auf Euer Feedback.

  • Ihr erreicht sie via Email unter gg.cross.sing@gmail.com
  • Ihr junger YouTube-Kanal, auf dem sie ausgewählte Songs veröffentlicht: klickt bitte  —-> hier. Wenn es Euch gefällt, lasst ein Like dort 😊
  • Und gern abonniert G. G. Cross auf Facebook —-> hier
  • Auf Instagram ist sie neu —-> hier zu finden.

Soeben, als ich diesen Blogbeitrag beenden will, erhalte ich von G. G. Cross folgende Zeilen: „Petra, das Lied könnte dir gefallen. Ich habe mit vielen anderen im Chor teilgenommen. Es wurde gestern veröffentlicht. Ich hoffe, du magst es. Das ist von einem indigenen Mann namens Cutcha Edwards.“ Mir stand die Gänsehaut, als ich es anhörte. Klickt einfach —–> hier. Es wird Euch gefallen.

Es war mir ein Vergnügen, Euch von G. G. Cross zu erzählen. Nun, wenn Frauen, die sich gut verstehen, unterhalten nimmt das Gespräch kein Ende. Und ich halte jetzt einfach inne 😉

Zu einem etwas späteren Zeitpunkt werde ich Euch von meinem „homepART“-Projekt in Verbindung mit dem „Magic-Song“ erzählen.

Für heute soll es genug sein.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mal fix reservieren

„Lasst uns schnell einen Tisch reservieren.“, sagt sie und ergänzt: „Es ist Sonntag und es könnte im Zschopautal bei diesem schönen Wetter schwierig werden, einen Platz zu bekommen.“

Die alte Dame greift zum klassischen Telefon und tippt die Nummer der Gaststätte in die Tastatur. Es klingelt laut. Sie hält das Gerät wie ein Mikrofon, denn es steht gewohnheitsgemäß auf „laut“.

Es meldet sich die Gaststätte und sie trägt ihre Bitte vor.

„Ja, guten Tag. Ich möchte für heute dreizehn Uhr einen Tisch für vier Personen reservieren.
„Das geht nicht. Da müssen sie lange warten. Wir sind voll.“
„Oh, na gut. Wie ist es um halb eins?“, fragt sie.
„Geht auch nicht. Ist genauso.“
„Hm, und wenn wir um zwölf kommen?“
„Ja, warten sie. Ich sehe nach. Naja, das kriegen wir irgendwie hin.“
„Ach, warten sie mal.“, unterbricht die alte Dame. „Sie sagten doch, wir müssten lange warten, wenn wir um dreizehn Uhr kommen. Wissen sie, das ist nicht schlimm. Wir haben Zeit. Wir nehmen einen Tisch um dreizehn Uhr.“
„Das geht nicht.“, kommt es prompt. „Da kann es sein, dass wir kein Essen mehr haben.“, so die Person am anderen Ende des Telefons.
„Ach so, naja, dann kommen wir eben um zwölf.“ …

Wieviel Geduld in dieser Frau steckt, denke ich.

Wie wäre meine Reaktion gewesen? Ihr ahnt es.
Ich hätte gedacht: „Verklapsen kann ich mich allein.“
Gesagt hätte ich: „Dankeschön, ich werde in einem anderen Restaurant einen Tisch für uns reservieren lassen.“
Tschüss und gut.

Es ist immer das Gleiche, was mich in solchen Situationen bewegt.

Ich sehe den Besuch in einer Gaststätte als etwas Besonderes. Meine Küche bleibt geschlossen. Ich lasse mich verwöhnen.
In einer schönen Atmosphäre kann ich von einer Karte ein Gericht auswählen, auf das ich Appetit habe. Ich werde verwöhnt von super nettem Personal im Service und der Küche, von Menschen, die ihren Job als das verstehen, was er ist. Eine Dienstleistung, die sie gern und von Herzen geben.
Ich kann meinen Körper und Geist für ein paar Stunden auftanken und es mir richtig gut gehen lassen …

Ein Mittagessen für vier Personen bringt einer Gaststätte mit durchschnittlichem Niveau einen Umsatz von ungefähr einhundertzwanzig bis einhundertfünfzig Euro.
Wie viele Stunden habe ich zuvor mit meiner Arbeitsleistung an einer anderen Stelle meine Kraft investiert, um diese Rechnung begleichen zu können?
Wenn ich also eine Gaststätte auswähle, um dort meine Zeit zu verbringen und das zuvor von mir erwirtschaftete Zahlungsmittel investiere, dann will ich es zelebrieren und mit Freude tun.

Und ich mag es nicht, wenn das Personal oder die Besitzer dem potentiellen Gast eine gewisse Gnade suggerieren, einen Platz für sie zur Verfügung zu stellen. Das ist es definitiv nicht.
Es ist ein Geben und Nehmen auf gleichem Niveau.
Ich nenne es gegenseitige Wertschätzung.

Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Gerne darfst Du im Kommentarfeld ein paar Zeilen hinterlassen.

Und falls Du es noch nicht getan hast: Du kannst ganz unkompliziert mit Deiner E-Mailadresse meinen Blog abonnieren. So werde ich Dich immer informieren, wenn es einen neuen Beitrag gibt und Du wirst keinen verpassen.

Herzlich,

Eure Petra Kolossa.