Nur Zeit gewinnen

Nun bin ich in den Keller getrabt und habe meinen alten Brotback-Automaten hervorgekramt. Zwei Tüten von diesen Brotbackmischungen sind auch noch da.

Ich glotze das Teil an und überlege, wie das war mit den Programmen. In irgendeiner Schublade meines Gehirns ist es noch abgespeichert. Super! Ich muss also nicht die Anleitung studieren.

Alles hinein in den Behälter: Wasser, Mehl, etwas Hefe … aha, Hefe … alles gut, ist auch noch da. Ein paar Löffel Saaten. Programm wählen … Nun, es dauert ein paar Stunden. Aber möge es bitte backen.

Das Lesezeichenbändchen liegt in meinem Kalender noch genau an der Stelle, an dem ich zwangsweise mit meiner Arbeit aufhören musste. An dem Tag, an dem ich um 17 Uhr auf meinem Smartphone die E-Mail mit der Order las, sofort alle Aktivitäten zum Schutz der Klienten und zu meinem eigenen Schutz einzustellen. Es war der 16. März 2020, also vor sechs Wochen.

Seit dem durchströmen mich Gefühle aller Facetten. Ich beobachte das globale Geschehen sehr genau. Aber das soll nicht Thema des heutigen Blogs sein. Kommen wir zu diesem Brotbackautomaten zurück. Warum habe ich das Ding nach so langer Zeit wieder aktiviert? Mit diesem habe ich viele, viele Brote gebacken. Er knetete und produzierte jahrelang. So lange, bis mir dieser typische Geschmack zum Hals heraushing. Das war vor fünf oder sechs Jahren.

Ich kaufte seit dem die Brote wieder beim Bäcker. Und das war gut so. Irgendwie wurde ich nach einiger Zeit von den freundlichen Bäckereiverkäuferinnen willkommen geheißen. Man schwatzte ein paar Worte, manchmal ein paar mehr. Ich kannte bald die Geschichten, die hinter den Frauen stehen. Es war immer ein netter Weg, noch fix zum Bäcker zu gehen.

Seit ein paar Wochen sind die Bäckerstände hinter durchsichtigen Kunststoffverkleiungen abgeschirmt. Ein kleines Loch ermöglicht es, Geld entgegenzunehmen und die Tüte mit dem Backgut zu reichen. Man muss laut sprechen, damit es die jungen Frauen, die dahinter stehen verstehen können. Ich kenne sie nicht. Sie sind neu. Mechanisch nehmen sie die Bestellung aus dem abgespeckten Sortiment entgegen. Mich schauen unbeteiligte dunkle Augen an, ummantelt von angeklebten Wimpern, die ihre Augenbrauen kitzeln. Mit langen spitzen zart-rosa Fingernägeln wird die Tüte befüllt und mit flachen Fingerkuppen auf die digitale Kasse getippt. Ich bezahle, erhalte das Rückgelt, bekomme die Tüte und gehe.

Meine nächsten Brote kaufte ich im Supermarkt. Eine logische Konsequenz. Meine Aufträge und damit der größte Teil meines Einkommens sind komplett weggebrochen. Der Bäcker ist nur noch eine Ausgabestelle. Und ich bin nicht bereit, dieses wahrscheinlich bessere, aber teure Brot auf diese Weise an der Theke abzuholen. Es ist die Katze, die sich in den Schwanz beißt. Die Leute werden weniger Geld haben. Der Bäcker will auch überleben und tut ganz sicher sein Bestes dafür.

PS: Diesen fantastischen Einkaufsbeutel in einem meiner „Caligari“-Designs und drei verschiedenen Größen gibt es hier. Bitte einfach auf diesen Text klicken. (Meiner lieben Freundin Petra herzlichen Dank für das Foto.)

In der vergangenen Woche war ich wieder im Supermarkt. Es war bis dahin so, dass durch die Abstandsregelung und alle Vorsichtsmaßnahmen das Einkaufsvergnügen auf ein Minimum geschrumpft war. Aber die Kunden und das Personal machten das Beste daraus. Es gab immer noch ein nettes Gespräch, einen sympathischen Zuruf, ein Lächeln hier und da, auch wenn es meistens ein süß-saures war.

Jedoch am letzten Freitag war für mich die Atmosphäre dort erstickend. Etwa die Hälfte der Kunden und des Personals liefen mit einer ab dem darauffolgenden Montag zur Pflicht erkorenen Gesichtsmaske herum. Diese Menschen kümmerten sich ausschließlich nur um ihren Einkauf. Sie gingen schweigend durch die Gänge. Es herrschte eine ungewöhnliche Stille in dem Markt. Ich kann keine Gesichtszüge erkennen. Ich versuchte einige Augenpaare einzufangen. Aber diese schauten keinen Menschen an. Diese Figuren mit den Masken im Gesicht gingen fokussiert, um die gewünschten Produkte einzusammeln und diese in ihre heiligen vier Wände zu transportieren.

Das Brot ist aufgebraucht. Gestern entnahm ich bereits welches dem Gefrierschrank. Ich müsste heute gehen. Aber ich kann nicht. Mir gruselt vor dieser Situation. Alle Menschen im Supermarkt werden so herumlaufen. Und auch ich. Es ist wie ein schlechter Science-Fiction-Film, der vor meinen Augen abspult.

Ich weiß, in den nächsten ein oder zwei Tagen werde ich mir solch ein Stoff ins Gesicht ziehen und wie alle anderen auch, meine im Haushalt fehlenden Dinge einsammeln. Mein heutiges Tun ist nur, etwas Zeit zu gewinnen.

Eine andere Option: Online einkaufen. – Aber das ist ein anderes Thema.

Der Duft von frisch gebackenem Brot zieht bereits durch die Wohnung. In etwa zwei Stunden wird mein Brot fertig sein …

Euch wünsche ich einen schönen Dienstag und bin ganz neugierig zu lesen, wie Ihr emotional mit der momentanen Situation umgeht. Schreibt es einfach unten in das Kommentarfeld.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Dem Pfad der Sonne folgen

Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen. Eine ganz alltägliche, kleine Geschichte, die eigentlich keine große Aufmerksamkeit wert ist.

Bei dem tollen Wetter heute machte ich eine kleine Tour durch die Natur. Ich beschloss, dem Pfad der Sonne zu folgen, ich ging einfach immer in ihre Richtung.
So lief ich über Wiesen und weite Felder, mit meinen Hunden, denen ich ihre Wildheit ließ. Die ich nicht zu Menschen erzogen hatte. Die mich zu einem Wolf erzogen haben.

Ich durchquerte Obstanlagen und Hopfengärten immer in Richtung der Sonne und erreichte schließlich einen Wald. Entlang der Wege begegneten mir gestresste Menschen, die mit roten Gesichtern und Skistöcken durch den Wald hetzten. Es sah ein bisschen so aus, als wären sie auf der Flucht vor ihren Uhren, die sie am Handgelenk trugen und die sie zu jagen schienen.

Doch dann schien die Sonne durch hohe Tannen und wies mir den Weg in den dichten Wald. Hier gab es keine Menschen und keine Hektik mehr. Es ging nur noch darum, leise zu sein und zuzuhören.

Foto: Willy Holger Wagner

Zahllose Schmetterlinge flogen zwischen den Bäumen umher, als der Wald wieder lichter wurde. Ich glaubte, ihre Flügelschläge zu hören und sie setzten sich fast auf meine Nase. Das Zwitschern der Vögel war Musik in meinen Ohren, von irgendwoher lachte mich ein Grünspecht aus (der Ruf des Grünspechts klingt ein bisschen wie lautes Lachen ), wahrscheinlich, weil ich nicht fliegen kann. Ich fand sogar ein vierblättriges Kleeblatt und nahm es nicht mit. Es reicht, dass ich es gesehen habe, denn es ist allein der Glaube, der uns dem Glück zugänglich macht.

Auf einmal schien ich die Aura der Bäume zu sehen und ich konnte die Sphären, die unsere sichtbare Welt umgeben, zumindest erahnen. Der ewige Kreis von Werden und Vergehen war hier normal und alltäglich und hatte nichts von dem Schrecken, den die Menschen ihm anhaften. So ging ich weiter meinen Weg, immer geleitet von der Sonne. Als ich den endlos scheinenden Wald durchquert hatte, bot sich mir ein atemberaubender Blick über das weite Argental, den Bodensee und dahinter die Alpenkette.

Wieder über Wiesen und Felder machte ich mich auf den Heimweg und war tief in Gedanken versunken.
Wie anfangs erwähnt, eine alltägliche Geschichte, ein Waldspaziergang, weiter nichts.
Und doch war mir klar, dass das, was ich heute erlebt habe, dem größten Teil der Menschheit verborgen bleibt. Wie sonst ließe sich der respektlose Umgang mit der Natur erklären?

Ich dachte darüber nach, wie es mit der Erde weiter gehen sollte. Ist es erstrebenswert, in einer Welt zu leben, in der man sich sogar nach der schmerzhaften Erfahrung eines Bienenstichs sehnt, weil diese einem zeigt, dass irgendwo noch ein bisschen Leben ist?
Weil sie einem zeigt, dass man selbst noch lebt? Sollen unsere Kinder nicht mehr wissen, wie schön Schmetterlinge sind oder wie der Gesang von Vögeln klingt?

Wir müssen auf die Erde aufpassen, denn dann passt sie auch auf uns auf und lässt uns leben.
Und wenn wir dabei auch nicht an künftige Generationen denken, so weiß keiner von uns, woher er einst kam und wohin er einmal geht.
Wer garantiert uns denn, dass wir die Erde nicht mehr brauchen, wenn wir dereinst in ihrem Schosse ruhn?

Herzliche Grüße, Euer Alfons

Alfons Müller – schreibt auf petra-kolossa.com

Ich freue mich sehr, Euch heute Alfons Müller vorstellen zu dürfen. Alfons wird als Autor auf meinem Blog für Euch schreiben. Und ich bin mir sicher, Ihr werdet seine Texte lieben.

Kurz vor Ostern entdeckte ich ein Gedankenspiel, das er niederschrieb. Es war textlich sehr stark und berührte mich emotional tief. Inzwischen kenne ich einige andere Texte von Alfons. Ich bot ihm an, auf meinem Blog als Autor tätig zu werden.

In der kommenden Zeit wird sich Alfons Müller bei Euch selbst vorstellen und Ihr werdet ihn besser kennenlernen. Dennoch ein paar Worte im Vorfeld:

Bald, im Monat Mai, wird der gelernte Maschinenschlosser 55 Jahre alt sein. Er lebt mit seiner Frau und ihren Hunden am Bodensee in Tettnang.

Wie er mir erzählte, habe er schon immer geschrieben. Dennoch war der endgültige Auslöser, sich ernsthaft der Schreiberei zu widmen, die Herztransplantation seiner Frau im Jahr 2011. Diese Zeit habe sein Leben pregnant gesprägt.

Sein Genres sind vor allem Kurzgeschichten und Gedichte. Außerdem arbeitet er an zwei Romanprojekten.

Das soll für heute genügen.

Mir bleibt jetzt nur, Alfons viel Freude und Erfolg beim bloggen zu wünschen.

Und Euch, meinen lieben Lesern, ein großes Lesevergnügen mit seinen facettenreichen Texten.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Hinter die Kulissen geschaut

Jetzt wird es aber Zeit für ein neues Blog. Ich habe Euch ein paar Tage vernachlässigt. Ganze acht 😉 Nun, es waren so viele kleine Dinge, die mich gefangen hielten. Ich will Euch nicht auf die Folter spannen.

Also, was hat sich hinter den Kulissen abgespielt?

Ein Experiment mit knallbunten Farben brachte mir eine große positive Resonanz, so dass ich ein neues Projekt in Angriff nahm.

Ich brauchte einen passenden Namen für dieses Projekt. Meine beliebteste Methode, eine gute Lösung für irgend etwas „Kompliziertes“ zu finden, ist ein Brainstorming mit meiner lieben Tochter Isabel in über fünfhundert Kilometer entfernt via WhatsApp. So heute am Morgen die Frage nach einem guten Namen. Und wir haben einen geeigneten gefunden, der auch international standhalten kann.

Unter dem Titel „homepART“ werde ich sukzessive neue Werke erschaffen. Es sind Unikate für das Zuhause, für das Interieur überhaupt. Einen Online-Shop für diese Produkte und meine originalen Kunstwerke richte ich derzeit ein. Wenn ich diesen fertig habe, werde ich Euch zur virtuellen Einweihungsfeier einladen.

Was gab es noch? Ich sprach in den letzten Tagen mit jedem einzelnen Mitglied meiner Künstlergruppe „seeArt“ und ich fragte sie unter anderem, was sie derzeit tun. Von jedem schrieb ich kleine Beiträge für Instagram und Facebook. Es ist uns wichtig, auch in dieser für uns alle schwierigen Situation aktiv zu sein.

Neulich stolperte ich über einen Beitrag meines Kollegen Alfons Müller, der übrigens auch Mitglied unserer Künstlergruppe seeArt ist. Dieser Text hatte mich so beeindruckt, dass ich ihn einlud, hier in meinem Blog als Gastautor zu schreiben. Seinen ersten Beitrag bereiten wir derzeit vor. In den nächsten Tagen werde ich Euch Alfons hier vorstellen. Ihr dürft also gespannt sein.

Ein anderes Projekt ist eine Buchlesung, die ich gemeinsam mit Klaus Stromeyer und Alfons Müller vorbereite. Das planen wir ab dem Herbst. Und wir hoffen, dass sich die Welt bis dahin wieder in einem gesunden Rhythmus bewegt.

Weiterhin arbeite ich intensiv an einem Buchprojekt. Nun, eigentlich sind es insgesamt drei. Aber eines ist derzeit in meinem Fokus und ich will es zeitnah beenden.

Und so gibt es noch dieses und jenes. Aber für heute soll es reichen.

Ich werde mir jetzt einen leckeren Kaffee zubereiten und wünsche Euch einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Reißleine ziehen

Wie immer sind außergewöhnliche politische Situationen Spielfeld für die spitzen Zungen der Satire. Und selbstverständlich gibt es auch kein Abtauchen für Corona.

So las ich folgendes:

„Sage mal, wie lange bist du schon zu Hause?“, fragt sie ihre Freundin. „Seit 4,5 Kilogramm.“, antwortet sie.

Mir lag das Grinsen im Gesicht. Es ist tatsächlich so. Wir bewegen uns zur Zeit viel zu wenig. Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht. Aber meine Motivation, irgendwelche alternativen Übungen auf dem Fußboden, dem bereitgestellten Stuhl, oder an der Wand zu machen, neigt sich gegen Null. Mir fehlt dieser gesunde tägliche Stress tatsächlich.

Und ich kann es nicht leugnen. Als ich heute auf die Waage stieg … Boah! Der kritische Punkt ist erreicht. 🙈  Ich muss die Reißleine ziehen. Jetzt und sofort!

Somit beschloss ich, einen Obsttag einzulegen. Nicht irgendwann, sondern heute.

Auf diese Weise sende ich meinem Geist und Körper ein Signal, dass der Hase ab jetzt anders herum läuft.

Heute Morgen stimmte ich mich darauf ein.  Ich bin mir ganz sicher, das können wir Frauen besonders gut. Ihr wisst, was ich meine?

Richtig: Extrem lange Zeit im Bad mit allem Drum und Dran. Selbstverwöhnprogramm vom Feinsten. Hach, das war so schön …

Werbung in eigener Sache:

Diese fantastische Badematte in einem meiner Designs findet Ihr in meinem Shop. Klickt dazu bitte einfach hier:

Nun bin ich wirklich neugierig. Schreibt mir doch einfach, wie es Euch derzeit ergeht. Was tut Ihr, um fit zu bleiben? Habt auch Ihr derartige „Diskussionen“ mit Eurer Waage? Oder vielleicht steigt Ihr dort gar nicht erst drauf? …

Aber für heute nun genug! Herzlich-sonnige Grüße in Euren Frühlingstag schickt

Eure Petra Kolossa.

PS: Und wer es von Euch noch nicht getan hat: Abonniert einfach meinen Blog. So verpasst Ihr keinen Beitrag.

Knallbunt

In meinem letzten Blog schrieb ich davon, wie sehr es mich in die Farben zog und ich den Drang hatte etwas Knallbuntes zu gestalen.

Die momentane globale Situation mit all ihren Einschränkungen und den daraus resultierenden diversen Maßnahmen ließen in mir diesen Ruf nach Lebendigkeit, nach all dem Positiven, das unserem Geist, unserem Herz, unserer Seele gut tuen, aufflammen.

Diesen Gedanken nahm ich mit in unsere Künstlergruppe seeArt. Auf unseren Seiten auf Instagram und Facebook werden wir Die Werke, die in diesem Zusammenhang entstehen,vorstellen. Künstler waren in jeder krisengeschüttelten Zeit eine positive, aufrüttelnde und energiegebende Kraft.

Mögen kraftvolle Farben dazu beitragen, Mut und Kraft für unsere Zukunft – für uns Menschen auf der ganzen Welt zu geben.

Von Herzen,

Eure Petra Kolossa.

Schrei nach Knallbunt

Ostern 2020 – Die Sonne strahlt. Die Natur steht in voller Pracht. Ich habe lange geschlafen. Mein Lieblingssender gibt alles, seine Hörer bei guter Laune zu halten. Ich werde die Morgen-News wahrnehmen. Und bald wird mir alles auf den Keks gehen und ich schalte wieder auf eine meiner Playlisten.

Ostermontag 2020 – Draußen ist alles ruhig. Keine Osterspaziergänger, keine lachenden Kinder, keine Wandergruppen, keine Radfahrer, keine Gläubigen auf dem Weg in die nahe Kirche. – Der Verkehrsfunk meldet: Keine Staus und wünscht eine gute Fahrt. Ich muss grinsen und denke: Wer soll da draußen wohl solch einen Stau verursachen? Es ist alles so verrückt.

Ursache und Wirkung. Ganz nüchtern betrachtet nur eine Dialektik. Das Wesen Mensch hat das Privileg zu denken, zum Glück. Und er darf das, was ihn frequentiert hinterfragen. Und er darf auf die Nuancen zwischen den ihm als absolut und wahr suggerierten Dingen aus den vielfältigsten Informationswegen feinfühlig achten. Schaut genau hin, seid wachsam.

Ostermontag 2020 – ein strahlender sonniger Feiertag. Ich wische die nächtlichen Spuren der sandigen Pfoten meiner „Kätz“ vom Scheibtisch, schaue auf meine Staffelei, die Farben und Pinsel. In mir kommt ein Schrei nach Knallbunt auf. Ganz gleich, was es sein wird. Ich muss in die Farben greifen. Bunt ist gut und positiv für unseren Geist, für unser Herz, für uns als Wesen Mensch.

Ich stürze mich ins Knallbunt. Wie wird Euer Tag heute sein? Erzählt mir von Eurem Osterfeiertag 🌱🌷☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa

Häusliche Gewalt: Was kann getan werden, um diese Bedrohung zu stoppen?

Diesen interessanten Beitrag habe ich für Euch in die deutsche Sprache übersetzt. Nuel spricht hier ein sehr sensibles Thema an und wünscht sich, mit Euch ins Gespräch zu kommen.
Herzlich, Eure Petra Kolossa.

A crying lady sitting on the floor close to a white bed.
Image source: Unsplash

Vor ein paar Tagen schrieb ich über die Faktoren, die die Verbreitung des Coronavirus in Afrika fördern können, und erhielt viele positive persönliche Kommentare, einschließlich einer reizvollen Diskussion zu diesem Thema. Ich denke, ich werde noch ein paar Blogs über soziale Missstände in der Gesellschaft schreiben.

Heute werden wir ein sehr heikles Thema diskutieren – geschlechtsspezifische Gewalt mit häuslicher Gewalt als Fallstudie. Ich nenne es „das stille Thema“. Still, weil die Leute entweder hassen oder Angst haben, darüber zu reden. Deshalb möchte ich hiermit versuchen, ein Forum aufzubauen, in dem die Leute ihre Stimmen abgeben und die Aufmerksamkeit des Themas erhöhen können.

Um sicherzustellen, dass wir uns versthen, häusliche Gewalt ist der physische, sexuelle, verbale und psychische Missbrauch von Ehepartnern, Kindern, Dienstmädchen und älteren Menschen Zuhause.

Warum taucht dieses Thema jetzt auf, wo wir unsere Energie in die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie investieren sollen?

In der Regel war es so, dass die Eltern erschöpft von der Arbeit zurückkehren. Es gab wenig Zeit und Energie, um Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber jetzt, aufgrund des Coronavirus, werden Familien plötzlich auf engstem Raum zusammengedrückt.

Ungefähr die Hälfte der Weltbevölkerung ist von Ausgangssperren oder Bewegungseinschränkungen betroffen. Die Leute arbeiten jetzt von zu Hause aus, und dies soll eine erstaunliche Gelegenheit für Familien sein, mehr Zeit miteinander zu verbringen – ich meine kreative und ermutigende gemeinsame Aktivitäten, Gespräche, Lesen und dergleichen.

Es wird jedoch Missverständnisse und Auseinandersetzungen geben, Kinder werden sich auch schlecht benehmen, die Gemüter werden erhitzt und einige Leute könnten animalisch werden und ihre Fäuste benutzen. Schlimmer ist, dass es keine Fluchtwege gibt. Das Vereinigte Königreich hat seit der Durchsetzung der Sperrregeln bereits einen Anstieg der Anrufe wegen häuslicher Gewalt um 25% gemeldet.

Reden wir über Zahlen

Um die Schwere dieses gesellschaftlichen Problems festzustellen, werfen wir einen Blick auf einige frühere Daten.

Im Jahr 2017 wurden 50.000 Femizide mit häuslicher Gewalt in Verbindung gebracht, wobei Afrika einen großen Anteil einnahm. In diesem Jahr wurden in Amerika 1.527 Frauen getötet: fast 70% der gesamten Morde. Auf Brasilien entfallen rund 40% der Morde in Mittel- und Lateinamerika.

In Deutschland wurden 2018 122 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet, 114.000 Frauen wurden Opfer häuslicher Gewalt.

In Afrika wurden viele Säurebäder gemeldet. In Nigeria gibt es Fälle, in denen Männer ihre Frauen verprügeln, weil sie nicht gekocht haben, und wenn die Frau den Fall der Polizei meldet, werden die Frauen beschuldigt, ihre Ehepflichten nicht erfüllt zu haben, und dann wird der Fall unter den Teppich gekehrt.

Das ist nicht alles…

2018 wurden in Südafrika rund 2.700 Frauen und 1.000 Kinder getötet und täglich mindestens 100 Vergewaltigungen gemeldet. In Nigeria wurde laut dieser Studie jede vierte Frau Opfer häuslicher Gewalt.

In all diesen Fällen sind einige der größten Opfer die kleinsten: die Kinder. Während vielen Ländern effiziente Daten fehlen, sind 275 Millionen Kinder häuslicher Gewalt ausgesetzt, berichtet die UNO.
Einige dieser Kinder werden von ihren (Stief-) Eltern oder Erziehungsberechtigten schwer gefoltert, wie im Fall Turpin, wo 13 Kinder jahrelang von ihren Eltern eingesperrt und gefoltert wurden. Einige von ihnen müssen mit dem Schrecken leben, zu sehen oder zu hören, wie ein Elternteil zusammengeschlagen wird. Einige führen dazu, dass sie in Drogen und Alkohol Trost finden, andere wachsen auf, um ihre Partner zu dominieren und damit den Kreislauf häuslicher Gewalt fortzusetzen.

In einer 30-Länder-Studie haben sich laut UN Women mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren einer weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen, und etwa 15 Millionen jugendliche Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren haben weltweit erzwungenen Sex erlebt.
Es könnte Sie auch interessieren zu wissen, dass die häusliche Gewalt von Männern zunimmt und auch sie jeden Schutz brauchen. Dies ist jedoch keine Diskussion für heute.

Das Argument

A woman with the text, "Love Shouldn't Hurt," written with black ink on her back.
Liebe sollte nicht schaden

Ich könnte weiter und weiter machen, aber die meisten von Ihnen wissen, was in der Gesellschaft los ist.
Während die Welt gegen die Coronavirus-Krise, den globalen Wirtschaftsabschwung und die Rezession kämpft und täglich Tausende Menschen begraben werden, möchten wir nicht mehr Leben verlieren oder Menschen aufgrund von Morden und häuslichem Missbrauch traumatisieren.
Welche Maßnahmen können angewendet werden, um diese von Menschen verursachte Katastrophe zu lindern oder auszurotten?

Bitte, ich möchte Ihre Gedanken und Vorschläge im Kommentarbereich erhalten. Und vergessen Sie nicht, dieses Thema zu teilen, da viele Leute dies lesen müssen.

Vielen Dank fürs Lesen und bitte abonnieren Sie diesen Blog, damit Sie keines unserer bevorstehenden Themen und Diskussionen verpassen.

Nuelzy-pen Berichterstattung.

Domestic Violence: What Can Be Done To Stop This Menace?

A crying lady sitting on the floor close to a white bed.
Image source: Unsplash

A couple of days ago, I wrote about the factors that can facilitate the spread of the coronavirus in Africa and I got lots of positive personal comments including a delightful discussion on the topic. So, I think I’ll write a couple of more blogs about social ills in society.

Today, we’ll discuss a very sensitive topic – Gender violence with domestic violence as a case study. I call it ‚the silent topic‘. Silent because people either hate or are scared of talking about it. So I want to hereby try and build a forum where people can give their voices and increase the speech-volume of the topic.

To ensure we’re all on the same page, domestic violence is the physical, sexual, verbal and psychological abuse of spouses, children, maids and the elderly at home.

Why’s this topic coming up now that we’re supposed to be invested in battling the coronavirus pandemic?

Usually, the norm was, parent(s) return from work, exhausted. There are little time and energy to spend quality time with the family. But now, because of the coronavirus, families are suddenly squeezed in a confined space.

About half the world’s population is under lockdown and in other places, there are curfews and restrictions of movement. People work from home now, and this is supposed to be an amazing opportunity for families to spend more time together – I mean creative and encouraging joint activities, having conversations, reading and the likes.

However, there will be misunderstandings and altercations, kids will also misbehave, tempers will flare and some people might become beastly and use their fists. What’s worse is that, there are no escape routes. The UK has already reported a 25% increase in domestic abuse calls since the enforcement of the lockdown rules.

Let’s Talk Numbers

To ascertain the severity of this societal problem, let’s take a look at some previous data.

In 2017, 50,000 femicides were linked to domestic violence with Africa taking up a large chunk. That year, 1,527 women were killed in America: almost 70% of the total homicide. And Brazil accounts for around 40% of the homicides in Central and Latin America.

In Germany, 122 women were killed by their partners or ex-partners in 2018 with 114,000 women being victims of domestic violence.

In Africa, many acid baths have been reported. In Nigeria, there are cases where men beat up their wives for not cooking and when the woman reports the case to the police, the women get blamed for not carrying out her matrimonial duties and then the case is swept under the carpet.

That’s not all…

Around 2,700 women and 1,000 children were killed in South Africa in 2018 and at least 100 rapes were reported daily and in Nigeria, every fourth woman has been a victim of domestic violence according to this study.

In all these, some of the biggest victims are the smallest: the children. While many countries lack efficient data, 275 million children are exposed to domestic violence, the UN reports.
Some of these kids are severely tortured by their (step)-parents or guardians like in the Turpin case where 13 children were locked up and tortured for years by their parents. Some of them have to live with the horror of watching or hearing a parent being beaten up. Some result to finding solace in drugs and alcohol and some grow up to exert dominance on their partners thereby continuing the cycle of domestic violence.

And in a 30-country study, at least 200 million women and girls aged 15 – 49 have undergone female genital mutilation according to UN Women, and about 15 million teen girls aged 15 – 19 have experienced forced sex globally.
It may also interest you to know that male domestic violence is on the increase and everyone needs protection. However, that’s not a discussion for today.

The Argument

A woman with the text, "Love Shouldn't Hurt," written with black ink on her back.
Love shouldn’t hurt

I could go on and on but most of you know what’s going on in the society.
As the world battles the coronavirus crisis, global economic downturn and recession, and people are being buried in their thousands daily, we wouldn’t want to lose more lives or have people become traumatised due to homicides and domestic abuses.
What policies can be employed to alleviate or eradicate this ‚man-made‘ disaster?

Please, I’ll like to get your thoughts and suggestions in the comment section. And don’t forget to share this topic as lots of people need to read this.

Thanks for reading and please subscribe so you don’t miss any of our upcoming topics and discussions.

Nuelzy-pen reporting.

Tissue-Papier … nützlich oder Unfug?

Gedankenverloren zupfe ich ein Blatt von der Rolle. Wische mir die Finger ab und streiche ein paar Krümel vom Küchentisch damit zusammen.

Eine Geste, die seit vielen, vielen Jahren in Fleisch und Blut übergegangen ist: Der Griff zum Küchenpapier.

Verschüttete Flüssigeit, Kleckereien beim Kochen, Flecke auf dem Fußboden, fettige Hände, Obst nach dem Waschen trocken tupfen …

Küchenpapierrollen sind in meinem Haushalt das Erste-Hilfe-Produkt an sich. Nicht wegzudenken. Oder doch?

Vor ein paar Wochen war ich zum Essen bei einer Freundin eingeladen. Beim Decken des Tisches kleckerte etwas daneben. Ich fragte nach Küchenpapier.

„So etwas haben wir nicht mehr.“, sagte sie mir und ergänzt: „Wir wollen dazu beitragen, die Müllberge zu verringern.“

„Ok, kein Problem, aber gib mir bitte schnell irgend etwas, womit ich diese Soße vom Tisch wischen kann.“ Sie dreht sich x-mal im Kreis und überlegt. Dann reicht sie mir einen Küchenschwamm. Ich nehme den mit zwei Fingern und tupfe die Soße vom Tisch. „Hast du noch etwas zum trocken wischen, bitte?“ Sie überlegt und gibt mir ein Geschirrtuch.

Mit dem Schwamm gehe ich zum Spülbecken und wasche den mit etwas Spülmittel so lange unter fließendem Wasser aus, bis sich kein Schaum mehr ausdrücken lässt. Ich lege ihn beiseite. „Das Geschirrtuch kannst du bitte gleich hierher legen. Ich gebe es dann in die Waschmaschine. Es so zu verwenden ist blöd. Es wird auf den Gläsern schmieren und Spuren hinterlassen.“, sagt sie und holt aus ihrem Schrank ein frisches Tuch.

An diese Begebenheit muss ich gerade denken, als ich die Schokolade für ihre Tochter beiseite räume und ich mich an den Brief erinnere, den ich für sie noch schreiben möchte. Ich gebe das benutzte Papier in den Müll.

Die Radieschen, die ich vom Supermarkt mitbrachte, sind sehr sandig und müssen gespült werden. Ich zupfe ein Küchentuch und reibe sie damit endgültig sauber und trocken.

Kater Flo kommt mit seinen erdigen Pfoten aus dem Garten durch das Küchenfester gesprungen und tappst über den Küchentisch. Ich zupfe ein Küchentuch, feuchte es an und wische den Tisch sauber.

Es ist Fakt. Alle diese Papiertücher landeten im Müll.

Ich recherchierte natürlich im Netz nach Alternativen, bevor ich Euch meine Gedanken zu diesem Thema niederschreibe. Und es gibt die tollsten Ratschläge und Alternativen, sich von den Papierrollen, Tempos & Co., Feuchttücher und Papierservietten zu verabschieden.

Und was soll ich Euch sagen. Es sind genau die Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin. Meine Großeltern taten das, wie auch meine Eltern. Und nun fragt Ihr sicherlich, warum ich das nicht auch so tue.

Zunächst die Alternativen, die im Inernet genauso zu finden sind, wie in meiner Erinnerung vor vielen Jahren.

  • Küchenlappen aus Stoff
  • Naturschwämme
  • Geschirrtücher
  • Tücher aus alten Bettlaken selbst nähen
  • Lappen aus alten Handtüchern selbst nähen
  • für sehr schmutzige Dinge alte T-Shirts zerschneiden
  • Stoffservietten
  • Stofftaschentücher
  • Waschlappen statt Feuchttücher

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie über dem Wasserhahn am Spülbecken ein Lappen hing. Meistens aus alten Baumwolltextilien gerissen, um noch diesen Zweck zu erfüllen. Das Ding hatte einen merkwürdigen Geruch und es kostete mich einige Überwindung, das anzufassen. Es wurde für alles, was in der Küche mit Geschirr, Spüle, Tisch und so weiter zu tun hatte, benutzt.

Es gab einen weiteren derartigen Lappen. der war im Knick des Abflusses der Spüle deponiert. Der war dann für die „groben“ Dinge zuständig. Der war meistens steif, wenn er trocken war …

Ich will das nicht weiter ausschmücken. So war es damals. Es mag zu dieser Zeit in Ordnung gewesen sein. Inzwischen sind viele Jahre ins Land gegangen und so manche Einstellung hat sich geändert.

Seit ich meinen eigenen Haushalt habe, gibt es bei mir keinen Lappen, der irgendwo herum hängt. Ich mag das einfach nicht. Natürlich habe auch ich Küchenlappen aus Mikrofasaer. Aber diese sind dezent nicht sichtbar deponiert.

Aber kommen wir zum Thema zurück. Warum möchte ich mich nicht absolut von den Küchenpapierrollen, die es übrigens bereits seit 1922 gibt 😉 verabschieden?

Wenn ich einen Lappen verwende, wasche ich den unter fließendem Wasser aus. Meine Hände ertragen keine hohen Temperaturen, um diverse Bakterien und Keime auszuwaschen. Somit hänge ich den benutzen und ausgewaschenen Lappen zum trocknen beiseite, um den später in die Waschmaschine zu geben. Würde ich also an einem ganz normalen Tag die Küchenrolle gegen solch einen Lappen tauschen, gäbe es einen täglichen Lappenberg. Stoffteile mit einer Menge Wasser und Spülmittel gewaschen und ein weiteres Mal eine gute Stunde in der Waschmaschine.

Tja, was, wenn es diese Küchenrollen nicht gäbe?

Ich hätte wahrscheinlich einen großen Korb mit derartigen Stoffteilen. Bei jedem Malheur würde ich, wie bei einer Papierrolle, nach einem solchen Läppchen greifen, auswaschen, trocknen, in die Waschmaschine geben, trocknen, wieder verwenden.

Wie wäre es mit den „Tempos“? Möchte ich diese gegen das gute alte Stofftaschentuch tauschen? Grrrrr, nein, wirklich nicht gern. Einmal benutzen, Waschmaschine, trocknen, bügeln, benutzen …

Letztendlich: Gäbe es diese hygienischen Hilfsmittl nicht, würde ich mich der Situation beugen müssen und zurück zum Faustkeil greifen.

Nun möchte ich es nicht bewerten, welcher Kreislauf der Bessere ist. Der mit dem vielen Wasserpanschen oder der Weg über die Entsorgung.

Ich lasse das einfach im Raum stehen und freue mich auf Eure Meinung zu diesem Thema.

Aus dem sonnigen Süden grüßt Euch herzlich

Eure Petra Kolossa.

P.S. Die interessante Geschichte zum Papiertuch an sich, findet Ihr hier unter diesem Link. Klickt es einfach an.