Freitags wird gebadet und samstags geputzt …

Samstag. Ein ganz normaler sechster Tag in der Woche.

Die spätherbstliche Morgensonne drängt durch die großen Fenster des Wohnzimmers und zwingt mich erbarmungslos, zum Staubsauger zu greifen. Und das an einem Samstag.

Mir sitzt das Grinsen im Gesicht. Ich habe keinen festen Tag in der Woche, an dem ich Staub sauge, oder gar einen „Groß-Reinemach-Tag“. Und samstags schon überhaupt nicht. Ich bin mit diesem Putztag aufgewachsen. Es hat mich unendlich genervt. Ihr müsst wissen, dass ich aus dieser Zeit komme, an dem samstags noch zur Schule gegangen wurde, wie auch zur Berufsschule oder zum Studium.

Es war für mich ein Graus, wenn ich samstags nach Hause kam und in der Wohnung waren alle Teppiche an den Rändern nach oben geschlagen. Die Wohnung roch nach Bohnerwachs. Boah, wie ich diesen Geruch hasste. Im Bad stand der Emailleeimer mit dem hässlichen Scheuerlappen und in irgendeinem Zimmer wurde der Schrubber diagonal in den Türrahmen geklemmt, damit keiner das frisch gewischte Zimmer betreten mag … Das war immer an einem Samstag.

Von der ersten Minute an, als ich aus dem elterlichen Haushalt auszog, gab es bei mir niemals einen festen Tag in der Woche zum Putzen. Und wenn ich das zufällig an einem Samstag tue, schlägt es immer die Brücke zu diesen Samstagen in meiner Kindheit, wie heute …

Auch wenn Regelmäßigkeiten einen diversen Rhythmus versprechen, mag ich es flexibel in meinem Leben.

Herzlich Eure Petra Kolossa.

Handwerk hat goldenen Boden, sagt man

Schuhe reparieren zu lassen, ist in unserer heutigen schnelllebigen Zeit nicht mehr gang und gäbe. Ich tue es hin und wieder. Dann, wenn ich meine Schuhe besonders gern mag, diese verdammt teuer waren oder es aus meiner Sicht keinen äquivalenten Ersatz zeitnah gibt.

Einen Schuhmacher mit Herz und Seele zu seinem Handwerk zu finden, kommt dem Suchen nach der Stecknadel im Heuhaufen nahe. Fixe Reparaturen oder das Auffrischen der Absätze übernehmen inzwischen Servicepoints in Supermärkten, die das während meines Einkaufes erledigen. Wer braucht da noch einen Schuhmacher …

OK. Ich brauchte einen. Meine Stiefel mussten repariert werden. Also Absätze, Spitzen, ein Riemchen war gerissen … Es war nicht das erste Mal, dass ich diesen Schuhmacher aufsuchte. Wenn die oben genannten Punkte nicht zutreffen, entsorge ich meine Schuhe. Denn eines ist Fakt: Die Reparaturkosten kommen oftmals dem Anschaffungspreis meiner Schuhe gleich. – Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Handwerk hat seinen Preis. Ich kann das gut nachvollziehen. Das Material ist wahrscheinlich sekundär. Was den Preis der Reparatur ausmacht, ist der Stundenlohn. Und das macht diese Branche absolut zur Niesche. Und wenn sie nicht bereit sind, einen besonderen Service zu leisten, also etwas ganz Spezielles und Hochwertiges zu sein, wird das Schuhmacherhandwerk weiter schrumpfen.

Meine Stiefel gab ich also dort ab. Ein paar Tage später erhielt ich einen Anruf dieses Schuhmachers. Er wies mich darauf hin, dass meine schönen und guten Stiefel eine Synthetiksohle hätten, in denen ich im Winter keinen guten Halt habe. Er empfiehlt mir, eine ABS-Sohle aufzubringen. OK, dachte ich. Soll er es tun. Das nenne ich einen aufmerksamen Service.

In einer weiteren Woche waren meine Stiefel fertig gestellt und ich konnte sie abholen. Knapp neunzig Euro musste ich berappen. Ich nahm meine zwei paar Stiefel entgegen. Und betrachete mir die geleisete Reparaturarbeit. Ein Paar nahm ich, das andere ließ ich dort. Ich bat, die losen Absätze nachzuarbeiten. So käme ich nicht durch den Winter. Entsetzt, über meine Bitte erhielt ich einen Vortrag, dass dieser Schuhmacher seit über fünfundzwanzig Jahren seine Arbeit immer gut erledige und es noch niemals Beschwerden gab. Ich sagte, dass ich mich nicht beschwert habe. Es sei eine Bitte. Die Schuhreparatur war mit einem Mangel und er solle es bitte korrigieren. Noch niemals habe es eine Reklamation gegeben … Ich bezahlte das eine Paar Stiefel ließ mein zweites dort.

Eine Woche später erhielt ich die Mitteilung, dass die Stiefel fertig seien. Das traf sich gut. Ich wollte sie gern auf eine Reise mitnehmen. Die Zeit war bei mir knapp und ich versuchte, das irgendwie zwischen den Terminen zu erledigen. Ich rief dort an und bat, fünf Minuten nach zwölf Uhr dort meine Stiefel abzuholen.

„Wir schließen 12 Uhr!“

„Ich weiß. Deshalb rufe ich sie an. Sie merken, ich sitze im Auto und ich bin auf dem Weg zu ihnen.“

„Wir schließen 12 Uhr. Nicht fünf Minuten nach zwölf, nicht zehn Minuten nach zwölf und auch nicht fünfzehn Minuten nach zwölf.“

„Es sind noch sechs Kilometer, also sechs Minuten. Dann bin ich bei ihnen.“

„In sechs Minuten ist es vier Minuten nach zwölf. Sie können jemanden schicken, wenn sie es nicht schaffen. 15 Uhr öffnen wir wieder.“

„Das ist mir nicht möglich. Danke, für ihre Freundlichkeit.“

Eine weitere Woche später, am Samstag fahre ich dort hin, um nun endlich meine Lieblingsstiefel abzuholen. Die Mitarbeiterin sieht mich. Nimmt die Stiefel, reicht sie mir. „Noch 56 Euro müssen sie bezahlen.“ Ich schaue mir die Absätze an und streiche mit meinem Finger darüber. Der Absatz löst sich. Er wurde nicht repariert, sondern nur festgedrückt. Es war der Kollegin sehr unangenehm. Ich schaue ihr in die Augen und frage sie, ob sie eine solche Arbeit für diesen stolzen Preis entgegen nehmen würde. Sie verneinte …

Nun gut. Meine Stiefel sind also noch immer in der Reparatur. Ich bin überzeugt, dass ich die bis dahin vergoldeten schicken Teilchen bald repariert tragen kann.

Ich weiß es nicht, ob ich noch einmal Lust haben werde, diesen Schuhmacher in seinem kleinen Geschäft aufzusuchen. Ich entdecke für mich keinen Mehrwert, es nimmt mir die Lust. Ich weiß, wie viele Stunden ich gearbeitet habe, um die Kosten für die Reparatur meiner Stiefel zu bezahlen. Es sind meine Arbeitsstunden, die ich mit meiner Leistung erfülle und dafür entlohnt werde. Und nur dafür. Wenn ich dieses Geld ausgebe, will ich es in gewissem Maße zelibrieren, also gern für die mir entgegen gebrachte Leistung, den Service bezahlen. So, wie ich im Supermarkt nichts in den Einkaufswagen schmeiße, weil mir bewusst ist, dass ich für jedes einzelne Stück zuvor an anderer Stelle das Geld dafür erwirtschaftet habe.

Gehen wir doch einfach respektvoll miteinander um. Und manches Mal öffnet ein klitzeleines Entgegenkommen das Herz des anderen ganz weit …

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Hineingeboren

Welch coole Musik heute in meinem Liebelingssender, denke ich flüchtig und tanze mit meiner Tasse Kaffee durch die Küche. „Wir spielen heute den ganzen Tag Musik aus dem Jahr 1989.“, höre ich die Moderatorin. Ach, stimmt! Heute wird der Tag der Einheit begangen. Es ist Feiertag. Als freiberuflicher Einzelkämpfer zelebriere ich diese freien Tage nicht. Und dieser beschlossene Feiertag liegt mir als mittelprächtiger Kloß im Bauch. Ich halte mich an meiner Tasse Kaffee fest und reflektiere dieses Jahr 1989 und das darauffolgende, die ich an exponierter Stelle verbrachte. Ich erlebte live, wie gierig Heuschrecken das fraßen, was noch brauchbar war und wie Trampeltiere das platt machten, was im Weg lag. Mit einem schrägen Grienen im Gesicht beobachtete ich die zweit-, dritt- und viertklassigen Experten, die ihr Non plus Ultra in die getötete Wirtschaft streuten und ihre zu diesem Zeitpunkt in einer Rezession befindlichen Situation aufpeppten. Ich sah, wie ein ganzer Menschenschlag aus der euphorischen Illussion in eine Schockstarre fiel, um sich später als abgestempeltes Volk aufzurappeln …

Ich wurde in diese Welt, an diesem Ort geboren. Du wurdest an einem anderen Ort in dieser Welt geboren. Ich hatte keinen Einfluss darauf, wo es geschehen wird. Du hattest keinen Einfluss darauf, wo es sein wird. Wir alle haben unsere Aufgabe in unserer Lebenszeit, die wir mehr oder weniger gut erfüllen wollen. Kein einziger unter uns hat ein Recht, einen Menschen wegen seiner Herkunft zu verurteilen oder gar zu klassifizieren. Mir ist kein Land bekannt, das sich selbst dermaßen killt und würgt, wie mein Geburtsland Deutschland.

Die Oktobersonne strahlt durchs Fenster. Ein fantastischer Tag. Ich lehne mich zurück, nehme von meinem Kaffee. Eine Begebenheit aus den Sommermonaten kommt mir in den Sinn. Mein Auftraggeber bat mich, ein Interview im Bodenseekreis zu führen …

Eine interessante, attraktive kleine Frau, die die achtzig Lebensjahre bereits überschritten hat. Mit klugen und wachen Augen folgte sie meiner Gesprächsführung. Ihr Leben führte sie als Kind aus Polen über viele Länder weltweit an diesen kleinen Ort am Bodensee. In einem kleinen gemütlichen Haus mit großem Garten genießt sie gemeinsam mit ihrem Mann das Leben. Wir saßen für dieses Gespräch in diesem wunderschön angelegten Garten. Ich sagte es ihr, wie sehr ich diesen mag. Sie lächelt und erzählt, dass sie das Anwesen kauften, als sie 1987 aus den Staaten nach Deutschland zogen. Und wie entsetzt sie damals zwei Jahre später war, als die vielen Ossis kamen. „Oh, mein Gott, dachte ich damals. Die vielen armen Leute. Ich habe sie nicht verstanden. Sie sprachen so komisch. Die konnten auch nichts. Die hatten ja da keine richtige Bildung im Osten. Und ich dachte, die müssen wir jetzt alle durchfüttern.“  Sie schaut mich an und ergänzt: „Aber die waren irgendwie gelehrig. Und ich muss sagen, dass sie fleißig sind. Keiner von denen ist arbeitslos. Und sie sind ruhige Leute. Die stören keinen.“, sinniert sie. Wahrscheinlich hat sich mein Gesicht etwas verdunkelt. Sie sagt: „Aber das kennen sie ja sicher auch. Es war schon schlimm damals, als die alle kamen.“ Ich sagte: „Nein. Das kenne ich nicht. Ich hatte keine Chance, das zu erleben.“ Sie sieht mich fragend an. „Nein?“
„Nein“, sage ich. „Ich lebe erst seit acht Jahren hier am See.“
„Oh, von wo sind sie?“
„Möchten sie wissen, wo meine Wiege stand? Oder möchten sie wissen, wo ich aufgewachsen bin und wo mich mein Leben in denen vielen Jahren hintrug?“
„Wo sind sie geboren?“
„In Dresden.“
„Oh mein Gott, sie Arme!“, ruft sie sichtlich entsetzt und voller Mitleid. „Aber sie sprechen überhaupt keinen Dialekt! Ich hätte das nie vermutet!“
„Ich muss ihnen nicht leidtun. Mein Leben im Osten dieses Landes war für mich nie eine Last. Existenzangst, Egoismus, Fremdenhass, soziale Ungleichheiten, schlechte Bildung und vieles mehr, waren mir fremd.  Ich konnte nichts vermissen, das ich nicht kannte. Dass viele Dinge aus heutiger Sicht betrachtet unlogisch und fast lächerlich waren sind eine ganz andere Sache. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Und ich denke, keiner sollte daran denken, es tun zu wollen. Denn diese Erfahrungen waren nötig, um daraus lernen und dem Leben neue Impulse geben zu können. Und ich meine damit die Menschen im Süden, Norden, Westen und Osten unseres relativ kleinen Landes.“
„Aber dass sie aus dem Osten sind, kann ich noch nicht glauben.“, erhärtet sie.
„Hat sich jetzt ihre Meinung über die Person, die mit ihnen über zwei Stunden im Gespräch stand, aus diesem Grund geändert? Bin ich nun ein anderer Mensch?“
„Ich weiß es nicht. Es verwirrt mich.“, sagt sie.
„Es ist nicht schlimm.“, beruhige ich sie. „Wenn sie noch etwas darüber nachdenken, werden sie es als multikulturell aufgewachsener und gebildeter Mensch verstehen …“

Es sind dreißig Jahre vergangen. Die Menschen, die in das wieder vereinte Deutschlandland geboren wurden, sind heute dreißig Jahre alt und haben bereits selbst wieder Kinder geboren. Es ist für sie Deutsche Geschichte, die sie nie selbst erlebt haben, jedoch die Nachwehen bis heute zu spüren bekommen. So, wie unsere Generation die Nachwehen des zweiten Weltkrieges zu spüren bekommen hat, den wir nie selbst erlebten und zu verantworten hatten. Jedoch werden wir und unsere nachfolgenden Generationen moralisch bis heute in die Verantwortung genommen. Uns wird suggestiv schlechtes Gewissen impliziert, dass uns so klein macht, dass ein Stolz auf das eigene Heimatland fast peinlich wirkt.

Mein Wunsch ist es, weniger an der Aufarbeitung irgendwelcher Dinge vor dreißig Jahren und länger kleben zu bleiben, sondern ganz einfach an das Jetzt und Morgen zu denken und zu handeln.
Ich wünsche mir mehr Bewusstsein und Liebe jedes einzelnen Menschen in unserem und für unser Land. Ganz gleich, in welcher Region er heute lebt. Keiner trägt irgendwelche Schuld daran, wo er geboren wurde. Jedoch trägt jeder einzelne die Verantwortung dafür zu sorgen, wie wir miteinander umgehen und uns wertschätzen.

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… so, ich werde mir jetzt einen frischen Kaffee machen.

Ein wenig nachdenkliche Grüße zu Euch in diesen dritten Oktober 2019.

 

 

 

Zucchini – Zucchini – Zucchini

Wenn die Natur beschließt, die Zeit sei gekommen, tut sie es konsequent. Und nichts kann sie dabei aufhalten.
Und wenn es an der Zeit ist, Zucchini reifen zu lassen, dann tut sie es. Gründlich.

Zwei kleine Pflänzchen in einem Hochbeet – eine Sorte mit gelben Früchten und eine mit grünen … Diese zwei Pflanzen fordern mich wahrlich heraus. Fast täglich eine andere Mahlzeit mit Zucchini zu zu zaubern ist tatsächlich kreativitätsfördernd. Zumal ich sehr selten nach einem Rezept koche. Ab und zu hole ich mir Ideen aus Rezepten oder bei Restaurantbesuchen.

Es gab in meinem Leben eine Zeit, in der ich verdammt wenig finanzielle Mittel zur Verfügung hatte. Man sagt, Not mache erfinderisch. Das kann ich bestätigen. In diesen Jahren lernte ich, aus Nichts etwas zu zaubern. Keiner meiner Gäste musste hungrig vom Tisch aufstehen. Und irgendwie hat das geprägt. Bis heute schaue ich, was ist vorhanden, was kann ich daraus machen. Das sind für mich nur wenige Minuten bis die Zutaten zusammen getragen sind und schon geht es los mit der Kocherei. Das Kochen insgesamt dauert bei mir im Durchschnitt eine halbe Stunde, bis es auf dem Tisch steht. Ich bereite alles frisch zu und es muss schnell gehen.
In den letzten drei Tagen habe ich einige Bilder gemacht, um Euch ein paar Rezeptideen mit Zucchinis an die Hand zu geben. [Read more…]

Gretchenfrage

Kein Tag vergeht, an dem wir nicht in irgendeiner sinnigen oder unsinnigen Weise daran erinnert werden. Und ich neige dazu, gerade dann, wenn mir irgendein Thema derart suggestiv untergejubelt wird, „dicht“ zu machen. Und da gibt es verdammt viele Dinge. Ich will diese hier nicht auflisten. Heute soll es mal nur eines davon sein. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes die Gretchenfrage.

Bei Regenwetter in einen Buchladen zu gehen, um ein Buch zu kaufen und nicht die passende regenfeste Tasche dabei zu haben, ist wirklich nicht zu empfehlen. In einer Papiertüte … Gut. das Buch blieb für den nächsten potentiellen Kunden, der auf alle Shopping-Eventualitäten vorbereitet das Haus verlässt, oder eben für Schönwetterkunden. – Ich bekomme jetzt ganz schnell die Kurve und lasse mich nicht in das Thema des bequemen Online-Shoppen ablenken.

Auf der Suche nach dem Lieblingskatzenfutter sprang ich in einen der großen Superärkte. Ich düste durch die Kosmetikabteilung und verharrte kurz, da mich die Farbkombination eines Lidschattens anzog. Also landete es im Einkaufswagen. Im gleichem Atemzug machte sich ein Grienen breit. Dieses kleine Schächtelchen war wie so oft so verpackt, dass mich das zu Hause beim Auspacken wieder aufregen wird. Das Produkt in in einer harte Folie und um diese eine bedruckte Pappe … Das auszutüteln ist ein Erlebnis für sich. Aber was ist die Gretchenfrage? Muss das kleine Ding derart verpackt sein? Was denkt sich der Hersteller dabei? Die machen das doch nicht ohne einen Grund. Vielleicht hat es etwas mit der Logistik zu tun?

Das Ding muss aus China zu uns kutschiert werden und soll funktionstüchtig bleiben. (Auch hierzu halte ich mich jetzt bewusst total zurück.) Es muss in den Handel über viele Wege sortiert, verteilt, transportiert werden. Und letztendlich hängt es an dieser bedruckten Pappe am Haken im Supermarkt, wo wir es sehen und kaufen. Also: Sinn oder Unsinn?

Ein Latte am Nachmittag war total lecker. Den aufgeweichten und verbogenen blau-weiß gekringelten Trinkhalm legte ich beiseite, rührte mit dem langen Löffel im Glas und trank das köstliche Getränk. Kunststoffhälmchen ist nicht mehr, also lasst das Ding einfach ganz weg. Pappe im heißen Kaffee ist definitiv uncool. [Read more…]

Knapp zwei Stunden

Es gibt Stunden, die sind schon irgendwie verrückt. Und man könnte denken, es spinne sich ein roter Faden hindurch.

Ich lenke mein Auto durch Ravensburg in Richtung Post am Bahnhof. Seit vielen Monaten geben sich dort die Baustellen die Klinke in die Hand. Vor einigen Wochen war es noch relativ großzügig bebaut. Jetzt entstehen typische Straßenschluchten. Ich verstehe, dass gebaut wird. Es ist schließlich wichtig. Nur Parkplätze sind Baustellendepots und ich muss irgendwo entfernt parken und etliche Meter laufen. Das frisst vermeintlich Zeit und nervt mich im Augenblick.
Ich komme aus der Post und bin in Gedanken bereits beim nächsen Termin, als ich von einem jungen Mann in den Dreißigern angesprochen werde: „Bitte. Haben sie etwas Kleingeld? Ich möchte mir eine Kleinigkeit zu essen kaufen. Ich habe Hunger.“
Ich spüre, dass es für ihn keine Routine ist. Er spricht ein sauberes dialektfreies Deutsch. Seine Scham merke ich ihm deutlich an, als ich aufschaue und in sein Gesicht sehe.
Ich krame nach meiner Geldbörse. „Halten sie ihre Hand auf.“, sage ich.
Er hält mir seine Hände langsam entgegen. Ich schütte den Inhalt des Hartgeldes in seine Handflächen. Er umschließt das Geld in seinen Händen. „Sie sind eine gute Frau.“
Ich sehe in feuchte Augen. „Alles gut. Sie werden es eines Tages weitergeben.“
Als ich ins Auto steige, sehe ich ihn zur Bäckerei am Bahnhof gehen.

Auf dem Weg will ich schnell meinen kleinen Einkauf erledigen. Ich stoppe am Supermarkt und eile, um mir einen Einkaufswagen zu greifen. Den Wagen, den ich mir nehmen möchte lässt sich mit Hilfe eines Chips nicht lösen. An der anderen Reihe versucht ein Zwanzigjähriger einen Einkaufswagen aus dem Schloss zu bekommen. „Verdammt, mit einem zwei-Euro-Stück geht das nicht.“, sagt er zu mir. „Nein. Das geht nicht.“ Ich zeige auf den Hinweis an dem Einkaufswagen. „Ich habe es nicht anders. Können sie das bitte wechseln?“, fragt er mich. Ich muss lächeln. „Nein. Ich habe leider keinen Cent Kleingeld einstecken. Aber warten sie, einen Chip habe ich für sie.“ Ich krame an meinem Schlüsselbund. „Wollen sie einen in Orange oder in Grün?“, frage ich ihn. Er muss schallend lachen. „Das ist nicht ihr Ernst? Sie wollen mir einen Chip schenken und fragen mich auch noch, welche Farbe ich bevorzuge?“ „Ja, na klar. Sie haben die Wahl.“ Er entscheidet sich für den in Orange. „Vielen, vielen Dank! Das ist echt total großzügig von ihnen.“ „Alles gut“, sage ich. „Sie werden irgendwann einmal daran denken und den Chip weitergeben.“

Ich bezahle meinen Einkauf mit der Karte, packe alles ein und stelle mich beim Bäcker an, um noch ein Brot zu kaufen. Die Verkäuferin nennt mir den Preis. Ich reiche ihr einen zwanzig-Euro-Schein. „Haben sie es nicht etwas kleiner?“, fragt sie mich. „Nein, leider. Ich habe kein Kleingeld einstecken.“, sage ich ich und muss wieder grinsen. „Wirklich, haben sie gar nix?“, fragt sie nochmals. „Nein. Tatsächlich. Nix.“
Sie wechselt und legt mir einen kleinen Berg Münzen auf die Theke …

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Herzlich, Eure Petra Kolossa

Ein paar Minuten

Noch ist es zeitiger Morgen. Die Straßen entlang des Sees sind stark frequentiert. Touristen, die es von hier nach da treibt, Berufskraftfahrer, die im vorgeschriebenen Tempolimit gefangen, ihren Zeitplan zu realisieren haben und auch ich, die pünktlich zum Termin sein will.

Gemütlich geht es im Schritttempo die Bundesstraße entlang. Ich lehne mich in meinen Sitz und lasse meinen Blick über den See schweifen. Ein paar Segelboote am zeitigen Morgen, Seevögel, ein ruhiges Wasser, die Sonne, die sich durch diesige Wolken kämpft – sonst nichts.

Diese friedliche Stimmung nimmt von mir Besitz. Ich schaue auf die Uhr. Gut, fast zwanzig Minuten Zeitpuffer. Spontan nehme ich die nächste Gelegenheit und fahre auf den Parkplatz in Birnau. Der sonst gewohnte Anblick von aufgereihten Touristen oberhalb des Sees, die ihre Smartphones in die Höhe halten, fehlt mir. Der gesamte Platz gehört an diesem Morgen mir ganz allein.

Ich genieße den Anblick des fantastischen Bodensees.

Er liegt ganz ruhig eingekuschelt von den Alpen und dreier Länder vor mir.

Ich muss lächeln. Denn nun greife ich nach meinem Smartphone und entscheide mich für eine Panoramaaufnahme. Mich drängt es, Euch teilhaben zu lassen.

Im Vordergrund stehen stolz die Rebstöcke, die bald wieder für einen der köstlichen Bodenseeweine sorgen werden … Aber dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunt.

Aus dem südlichsten Süden

herzlich, Eure Petra Kolossa.

… es passte alles

Künstler zwischen Ravensburg und Bodensee

Gestern hatten wir unsere Vernissage mit 13 Künstler/innen unserer Künstlergruppe.

Es war eine gelungene Veranstaltung in einem erfrischend jungen und modernen Umfeld.

Wir schicken auf diesem Wege nochmals ein dickes Dankeschön an den Bürgermeister des Deggenhausertal, Herrn Fabian Meschenmoser und seinem Team, insbesondere seiner Sekretärin, Frau Leberer und den Mitarbeitern des Bauhofes, die uns unendlich viel Arbeit und Last beim Aufbau der Stellwände abnahmen.

Unsere Ausstellung ist noch bis zum 15. Juni 2018 zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Am 27. April 2018, von 17:00 bis 20:00 Uhr sind wir „Künstler vor Ort“.

Ein Treff, an dem Ihr uns Löcher in den Bauch fragen dürft. Wir freuen uns auf Euch.

Und hier noch ein paar Impressionen von gestern Abend …

Die einführenden Worte von Fabian Meschenmoser, die Laudatio vorgetragen von Marion Vischer und die Worte für die fx-Künstlergruppe Ravensburg bis Bodensee von Petra Kolossa

Musikalisch wurde unsere Veranstaltung…

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Jetzt Schweiß von der Stirn wischen …

Künstler zwischen Ravensburg und Bodensee

… die Ausstellung „steht“!

Heute
Freitag, den 13. April 2018
19:00 Uhr

Wir freuen uns, Dich und Dich und Dich und … auf unserer Vernissage begrüßen zu können

Rathaus Deggenhausertal
Rathausplatz 1 (Schulstaße)
88693 Wittenhofen

Hier ein kurzer Clip. Dieser wurde am Mittwoch nach dem Aufbau aufgenommen.

Und hier ein paar Impressionen:

Wir freuen uns, dass Wolf-Dieter Guip (Journalist) uns bei dieser Ausstellung begleitet.
Im Hintergrund Markus Meyer und rechts Petra Kolossa, die auf den Bildern fehlt, weil sie immer vergisst, ein Selfie zu machen. Hier nun eins aus dem Atelier.

Bei unserer Ausstellung zum Thema „Harmonie“ sind dabei:
Buttafly (Vanessa Brünsing), Claudia Bode, Kati Sparberg, Galyna Schäfer, Peter Hutschenreuter, Theresia Hillebrand, Walter Steenblock, Evelin Kraus-Bitzenhofer, Greta Floor, Willy Holger Wagner, Markus Meyer, Daniela Eneidi Pahle (Gastausstellerin aus Tirol), Klaus Stromeyer und Petra Kolossa.

Text, Video, Bilder: Petra Kolossa

Schaut auch auf unserer Webseite vorbei.

Und: Ihr findet uns auf

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