Wenn Worte eine Bedeutung haben

Ich weiß nicht, wie es Dir ergeht, wenn Du ein Wort hörst. Nehmen wir an, das Wort Elefant, Haus, Gebirge oder was auch immer, stellt unser kluges Gehirn sofort eine Verbindung her und wir sehen vor unserem inneren Auge eben genau das, was dieses Wort beschreibt, zum Beispiel einen Elefanten.

Nun ist die deutsche Sprache zwar eine komplizierte, jedoch eine ganz klare, vielseitige und genaue Sprache.

Deshalb treibt mich die generische Umschreibung von Worten und Begriffen in den Wahnsinn.

In den letzten Tagen hörten wir immer wieder von Demonstrierenden und Teilnehmenden. Was sind das für Wortkonstrukte? Die deutsche Sprache nennt das Demonstranten und Teilnehmer. Ganz einfach, denn diese Worte beinhalten alle Menschen, ob klein, dick, jung, alt, männnlich, weiblich oder sonst etwas.

Ein simples Beispiel sind die „Busfahrenden“. Bitte sagt mir, wer ist damit gemeint? Die Fahrgäste, die mitfahren oder die Busfahrer, die das Ding bewegen? Nun können die Sprachverdreher schlecht den maskulin-generischen Begriff Fahrgäste und Busfahrer verstümmeln und greifen auf Hicks, Sternchen und Co. zurück. Mit der Begründung, man wisse nicht, ob am Steuer eine Frau, ein Mann, ein Diverser oder ein sich anderen Möglichkeiten zuzuordnender Mensch (der Mensch – wieder maskulin, vielleicht besser: Wesen) sitzt, könnte eine Nichtachtung der Befindlichkeiten desjenigen erzeugen. Das alles lässt mich ungläubig zurück.

Wenn ich Texte lese, die komplett „durchgehickst“ sind, steige ich aus. Das Übersetzen aus dieser unsinnigen Sprachverstümmelung erschöpft meinen Verstand. Das war der Grund, weshalb ich das Abonnement einer Autorenfachzeitschrift kündigte, so sehr mich die Themen auch interessieren. Ich konnte mich auf den Inhalt nicht konzentrieren und das Geschreibe nicht mehr ertragen.

Ein anderes Beispiel zur Bedeutung von Worten, die nichts mit dieser unsinnigen Gendersprache zu haben, erlebte ich erst vor wenigen Tagen.

Mir wurde berichtet, dass jemand unter Zeitdruck stand und schnell weg musste, weil er Auzubis entlassen wolle.

Ich bedauerte es, dass das geschehen musste.

Die Reaktion meines Gegenüber wiederum verwunderte mich. Sie meinte, ich soll doch nicht immer so negativ sein.

Ich meinte, dass es doch nicht schön sei, wenn sich ein Betrieb von seinen Lehrlingen trennen müsse.

Wir redeten komplett aneinander vorbei. Warum? Weil das verwendete Wort nicht das beschrieb, was gemeint war.

Mir wurde erklärt, was dabei gemacht wird und sie sprach immer und immer wieder von Entlassung, weil es halt so heißt.

Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob ich einen Auszubildenden aus einem Betrieb entlasse, oder ob ich einen Auszubildenden freispreche, also aus den Pflichten des Lehrvertrages losspreche. Dieser seinen Gesellenbrief erhält und er nun seinen eigenen Weg gehen wird.

Das geschieht in der Regel in einer feierlichen Veranstaltung und das ist ganz sicher eine positive Sache. Denn darum ging es.

Eine Entlassung hingegen … Nun, das muss ich nicht erläutern.

Aber selbst ich bin vor einigen Jahrzehnten in ein solches Fettnapf getreten, als ich eine ganze Menge Trichter bestellen wollte und immerzu von Filtern sprach. Die Dame konnte mich nicht verstehen und meinte, dass sie so etwas nicht haben. Ich bin fast verzweifelt, weil ich wusste, dass sie es haben und beschrieb das Ding, wofür es benötigt wurde. Letztendlich wurden wir uns einig. Immer, wenn wir uns wiedersahen, mussten wir über diese Situation lachen.

Die Sprache ist so unendlich wichtig und wir sollten dringend damit aufhören, diese bewusst und gezielt zu verändern. Dass sich Sprache auf natürliche Art im Laufe vieler Jahre verändert, ist völlig normal. Das ist ein schleichender Prozess. Politisch-ideologisch angeordnete Veränderungen hingegen sind Frevel.

An den beiden anderen Beispielen können wir sehen, welche Bedeutung die Worte einer Sprache haben. Sie sind die Basis und Voraussetzung für jede Kommunikation, für das inhaltliche Verstehen untereinander, ganz gleich an welchem Ort.

Ich weiß, so oft schrieb ich zu diesem Thema. Aber es bewegt mich immer wieder, weil die Bedeutung der Sprache in einer Gesellschaft unterschätzt wird. An vielen Schulen sinkt das Bildungsniveau rapide, weil die Grundlage für das Lernen, nämlich das Verstehen der deutschen Sprache fehlt.

Habt einen guten Tag.

Bis zum nächsten Mal, herzlich,

Eure Petra Kolossa.

Old school mit dem Auto unterwegs

Eine Stunde Fahrt liegt vor mir. Mein Beifahrer ist im Land der Träume. Diese Stunde gehört nun ganz allein mir.

Ich bin eine routinierte Autofahrerin und mag die Zeit hinter dem Steuer. Autofahren suggeriert mir eine diverse Freiheit und Unabhängigkeit. Es ist die Zeit, in der meine Gedanken spazierengehen dürfen. Viele Ideen wurden hinter dem Lenkrad geboren, manches Projekt entstand dort und etliche Dinge, die im Schwammigen lagen, klärten sich.

Inzwischen hat sich mein Lebensmodell geändert. Ich bin unter anderem von Baden Württemberg in das schöne Erzgebirge gezogen und bin mit dem Auto wesentlich weniger unterwegs, als noch vor fünf, sechs Jahren.

Die Fahrtstrecken sind für mich noch keine Routine. Ich muss mich mehr konzentrieren, als ich es bis vor kurzem gewohnt war. Da es mein Anspruch ist, regelmäßige Fahrten ganz ohne digitale Hilfsmittel zu bewältigen, bleibt die Navigation aus.

Zu Beginn war es so, dass ich ansagte, was ich als nächstes auf der Straße tun will und Holger, der sich etwas besser auskennt, korrigierte mich oder bestätigte mein Handeln.

Die Strecke, die ich jetzt fahre, ist inzwischen fast Routine. Dennoch muss ich lächeln. Denn ein paar Kilometer kurz vor Chemnitz auf der Autobahn spult sich in meinem Kopf folgendes ab:

Alle Schilder, auf denen Chemnitz steht ignorieren! Auch wenn ich durch Chemnitz will.

Ahh, Rottluff. Da muss ich runter. Ich weiß, ich will nicht nach Rottluff, aber das steht auch auf dem Schild. Der Künstler Karl Schmidt gab sich 1905 den zweiten Namen seines Wohnortes, als er Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Brücke“ wurde. Er hieß also seitdem Karl Schmidt-Rottluff. Das kann ich mir merken. Irgendeine Autobahnbezeichnung A72 oder so, bleibt bei mir nicht hängen.

Super. Jetzt also runter, aber nicht nach Rottluff, sondern auf der Autobahn bleiben. Nicht lange, nur ein Stück.

Ahh, Rabenstein. Das kenne ich. Nicht nach Rabenstein! Was willst du jetzt bei Jens? Gut, kann ich mir merken. Also weiter.

Denn jetzt schön aufpassen! Gleich muss etwas von Mittweida und ein Ort mit „O“ stehen. Verdammt, fällt mir gerade nicht ein. Ich war dort noch nicht. Oberlungwitz!! Da steht es!  Warum steht da nicht Stollberg? Egal. Das Nefeparkzeichen in Ferne gibt noch Anhalt. Also Oberlungwitz runter, auch wenn ich da nicht hin will.

Der Zwangspfeil führt mich dann auf die richtigte Strecke.

Ahhh, rechts das „Emils“. Ich muss links abbiegen. Dann weiter wie stricken. Erst abbiegende Hauptstraße, dann eine links, eine rechts, eine links, durch die Brücke durch und dann einfach auf der Straße bleiben. Alles Weitere ist tatsächlich Routine, bis ich unseren Wohnort erreicht habe …

So präge ich mir Wegestrecken ein, bis es ganz einfach zum Leben dazugehört, ich nicht mehr nachdenke, also Routine ist.

Wie machst Du es ohne digitale Navigation, also ganz old school? Wie prägst Du Dir neue Fahrtrouten ein?

Schreibe es einfach in die Kommentare. Ich freue mich, vielleicht andere Methoden kennenzulernen.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Vor vierzig Jahren

Durch die Medien wurde ich heute am Morgen daran erinnert, dass sich vor vierzig Jahren die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl ereignete.

Als dies geschah, hielt ich mich keine einhundert Kilometer entfernt dort auf. Vor vier Jahren schrieb ich einen Blogbeitrag, in dem es unter anderem darum geht. Ich verlinke diesen Beitrag „Ich erinnere mich“ hier für Euch.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Trödeln in der Markthalle Dresden

In den letzten Tagen vertiefte ich mich in kreative Projekte und war mit meinen Gedanken eher dort, als bei meiner Tastatur und dem Schreiben. Dabei liebe ich es tatsächlich.

Als ich heute mein Tablet einschaltete, an dem ich meine Blogbeiträge gern schreibe, Stand der Akku auf Null. Derart vernachlässigt habe ich mein Gerät lange Zeit nicht. So musste ich mein Schätzchen erst einmal andocken und wiederbeleben.

Also gönnte ich mir einen Kaffee aus meiner Liebslingstasse, die ich vor langer, langer Zeit von meiner lieben Freundin Petra aus der Oberlausitz erhielt …

… und überbrückte die Zeit damit, die Fotogalerie auf meinem Smartphone aufzuräumen.

Hach, was mir da alles in die Finger fiel. Seit etlichen Jahren habe ich mir angewöhnt, Dinge, die mich irgendwie berühren mit dem Phone festzuhalten. Knips und in der Kiste erst einmal gespeichert. Wer weiß, wofür es gut sein könnte. Nun, das wäre ja in Ordnung, wenn ich später auch regelmäßig meine vielen Bilder aufräumen und aussortieren würde. Dabei bin ich ziemlich nachlässig. Wie handhabst Du es? Bist Du disziplinierter als ich?

So kamen mir zum Beispiel heute am Morgen Bilder vom 28. Februar 2026 in die Hände. Wir besuchten damals bei einem Zwischenstopp die historische Markthalle in Dresden. Das, weil dort der letzte Trödelmarkt für die vergangene Wintersaison stattfand und wir einen solchen in dieser Halle noch nie sahen, war es ein willkommener Anlass, das nachzuholen.

Es ist eine imposante Vorstellung. Schließlich wurde das Gebäude Ende des neunzehnten Jahrhunderts eigens als Händlerdomizil, also als Markthalle, errichtet. Als diese im verheerenden zweiten Weltkrieg zertört wurde, holte man sie Stück für Stück aus den Ruinen in das pulsierende Leben zurück.

Ein Trödelmarkt im Freien in seiner Vielfalt und Menge der angebotenen Produkte ist ziemlich beeindruckend. Aber auf einer komprimierten Fläche in einem geschlossenen historischen Gebäude, wie dieser fantastischen Markthalle fühlte ich mich fast reizüberflutet.

Hier für Euch ein paar der Bilder, die ich im Februar aufnahm:

Ist das nicht eine imposante Markthalle?!

Eigentlich wollte ich nichts von den vielen angepriesenen Dingen mitnehmen. Aber als ich zwei Porzellanschüsseln entdeckte,  konnte ich nicht widerstehen. Sie haben eine Form, die ich so sehr liebe. Ich umschlich den Stand und letztendlich mussten diese für einen Schnäppchenpreis, den es wohl nur auf einem Flohmarkt gibt, von insgesamt nur fünfzehn Euro, mit.

Gerade räumte ich den Geschirrspüler aus. Als ich dabei die besagten Schüsseln entahm, musste ich fix ein Foto für Euch machen 😄

Wie ergeht es Dir, wenn Du auf einem Flomarkt bist? Trägst Du in der Regel eine neue Errungenschaft nach Hause?

Habt einen guten Tag.

Bis zum nächsten Mal, Eure Petra Kolossa.

Pünklich, wie die Bahn: Das Wetter

Huch, auf den Wetterbericht ist, wie auf „Die Bahn“, Verlass. Heute am Morgen rieb ich mir ungläubig die Augen. Fiel doch nicht etwa achtundvierzig Stunden später pünktlich der prognostizierte Schnee.

Seit Monaten beobachte ich verschiedene Wettervorhersagen und vergleiche diese mit der Realität. Mir ist es unbegreiflich, weshalb Wetterprognosen nicht mehr für wenigstens drei Tage möglich sein sollen. Vielleicht sollten wir doch lieber einen Frosch befragen oder einen tiefen Blick in die Glaskugel werfen.

Absurd sind die theatralisch vorgetragenen Erklärungen der wetterschlauen Interpreten an den kunterbunten digitalen Wetterkarten im Fernsehen, die auch im großen word wide web zu sehen sind. Wie wird das Wetter im März? Wie wird der Sommer 2026? Tja, wie wohl? Das Beste ist, wir schauen am Morgen vor die Haustür, halten mal den Finger in die Luft, um die Windrichtung zu prüfen, atmen tief durch, um die „gefühlte“ Temperatur festzustellen und schon wissen wir Bescheid. Ich denke, so ähnlich tut das wohl inzwischen fast jeder.

Die für die meisten Menschen langweiligste Information im Radio und Fernsehen, waren die Wasserstandsmeldungen oder Meldungen der Pegelstände. Irgendwann 2015 oder 2016 wurden diese Meldungen eingestellt. Wahrscheinlich, weil  man bemerkte, dass sich jeder, der diese brauchte aus dem Netz ziehen kann.

Die theatralischen aufgeladenen Wetter-Sketche haben sich aus meiner Sicht selbst als ad absurdum geführt.

Ich gehe davon aus, dass es gute Wetterprognosen geben wird. Dabei denke ich zum Beispiel an den Flugverkehr, Schifffahrt, Transportwesen und so weiter.

Macht es doch einfach wie mit den Pegelständen, wobei diese wahrscheinlich genau waren. Spart Euch die Fernsehvorträge und gebt den Leuten den Einblick in fundierte Prognosen.

Bis dahin werde ich mich mit „Grete“ verbünden und die Wetterlage einfach erahnen 😉

Kennst Du eine wirklich gute Wetter-App?

Bis zum nächsten Mal, Eure Petra Kolossa.

Die Künstlerin Theresia Hillebrand erschuf  meine „Grete“.

Zwischen schwarz und weiß

Kurz überlege ich, hier in meinem Blog Bilanz über das Jahr 2025 zu ziehen. Ich entschied mich, es nicht zu tun.

Denn ich denke, dass dieses 2025 nicht nur für mich, sondern wahrscheinlich für fast alle von uns ein verdammt anstrengendes und uns forderndes Jahr gewesen ist.

Das was einmal sein wird, also das, was uns das neue Jahr, das 2026, mit sich führen wird, wissen wir heute noch nicht.

Es wäre wirklich schön, wir könnten einen Blick in die mystische Glaskugel werfen und bekämen eine rationale Antwort. So bleibt uns nur, unser Wissen, unseren Verstand und unsere Erfahrungen mit einer Prise Spekulation zu verrühren, um eine vage Vorstellung von dem zu erhalten, was potentiell auf uns einströmen könnte. Also bleiben wir aufmerksam und achtsam.

Um uns daran zu erinnern, dass es zwischen schwarz und weiß eine ganze Menge Farben gibt, malte ich für Euch diese starke und optimistische „Fantafantin“ als Glücksbringer für das Jahr 2026.

In ein paar Stunden ist 2025 Geschichte. Lassen wir es los und gehen zuversichtlich ins 2026!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein wunderbares, erfolgreiches, gesundes, glückliches neues Jahr. Mein Herzenswunsch für mich und uns alle: Möge auch dieses Jahr friedlich bleiben.

Herzlich danke ich Dir, dass Du mich sowie meine Texte und Bilder begleitest. Ich freue mich riesig, Dich auch in 2026 als treue Leserin beziehungsweise treuer Leser an meiner Seite zu wissen.

Kommt gut rein! 🎉✨️🥂

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Kleiner blauer Krug

Wie so oft sind es die kleinen Gesten, die unser Herz höher schlagen lassen und eine riesengroße Freude verbreiten.

Vor zwei Tagen bekam ich einen kleinen alten Krug geschenkt. Die über Neunzigjährige kennt meine Vorliebe für besonderes Geschirr. Auch weiß sie, dass in meinem Haushalt jeder Gegenstand benutzt wird.

Meine Hände erfühlten die Form und Oberfläche dieses kleinen Kruges. Sofort nahm ich wahr, dass das Gewicht ungewöhnlich gering für derartige Gegenstände ist und das besondere Blau fiel mir auf. Ich war verliebt in das gute Stück, das meine Hände schmeichelte und ich freute mich unglaublich, dass ich es mit nach Hause nehmen durfte.

Erst zu Hause schaute ich auf den Boden dieses Kruges und staunte, was ich da sah. Denn somit schloss sich der Kreis von dem, was meine Hände bereits ertasteten und auch dieser für eher untypische Blauton.

Ich liebe Porzellane bzw. Keramik von Villeroy & Boch. Ein paar Recherchen ergaben, dass das gute Stück über einhundert Jahre alt ist und für mich eine Rarität darstellt.

Internetrecherche vom 25.12.2025 über Chrome / Google

Den Standort in Dresden gibt es inzwischen nicht mehr. Die Fabrik, wie so viele weitere damals, wurde nach dem zweiten Weltkrieg komplett von der Besatzungsmacht demontiert und abtransportiert. Ich nenne es geplündert. Danach wurde der Standort mit dem restlich Vorhandenem verstaatlicht. Während der DDR-Zeit fertigte man dort Sanitärporzellane. Nach der Wende erwarb ein Hamburger Investor für Gewerbebauten und Einkaufszentren das gesamte Gelände. Seit dem steht es für Lagerung und nix. Es gibt bis heute kein Konzept, so konnte ich in meinen Recherchen erfahren.

Was ein solcher kleiner Keramikkrug auslösen kann! Man kommt von einem zum anderen. Es ist total spannend, in unserer Geschichte hermzustöbern.

Übrigens: Die wunderschönen Fliesen in „Pfunds Molkerei“ wurden in eben dieser Steingutfabrik von Villeroy & Boch hergestellt und sind heute dort, auf der Bautzner Straße 79 in Dresden, zu bewundern. Schau einfach mal bei Gelegenheit dort vorbei.

Bevor ich mich weiter in diesem Thema verliere, werde ich mich jetzt um unseren Brunch kümmern.

Euch allen wünsche ich einen wunderschönen sonnigen, wenn auch ziemlich frostigen, Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Amando memoriam – in liebevoller Erinnerung

Sie liebte das Tränende Herz und Christrosen, mochte Boskopf-Äpfel, unreife Tomaten frisch vom Strauch, schwarze Johannisbeeren und ihren Steingarten. Sie liebte Stil, Mode und Ästhetik, frische Farben und weiß.

Sie liebte ihre Kinder und kleidete sie unglaublich schick. Sie brachte ihnen Kleinigkeiten bei jeder Gelegenheit mit.

Heute hätte sie ihren neunzigsten Geburtstag. Leider erlebte sie ihren zweiunddreißigsten Geburtstag nicht und starb mit einunddreißig Jahren an Morbus Hodgkin.

Sie ging mit ihrem „Tränenden Herz“, denke ich. Denn im Juni zieht sich die Pflanze mit ihren Blüten komplett zurück.

Sie liebte das Erzgebirge, obwohl sie ein Nordlicht war. Sie verbrachte einen langen Kuraufenthalt in Gelenau und verweilte für einen Winterurlaub mit ihren Kindern in Börnichen.

Seit einigen Monaten lebe ich nur wenige Autominuten entfernt von diesen Orten im wunderschönen Erzgebirge. Manchmal denke ich, dass es mich nicht grundlos genau hierher trieb.

Es schmerzt mich sehr, dass ich nur so wenig Zeit mit meiner Mutter verbringen durfte. Meine Schwester war damals sieben und ich neun Jahre alt, als sie für immer ging. Sechs Jahre davon wuchs ich knapp zweihundertachtzig Kilometer entfernt bei meinen Großeltern auf. Als ich zu meiner Einschulung ins Elternhaus zurückkehrte, war sie bereits sehr krank und verbrachte viel Zeit in den Kliniken.

In meiner Erinnerung sind etliche Momente unvergesslich eingebrannt.

Und manches Mal frage ich mich, wie viel von ihr in mir stecken mag und wieviel auch meiner Großeltern mütterlicherseits.

Der Vater meiner Mutter fiel im Krieg. Einmal sah ich, wie meine Omi ein Foto zwischen den Handtüchern im Wäscheschrank herausnahm und es minutenlang anschaute. Sie seufzte und steckte es zurück.

Einige Jahre später bat sie mich, ein Handtuch in die Küche zu bringen. Als ich den Schrank öffnete, dachte ich an die Situation von einst. Und tatsächlich! Das Foto steckte noch immer in diesem Handtuchstapel. Ich weiß, man tut das nicht. Aber ich konnte nicht widerstehen und zog es heraus.

Eigentlich wollte ich nur kurz daraufschauen. Aber dieser abgelichtete Mann hielt mich im Bann. Er steckte in einer dunklen Uniform, die wahrscheinlich damals fast jeder junge Mann trug. Ich achtete nicht auf die Details der Kluft. Ich sah nur diesen Mann. Attraktiv, dunkle Augen, eine unglaublich ruhige Ausstrahlung und mir irgendwie nah. Diese Aufnahme berührte mich so sehr. Ich starrte das Foto an und konnte es nicht beiseite legen. „Mausi!!“, zischte plötzlich Omi neben mir. „Wer ist das?“, flüsterte ich. „Dein Großvater.“ Sie nahm das Bild an sich und forderte mich auf, nie wieder darüber zu sprechen und das Bild zu vergessen. „Warum?“, fragte ich. Sie sagte nur, dass es besser für mich sei und dass es das Bild nie gegeben habe.

Dabei blieb es tatsächlich. Wir sprachen nie wieder über diese Situation, meinen Großvater und ihre Vergangenheit während des zweiten Weltkrieges.

Es sind so viele Fragen offen, die ich leider nicht mehr beantwortet bekommen werde.

Eines ist jedoch gewiss: In mir lebt nicht nur die äußere Ähnlichkeit zu meiner Mutter, die heute neunzig Jahre alt geworden wäre, sondern ganz sicher so einige ihrer Wesenszüge und die meiner Ahnen.

Ruhe in Frieden, Mama.

Ich denke so oft an Dich.

Blöder Spruch

Vor etlichen Jahren kam dieser Satz auf und wird seit dem inflationär für alle nur erdenklichen Situationen verwendet.

Ich spreche von „Es ist alles gut.“ oder „Alles gut!“

Inzwischen regt mich diese Redewendung regelrecht auf. Denn ich glaube, dass  der Spruch eher eine Selbstsuggestion, als eine Beruhigung des Gegenübers ist.

Erstmals wurde mir das vor etwa fünfzehn Jahren bewusst. Ich stand in unserer Küche und hörte eine männliche Stimme immer wieder sagen: „Alles ist gut, alles wird gut, alles ist gut …“ Ich schaute durch das Fenster und sah unseren damaligen älteren Nachbarn auf dem steinigen Sims an den Garagen sitzen. Sein Körper wiegte hin und her, während er sich selbst mit diesen Worten beruhigte.

Ich wusste von seiner barschen und lieblosen Partnerschaft und dachte: Wenn Du nix tust und wartest, dass „alles gut wird“, wird’s wohl nicht geschehen.

Vor einigen Wochen wurde ich in ein neues Projekt eingearbeitet. Solche Unterweisungen laufen seit der Corona-Zeit in unserem Unternehmen ausschließlich auf digitalem Weg.

So saß ich also an meinem Arbeitsplatz und lauschte den Worten meiner selbst frisch geschulten Kollegin. Ich wollte alles schnell aufnehmen, um die neue Software ohne Probleme verwenden zu können. Das gesamte Prozedere war für sie, wie auch für mich völlig neu. Sie war unsicher und korrigierte sich ständig. Ich hinterfragte, um den letztendlich richtig korrigierten Teil in meinem Kopf abzuspeichern.

Sie wurde zunehmend nervöser und verfiel in immer schlechteres Deutsch. Ihr Akzent und ihr eigenes Halbwissen brachten sie immer wieder dazu „Alles gut, Frau Kolossa. Alles gut!“, zu antworten, wenn ich etwas fragte.

Sie glaubte, mich zu beruhigen, aber sie tat es letztendlich für sich selbst, indem sie versuchte, ihre Unsicherheit zu kompensieren und an mich abgab. Unter dem Motto: Man ist selbst ein Experte, wenn man nur dreißig Prozent mehr weiß, als das Gegenüber.

Ein weiteres Beispiel, das Du ganz sicher selbst oftmals erlebtest, ist folgendes. Man sagt etwas und weiß, dass es dem anderen nicht so gut gefallen wird. Aber statt dieser sich aufregt, wie er es sonst ganz sicher getan hätte, sagt er: „Es ist alles gut.“

Im ersten Moment denkt man: „Wow, das hätte ich jetzt aber nicht gedacht.“ Denkt man ein paar Minuten später darüber nach, wird einem bewusst, dass er sich selbst damit beruhigt hat, weil er wusste, dass er sich darüber ganz sicher aufgeregt hätte. Jedoch war ihm klar, dass er sich, wie auch seinem Gegenüber mit einem Ausraster keinen Gefallen getan hätte. Denn eigentlich ist überhaupt nichts gut.

Ich könnte seitenlang Beispiele aufzählen.

Wenn ich mich selbst dabei erwische, diese blöde Redewendung zu verwenden, ärgere ich mich mächtig darüber.

Zum Beispiel, wenn ich am Telefon gefragt werde: „Na, wie geht es Euch?“ Und ich antworte: „Alles gut, danke.“  Schütze ich mich selbst vor weiteren rhetorischen Fragen, auf die ich keine Lust habe, zu antworten.

Oder wenn sich jemand minutenlang rechtfertigt und seinen eigenen Standpunkt begründet. Sage ich auch oftmals: „Es ist alles gut.“, damit er aufhört, sich so dermaßen zu winden. Ich mag das ewige Wiederholen des Warum, Wieso, Weshalb wirklich nicht. Meistens folgt darauf eine weitere Begründung, dass er doch nur noch erklären wolle, weshalb … und so weiter. Da hilft meistens tatsächlich ein „Es ist wirklich alles gut.“

Beruhige ich mein Gegegenüber damit? Nun, vielleicht auch. Aber eigentlich tue ich mir selbst damit einen Gefallen, damit ich mir dieses ausschweifende Gerede nicht weiter anhören muss.

Würden wir diese Floskel nur ein klitzekleines wenig abwandeln mit  zum Beispiel „Ist ja gut nun!“ oder „Jaaa, ist ja gut!“ klingt es negativ, wäre aber ehrlicher.

„Alles ist ist gut.“ oder „alles gut“ ist letztendlich diffus, schwammig aber eben nett.

Wenn jemand mir gegenüber diesen Spruch ablässt, ist es für mich ein Alarmsignal. Ich reflktiere mich zunächst selbst. Oftmals ist es jedoch tatsächlich die oben beschriebene Selbstberuhigung.

Also alles ist gut 😉

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Petitesse – Randnotiz – 2025-10-05

Akku-Staubsauger ./. herkömmlichen Staubsauger

Das Staubsaugen war für mich immer eine Sache, die schnell nebenbei ganz fix erledigt wurde. Strippe in die Steckdose, Staubsauger eingeschaltet und ab ging es. Der Staub kam gefiltert in einem Beutel an. War dieser voll, zog man einen kleinen Verschluss über die Öffnung und entnahm den prall gefüllten Sack praktisch staubfrei, um ihn zu entsorgen.

Seit fast einem Jahr besitze ich einen Akku-Staubsauger. Das Staubsaugen ist nun zu einer reinen meditativen Tätigkeit geworden.

Verstand ich zuvor nicht, warum dieser nicht ordentlich und sauber saugt, weiß ich inzwischen, dass man ganz, wirklich ganz langsam saugen muss. Die Bewegungen gleichen einem in Zeitlupe aufgenommenen Film. Die rotierende Bürste braucht einfach länger Zeit, den Schmutz einzusammeln. Der volle Akku reicht somit vielleicht für eine tierfreie Wohnung mit etwa achtzig Quadratmeter. Ich komme mit einem voll geladenen Sauger etwa fünfzig bis sechszig Quadratmeter. Dann muss das gute Stück wieder an die Ladestation. Der „Kätz“ und meine langen Haare sind schon eine kleine Herausforderung für die Staubsauger.

Dieser Akkustaubsauger ist selbstverständlich ohne Beutel. Der Staub, die Krümel und so weiter werden in einem Kunststoffbehälter gesammelt, der zu entleeren ist. Ein in diesem Behälter integrierter Filter kümmert sich um den Feinsaub. Ich habe x-verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, um den Staub, der nach dem Öffnen und und Entleeren entsteht, zu vermeiden. Es gelingt mir nicht wirklich. Inzwischen lege ich ein feuchtes Küchentuch um den Behälter, damit sich der Staub dort hinein verfängt. So entnehme ich dann den Filter, kippe den Behälter aus, zupfe vom Filter die Haare und alle Dinge, die sich darum gelegt haben und klopfe vorsichtig, sehr vorsichtig, den Filter unter dem feuchten Tuch in den Mülleimer aus. Dann wische ich das verstaubte Teil mit dem feuchten Küchentuch aus und bastele alles wieder zusammen.

Bevor das moderne und so zeitgemäße Gerät wieder an der Ladestation naschen darf, ist seine letzte Aktion, den Staub vom Reinigen aufzusaugen. Und die letzte Aufgabe des feuchten Tuches ist es, den restlichen Staub vom Reinigen wegzuwischen, bevor es für die Wäsche beiseite gelegt wird.

Fazit: Ob der Akku-Staubsauger letztendlich weniger Strom verbraucht, kann ich nicht beurteilen. Er hängt eben oft in der Station und lädt. Er ist kleiner. Das finde ich wirklich gut. Und gut ist auch, dass ich nirgendwo ein Kabel hinterherschleppen muss, das ich in fast jedem Raum in eine andere Steckdose stöpseln muss.

Praktisch ist die abknickbare Stange, womit man unter fast jeden Schrank kommt und die besondere rotierende Bürste, die Teppiche super reinigt und die Fasern wieder aufstellt, was die Bürste meines ursprünglichen Staubsaugers nicht macht.

Nicht so toll ist die Reinigung des Fußbodens mit dem Akku-Staubsauger. Es dauert einfach lange. Krümel, wie zum Beispiel vom Katzenstreu, werden nicht immer gut eingesammelt. Das funktioniert mit dem herrkömmlichen Sauger wesentlich besser.

Noch ein Beispiel: Beim Bohren von Löchern in der Wand, hält man den Staubsauger neben die Bohraktion, damit der dabei entstehende Staub sofort eingesaugt wird. Das taten wir kurzzeitig mit dem Akkusauger. Der Dauer-Filter war danach völlig verstopft. Nur unter großen Mühen und viel Ausdauer konnte ich diesen retten. Dafür ist er absolut nicht geeignet!

Das Reinigen des vielgelobten beutellosen Staubfangbehälters ist eine staubige und aufwendige Angelegenheit. Aus meiner Sicht ist es wesentlich hygienischer und viel sauberer, einen Staubbeutel zu verwenden. Leider gibt es keine für dieses Gerät.

Erwähnen möchte ich noch, dass unsere Staubsauger beide Markengeräte sind.

Beide Geräte sind dennoch nicht das non plus ultra. Inzwischen entschied ich mich für den Akku-Sauger. Im Ruhestand kann man sich etwas mehr Zeit auch für das Staubsaugen in der Wohnung und den Trödel beim Reinigen leisten 😅

Wie ist es bei Dir? Konntest Du ähnliche Erfahrungen sammeln?

Ich bin gespannt.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.