An alle fantastischen Mütter dieser Welt

… alles Liebe zum Muttertag.

Meine Tochter schrieb für ihre Tochter diesen tief ins Herz gehenden Song. Als ich die endgültige Fassung hörte, wollte mich die Gänsehaut nicht verlassen. Ein Text der alles sagt, was wir Mütter im Inneren tragen und fühlen.

Deshalb möchte ich heute nicht viele Worte verlieren und stattdessen meine Isabel mit ihrer Combo janisa-music sprechen lassen. Lehnt Euch zurück und genießt diesen musikalischen Leckerbissen.

janisa-music

Ich möchte noch erwähnen, dass dieses Video zu „Dein Herz“ unter ganz besonderen Umständen entstand. Geschuldet der momentan geforderderten Distanz in der Corona-Zeit sind besondere Ideen gefragt, um ein solches Zusammenspiel, wie in diesem Clip, überhaupt zu ermöglichen. – Auch das ist ein Zeitzeugnis 2020.

Ich bin wahnsinnig stolz auf mein Kind. Eine Mama, die mit ihrem Herzen immer bei ihr weilt.

Einen fantastischen Mutterag, einen schönen Sonntag

wünscht Euch von Herzen,

Eure Petra Kolossa.

💕☀️

Nur Zeit gewinnen

Nun bin ich in den Keller getrabt und habe meinen alten Brotback-Automaten hervorgekramt. Zwei Tüten von diesen Brotbackmischungen sind auch noch da.

Ich glotze das Teil an und überlege, wie das war mit den Programmen. In irgendeiner Schublade meines Gehirns ist es noch abgespeichert. Super! Ich muss also nicht die Anleitung studieren.

Alles hinein in den Behälter: Wasser, Mehl, etwas Hefe … aha, Hefe … alles gut, ist auch noch da. Ein paar Löffel Saaten. Programm wählen … Nun, es dauert ein paar Stunden. Aber möge es bitte backen.

Das Lesezeichenbändchen liegt in meinem Kalender noch genau an der Stelle, an dem ich zwangsweise mit meiner Arbeit aufhören musste. An dem Tag, an dem ich um 17 Uhr auf meinem Smartphone die E-Mail mit der Order las, sofort alle Aktivitäten zum Schutz der Klienten und zu meinem eigenen Schutz einzustellen. Es war der 16. März 2020, also vor sechs Wochen.

Seit dem durchströmen mich Gefühle aller Facetten. Ich beobachte das globale Geschehen sehr genau. Aber das soll nicht Thema des heutigen Blogs sein. Kommen wir zu diesem Brotbackautomaten zurück. Warum habe ich das Ding nach so langer Zeit wieder aktiviert? Mit diesem habe ich viele, viele Brote gebacken. Er knetete und produzierte jahrelang. So lange, bis mir dieser typische Geschmack zum Hals heraushing. Das war vor fünf oder sechs Jahren.

Ich kaufte seit dem die Brote wieder beim Bäcker. Und das war gut so. Irgendwie wurde ich nach einiger Zeit von den freundlichen Bäckereiverkäuferinnen willkommen geheißen. Man schwatzte ein paar Worte, manchmal ein paar mehr. Ich kannte bald die Geschichten, die hinter den Frauen stehen. Es war immer ein netter Weg, noch fix zum Bäcker zu gehen.

Seit ein paar Wochen sind die Bäckerstände hinter durchsichtigen Kunststoffverkleiungen abgeschirmt. Ein kleines Loch ermöglicht es, Geld entgegenzunehmen und die Tüte mit dem Backgut zu reichen. Man muss laut sprechen, damit es die jungen Frauen, die dahinter stehen verstehen können. Ich kenne sie nicht. Sie sind neu. Mechanisch nehmen sie die Bestellung aus dem abgespeckten Sortiment entgegen. Mich schauen unbeteiligte dunkle Augen an, ummantelt von angeklebten Wimpern, die ihre Augenbrauen kitzeln. Mit langen spitzen zart-rosa Fingernägeln wird die Tüte befüllt und mit flachen Fingerkuppen auf die digitale Kasse getippt. Ich bezahle, erhalte das Rückgelt, bekomme die Tüte und gehe.

Meine nächsten Brote kaufte ich im Supermarkt. Eine logische Konsequenz. Meine Aufträge und damit der größte Teil meines Einkommens sind komplett weggebrochen. Der Bäcker ist nur noch eine Ausgabestelle. Und ich bin nicht bereit, dieses wahrscheinlich bessere, aber teure Brot auf diese Weise an der Theke abzuholen. Es ist die Katze, die sich in den Schwanz beißt. Die Leute werden weniger Geld haben. Der Bäcker will auch überleben und tut ganz sicher sein Bestes dafür.

PS: Diesen fantastischen Einkaufsbeutel in einem meiner „Caligari“-Designs und drei verschiedenen Größen gibt es hier. Bitte einfach auf diesen Text klicken. (Meiner lieben Freundin Petra herzlichen Dank für das Foto.)

In der vergangenen Woche war ich wieder im Supermarkt. Es war bis dahin so, dass durch die Abstandsregelung und alle Vorsichtsmaßnahmen das Einkaufsvergnügen auf ein Minimum geschrumpft war. Aber die Kunden und das Personal machten das Beste daraus. Es gab immer noch ein nettes Gespräch, einen sympathischen Zuruf, ein Lächeln hier und da, auch wenn es meistens ein süß-saures war.

Jedoch am letzten Freitag war für mich die Atmosphäre dort erstickend. Etwa die Hälfte der Kunden und des Personals liefen mit einer ab dem darauffolgenden Montag zur Pflicht erkorenen Gesichtsmaske herum. Diese Menschen kümmerten sich ausschließlich nur um ihren Einkauf. Sie gingen schweigend durch die Gänge. Es herrschte eine ungewöhnliche Stille in dem Markt. Ich kann keine Gesichtszüge erkennen. Ich versuchte einige Augenpaare einzufangen. Aber diese schauten keinen Menschen an. Diese Figuren mit den Masken im Gesicht gingen fokussiert, um die gewünschten Produkte einzusammeln und diese in ihre heiligen vier Wände zu transportieren.

Das Brot ist aufgebraucht. Gestern entnahm ich bereits welches dem Gefrierschrank. Ich müsste heute gehen. Aber ich kann nicht. Mir gruselt vor dieser Situation. Alle Menschen im Supermarkt werden so herumlaufen. Und auch ich. Es ist wie ein schlechter Science-Fiction-Film, der vor meinen Augen abspult.

Ich weiß, in den nächsten ein oder zwei Tagen werde ich mir solch ein Stoff ins Gesicht ziehen und wie alle anderen auch, meine im Haushalt fehlenden Dinge einsammeln. Mein heutiges Tun ist nur, etwas Zeit zu gewinnen.

Eine andere Option: Online einkaufen. – Aber das ist ein anderes Thema.

Der Duft von frisch gebackenem Brot zieht bereits durch die Wohnung. In etwa zwei Stunden wird mein Brot fertig sein …

Euch wünsche ich einen schönen Dienstag und bin ganz neugierig zu lesen, wie Ihr emotional mit der momentanen Situation umgeht. Schreibt es einfach unten in das Kommentarfeld.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Alfons Müller – schreibt auf petra-kolossa.com

Ich freue mich sehr, Euch heute Alfons Müller vorstellen zu dürfen. Alfons wird als Autor auf meinem Blog für Euch schreiben. Und ich bin mir sicher, Ihr werdet seine Texte lieben.

Kurz vor Ostern entdeckte ich ein Gedankenspiel, das er niederschrieb. Es war textlich sehr stark und berührte mich emotional tief. Inzwischen kenne ich einige andere Texte von Alfons. Ich bot ihm an, auf meinem Blog als Autor tätig zu werden.

In der kommenden Zeit wird sich Alfons Müller bei Euch selbst vorstellen und Ihr werdet ihn besser kennenlernen. Dennoch ein paar Worte im Vorfeld:

Bald, im Monat Mai, wird der gelernte Maschinenschlosser 55 Jahre alt sein. Er lebt mit seiner Frau und ihren Hunden am Bodensee in Tettnang.

Wie er mir erzählte, habe er schon immer geschrieben. Dennoch war der endgültige Auslöser, sich ernsthaft der Schreiberei zu widmen, die Herztransplantation seiner Frau im Jahr 2011. Diese Zeit habe sein Leben pregnant gesprägt.

Sein Genres sind vor allem Kurzgeschichten und Gedichte. Außerdem arbeitet er an zwei Romanprojekten.

Das soll für heute genügen.

Mir bleibt jetzt nur, Alfons viel Freude und Erfolg beim bloggen zu wünschen.

Und Euch, meinen lieben Lesern, ein großes Lesevergnügen mit seinen facettenreichen Texten.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Hinter die Kulissen geschaut

Jetzt wird es aber Zeit für ein neues Blog. Ich habe Euch ein paar Tage vernachlässigt. Ganze acht 😉 Nun, es waren so viele kleine Dinge, die mich gefangen hielten. Ich will Euch nicht auf die Folter spannen.

Also, was hat sich hinter den Kulissen abgespielt?

Ein Experiment mit knallbunten Farben brachte mir eine große positive Resonanz, so dass ich ein neues Projekt in Angriff nahm.

Ich brauchte einen passenden Namen für dieses Projekt. Meine beliebteste Methode, eine gute Lösung für irgend etwas „Kompliziertes“ zu finden, ist ein Brainstorming mit meiner lieben Tochter Isabel in über fünfhundert Kilometer entfernt via WhatsApp. So heute am Morgen die Frage nach einem guten Namen. Und wir haben einen geeigneten gefunden, der auch international standhalten kann.

Unter dem Titel „homepART“ werde ich sukzessive neue Werke erschaffen. Es sind Unikate für das Zuhause, für das Interieur überhaupt. Einen Online-Shop für diese Produkte und meine originalen Kunstwerke richte ich derzeit ein. Wenn ich diesen fertig habe, werde ich Euch zur virtuellen Einweihungsfeier einladen.

Was gab es noch? Ich sprach in den letzten Tagen mit jedem einzelnen Mitglied meiner Künstlergruppe „seeArt“ und ich fragte sie unter anderem, was sie derzeit tun. Von jedem schrieb ich kleine Beiträge für Instagram und Facebook. Es ist uns wichtig, auch in dieser für uns alle schwierigen Situation aktiv zu sein.

Neulich stolperte ich über einen Beitrag meines Kollegen Alfons Müller, der übrigens auch Mitglied unserer Künstlergruppe seeArt ist. Dieser Text hatte mich so beeindruckt, dass ich ihn einlud, hier in meinem Blog als Gastautor zu schreiben. Seinen ersten Beitrag bereiten wir derzeit vor. In den nächsten Tagen werde ich Euch Alfons hier vorstellen. Ihr dürft also gespannt sein.

Ein anderes Projekt ist eine Buchlesung, die ich gemeinsam mit Klaus Stromeyer und Alfons Müller vorbereite. Das planen wir ab dem Herbst. Und wir hoffen, dass sich die Welt bis dahin wieder in einem gesunden Rhythmus bewegt.

Weiterhin arbeite ich intensiv an einem Buchprojekt. Nun, eigentlich sind es insgesamt drei. Aber eines ist derzeit in meinem Fokus und ich will es zeitnah beenden.

Und so gibt es noch dieses und jenes. Aber für heute soll es reichen.

Ich werde mir jetzt einen leckeren Kaffee zubereiten und wünsche Euch einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Reißleine ziehen

Wie immer sind außergewöhnliche politische Situationen Spielfeld für die spitzen Zungen der Satire. Und selbstverständlich gibt es auch kein Abtauchen für Corona.

So las ich folgendes:

„Sage mal, wie lange bist du schon zu Hause?“, fragt sie ihre Freundin. „Seit 4,5 Kilogramm.“, antwortet sie.

Mir lag das Grinsen im Gesicht. Es ist tatsächlich so. Wir bewegen uns zur Zeit viel zu wenig. Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht. Aber meine Motivation, irgendwelche alternativen Übungen auf dem Fußboden, dem bereitgestellten Stuhl, oder an der Wand zu machen, neigt sich gegen Null. Mir fehlt dieser gesunde tägliche Stress tatsächlich.

Und ich kann es nicht leugnen. Als ich heute auf die Waage stieg … Boah! Der kritische Punkt ist erreicht. 🙈  Ich muss die Reißleine ziehen. Jetzt und sofort!

Somit beschloss ich, einen Obsttag einzulegen. Nicht irgendwann, sondern heute.

Auf diese Weise sende ich meinem Geist und Körper ein Signal, dass der Hase ab jetzt anders herum läuft.

Heute Morgen stimmte ich mich darauf ein.  Ich bin mir ganz sicher, das können wir Frauen besonders gut. Ihr wisst, was ich meine?

Richtig: Extrem lange Zeit im Bad mit allem Drum und Dran. Selbstverwöhnprogramm vom Feinsten. Hach, das war so schön …

Werbung in eigener Sache:

Diese fantastische Badematte in einem meiner Designs findet Ihr in meinem Shop. Klickt dazu bitte einfach hier:

Nun bin ich wirklich neugierig. Schreibt mir doch einfach, wie es Euch derzeit ergeht. Was tut Ihr, um fit zu bleiben? Habt auch Ihr derartige „Diskussionen“ mit Eurer Waage? Oder vielleicht steigt Ihr dort gar nicht erst drauf? …

Aber für heute nun genug! Herzlich-sonnige Grüße in Euren Frühlingstag schickt

Eure Petra Kolossa.

PS: Und wer es von Euch noch nicht getan hat: Abonniert einfach meinen Blog. So verpasst Ihr keinen Beitrag.

Knallbunt

In meinem letzten Blog schrieb ich davon, wie sehr es mich in die Farben zog und ich den Drang hatte etwas Knallbuntes zu gestalen.

Die momentane globale Situation mit all ihren Einschränkungen und den daraus resultierenden diversen Maßnahmen ließen in mir diesen Ruf nach Lebendigkeit, nach all dem Positiven, das unserem Geist, unserem Herz, unserer Seele gut tuen, aufflammen.

Diesen Gedanken nahm ich mit in unsere Künstlergruppe seeArt. Auf unseren Seiten auf Instagram und Facebook werden wir Die Werke, die in diesem Zusammenhang entstehen,vorstellen. Künstler waren in jeder krisengeschüttelten Zeit eine positive, aufrüttelnde und energiegebende Kraft.

Mögen kraftvolle Farben dazu beitragen, Mut und Kraft für unsere Zukunft – für uns Menschen auf der ganzen Welt zu geben.

Von Herzen,

Eure Petra Kolossa.

Schrei nach Knallbunt

Ostern 2020 – Die Sonne strahlt. Die Natur steht in voller Pracht. Ich habe lange geschlafen. Mein Lieblingssender gibt alles, seine Hörer bei guter Laune zu halten. Ich werde die Morgen-News wahrnehmen. Und bald wird mir alles auf den Keks gehen und ich schalte wieder auf eine meiner Playlisten.

Ostermontag 2020 – Draußen ist alles ruhig. Keine Osterspaziergänger, keine lachenden Kinder, keine Wandergruppen, keine Radfahrer, keine Gläubigen auf dem Weg in die nahe Kirche. – Der Verkehrsfunk meldet: Keine Staus und wünscht eine gute Fahrt. Ich muss grinsen und denke: Wer soll da draußen wohl solch einen Stau verursachen? Es ist alles so verrückt.

Ursache und Wirkung. Ganz nüchtern betrachtet nur eine Dialektik. Das Wesen Mensch hat das Privileg zu denken, zum Glück. Und er darf das, was ihn frequentiert hinterfragen. Und er darf auf die Nuancen zwischen den ihm als absolut und wahr suggerierten Dingen aus den vielfältigsten Informationswegen feinfühlig achten. Schaut genau hin, seid wachsam.

Ostermontag 2020 – ein strahlender sonniger Feiertag. Ich wische die nächtlichen Spuren der sandigen Pfoten meiner „Kätz“ vom Scheibtisch, schaue auf meine Staffelei, die Farben und Pinsel. In mir kommt ein Schrei nach Knallbunt auf. Ganz gleich, was es sein wird. Ich muss in die Farben greifen. Bunt ist gut und positiv für unseren Geist, für unser Herz, für uns als Wesen Mensch.

Ich stürze mich ins Knallbunt. Wie wird Euer Tag heute sein? Erzählt mir von Eurem Osterfeiertag 🌱🌷☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa

Tissue-Papier … nützlich oder Unfug?

Gedankenverloren zupfe ich ein Blatt von der Rolle. Wische mir die Finger ab und streiche ein paar Krümel vom Küchentisch damit zusammen.

Eine Geste, die seit vielen, vielen Jahren in Fleisch und Blut übergegangen ist: Der Griff zum Küchenpapier.

Verschüttete Flüssigeit, Kleckereien beim Kochen, Flecke auf dem Fußboden, fettige Hände, Obst nach dem Waschen trocken tupfen …

Küchenpapierrollen sind in meinem Haushalt das Erste-Hilfe-Produkt an sich. Nicht wegzudenken. Oder doch?

Vor ein paar Wochen war ich zum Essen bei einer Freundin eingeladen. Beim Decken des Tisches kleckerte etwas daneben. Ich fragte nach Küchenpapier.

„So etwas haben wir nicht mehr.“, sagte sie mir und ergänzt: „Wir wollen dazu beitragen, die Müllberge zu verringern.“

„Ok, kein Problem, aber gib mir bitte schnell irgend etwas, womit ich diese Soße vom Tisch wischen kann.“ Sie dreht sich x-mal im Kreis und überlegt. Dann reicht sie mir einen Küchenschwamm. Ich nehme den mit zwei Fingern und tupfe die Soße vom Tisch. „Hast du noch etwas zum trocken wischen, bitte?“ Sie überlegt und gibt mir ein Geschirrtuch.

Mit dem Schwamm gehe ich zum Spülbecken und wasche den mit etwas Spülmittel so lange unter fließendem Wasser aus, bis sich kein Schaum mehr ausdrücken lässt. Ich lege ihn beiseite. „Das Geschirrtuch kannst du bitte gleich hierher legen. Ich gebe es dann in die Waschmaschine. Es so zu verwenden ist blöd. Es wird auf den Gläsern schmieren und Spuren hinterlassen.“, sagt sie und holt aus ihrem Schrank ein frisches Tuch.

An diese Begebenheit muss ich gerade denken, als ich die Schokolade für ihre Tochter beiseite räume und ich mich an den Brief erinnere, den ich für sie noch schreiben möchte. Ich gebe das benutzte Papier in den Müll.

Die Radieschen, die ich vom Supermarkt mitbrachte, sind sehr sandig und müssen gespült werden. Ich zupfe ein Küchentuch und reibe sie damit endgültig sauber und trocken.

Kater Flo kommt mit seinen erdigen Pfoten aus dem Garten durch das Küchenfester gesprungen und tappst über den Küchentisch. Ich zupfe ein Küchentuch, feuchte es an und wische den Tisch sauber.

Es ist Fakt. Alle diese Papiertücher landeten im Müll.

Ich recherchierte natürlich im Netz nach Alternativen, bevor ich Euch meine Gedanken zu diesem Thema niederschreibe. Und es gibt die tollsten Ratschläge und Alternativen, sich von den Papierrollen, Tempos & Co., Feuchttücher und Papierservietten zu verabschieden.

Und was soll ich Euch sagen. Es sind genau die Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin. Meine Großeltern taten das, wie auch meine Eltern. Und nun fragt Ihr sicherlich, warum ich das nicht auch so tue.

Zunächst die Alternativen, die im Inernet genauso zu finden sind, wie in meiner Erinnerung vor vielen Jahren.

  • Küchenlappen aus Stoff
  • Naturschwämme
  • Geschirrtücher
  • Tücher aus alten Bettlaken selbst nähen
  • Lappen aus alten Handtüchern selbst nähen
  • für sehr schmutzige Dinge alte T-Shirts zerschneiden
  • Stoffservietten
  • Stofftaschentücher
  • Waschlappen statt Feuchttücher

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie über dem Wasserhahn am Spülbecken ein Lappen hing. Meistens aus alten Baumwolltextilien gerissen, um noch diesen Zweck zu erfüllen. Das Ding hatte einen merkwürdigen Geruch und es kostete mich einige Überwindung, das anzufassen. Es wurde für alles, was in der Küche mit Geschirr, Spüle, Tisch und so weiter zu tun hatte, benutzt.

Es gab einen weiteren derartigen Lappen. der war im Knick des Abflusses der Spüle deponiert. Der war dann für die „groben“ Dinge zuständig. Der war meistens steif, wenn er trocken war …

Ich will das nicht weiter ausschmücken. So war es damals. Es mag zu dieser Zeit in Ordnung gewesen sein. Inzwischen sind viele Jahre ins Land gegangen und so manche Einstellung hat sich geändert.

Seit ich meinen eigenen Haushalt habe, gibt es bei mir keinen Lappen, der irgendwo herum hängt. Ich mag das einfach nicht. Natürlich habe auch ich Küchenlappen aus Mikrofasaer. Aber diese sind dezent nicht sichtbar deponiert.

Aber kommen wir zum Thema zurück. Warum möchte ich mich nicht absolut von den Küchenpapierrollen, die es übrigens bereits seit 1922 gibt 😉 verabschieden?

Wenn ich einen Lappen verwende, wasche ich den unter fließendem Wasser aus. Meine Hände ertragen keine hohen Temperaturen, um diverse Bakterien und Keime auszuwaschen. Somit hänge ich den benutzen und ausgewaschenen Lappen zum trocknen beiseite, um den später in die Waschmaschine zu geben. Würde ich also an einem ganz normalen Tag die Küchenrolle gegen solch einen Lappen tauschen, gäbe es einen täglichen Lappenberg. Stoffteile mit einer Menge Wasser und Spülmittel gewaschen und ein weiteres Mal eine gute Stunde in der Waschmaschine.

Tja, was, wenn es diese Küchenrollen nicht gäbe?

Ich hätte wahrscheinlich einen großen Korb mit derartigen Stoffteilen. Bei jedem Malheur würde ich, wie bei einer Papierrolle, nach einem solchen Läppchen greifen, auswaschen, trocknen, in die Waschmaschine geben, trocknen, wieder verwenden.

Wie wäre es mit den „Tempos“? Möchte ich diese gegen das gute alte Stofftaschentuch tauschen? Grrrrr, nein, wirklich nicht gern. Einmal benutzen, Waschmaschine, trocknen, bügeln, benutzen …

Letztendlich: Gäbe es diese hygienischen Hilfsmittl nicht, würde ich mich der Situation beugen müssen und zurück zum Faustkeil greifen.

Nun möchte ich es nicht bewerten, welcher Kreislauf der Bessere ist. Der mit dem vielen Wasserpanschen oder der Weg über die Entsorgung.

Ich lasse das einfach im Raum stehen und freue mich auf Eure Meinung zu diesem Thema.

Aus dem sonnigen Süden grüßt Euch herzlich

Eure Petra Kolossa.

P.S. Die interessante Geschichte zum Papiertuch an sich, findet Ihr hier unter diesem Link. Klickt es einfach an.

Zu eitel?

Verdammt! Ist heute Mittwoch oder Donnerstag? Ich quäle kurz mein Gehirn und konzentriere mich. Mittwoch! Es ist Mittwoch, bestätige ich mir erleichtert, das ohne einen Blick auf mein Smartphone herausgefunden zu haben.

Diese Corona-Isolation macht mich langsam verrückt. Es ist ziemlich alles aus dem Gleichgewicht geraten. Global bis ins kleinste Zimmer jedes Einzelnen von uns.

Ich trabe ins Bad, um mein Make up aufzulegen. Schaue in den Spiegel und denke: Mein Gott, warum tust du das? Für wen? Machst du dir nicht selbst etwas vor? Wen interessiert das, ob Make up oder nicht? Das ist doch eh nur Clownerie, Eine Maske, hinter der die Blässe und Müdigkeit versteckt wird.

Ein breites Grinsen legt sich in mein Gesicht. Ich weiß genau, dass ich das für mich selbst tue. Meine Eitelkeit lässt es nicht anders zu. Selbst der Müllcontainer vor dem Haus sah mich noch nie ohne.

Mir ist jedoch auch bewusst, dass das bei vielen Menschen zweitrangig ist und ich wiederum belächelt werde. Ich toleriere das. Ohne Frage. Auch wenn mit einem klitzekleinen Zähneknirschen.

Für mich ist das eine entsetzliche Nachlässigeit. Und ich kann das kleine Hochziehen meiner Augenbraue nicht verhindern, wenn sich mir die Vorstellung auftut, zu Hause als Schlumpf durch die Wohnung zu springen. Schlampige Klamotten, die Haare am Hinterkopf von der Nacht platt gelegen und schlecht frisiert, unrasierte Männer, umwabert vom undefinierbaren Duft des nächtlichen Bettes …

Und tatsächlich gibt es Leute, die man in diesem Erscheinungsbild am Vormittag beim Bäcker oder im Supermarkt antrifft. Eine absolute Respektlosigkeit in meinen Augen.

Manch einer wird mir jetzt Arroganz und zu viel Stolz vorwerfen. Das mag sein.

Nur was spiegeln diese Leute wider? Sie sind es sich selbst nicht wert, schön und gepflegt zu sein. Und sie sagen den anderen Menschen, denen sie begegnen, dass diese ihnen komplett egal sind. – Kurz: Es ist ihnen wurscht.

Zu meinem Job gehört es, viel zu telefonieren. Glaubt mir, ich bin wesentlich erfolgreicher, wenn ich weiß, dass ich einfach gut aussehe, wenn ich mit meinen Gesprächspartnern kommuniziere. Derjenige am anderen Ende der „Strippe“ kann hören, wie Du aussiehst 😉 Es mag paradox klingen. Wer von Euch diese Erfahrung noch nicht machte, probiert es einfach aus!

Ich bin etwas provokativ. Ich weiß das. Dennoch will ich das heute einfach mal so im Raum stehen lassen. Mich interessiert nämlich, wie Ihr dazu steht.

Was meint Ihr? Ist es lohnenswert in dieser momentanen Situation Zeit und Mühe zu investieren und sich zurecht zu machen? Oder meint Ihr, eine bequeme Jogginhose ohne viel Pipapó tuen es auch?

Ganz in Erwartung auf Eure Meinungen,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Youcef Louaar – Künstler

Vor ein paar Monaten sah ich einen Videoclip, der mich emotional sehr berührte. Ein Atelier, die Hand des Künstlers, Kunstwerke, Geräusche der Bewegung, Berührung, Schritte. Mehr nicht.

Die Künstlerhand streicht liebevoll über die erschaffenen Werke, nimmt sie auf, lässt sie mit einer fast resignierten Bewegung zurückfallen. Unendlich viele Werke chaotisch über viele Jahre angehäuft, irgendwie abgelegt. Erschaffen für den Augenblick.

Die Schritte klopfen bedächtig durch den Raum. Ein Atelier, das nie eine ordnende Hand berührte. Die Materialien immer griffbereit und nur für den Künstler selbst in seiner perfekten Ordnung.

Die Künstlerhand greift in die Kreiden, tastet die erschaffenen Werke, Studien und Skizzen. Verwischt etwas Pastell, öffnet Pappen, alte Kalender, Schachteln … Fast jedes erdenkliche Material dient als Malgrund.

Dieses Video hinterließ bei mir ein bittersüßes Gefühl. Zum einen der Drang des Künstlers, immer wieder Neues erschaffen zu müssen. Zum anderen eine Resignation. Um den Film zu sehen, klickt bitte einfach hier.

Der 47jährige Algerische Künstler Youcef Louaar erhielt nach einem vierjährigen Studium an dem renommierten Institut of Art Constantine 1998 sein Diplom.

Bis Ende 2019 arbeitete er als Kunstlehrer und hatte sein Atelier, in dem unendlich viele seiner Werke entstanden, an dieser Schule.

Gestern, in Vorbereitung dieses Blogs,  interviewte ich Youcef. Wir lernten uns vor gut zwei Jahren kennen. Die Kunst führte uns zusammen und wir hatten seit dem viele interessante Gespräche. Ich erzählte ihm im Herbst, dass mich dieses Video emotional bewegt hat und dass ich gern einen Blog über ihn schreiben wolle. Er stimmte sofort zu. Aber es sollten noch einige Monate ins Land gehen.

Nun spielt uns die weltweite Corona-Isolation Zeit in die Arme. Youcef sitzt in Algier in seiner Wohnung fest und ich hier im Süden Deutschlands. Und so verabredeten wir uns gestern zu einem Gespräch.

Youcef ist Künstler mit Herzblut. Er ist und lebt Kunst. Er erschafft permanent Kunstwerke, bevorzugt Stilleben, Portraits und Landschaft.

2019 absolvierte er ein einjähriges Zusatzstudium, um eine Arbeit im Zentrum für Berufliche Bildung aufzunehmen. Wie in der ganzen Welt, können Künstler in der Regel nicht von ihrer Kunst leben. Somit gab er sein Atelier in der Schule auf, arbeitet an verantwortlichen Aufgaben in der Bildung und macht seine Kunst im Atelier seines engsten Lebensraumes, zu Hause.

Von seinen Freunden wird er oftmals als Professore, benannt. Mit einem unterhielt ich mich einst kurz, als es um die Ausstellung einer Gruppe sehr engagierter Künstler und Künstlerinnen in Algerien ging. Es war die „Art Plastique“ im Dezember 2019. Dieser Freund sagte mir, das Youcef unwahrscheinlich engagiert ist, ein guter Organisator mit Weitblick, bescheiden und einem goldenen Herz.

Youcef erzählte mir, dass er schon immer malt, bereits als kleiner Junge. Seit er denken kann, ist malen und Kunst sein Lebensthema. Ob Kreide, Öl, Acryl oder Pastell … vollkommen egal. Er habe alles ausprobiert und switcht zwischen den Medien.

Zuletzt fragte ich ihn, welchen Traum er habe. Er sagte mir, dass er bis zum Lebensende malen werde. „Ich kümmere mich nicht um Geld. Ich interessiere mich mehr für Kunst, als für Geld. Es ist nur leider notwendig.“

Seine großen Träume sind:

  • Ausstellungen in Europa
  • ein großes Fresko zu malen
  • Gemälde mit verschiedenen Medien erstellen
  • städische Kunststraßen
  • Kalligraphische Projekte

Euch gefällt seine Kunst und Ihr wollt mehr über ihn erfahren? Scheut Euch nicht, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Diese Zeichnung links hat er für mich gefertigt. Heute soll sie hier statt eines Fotos ihren Platz finden.

Ich freue mich sehr, dass ich Euch heute einen lieben Kollegen vorstellen durfte.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.