Kaffee – ein Dilemma

Coffee to go – Eine der dämlichsten Angewohnheiten, die ich mir vor ein paar Jahren an Land gezogen habe.

Ich mag einen guten Kaffee zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Und für mein permanentes auf Achse sein war diese Erfindung damals ein verlockendes Angebot und wurde bald für mich zur Selbstverständlichkeit. Ich genieße es, auf langen Fahrten nach meinem Kaffee zu greifen und an diesem Becher zu nippen.

Seit drei, vier Jahren benutze ich eigene Coffee-to-go-Becher. Also wieder verwendbare, um den schnell produzierten Müll zu vermeiden. Nur noch selten kaufe ich unterwegs einen solchen Kaffee im Wegwerfbecher. Nämlich dann, wenn ich etwas müde bin, gern einen Kaffee trinken möchte, aber mein eigener Becher zu Hause im Schrank steht. Und so war es neulich.

Ich bezahlte meine Tankfüllung und kaufte noch einen Coffee to go. Als ich den Becher in die Hand nahm, fühlte ich eine raue dicke Oberfläche. Hmm, denke ich. Appetitlich fühlt sich dieses Material nicht an. Nichtsdestotrotz nehme ich meinen Kaffee mit ins Auto. Er ist noch zu heiß, um ihn zu trinken. Also fahre ich erst einmal weiter.

Es ist spät. Es ist dunkel. Es regnet. Die kilometerlange Kutscherei durch die Baustelle ist ermüdend. Ahhhhh! Mein Kaffee! Ich freue mich, diesen jetzt zu trinken. Ich lange nach dem Becher. Nehme diesen an meine Lippen und … Binnen eines Augenblicks war der gesamte Inhalt auf meinem Kleid. Ich wusste bis dahin nicht, wieviel Flüssigkeit zweihundert Milliliter sein können. Denn ich fühlte, wie sich die warme Nässe auf dem Autositz in meine Leggins saugte. Verdammt! Ich brauche einen Parkplatz!

Nach dem dritten Anlauf fand ich einen, der nicht bis zum letzten Zentimeter mit zur Nachtruhe abgestellten LKW besetzt war. Endich! Es ist ein elendes Gefühl, in einer lauwarmen Kaffee-Feuchtigkeit zu sitzen.

Ich besah mir nun diesen Pappbecher und sah das Problem. In diesem Fall kann ich nur sagen: Öko hin und Öko her. Es gibt einfach Dinge, die nicht zusammenpassen. In diesem Fall Coffee to go und Pappbecher. Wenn der Kaffee nicht sofort ausgetrunken wird, weicht der Boden durch. Das Dilemma: Als ich den Becher nahm, um zu trinken, löste sich die eingepresste Pappe.

Werde ich perspektivisch auf diesen Kaffeegenuss unterwegs verzichten? Jein. Ja, ich werde keine Pappbecher mehr mit ins Auto schleppen, sondern mir vor Ort die Zeit nehmen und meinen Kaffee aus einer Tasse in Ruhe trinken. Nein, mein eigener Becher ist perfekt für unterwegs. Ich kann den zu Hause füllen oder unterwegs füllen lassen.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Eurem Coffee to go gemacht?

Mit diesem Für und Wider seid herzlich gegrüßt von Eurer Petra Kolossa.

Dein Becher Coffee to go in einem meiner Designs. Klicke einfach auf das Bild.

DD, 13. Februar

Heute ist wieder ein 13. Februar. Und wieder tragen mich meine Gedanken in diese wunderschöne Stadt: Dresden

Vor vier Jahren schrieb ich diesen Beitrag. Der heutige Tag soll Anlass sein, ihn nochmals auf Euren Weg zu geben.

Möge sich das, was damals in dieser Welt geschah, niemals, niemals! wiederholen.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.


„Ich will euch etwas erzählen. Etwas, das wir niemals vergessen dürfen. Ihr habt es zum Glück nicht erlebt und sollt das niemals erleben. Aber ihr sollt dafür sorgen, dass so etwas niemals mehr geschehen wird. Hört zu. Ich war mittendrin. … „, so begann Frau Kunath, meine damalige Klassenlehrerin.
Es war in der ersten oder zweiten Klasse vor über fünfzig Jahren. Die dunklen Augen in dem sonst so fröhlichen runden Gesicht der kleinen Frau füllten sich mit Tränen und sie sah so sehr traurig aus. Diese Situation hat sich in mir eingebrannt, weil ich zu diesem Zeitpunkt davon das erste Mal erfuhr. Jedes Wort saugte ich in mir auf. Sie schilderte uns kindgerecht, wie schrecklich die Bombennacht auf Dresden war. Erzählte uns von den Ängsten der Menschen, der wahnsinnigen Hitze der brennenden Stadt und den folgenden zwei weiteren sinnlosen Bombenabwürfen auf das bereits in Trümmern liegende, brennende Dresden. Sie erinnerte sich, wie sie mit ihrer Mutter durch die kaputten Straßenzüge ging und sich wunderte, weshalb die Leute in dem entgleisten Straßenbahnwagen schliefen. Die starken Druckwellen nahmen den Menschen das Leben. … Sie erzählte uns auch, wie stark die Dresdner waren, wie sie mit ihren Händen und dem Wenigen, was noch war, ihre Stadt Stein um Stein aufbauten. Wie vor allem Frauen, die Trümmerfrauen, schufteten, weil viele Männer nicht aus dem Krieg zurückkamen und mit anpacken konnten …

Jedes Jahr, wenn sich der 13. Februar nähert, denke ich an diese Episode, die sich in mein Bewusstsein bis heute eingebrannt hat. Jedes Jahr, solange ich in Dresden lebte, ging ich, wie so viele andere Dresdner, zur Ruine der Frauenkirche, ein Symbol, ein Mahnmal an diese Bombennacht.
Lange konnte ich den Neuaufbau der Frauenkirche nicht akzeptieren, ich war zerrissen eben aus diesem Grund. Im Jahr 2003 hatte ich die Gelegenheit noch während der Bauphase die Kirche von innen zu sehen. Als meine Hände über das helle, warme Holz im Inneren glitten, versöhnte ich mich allmählich. Heute ist diese Kirche für mich ein wunderbares Kunstobjekt, hell, warm, positiv und einladend.

Heute ist wieder ein 13. Februar. Meine Gedanken sind in meiner Heimatstadt und ich weiß, dass 22:00 Uhr wieder alle Glocken in der Stadt läuten und ich um diese Zeit einen Herzschlag Zuhause sein werde.

Die politische Situation in Europa, in unserem Land und auch in Dresden ist prekär, wie seit langem nicht. Das wird sicher jedem von uns bewusst sein.
Mich quält jedoch, dass solch ein Tag wie dieser, von jeglichem politischem Couleur benutzt und missbraucht wird, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die einen blauäugig, die anderen spekulativ, die nächsten provokant – gar aggressiv, andere suggestiv …

Lasst den Dresdnern diesen Tag, um zu gedenken und sich selbst das Versprechen zu geben, dafür Sorge zu tragen, dass derartige Sinnlosigkeiten wie am 13. und 14. Februar 1945 in Dresden nie wieder geschehen werden.

Bilder: Holger Wagner und Petra Kolossa, November 2009

Möge der Rathausmann seine Hand schützend über Dresden halten …

In diesem Sinne, herzlich Ihre Petra Kolossa.

Auto teilen – und so

„Lasst doch paar Leute mitfahren in eurem Auto“, so neulich ein Kollege auf einem unserer letzten Meetings, als wiederholt die Pausendiskussion aufkam, dass wir alle viel zu oft und viel zu weit herumfahren, um nur einen Auftrag zu erledigen. Er täte das bereits seit langer Zeit.

Nun gut. Ich plante kurzfristig einen Tripp nach Dresden und entschied mich, das Ganze auszuprobieren. Ich meldete mich bei BlaBlaCar an und gab meine geplante Reise ein. OK, ich entschied mich, das nur mit der Rückreise zu testen.

Kurz nachdem ich das freigegeben habe, meldete sich die erste Mitfahrerin. Ich kam Ana entgegen und versprach, sie vom Bahnhof abzuholen. Der liegt fast auf der Strecke. Das ist in Ordnung. Sie wollte bis Ansbach mitreisen. In der Nacht vor der Rückfahrt von knapp sechshundert Kilometern meldeten sich noch zwei Interessenten. Der junge Mann wollte noch ungefähr einhundert Kilometer weiter und die Dame bis Neu Ulm.

Gut. Also nahm ich in den frühen Morgenstunden Kontakt auf. Michael war bereit, von einem Ende zum anderen in Dresden mit der Straßenbahn zum Treffpunt zu kommen. Das war in Ordnung. Tanja wollte mitten in Bayreut abgeholt werden und zu einer bestimmten Adresse in Neu Ulm gebracht werden. Das lehnte ich ab.

Ich glaubte, alles erledigt zu haben. Als mein Smartphone einen Anruf signalisierte. Michael wusste nicht genau wie er zum Treffpunkt kommen könne. Ich erklärte es ihm und versprach, ihn von der Haltestelle der Straßenbahn abzuholen. – Gut, fertig. Dachte ich. Eine WhatsApp wurde signalisiert. Ich schaue nach. Aha, Ana. Es gibt einen Verletzten im Zug. Man warte auf den Notdienst. Der Zug käme später an. – Ich tippe zurück. Dass ich eine halbe Stunde geben könne. Jetzt alles gut. Dachte ich. – Nein. Michael ruft an. Er käme bereits zehn Minuten vor dem Treff. Er wollte nur Bescheid geben. – „Dankeschön.“, sage ich freundlich. Jetzt noch schnell einen Kaffee und dann los! Befehle ich mir. – Eine WhatsApp. Ana: Sie schaffe es nicht. Der Zug würde noch stehen. – Ich kann nicht warten. Tippe ich zurück. Michael müsse bereits 14 Uhr bei einem Termin sein. Die Fahrt war bei BlaBlaCar so angemeldet. – Ana tippt: Schade. Ich mache mich bereit und will gehen. Mein Smartphone klingelt. – Ana: „Der Zug fährt wir kommen fünf nach an. Geht das noch?“ „Ja, Ana alles gut. Ich hole Dich am Bahnhof ab.“ Ich entschließe mich, noch schnell tanken zu fahren. – Ich steige ins Auto. Die Freisprecheinrichtung meldet einen Anruf. Michael: „Ich wollte nur sagen, dass ich an der Haltestelle warte.“ „Ist gut. Ich bin in fünf Minuten da.“ – Ich lege das Phone beiseite und sehe eine WhatsApp. Ana: Es geht alles klar. In zehn Minuten ist der Zug da. …

Und so war ich den zeitigen Morgen beschäftigt …

Beide waren taktvolle und sehr angenehme Mitfahrer. Ana freute sich, dass wir pünktlich ankämen und sie ihren Tanzkurs besuchen könne. „Boggie-Woggie“, erklärte sie auf meine Frage. Eigentlich sei sie nur für ihre Schwester eingesprungen. Sie habe keine Lust mehr gehabt. So tanzt sie inzwischen mit ihrem Schwager. – An der Autobahnabfahrt wird sie von ihrer Schwester abgeholt. Sie umarmt mich zum Abschied. Für neunzehn Euro ist sie von Dresden bis Ansbach komfortabel gereist.

Michael ist inzwischen nervös. „Schaffen wir das bis 14 Uhr?“, fragt er. „Wenn es uns die Straße erlaubt, werden wir pünktlich sein.“, sage ich und frage, weshalb er so sehr pünktlich sein muss, wenn er seinen Sohn besuchen darf. Er könne doch der Mutter Bescheid geben, dass es ein paar Minuten später werden könnte. „Mein Sohn ist im Heim.“ „Oha. Hat er ein gesundheitliches Problem?“ „Nein. Er kam mit dem Neuen meiner Ex nicht klar.“, stößt er aus. „Warum hast du ihn nicht zu dir genommen?“, frage ich. „Ich bin nicht erziehungsberechtigt.“, sagt er leise. „Hm, er mag dich?“ „Ich weiß es nicht.“, flüstert er. „Das verstehe ich nicht. Erkläre es mir.“ „Ich sehe ihn seit vier Jahren das erste Mal. Wir hatten nur Kontakt über WhatsApp ab und zu.“, er macht eine kurze Pause und ergänzt: „Und für heute habe ich zwei Stunden Besuchszeit bekommen.“ Ich muss darüber kurz nachdenken. „Freust du dich?“ „Ja.“ Ich schaue auf die Navigation und sage: „Wir schaffen das ziemlich auf den Punkt.“ Ich spüre, wie er mich von der Seite ansieht. „Petra, nimm mich mit bis zur nächsten größeren Stadt. Ich kann da nicht hingehen.“ „Höre auf mit dem Quatsch!“, sage ich. Du bist jetzt fast über vierhundert Kilometer gefahren. Du hast dich gefreut. Ach, sag mal, wie alt ist dein Sohn?“, frage ich. „Vierzehn.“, und er ergänzt: „Nimm den Weg in deine Richtung und lasse mich an der nächsten größeren Stadt raus.“ „Michael, ich lasse Dir jetzt fünf Minuten zum Nachdenken. Er nimmt seine Kopfhörer und schaltet Musik vom Smartphone zu. Er hat die Hosen voll, denke ich. Je näher wir kommen, desto aufgeregter ist er.

„Ich habe nachgedacht.“, höre ich ihn. „Kommst du mit rein?“, fragt er mich unvermittelt. „Oha, wie meinst du das?“ „Ich kann da nicht alleine reingehen. Wenn du dabei bist … Bitte komme einfach mit.“ Ich muss schlucken. Boah, was tue ich? „Gut, ich komme mit.“ Warum ich mich so entschied, weiß ich bis heute nicht. Es war eine Entscheiung aus dem Bauch heraus. Wir kamen nur fünf Minuten zu spät. Der Junge wartete im Foyer. Die Männer gingen aufeinander zu, sahen sich in die Augen. Schlugen sich immer wieder auf die Schultern und Arme. Sie umarmten sich. Ich musste mit den Tränen kämpfen, als ich Michaels Blick auffing. Ich hob meine Hand zum Gruß und ging hinaus in den strömenden Regen.

Meine Finger suchen auf der Navigation meine Adresse. Ich nehme einen großen Schluck Mineralwasser, wickele meinen Schal um die Schultern, starte mein Auto und fahre los.

Noch zu erwähnen wäre, dass Michael 22 Euro für seine Fahrt bezahlte. – Ich nenne diese Preise, weil BlaBlaCar einen nicht kommerziellen Zweck verfolgt. Und ich denke, nirgendwo kann man günstiger und komfortabler reisen, als auf diese Weise. Zum Beispiel vierzig Kilometer für einen einzigen Euro. Ich habe diese Fahrt eingetragen und biete sie an. Ich habe keine Ahnung, was es mit dem Überlandbus kosten würde. Aber ich bin mir ziemlich sicher, nicht nur einen Euro. Bei 120 Kilometer bis nach Zürich ist man bereits für fünf Euro dabei.

Ich fuhr in strömendem Regen und hielt mich an meinem Cafe to go hell wach. Es war eine verdammt anstrengende Fahrt.

Bereue ich diese Erfahrung? Nein. Jedoch gehört eine Portion „Glauben an das Gute“ dazu, es zu wiederholen. Neben dem Zeitfaktor, dem Hineinfühlen in die Menschen, die sehr nahe in Deinem Auto sitzen, kommen noch die positiven Argumente, das Auto mit anderen geteilt zu haben. Denn wie in meinem Fall wären theoretisch zusätzlich zwei weitere Fahrzeuge unterwegs gewesen. Nun gut und meine Tankrechnung wurde um 41 Euro gemindert.

Habt Ihr Euer Auto schon einmal mit anderen geteilt? Oder habt Ihr Erfahrung genau aus anderer Sicht, nämlich als Mitfahrer, gesammelt? Ich bin ganz neugierung von Euch zu lesen.

Ich nehme mir jetzt ein Kuschelkissen und mache es mir bequem. Einen schönen Abend Euch allen 🤗

Herzlich, Eure Petra.

Knapp zwei Stunden

Es gibt Stunden, die sind schon irgendwie verrückt. Und man könnte denken, es spinne sich ein roter Faden hindurch.

Ich lenke mein Auto durch Ravensburg in Richtung Post am Bahnhof. Seit vielen Monaten geben sich dort die Baustellen die Klinke in die Hand. Vor einigen Wochen war es noch relativ großzügig bebaut. Jetzt entstehen typische Straßenschluchten. Ich verstehe, dass gebaut wird. Es ist schließlich wichtig. Nur Parkplätze sind Baustellendepots und ich muss irgendwo entfernt parken und etliche Meter laufen. Das frisst vermeintlich Zeit und nervt mich im Augenblick.
Ich komme aus der Post und bin in Gedanken bereits beim nächsen Termin, als ich von einem jungen Mann in den Dreißigern angesprochen werde: „Bitte. Haben sie etwas Kleingeld? Ich möchte mir eine Kleinigkeit zu essen kaufen. Ich habe Hunger.“
Ich spüre, dass es für ihn keine Routine ist. Er spricht ein sauberes dialektfreies Deutsch. Seine Scham merke ich ihm deutlich an, als ich aufschaue und in sein Gesicht sehe.
Ich krame nach meiner Geldbörse. „Halten sie ihre Hand auf.“, sage ich.
Er hält mir seine Hände langsam entgegen. Ich schütte den Inhalt des Hartgeldes in seine Handflächen. Er umschließt das Geld in seinen Händen. „Sie sind eine gute Frau.“
Ich sehe in feuchte Augen. „Alles gut. Sie werden es eines Tages weitergeben.“
Als ich ins Auto steige, sehe ich ihn zur Bäckerei am Bahnhof gehen.

Auf dem Weg will ich schnell meinen kleinen Einkauf erledigen. Ich stoppe am Supermarkt und eile, um mir einen Einkaufswagen zu greifen. Den Wagen, den ich mir nehmen möchte lässt sich mit Hilfe eines Chips nicht lösen. An der anderen Reihe versucht ein Zwanzigjähriger einen Einkaufswagen aus dem Schloss zu bekommen. „Verdammt, mit einem zwei-Euro-Stück geht das nicht.“, sagt er zu mir. „Nein. Das geht nicht.“ Ich zeige auf den Hinweis an dem Einkaufswagen. „Ich habe es nicht anders. Können sie das bitte wechseln?“, fragt er mich. Ich muss lächeln. „Nein. Ich habe leider keinen Cent Kleingeld einstecken. Aber warten sie, einen Chip habe ich für sie.“ Ich krame an meinem Schlüsselbund. „Wollen sie einen in Orange oder in Grün?“, frage ich ihn. Er muss schallend lachen. „Das ist nicht ihr Ernst? Sie wollen mir einen Chip schenken und fragen mich auch noch, welche Farbe ich bevorzuge?“ „Ja, na klar. Sie haben die Wahl.“ Er entscheidet sich für den in Orange. „Vielen, vielen Dank! Das ist echt total großzügig von ihnen.“ „Alles gut“, sage ich. „Sie werden irgendwann einmal daran denken und den Chip weitergeben.“

Ich bezahle meinen Einkauf mit der Karte, packe alles ein und stelle mich beim Bäcker an, um noch ein Brot zu kaufen. Die Verkäuferin nennt mir den Preis. Ich reiche ihr einen zwanzig-Euro-Schein. „Haben sie es nicht etwas kleiner?“, fragt sie mich. „Nein, leider. Ich habe kein Kleingeld einstecken.“, sage ich ich und muss wieder grinsen. „Wirklich, haben sie gar nix?“, fragt sie nochmals. „Nein. Tatsächlich. Nix.“
Sie wechselt und legt mir einen kleinen Berg Münzen auf die Theke …

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Herzlich, Eure Petra Kolossa

Happy new Year 2018 …

… zu Euch, den lieben Lesern meines Blogs.
Feiert schön, rutscht gut aus dem alten ins neue Jahr.
Möge das 2018 nur Gutes für uns alle im Gepäck haben und vor allen Dingen friedlich bleiben.

Ich sage herzlich Dankeschön für Eure Lese-Treue und freue mich schon heute auf ein Wiedersehen.

Lasst uns anstoßen auf ein gutes, erfolgreiches, kreatives, gesundes, friedliches … Jahr 2018

Cheers, Eure Petra Kolossa.

 

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(Hintergrund: Ausschnitt aus meinem Bild „Energien bündeln“ 2016, 50 x 50 cm, Mixed Media)

 

Bloß keinen Trend verpennt …

1977
Für ein paar Tage hielt ich mich in einem Krankenhaus auf, damals die Medizinische Akademie, heute Universitätsklinik.
Immerhin vierzig Jahre später zieht es mir noch heute die Mundwinkel schräg zusammen, wenn ich an das erste Frühstück im Krankenzimmer denke. Die robuste Krankenschwester kommt mit einem lauten „Guten Morgen Mädels“ ins Zimmer gepoltert und stellt uns, damals war das noch Standard, zu dritt und mehr in einem Krankenzimmer zu verbringen,  eine Schüssel mit irgendeinem komischen verpapsten Brei auf den Tisch.
Ich gucke das Zeugs an und frage, was das wohl sei. „Müsli“, bekomme ich knapp zur Antwort.  „Das ist Müsli?“, fragte ich. Solch ein Gemantsche kannte ich bis dahin noch nicht. Eine junge Frau klärte mich auf. Es seien eingeweichte Haferflocken, meistens mit Milch, dann käme da noch ein geraspelter Apfel hinzu, ein paar gehackte Nüsse, einige Rosinen und vielleicht noch Aprikosen oder ein anderes Obst. Wer mag, noch etwas Zucker, Honig oder Sirup.
Ich nahm mutig einen kleinen Löffel und probierte. Als ich diesen Haps nach unten würgte, erschien die Schwester in der Tür und ich bat um eine Alternative.
Gut, das war also vor vierzig Jahren.

2017
Entdeckt: Der Überflieger aus den USA – „Overnight Oats“
Ihr ahnt es schon? Genau. Inzwischen wissen meine Leser, dass ich mich mit der englischen Sprache eher schlecht als recht durchs Leben schlage. Overnight – alles klar. Das kriege ich hin,  kann es inhaltlich verarbeiten und als über Nacht übersetzen. Aber was zum Teufel ist Oats? Ein Wort, das alles andere als zum geläufigen Sprachgebrauch notwendig ist. So glaube ich. Kann natürlich sein, dass es sich schickt zu wissen, dass Oats einfach nur Haferflocken sind. – Wieder ein Aufreger für mich, weil ich als Deutsche in Deutschland ohne dem Übersetzungswerk Englisch-Deutsch nicht mehr auskomme. –
Unumgänglich, einfach ein Muss. Wer sich also gesund ernähren will, braucht dringend Overnight Oats. Das heißt, über Nacht eingeweichte Haferflocken – ergeben köstlichen  Haferflockenmatschebrei. Damit es nach etwas aussieht und sich besser schlucken lässt wird das Ganze aufgepeppt und schick angerichtet. Tja, und die was auf sich halten, besorgen sich noch ein paar Rezeptwerke für Thermomix & Co., Bücher, nutzen Foren, Blogs, tragen sich in Newsletter ein und, und, und …

Leute, macht was Ihr für richtig haltet. Ich bleibe bei meinem frisch zubereiteten Joghurt oder Quark mit knusprigen Haferflocken, Nüssen oder Samen, oder auch einer Basismüslimischung, plus knackigem Obst, möglichst welchem aus der Saison und nach Bedarf einen Löffel Honig. Für die Zubereitung benötige ich keine zehn Minuten.

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Das war mein heutiges Frühstück. Lecker und knusprig. Nix kukident.

100 g Joghurt
2 EL Haferflocken
1 TL Akazienhonig
1 TL gehackte Mandeln darüber gestreut
Erdbeeren vom Obstbauern
Zitronenmelisse aus dem Garten

Einen sonnigen Tag wünscht Euch, Eure Petra Kolossa.

 

 

 

 

 

Jetzt geht’s um die Wurscht

Unsere Webseite www.vona.biz ist nominiert!

Und das freut mich natürlich ganz besonders, denn in diesem Jahr wird diese Seite zehn Jahre alt.

Seit dem 01. Januar 2017 läuft die Abstimmung der „Seite des Jahres 2016“ im Besucher-Award.

Unsere Webseite hält sich seit dem 01. Januar 2017 auf dem ersten Platz.
Aber der Zweite sitzt uns tüchtig im Nacken.

Einige von Euch werden sich erinnern.  Mit Eurer großartigen Unterstützung haben wir es im Mai 2016 geschafft, den ersten Platz in der Kategorie „Kunst und Literatur „zu erkämpfen. Das war nicht nur ein Erfolg für meine Webseite, sondern auch ein Erfolg für unsere Künstlervereinigung fundus artifex.

Diese Abstimmung, bzw. dieses Voting, ist ein reines Teamspiel.
In der Praxis haben wir das bereits entliche Male über das Facebook-Portal mit Erfolg umgesetzt.

Jezt geht es um die Jahresabstimmung 2016 und die ist ein anderes Kaliber.
Hier nehmen alle Ersten der Monatsabstimmungen 2016 teil.
Und, na klar! Wir wollen gewinnen!

Deshalb brauchen wir Euch, Eure Hilfe, Eure Unterstützung.

Was ist zu tun?

Abstimmungen werden bis zum 31. Januar 2017, 18:00 Uhr gezählt.
Alle drei Stunden kann abgestimmt werden. Das wäre natürlich toll, wahrscheinlich nicht realisierebar. Deshalb: je öfter, desto besser – jede Stimme zählt!

Bitte klickt folgenden Link:

http://www.besucher-award.de/abstimmung/kunst-literatur.html

Wählt www.vona.biz, Inh. Petra Kolossa aus.
Tragt den Sicherheitscode ein.
Klickt „Abstimmen“ und fertig.
Ihr müsst Euch nicht registrieren.

Seid Ihr dabei?
Super!!!
DANKESCHÖN!!!

Gemeinsam, im Team, werden wir die Karre ans Ziel bringen 😀

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Vielen Dank für Eure Hilfe.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

 

Häh? Low Carb?

Habt Ihr mal versucht, dieses Wortgebilde „Low Carb“ in einem Wörterbuch zu finden?
Ich habe es getan und mir vor allem gewünscht, eine sinnhafte Übersetzung zu erhalten. Nach etlichen Anläufen fand ich sie dann bei dict.cc  –  kohlenhydratreduziert  –

Inhaltlich war mir schon klar, was damit gemeint ist. Jedoch kann ich solche Wörter nicht in mein Sprachgebrauch aufnehmen,  wenn sich diese mir nicht erschließen. Mein Hirn kann damit nix anfangen.

Eine Erklärung brachte Wikipedia und weitere Links auf Google.

Carb ist eine Abkürzung des englischen Wortes carbohydrates – Kohlenhydrate.
Kohlenhydratminimierung soll die Übersetzung von Low Carb sein.

Und jetzt frage ich mich, warum wir nicht einfach das deutsche Wort „kohlenhydratarm“ verwenden?  Ob in Zeitschriften, Büchern, den Regalen im Supermarkt … überall wird uns dieses Wortgebilde „Low Carb“ oktroyiert.

Nachfolgendes Rezept war der Auslöser für mein heutiges Blog.
Dieses „Low-Carb“ vor dem urdeutschen Wort „Kartoffelsalat“ macht mich ganz verrückt.
Dann las ich das Rezept und durfte feststellen, dass in diesem keine einzige Kartoffel für den KARTOFFELsalat verwendet wird.

Wie bekloppt ist das denn???

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Diese Seite habe ich fix abfotografiert und etwas retuschiert. Das Rezept ist aus einem aktuellen Rezepteheftchen. Dieser oder jener unter Euch wird es vielleicht kennen 😉

Es grüßt Euch Eure Petra Kolossa, die für Sprachenmatsch nix übrig hat.

PS:
Meine Zeilen sollen keine Wertigkeit über irgendwelche Diäten darstellen.
Ob diese Low-Carb-Diät gesund ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
Meine Zeilen beziehen sich ausschließlich auf den sprachlichen Sinn.

 

Kommt gut rein, ins Neue!

War es nicht erst vor ein paar Monaten, als ich einen Beitrag zum Jahresende schrieb?

Dieses Jahr trug mich, gespickt mit den farbigsten und vielfältigsten Ereignissen, Erlebnissen und Eindrücken durch die Jahreszeiten und ist plötzlich wieder am Jahresende angelangt. Unglaublich!

Den Schwung aus 2016 greife ich auf und trage es gern ins Neue.

Wir sehen, lesen  oder hören uns putzmunter, gesund, mit den besten Zielen im Kopf und einem großen Herzen in einem friedlichen 2017.

Ich werde mich so langsam in Schale werfen und freue mich auf die Silvesterveranstaltung im Theater Ravensburg.

Herzlich grüßt in unser aller Silvesternacht, Eure Petra Kolossa.

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Flickwerk

… okay, okay! Nennen wir es schicker. Sagen wir Patchwork !
Das klingt doch nach etwas, irgendwie dazugehörig, salonfähig,Teil einer, dieser, modernen Gesellschaft.
Das Irrwitzige: Ich gehöre dazu, bin also ein solches Flickerl.

Seit drei Tagen bin ich damit beschäftigt, Weihnachtsgeschenke liebevoll zu verpacken. Und das sind schon einige! Meine Gedanken schweifen zu den einzelnen, die diese kleinen Präsente erhalten werden.

In diesem Jahr nach längerer Zeit nicht mal so einfach mit der Post auf den Weg gebracht, sondern ganz persönlich. Persönlich heißt, eine Flickerl-Tour von knapp zweitausend Weihnachtskilometern durch Deutschland.

Fast alles ist verpackt und dennoch verharre ich und denke an unser Patchwork, das sich auch in diesem Jahr verändert hat.
Mir erscheint eine Familie wie eine pulsierende Zelle, ständig in Bewegung und was nicht passt, irgendwie ungesund ist, wird abgestoßen, um früher oder später ersetzt zu werden. Klingt hart, aber so ganz unverschnörkelt betrachtet, ist es so.
Ganz gleich, wieviele Jahre die abgestoßene Zelle in dieser Familie verharrte, jetzt gehört sie nicht mehr dazu. Sie ist nicht blutsverwandt. Das wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ich habe das vor etlichen Jahren am eigenen Leib erfahren und kann die Situation sehr genau nachfühlen. Jeder von uns, der in einer Partnerschaft lebt, steht in einem Teil der Familie mit einem Bein im potentiellen Aus.

Oh verdammt, jetzt bin ich aber abgeschweift. Ich ziehe das Schleifenband fest und lege das Päckchen zu den anderen.  Nachher, so nehme ich mir vor, werde ich den beiden jungen Frauen, die ihre Kinder den Vätern zur Familienweihnachtsfeier mitgeben werden, ein paar Zeilen schreiben. Sie werden mir fehlen.

… noch ein paar Leckereien zu den Geschenktüten und dann ist alles reisebereit.

Euch allen wünsche ich schöne und erholsame Weihnachtstage im Kreise Eurer Familien.
Genießt das Fest, die Zeit und insbesondere den Augenblick.

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Herzlich, Eure Petra Kolossa.