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Am Morgen veranlasste ich eine simple Online-Bestellung bei einem großen Büroausstatter. Diese Pop-ups überlagerten den Bildschirm und zwangen mich, mich damit zu befassen. Ob ich es wollte oder nicht, ich wurde dazu genötigt. Da ich meine Druckerpatronen dringend brauche und ein paar andere Dinge auch noch, verließ ich diese Seite nicht. Es ärgerte mich.

Sobald wir uns im Internet bewegen, werden wir permanent mit derartigen Pop-ups belästigt. Es zieht unsere Aufmerksamkeit von den Dingen, die wir eigentlich wollen. Wir werden abgelenkt.

Täglich nerven mich diese Datenschutzbestimmungen, die neuerdings als erstes auf einer Webseite aufpoppen. Dabei ist es völlig gleich, wie oft ich diese Seite besucht habe. Ich frage Dich. Liest Du Dir diese seitenlangen Datenschutzbestimmungen und Regeln durch? Wer verdammt tut das?

Ohne, dass auf diesen Link „zustimmen“ geklickt wird, kann die Seite nicht geöffnet werden. Die Inhaber der Webseiten sichern sich nach außen ab. Das kann ich nachvollziehen. Die „Politik“ ist da raus. Schließlich hat man alles Notwendige für Dich getan. Du hast die Möglichkeit, Dich umfassend zu informieren, bevor Du die Seite öffnest. Das Gesetz schreibt genau vor, was in diesen Datenschutzinformationen enthalten sein muss. Es sind viele, viele, viele … Seiten. Nur frage ich mich, welchen Sinn ergibt das Ganze auf diese Art und Weise? Es wird das Vielfache an Zeit für das Lesen der Datenschutzinformationen benötigt, als die Zeit, die man oftmals überhaupt auf der Webseite verbringt.  Immer mehr Bereiche unseres täglichen Lebens werden auf das Internet gezogen. Uns bleibt zum Teil nichts anderes übrig, als da mitzuspielen.

Anfänglich gab ich mir die Mühe, diese unendlich vielen Seiten zu lesen und umfängich zu verstehen. Inzwischen spiele ich Russisch-Roulette und klicke darauf, um zeitnah zum Ziel zu kommen. Es kann auch mal schief gehen. Das ist mir bewusst. Und genau dann werde ich wissen, dass ich alle Möglichkeiten hatte, mich zu „schützen“.  – Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Ich bin wirklich neugierig. Wie handhabst Du das?  Liest Du die Datenschutzinformationen und verstehst diese allumfassend,  oder klickst Du, wie ich, genervt „zustimmen“ an? Schreibe es einfach unten in das Kommentarfeld.

Vielen Dank!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

„Gendern“ – nicht in meinem Blog

Als ich meinen Blog im Jahr 2014 startete, habe ich darauf bereits hingwiesen, dass ich mich diesem „Gendern“ in meinen Texten nicht unterwerfen werde.

Heute am Morgen las ich einen Fachbeitrag. In den wenigen drei Absätzen bin ich beim Lesen fast verrückt geworden. Mein Gehirn erfasst das, was hinter dem Sternchen zu lesen ist, nicht. Ich ignoriere das komplett.

In den wenigen Sätzen stolperte ich über Nutzer*innen, Follower*innen, Autor*innen, Macher*innen, Eventteilnehmer*innen, Veranstalter*innen und der Hammer war: Follower*innenziele – Dieses Wort musste ich zweimal lesen.

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs. Ich möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass es mir keine Mühe macht, in altmodischer Form zu verfahren. Es wird also in meinen Texten keine Leser*innen oder LerserInnen oder gar Lesenden geben.

Wenn ich in manchen journalistischen Beiträgen dieses „Gendern“ im gesprochenen Wort höre, spüre ich deren Anstrengung, diese verbogene deutsche Sprache über die Lippen zu bekommen.

Und eines sei Euch versichert. Ich akzeptiere jede geschlechtliche Gesinnung. Und das tat die deutsche Sprache bisher auch. Sprache ist ein Entwicklungsprozess. Natürlich verändert sie sich im Laufe der vielen Jahre. Aber das, was uns hier übergestülpt wird, ist rein politischer Natur.

Ich wünsche mir sehr, dass Ihr mit meiner Entscheidung gut umgehen könnt und meinem Blog in altbewährter Weise treu bleibt.

Apropos Blog: Wer es noch nicht getan hat, mit Eurer Email-Adresse könnt Ihr ihn einfach mit dem Button auf der rechten Seite abonnieren.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mein Unwort des Jahres 2020

Meine Hände habe ich tief in die Manteltaschen vergraben und meine Nasenspitze im hochgezogenen Schal versteckt. Ich stehe in der feuchten Januarkälte in der langen Schlange vor einem Postamt und warte, irgendwann in das warme Innere gelassen zu werden. Der Einlass ist auf fünf Personen beschränkt und wird von einem Mitarbeiter des Security überwacht. Möge dieser Covid-Mist bald ein Ende haben, denke ich.

Einer der Wartenden vor mir zündet im Windschatten seiner Hände eine Zigarette an. Der Qualm zieht durch die kalte Luft. Ich mag das nicht. Als hätte er im Unterbewusstsein etwas bemerkt, dreht er sich noch einmal um und entdeckt dabei einen Bekannten. Sie begrüßen sich höflich mit Abstand. Ungewollt werde ich stiller Zuhörer ihres Gespräches.

Sie unterhalten sich über geschlossene Kneipen und überhaut, es sei zur Zeit auch sonst nix los mit Kultur. Der eine sagt, dass einem die Leute aus dieser Kunstbranche schon leid tun können. Die seien echt hart betroffen. Meint der andere, die sollen sich mal nicht ins Hemd machen. Schließlich sei das ja nicht neu, dass von Kunst keiner leben könne. Wer bis heute keinen zweiten Job habe, sei selbst schuld. So werden sie es spätestens jetzt begreifen. Der erste bestätigt die Meinung und sagt, dass die Künstler, die er kenne meistens noch irgend etwas anderes tun müssen, um ihre Rechnungen bezahlen zu können …

Sie debattieren noch eine ganze Weile. Bei mir trifft es einen wunden Punkt und ich frage mich, warum ist das so? Inzwischen wird selbst den Stars von Kunst und Kultur die Luft dünner. Denn sie haben oftmals ein großes Team um sich herum, das dafür sorgt, dass sie das sein können, was sie sind. Nur will auch dieses Team bezahlt werden. Monat für Monat … Wie wichtig ist den Menschen Kunst und Kultur tatsächlich? Und was ist es ihnen wirklich wert? Diese Fragen möchte ich zu gern jedem Menschen auf der Straße stellen.

Heute Morgen hörte ich im Radio eine Sendung, in der die Hörer gefragt wurden, welche Job-Veränderung sie auf Grund von Corona vorgenommen haben. Ein Jazz-Saxophonist baut jetzt Gemüse auf kleinster Fläche an und vermarktet es. Eine Schauspielerin liefert Pakete aus. Eine Friseurin arbeitet jetzt als Postzustellerin, ein anderer hat sich bei einem Discounter verdingt … und so weiter und so fort. Die Moderatorin verknüpfte die Gespräche frisch und fröhlich und ich musste abschalten. Ich konnte das nicht mehr mit anhören, wie Menschen mit Studien-, Meister- und Facharbeiterabschlüssen aus „systemunrelevanten“ Berufen notgedrungen in irgendwelche Beschäftigungen geschubst werden und die Moderataorin es auf diese Weise auch noch beschönigt. Es findet Beifall, wie rührig doch die Betroffenen seien und es sich doch immer eine Lösung fände und eine neue Tür aufginge, wenn eine zufällt …

Es ist einfach unglaubich. Und mir wird jeden Tag bewusster, wie schnell es einem die Füße wegziehen und wie hart ein solcher Aufschlag sein kann.

Das hässlichste Wort aus dem Jahr 2020 ist aus meiner Sicht „SYSTEMUNRELEVANT“. Dieses Wort hörte ich zuvor nie. Es scheint ein Kunstwort zu sein, kreiert in irgendwelchen Debatten sich wichtig glaubenden Personen, die sich anmaßen darüber zu verfügen, welche Fähigkeiten dieses derzeitige System benötigt und welche einfach mal wurscht sind. Eben unrelevant.

Jeder von uns braucht und sucht eine Berechtigung, sich einzubringen in die Gesellschaft, in die Gemeinschaft und braucht Anerkennung. Die „systemunrelevanten“ Berufsbranchen strampeln, um sich zu behaupten, suchen nach Nischen und Möglichkeiten.

Um überhaupt die Butter auf dem Brot zu verdienen, finden sie zum Teil vorübergehende Beschäftigungen, die höchstwahrscheinlich zum großen Teil nach dem Desaster wiederum im Nirwana verschwinden werden und zu systemunrelevanten Berufsgruppen erklärt werden. Es ist ein Hamsterrad, für die, die es betrifft.

Mir scheint, dass auf uns allen eine bleierne Schwere liegt. Mein Wunsch ist nur: Igelt Euch nicht ein! Das Leben ist nicht das Sofa und das was Euch von früh bis abends durch die Medien getönt wird. Das Leben spielt sich außerhalb Eurer Komfortzone ab. Fragt einfach mal nach, ohne zu urteilen, ohne zu verurteilen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Sonntag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Wie immer freue ich mich über Eure Gedanken. Schreibt es einfach ins Kommentarfeld.

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Einfach tabu

Auf dem Weg nach Hause denke ich: „Ahhh, kein Brot mehr im Haushalt!“ Ich nehme den nächsten Supermarkt.  Auf einem Hinweisschild, lese ich, dass auf dem Parkplatz und im gesamten Areal des Marktes Maskenpflicht herrscht. Noch im Auto setze ich mir diese geforderte FFP2 ins Gesicht.

Ich greife nach einem Einkaufswagen, denn ohne  solch einem ist der Zutritt verboten. Das kann ich verstehen, schließlich ist es die einzige Möglichkeit, die geforderte maximale Anzahl an Kunden im Geschäft zu kontrollieren. Ich desinfiziere meine Hände und den Griff des Wagens und haste in den Markt. Zielstrebig steuere ich den Backwarenstand an. Ich streife mir zum Entnehmen einen dafür vorgesehenen Folienhandschuh schützend über die Hand, angele mir damit hygienisch ein frisch duftendes Kürbiskernbrot aus dem Fach und lege es in die Schneidemaschine.

Während die Maschine mein Brot in gleichmäßige Scheiben teilt, nehme ich mir ein hauchdünnes Plastiktütchen, das ich über das zerschnittene Brot ziehen will.

Ich versuche es zu öffnen. Immer wieder zupfe ich an der vermeintlichen Öffnung und hoffe, die aufeinanderliegenden Flächen der Tüte auseinanderziehen zu können. Es will mir nicht gelingen. Ich reibe mit zwei Fingern die Flächen des Tütchens. Es öffnet sich nicht. Instinktiv will ich die Finger anfeuchten und greife ins Gesicht. Oha, klar, das geht nicht. FFP2 ist im Wege. Kurz schaue ich mich um, ob vielleicht einer zu mir hersieht. Es schaut keiner. Dennoch hält mich das schlechte Gewissen zurück, die Maske anzuheben und das zu tun. So entscheide ich mich dafür, ein zweites Tütchen zu nehmen. Es wird sicher besser gehen. – Nein, es geht nicht besser. Ich werde ungeduldig. Die Situation nervt mich. Mein Brot liegt in sauberen Scheiben in der Maschine und ich schaffe es nicht, eine blöde Tüte zu öffnen, um es darin zur Kasse zu transportieren. Verzweifelt lege ich diese Folientüte zwischen meine Handflächen und reibe sie hastig aneinander … Yeahhh das ist die Lösung. Die aufeinanderklebenden Flächen lösen sich und ich kann die Tüte auseinanderziehen …

Während ich das Brot in die Tüte schiebe, denke ich, wie sehr sich unser aller Handeln in den letzten zwölf Monaten verändert hat.

Allein diese unbewusste Geste, fix die Finger an den Lippen zu befeuchten, um eine Seite im Buch oder einer Zeitung umzublättern, ein Blatt vom Tisch aufzunehmen, einen Faden besser durch das Nadelöhr fädeln zu können … sind uns sehr bewusst geworden und werden in der Öffentlichkeit ganz sicher als großes Faupax verurteilt.

Gesten, die über Generationen weitergegeben wurden, fast vererbt. Dinge, die die Großeltern bereits taten, die wir von den Eltern einfach nur nachahmten und in unser tägliches Leben aufnahmen, sind heute tabu. Wir trainieren es uns nun ab.

Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Erzähle uns doch einfach davon. Ich bin ganz neugierig. Bitte nutze dafür einfach das Kommentarfeld unten.  Vielen lieben Dank 😊

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Das Glück im Keks

Diese im Halbmond geformten Kekse, gefüllt mit Glückssprüchen oder anderen Weisheiten hat sicher jeder von Euch schon einmal geknackt.

Zum Start ins neue Jahr wurden mir solche in die Hand gedrückt. Neugierig öffne ich also diese Kekshülle. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie vernaschen sollte, oder doch lieber sein lasse. Ich entscheide mich, den geschmacklosen Teigmantel als Bio-Umverpackung zu betrachten und mache mich daran, die beiliegenden Mitteilungen zu lesen.

„Sie haben für viele Dinge eine Begabung“ – Hmm, wer denn nicht! Und nun?  Was soll ich mit dieser Feststellung anfangen?

„Aus Fehlern kann man lernen“ – Na toll! Nur gut, dass ich daran erinnert werde! – „Fehler sind da, um gemacht zu werden!“, „Es ist dumm einen Fehler ein zweites Mal zu tun.“, „Nur wer etwas tut, macht Fehler …“ – So diskutiere ich in Gedanken mit diesem Keks.

Petra, ganz ruhig. Das sind Glückskekse! Die werden sicher einen tieferen Sinn ergeben. Also mache ich mich auf die Suche.

Mir liegt ein versöhnendes Lächeln im Gesicht. Denn ohne dieser plakativen Glückssprüche hätte ich mich wahrscheinlich nie dafür interessiert und erfahren, dass es einst Mondkuchen waren, die als strategisches Kriegsmittel im 14. Jahrhundert im von der Mongolei besetzten China benutzt wurden. Und ich hätte nie erfahren, dass diese uns heute bekannten Glückskekse in China ziemlich unbekannt sind und eigentlich in den USA kreiert wurden … Aber lest doch einfach hier unter diesem Link selbst die ganze Geschichte zu diesen Keksen.

„Man soll das Glück nicht in andere Hände legen“, „Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Das Glück liegt auf der Straße“, „Fordere das Glück nicht heraus“ … ein paar Sprüche, die sich seit x-Jahren von Mund zu Mund transportieren.

Ja, was ist eigentlich Glück? Wie würdet Ihr das definieren?

Ich freue mich über Eure Gedanken dazu. Schreibt es einfach in das Kommentarfeld.

In diesem Sinne für Euch ein glückliches Jahr 2021.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Betörend zitrisch

Mein Messer dringt ein kleines Stück in die Orange und sofort kitzelt ein frischer zitrischer Duft meine Nase. Ich atme tief ein und schneide einen kleinen Deckel mit der Narbe der einstigen Blüte ab. Drehe diese leckere Frucht und tue das Gleiche mit dem Ende, an dem sie mit dem Ast verwachsen war. Ich ritze die Schale in gleichmäßige Stücke und nehme sie ab. Hmmm, dieser Duft! Ich schließe die Augen und vor mir öffnen sich Bilder …

Viele Jahre konnte ich keine Apfelsinen essen, ohne Atembeschwerden und Ausschlag zu bekommen. Ich hatte instinktiv keinen Appetit auf diese Früchte. Jedoch liebte ich immer den Duft. Wenn er durch den Raum zog,  machte sich Frische breit. Es war inspirierend. Meine Kollegen von damals wussten es und taten mir den Gefallen, ihre Apfelsinen nicht im Pausenraum, sondern im Büro zu schälen.

Als ich Kind war, waren Apfelsinen eine besondere Leckerei in der Weihnachtszeit. Man konnte sie kaufen, einzeln in Seidenpapier eingewickelt. Auf diesem dünnen Papier war ein Bild aus der Herkunftsregion gedruckt. Ich hob es auf und presste es in einem dicken Buch. Es war exotisch, so weit entfernt und wertvoll. Apfelsinen waren ein ganz besonderer Genuss. Eine Mandarine, die der Nikolaus neben ein paar Nüssen, einem roten Apfel, Pfefferkuchen und Plätzchen legte, roch nach der nun beginnenden Adventszeit.

Inzwischen sind Orangen im Standardsortiment jedes Supermarktes zu finden. Nannten wir sie als Kinder Apfelsinen, hat sich landläufig der Begriff Organgen breitgemacht. Ich recherchierte kurz im Netz. Hier für Euch ein Link, der das Warum erklärt.

Als ich vor ein paar Monaten eine solche Orange in den Händen hielt, bekam ich einen Heißhunger auf diese Frucht. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Ein Gefühl, das ich seit über dreißig Jahren nicht kannte. Ich probierte also ein Stück, später wieder eins, dann mehr. Mir ging es gut. Keine Atembeschwerden und keinen Ausschlag. Nun, seither kann ich nicht genug davon bekommen.

Die Kappen der Früchte lege ich in der Küche auf die Heizung zum Trocknen, um die harten Scheiben dann in einer Glasvase zu sammeln. Begierig verbreite ich den Duft in der Wohnung.

Ich trug die Orangenscheiben in mein Atelier, um ein paar Bilder für dieses Blog zu machen. Auf dem Tisch am Fenster liegt die Spachtelarbeit, die ich parallel zu einer Auftragsarbeit anfertige. Das ist das Farbspektrum davon. Beides verband sich so harmonisch, dass ich es letztendlich im Foto festhielt.

Heute ist der 31. Dezember, der letzte Tag in diesem Jahr 2020. 

Wie jeden Morgen, hörte und las ich auch heute die Nachrichten. Nun, diese Informationen machen mich nicht wirklich glücklich.

Morgen schon schreiben wir das Jahr 2021. Mir liegt nichts mehr auf dem Herzen, als uns allen Gesundheit, Kraft, einen klaren Kopf, Bedachtsamkeit, viel Herz, ein warmes Miteinander, Fürsorge, Achtsamkeit … zu wünschen. Möge auch das kommende Jahr friedlich bleiben.

Symbolisch sende ich Euch diese vitaminreichen zitrischen Energiespender in den Jahreswechsel 2020 / 2021.

Fühlt Euch umarmt.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Frohe Weihnachten – Merry Christmas to you all

Seit vielen, vielen Jahren begleitet mich diese Pyramide aus dem Erzgebirge in der Weihnachtszeit und soll in diesem ungewöhnlichen Jahr meine Weihnachtsgrüße sinnbildlich zu Euch weitertragen.

Ich wünsche Euch angenehme, ruhige, entspannte, gemütliche, besinnliche, liebevolle und friedliche Weihnachtstage im kleinen Kreise Eurer Lieben.

Genießt die Zeit, passt auf Euch auf und bleibt gesund.

Von ganzem Herzen, Eure Petra Kolossa.

Applaus, Applaus

Stelle Dir vor: Du bist in einem Theater. Eintrittskarten brauchtest Du selbstverständlich keine kaufen. Du nimmst Deinen Platz ein. Du schaust das Stück. Es interessiert Dich. Du bist begeisterst. Das Theaterstück ist zu Ende. Der Vorhang fällt. Die Schauspieler gehen nochmals auf die Bühne und verbeugen sich. Die Zuschauer stehen schweigend auf. Sie verlassen den Saal. Sie gehen an Tischen vorbei, auf denen passend zum soeben Gesehenen Bücher, Poster, CD’s, DVD’s und so weiter zum Kauf angeboten werden. Manch einer bleibt kurz stehen und geht weiter, auch Du.

Stelle Dir vor: Du gehst zum Konzert eines Superstars. Eintrittskarten brauchst Du nicht kaufen. Du genießt das Konzert. Die Musiker geben alles. Das Konzert ist total cool. Du genießt es. Es ist zu Ende. Die Stars grüßen ihre Fans. Diese drehen sich um und gehen. Die ausgelegten Fanartikel interessieren keinen. Sie gehen daran vorbei und fahren nach Hause.

Stelle Dir vor: Du gehst zu einer Eröffnung einer Kunstausstellung. Eintritt brauchtest Du nicht bezahlen. Du genießt die Kunstwerke. Du genießt die Musik, den Sekt und die Snacks, die die Künstler für Dich gekauft haben und für Dich gern bereitstellen. Du genießt die Wärme des Raumes und die interessanten Gespräche mit den Künstlern, die von ihrer Arbeit erzählen und Dir Deinen Tag bereichern. Du ziehst Deinen Mantel über und verlässt still den Raum.

Stelle Dir vor: Du liest die Beiträge der Blogger hier im Internet. Die Texte bereichern Dein Leben, sie regen Dich zum Nachdenken an und Du findest sie absolut spannend und interessant. Du musst dafür keinen Cent bezahlen. Du kommst … und Du gehst.

Warum schreibe ich diese Zeilen? Kein Akteur kann ohne Feedback, ohne eine Resonanz seines Gegenübers leben. Es ist seine Motivation, weiter zu agieren, weiterhin seine vielen Stunden für das Schreiben zu investieren. Es ist seine Motivation, weiterhin seine kreativen Einflüsse in die Fotografie, in die Bildbearbeitung und Gestaltung zu investieren. Es ist seine Motivation, weiterhin die Jahresbeiträge für die gehosteten Seiten zu bezahen. Es ist seine Motivation für ein weiteres Handeln.

Mein Appell richtet sich an Dich: Bitte gehe nicht als stiller Leser. Dein Like, Dein Däumchen, Dein Kommentar, Deine Meinung, eine Diskussion ist das Signal, das Du an mich sendest und mir sagt, wie Du zu meinen Texten stehst. Es ist komplett egal, ob Du mich im Kommentarfeld ausbuhst und kritisierst, oder ob Du mir Dein Kompliment aussprichst. Jeder Blogger, wie auch, ich braucht ein Feedback, Deine Meinung.

Wenn Du im Beitrag, also im Blog einen Link siehst, schaue einfach rein. Du findest auf meiner Seite rechts Links zu meinen Büchern, zu meinen Kunstwerken, zu meinen Drucken. Sieh es Dir an. Dir gefällt etwas, so freue ich mich, wenn Du es erwirbst, also kaufst. Das ist meine Möglichkeit, mich selbst zu finanzieren.

Du hast die Möglichkeit, meinen Blog mit Deiner Email-Adresse zu abonnieren. Auch dazu gibt es auf der rechten Seite einen Button. So wirst Du von mir immer dann informiert, wenn es einen neuen Beitrag gibt.

Ein wenig „Applaus“ ist einfach das Brot für uns Blogger, für die Künstler. Unsere Seiten werden im World Wide Web besser wahrgenommen.

Das bedeutet: Je mehr Leser meine Seite abonnieren, je mehr Kommentare und Diskussionen und je mehr Likes ein Blog / eine Webseite hat, desto spannender ist diese für die Suchmachmaschinen wie Google & Co.

Es hilft mir, mehr Leser zu bekommen. Und diese weiteren Leser sind wiederum meine potentiellen Kunden für die Produkte, die Du hinter den Links findest.

Nun, das lag mir heute auf der Zunge und ich musste es einfach mal loswerden.

Ich freue mich auf viele weitere Blogs und danke Dir von ganzem Herzen, dass Du zu meinen Lesern gehörst.

Herzlich, Deine Petra Kolossa.

Surreal

Seit langer Zeit mache ich meine allgemeinen Einkäufe immer samstags gegen zwanzig Uhr. Geschuldet ist das aus der Zeit, als ich noch sehr viel geschäftlich unterwegs war und die Einkäufe meistens irgendwie nebenbei auf dem Heimweg erledigte. Der Supermarkt war um diese Zeit ruhig und ich konnte das ohne Stress tun. Ich mag keine flüchtigen und hastigen Einkäufe. Irgendwie ist das bis heute dabei geblieben, dass ich Samstagabend zum Einkauf fahre. Nun, einmal testete ich das zur Mittagszeit, denn schließlich bin ich seit Mitte März im „lockdown“, also im „home office“ und kann meinen Tag anders planen, dachte ich. Was soll ich dazu sagen? Diese Einkaufszeit überlasse ich gern den Müttern mit ihren kleinen herumdüsenden Kindern, den älteren Menschen, die zu zweit breit und gemütlich die Gänge belagern und den vielen Monteuren und Handwerkern, die sich mittags ihren Snack besorgen.

Gestern Abend riss mich ein Blick auf die Uhr völlig aus dem Rhythmus. Es war kurz vor halb sieben am Abend. Verdammt! Ich musste mich beeilen. Ich sprang also in meine Stiefel, schnappte den Autoschlüssel und fuhr zum Supermarkt. Denn: Um zwanzig Uhr musste ich wieder zurück sein. Unsere Regierung hier in Baden-Württemberg legte eine Ausgangssperre ab zwanzig Uhr fest und erwartet unter anderem auch damit eine Reduzierung des Covid19. Bis dahin muss ich also zurück sein, um nicht potentiell eine Strafe auferlegt zu bekommen.

Und ich muss lächeln. Als Jugendliche bekam ich regelmäßig ein paar hinter die Ohren,  wenn ich nicht punkt um zu Hause war. Nun, das vorher Erlebte war damit hinfällig und in mir als Sechszehn-, Siebzehn- und sogar noch als achtzehnjährige baute sich eine unwahrscheinliche Trotzreaktion auf. Immerzu war ich beschäftigt, nicht die Uhrzeit aus den Augen zu verlieren, da ich mit sechszehn Jahren um zwanzig Uhr zu Hause sein musste, mit siebzehn um zweiundzwanzig Uhr und so lange ich die Beine unter den Tisch meiner Eltern steckte, mit dem achtzehnten Lebensjahr um Null Uhr. So war die Kontrolle vorprogrammiert …  Einen Wohnungsschlüssel besaß ich nie. – Als ich neunzehn Jahre alt war jedoch; nämlich meinen eigenen.

Inzwischen sind fünfundvierzig Jahre ins Land gegangen und diverse Strafen regeln sich nun über Geld und immer noch die Angst. Angst, Vorschriften nicht einzuhalten, Angst, denunziert zu werden, Angst, den Ansprüchen nicht zu genügen, Angst, etwas nicht richtig zu machen, Angst, von dem wenigen Geld eine Strafe zahlen zu müssen …

Und ich frage mich: Welchen Unterschied gibt es zu damals? Die patriarchalische Erziehung, die uns Mädchen permanent ängstlich hielt und in uns Abwehr und Trotz hervorrief zu dem heutigen Handeln in den gesellschaftspolitischen Entscheidungen? In mir regt sich eine diverse Abwehr gegenüber Dingen, die mir schwammig entgegenkommen und einer diversen Logik entbehren, aber die Menschen tun es, weil sie Angst vor den Folgen haben, wenn sie den Anordnungen nicht gerecht werden. Auch ich tue es, um dem Stress der Folgen zu entgehen. Das lernte ich als Kind und Jugendliche.  Und das machen wahrscheinlich die meisten Menschen. Es ist ein Teufelskreis …

Auf dem Parkplatz schob ich meinen Chip in den Einkaufswagen, gebe die leeren Plastikflaschen in den Automaten, zupfe den Bon und schiebe den Wagen zum Eingang. Aus meiner Tasche nehme ich mein Smartphone und rufe die App „scan and go“ auf. Bevor ich die Schranke passiere, halte ich mein Telefon auf einen Code und scanne den für den Start meines Einkaufes. Mit dem Smartphone scanne ich die Barcods auf den Waren, die ich in den Einkaufswagen lege und tippe die Anzahl noch ein. Meine Einkaufsliste ist abgearbeitet. Zum Schluss scanne ich noch den Bon der zurückgegebenen Flaschen und gehe zur entsprechenden Kasse. Dort halte ich mein Smartphone an das Gerät. Mir wird der Preis angezeigt. Mit meiner Kreditkarte bezahle ich den Einkauf. Die Schranke öffnet sich und ich kann meinen Einkauf ins Auto packen.

Während der gesamten Zeit tappsten wir Kunden wie die  Zombies durch den Supermarkt. Jeder machte sein eigenes Ding. Begegnete man sich, gingen die Leute  im Bogen aus dem Weg. Die Kommunikation fand mit den Augen statt. Manches Mal gesellte sich ein kleines Nicken dazu.

Ich saß im Auto, nahm mir die feuchte Maske vom Gesicht und fühlte mich leer. Als ich das Auto anließ, schaltete sich automatisch das Radio ein. Mein Gott, was ist denn das, was ich gerade höre? Eine neue Corona-Variante könnte für den dramatischen Anstieg der Infektionen in Südengland verantwortlich sein.

Eine unendliche Geschichte bahnt sich an!

In manchen Minuten möchte ich nur noch eins: Augen zu und dieser surrealen Welt entfliehen in meine bunte Welt. Ich möchte alles abstreifen und nichts an mich heranlassen. Meine Gedanken sind bei meinen aktuellen Projektideen, die in meinem Kopf reifen und auf die Umsetzung lauern. Welch ein angenehmes Gefühl sich in mir mit dieser Ablenkung breit macht …

Heute ist bereits der vierte Advent. Wir alle werden diese Adventszeit wahrscheinlich nie vergessen, sie wird in uns Spuren hinterlassen.

Möget Ihr zur Ruhe kommen.

Habt einen angenehmen Adventssonntag.

Passt gut auf Euch auf.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

o. T. – ohne Titel

Ihr schaltet das Radio ein.

Nichts. Keine Musik. Kein gesprochenes Wort. Kein Text. Nichts.

Ihr kauf Euch eine Zeitschrift. Nichts. Weiße Blätter. Keine Fotografie, keine Beiträge. Nichts.

Ihr geht in den Supermarkt. Stille. Keine Hintergrundmusik. Nichts.

Ihr seid im Auto unterwegs und schaltet gewohnheitsgemäß Euer Radio ein. Nichts. Stille. Keine Musik, keine Worte. Nichts.

Ihr greift nach einem Buch. Nichts. Leere Seiten …

Ihr schaltet Euer Fernsehgerät ein. Nichts. Keine Filme, keine Konzerte, keine Serien … Nichts.

Ihr weicht zu Netflix, Spotify & Co. … aus. Nichts lässt sich streamen …

Keine Galerien, keine Bilder, keine Skulpturen … kein Theater, kein Kino, keine Bücher, keine Konzerte, keine Zeitschriften, kein TV … Nichts …

Ohne Kunst und Kultur wird es still!

Als systemunrelevant werden Kunst und Kultur beiseite geschoben, als Normalität hingenommen. Weil sie eh schon immer viel gaben und wenig nahmen, schickt man diese nun auf den erniedrigenden Weg zum Sozialamt. Diese Menschen haben keinerlei Schuld an diesen politischen Entscheidungen des lockdowns! Diese Künstler/innen und Kulturschaffenden sind meistens Freiberufler oder zum Teil unter Zeitarbeitsverträgen. Hier gibt es kein Kurzarbeitergeld. Die Hilfe vom Staat gewährt ihnen keine soziale Absicherung. Sie können von dieser Hilfe Betriebsausgaben bezahlen, also Geschäftsräume, betriebliche Kredite usw., aber kein Brötchen beim Bäcker. Sie werden auf Nachfragen zum Sozialamt geschickt. Dort müssen sie sich „nackt machen“, um Hilfe zu bekommen.

Werden Kurzarbeitergelder abhängig von der finanziellen Situation des Arbeitnehmers gezahlt? Nein. Sicher nicht. Künstler und Kulturschaffende werden ins soziale Aus geschoben. Und das ohne ihr eigenes Verschulden. Diese Branche hat Hygienekonzepte vom Feinsten erstellt und in die Umsetzung investiert … Es gibt keinerlei Nachweise, dass von dort irgendwelche gesundheitsschädlichen Übertragungen geschehen sind. Ich will es hier nicht weiter ausführen. Ihr werdet all die Dinge selbst bereits verfolgt, gelesen, gehört oder gesehen haben.

Heute bekam ich einen Aufruf der Münchener Philharmoniker, des Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, der Bayrischen Staatsoper … und vielen anderen mehr für eine Aktion geschickt

für den Montag, den 02. November 2020, 20:00 Uhr.

„Wir haben folgende Aktion geplant.
Leite es gerne an jeden Kulturschaffenden weiter. Je mehr mitmachen, desto lauter wird die Stille.

Ohne Kunst wirds still.

Um unserem Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur Ausdruck zu verleihen, werden wir am Montag, den 02.11.2020 um 20 Uhr Videos, Livestreams und Beiträge unter dem Hashtag #SangUndKlanglos auf allen verfügbaren Medien veröffentlichen, die individuell dargestellt Stille zeigen. Von den großen Kulturinstitutionen bis zum einzelnen Künstler sind alle herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

„Alarmstufe Rot“ wird uns dabei unterstützen.

„Wir, die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bayrische Staatsoper und viele andere Orchester werden beispielsweise zum Konzert auftreten, aber nichts spielen. Und nach ca. 20 Minuten Stille wieder abtreten.
Seid gerne kreativ. Ob Livestream aus dem Proberaum, Wohnzimmer… oder nur ein Stillleben (Notenständer, Staffelei, Ballettschuhe…..).“

Alle die in der Kunst und Kultur involvierten Menschen und Sympathisanten rufe ich hiermit auf: Seid dabei, zeigt laut Eure Stille. Nehmt es nicht einfach als gegeben hin und glaubt nicht, es sei nutzlos und ergebe keinen Sinn.  Jeder Tropfen höhlt den Stein!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.