Es gibt Momente, in denen ich mich nicht wirklich anwesend fühle; ich das Geschehen von außen betrachte. Mein Körper ist vor Ort, ich selbst nicht. Ich behaupte, es ist mein Selbstschutz und ein Schutz für die anderen, denen ich somit geerdet beiseite stehen kann.
In den letzten vier Wochen erlebte ich, wie ein naher Mensch von uns ging. Und ich erlebte hautnah die Qual und das innerliche Verzehren nach dem geliebten Menschen aus einer sechszigjähren Partnerschaft.
Es ist mir sehr bewusst, dass es unglaublich schwer ist und auch sein wird, im zweiundneunzigsten Lebensjahr diesen Verlust zu kompensieren und das eigene Leben neu zu organisieren, auch wenn viele helfende Hände ausgestreckt zur Seite stehen.
Mich drängte es zu den Farben, Pinseln und Leinwand. Der Titel des Bildes, das ich malen wollte stand seit den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstags fest: „Wenn die Seele geht“. Ich wusste auch ziemlich genau, wie der Bildaufbau sein sollte und welche Farben ich wählen wollte. Drei Tage später, also am Sonntagmorgen signierte ich das Bild.
Es ist sehr, sehr selten, dass ich in einer derart kurzen Zeit ein Bild beende. Ich habe die stressigen und anstrengenden Wochen auf diese Weise verarbeitet. Tief versunken und konzentriert. Das tat wahrlich gut.
Hier ist also mein neues Werk: „Wenn die Seele geht“



Ihr kennt nun die Entstehungsgeschichte meines Bildes. Jedoch ist es wie immer: Das Kunstwerkt spricht zu Dir. Was empfindest Du, wenn Du das Bild anschaust? Vielleicht sind es einfach nur Pusteblumen, die kurz vor dem Sonnenuntergang durch einen Windhauch in einer lauen Sommernacht davongetragen werden?
Es freut mich zu erfahren, was Du in diesem Bild siehst. Schreibe es doch einfach in die Kommentare.
In diesem Video schnitt ich aus einigen Aufnahmen den Entstehungsprozess zusammen. Es ist ein kurzer Clip. Wenn Du magst, schau einfach rein.
Bis zum nächsten Mal,
herzlich, Eure Petra Kolossa.