Sonntagsschwätzchen

Candlelight dinner

Es ist ein dunkler, windiger Novembermorgen. Eigentlich ist es ziemlich spät, nämlich halb zehn, als ich bereit war, mich von der warmen Bettdecke zu trennen. Ich habe lange geschlafen nach einem wunderbaren Abend und fühle mich dennoch total müde und träge.

Agnes, lud uns ein zum Candelightdinner in das Landhotel „Alte Mühle“ nach Ostrach. Agnes ist eine bemerkenswerte Frau im siebenundachtzigsten Lebensjahr, aufgeschlossen, vielseitig begabt, intelligent und fit. Sie ist unsere Nachbarin. Ich hoffe sehr, wenn ich einmal in ihrem Alter sein werde, ebenso frisch und mobil zu sein. Wir wohnen seit fast zehn Jahren in einem Haus und pflegen einen herzlichen, hilfsbereiten und respektvollen Umgang. Eine Nachbarschaft, die ich wirklich jedem wünsche.

Dieses Bild machte ich ganz fix, bevor wir die „Alte Mühle“ betraten. Ich war zum ersten Mal dort, auch wenn ich oftmals vorbeifuhr und immer dachte: „Wow, das sieht so gemütlich aus, da müsste man mal hingehen.“ Es kam nie dazu, aber gestern 🙂

Wir schwatzten viel, lachten und genossen das wirklich sehr leckere Vier-Gänge-Menue in aller Ruhe. Wen es einmal dorthin verschlagen wird, plant viiiiiel Zeit ein. Der Service sorgt dafür, dass alles in sehr, sehr gemäßigtem Tempo vonstatten geht. Wir sind das einfach nicht mehr gewohnt, Dinge bewusst in aller Ruhe anzugehen. Mir fiel das gestern besonders auf. Erst als ich mich darauf einließ, konnte ich das Ambiente mit allem drum und dran genießen.

Und was hat das Ganze mit meinem späten Aufstehen zu tun? Es ist ziemlich simpel. Auch wenn es ein Abendessen war, das aus einer hervorragenden Küche kam und fantastisch gemundet hat, es lag zu schwer in meinem Bauch und ich kam erst gegen drei Uhr am Morgen zur Ruhe.

Dennoch war es ein wunderschöner Abend. Vielen Dank für die Einladung, liebe Agnes.

Black Friday

Hast Du schon einmal die Angebote zum „Black Friday“ genutzt? Bisher ignorierte ich derartige Dinge. Dieses Mal wollte ich das erstmalig tun.

Mein Smartphone kränkelt bereits seit über einem Jahr. Ich benutze es seit etlichen Jahren und mir fällt es tatsächlich sehr schwer, mich von diesem zu trennen. Hinzu kommt, dass ich, wenn ich mich einmal an solch ein Gerät gewöhnt habe, nicht gern loslasse, zumindest bleibe ich bei der Marke. Natürlich in der Hoffnung, es möge sich nicht viel verändert haben. Also habe ich immer wieder einmal geschaut, was die Nachfolgegenerationen können und kosten. Die inzwischen gigantischen Preise ließen mich innehalten. Und ich verschob das Projekt „Smartphonekauf“ weiter und weiter.

Zwischenzeitlich fiel mir das Gerät auf den Boden, als ich mit meiner Schwester mit angestöpselten Kopfhörern schwatzte. Ich vergaß das während des Gespräches. Machte eine blöde Bewegung und zog mit dem Kopfhörerkabel das Teil vom Schreibtisch. Es landete auf dem Metallfuß des Schreibtisches und schließlich auf dem Boden. Die Blessur auf dem Glas ist zum Glück am Rand und behindert nur minimal. Aber es war ein weiterer Grund, wieder einmal zu recherchieren. Das Ergebnis: Viel zu teuer! Die Marke wird ignoriert. Ich verglich nun andere Hersteller. Konnte mich jedoch immer noch nicht festlegen.

Nun ist es so, dass der Akku ungefähr drei bis vier Stunden hält und sich das Ding hin und wieder einfach selbst blockiert und auf einem schwarzen Bildschirm stehen bleibt. Schön blöd, stimmt’s? Updates gibt es seit über einem Jahr nicht mehr. Leider.

Was blieb mir anderes übrig. Ich musste eine Entscheidung treffen. Die fiel auf ein Smartphone, das ein Drittel von dem aktuellen Nachfolgemodell (vier Generationen weiter) kostet. Das war am Donnertag. Es wurden mir permanent Sonderangebote für den morgigen Black Friday angezeigt. So dachte ich mir, das zu meinem Vorteil zu nutzen.

Ich wartete also auf den Nächsten Tag und war gespannt, um wieviel günstiger dieses Black-Friday-Angebot wohl sein wird. „Wir haben die Preise angepasst. Der neue Preis ist nun 56 Euro mehr, als der vorherige.“, konnte ich lesen. Ich recherchierte. Das war auf allen Verkaufskanälen der Fall. Egal, dachte ich und bestellte das Ding. An der Kasse wurden mir wegen des Black Friday acht Prozent erlassen. – Tja, so ist es, wenn man nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist 😀 Die Lieferung ist für den kommenden Mittwoch avisiert. Ich hoffe, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Verlockung am Wegesrand

In der vergangen Woche war ich in Sachen unserer Künstlergruppe „seeArt“ unterwegs. Wir bereiten im Augenblick  intensiv das Kunstevent im Dezember in der Alten Kirche in Mochenwangen vor.

Vor Ort machte ich spontan einen kleinen Clip.

Weitere Details zu unserer Veranstaltung möchte ich in einem Story-Beitrag in den nächsten Tagen machen. Noch nie nutzte ich die Funktion „Story“. Das soll Anlass sein, es endlich einmal auszuprobieren.

Auf dem Weg nach Hause sah ich am Straßenrand einen Stand, der Orangen und Clementinen verkaufte. Ein Schild verwies, dass es ungespritzte Früchte frisch aus Italien seien. Mein Auto stoppte von fast von allein. Ich kaufte eine Kiste dieser fantastisch aussehenden Clementinen.

Die sind soooo lecker!

Die Früchte sind ungespritzt. Wir sind es nicht mehr gewohnt und etwas irritiert, wenn wir feststellen, dass diese ab und an bewohnt sind 😉

Totensonntag

Dieser Tag fällt immer auf einen grauen, dunklen Novembersonntag. Seit ich mich bewusst an den Totensonntag erinnern kann, war es so. Ich mag diesen Tag nicht. Er bringt mich in eine düstere, traurige Stimmung.

Es ist die Zeit der Chrysanthemen. Deren Geruch liegt in der Herbstzeit auf Friedhöfen in der Luft. Stehen sie etwas länger in den Vasen oder Wasserbehältern sondern sie einen unangenehmen Geruch ab. Diese Schnittblume hält sich etwas länger und wird gern dorthin getragen. Es mag sein, dass ich deshalb keine Chrysanthemen mag.

Es ist Totensonntag. Ich gedenke im Stillen. Ich denke an all die, die nicht mehr bei uns weilen.

Bis zum nächsten Sonntagsschwätzchen

Was ich für mich wieder entdeckt habe, ist Wolle. Ich glaubte, niemals wieder derartige Handarbeiten zu tun. Habe ich vor zwanzig, dreißig Jahren noch unendlich viel gestrickt, gehäkelt, gestickt …, gab ich es vollkommen auf. Ich fertigte in den letzten Wochen nebenbei am Abend kleinere Dinge. Ich kann es Euch nur empfehlen. Schöne Musik und eine Handarbeit – die Hände sind beschäftigt, der Kopf konzentriert auf das Tun. Das entspannt unglaublich.

Der Sonntag geht in den Abend. Ich werde noch ein paar Handgriffe erledigen und dann den Tag ausklingen lassen.

Ich verabschiede mich für heute.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Lass die Vergangenheit ruhen!

Ein Satz, der mich genauso aufregt, wie: „Die Vergangenheit muss aufgearbeitet werden!“ Ja, verdammt, wie lange denn noch? Es scheint, dass zum Beispiel Verbrechen in der Vergangenheit über Generationen hinweg getragen werden und ein Volk für die Verbrechen ihrer Urururvorfahren bis in die heutige Zeit und Generationen nach uns Buße zu tun habe. Das ist aus meiner Sicht völliger Irrsinn. Ein komplettes Volk wird moralisch klein gehalten für Dinge, die es seit Generationen nur aus den Geschichtsbüchern kennt. Denn selbst mein Vater war Kind, als er mit seiner Familie von ihrem Gut aus Insterburg vertrieben wurde. Die deutschen Vertriebenen kamen mit ihren schnell zusammengeklaubten Köfferchen hier in ihrem eigenen  Land Deutschland unter. Sie umwehte dennoch der Ruf der vertriebenen Habenichte, obwohl sie, wie alle anderen Deutschen im gleichen Boot saßen. All mein Wissen um diese Zeit erfuhr ich nicht von meinem Vater, sondern aus diesen Geschichtsbüchern, von Fremden oder wenn einer der Alten aus der Familie hier und da etwas erzählte, das er einst erlebte. Mein Vater vertritt die Ansicht: „Lass die Vergangenheit ruhen!“ Er spricht darüber nicht. Es gehe keinen etwas an.

Muss ich es wissen? Nein, ich muss es nicht. Dennoch interessieren mich meine Wurzeln, von denen ich leider nicht viel weiß. Damals, vor über fünfzig Jahren, war Neugier keine Tugend, sondern eine schlechte Eigenschaft für die man gerügt und zurechtgewiesen wurde. Heute nennen wir es wissbegierig und aufgeschlossen und sind voller Lobes für Kinder und Jugendliche, die den Eltern und Großeltern Löcher in den Bauch fragen.

Was animierte mich heute für meinen Blogbeitrag? Es war ein Zitat, das ich las. „Wenn Du vergibst, änderst du nicht die Vergangenheit. Du änderst die Zukunft.“ Ich weiß nicht, von wem diese Aussage wirklich ist. Ich recherchierte. Es soll Bernhard Meltzer gesagt haben. Dafür kann ich aber nicht bürgen.

Dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf. Ich selbst trage einen ganzen Rucksack solcher Dinge mit mir herum. Und je älter ich wurde, desto mehr glaubte ich, die Last zu spüren. Erst als ich für mich beschlossen habe, zu vergeben, ging es mir besser. Ich habe vergeben, jedoch nicht vergessen.

In meinem Buch „Frag einfach!“, schrieb ich eine Geschichte, in der ich darüber spreche, dass man die Vergangenheit nicht verändern kann. Die ist geschehen. Diese war. Darauf kann ich nicht einfach zugreifen und irgendetwas korrigieren. Ich kann nur im Jetzt etwas verändern. Das, was ich jetzt tue, beeinflusst die Zukunft. Was in der Zukunft einmal tatsächlich sein wird, das wissen wir alle nicht. Aber eines ist sicher: Mein Handeln heute hat großen Einfluss darauf. Und genauso ist es mit dem Vergeben. Ich kann die Vergangenheit nicht verändern, indem ich vergebe. Diese ist verdaut. Aber ich kann vergeben und damit eine Chance für die Zukunft bahnen.

Diese weiße Rose ist die letzte der diesjährigen Saison aus dem kleinen Garten am Haus. Und diese Rose hat eine besondere Geschichte, von der ich Euch demnächst erzählen möchte.

Für heute soll es genug sein.

Ich wünsche Euch einen guten und erfolgreichen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Supermarkt am Morgen

In der Regel erledige ich meine Einkäufe im Supermarkt am Abend. Da ist es ruhig, bis auf solche, wie mir oder Jugendliche, die auf die Schnelle ein Mixgetränk, ein paar Chips oder ähnliches besorgen.

Heute sollte es nicht so sein. Bereits kurz nach neun Uhr schnappte ich einen Einkaufswagen, entsorgte wie meistens irgendwelche Reste aus diesem in den Papierkorb, zückte meinen Einkaufszettel und marschierte in den Laden.

Eine einzige Kasse ist geöffnet. „Na toll“, denke ich. Während ich Obst und Gemüse in den Einkaufswagen lege, höre ich die Mütter, die ihren Kindern laut und deutlich erklären, was sie tun und tun werden. Die Kinder reagieren ebenso laut. Ich frage mich, ob sie in ihren Wohnungen genauso lautstark argumentieren. Schrecklich! Ich gehe die Gänge ab und sammele das ein, was auf meinem Zettel steht. Am Regal mit den Milchprodukten verharre ich. Eine kleine Frau mit vom Alter gekrümmten Rücken hatte ihren Einkaufswagen quer in den Gang gestellt. Sie stützte sich auf diesem ab und hangelte nach einem Produkt im Regal. Ich sprach sie mehrfach an, aber sie reagierte nicht. So kehrte ich um und nahm den Einkaufsweg in die andere Richtung.

Eine korpulente Mutter erklärte in langsam gesprochenen Worten, überdeutlich und verdammt laut ihrer Fine weshalb nicht diese Wurst, sondern jene in den Einkaufswagen soll, weil doch das Essen morgen gekocht würde, das es vor einer Woche gab, das doch alle so sehr mochten. „Du erinnerst dich doch?“ Fine erinnerte sich nicht. Sie sah mich. Strahlte mich an: „Du bist aber eine schöne Oma. Ich bin Fenja. Und das dort ist mein Schwingling Torben. Wie heißt Du?“ Ich sagte ihr, dass ich Petra sei. Sie plapperte gleich weiter. „Guck mal. Die Wurst ist nicht so lecker wie die.“ Sie lief los und zeigte mir, welche sie meinte. Ich sagte ihr, dass ich diese auch mehr mag. Die Mutter schaltete sich in das Gespräch ein. „Ja, sie mag auch luftgetrockneten Schinken. Wer verdient so viel Geld, so etwas zu kaufen?“  Ich redete mich raus, um für sie nicht kontraproduktiv zu sein. Verabschiedete mich von Fenja und nahm den Gang zu den Milchprodukten.

Die alte Dame, ich muss es erwähnen, war schick zurecht gemacht. Tolle Frisur, bescheiden geschminkt, modern gekleidet, hangelte noch immer nach dem Creme fraiche und blockierte den Gang. Ich sprach sie nochmals an. Sie reagierte nicht. So berührte ich ihren Arm, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie schaute mich aus blassblauen Augen an, ohne ihre Hand aus dem Regal zu nehmen. Ich sah, wie stark ihre Finger vom Alter gezeichnet sind. So nahm ich einfach diese Packung aus dem Regal, legte sie in den Einkaufswagen und fragte, ob es ihr reiche, oder ob sie noch eine zweite brauche. Nein, es war in Ordnung so. Sie begann, sich zu rechtfertigen. Ich sagte ihr lachend, dass nicht jeder Mensch so groß sei, wie ich, um bequem die Dinge aus dem Regal nehmen zu können. Ich wollte die Situation für sie entschärfen. Ich sah genau, wie schwer es ihr fiel, mit den Händen Gegenstände zu greifen und zu halten. Sie stützte sich auf den Wagen und schob den zur Kasse.

Ich sammelte die letzten Dinge ein, die auf meinem Zettel standen. Vor mir an der Kasse war Fenja mit ihrem Bruder Torben und ihrer Mama, die laut erklärte, was sie tat und was ihre Kinder tun sollen. Als sie gingen rief mir Fenja zu: „Tschüss Petra!“, und ich war froh, dass sie nicht wieder Oma sagte. Sicher, ich bin Oma und ganz bestimmt in diesem Oma-Alter. Mag es dennoch nicht, wenn ich außer von meinen Enkeln so angesprochen werde. Sicher eitel, das gebe ich zu, aber ich stehe dazu. So winkte ich Fenja zu und kümmerte mich um meinen Einkauf.

Als ich meinen Einkauf auf dem Parkplatz im Auto verstaute, bemerkte ich, wie die ältere Dame ihren Einkauf aus dem Wagen angelte, um den mühsam in ihr Auto zu verstauen. Ich beobachtete sie und konnte es kaum glauben. Sie brachte in kleinen Schritten, gestützt auf diesem den Einkaufswagen zurück. Den Weg zum Auto bewältigte sie ohne Stütze, sehr gekrümmt. Sie stieg auf der Fahrerseite ihres kleinen Mercedes ein. Startete den Motor und fuhr los.

Ich kenne diese Frau nicht und ich sah sie zum ersten Mal. Es sind nur Gedanken und Vermutungen, die meinen Kopf frequentieren. Es ist das Leben auf dem Lande. Man kann es mit dem Leben in einer Stadt nicht vergleichen. Ich bin Großstädter und lebe seit dem Jahr 2011 hier. Seitdem konnte ich mir ein Bild machen. Ohne dem eigenen Auto, wird den Menschen hier die Selbstbestimmung, die Selbständigkeit genommen. Hier fährt keine Straßen-, U- oder S-Bahn. Der Bus in stundenlangen Abständen. Das neun-Euro-Ticket oder wie der Nachfolger auch immer heißen mag, ist für die Menschen im ländlichen Raum komplett uninteressant. Den Dörfern, Gemeinden und Orten wurden die Tante-Emma-Läden genommen. In meinem Fall ist in zwei Richtungen der nächste Supermarkt jeweils fünf Kilometer entfernt. So ist es mehr als verständlich, dass sich ältere Menschen so lange, wie es nur möglich ist, an ihr Auto klammern. Wenn dann noch hinzu kommt, dass die Angehörigen sehr weit entfernt leben und man auf sich selbst angewiesen ist, wird es einen harten Lebenseinschnitt und eine große Veränderung geben müssen.

Zum einen erschreckt es mich, dass diese Frau, die sehr schlecht hört, ihre Hände und Finger kaum bewegen kann und ihr Körper so stark gekrümmt ist, dass sie fest das Lenkrad umklammert und verkrampft hinter dem Steuer sitzt, am Straßenverkehr teilnimmt. Zum anderen kann ich sie sehr gut verstehen.

Heute sehr nachdenklich … Aus meiner Sicht ist noch verdammt viel zu tun in Sachen Infrastruktur im ländlichen Raum. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass 77,4 % der Deutschen im städtischen Raum leben, verschwinden die Belange des ländlichen Raumes zu nebensächlichen Peanuts 😉

Einen schönen Montag und einen guten Wochenstart wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

Schwätzchen am Sonntagmorgen

Zum Glück gehöre ich zu den Menschen, die einfach einschlafen, wenn sie in ihr kuscheliges Bett fallen. Augen zu und ab geht es ins Traumland. Wie schrecklich muss es sein, dies nicht zu können. Nun, ich gehöre aber zu denen, die dann schlafen gehen, wenn sie dazu bereit sind. Mir ist es vollkommen gleich, ob das abends um zehn oder irgendwann nach Mitternacht ist. Es mag sein, dass das nicht so toll ist. Eine regelmäßige Zubettgehzeit sei wichtig, weil dieses und jenes und überhaupt … Das ist mir egal. Weshalb soll ich meine Zeit damit verbringen, mich ab zweiundzwanzig Uhr zum Beispiel, stundenlang im Bett hin- und herumzuwalzen, nicht einschlafen zu können und schlimmstenfalls Schlaftabletten zu nehmen, nur weil irgendwelche Experten meinen, dass das eine optimale Zeit sei, schlafen zu gehen?

Mein Körper will nach ungefähr sechs Stunden aus der Waagerechten, ganz gleich, wann ich schlafen gehe. Einen Wecker stelle ich mir nur dann, wenn ein äußerst wichtiger Termin ansteht und ich absolut kein Risiko eingehen möchte, ausgerechnet an diesem Tag länger schlafen zu wollen. Denn das passiert in sehr großen Abständen.

Und es gibt die Nächte, in denen ich aus irgendeinem Grund aus dem Schlaf genommen werde. Dann geschieht genau das, weshalb ich die gut verstehen kann, die ins Bett gehen und nicht einschlafen können. Denn ich kann es dann nämlich auch nicht mehr. Wenn mein Hirn einmal seinen Job begonnen hat, ist es vorbei mit der Nachtruhe. So, wie heute gegen vier Uhr am Morgen. Und so sitze ich seit 05:11 Uhr an einem Sonntag an der Tastatur und tippe diesen Blogbeitrag.

Es ist noch stockdunkel. Mein Kaffee duftet aus meiner heute weißen Tasse. Neben den farbigen Tassen, zu denen es immer eine emotionale Brücke gibt, liebe ich mein weißes Bone China. Ich mag diese besondere Oberfläche. Samtig, etwas dünner, fast ein wenig durchscheinend.

Ich wählte die Playlist „Coffee + Chill“ auf Spotify. Wie schön, fast fünf Stunden wird mich diese Musik durch den Morgen begleiten, denke ich.

Die Kätz finden es absolut klasse, dass die Zweibeinerin bereits auf den Beinen ist. So versorgte ich zunächst Bobby, der mit seinem langen nassen Fell vom Herumstreunen in den Obstwiesen heimkam. Als ich mich wieder zum Schreiben hinsetzte, verließ Flo seinen Schlafplatz im Kratzbaum, um sich mit einem superzeitigen Frühstück verwöhnen zu lassen. Als ich wieder ins Atelier gehen wollte, schaute Benny neugierig um die Ecke … So sind jetzt alle drei Jungs satt, gebürstet, gekuschelt und bereit für ihren Vormittagsschlaf.

Man sagt den Katzen vollkommene Eigenständigkeit und keine wirklich dauerhaft enge Bindung zum Menschen nach. Das kann ich so nicht komplett bestätigen. Eines jedoch schon: Wird eine Katze vom Menschen verlassen, wird sie sich kümmern und ein neues Zuhause suchen. Ganz gleich, wie es einmal aussehen wird. Mag sie es nicht, zieht sie weiter. Ein Hund hingegen, wird dauerhaft seinem verloren gegangenen Zweibeiner nachtrauern und an dessen Ort verbleiben, wenn man ihn ließe.

Hattest Du schon einmal das Gefühl, ein totes Pferd zu reiten? Ich kenne das Gefühl. Damals sattelte ich ab. Das war nicht schön, aber ich musste es nur für mich allein tun.

Seit etwa drei Jahren reite ich ein totes Pferd. Müsste ich die Entscheidung nur für mich allein treffen, wäre ich bereits abgestiegen. Aber so strampele ich für die zehn Nasen weiter, weiter, weiter. Zum Jahresende werde ich das für und wider auf die Waagschale legen müssen, ob es sich lohnen wird, ein paar Energiepillen zu verteilen, oder ob ein Gnadenschuss die bessere Alternative sein wird. Zu diesem Thema las ich hier einen interessanten Beitrag, der zum einen frisch und witzig geschrieben ist, parallel dennoch zum Nachdenken anregt.

Inzwischen ist die Sonne aufgegangen. Vom Balkon aus machte ich diese Aufnahme. Im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Alpen.

Ich mag es, wenn sich der Nebel aus den Hängen löst.

Nun habe ich Euch einfach auf ein Sonntagmorgen-Schwätzchen mitgenommen.

Wir hier im Süden werden heute einen fantastisch warmen und sonnigen Oktobersonntag haben.

Ich freue mich jetzt auf das Sonntagsbrötchen mit leckerem Meißner Honig 😉

Herzlich grüßt Euch, Eure Petra Kolossa.

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Realität hat eigene Regeln

Ein Tag hat nur ein paar Stunden. Stunden, die gefüllt mit unendlich vielen Gedanken, Geschehnissen, Gefühlen, Emotionen, Kämpfen, Plänen, nicht Bewältigtem, Gewonnenem und Verlorenem  … sind.

Plakative Formulierungen tanzen in meinem Hirn. Gedanken schaffen Realität. Denke positiv! Carpe diem! Lebe den Tag! Nutze Deine Zeit, sie ist unwiederbringlich! Behandele jeden so, wie du selbst behandelt werden willst. Achte dein Gegenüber, verletze ihn nicht. Liebe die, die immer für dich da sind. Prüfe, mit wem du dich umgibst. Dein Leben ist dein Spiegel, gefällt es dir nicht, so ändere es. Lebe jeden Tag so, als sei es dein letzter …

Alles schön und gut. Es mag einleuchtend klingen. So einleuchtend, dass diese zu Kalendersprüchen mutierten. Die Realität hat oftmals eigene Regeln. Leider zu oft.

Mein heutiger Tag war wieder ein solcher. Eine perfekte Sinuskurve der Emotionen.

In solchen Momenten treibt es mich an die Tasten. Ich muss schreiben. Wenn die Gefühle durch meine zehn Finger verdaut wurden, fühle ich mich leichter. OK, etwas leichter.

Wollte ich heute am Morgen noch einen Blog schreiben über Heinz Strunk, Wenzel Hablik, Fleisch ist mein Gemüse, Tapeten und was das alles mit Itzehoe zu tun hat, sah es ein paar Stunden später schon ganz anders aus. Es beschäftigten mich zwei Cent und die Kunstnacht in Ravensburg. Dann erlebte ich schöne neunzig Minuten am Bodensee in Sipplingen, um mich kurze Zeit später verletzt in meiner Seele zurückzuziehen.

Den Verdauungsprozess habe ich in einem Text beendet. Und ich denke daran, dass ich heute noch immer keinen Blogbeitrag geschrieben habe. Mein Blog, also mein Tagebuch, mein web-log. Dafür bin ich vor vielen Jahren hier angetreten. Ich streue Asche auf mein Haupt und verspreche mir, nun wieder häufiger mit meinem Tun und dem, was sich in meinem Dunstfeld tummelt, präsent zu sein.

Am Abend soll man an die schönen Dinge des Tages denken. Das tue ich jetzt und nehme Euch mit nach Sipplingen. Ich liebe diesen kleinen Ort am Bodensee. Gestern wurde mir bewusst, dass ich in diesem Jahr kein einziges Mal einen Eisbecher vernascht habe. Das sollte unbedingt noch 2022 geschehen. So fuhren wir also nach Sipplingen.

… so sieht es aus, wenn ich ein Objekt unbedingt im Bild festhalten will 😀 Mit diesen schönen Gedanken an den fast vergangenen Sonntag verabschiede ich mich. Wünsche eine Gute Nacht und in ein paar Stunden schon einen gelungenen Start in die neue Woche.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Email-Wahn

Mein morgentlicher Blick in die elektronischen Postfächer lässt heute einen riesengroßen Koller in mir aufkommen. Es nervt mich seit längerer Zeit und irgendwie schaukelte sich das Ganze Dilemma in mir auf.

Geschätzte fünfundzwanzig Prozent, also nur ein kleines Viertel der massenhaft eingehenden Emails erwecken in der Regel mein Interesse. Jede Firma, mit der ich einmal via Email in Kontakt getreten bin, jedes Unternehmen, bei dem ich einmal Produkte bestellt habe, fühlen sich aufgefordert, mich mit deren Angeboten und Informationen in kurzen Abständen zu überschütten. Hinzu kommen die Schlaumeier, die sich Email-Adressen von sonstwoher besorgen und glauben, dass der Adressat dieses und jenes dringend benötige, Dinge erledigen lassen, sich beraten, coachen und sich total glücklich machen lassen wolle. Newsletter, die ich einst abonnierte, später nicht mehr spannnd fand, das Abo beendete, was leider nicht immer akzeptiert wird. … und so weiter und so fort.

Vor ein paar Monaten nahm ich mir die Zeit, um einen Großteil dieser Emails „loszuwerden“, also zu stornieren oder mit einer kurzen Email den Absender zu bitten, auf weitere Emails zu verzichten. Das Ergebnis war unbefriedigend. Geht der eine, kommt ein neuer.

Inzwischen haste ich über meine Emails, lese den Betreff und den Absender. Was interessant sein könnte, bekommt ein Sternchen, um es später zu lesen. Alles andere ruck-zuck-weg-gelöscht. Natürlich könnte dabei so einiges im Nirwana verschwinden, jedoch habe ich bisher noch nie eine Email vermisst, die wichtig gewesen wäre.

Im gleichen Zuge dieser Email-Flut scheinen die praktischen, einfachen, zeitsparenden Telefongespräche zu verschwinden. Wenn ich eine Firma via Telefon kontaktieren möchte, geschieht  es immer häufiger, dass auf den Webseiten der Unternehmen keinerlei Telefonnummern zu finden sind. Der Kontakt ist ausschließlich via Email möglich. Wenn doch eine Telefonnummer notiert wurde und ich dort anrufe, läuft oftmals eine Bandansage, wo mir eine Email-Adresse angesagt wird, über die ich mein Anliegen äußern kann. Ich erlebte auch, dass ich in einer Firma anrief, wo sich die Zentrale oder der Empfang meldete. Diese Mitarbeiter erklärten mir, dass es Firmenphilosophie sei, ausschließlich über eine Email in Kontakt treten zu können. Meine Email  würde dann an den passenden Mitarbeiter weitergeleitet. Und dieser würde sich dann bei mir melden. Zu den entsprechenden Mitarbeitern dürfe nicht durchgestellt werden.

In der Kommunikation zwischen uns Menschen ist das aus meiner Sicht eine gefährliche Entwicklung. Das Wort beinhaltet neben der sachlichen Information Emotionen, Gefühle, die ein klitzekleines Stück Seele des anderen freigeben. In einem Gespräch können Fragen gestellt und Antworten sofort gegeben werden.

Das gesprochene Wort ist spontan, aus der Situation heraus formuliert. Das geschriebene Wort in einer Email ist überlegt, korrigiert, mehrfach gelesen und überdacht, bevor der Senden-Button von uns gedrückt wird. Wir lesen und schreiben diese Emails schweigend, für uns allein. Wir tippen die Fragen, tippen die Antworten. Allein in unserem Kämmerlein.

Das Telefon ansich scheint lästig, unangenehm, out. Schreibe eine WhatsApp, schreibe eine Email, nimm die Messenger von Facebook, Signal, Telegram oder weiß der Kuckuck was.

Wir bestellen online, googeln unser Wissen, daten im Web, bewerben uns online, senden Formulare an die Ämter, arbeiten im home office … und so weiter und so fort.

Ich muss lächeln. In meinem Job telefoniere und spreche ich unendlich viel. Und irgendwie ist die Puste danach raus. Ich bin dann meistens zu erschöpft, auch in meinen freien Stunden zu telefonieren. „Petra!“, schelte ich mich selbst und bemerke, dass ich mich herausrede und nehme mir fest vor, öfter zum Hörer zu greifen. Vielleicht gleich? Mache mir nur fix ein Käffchen

Wen wirst Du als nächstes anrufen?

Habt einen schönen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Samstagmorgen

Die verregnete Nacht spülte den Staub der extrem trockenen Wochen von den Blättern. Ich verharre an der Haustür. Es ist sehr mild, neunzehn Grad schon am Morgen. Es ist etwas schwül und so herrlich ruhig.

Der Blasenbaum (Blasenesche) vor unserem Haus ist inzwischen ein großer Kerl geworden, denke ich. Er war so klein, als wir ihn hier pflanzten. Gezogen aus einem kleinen schwarzen Samen, aufgelesen auf der Wilsdruffer Straße in Dresden, wo diese die breiten Gehwege seit den achtziger Jahren säumen. Diese kleinen Kügelchen steckte ich damals, es war im Frühherbst 2005, in die Tasche meiner Jacke. Später verwahrte ich sie in einer kleinen Schachtel in einer Schublade. Und wie es so ist: Aus den Augen aus dem Sinn.

Erst als mich der Umzug in den Süden Deutschlands zwang, gründlich auf- und auszuräumen, fielen mir diese Samen wieder in die Hände. Und so kamen sie erst 2011 hier in die Blumentöpfe. Zwei der Samen gingen tatsächlich nach so langer Zeit auf. Und zwei Jahre später waren sie groß genug, um endlich ausgepflanzt zu werden. Einer hier in Baden Württemberg und der andere ging zu besonders lieben Menschen nach Chemnitz und steht nun ebenso groß und kräftig schützend an ihrem damals neu gebauten Haus.

Jeden Tag schaue ich dankbar auf diesen Baum, die vielen Vögel und Insekten, die ihn beleben und der mich an meine Heimatstadt erinnert.

Benny sitzt neben mir, total müde von der Nacht, aber neugierig genug, um zu schauen, was seine Zweibeinerin am Morgen in seiner Welt so tut.

Es beginnt zu nieseln. Irgendwie fühlt sich das Feucht lauwarm an und ich gehe noch ein paar Schritte durch den kleinen Garten.

… ich werde jetzt in meinen Tag starten und den Fokus auf meinen Online-Shop lenken.

Habt alle einen angenehmen Samstag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

schlecht gelaunt vs. schlecht gelaunt

Auch wenn ich gern zeitig aufstehe, habe ich am Morgen nicht unbedingt die große Lust, mit anderen zu reden und das schon gar nicht geschäftlich. Wenn das einmal der Fall ist, bereite ich mich am Vorabend mental auf meinen Job am kommenden Tag vor und stehe eine Stunde zeitiger auf, um die notwenige Zeit für mich zu haben, die ich am Morgen unbedingt brauche.

So war es in dieser Woche. Punkt acht Uhr startete ich also gut gelaunt in meinen Arbeitstag und trat meinen „Opfern“ völlig unbefangen, frisch und munter entgegen.

Nun, was soll ich sagen? Immer wieder begegneten mir mürrische, genervte, kurz angebundene, müde, schlecht gelaunte Menschen in ihrem Beruf.

Eine Dame fragte ich schließlich, wann ihre Arbeitszeit beginne. Ich würde dann einfach später noch einmal anrufen. Sie meinte, dass sie bereits seit fast einer Stunde begonnen habe. Ich wollte wissen, weshalb sie ihr Gegenüber als Störenfried behandele. „Oh, ist das so? Kann sein. Ich bin heute nicht gut drauf. Sorry. Um was geht’s?“, so ihre Reaktion.

Der Job wäre so cool, gebe es zum Beispiel in der Klinik keine Patienten, im Supermarkt keine Kunden, in der Kanzlei keine Klienten und so weiter und so fort.

Es hinterlässt im geschäftlichen Leben einen faden Beigeschmack, wenn sich die Mitarbeiter erst einmal „warmlaufen“ müssen, um ihre Aufgaben gut erledigen zu können. Natürlich erlebte ich auch schlecht gelaunte Beschäftigte kurz vor ihrem Feierabend. Aber diese schlechte Laune ist eine andere, eher erschöpft und müde vom erfüllten Arbeitstag, weniger aggressiv. Damit kann ich ganz gut umgehen.

Ich selbst bin in der glücklichen Situation meinen Arbeitstag im gewissen Rahmen meinem Biorhythmus anpassen zu können. Aber in welcher Firma ist das schon möglich? Welcher Arbeitgeber ist bereit, auf solche Befindlichkeiten seiner Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen?

Wäre es aber nicht für beide Seiten gut und rentabel? Mitarbeiter, die ausgeruht, gut gelaunt und gern ihrer Arbeit nachgehen, sind ganz sicher erfolgreicher und produktiver, also solche, die sich gegen ihren eigenen Biorhythmus quälen und versuchen, sich der Situation zu stellen, weil es eben nicht zu ändern sei.

Wahrscheinlich wäre es eine kleine logistische Herausforderung, aber dann eine klassische  win-win-Situation.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Chefin, die großen Wert auf den Biorhythmus legte. Sie druckte immer den monatlichen Biorhythmus von ihr und mir aus und schaute , wo bei jeder von uns die Hochs und Tiefs lagen und an welchen Tagen ein Einklang bestand. Entsprechend organisierten wir, soweit es möglich war, die  Arbeitstage mit ihren Aufgaben und Terminen. Sie war fest davon überzeugt, dass mit Hilfe der eigenen inneren Uhr ein effizientes Arbeiten gewährleistet sei.

Ich fand einen interessanten Beitrag zum Thema Biorhythmus. Spannend darin die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungen und Tests.

Welche Erfahrungen hast Du machen können? Lebst Du in Deinem eigenen Biorhythmus?

Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Und wenn Du es noch nicht getan hast: Abonniere mit Deiner Email-Adresse meinen Blog. So wirst Du keinen Beitrag mehr verpassen 😉

Habt einen wunderbaren Sommertag 🌻☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heißer Sommer – 2022

Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Blogbeitrag zum Thema Sommer und Farben.

Heute fiel mir im Internet eine Bildcollage in die Hände. Ich sah mir das Ganze an und dachte mir so: „Tja, so ist es!“ Ein paar Stunden später erinnerte ich mich an diese Collage. Denn vor meinen Augen spulte sich nicht nur der Sachverhalt ab, sondern auch die klitzekleinen Details, die ich im Unterbewusstsein wahrnahm.

Ich wusste nicht mehr genau, wo ich es im Netz entdeckte. Also machte ich mich auf die Suche. Und ich fand es.! Hier für Euch ein Screenshot:

Screenshot aus dem Internet

Die Farbe „Grün“ hat eine ganz besondere, vor allem eine positive Bedeutung. Grün steht zum Beispiel für klare Frische , Offenheit, Bewusstsein, Heilung und Gesundheit.

Die Farbe „Rot“ ist eine Signalfarbe. Sie steht für Liebe, Hitze, Leidenschaft, aber auch für Hass und Wut.

Die Farbe „Blau“ steht für Vertrauen und Verlässlichkeit. Sie wirkt beruhigend.

Die beiden Bilder sind am gleichen Tag eines Jahres, nämlich den 21. Juni aufgenommen. Es liegen fünf Jahre dazwischen nämlich 2017 und 2022. Beide Bilder stammen von der ARD.

Was wird uns jetzt im Jahr 2022 suggeriert? Wir haben eine wahnsinnige Hitzewelle! Die Klimaerwärmung nimmt seinen Lauf! Wir gehen vor die Hunde! Es ist ein glutheißer Sommer, wie noch nie! Und so weiter und so fort. Seht her! alles auf der Karte ist rot …

Und das Verrückte an der Sache: Die Menschen empfinden das so! Ich sprach mit so vielen Leuten. Sie meinen tatsächlich das zu fühlen, was sie hören und Tag für Tag gezeigt bekommen.

Die Wettermoderatorin trägt Blau, was Vertrauen und Zuverlässigkeit schafft. Der königsblaue Hintergrund erhärtet das alles noch.

Dass vor fünf Jahren genauso einfach nur Sommer war und die Temperaturen vier, fünf Grad höher lagen als heute, das will keiner wissen. Willkommen im Panikmodus.

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog einen Beitrag zum Thema Sommer. Den habe ich heute noch einmal mitgebracht:

Heißer Sommer

„Die erste Hitzewelle in diesem Jahr rollt auf uns zu“, so konnten wir es vor etwa zwei Wochen in den Medien hören. Ich sah dunkelroten Wetterkarten und den ermahnenden Finger. Es wurden Temperaturen bis zu zweiunddreißig Grad angekündigt. Und ich dachte: „Na und? Es ist Sommer!“

Nun, ich bin Kind einer Zeit, in der in den Schulen noch große Thermometer hingen und wir Schüler dieses in den Wochen vor den Sommerferien ganz genau beobachteten. Denn wir lauerten auf ein Hitzefrei nach der vierten Unterrichtsstunde. Es war immer die Zeit im Juni. Denn der gesamte Monat Juli und August waren Sommerferien. Damals war es noch ganz einfach. Wir hatten den gesamten Monat Februar Winterferien und Weihnachtsferien, ich glaube eine Woche zuvor. Im Oktober gab es eine Woche Herbstferien. Die eher praktischer Natur war. Wir gingen in die Landwirtschaft am Rande der Stadt, um auf den Feldern die Kartoffeln zu lesen, die die Erntemaschinen nicht erfassten oder in den Obstplantagen zu helfen. Heute würde man wahrscheinlich „Kinderarbeit“ schreien. Wir haben das gern gemacht und wir waren stolz zu helfen. Aber das soll ein anderes Mal Thema sein. 

Aber zurück zu dem riesengroßen Thermometer in der Schule. Dieses Ding hing in der ersten Etage unmittelbar in der Nähe des Lehrerzimmers. In jeder Pause gingen wir gucken, ob die Temperatur endlich die 28 Grad erreicht hat und wir waren hippelig, nach der vierten Stunde das besondere Klingezeichen für Hitzefrei zu hören, um dann johlend schnell den Schulkram in den Ranzen zu verstauen und aus dem Schulgebäude zu fliehen.  Es ging das Gerücht umher, dass der alte Lehrer Mehlhorn gern vor der Pause mit einem dicken nassen Tafelschwamm das Thermometer kurz vor der Pause herunterkühlte. Einmal erwischten wir ihn dabei. Die Kinder protestierten lautstark. Aber wenn ich mich an sein verschmitztes Gesicht erinnere, denke ich, dass er nur Spaß dabei hatte und er uns zeigte, dass er von diesem Gerücht wusste.

Nun, die Temperaturen in den Sommerferien waren in der Regel um die 32 bis 38 Grad. Unerträglich war es dann bei 42 Grad. Dann gab es heftige Sommergewitter und warmen starken Landregen, der in den Wasserlachen auf der Straße Blasen schlug. Es machte uns Spaß, unter dem gleichmäßigen Regen barfuß herumzutoben und uns zu erfrischen. – Es war normal. Es war einfach nur Sommer. Und das war der Grund, weshalb  die Sommerferien in diese Zeit gelegt wurden. Das Lernen in großer Hitze ist einfach uneffektiv.

Was erleben wir jetzt? Die Sommerferien sind in jedem Land anders geregelt. Zum Teil beginnen diese sehr zeitig und die Kinder gehen mitten im Sommer wieder in die Schule, oder umgekehrt. Diese Regelungen sind nicht im Sinne der Kinder, sondern im Sinne des egoistischen Reisewahns der Erwachsenen. Damit die Blechlawinen irgendwie von hier nach da durch die Straßen geschleust werden können, wurde für den Tourismus und der entsprechenden Wirtschaft entschieden.

Zu den hohen Sommertemperaturen gesellt sich nun noch ein erheblicher Gestank dieser Fahrzeuge und macht die Luftqualität unerträglich. Als ich noch zur Schule ging, hatte nicht jeder Haushalt ein Auto. Wir lösten noch einen Fahrschein auf dem Bahnhof und fuhren mit der Bahn. Dieses Ticket war preiswert und fraß keinem die Haare vom Kopf. Heute ist es ein Luxus, mit der Bahn zu verreisen und so mancher überlegt es sich, so viel Geld dafür ausgeben zu können oder zu wollen. Bitte jetzt keinen Aufschrei, dass man günstig reisen könne wenn man plane und so. Ich weiß das, aber ich will das nicht. Ich möchte heute spontan ein Ticket lösen und losfahren können, ohne dafür mein Konto plündern zu müssen und damit die Tickets der Frühbucher zu sponsern.

In den letzten Tagen sah ich etliche Fotos von alten Tageszeitungen, die eine Hitzewelle in Deutschland beschrieben. 1957 waren es sogar fast fünfzig Grad Celsius und in den Siebzigern um die vierzig, zum Beispiel.

Für Euch habe ich einen Trailer des alten Spielfilms „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel aus dem Jahr 1967 herausgesucht. Dieser war damals sehr beliebt. Und ich sah den gern, wahrscheinlich auch, weil einige meiner Schulfreundinnen mitspieleten. Sie waren Mitglied in der Tanzgruppe, die für den Film engagiert wurde.  –  Klickt einfach unten auf den Link, um es zu sehen.

„Heißer Sommer“ – ein DEFA-Film aus dem Jahr 1967.

Heute wird alles unter dem Deckmäntelchen Klimawandel abgetan. Nun,  an den Sommertemperaturen hat sich wahrscheinlich nicht viel geändert. An der Qualität unseres natürlichen Lebensraumes jedoch sicher. Und es hat nichts damit zu tun, ob wir ein Fahrzeug mit einem Verbrennermotor fahren oder ein Elektroauto. Die Armortisierung dieses Teils ist sehr fraglich. Ich spreche hier allumfassend von der Herstellung bis zur Entsorgung. Es beginnt irgendwo tausende Kilometer entfernt auf dieser Erde und wird in das territorial klitzekleine Deutschland geschifft oder geflogen, um das abgewrackte Teil wieder dorthin zu bringen. Das betrifft übrigens die breite Wirtschaft. Wir bringen unseren Müll irgendwohin nach Afrika zum Beispiel. Mögen die dort damit klarkommen. Wir machen unsere Augen zu und es ist uns egal, wie sie es entsorgen und damit fertig werden. Schließlich bezahlen wir dafür. Wir hier haben etwas Gutes getan für das sogenannte Klimaziel, so glauben wir. Das blöde ist nur, dass es kein deutsches oder europäisches  Klima gibt. Das lässt sich nicht mal fix an der Grenze aufhalten oder mit einem Einreiseverbot wegschicken. 

Nö, das ist aus meiner Sicht nicht der Weg.  Fangen wir doch klein bei uns selbst an. Müssen wir mehrmals im Jahr in den Urlaub weit weg reisen?  Müssen wir Reisen auf diesen Monsterschiffen buchen, um in einer simulierten Luxuswelt mit ein paar mal Landgang, auf dem Wasser herumzugurken? Müssen wir unbedingt alle, ob jung oder alt, ob mit oder ohne Schulkinder, im Sommer verreisen? … und so weiter und so fort.

Es ist unser Anspruchsdenken. Es ist dieses „jeder hat“ und „jeder macht“ und dieses „es steht mir zu“, „es ist mein Recht“. Meine Zeilen beziehen sich heute nur auf den Sommer, diese sogenannte Hitzewelle.

Natürlich ist es unsere freie Entscheidung. Und diese sollte auf keinen Fall mittels irgendwelcher politischer Dogmen reguliert und eingeschränkt werden. Jedoch ist es auch unsere freie Entscheidung nachzudenken und Schlussfolgerungen für unser eigenes Handeln zu ziehen.

Es ist einfach nur Sommer. Genießt die Zeit mit allem Drum und Dran!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Einfach nur „Auto“

Im Hintergrund grummelt das nahende Gewitter und die ersten großen Tropfen verdampfen auf dem ausgetrockneten Boden. Ich mag den typischen Geruch, wenn der ersehnte Regen nach einigen Tagen Hitze und Trockenheit dieses Duftgemisch erzeugt. Die Nacht wird erfrischend sein und der kommende Tag wahrscheinlich schwül und warm.

Ich sinniere über den vergangenen Tag. Sehe mich über das aufgeheizte Gelände der ADAC-Werkstatt sausen. Immer wieder zwischen dem Meisterbüro und meinem am letzten Ende dieses Hofes, schon fast im Grünen, abgestellten Autos. Der Gutachter hat einen wirtschaftlichen Totalschaden festgestellt. Es fiel mir nicht leicht, loszulassen. Dieses Auto hat mich acht Jahre fast tägleich begleitet. Zweihundertfünfzigtausend gefahrene Kilometer sind kein Pappenstiel. Mein Auto war mein Büro auf Rädern, der Ort, an dem so viele Gedanken spazieren gingen, wo sich Ideen entspannen, ich so manchen Entschluss fasste. Ich verbrachte unendlich viel Zeit in diesem Peugeot.

Meine Autos haben nie irgendwelche Spitznamen. Sie sind einfach nur „Auto“. Das erste war ein schwerer Rover. Bis heute kann ich nicht verstehen, wie dieser Opel Kadett, der von rechts aus der Nebenstraße mit ganzer Wucht auf die Beifahrerseite krachte, es komplett verzogen hat und zum Totalschaden machte.

Als ich eines Tages nach einem Termin zu dem damaligen Skoda ging, hörte ich durch die spaltbreit heruntergelassenen Autoscheiben meinen Hund aus voller Lunge bellen. Es klang nicht gut. Ein Zettel unter dem Scheibenwischer erklärte mir, dass der Absender schuld für den eingedrückten Kotflügel einräumte. Später erfuhr ich, es war ein Opel.

Mein Peugeot 206 war wie meine Handtasche und die fahrende Hundehütte für Gino, meinen Hund, der mich elf Jahre begleitete. Damals rammte ein steinalter Opel mit zwei Auszubildenden auf dem Firmengelände die rechte Seite meines Autos. Es wurde repariert. Einen Tag später, nachdem ich mein Auto aus der Werkstatt zurück erhielt, schaffte es ein Opel Vectra nicht, rechtzeitig zu bremsen und traf mich in der Tiefgarage mit voller Wucht auf der Fahrerseite. Als der Kontrolleur der Versicherung am selben Tag die Reparatur begutachten wollte, musste ich ihn darauf hinweisen, dass es sich um den Schaden auf der rechten Seite handelt.

Sämtliche Unfälle verursachten Opelfahrer. Ich stellte für mich fest, dass das sehr spezielle Autofahrer sind. Und ich beschloss, niemals einen Opel zu fahren.

Meinen jetzigen Unfall erledigte ich mit mir selbst, also ganz allein und leider sehr gründlich.

Und das Verrückte ist: Heute fuhr ich einen Opel zur Probe. Und was soll ich sagen? Ich mag ihn. Die Chancen für diesen „adam“ stehen ziemlich gut. Tja, man sollte niemals nie sagen 😉

So schicke ich euch liebe Grüße in Euren Morgen. Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.