Hast Du es vermisst, …

… ich meine, die Kunst und Kultur. Wie sehr haben Dir tatsächlich das Theater, die Galerien, das Kino, die Konzerte, die Lesungen etc. in den letzten vierzehn Monaten gefehlt? Ganz ehrlich. Auf einer Skala von eins – steht für überhaupt nicht vermisst  und fünf – hat mir total gefehlt, wie würdest Du antworten? Gern darfst Du es unten im Kommentarfeld schreiben.

Gestern sprach ich einen Podcast für mein Hör-Cafè ein. Währenddessen kamen mir Tausend Gedanken in meinen Kopf. Die obige Frage stellte ich unter anderem auf meiner Facebookseite und erhielt sehr viele Antworten. Die Ehrlichkeit überraschte mich und es öffnete mir auch die Augen.

Kunst und Kultur wird selbstverständlich von den Machern dieser sehr, sehr vermisst. Sie konnten es vierzehn Monate nicht öffentlich tun. Im Augenblick gibt es eine Lockerung. Es ist unter besonderen Auflagen möglich und ein Aufatmen ist zu spüren. Und es sind natürlich auch diese Menschen, die Kunst und Kultur als ihre Leidenschaft auch als Verbraucher genießen.

Hingegen wird die Kunst und Kultur von den Konsumenten selbst weniger vermisst. Ich hinterfragte das. Es stellte sich heraus, dass man fast alles digital, wie zum Beispiel auf YouTube, gratis bequem zu Hause erleben kann. Man könne Museumsrundgänge mit ausführlicher Beschreibung erleben, komplette Konzerte hören, Theaterstücke, Kabarett, Lesungen … eigentlich alles. Und das komplett kostenfrei!

Ich brauche Euch nicht sagen, dass mir da ein fetter Kloß im Hals hängt. Das, was die Künstler derzeit tun, ist eine reine Selbsterhaltung. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als auf diese Weise auf sich aufmerksam zu machen. Das Schlimme ist, dass sie dabei, digital, nicht einmal einen „Hut“ herumgehen lassen können. Sie tun es unter einem riesigen Aufwand komplett lau für nichts, immer in der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die Antwort, dass es schon immer so gewesen sei, dass Künstler auf einen Mäzen angewiesen waren und sind, es sei ja schließlich nichts Neues. Kunst wird in diesem Moment nicht als Wert angesehen und anerkannt, sondern als etwas, das einer gutmütigen Unterstützung bedarf. Ich sage: Wenn jeder, der Kunst und Kultur konsumiert, ganz gleich in welchem Genre, einen Betrag für die erbrachte Leistung löhnen würde, hätten wir diesen Zustand, dass Künstler sich mit einem Zweit- oder Drittjob über Wasser halten müssen, nicht. Keiner der Kunst- und Kultur-Konsumenten arbeitet für „lau“ und hofft, dass er einmal irgendwann für seine erbrachte Arbeit eine kleine Bezahlung erhält.

Ich empfinde es wirklich lästig, dass sich Künstler immer wieder anbiedern müssen, um wahrgenommen zu werden. Ich denke, da muss ein großes Umdenken geschehen.  Nicht nur bei den Konsumenten, auch bei den Künstlern selbst. – Kunst und Kultur ist keine Selbstverständlichkeit!

Würden Künstler ab sofort nur noch mit einem Auftrag in der Hand arbeiten, also mit einem Vertrag, wäre die Kunst und Kultur für lange Zeit tot. Keine Musik, keine Grafiken, keine Comics, kein Kino, kein Theater, keine Werbung, keine Bilder, Skulpturen, kein Tanz, kein YouTube, Spotify & Co., keine Filme im heißgeliebten Fernsehen, keine Bücher, keine Konzerte, Märkte … Es wäre eine trostlose Zeit.

Wir alle wissen, dass das nicht geschehen wird. Kunst ist eine Ausdrucksform auf vielen Ebenen. Künstler brauchen die reale Kommunikation, um Inspiration, Energie und das Warum für ihren Schaffensprozess zu tanken. Ein Künstler, der in seinem Kämmerlein ausschließlich für das World Wide Web arbeitet, wird Stück für Stück verkümmern.

Kunst und Kultur ist immer irgendwie da. Und hier spreche ich nicht nur von den vergleichsweise wenigen Stars auf diesem Planeten. Man dreht das Radio auf, schaltet den TV ein, wählt einen Streamingdienst, man schaut zu YouTube oder Google … Kunst kommt aus dem Netz … Viele Menschen vermissten es in den vergangenen Monaten auch deshalb nicht.

Und mir ist sehr bewusst, dass Kunst und Kultur eine Leidenschaft, eine Liebhaberei, eine Nische ist. Also lasst uns diese Nische füllen mit guter, anspruchsvoller und aussagekräftiger Kunst und Kultur.

Wir Künstler und Kulturschaffenden freuen uns auf Euch, die nach so langer Zeit durstig und hungrig auf kreativ Erschaffenes seid.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Teile und herrsche

Irgendwie ist es merkwürdig. Niemals dachte ich tiefer über diese Aussage nach. Denn, wenn ich diese hörte oder las, verband ich einen positiven Aspekt damit. Meine Gedanken spiegelten zum Beispiel eine Führungspersönlichkeit, die verstand, die Aufgaben entsprechend den Fähigkeiten der Mitarbeiter zu teilen und somit zu einem gelungenen Ergebnis zu kommen, wider. Oder eben ein Projekt in Teilstücke zu gliedern und das als Gesamtes zu beherrschen.

In den letzten Wochen fielen immer wieder in Gesprächen diese Worte. Heute kam es wieder zu einer solchen Aussage. Und ich konnte diese in dem Zusammenhang, wie sie genannt wurden, nicht verstehen. Ich sagte das und bat darum, mir das zu erklären.

Er tat das, ohne es unerwähnt zu lassen, dass „es so gewollt sei, dass das nicht jeder verstehen soll“. Ich unterdrückte meinen Groll und hörte ihm zu.  Teile und herrsche bedeute, dass man gut gegen böse aufhetzt zum Beispiel wie jetzt, Geimpfte gegen Ungeimpfte, Befürworter der gegenwärtigen politischen Maßnahmen gegen die, die es nicht wollen und so weiter.

Ahhh, dachte ich. Das Wort „teilen“ ist also im negativen Sinne, als „trennen“, zu betrachten. Wie naiv von mir. Ich  verband es niemals auf diese Weise. Natürlich schaute ich ein wenig später im Internet nach der Bedeutung und fand es bestätigt:

Teile und herrsche: Divede et impera – so der lateinische Begriff, beschreibt tatsächlich diese Situation, Menschengruppen verschiedener Ansichten gegeneinander aufzuwiegeln, um einer potentiellen Verbrüderungung vorzubeugen.

Noch nie erlebte ich eine derart gespaltene Gesellschachaft. Ein schmerzhafter Riss geht durch unser Land. Es scheint nur noch schwarz oder weiß eine Berechtigung zu haben. Jegliche Nuancierung dazwischen ist ausgelöscht. Es trennt Familien, Freunde, Nachbarn … Dieses Land wird aufgeteilt in GGG und in G – in die erwünschte Gruppe der Geimpften, Getesteten, Genesenen und in die Gruppe der bösen bockigen Gesunden.

Also: Teile und herrsche! Divide et impera!

Ich akzeptiere und toleriere die Entscheidung jedes einzelnen. Wir sind freie Individuen. Jeder von uns muss die Entscheidung für sich selbst und ganz allein treffen, ob er sich von einem fremden Menschen ein Test-Stäbchen in die Nase und in den Rachen bohren lassen will, oder ob er sich eine nicht wirklich allumfassend geprüfte Flüssigkeit in seinen Körper spritzen lassen will. – Und nein! Es hat nichts mit solidarischem Handeln zu tun. „Das ist jetzt eben so.“ Wirklich? Wollen wir das alles einfach so hinnehmen? Nicht hinterfragen? …

Heute sehr, sehr nachdenklich.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

An alle fantastischen Mütter dieser Welt

Diesen Beitrag schrieb ich vor einem Jahr. Als ich heute einen neuen Blog anlässlich des Muttertages schreiben wollte, entschied ich mich, diesen aus dem Jahr 2020 Euch nochmals ans Herz zu legen.

Fast ist es nicht zu glauben, dass sich die Situation bis heute nicht verändert hat. Genießt diesen fantastischen Song von „janisa music“.

… alles Liebe zum Muttertag.

Meine Tochter schrieb für ihre Tochter diesen tief ins Herz gehenden Song. Als ich die endgültige Fassung hörte, wollte mich die Gänsehaut nicht verlassen. Ein Text der alles sagt, was wir Mütter im Inneren tragen und fühlen.

Deshalb möchte ich heute nicht viele Worte verlieren und stattdessen meine Isabel mit ihrer Combo janisa-music sprechen lassen. Lehnt Euch zurück und genießt diesen musikalischen Leckerbissen.

janisa-music

Ich möchte noch erwähnen, dass dieses Video zu „Dein Herz“ unter ganz besonderen Umständen entstand. Geschuldet der momentan geforderderten Distanz in der Corona-Zeit sind besondere Ideen gefragt, um ein solches Zusammenspiel, wie in diesem Clip, überhaupt zu ermöglichen. – Auch das ist ein Zeitzeugnis 2020.

Ich bin wahnsinnig stolz auf mein Kind. Eine Mama, die mit ihrem Herzen immer bei ihr weilt.

Einen fantastischen Mutterag, einen schönen Sonntag

wünscht Euch von Herzen,

Eure Petra Kolossa.

💕☀️

Mitte April – ein Samstag im Jahr 2021

Es ist ein trüber und sehr kühler Morgen. Die Sonne liegt hinter den dunstigen Wolken und hat wenig Lust, sich anzustrengen, mir den Gefallen zu tun, mehr Licht und Wärme zu senden. Ich schaue in die noch immer mit Schnee bedeckten Alpen und nehme mit meinem Auto die verschlungenen Straßen ins Tal.
Die kleine Stadt mit der imposanten Basilika auf dem höchsten Punkt im Ortszentrum zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist wahrlich ein beeindruckendes Gebäude, die größte Barockkirche nördlich der Alpen, in Weingarten.

Weingarten kennt man als eine kleine quirlige und geschäftige Stadt mit unendlich vielen kulturellen und künstlerischen Aktivitäten, mit Straßencafés, Restaurants, Weinstuben, kleinen Geschäften, Galerien, studentischem Treiben.
Heute, wie seit über einem Jahr ist die Stadt grau. – Passend zum Tag, denke ich. Es ist Samstagmorgen. Geöffnet haben im Stadtzentrum die Supermärkte und Bäckereien. Die Menschen stehen mit ihren Masken schweigend in großem Abstand in einer Schlange draußen vor den Türen. Sie warten, an der Reihe zu sein, eintreten zu dürfen, um ihren Einkauf zu tätigen.

Ich fahre weiter zu meinem Ziel. Ein geschäftlicher Auftrag führt mich dorthin. Einen Parkplatz zu finden, war immer ein Problem. Inzwischen nicht. Ich greife nach meiner Tasche und gehe zu meinem Ziel. Ein großer Aufsteller mit den üblichen Anweisungen, die man auf Anordnung zu beachten habe und der Hinweis, dass nur drei Personen den doch ziemlich großen Raum betreten dürfen, steht mitten im Vorraum und versperrt jedem Eintretenden den Weg. Dieses Teil schreit regelrecht nach Beachtung, denke ich.

Vor mir steht eine Frau. Sie sieht mich kommen und macht sich sofort mir gegenüber Luft. Mit dumpfer Stimme schimpft sie, dass in dem Raum acht Personen seien, obwohl nur drei erlaubt sind. Keiner würde etwas sagen. Kein Wunder, dass wir alle Corona kriegen werden, wenn sich keiner daran halte, was vorgeschrieben sei. Sie schimpft und schimpft. Die Maske in ihrem Gesicht saugt sich mit jedem Luftholen fest an ihren Mund. Dieser Sauerstoffmangel muss ein Kraftakt für sie sein, denke ich und möchte ihr am liebsten sagen, sie solle aufhören, sich so dermaßen zu erregen.
Ich schaue in den Raum und sehe, dass vier Personen, wahrscheinlich eine Familie, gemeinsam etwas zu erledigen haben und drei weitere sich in großem Abstand in dem Raum befinden. Innerlich verdrehe ich die Augen und denke: Mein Gott! Wo ist das Problem?

Eine Person verlässt den Raum. Die Frau vor mir bleibt stehen und will nicht hineingehen. Ich bitte sie, ihre Sache zu erledigen. „Ich gehe dort nicht rein! Es sind noch zu viele!“ Ich sage zu ihr, dann werde ich es jetzt tun. „Nein!“, faucht sie mich an. „Ich bin die nächste! Nicht Sie! Sie warten!“ Eine Mitarbeiterin bittet die Frau, einzutreten. „Nur drei dürfen in den Raum!“, schreit sie. Die Mitarbeiterin bittet mich, zu kommen. Die Frau stellt sich in die Tür. „Sie warten!“, weist sie mich an.
Nun gut. Ich sah, dass die Familie ihre Sache erledigt hat und den Raum nun verließ. Damit war auch das Problem dieser Frau erledigt. – Ist das tatsächlich nur ihr Problem? Was geschieht hier mit diesen Menschen? Vollgestopft mit Angst vor allem und jedem.

Meinen Auftrag habe ich erledigt und begebe mich auf den Heimweg. Die Sonne hat sich entschieden, schwach durch die Wolken zu schauen. Ich zwinkere ihr entgegen und fahre über Ravensburg, um bei einem meiner Lieblingsbäcker, der sich in einem Supermarkt eingemietet hat, anzuhalten.
Angelangt, verweile ich kurz hinter dem Steuer und lasse die Situation auf mich wirken. Auch hier stehen die Menschen mit ihren Masken in großen Abständen schweigend in einer Reihe an, um mit einem nächsten Einkaufswagen Einlass zu bekommen. Diese Reihe von Leuten wirkt trist, grau, der Situation ergeben.

Ich ziehe den Zündschlüssel ab und gehe zu dem Bäcker hinein. Lange muss ich nicht warten. Und ich freue mich, eine mir seit vielen Jahren bekannte Verkäuferin hinter dem Tresen zu entdecken. Sie ging vor etwas über einem Jahr in den Ruhestand. Sie freute sich darauf. Wir haben oft miteinander gesprochen.
„Oh, das ist aber schön, sie hier zu treffen.“, sagte ich und ergänzte: „Sie können auch nicht loslassen?“
Sie lachte. „Wissen sie, ich bin froh hier sein zu können. Auch wenn es nur stundenweise ist. Zu Hause werde ich verrückt. Seit mein Mann gestorben ist, ist es ohne Kontakte nach draußen schrecklich einsam.“ Sie lächelt. „Ich gehe jeden Tag spazieren, bin draußen. Aber allein. Ich bin ein kommunikativer Mensch. Mein Sohn wohnt mit seiner Familie in Australien. Er verliebte sich dort und blieb nach seinem Studium in Melbourne. Wo soll ich hingehen? In ein Café, ins Kino, ins Theater, soll ich reisen, eine Kunstausstellung besuchen … sagen Sie mir, was soll ich machen, um unter Leute zu kommen? Es wurde alles geschlossen, es ist alles tot. Ich bin fit, aber ich gehe auf die siebzig zu. Einige meiner langjährigen Freunde leben in ganz Deutschland verteilt, einige leben nicht mehr. Ich wollte noch so vieles tun, mein Englisch an der Volkshochschule auffrischen, wieder tanzen, Freunde besuchen, reisen …“
Sie lächelte. „Ich habe mich wirklich gefreut, als mein Chef mich anrief und fragte, ob ich stundenweise aushelfen könne. Über dreißig Jahre habe ich für die Bäckerei gearbeitet. Ich genieße die Stunden hier.“
Sie packte meine Tüten, kassierte mich ab und sagte dabei: „Ich freue mich wirklich, Sie zu sehen. Und ich weiß ja, wie Ihr Lächeln ist. Ich denke mir Ihre Maske einfach weg.“, lachte sie und sagte: „Bis zum nächsten Mal. Hoffentlich bald.“

Ich sitze wieder im Auto und werde in fünfzehn Minuten zu Hause sein. Meine Gedanken sind noch bei meiner letzten Begegnung. Ein süß-bitterer Geschmack macht sich breit. Es ist wunderbar für sie, dass sie der Hölle Einsamkeit für eine gewisse Zeit entkommen und auf diese Weise dieses traurige Loch stopfen kann, denke ich.

Die Ampel steht auf Rot. Ich schaue auf den in voller Pracht mit Frühjahrsblühern übersäten Hang rechter Hand. Ein etwas breiterer asphaltierter Weg führt hinauf in ein modernes Wohngebiet.
Auf einem Tretroller kommen drei Jugendliche, eng umschlungen lachend den Weg heruntergesaust. Ich lasse das Fenster auf der Beifahrerseite herunter. Unbedingt möchte ich den Sound dieser fröhlichen Fuhre aufschnappen. Unten angekommen kippt der Roller und sie tummeln sich laut lachend auf der Frühlingsblumenwiese. Ein breites Lächeln macht sich in meinem Gesicht breit. Es tut so gut, diese Zwölf- bis Vierzehnjähren so ganz normal zu erleben. Es ist ein menschliches Bedürfnis nach Nähe, Berührung und Umarmung. Sie tuen es einfach instinktiv.

Die Ampel schaltet. Ich fahre weiter, lasse das Fenster wieder hoch, wische mir mit dem Handrücken die feuchten Augen trocken, und denke: Wir können es uns heute noch nicht ausmalen, was wir unseren Kindern mit diesen ganzen Bevormundungen und Verboten nehmen und antun. Es wird gravierende Spuren in ihren Seelen hinterlassen und folglich das menschliche Leben perspektivisch drastisch verändern.

Heute sehr nachdenklich.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Diesen Beitrag produzierte ich für meinen Podcast „Hör-Café“. Im Nachhinein entschloss ich mich, diesen ebenso in meinen Blog zu stellen.

Tag der Geschwister,  10. April

Kurz vor Mitternacht las ich beim Stöbern der News, dass der 10. April der Tag der Geschwister ist. Dieser soll weltweit seit 1997 begangen werden. Initiiert von Claudia Evart, die ihn im Gedenken an ihre beiden bei verschiedenen Autounfällen verlorenen Geschwister ins Leben rief. Mich berührte es sehr.

Erst heute erhielt ich von meiner Schwester einen handgeschriebenen Brief mit einem lustigen Aquarell, das sie malte. Sie brachte mich zum Lächeln, weil es so sehr typisch für sie ist.

Wir Schwestern sind komplett verschiedenen Charakters. Aber wir sind sehr eng verbunden. Es ist meine einzige Schwester und auch mein einziges Geschwister.

Als ich heute von diesem „Tag der Geschwister“ las, musste ich unwillkürlich an ein Bild von uns beiden denken. Ich fand es in meinem Fotoarchiv. Es ist nicht richtig scharf, aber ich möchte es dennoch verwenden.

Es ist ein Bild aus dem März 2014. Wir waren in Wangen in der Altstadt unterwegs. Auf dem Markt gab es verschiedene Stände mit kunsthandwerklichen Produkten. Spontan gingen wir beide auf eine Auslage zu und jede von uns griff nach einer solchen Maus. die Wahl zeigt, welche zu uns passt … und irgendwie steckt im Klitzekleinen noch immer ein Fünkchen Kind in uns verborgen.

Auf diesem Wege schicke ich einen ganz lieben Gruß an mein liebes Schwester❤ Kerstin (links im Bild) Fühle Dich ganz dolle umärmelt, wie Du immer sagst 😉

Nun, ich denke, dass auch Ihr gerade jetzt ganz warm an Euer Geschwister denkt. Das ist gut so. Habt einen schönen Sonntag.

Herzlich, Euch Eure Petra Kolossa.

Mal einfach geschwatzt

Seit über einem Monat ließ ich mich fangen von vielerlei kleinen und größeren Aufgaben.  Beinahe hätte ich das Wort „Probleme“ verwendet. Nun, ein Wort, das nicht zeitgemäß scheint. Man erklärte mir vielfach, dass es keine Probleme gäbe, es seien Aufgaben. Dabei ist das Wort Problem oftmals wesentlich treffender, als „Aufgaben“, da es den Nagel, inhaltlich betrachet, meistens zielgenauer auf den Kopf trifft. Denn Probleme sind nicht nur irgendwelche Aufgaben, die abgearbeitet werden wollen. Es sind ungelöste schwierige Aufgaben, die zunächst nach einem Lösungsweg verlangen, bevor sie überhaupt zur Aufgabe werden. Man gab dem Sinn das Wort Problem, das aus dem Griechischen entlehnt wurde.

Nun, in meinem Fall war es eine Mischung. Also ein Gemenge von Aufgaben und Problemen. Dingen, die abgearbeitet werden mussten und Dinge, die zunächst nach einer Lösung verlangten, bevor sie zur Aufgabe wurden.

Und dieses ganze Prozedere frisst Zeit und Energie. Und oftmals will ich das alles nicht. Jedoch lebe auch ich in diesem gesellschaftlichen Konstrukt, das bis ins Detail durch Reglements genormt ist, dem ich mich zu unterwerfen habe.  Und so jage ich in der Zeit, die ich in kleine Happen für Einkommen generierende Aufgaben, administrative Sachen, beweisende buchhalterische Dinge, Kreatives, Texten, Privates, Haushalt, Visuelles und so vieles mehr … teile. Und oft fällt es mir schwer, zu entscheiden, auf welchen Part ich im Augenblick verzichten will.

Heute schaute ich, wann ich den letzten Blog geschrieben habe. Und ich war ziemlich erstaunt, dass so viel Zeit vergangen ist. In meiner Empfindung war es erst vor ein paar wenigen Tagen. So griff ich ganz spontan zu meiner Tastatur … Ein Blog ohne Thema, einfach so, wie es mir aus den Fingern springt, für Euch.  Ich plapper einfach mal drauf los.

Ich reflektiere die Zeit, seit dem letzten Blog und überlege, was alles seitdem geschehen ist.

Seit längerer Zeit faszinieren mich Podcasts. Kurze Sendungen in lockerer Art. Ohne Bild, ohne Film. Die Kraft der Worte, der Sprache, der Stimme. Heimlich träumte ich davon, einen selbst zu gestalten. Ich begann, mich immer mehr damit auseinanderzusetzen, zu lesen,  zu sehen und zu hören. Ich studierte Statistiken, las Erfahrungsberichte und begann, mich mit der praktischen Seite, der Technik und Umsetzung zu befassen. Endgültig Mut machte mir meine Tochter. Sie war von der Idee genauso begeistert und bot mir an, mit ihrer Band „janisa-music“ die Musik für meinen Podcast zu schreiben.

Spontan kam mir der Name „Hör-Cafè“ in den Sinn. Eine Recherche ergab, dass es diesen als Podcast noch nicht gab. Ich mochte die Vorstellung eines virtuellen Cafès mit den fantastischen Klängen von janisa-music, die meinen Podcast, meine Sendung begleiten. Sie schrieben den Song „Listen to my story“ (bitte anklicken)

Ich nahm die Hürden der Technik. Lernte, wie man Spuren aufnimmt, schneidet, korrigiert, verbindet, umwandelt und ins Netz stellt.

Seit Ostern ist er online, mein Podcast „Hör-Café“. Ihr könnt ihn auf allen gängigen Plattformen hören.  Ich mag diese Arbeit sehr, auch wenn es einen diversen Aufwand mit sich bringt.

Über diesen Link gelangt Ihr direkt zum Hör-Cafè.

Und das ist der Link zu itunes, also für die von Euch, die Apple benutzen.

Einen permanenten Link findet Ihr rechts auf meiner Webseite, wenn Ihr diese öffnet.

Immer Montag, Mittwoch und Freitag gibt es einen neuen Beitrag. Perspektivisch habe ich unter anderem geplant, interessante Menschen, die in irgendeinem Zusammenhang des Schreibens wirksam sind, zu einem Interview einzuladen und Euch vorzustellen.

Nun, was tat ich noch? Ein kleines Schränkchen für einen Auftrag zu bemalen, hat wirklich Spaß gemacht. Die mittelprächtige Herausforderung war das Lackieren. Denn eine Schutzschicht ist sehr wichtig bei diesem Gebrauchsgegenstand. Draußen war es zu kalt und ich fand keinen Raum, in dem ich es hätte tun können. Aber in den nächsten Tagen soll der Frühling mit warmen Temperaturen kommen. Dann kann auch das zu Ende gebracht werden.

Ich wurde von Novum Basel zu einer Online-Kunstausstellung eingeladen. Sie startete am 20. März und wird noch bis zum 20. April 2021 online sein. Novum hat ein sehr schönes Video dafür gemacht. Unter dem Bild findet Ihr den Link dorthin. Und natürlich sind alle Kunstwerke käuflich.

Hier geht es zum inhaltlichen Video der Online-Kunstausstellung. Bitte einfach diese Zeile anklicken.

Wenn man einmal anfängt zu schwatzen, nimmt es kein Ende.

Ich entscheide mich jetzt ganz spontan für ein Ende und dafür, wieder regelmäßig hier für Euch zu schreiben.

So verabschiede ich mich für vorerst. Genießt das schöne Frühlingswochenende 🌷☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Am Morgen veranlasste ich eine simple Online-Bestellung bei einem großen Büroausstatter. Diese Pop-ups überlagerten den Bildschirm und zwangen mich, mich damit zu befassen. Ob ich es wollte oder nicht, ich wurde dazu genötigt. Da ich meine Druckerpatronen dringend brauche und ein paar andere Dinge auch noch, verließ ich diese Seite nicht. Es ärgerte mich.

Sobald wir uns im Internet bewegen, werden wir permanent mit derartigen Pop-ups belästigt. Es zieht unsere Aufmerksamkeit von den Dingen, die wir eigentlich wollen. Wir werden abgelenkt.

Täglich nerven mich diese Datenschutzbestimmungen, die neuerdings als erstes auf einer Webseite aufpoppen. Dabei ist es völlig gleich, wie oft ich diese Seite besucht habe. Ich frage Dich. Liest Du Dir diese seitenlangen Datenschutzbestimmungen und Regeln durch? Wer verdammt tut das?

Ohne, dass auf diesen Link „zustimmen“ geklickt wird, kann die Seite nicht geöffnet werden. Die Inhaber der Webseiten sichern sich nach außen ab. Das kann ich nachvollziehen. Die „Politik“ ist da raus. Schließlich hat man alles Notwendige für Dich getan. Du hast die Möglichkeit, Dich umfassend zu informieren, bevor Du die Seite öffnest. Das Gesetz schreibt genau vor, was in diesen Datenschutzinformationen enthalten sein muss. Es sind viele, viele, viele … Seiten. Nur frage ich mich, welchen Sinn ergibt das Ganze auf diese Art und Weise? Es wird das Vielfache an Zeit für das Lesen der Datenschutzinformationen benötigt, als die Zeit, die man oftmals überhaupt auf der Webseite verbringt.  Immer mehr Bereiche unseres täglichen Lebens werden auf das Internet gezogen. Uns bleibt zum Teil nichts anderes übrig, als da mitzuspielen.

Anfänglich gab ich mir die Mühe, diese unendlich vielen Seiten zu lesen und umfängich zu verstehen. Inzwischen spiele ich Russisch-Roulette und klicke darauf, um zeitnah zum Ziel zu kommen. Es kann auch mal schief gehen. Das ist mir bewusst. Und genau dann werde ich wissen, dass ich alle Möglichkeiten hatte, mich zu „schützen“.  – Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Ich bin wirklich neugierig. Wie handhabst Du das?  Liest Du die Datenschutzinformationen und verstehst diese allumfassend,  oder klickst Du, wie ich, genervt „zustimmen“ an? Schreibe es einfach unten in das Kommentarfeld.

Vielen Dank!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

„Gendern“ – nicht in meinem Blog

Als ich meinen Blog im Jahr 2014 startete, habe ich darauf bereits hingwiesen, dass ich mich diesem „Gendern“ in meinen Texten nicht unterwerfen werde.

Heute am Morgen las ich einen Fachbeitrag. In den wenigen drei Absätzen bin ich beim Lesen fast verrückt geworden. Mein Gehirn erfasst das, was hinter dem Sternchen zu lesen ist, nicht. Ich ignoriere das komplett.

In den wenigen Sätzen stolperte ich über Nutzer*innen, Follower*innen, Autor*innen, Macher*innen, Eventteilnehmer*innen, Veranstalter*innen und der Hammer war: Follower*innenziele – Dieses Wort musste ich zweimal lesen.

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs. Ich möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass es mir keine Mühe macht, in altmodischer Form zu verfahren. Es wird also in meinen Texten keine Leser*innen oder LerserInnen oder gar Lesenden geben.

Wenn ich in manchen journalistischen Beiträgen dieses „Gendern“ im gesprochenen Wort höre, spüre ich deren Anstrengung, diese verbogene deutsche Sprache über die Lippen zu bekommen.

Und eines sei Euch versichert. Ich akzeptiere jede geschlechtliche Gesinnung. Und das tat die deutsche Sprache bisher auch. Sprache ist ein Entwicklungsprozess. Natürlich verändert sie sich im Laufe der vielen Jahre. Aber das, was uns hier übergestülpt wird, ist rein politischer Natur.

Ich wünsche mir sehr, dass Ihr mit meiner Entscheidung gut umgehen könnt und meinem Blog in altbewährter Weise treu bleibt.

Apropos Blog: Wer es noch nicht getan hat, mit Eurer Email-Adresse könnt Ihr ihn einfach mit dem Button auf der rechten Seite abonnieren.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mein Unwort des Jahres 2020

Meine Hände habe ich tief in die Manteltaschen vergraben und meine Nasenspitze im hochgezogenen Schal versteckt. Ich stehe in der feuchten Januarkälte in der langen Schlange vor einem Postamt und warte, irgendwann in das warme Innere gelassen zu werden. Der Einlass ist auf fünf Personen beschränkt und wird von einem Mitarbeiter des Security überwacht. Möge dieser Covid-Mist bald ein Ende haben, denke ich.

Einer der Wartenden vor mir zündet im Windschatten seiner Hände eine Zigarette an. Der Qualm zieht durch die kalte Luft. Ich mag das nicht. Als hätte er im Unterbewusstsein etwas bemerkt, dreht er sich noch einmal um und entdeckt dabei einen Bekannten. Sie begrüßen sich höflich mit Abstand. Ungewollt werde ich stiller Zuhörer ihres Gespräches.

Sie unterhalten sich über geschlossene Kneipen und überhaut, es sei zur Zeit auch sonst nix los mit Kultur. Der eine sagt, dass einem die Leute aus dieser Kunstbranche schon leid tun können. Die seien echt hart betroffen. Meint der andere, die sollen sich mal nicht ins Hemd machen. Schließlich sei das ja nicht neu, dass von Kunst keiner leben könne. Wer bis heute keinen zweiten Job habe, sei selbst schuld. So werden sie es spätestens jetzt begreifen. Der erste bestätigt die Meinung und sagt, dass die Künstler, die er kenne meistens noch irgend etwas anderes tun müssen, um ihre Rechnungen bezahlen zu können …

Sie debattieren noch eine ganze Weile. Bei mir trifft es einen wunden Punkt und ich frage mich, warum ist das so? Inzwischen wird selbst den Stars von Kunst und Kultur die Luft dünner. Denn sie haben oftmals ein großes Team um sich herum, das dafür sorgt, dass sie das sein können, was sie sind. Nur will auch dieses Team bezahlt werden. Monat für Monat … Wie wichtig ist den Menschen Kunst und Kultur tatsächlich? Und was ist es ihnen wirklich wert? Diese Fragen möchte ich zu gern jedem Menschen auf der Straße stellen.

Heute Morgen hörte ich im Radio eine Sendung, in der die Hörer gefragt wurden, welche Job-Veränderung sie auf Grund von Corona vorgenommen haben. Ein Jazz-Saxophonist baut jetzt Gemüse auf kleinster Fläche an und vermarktet es. Eine Schauspielerin liefert Pakete aus. Eine Friseurin arbeitet jetzt als Postzustellerin, ein anderer hat sich bei einem Discounter verdingt … und so weiter und so fort. Die Moderatorin verknüpfte die Gespräche frisch und fröhlich und ich musste abschalten. Ich konnte das nicht mehr mit anhören, wie Menschen mit Studien-, Meister- und Facharbeiterabschlüssen aus „systemunrelevanten“ Berufen notgedrungen in irgendwelche Beschäftigungen geschubst werden und die Moderataorin es auf diese Weise auch noch beschönigt. Es findet Beifall, wie rührig doch die Betroffenen seien und es sich doch immer eine Lösung fände und eine neue Tür aufginge, wenn eine zufällt …

Es ist einfach unglaubich. Und mir wird jeden Tag bewusster, wie schnell es einem die Füße wegziehen und wie hart ein solcher Aufschlag sein kann.

Das hässlichste Wort aus dem Jahr 2020 ist aus meiner Sicht „SYSTEMUNRELEVANT“. Dieses Wort hörte ich zuvor nie. Es scheint ein Kunstwort zu sein, kreiert in irgendwelchen Debatten sich wichtig glaubenden Personen, die sich anmaßen darüber zu verfügen, welche Fähigkeiten dieses derzeitige System benötigt und welche einfach mal wurscht sind. Eben unrelevant.

Jeder von uns braucht und sucht eine Berechtigung, sich einzubringen in die Gesellschaft, in die Gemeinschaft und braucht Anerkennung. Die „systemunrelevanten“ Berufsbranchen strampeln, um sich zu behaupten, suchen nach Nischen und Möglichkeiten.

Um überhaupt die Butter auf dem Brot zu verdienen, finden sie zum Teil vorübergehende Beschäftigungen, die höchstwahrscheinlich zum großen Teil nach dem Desaster wiederum im Nirwana verschwinden werden und zu systemunrelevanten Berufsgruppen erklärt werden. Es ist ein Hamsterrad, für die, die es betrifft.

Mir scheint, dass auf uns allen eine bleierne Schwere liegt. Mein Wunsch ist nur: Igelt Euch nicht ein! Das Leben ist nicht das Sofa und das was Euch von früh bis abends durch die Medien getönt wird. Das Leben spielt sich außerhalb Eurer Komfortzone ab. Fragt einfach mal nach, ohne zu urteilen, ohne zu verurteilen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Sonntag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Wie immer freue ich mich über Eure Gedanken. Schreibt es einfach ins Kommentarfeld.

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