schlecht gelaunt vs. schlecht gelaunt

Auch wenn ich gern zeitig aufstehe, habe ich am Morgen nicht unbedingt die große Lust, mit anderen zu reden und das schon gar nicht geschäftlich. Wenn das einmal der Fall ist, bereite ich mich am Vorabend mental auf meinen Job am kommenden Tag vor und stehe eine Stunde zeitiger auf, um die notwenige Zeit für mich zu haben, die ich am Morgen unbedingt brauche.

So war es in dieser Woche. Punkt acht Uhr startete ich also gut gelaunt in meinen Arbeitstag und trat meinen „Opfern“ völlig unbefangen, frisch und munter entgegen.

Nun, was soll ich sagen? Immer wieder begegneten mir mürrische, genervte, kurz angebundene, müde, schlecht gelaunte Menschen in ihrem Beruf.

Eine Dame fragte ich schließlich, wann ihre Arbeitszeit beginne. Ich würde dann einfach später noch einmal anrufen. Sie meinte, dass sie bereits seit fast einer Stunde begonnen habe. Ich wollte wissen, weshalb sie ihr Gegenüber als Störenfried behandele. „Oh, ist das so? Kann sein. Ich bin heute nicht gut drauf. Sorry. Um was geht’s?“, so ihre Reaktion.

Der Job wäre so cool, gebe es zum Beispiel in der Klinik keine Patienten, im Supermarkt keine Kunden, in der Kanzlei keine Klienten und so weiter und so fort.

Es hinterlässt im geschäftlichen Leben einen faden Beigeschmack, wenn sich die Mitarbeiter erst einmal „warmlaufen“ müssen, um ihre Aufgaben gut erledigen zu können. Natürlich erlebte ich auch schlecht gelaunte Beschäftigte kurz vor ihrem Feierabend. Aber diese schlechte Laune ist eine andere, eher erschöpft und müde vom erfüllten Arbeitstag, weniger aggressiv. Damit kann ich ganz gut umgehen.

Ich selbst bin in der glücklichen Situation meinen Arbeitstag im gewissen Rahmen meinem Biorhythmus anpassen zu können. Aber in welcher Firma ist das schon möglich? Welcher Arbeitgeber ist bereit, auf solche Befindlichkeiten seiner Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen?

Wäre es aber nicht für beide Seiten gut und rentabel? Mitarbeiter, die ausgeruht, gut gelaunt und gern ihrer Arbeit nachgehen, sind ganz sicher erfolgreicher und produktiver, also solche, die sich gegen ihren eigenen Biorhythmus quälen und versuchen, sich der Situation zu stellen, weil es eben nicht zu ändern sei.

Wahrscheinlich wäre es eine kleine logistische Herausforderung, aber dann eine klassische  win-win-Situation.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Chefin, die großen Wert auf den Biorhythmus legte. Sie druckte immer den monatlichen Biorhythmus von ihr und mir aus und schaute , wo bei jeder von uns die Hochs und Tiefs lagen und an welchen Tagen ein Einklang bestand. Entsprechend organisierten wir, soweit es möglich war, die  Arbeitstage mit ihren Aufgaben und Terminen. Sie war fest davon überzeugt, dass mit Hilfe der eigenen inneren Uhr ein effizientes Arbeiten gewährleistet sei.

Ich fand einen interessanten Beitrag zum Thema Biorhythmus. Spannend darin die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungen und Tests.

Welche Erfahrungen hast Du machen können? Lebst Du in Deinem eigenen Biorhythmus?

Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Und wenn Du es noch nicht getan hast: Abonniere mit Deiner Email-Adresse meinen Blog. So wirst Du keinen Beitrag mehr verpassen 😉

Habt einen wunderbaren Sommertag 🌻☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heißer Sommer – 2022

Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Blogbeitrag zum Thema Sommer und Farben.

Heute fiel mir im Internet eine Bildcollage in die Hände. Ich sah mir das Ganze an und dachte mir so: „Tja, so ist es!“ Ein paar Stunden später erinnerte ich mich an diese Collage. Denn vor meinen Augen spulte sich nicht nur der Sachverhalt ab, sondern auch die klitzekleinen Details, die ich im Unterbewusstsein wahrnahm.

Ich wusste nicht mehr genau, wo ich es im Netz entdeckte. Also machte ich mich auf die Suche. Und ich fand es.! Hier für Euch ein Screenshot:

Screenshot aus dem Internet

Die Farbe „Grün“ hat eine ganz besondere, vor allem eine positive Bedeutung. Grün steht zum Beispiel für klare Frische , Offenheit, Bewusstsein, Heilung und Gesundheit.

Die Farbe „Rot“ ist eine Signalfarbe. Sie steht für Liebe, Hitze, Leidenschaft, aber auch für Hass und Wut.

Die Farbe „Blau“ steht für Vertrauen und Verlässlichkeit. Sie wirkt beruhigend.

Die beiden Bilder sind am gleichen Tag eines Jahres, nämlich den 21. Juni aufgenommen. Es liegen fünf Jahre dazwischen nämlich 2017 und 2022. Beide Bilder stammen von der ARD.

Was wird uns jetzt im Jahr 2022 suggeriert? Wir haben eine wahnsinnige Hitzewelle! Die Klimaerwärmung nimmt seinen Lauf! Wir gehen vor die Hunde! Es ist ein glutheißer Sommer, wie noch nie! Und so weiter und so fort. Seht her! alles auf der Karte ist rot …

Und das Verrückte an der Sache: Die Menschen empfinden das so! Ich sprach mit so vielen Leuten. Sie meinen tatsächlich das zu fühlen, was sie hören und Tag für Tag gezeigt bekommen.

Die Wettermoderatorin trägt Blau, was Vertrauen und Zuverlässigkeit schafft. Der königsblaue Hintergrund erhärtet das alles noch.

Dass vor fünf Jahren genauso einfach nur Sommer war und die Temperaturen vier, fünf Grad höher lagen als heute, das will keiner wissen. Willkommen im Panikmodus.

Vor einem Jahr schrieb ich für meinen Blog einen Beitrag zum Thema Sommer. Den habe ich heute noch einmal mitgebracht:

Heißer Sommer

„Die erste Hitzewelle in diesem Jahr rollt auf uns zu“, so konnten wir es vor etwa zwei Wochen in den Medien hören. Ich sah dunkelroten Wetterkarten und den ermahnenden Finger. Es wurden Temperaturen bis zu zweiunddreißig Grad angekündigt. Und ich dachte: „Na und? Es ist Sommer!“

Nun, ich bin Kind einer Zeit, in der in den Schulen noch große Thermometer hingen und wir Schüler dieses in den Wochen vor den Sommerferien ganz genau beobachteten. Denn wir lauerten auf ein Hitzefrei nach der vierten Unterrichtsstunde. Es war immer die Zeit im Juni. Denn der gesamte Monat Juli und August waren Sommerferien. Damals war es noch ganz einfach. Wir hatten den gesamten Monat Februar Winterferien und Weihnachtsferien, ich glaube eine Woche zuvor. Im Oktober gab es eine Woche Herbstferien. Die eher praktischer Natur war. Wir gingen in die Landwirtschaft am Rande der Stadt, um auf den Feldern die Kartoffeln zu lesen, die die Erntemaschinen nicht erfassten oder in den Obstplantagen zu helfen. Heute würde man wahrscheinlich „Kinderarbeit“ schreien. Wir haben das gern gemacht und wir waren stolz zu helfen. Aber das soll ein anderes Mal Thema sein. 

Aber zurück zu dem riesengroßen Thermometer in der Schule. Dieses Ding hing in der ersten Etage unmittelbar in der Nähe des Lehrerzimmers. In jeder Pause gingen wir gucken, ob die Temperatur endlich die 28 Grad erreicht hat und wir waren hippelig, nach der vierten Stunde das besondere Klingezeichen für Hitzefrei zu hören, um dann johlend schnell den Schulkram in den Ranzen zu verstauen und aus dem Schulgebäude zu fliehen.  Es ging das Gerücht umher, dass der alte Lehrer Mehlhorn gern vor der Pause mit einem dicken nassen Tafelschwamm das Thermometer kurz vor der Pause herunterkühlte. Einmal erwischten wir ihn dabei. Die Kinder protestierten lautstark. Aber wenn ich mich an sein verschmitztes Gesicht erinnere, denke ich, dass er nur Spaß dabei hatte und er uns zeigte, dass er von diesem Gerücht wusste.

Nun, die Temperaturen in den Sommerferien waren in der Regel um die 32 bis 38 Grad. Unerträglich war es dann bei 42 Grad. Dann gab es heftige Sommergewitter und warmen starken Landregen, der in den Wasserlachen auf der Straße Blasen schlug. Es machte uns Spaß, unter dem gleichmäßigen Regen barfuß herumzutoben und uns zu erfrischen. – Es war normal. Es war einfach nur Sommer. Und das war der Grund, weshalb  die Sommerferien in diese Zeit gelegt wurden. Das Lernen in großer Hitze ist einfach uneffektiv.

Was erleben wir jetzt? Die Sommerferien sind in jedem Land anders geregelt. Zum Teil beginnen diese sehr zeitig und die Kinder gehen mitten im Sommer wieder in die Schule, oder umgekehrt. Diese Regelungen sind nicht im Sinne der Kinder, sondern im Sinne des egoistischen Reisewahns der Erwachsenen. Damit die Blechlawinen irgendwie von hier nach da durch die Straßen geschleust werden können, wurde für den Tourismus und der entsprechenden Wirtschaft entschieden.

Zu den hohen Sommertemperaturen gesellt sich nun noch ein erheblicher Gestank dieser Fahrzeuge und macht die Luftqualität unerträglich. Als ich noch zur Schule ging, hatte nicht jeder Haushalt ein Auto. Wir lösten noch einen Fahrschein auf dem Bahnhof und fuhren mit der Bahn. Dieses Ticket war preiswert und fraß keinem die Haare vom Kopf. Heute ist es ein Luxus, mit der Bahn zu verreisen und so mancher überlegt es sich, so viel Geld dafür ausgeben zu können oder zu wollen. Bitte jetzt keinen Aufschrei, dass man günstig reisen könne wenn man plane und so. Ich weiß das, aber ich will das nicht. Ich möchte heute spontan ein Ticket lösen und losfahren können, ohne dafür mein Konto plündern zu müssen und damit die Tickets der Frühbucher zu sponsern.

In den letzten Tagen sah ich etliche Fotos von alten Tageszeitungen, die eine Hitzewelle in Deutschland beschrieben. 1957 waren es sogar fast fünfzig Grad Celsius und in den Siebzigern um die vierzig, zum Beispiel.

Für Euch habe ich einen Trailer des alten Spielfilms „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel aus dem Jahr 1967 herausgesucht. Dieser war damals sehr beliebt. Und ich sah den gern, wahrscheinlich auch, weil einige meiner Schulfreundinnen mitspieleten. Sie waren Mitglied in der Tanzgruppe, die für den Film engagiert wurde.  –  Klickt einfach unten auf den Link, um es zu sehen.

„Heißer Sommer“ – ein DEFA-Film aus dem Jahr 1967.

Heute wird alles unter dem Deckmäntelchen Klimawandel abgetan. Nun,  an den Sommertemperaturen hat sich wahrscheinlich nicht viel geändert. An der Qualität unseres natürlichen Lebensraumes jedoch sicher. Und es hat nichts damit zu tun, ob wir ein Fahrzeug mit einem Verbrennermotor fahren oder ein Elektroauto. Die Armortisierung dieses Teils ist sehr fraglich. Ich spreche hier allumfassend von der Herstellung bis zur Entsorgung. Es beginnt irgendwo tausende Kilometer entfernt auf dieser Erde und wird in das territorial klitzekleine Deutschland geschifft oder geflogen, um das abgewrackte Teil wieder dorthin zu bringen. Das betrifft übrigens die breite Wirtschaft. Wir bringen unseren Müll irgendwohin nach Afrika zum Beispiel. Mögen die dort damit klarkommen. Wir machen unsere Augen zu und es ist uns egal, wie sie es entsorgen und damit fertig werden. Schließlich bezahlen wir dafür. Wir hier haben etwas Gutes getan für das sogenannte Klimaziel, so glauben wir. Das blöde ist nur, dass es kein deutsches oder europäisches  Klima gibt. Das lässt sich nicht mal fix an der Grenze aufhalten oder mit einem Einreiseverbot wegschicken. 

Nö, das ist aus meiner Sicht nicht der Weg.  Fangen wir doch klein bei uns selbst an. Müssen wir mehrmals im Jahr in den Urlaub weit weg reisen?  Müssen wir Reisen auf diesen Monsterschiffen buchen, um in einer simulierten Luxuswelt mit ein paar mal Landgang, auf dem Wasser herumzugurken? Müssen wir unbedingt alle, ob jung oder alt, ob mit oder ohne Schulkinder, im Sommer verreisen? … und so weiter und so fort.

Es ist unser Anspruchsdenken. Es ist dieses „jeder hat“ und „jeder macht“ und dieses „es steht mir zu“, „es ist mein Recht“. Meine Zeilen beziehen sich heute nur auf den Sommer, diese sogenannte Hitzewelle.

Natürlich ist es unsere freie Entscheidung. Und diese sollte auf keinen Fall mittels irgendwelcher politischer Dogmen reguliert und eingeschränkt werden. Jedoch ist es auch unsere freie Entscheidung nachzudenken und Schlussfolgerungen für unser eigenes Handeln zu ziehen.

Es ist einfach nur Sommer. Genießt die Zeit mit allem Drum und Dran!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Einfach nur „Auto“

Im Hintergrund grummelt das nahende Gewitter und die ersten großen Tropfen verdampfen auf dem ausgetrockneten Boden. Ich mag den typischen Geruch, wenn der ersehnte Regen nach einigen Tagen Hitze und Trockenheit dieses Duftgemisch erzeugt. Die Nacht wird erfrischend sein und der kommende Tag wahrscheinlich schwül und warm.

Ich sinniere über den vergangenen Tag. Sehe mich über das aufgeheizte Gelände der ADAC-Werkstatt sausen. Immer wieder zwischen dem Meisterbüro und meinem am letzten Ende dieses Hofes, schon fast im Grünen, abgestellten Autos. Der Gutachter hat einen wirtschaftlichen Totalschaden festgestellt. Es fiel mir nicht leicht, loszulassen. Dieses Auto hat mich acht Jahre fast tägleich begleitet. Zweihundertfünfzigtausend gefahrene Kilometer sind kein Pappenstiel. Mein Auto war mein Büro auf Rädern, der Ort, an dem so viele Gedanken spazieren gingen, wo sich Ideen entspannen, ich so manchen Entschluss fasste. Ich verbrachte unendlich viel Zeit in diesem Peugeot.

Meine Autos haben nie irgendwelche Spitznamen. Sie sind einfach nur „Auto“. Das erste war ein schwerer Rover. Bis heute kann ich nicht verstehen, wie dieser Opel Kadett, der von rechts aus der Nebenstraße mit ganzer Wucht auf die Beifahrerseite krachte, es komplett verzogen hat und zum Totalschaden machte.

Als ich eines Tages nach einem Termin zu dem damaligen Skoda ging, hörte ich durch die spaltbreit heruntergelassenen Autoscheiben meinen Hund aus voller Lunge bellen. Es klang nicht gut. Ein Zettel unter dem Scheibenwischer erklärte mir, dass der Absender schuld für den eingedrückten Kotflügel einräumte. Später erfuhr ich, es war ein Opel.

Mein Peugeot 206 war wie meine Handtasche und die fahrende Hundehütte für Gino, meinen Hund, der mich elf Jahre begleitete. Damals rammte ein steinalter Opel mit zwei Auszubildenden auf dem Firmengelände die rechte Seite meines Autos. Es wurde repariert. Einen Tag später, nachdem ich mein Auto aus der Werkstatt zurück erhielt, schaffte es ein Opel Vectra nicht, rechtzeitig zu bremsen und traf mich in der Tiefgarage mit voller Wucht auf der Fahrerseite. Als der Kontrolleur der Versicherung am selben Tag die Reparatur begutachten wollte, musste ich ihn darauf hinweisen, dass es sich um den Schaden auf der rechten Seite handelt.

Sämtliche Unfälle verursachten Opelfahrer. Ich stellte für mich fest, dass das sehr spezielle Autofahrer sind. Und ich beschloss, niemals einen Opel zu fahren.

Meinen jetzigen Unfall erledigte ich mit mir selbst, also ganz allein und leider sehr gründlich.

Und das Verrückte ist: Heute fuhr ich einen Opel zur Probe. Und was soll ich sagen? Ich mag ihn. Die Chancen für diesen „adam“ stehen ziemlich gut. Tja, man sollte niemals nie sagen 😉

So schicke ich euch liebe Grüße in Euren Morgen. Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Relativ ist relativ, auch die Zeit

Zeit ist ein relativer Begriff, für mich nicht greifbar. Das eine dauert eine Ewigkeit, das andere geschieht im Fluge. Wobei ersteres nur wenige Tage messbare Zeit beanspruchte und das andere fünf Jahre, zum Beispiel. Zeit ist für mich eine schwammige Maßeinheit. Zumindest auf rein mentaler Ebene betrachtet. Also ohne Uhr und Kalender.

Solch eine Zeitdifferenz wurde mir vor wenigen Tagen wieder bewusst. Auslöser waren diese Bilder:

Vor vier Jahren zur gleichen Zeit nahm ich diese Bilder auf. Es war nur ein Spaß, den ich auf Facebook unter dem Titel „So geht Haare trocknen“ teilte.

Es sind nur vier Kalenderjahre. Jedoch fühle ich es so, als seien es wenigstens doppelt so viele. Diese Leichtigkeit, die damals noch in mir wohnte scheint sich eine Krake geholt zu haben. Eine mit x-vielen Armen, die mich wahnsinnig belastet. Ich wünsche an manchen Tagen, mein Verstand würde das, was um uns geschieht, einfach mit Hopsalla und Trallala und naivem Glauben an die „Macher“ aufnehmen. Dann wäre alles gut.

Nein. Das wäre es nicht und es ist nicht die Lösung und schon gar nicht ist es der Weg. Unsere Welt erlebt derzeit so etwas wie einen Zeitwandel, eine neue Episode in unserer Geschichte. Die Frage ist nur: Was wollen wir?

Ich brauchte etwas Zeit für mich selbst. Etwas Abstand zu Social Media und so einigen Dingen; eine Neuorientierung und Klarheit, die mir wieder Kraft gibt. Die Leichtigkeit von vor vier Jahren wird in dieser Form nicht zrückkehren. Da ist zu viel geschehen in den letzten Jahren. Es wird jedoch eine andere sein.

Wie fühlst Du die letzten Jahre? Was hat es mit Dir gemacht? Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

Ich schicke sommerheiße Junigrüße in Eure Woche ☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Ein Zeitmesser der besonderen Art mit meinem Motiv des Bildes „Energien bündeln. Klicke einfach hier.

Schöne Post. Es gibt sie.

Die Post brachte ihn in der letzten Woche. Ich halte diesen großen Brief in den Händen und ich muss lächeln. Bereits an seinem Umschlag erkenne ich, von wem er ist und ich weiß, dass ich ihn erst später öffnen werde. Es ist ein Ritual, irgendwie etwas Besonderes.

Der heutige Sonntagmorgen ist ruhig. Nur die Nachbarn, die  diagonal über die Straße ihr Häuschen haben, sitzen auf ihrer Terrase. Wahrscheinlich frühstücken sie gemeinsam mit ihren Kindern, die kürzlich in ihr eigenes Haus direkt neben ihren Eltern zogen. Rein theoretisch könnte ich ihren Gesprächen lauschen. Sie fühlen sich ungezwungen und schwatzen laut. Schließlich sieht sie keiner. Der Wind trägt ihre Worte direkt zu mir auf den Balkon. Mein Hirn will jedoch das genuschelte Schwäbisch nicht verarbeiten. Es gleicht einer Dolmetscheraufgabe. Dazu habe ich keine Lust. Wieviele Leute sind das, überlege ich. Den Stimmen der immer lauter werdenden Unterhaltung nach zu urteilen, vielleicht vier Erwachsene und zwei kleine fröhliche Kinder. Weshalb interessiert mich das, frage ich mich. Es interessiert mich nicht wirklich. Es stört nur meine morgendliche Sonntagsruhe, die ich erhoffte, auf unserem schön blühenden Balkon bei sommerlich warmen siebenundzwanzig Grad vorzufinden. Es ist nur meine Befindlichkeit, wahrscheinlich ein kleiner egoistischer Groll. Und ganz sicher ist ihnen nicht bewusst, dass der Geräuschpegel von deren Grundstück immer sehr intensiv den Hang nach oben transportiert wird. Es  ist ein Luxusproblem, also überhaupt kein Problem, wenn ich das auf eine Stadt übertrage. Hier im ländlichen Raum ticken die Uhren eben etwas anders, rechtfertige ich mich.

Ich lehne mich zurück, nehme den großen Umschlag und öffne den. Er ist von einer italienischen Kunstakademie. Sie laden mich ein- bis zweimal jährlich ein, an Ausstellungen teilzunehmen. In Italien stellte ich vor ein paar Jahren einige male aus. Ich denke, in diesem Zusammenhang erhalte ich diese Briefe.

Deren Briefe sind eine Wohltat. Es ist eine Wertschätzung. Bereits die Gestaltung des Briefumschlages und die höfliche Anrede lassen mich einige Sekunden verweilen. Ich werde als Frau angesprochen. Mein Vorname ist in Italien ebenso ein Männername. Es wäre also nicht verwunderlich, würde der Absender es neutral behandeln. In Deutschland wird inzwischen oftmals die Anrede komplett ignoriert und genderneutral agiert. War ich gestern noch eine Frau, könnte ich mich schließlich heute umorientieren und morgen vielleicht wieder und überhaupt ist das schließlich der heutige Zeitgeist. Und bevor sich irgendjemand der wenigen diskriminiert fühlt, machen wir die deutsche Sprache und die ach so fossilen Umgangsformen besser platt. Was sollˋs!

Ich öffne den Umschlag und entnehme die liebevoll gestaltete Einladung. Ein dreiseitiges Leporello, A4, sechs bedruckte Seiten, farbig, hochglanz. Auf der Deckseite ist der Grafiker und Gestalter genannt. Wo wird das schon bei derartigen Dingen noch getan. Eine Erläuterung über das Prozedere liegt bei. Es ist eine lange bedruckte Seite, die zwei A4-Seiten entsprechen.

Warum erwähne ich das alles? Es ist eine wertschätzende Einladung an den Adressaten. Keine hingeschluderte an unendlich viele willkürliche Emailadressen gesandte digitale Einladung. Es ist ein Willkommen, ein Geschenk. Eine Aufmerksamkeit in meinem Briefkasten zwischen den amtlichen Benachrichtigungn und den massenhaften auf hässlichem Papier gedruckten Werbeheftchen der Einkaufsmärkte mit ihren besten, billigsten und dennoch immer teurer werdenden Produkten.

Meine Emails mit solchen Einladungen überfliege ich. Lege sie beiseite, um sie später noch einmal genauer anzusehen. Das geschieht meistens nicht. Denn die tägliche Flut an derartigen flüchtigen Sendungen zum Nulltarif überfordern meine Aufmerksamkeit und ermüden mich. Sehr oft ist der Button des Papierkorbs schnell gedrückt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Meine Finger gleiten über diese physische Einladung. Und ich muss gestehen, dass ich das schwere, hochwertige Papier mit dem Glanzdruck mag. In mir regt sich der erhobene Finger wegen meines versnobten Gedankens. Schließlich drückt diese hochwertige Einladung doch nur aus, dass dem Absender total egal ist, wie er die Ressourcen unseres blauen Planeten verpulvert. Wie kann er nur! Teures Papier, hochwertiger Druck, viel zu groß das alles, die Erläuterungen auf zwei Seiten geschrieben, statt Vorder- und Rückseite zu bedrucken. Unverschämt! Wo doch in Deutschland die Unternehmen fast alles digital erledigen. Wer das nicht kann, weil zu alt, zu krank, zu irgendetwas, hat seine Post, die ihm unnötiger Weise zugestellt werden muss, zu bezahlen.

Nein! Nicht alles funktioniert pauschalisiert digital. Der Mensch ist mit vielen Sinnen ausgestattet. Die physische Wahrnehmung ist unglaublich wichtig und löst Gefühle, Gedanken, Reaktionen und Entscheidungen in vielen Sphären und Richtungen aus.

Auch wenn ich bisher einer dieser Einladung nicht gefolgt bin, so habe ich es mir für das Jahr 2023 vorgenommen, es zu tun.

Kater Flo hat sich zu mir gesellt, sich einfach auf den Tisch gelegt und lässt sich den lauen Wind ins Fell pusten.

Die Sonne kommt ums Haus und lässt die Gloxinien in den leuchtendsten Farben strahlen. Bald werde ich die Markise nach unten lassen, um die Wohnung in angenehmer Kühle zu halten.

Es ist Ruhe eingezogen. Nur aus der Ferne erklingen die Motoren der rasenden Motorräder auf der Landstraße …

Einen fantstischen, wenn auch heißen, Junisonntag wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

24 Stunden an sieben Tagen geöffnet: www.petra-kolossa.shop

Tante Emma-Laden und so

Soeben las ich einen Beitrag und ich sah dazugehörige Aufnahmen von überfüllten Bahnhöfen und Zügen seit der Einführung dieses absurden Neun-Euro-Tickets. Dabei will ich die Menschenansammlungen, die auf den Bahnhöfen und Bahnsteigen lauerten und Haut an Haut in den Regionalzügen klebten, nicht eingehen. Und ich ignoriere in meinem heutigen Blog ebenso die derzeit zwar noch aus zweiter Reihe wabernde, jedoch um Aufmerksamkeit buhlende und ganz sicher zeitnah mit aktualisierter Virusvariante, wovon auch immer, in den Fokus preschen wird.

Das alles ist nicht Thema meines heutigen Blogs. Es war nur der Anstoß. Aber der Reihe nach …

Nur wenige Sekunden können pregnant sein und eine mächtige Gedankenflut auslösen. Ich bin mir ganz sicher, dass das jeder von uns bereits einmal erlebt hat.

Der trübe Tag hellt etwas auf.  „Cold heart“ läuft im Radio. Mein Auto rollt ruhig. Die Straßen sind frei. Elton John, denke ich. Elemente aus dem Song erinnnern mich an einen alten von ihm.   Ich muss lächeln. Mein Ex ploppt vor meinem Gesicht auf. Das ist ewig her, irgendwann Anfang der Achtziger. Es war genau dieser Song. Mir fiel damals der Interpret nicht ein und er meinte, es sei Elton John. Das wundert mich noch heute, denn sein Musikgeschmack war alles andere, als das. Ein Greuel, wenn ich ins Auto stieg und er das zuvor benutzt hatte. Ich konnte nie schnell genug den eingestellten Sender wechseln. Keine Musik quält meine Ohren mehr, als Schlager und Volksmusik.

„In fünfzehn Minuten werde ich mein Ziel erreicht haben und pünktlich zum Termin sein.“ denke ich. Ich bemerke, dass mein Herz schwer schlägt. „Tief durchatmen, ganz ruhig.“, sage ich zu mir. Es sind nur noch wenige Kilometer …

… vor wenigen Tagen gab ich nach sieben Tagen das ADAC-Club-Mobil, also den Leihwagen zurück.

So stand ich also ohne Fahrzeug in dem Ort, in dem ich lebe. Etwa tausenddreihundert Einwohner im Hinterland des Bodensees und überlegte, wie es funktionieren könnte, so ganz ohne Auto. Um zum Beispiel zu einem Supermarkt zu gelangen muss man fünf Kilometer in die eine Richtung, wie auch in die andere Richtung mit dem Auto reisen. Das Gleiche gilt für einen Arzt oder sonst irgend etwas anderem.  Mit dem Fahrrad wäre es sicher machbar. Eine Herausforderung jedoch, den vollgepackten Drahtesel den steilen Anstieg nach Hause zu treten. Selbst der Akku streikt dabei, wenn das Rad nur meine eigene Last zu tragen hat. Was aber ist im Winter oder bei andauerndem Regenwetter? Der Bus hält im ein- bis zweistündlichem Abstand unten im Ort am Kindergarten, dem Briefkasten, dem kleinen Parkplatz und den zwei Ladestationen für E-Autos, die ich in all der Zeit noch niemals benutzt sah. Wir haben hier eine Kirche und einen Friedhof. Das ist die gesamte Infrastruktur in unserem Ort. So ähnlich, wie in so vielen anderen Dörfern im ländlichen Raum Deutschlands.

Ich sinniere weiter. Wie wäre es, wenn wir einen „Tante-Emma-Laden“ hier hätten? Wir könnten kleine Einkäufe direkt hier im Ort, also ohne Auto, erledigen. Es könnte ein kommunikativer Platz sein. Ein Ort, wo auch ein Kaffee oder ein Bier getrunken werden könnte, ein Paket abgegeben oder eine Bestellung aufgegeben. Ich weiß, dass es bei den Bewohnern in unserem Dorf das vielfältigste Potential gibt, das in diesen Laden, diesem kleinen Einkaufszentrum, einfließen könnte. – Man trifft sich dort. Es gäbe auch älteren Menschen wesentlich mehr Lebensqualität und vor allen Dingen den Kontakt zu Leuten, die im gleichen Umfeld leben. Man weiß sozusagen, worüber man spricht.

Sollte nicht mit solch kleinen Dingen begonnen werden? Die Versorgung vor Ort, ohne Auto? Das Zusammenrücken der Menschen in den kleinen ländlichen Orten auf die simpelste Art überhaupt.

Wie läuft es jetzt? Die Leute steigen früh in ihr Auto und fahren zu ihrem Job. Müssen sie einkaufen, fahren sie zum Supermarkt. Müssen sie zum Arzt, fahren sie dorthin und so weiter. Am Abend sind sie zurück in ihren Häusern und machen ihr Ding. Vielleicht ein Hallo über den Gartenzaun, wenn ein anderer vorbeiläuft.

Nun, ich habe es vielleicht etwas stark heruntergebrochen. Jedoch sitze ich nach meinem Unfall mit einem Totalschaden ohne Auto hier und denke über das „was wäre wenn“ nach. Eine vernünftige Infrastruktur in den kleinen Orten, eine regelmäßige Taktung der Öffentlichen Verkehrsmittel. In den Städten ist der Fußweg bis zum Bus oder die Bahn in der Regel keine fünf Minuten weit und die Taktung oftmals weniger als fünfzehn Minuten. Das sieht hier im ländlichen Raum völlig anders aus.

Wir sind auf ein Auto angewiesen. Wir zahlen in sämtlilchen Dingen die gleichen Preise, wie ein Städter. Dieses 9-Euro-Ticket soll die Menschen davon überzeugen, die Sinnhaftigkeit der Öffentlichen Personennahverkehrs zu erkennen und perspektivisch zu nutzen und auf das Auto zu verzichten, um umweltfreundlicher zu handeln. Ob das tatsächlich so sein wird, sei dahingestellt. Man will die Menchen etwas von den derzeit hohen Kosten entlasten … Nur können wir hier nichts damit anfangen, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Statt dieses Geld in solche Aktionen zu pumpen, sollte über nachhaltige Maßnahmen nachgedacht und gefördert werden. Und das auch im ländlichen Raum.

Ich habe Glück im Unglück und darf vorübergehend bei Bedarf das Auto eines lieben Nachbarn mitbenutzen. Vielen Dank Konrad, es ist mir eine riesengroße Hilfe. 

Hoffentlich wird bald alles mit der Versicherung geklärt sein. Denn das „ohne Auto“ wird hier in der Region Bodensee / Landkreis Ravensburg noch lange Zeit  pure Illussion sein. Selbst, wenn man sich in seinen vier Wänden vergräbt und sich von Lieferanten mit deren Autos versorgen lässt, ist es ein Nutzen des Autos durch die Hintertür. Es ist wie es ist. Diese Kiste auf vier Rädern wird uns noch lange Zeit begleiten. 

Einen fantastischen Start in die neue Woche wünscht,

Eure Petra Kolossa.

Tränen des Laurentius

Ein Abend mit Agnes ist immer etwas ganz Besonderes. Sie ist eine der charmantesten und fürsorglichsten Gastgeberinnen, die ich kenne. Begegnungen mit ihr hinterlassen immer nachhaltig Spuren, ihre authentischen Erzählungen aus der Vergangenheit, von ihrer Familie, von dem Leben aus einer völlig anderen Perspektive, als die, in der ich groß geworden bin. Die heute Sechsundachtzigjährige weiß viel zu erzählen. Wenn wir uns verabschieden, gehe ich immer mit einem warmen Gefühl im Herzen.

Die vergangene Nacht war sternenklar. Wir saßen auf dem Balkon, quatschten, tranken einen leckeren Hagnauer Spätburgunder und genossen die laue Mainacht. Holger glaubte eine Sternschnuppe gesehen zu haben und Agnes erwähnte beiläufig: „Eine Träne des Laurentius.“

Ich hörte zum ersten Mal davon. Am Morgen, als ich wach wurde, musste ich an diese Situation denken. Ich dachte an die dunkle Nacht, die Sterne, die Schnuppe, an das „schnell einen Wunsch äußern“, an das ganze romantische Drumherum. Vor meinen Augen entstand ein Bild, das ich zu gern malen möchte.

Später recherchierte ich zu diesem mir bisher unbekannten Laurentius. Hier hinter diesem Link könnt Ihr selbst die Geschichte zu ihm lesen. Ich weiß, dass ich die Sternschnuppen, insbesondere in der Zeit vom 10. bis 14. August, ab nun mit dem Hintergrundwissen dieses heiligen Laurentius mit ganz anderen Augen sehen werde.

Als Laurentius hingerichtet wurde, fielen unendlich viele Sternschnuppen vom Himmel, so sagt man. Die Laurentius-Tränen.

Wir wünschen uns etwas, wenn wir eine Sternschnuppe sehen. Man sagt, es gehe in Erfüllung. Woher kommt das? Ich konnte nichts Glaubhaftes bei meiner Recherche finden.

Es ist ein schöner romantischer Brauch und irgendwie schließt es den Kreis zu dem Guten, was Laurentius vor x-vielen Jahren tat.

Mal schauen, wie ich das Thema in Farbe umsetzen kann. Ich bin wirklich selbst neugierig.

Habt einen wunderbaren Maitag ☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Nachtaufnahme (Titelbild): Willy Holger Wagner

Was lange währt, wird gut

In meinem Kopf hat sich ein immens großer Bienenschwarm breitgemacht. Ein Tagesseminar via Zoom, ein Webinar, strengte mich unendlich an. Dabei war es ein Thema, das mich wirklich interessierte.

Vor langer Zeit, 2016, kaufte ich das Schreibprogramm »Papyrus-Autor«. Es war die Version 8. Ich betone das, weil die Entwickler inzwischen das elfte Update auf den Markt brachten. Es liegen also ein paar Jahre dazwischen. Das Schreibrogramm verspricht, mit unendlich praktischen Tools, dem Schreibenden durch das Planen und Entwickeln von Texten, Recherchieren, Lektorieren, Sortieren, Umwandeln der Texte, Archivieren und manch anderem Schmäckerle den Rücken für die kreative Arbeit freizuhalten. Nach zwei, drei Wochen beendete ich dieses Experiment. Mich überfrachtete das Tool, fraß Zeit und blockierte meinen Schreibfluss. Mit eingezogenem Schwanz wandte ich mich wieder »Word« zu.

Ich aktualisierte nun diese Software mit der Version 11 und ich glaubte, mich mit dem Programm zu versöhnen. Sicher, Ihr ahnt es. Ich gab genervt auf. Man sagt, es gebe keine Zufälle? Einen Tag später erhielt ich das Angebot für oben erwähntes Webinar. Ich zögerte keine Sekunde und meldete mich sofort an.

… und das hier ist der erste Text, den ich nach den anstrengenden Stunden vor dem Bildschirm-Webinar in meinem »Papyrus-Autor« schreibe. Jedoch: Eine beachtliche Zeit verbrachte ich damit, ein Recherche-Add-ons zu installieren, das sich mit dieser Software verknüpft. Es soll so einfach sein und mit nur wenigen Klicks ist alles getan, problemlos, effektiv und zeitsparend zu gebrauchen. Ein Tool, das mir wirklich wichtig ist und einige Zeit ersparen würde.

Es gelang mir bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Ich setzte wieder wertvolle Stunden in den Sand. Also warf ich das Handtuch und beschloss, es zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen.

Ich denke, das sind Erfahrungen, die jeder von uns bereits gesammelt hat. So toll diese ganze digitale Technik ist, so hat sie dennoch ihre Ecken und Kanten. Vielleicht sind diese Dinge auch nur kompliziert einfach. Und natürlich ist dabei der »Fehler 99«, nämlich das Wesen, das vor der Maschine »Personal Computer« sitzt, nicht zu unterschätzen 😉

Was lange währt wird gut. Hoffentlich!

Ich werde jetzt ganz banale Dinge tun, also fast nix machen 😊


Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Erzähle doch von Deinen Erfahrungen unten im Kommentarfeld.

Ihren Mann stehen

Heute, zum Internationan Frauentag, bekam ich viele Grüße, Glückwünsche und liebe Worte geschickt. Sie kamen allesamt von Frauen sowie Männern aus der ganzen Welt. Jedoch ist kein einziger deutscher Mann unter ihnen. Als mir das bewusst wurde, bin ich ein klein wenig verwundert und frage mich, ob das ein Stück dieser neuen *(Sternchen)*-Welt ist.

Während ich so grübele, denke ich an einen Beitrag, den ich vor zwei Jahren am Vorabend des Inernationalen Frauentages schrieb. Den habe ich noch einmal für Euch hervorgezaubert und teile diesen nun mit Euch.

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Ich gestehe, ich bin Vollweib. Ich liebe es Frau zu sein. Und niemals kam mir in den Sinn, irgendwelche männlichen Stärken mein Eigen nennen zu müssen.

Die Natur gab dem männlichen Körper andere physische Komponenten, als dem weiblichen. Und wenn ich das auf das Simpelste herunterbreche, ergibt sich eine gewisse Logik. Das Leben ist auf Wachstum ausgerichtet. Zwei Neutronen begegnen sich höflich, jedoch wird es keine Anziehung geben. Die Natur hat wohlbedacht zwei Pole geschaffen.

Morgen ist der achte März. Es ist der Internationale Frauentag. Dieses Datum motivierte mich für das heutige Blog. Ihr habt keine Ahnung, wie sehr mich das Thema „Frau“ regelmäßig aufregt und ich mich dabei so sehr machtlos fühle.

Nur mit einem Kopfschütteln und innerer Ablehnung stehe ich den Feministinnen und ihren Aktionen gegenüber.

Ich lese, sehe und höre von Beschneidungen, Vergewaltigungen, Gruppenmissbräuchen, Unterdrückungen, Prügel und Schlägen. Frauen werden klein und minderwertig gemacht. Der Urinstinkt der körperlichen Überlegenheit über das Schwächere scheint nicht auszusterben, wenn auch zum Glück flächenweise zu verkümmern. Ich mag diesen Missbrauch an Frauen unter dem Deckmäntelchen einer anderen „Kultur“ nicht akzeptieren wollen.

Nun lebe ich in Deutschland, einem kleinen, doch wirtschaftlich recht starken Land. Und ich bin tatsächlich froh, dass es so ist. Ich bin seelig, in die Kultur des Europäischen Kontinentes hineingeboren zu sein.

Mir ist bewusst, dass auch Deutschland und Europa nicht makellos sind. Hier werden zum Beispiel per Beschluss und Gesetz Frauenquoten in der Besetzung von Funktionen in Geschäftsetagen erzwungen. Es wird als Erfolg im Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen betrachtet und Druck gemacht. Und ich muss lächeln. Druck erzeugt immer Gegendruck. Und mir wirft es die Frage auf, ob eine von einer Frau quotengerecht besetzte Führungsposition, zum Beispiel im Vorstand, eine wirkliche Akzeptanz erfährt. Oder muss diese Frau insbesondere nun beweisen, dass sie „sogar“ als Frau das Handwerk beherrscht? Ich weiß es nicht.

Erst seit dem Jahr, in dem ich geboren wurde, gibt es ein Gesetz zur Gleichbehandlung von Frau und Mann. Bis dahin musste die „kleine dumme“ Frau bei ihrem Mann zum Beispiel die Erlaubnis einholen, arbeiten gehen zu dürfen. Das ist heute unvorstellbar.

Ich bin also mit dem Thema Frau und Emanzipation aufgewachsen. Es begleitet mich ein Leben lang.

Meine Wiege stand in Dresden. Ich wurde in einem Staat erwachsen, in dem das Thema Gleichberechtigung nie wirklich angezweifelt wurde. Nach dem Krieg mussten alle mit anpacken, um dieses zerrüttete Land aufzubauen. Da war es vollkommen gleichgültig, ob Mann oder Frau.

Jedoch war es, wie mit allen Dingen, die historisch gewachsen sind und von Generation zu Generation übertragen werden. Mann erinnerte sich schon daran, dass es vor einigen Jahren noch ganz anders war. Dass die Frau sich um Haus, Kind und Mann kümmerte.

Nun war es ganz anders. Die häuslichen Arbeiten wurden weitestgehend geteilt. Die Verantwortung lag auf beiden Schultern. Ich kannte nichts anderes. Es war völlig normal. Mann und Frau gingen ihrem Job nach. Frau wie auch Mann machten berufliche Karriere. Die Kinder wurden von beiden gleichermaßen betreut und aufgezogen.

Der Internationale Frauentag wurde staatlich verordnet in großem Maße mit Veranstaltungen, Blumen und Ehrungen zelebriert. Es war fast peinlich. Es motivierte die Männer, das alles mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Ich kann sie verstehen. Zumal in dieser Gesellschaftsordnung die Gleichberechtigung der Frau nicht in Frage gestellt wurde. Das Thema stand so nicht in dem nach dem zweiten Weltkrieg neu gegeründeten Staat.

Diesen „Frauentag“ lehnte ich bald ab. Es war mir unangenehm für etwas auf Händen getragen zu werden, das aus meiner Sicht ein Selbstverständnis war.

Es war normal, dass ich höflich und mit Respekt behandelt wurde im Privatleben, wie auch im Berufsleben. Ich hatte die gleichen Chancen, das zu werden, was mir möglich war. Es interessierte keinen, ob ich eine Frau oder ein Mann bin. Mir wurde die Tür aufgehalten, in den Mantel geholfen, der Stuhl zurecht gerückt, schwere Taschen abgenommen … Ich wurde als Frau wahrgenommen und nicht als Neutrum oder gar weiblicher Mann. Es war ein Nehmen und Geben.

Heute, drei Jahrzehnte weiter, sehe ich das Thema aus einem völlig anderen Blickwinkel. Die Welt hat sich geöffnet. Das Internet hat eine unwahrscheinliche Bewegung und Globalisierung ermöglicht. Informationen aus fernen und nahen Ländern, wie auch dem eigenen, können nicht mehr einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Internationalen Frauentag umarme ich symbolisch alle Frauen unseres Globus.

Alle Frauen, die sich behaupten müssen, die Leid ertragen müssen, die kämpfen müssen, alle Frauen, die etwas in ihrem Leben erreicht, alle Frauen, die sich für ein akzeptables, besseres, selbstbestimmtes Leben aller Frauen einsetzen – alle Frauen, die mit Herz und Verstand Frau sind.

Von ganzem Herzen, Eure Petra Kolossa.

Ich lade Euch ein, das Kommentarfeld unten zu nutzen. Gern lese ich Eure Gedanken.

Paloma – die Taube

Unter der Sonne sind alle Wesen gleich

Neulich saß ich auf einer Bank etwas abseits eines Gartencafés. Die Sonne lockte trotz der kalten Temperaturen kurz über Null die Leute, ihre Nase in die Sonne zu strecken. Sie bekamen ihre Kaffees mal mit, mal ohne Schaum serviert. Wie Sonnenblumen, die ihre Köpfe der Sonne entgegenrecken, saßen sie auf ihren harten Stühlen ausgerichtet. Die Beine ausgestreckt , die große Tasse wärmend in beiden Händen haltend, genossen sie die wärmenden Strahlen mit geschlossenen Augen. 

Zwei, drei Tauben hüpften um die Tische und Stühle herum und erhofften hier und da einen Leckerbissen aufpicken zu können. Ich dachte, irgendwie gehören auch sie zu den Verlierern der letzten zwei Jahre. Waren doch die Orte, an denen Menschen ihre Speisereste hinterließen, die diesen größeren Stadtvögeln Nahrung geben, von heute auf morgen verschwunden. Tauben, meistens unerwünscht, irgendwie geduldet.

Und ich musste an einen kurzen Beitrag denken, den ich neulich in den sozialen Medien las. Die duale, fast rationale und sehr ehrliche Betrachtung beeindruckte und berührte mich. Alfons Müller schrieb diese Zeilen. Ihr kennt Alfons bereits. Er veröffentliche hier auf meinem Blog als Gastautor. Kurzentschlossen kontaktierte ich ihn und fragte, ob er seinen Beitrag hier mit meinen Lesern teilen möchte. „Gib mir zwei Tage, Petra. Ich schicke Dir den Text und die Bilder. Ich freue mich!“  Gestern Nacht erhielt ich seine Email. 

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Symbol des Friedens

Ein Beitrag von Alfons Müller

Aus aktuell gegebenen Anlass habe ich hier zwei grundverschiedene Versionen von Tauben. Das eine ist eine Friedenstaube, wie man sie aktuell zu hunderten in den sozialen Medien bewundern kann.

Ein willkürliches Beispiel, wie es uns täglich mehrfach aus den sozialen Medien übermittelt wird.

Die andere ist eine Stadttaube, also Ungeziefer, eine Ratte der Lüfte, die die ganze Großzügigkeit und Güte der menschlichen Rasse zu spüren bekam. Eine Friedenstaube, die versucht hat, sich irgendwo niederzulassen.

Foto privat: von Alfons Müller

Einst wurden diese Vögel von den Menschen gezüchtet, um ihnen als Brieftauben oder auch als Nahrung zu dienen. Einige von ihnen sind ausgebüchst und haben sich in den Städten vermehrt. Und jetzt sind sie dem Menschen überflüssig und lästig. Man verordnet gesetzlich ihren Hungertod, sie werden gejagt, getreten und überfahren.

Aber das Schlimmste daran ist, dass der Mensch die heuchlerische Falschheit besitzt, diese von ihm gehassten Kreaturen, die selbst keinen Frieden von ihm erfahren dürfen, zu seinem Friedenssymbol zu machen. Eine derart falsche und hinterhältige Spezies sollte jeden Tag dankbar dafür sein, dass sie solche Vertreter ihrer Art wie Wladimir Putin hat. Auf solche Typen kann die Menschheit all ihre Bösartigkeit projizieren. Das ist ein bisschen wie im Knast, wenn der Vergewaltiger mit dem Finger auf den Mörder zeigt. Einer glaubt, weniger schlecht als der andere zu sein, doch am Ende sind beide gleich verdorben.
Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn ich diese beiden Bilder sehe und wenn ich auf die aktuellen Ereignisse in der Welt schaue, und ich komme nicht umhin, mich für die Falschheit der verdorbenen Menschheit zu schämen.

Es mag ja sein, dass die Großen und Mächtigen dieser Welt Kriege anzetteln. Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass auch der mächtigste Tyrann alleine keinen Krieg führen kann.
Der Feuerzunder dafür liefern genau solche Menschen, die in ihrem Hochmut und ihrer Ignoranz dafür Sorge tragen, dass Friedenstauben sich nirgends niederlassen können, ohne zu enden wie der bedauernswerte Vogel auf dem Bild.

Ich sage nicht, dass alle Menschen verdorben sind. Aber es sind
auch nicht nur ein paar wenige in den Kreisen der Reichen und Mächtigen, denn die könnten den Weltfrieden alleine auch nicht gefährden. Man hat eher den Eindruck, dass die menschliche Rasse von einer immer größer werdenden Zahl an heuchlerischen und durch und durch verdorbenen Vertretern
durchsträhnt wird, die in allen Ethnien, in allen Nationen und in allen Religionen sitzen wie die Flöhe im Fell eines Hundes.

Wir können für den Frieden beten, wenn der Krieg ausgebrochen ist und können hoffen, dass irgend
eine Gottheit unsere Gebete erhört und den Krieg beendet.

🔸️Oder wir können dafür sorgen, dass kein Krieg ausbricht, indem wir alle jeden Tag Frieden
leben und dafür sorgen, dass unsere Friedenstauben sich gefahrlos niederlassen können.

Dann werden Gebete genauso wenig notwendig sein wie die Gunst eines barmherzigen Gottes.

Foto privat: Alfons Müller

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PS: Pablo Picasso zeichnete für den Weltfriedenskongress 1949 in Paris eine Taube. Am Abend dieses Kongresses wurde seine Tochter geboren. Er nannte sie daraufhin Paloma – Taube. 1955 erhielt Picasso für diese von ihm entworfene Taube den Friedenspreis. Seitdem ist sie das Symbol der Friedensbewegung.