Mit den Ohren sehen

Ich höre, wie sich mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung eine Zigarette anzündet, den Qualm entspannt ausatmet. Und ich weiß, er ist nun bereit, mir zuzuhören. Ich kann das Interview führen und meine Konzentration auf den Inhalt des Gespräches lenken.

Ich höre, wie in dem Raum hin- und hergegangen wird. Wie Gegenstände geräumt werden, wie Wasser in ein Gefäß gelassen wird. In meine Ohren bohrt sich das Geräusch einer Kaffeemaschine. Ich muss ein weiteres Mal eine Frage wiederholen. Meiner Gesprächspartnerin ist das unangenehm und sie will das Interview beenden. Es kostet mich viel Empathie, ruhige Worte und Geduld. Ich höre, wie sie sich setzt und ich kann fühlen, wie sie an ihrem Kaffee nippt und sich entspannt. Nun kann ich beginnen, ernsthaft zu arbeiten.

In meine Ohren bohren sich schmerzhaft die Geräusche eines Kochprozesses. Der Kochtopf knallt auf den Herd, das Wasser kocht, in der Pfanne wird gerührt, das Fett spritzt mit kurzen, hellen, harten und scharfen Klängen, der Löffel wird laut beiseite gelegt. Zwischendurch bekommt „Alexa“ immer wieder ihre Befehle. Meine Gesprächsteilnehmerin möchte mit mir sprechen. Für sie ist diese Multitasting-Situation völlig normal. Mich kostet es unendlich große Kraft, diese Unmengen an lauten Nebengeräuschen mit den wichtigen Inhalten des Gespräches in meinem Kopf zu verarbeiten.

Gestern traf ich auf eine junge Frau. Sie nahm mich mit in die Straßenbahn. Wir stiegen drei mal um und wir kamen gemeinsam in der Universität an. Da die Durchsagen der Straßenbahnlautsprecher auch durch meine Kopfhörer drangen, weiß ich, dass sie in meiner Geburtsstadt unterwegs war und ich wusste genau, an welcher Haltestelle sie die Bahn wechselte. In der Uni waren gefühlt tausend Menschen und mein Kopf schien zu platzen. Meine Gesprächspartnerin war eine Chinesin. Ich sprach sehr langsam und akzentuiert. Sie verstand gut. Es war ein sehr interessantes und gutes Interview. Als ich es beendete, war ich völlig erschöpft. Mein Gehirn hatte die gesamte Zeit zu selektieren, die inhaltlichen Aspekte von den Nebengeräuschen in den Straßenbahen. Von den dortigen Gesprächen der anderen Menschen, die Durchsagen aus den Lautsprechern, den Windgeräuschen auf der Straße, den vorbeifahrenden Autos und so weiter und so weiter. In der Universität hallte mir eine Lärmkulisse in die Ohren, die mich fast zum Abbruch des Gespräches brachte, weil ich kaum noch die Konzentration und die Kraft dafür aufbringen konnte.

Willkommen in der neuen Welt!

Das sollen nur einige Beispiele sein. Was ich jetzt unter den Kopfhörern tue, tat ich viele Jahre lang bis Anfang März face to face, also in persönlichen Gesprächen. Ich sah meinen Gesprächspartnern in die Augen, nahm ihre Mimik und Gestik wahr. Und genauso war es auch umgekehrt. Mein Gegenüber sah mich und konnte sich seine Meinung von mir bilden. Es waren Gespräche auf Augenhöhe, Interviews, die eine Stunde Zeit oder mehr in Anspruch nahmen.

Die globale Situation unter Covid19 hat viele Dinge in unserem Leben verändert. So auch in etlichen Berufen. Die Kunst- und Kulturbranche liegt lahm. Ein Aufenthalt beim Friseur zum Beispiel ist zur Zeit eher eine praktische Angelegenheit als ein entspannendes Erlebnis. Auch in diesem Job, den ich tue, wurde eine praktikable Lösung gefunden. Wir können aus verständlichen Gründen unsere Arbeit voraussichtlich noch eine lange Zeit nicht wie gewohnt tun.

Um die Projekte und Studien nicht komplett einzustampfen, wurde nach einer Lösung gesucht. Und ich, wie auch meine Kollegen, die diese Arbeit seit vielen Jahren freiberuflich tun, sind froh, ihren Job, wenn auch in veränderter Form ausüben zu können. Nämlich am Telefon.

Ich sitze unter meinen Kopfhörern und höre in mein Gegenüber hinein. Ich höre eine Stimme, ich höre ein Atmen, ich höre das Umfeld und die Bewegung und ich sehe mit meinen Ohren einen Menschen. Ich begegne Jedem mit der gleichen Freundlichkeit. Und ich vertraue mit jedem Anruf mit gleichem Vorschussbonus.

In den letzten Wochen hatte ich sehr viele wirklich gute Gespräche. Ich traf auf fantastische Menschen und meine Arbeit erfüllte mich in diesen Momenten.

Nun, es ist aber auch eine bittere Erkenntnis: Menschen, die mir nicht ins Gesicht sehen können, die mich nicht in meiner Persönlichkeit wahrnehmen, sehen mich als Neutrum. Und ihnen wiederum ist bewusst, dass ich es ebenso nicht kann. Und es bedarf ein dickes Fell, sich die vielen entgleisten Anfeindungen abzuschütteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob mein Gegenüber weiblich, männlich oder, oder … ist. Auch das ist eine Erfahrung, die ich lieber nicht gemacht hätte. Ein „Halt die Fresse!“ zum Beispiel schleuderte mir eine Frau genauso entgegen wie ein Mann, ebenso eine knabenhafte Stimme oder ein kindhaftes Mädchen. Von weiteren Entgleisungen will ich hier nicht berichten. – Es ist für mich schmerzhaft, bewusst wahrzunehmen, in welch einer veränderten Welt wir leben. Vielleicht gab es diese schon immer und ich habe das nie so bewusst wahrgenommen, weil ich fast nie in meinem Leben auf derartige Reaktionen von Menschen traf.

Ich bringe Verständnis für die Menschen auf, die meinen Anruf entgegennehmen. Ich weiß, dass sehr viele Leute Dank der ausführlichen Berichterstattungen unserer Medien, insbesondere der negativen Beispiele in unserem Leben, jeden Anrufer als Schuft verdammen, der nicht in ihr Raster passt. Nur ist nicht jeder Autofahrer ein Falschfahrer, jeder Handwerker automatisch ein Wohnungsdieb, jeder Polizist ein falscher … 

Ich wünsche mir nur etwas Achtung und Respekt vor dem Tun und der Arbeit des anderen. Wenn Ihr wieder einmal einen Anruf von einer Person bekommt, die Ihr noch nicht kennt: Hört ihr doch einfach nur zu. Sie wird Euch in den ersten sechzig Skunden erklären, worum es geht und Eure Fragen beantworten.

Denkt bitte einfach daran, dass die  Kommunikation im Augenblick andere Wege geht. Es lässt sich nicht umgehen.

Ich freue mich sehr über Eure Meinung. Schreibt sie einfach unten in das Kommentarfeld. Vielen lieben Dank.

Herzlich,

Eure Petra Kolossa

G. G. Cross – Musikerin

Wir begegnen Menschen in unserem Leben, die Spuren in uns hinterlassen, oftmals auf ungewöhnlichen Wegen. Ein solcher Mensch ist G. G. Cross. Wir trafen uns vor über einem Jahr auf ziemlich ungewöhnlichem Pfad, nämlich über einen gemeinsamen Freund, den wir beide schon längerer Zeit kannten. Nun, das ist heutzutage nichts Besonderes. Es sind die Entfernungen. Rund fünfzehntausend Kilometer Luftlinie ist eine beachtliche Strecke. Ohne der digitalen Welt wären wir uns niemals begegnet. Das ist uns bewusst.

Foto / Grafik: G. G. Cross

Die Liebe zur Kunst schweißte uns zusammen und inzwischen ist G. G. Cross eine liebe Freundin für mich. Als ich das erste Mal ihren YouTube-Kanal besuchte, stolperte ich über einen Song, der mein Herz eroberte und die Brücke zu meiner Kunst schlug. Ich entwickle zur Zeit meine „homepART“-Linie und ich stellte mir vor, wie dieser kraftvolle Song mit einer solchen starken Botschaft als Sound-Begleiter für diese Serie wäre. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Ich erzählte also meiner Freundin von meiner Idee. Sie war genauso begeistert und stimmte sofort zu; ebenso meinem Wunsch, einen Blog über sie zu schreiben. Denn jeder soll vorab wissen, aus wessen Feder dieser Song stammt, der meine knallbunte homepART-Linie begleiten wird.

Nun ist es so, dass uns nach momentaner Sommerzeit eine Zeitdifferenz von acht Stunden trennen. Wenn ich also Mitternacht ins Bett gehe, sitzt sie gemütlich bei ihrem Morgenkaffee. Wenn wir uns hier in Deutschland über den herrlich warmen Sommer freuen, schaltet sie im Winter die Heizung ein. G. G. Cross lebt in Melbourne, in Australien.

Wir verabredeten uns vor ein paar Tagen für zehn Uhr am Morgen für mich und achtzehn Uhr am Abend für sie zu einem Interview.

Ich wollte natürlich wissen, seit wann sie sich bewusst mit der Musik beschäftigt und fragte sie danach:

Bereits in der High-School habe sie sich in einer Schulband engagiert. Sie schrieb eigene Texte und Melodien, die sie mit ihrem damaligen Band-Leader perfektionierte.

Später arbeitete sie allein und suchte sich andere Musiker, die ihr beim Arrangement halfen, um ihre Songs runder zu machen. „Nun, und in den letzten Jahren habe ich meine Songs allein mit einem Mixing-Mastering-Ingenieur geschrieben und produziert.“, sagte sie mir.

Alles in allem war sie meistens Sängerin, aber inzwischen tut sie beides allein. Sie beauftragt einen Profi, der letztendlich eine endgültige professionelle Mischung kreiert. Aber ihr größter Wunsch ist es, auch das allein zu bewerkstelligen. Sie begründet es damit: „Ich arbeite an einem Song. Und nur ich weiß, wie er sein soll. Ich allein bin der Star meiner Show!“ 

„Ich wusste nicht, dass ich überhaupt singen kann, geschweige denn wusste ich von der Kraft meiner Stimme. Ich bin Autodidakt.“, erzählt sie weiter. Sie war in vielen Bereichen tätig, aber vor allem auf dem Gebiet der Kundenbetreuung und sie habe auch in der Schönheitsbranche gearbeitet. „Ich bin also tatsächlich ein Allrounder.“, sagte sie und wirft ein: „Wenn du über mich schreibst, verwende bitte nur meinen Künstlernamen G. G. Cross. OK?“ – Gut, ich bin ihrem Wunsch nachgekommen und auch ihrem Wunsch, keine Bilder von ihrer Person zu benutzen.

Ich fragte sie, welche Ziele sie habe, was sie perspektivisch anstrebe. Sie liebe es zu schreiben und sie habe irgendwann ein Drehbuch geschrieben, das seit über zwanzig Jahren ruhe. Wer weiß, was daraus einmal wird.

„Ich habe eine Vision, Petra. Ich würde gern etwas Aktives tun, um zu verhindern, dass Menschen verletzt werden. Dass deren Gefühle und Emotionen missbraucht werden, wie zum Beispiel Mobbing. Ich möchte es irgendwann mit meiner Musik, Kunst und meinen kreativen Einflüssen verbinden. Ich werde gerne helfen und versuchen, etwas zu verändern, wenn ich es kann. Nun, ich muss erfolgreich sein, damit man mich hört, wenn ich meine Botschaften an andere weitergebe. Weißt du,  ich bin ein einfacher Mensch, der es liebt, anderen zu helfen, da dies eine Stärke ist, die ich in mir habe und die ich gerne weitergeben möchte, um einen positiven Effekt in ihnen auszulösen.“

Sie hält kurz inne und ich spüre, dass ihre Gedanken spazieren gehen.
„Ich war ein verträumtes Kind. Ich habe es geliebt, alles zu erkunden. Ich hatte eine wilde Fantasie und ich liebe den Ozean. Das habe ich immer getan. Das ist mein himmlisches Zuhause.“ Und sie ergänzt: „Ich bin jetzt 53 … wow, große Zahl!“ Sie lacht.

„Eine andere triviale Sache an mir. Meine Stimme möchte meistens eine schwarze Frau sein. Sie liebt Soul und Blues.“  Sie erzählt weiter:
„Ich liebe Astrologie, aber ich lese nicht mehr so viel wie früher. Ich bin ein großer Filmfan und habe über tausend Filme in meiner Sammlung. Ich liebe die neuen romantischen 80er Jahre. Ich habe „Adam und die Ameisen“ geliebt, „Duran Duran“ und eine riesige australische Band namens Psuedo Echo. Schau sie dir an. Ich bin religiös zu all ihren Gigs gegangen.“

G. G. Cross ist eine vielseitige kreative Frau. Sie schickte mir noch mit einem kleinen Lächeln ein paar Schnappschüsse einiger ihrer Kunstwerke, die an der Wand ihrer Wohnung hängen. Ich will es Euch nicht vorenthalten:

Bei mir ist es gleich Mittag und bei ihr bald Nachtruhezeit. Wir haben unendlich viel gesprochen. G. G. Cross ist in Griechenland / auf Zypern geboren und lebt seit vielen Jahren in Melbourne. Dort seit zehn Jahren nun auf Phillip Island, einer Touristenhochburg in Victoria.

G. G. Cross freut sich auf Euer Feedback.

  • Ihr erreicht sie via Email unter gg.cross.sing@gmail.com
  • Ihr junger YouTube-Kanal, auf dem sie ausgewählte Songs veröffentlicht: klickt bitte  —-> hier. Wenn es Euch gefällt, lasst ein Like dort 😊
  • Und gern abonniert G. G. Cross auf Facebook —-> hier
  • Auf Instagram ist sie neu —-> hier zu finden.

Soeben, als ich diesen Blogbeitrag beenden will, erhalte ich von G. G. Cross folgende Zeilen: „Petra, das Lied könnte dir gefallen. Ich habe mit vielen anderen im Chor teilgenommen. Es wurde gestern veröffentlicht. Ich hoffe, du magst es. Das ist von einem indigenen Mann namens Cutcha Edwards.“ Mir stand die Gänsehaut, als ich es anhörte. Klickt einfach —–> hier. Es wird Euch gefallen.

Es war mir ein Vergnügen, Euch von G. G. Cross zu erzählen. Nun, wenn Frauen, die sich gut verstehen, unterhalten nimmt das Gespräch kein Ende. Und ich halte jetzt einfach inne 😉

Zu einem etwas späteren Zeitpunkt werde ich Euch von meinem „homepART“-Projekt in Verbindung mit dem „Magic-Song“ erzählen.

Für heute soll es genug sein.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mal fix reservieren

„Lasst uns schnell einen Tisch reservieren.“, sagt sie und ergänzt: „Es ist Sonntag und es könnte im Zschopautal bei diesem schönen Wetter schwierig werden, einen Platz zu bekommen.“

Die alte Dame greift zum klassischen Telefon und tippt die Nummer der Gaststätte in die Tastatur. Es klingelt laut. Sie hält das Gerät wie ein Mikrofon, denn es steht gewohnheitsgemäß auf „laut“.

Es meldet sich die Gaststätte und sie trägt ihre Bitte vor.

„Ja, guten Tag. Ich möchte für heute dreizehn Uhr einen Tisch für vier Personen reservieren.
„Das geht nicht. Da müssen sie lange warten. Wir sind voll.“
„Oh, na gut. Wie ist es um halb eins?“, fragt sie.
„Geht auch nicht. Ist genauso.“
„Hm, und wenn wir um zwölf kommen?“
„Ja, warten sie. Ich sehe nach. Naja, das kriegen wir irgendwie hin.“
„Ach, warten sie mal.“, unterbricht die alte Dame. „Sie sagten doch, wir müssten lange warten, wenn wir um dreizehn Uhr kommen. Wissen sie, das ist nicht schlimm. Wir haben Zeit. Wir nehmen einen Tisch um dreizehn Uhr.“
„Das geht nicht.“, kommt es prompt. „Da kann es sein, dass wir kein Essen mehr haben.“, so die Person am anderen Ende des Telefons.
„Ach so, naja, dann kommen wir eben um zwölf.“ …

Wieviel Geduld in dieser Frau steckt, denke ich.

Wie wäre meine Reaktion gewesen? Ihr ahnt es.
Ich hätte gedacht: „Verklapsen kann ich mich allein.“
Gesagt hätte ich: „Dankeschön, ich werde in einem anderen Restaurant einen Tisch für uns reservieren lassen.“
Tschüss und gut.

Es ist immer das Gleiche, was mich in solchen Situationen bewegt.

Ich sehe den Besuch in einer Gaststätte als etwas Besonderes. Meine Küche bleibt geschlossen. Ich lasse mich verwöhnen.
In einer schönen Atmosphäre kann ich von einer Karte ein Gericht auswählen, auf das ich Appetit habe. Ich werde verwöhnt von super nettem Personal im Service und der Küche, von Menschen, die ihren Job als das verstehen, was er ist. Eine Dienstleistung, die sie gern und von Herzen geben.
Ich kann meinen Körper und Geist für ein paar Stunden auftanken und es mir richtig gut gehen lassen …

Ein Mittagessen für vier Personen bringt einer Gaststätte mit durchschnittlichem Niveau einen Umsatz von ungefähr einhundertzwanzig bis einhundertfünfzig Euro.
Wie viele Stunden habe ich zuvor mit meiner Arbeitsleistung an einer anderen Stelle meine Kraft investiert, um diese Rechnung begleichen zu können?
Wenn ich also eine Gaststätte auswähle, um dort meine Zeit zu verbringen und das zuvor von mir erwirtschaftete Zahlungsmittel investiere, dann will ich es zelebrieren und mit Freude tun.

Und ich mag es nicht, wenn das Personal oder die Besitzer dem potentiellen Gast eine gewisse Gnade suggerieren, einen Platz für sie zur Verfügung zu stellen. Das ist es definitiv nicht.
Es ist ein Geben und Nehmen auf gleichem Niveau.
Ich nenne es gegenseitige Wertschätzung.

Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Gerne darfst Du im Kommentarfeld ein paar Zeilen hinterlassen.

Und falls Du es noch nicht getan hast: Du kannst ganz unkompliziert mit Deiner E-Mailadresse meinen Blog abonnieren. So werde ich Dich immer informieren, wenn es einen neuen Beitrag gibt und Du wirst keinen verpassen.

Herzlich,

Eure Petra Kolossa.

Da werden Sie geholfen

Nun ja, seit Anfang März befinde ich mich im „lockdown“.

Nachdem in vielen Bereichen langsam wieder begonnen wird, irgendwie die Wirtschaft und das Leben in eine diverse Normalität zu bringen, wurde in meinem kommunikativen Job vorerst bis zum Jahresende ein fettes Stopp gesetzt. Das bedeutet, keinerlei persönliche Kontakte zu anderen Menschen.

Umso mehr freute ich mich, als mein Auftraggeber eine Lösung offerierte, die zwar nicht das Non plus ultra ist, aber immerhin „eine Lösung“ für vorübergehend.

Ich darf das, was ich sonst im persönlichen Interview tat, am Telefon erledigen.

Mir wurden Verknüpfungen und Apps auf den PC installiert. Ich konnte mich also in einen externen Server einloggen, der über fünfhundert Kilometer entfernt steht und via SSL-Telefonie meinen Job tun.

Dachte ich. Besser: Ich hätte es tun können. Es funktionierte nicht, weil die Internetleistung hier im südlichsten Süden Deutschlands absolut schlecht ist. Meine Gesprächspartner fragten mich, ob ich vom Mars anrufen würde. Sie konnten mich nicht verstehen.

Also kontaktierte ich den größten Anbieter Deutschlands, der für Telekommunikation und Internet zuständig ist. Bei dem bin ich irgendwie schon immer Kunde und seit fünfzehn Jahren Geschäftskunde mit einer exklusiven Servicenummer.

Nachdem ich von einem zum anderen weitergeleitet wurde, ich stundenlang in Warteschleifen hing, meine Daten „abgeglichen“ wurden, ich auf Band mein Einverständnis zur Kontaktaufnahme gab, ich ergänzte, dass ich jegliche Anrufe zum Zwecke der Werbung untersage, die Dame am Telefon empört war, weil ich nur sagen sollte, dass ich damit einverstanden sei,  Angebote bekam, die jenseits vom Verstand lagen, ich mein Problem gefühlte Tausend mal erklärte, kam ich schließlich an eine Mitarbeiterin, die sich bemühte, das Problem zu klären. Eine sofortige Messung ergab, dass die Qualität so schlecht ist, wie sie nicht sein sollte. Sie wollte das nicht glauben und veranlasste eine Messung während der Nacht. Sie kontaktierte mich am nachfolgenden Tag und schickte einen Techniker. Denn das wäre so nicht in Ordnung und müsste geprüft werden.

Ich sollte eine SMS erhalten, wo mir mitgeteilt wird, wann der Techniker käme. Alles gut. Denn die Daten hatte ich erst vor ein paar Stunden verglichen und als Audioaufzeichnung bestätigt.

Vor dreizehn Jahren übernahm ich die Firma aus einer GbR. Damals gab es einen unendlich langen Schriftverkehr mit diesem Kommunikationsunternehmen. Sie bekamen das dann irgendwann hin, dass es keine GbR mehr war und ich als Inhaberin auch die Rechnung erhielt.

Eine SMS bekam ich nicht, aber mein Partner aus der damaligen GbR, die seit dreizehn Jahren nicht mehr existiert. Er informierte mich darüber.

Der Techniker stellte in etwa fünf Minuten nichts anderes fest und sagte mir, ich solle zum regionalen Anbieter wechseln, der könne das leisten. Von meinem Standort sind es knapp fünf Kilometer bis zum nächsten Verteiler. Und dieser gigantische Telekommunikations-Betrieb einer Aktiengesellschaft wolle das nicht ausbauen, weil es sich hier nicht lohne. Aber ich solle niemandem sagen, dass er das so empfohlen habe.

Gut. Ich nahm also Kontakt zu unserem regionalen Anbieter auf. Ohne Probleme ließe sich das machen. Er kümmere sich um alles und ich bekäme dann Bescheid, wann der Wechsel geschehen würde.

Zwei Wochen vergingen, als ich erfuhr, dass mein Antrag so nicht genehmigt werden kann.  Denn der große Telekommunikationskonzern teilte mit, dass ich nicht der Inhaber dieses Anschlusses sei. Ich fragte, wer es denn sei. Das dürfe er mir nicht sagen. Daraufhin sagte ich es ihm auf den Kopf zu, dass es mein damaliger Partner der GbR sei. Er bejahte es.

War ich bis dahin noch so ziemlich ruhig und geduldig, machte sich jetzt so ganz langsam etwas Ungeduld in mir breit. Nennen wir es so: Petra wurde sauer. Ich will es nicht weiter ausschmücken.

Ich griff also wieder zu dieser exklusiven Telefonnummer für Geschäftskunden und rief den Laden dort an. Die lästige Bandstimme fragte nach Kundennummer und Buchungskontonummer, will mein Anliegen wissen und erklärte mir, dass die Wartezeit ungefähr zehn Minuten dauern wird. Ich war es gewöhnt. Also hatte ich ausreichend Zeit, meine schlechte Laune zu pflegen.

Ich wurde dann wieder von einem zum nächsten verbunden. Bis ich endlich eine Dame am Telefon hatte, die mich zu verstehen schien. Ich wollte nichts weiter, als einen funktionierenden Internetanschluss. Dieser Konzern kann es nicht liefern, also muss ich kündigen und das außerordentlich und nicht erst im März kommenden Jahres, weil der Vertrag das so vorsieht. Sie sandte mir via Email ein Formular. Ich solle es ausfüllen und alles sei erledigt. Na endlich!

Dachte ich. Das Formular war sofort in meinem Posteingang. Na, geht doch! Ich öffnete es. Die Kündigungsgründe trafen alle nicht auf mich zu. Das waren alles private Gründe, Umzug, Tod und so weiter. Aaaaber es gab einen Chat-Button.

Ich tippte also in dieses Feld und erklärte mein Anliegen. Es loggte sich ein Herr oder eine Dame ein. Das konnte ich anhand des Namens nicht erkennen. Die Person schrieb, dass ich weitergeleitet werde an den Bereich für Geschäftskunden.

Gut. Ich erklärte das schriftlich noch einmal. Die großartige Idee des Mitarbeiters oder auch der Mitarbeiterin (auch in diesem Fall konnte ich es anhand des Namens nicht ausmachen) Ich solle ein PDF in dem Formular hochladen und es senden. Dann wäre alles klar und gut.

Ich suchte verzweifelt diese Möglichkeit in dem besagten Kontaktformular. Ich fand sie nicht. Sauer, sehr, sehr sauer wählte ich die Nummer für Geschäftskunden. Eine elektronische Stimme fragte wieder Kundennummer und Buchungsnummer ab. Dann fragte mich dieser Computer, ob es sich um das gleiche Problem wie bei meinem letzten Anruf handele. „Verdammt! Ja!“ schreie ich diesen Blechtrottel an. Der antwortet planmäßig höflich. Es würde zehn Minuten dauern. Ok. Mir egal. Dieses Mal habe ich keine Zeit, meine schlechte Laune zu pflegen. Es meldet sich nach wenigen Minuten eine männliche Stimme. Ich erkläre den ganzen Käse noch einmal. Meine Ungeduld kann ich nun nicht mehr verbergen. Mir reicht es definitiv. Der Typ antwortet: „Sie haben einen Geschäftsanschluss. Da sind Sonderkündigungen nicht vorgesehen. Unsere versprochene Leistung ist eine 6000er Leitung. Das halten wir ein, wenn auch knapp. Wenn ihnen das nicht reicht, ist das ihr Problem, nicht unseres. Sie werden mir doch nicht sagen wollen, dass sie wegen knapp vierzig Euro im Monat Pleite gehen. Wenn das der Fall ist, dann machen sie was falsch. Das ist lächerlich, wegen vierzig Euro im Monat. Ihren Vertrag können sie zum März kündigen, wenn sie es unbedingt wollen. Reden sie doch mit dem neuen Anbieter. Der kann ihnen ja bis dahin kostenlos einen Internetanschluss zur Verfügung stellen.“ 

Ich habe das Gefühl, gleich im Quadrat zu springen. Ich beiße meine Zähne zusammen und zische: „Sie werden mir doch nicht sagen, dass diese monströse, Aktiengesellschaft auf meine vierzig Euro angewiesen ist. Das ist ja derart lächerlich!“ Ich kann regelrecht spüren, wie er grient und sich an meiner abgesaugten Energie erfreut. „Sie können ja einen Antrag stellen. Das geht nur schriftlich. Dann wird das geprüft. Aber ich sage ihnen gleich. Das wird zu nichts führen.“

Ich denke: „Rutsch‘ mir den Buckel runter!“

Ich sage: „Sie machen für ihren Posten einen guten Job. Mister Roboter.“

Er hakt nach: „Ich bekomme keine zusätzlichen Provisionen.“

Ich denke: „Halte einfach deine Klappe!“ und lege auf.

Boah, erst einmal ein Beruhigungskäffchen. Wer von Euch das Design auf diesem Kaffeebecher erkennt, darf es unten im Kommentarfeld schreiben. Eine von den richtigen Antworten werde ich am 13.08.2020 auslosen. Denn eine klitzekleine Überraschung wartet, auf die Reise zu gehen. Und hier bekommt Ihr diese tolle Tasse.

Und ich wünsche mir sehr, mit dem regionalen Anbieter einen wirklichen Partner direkt vor der Haustür zu haben, das kein aufgeblähtes, schwerfälliges,  gigantisches und arrogantes Unternehmen ist, das an dem einzelnen kleinen Kunden kein wirkliches Interesse hat. Also dann bis hoffentlich in den nächsten vierzehn Tagen, wie versprochen, mit schnellem Internet … Herzlich, Eure Petra Kolossa.

… und sonst so?

Einen herzlichen Gruß zu Euch allen. Ich weiß, dass ich meine lieben Leser etwas länger warten ließ. Aber es hat sich im Hintergrund so Einiges getan und Ihr dürft Euch auf viel Lesevergnügen freuen.

Zum einen ist mein aktuelles Buch „Blog.Geschichten“ seit dem letzten Wochenende im Verlag und wartet darauf, in den Druck zu gehen. Es wird in physischer, wie auch in digitaler Form zu haben sein. Hach ja. Ich freue mich, dass es nun endlich fertig ist.

Und es wäre nicht so toll geworden, hätte ich nicht die riesengroße Unterstützung von meinen Erstlesern bekommen. Dieses facettenreiche Team, das ich an meiner Seite hatte, ist unschlagbar. Wirklich. Ich war begeistert zu erleben, wie ich aus den verschiedenen Sichtweisen und Emotionen betrachtet, den Texten den letzten Schliff geben konnte.

Auf diesem Wege lasst Euch herzlich drücken: Isabel Kolossa, Petra Nickel, Evelyn Störk, Willy Holger Wagner, Dirk „Tilo“ Schrader. – Und für die Buchcovergestaltung: Willy Holger Wagner.

Das Buchcover noch in der Entwicklung

Für das Cover dieser Buch-Serie – jaaaa, es wird eine Buchreihe – wählte ich Bildausschnitte aus meinen Kunstwerken der Werkgruppe „zerlesen“. Die einzelnen Geschichten in diesem Buch ergeben ein zusammengesetztes Ganzes und somit eine Symbiose zu diesen Werken.

Was gibt es noch zu erzählen? Ich entwarf fünf neue Designs in meinem Shop. Darüber erzähle ich Euch in den nächsten Tagen. Ihr könnt Euch freuen. Es sind wirklich stylische Produkte entstanden.

Aber schauen wir nicht so weit in die Zukunft.

Was gibt es morgen? Ich möchte Euch nicht auf die Folter spannen.

Mit Alfons Müller, Ihr konntet bereits zwei Beiträge von ihm lesen, schrieb ich eine Ping-Pong-Geschichte. Das heißt, ich schrieb den Beginn der Story, Alfons den Mittelteil und ich wiederum das Ende. Hach, das hat richtig Spaß gemacht. Also seid gespannt. Morgen zum Freitagabend dürft Ihr hier den ersten Teil zu „Alma“ lesen, am Samstag den zweiten und am Sonntag das Ende der Geschichte.

Und wir freuen uns natürlich schon heute riesig auf Euer Feedback. Also lasst uns Eure Gedanken hier im Kommentarfeld wissen.

Euch allen einen wunderbaren Donnerstag. Und denen, die heute Feiertag haben, einen schönen freien Tag.

Wir sehen uns morgen 🤗

Herzlich,

Eure Petra Klossa.

Nuels Geständnisse: Wie ich über einen Herzschmerz hinwegkam und mich in 10 Schritten neu erstellte

Diesen Beitrag habe ich für Euch aus dem Englisch ins Deutsch übersetzt. Viel Spaß beim Lesen. Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Foto: Astrid Gast

Liebe ist nichts für mich. Oder vielleicht sollte ich sagen, dass Beziehungen nichts für mich sind.

Wirklich, ich glaube nicht, dass jeder für Beziehungen geeignet ist. Das letzte Mal, als ich über Liebe sprach, ging es um meinen gescheiterten Beziehungsversuch. Ich verliebte mich jedoch schließlich, hatte aber mein Herz gebrochen. Und heute werde ich über meine Herzschmerz-Erfahrung sprechen.

Und hier ist meine Geschichte:

Marjorie (Name geändert) und ich waren seit zwei Jahren zusammen. Die Leute sagen: „Sei mit jemandem zusammen, der dich ergänzt“, aber ich glaube nicht an diese Philosophie. Ich denke, die Leute sollten mit jemandem zusammen sein, der einzigartig ist. Wenn Du beispielsweise eine sehr emotionale Person bist, solltest Du mit jemandem zusammen sein, der auch sehr emotional ist. Andernfalls fühlst Du Dich in der Beziehung betrogen. Wenn Du nerdig bist, entscheide Dich nicht nur für Schönheit. Gehe mit jemanden, der Wissen liebt, sonst werdet Ihr beide gelangweilt von widersprüchlichen (Diskussions-) Interessen sein.

Jetzt zurück zur Geschichte:

Marjorie war wie ich. Hinzu kam, dass sie sehr ansprechende körperliche Merkmale, ein Lächeln und eine Stimme hatte, die sogar Joseph Stalins Herz zum Schmelzen gebracht hätte. Was mich dazu brachte, sie umso mehr zu lieben. Ich sah meine ideale Frau in ihr. Wir hatten bereits vor, zu heiraten, bis dies geschah.

An einem schönen Samstagmorgen haben wir zusammen gekocht. Eigentlich kochte sie, während ich hinter ihr stand, sie an den Hüften hielt und all ihre Gesichtszüge mit meinen Händen erkundete. Als Mann mit schlechten kulinarischen Fähigkeiten war das die beste körperliche Unterstützung, die ich ihr geben konnte. Und ich weiß, dass du das auch genoss.

An diesem Abend machten wir einen Spaziergang entlang der ruhigen und dunklen Straße. Ich fühlte mich wie im Paradies: Es gab keinen Ort, an dem ich lieber gewesen wäre. Als wir zurückkamen, sahen wir uns ‚The Great Gatsby‘ an, bevor wir ins Bett gingen. Als ich im Nachhinein zurückblickte, wurde mir klar, warum sie diesen Film ausgewählt hatte. Die Nacht war heiß. Unsere Chemie von den Charts angeheizt. Alles war einfach perfekt, bis zwei Tage später … Bam!

Sie schrieb: „Ich kann das nicht mehr.“ Ich rief sie unzählige Male an und alles, was ich bekam, war die sexy automatisierte Stimme des Anrufbeantworters. Ich war verwirrt und fragte mich immer wieder: „Was ist passiert? Was habe ich falsch gemacht? Habe ich etwas Verrücktes gesagt? Ich fand alles perfekt. Was, Was, Was? Das „Was“ schien nicht zu enden und die Antworten kamen nicht.

Ich sprach mit ein paar ihrer Freunde und sie sagten mir, sie sei aus der Stadt gezogen, und mir wurde die Realität klar. Ich sagte: ‚Oh mein Gott. Warum hat sie es mir nicht gesagt? ‚ Ich war körperlich, geistig und emotional ausgelaugt. Ich habe eine Weile gebraucht, um über sie hinwegzukommen, aber ich bin wieder glücklich und möchte mitteilen, wie ich mein gebrochenes Herz geheilt und mein Leben wieder normalisiert habe, wenn nicht sogar noch besser. Nummer 7 ist sehr wichtig.

Ich weinte

Das erste was ich tat war weinen. Ich weiß, dass Du sagen wirst: „Aber das ist impulsiv.“ Ja, das stimmt, aber viele Menschen versuchen, diese Gefühlsausbrüche zu unterdrücken. Weinen Männer? Ich weiß es nicht. Aber ich habe meine Augen ausgeweint und es hat mir gut getan. Darin fand ich große Erleichterung. Hier ist, was Weinen für Dich tut. Es hilft Dir, Deine Emotionen zu regulieren, sich zu beruhigen und Stress abzubauen.

Die Wissenschaft hat bewiesen, dass das Vergießen emotionaler Tränen Oxytocin (Liebeshormon) und Endorphine (Glückshormon) freisetzt. Diese helfen Dir, emotionale Schmerzen zu reduzieren. Also, wenn Du Dich schrecklich verletzt fühlst, gieße Dein Herz in Tränen aus, so wie ich es tat. Halte sie nicht zurück.

Ich drückte meine Gefühle aus

Ich war von allem müde. Das Leben wurde geschmacklos. Und als ich Frauen sah, sagte ich: „Grrr!“ Du kennst diese Art von Emotion, die Frauen dazu bringt, zu sagen: „Alle Männer sind gleich“, als hätten sie jeden Mann auf dem Planeten gedatet. Das gleiche habe ich auch gefühlt.

Es gab Zeiten, in denen ich schrie, schimpfte, Dinge herumwarf (ohne etwas zu zerbrechen) und ohne Grund wütend wurde. Männer sind auch emotionale Wesen, also wundern Sie sich nicht. Für manche Menschen kann es intensiver sein, und wenn Du den Drang dazu hast, fühle Dich bitte frei. Dieser Ausdruck von Emotionen ist gut für Deine geistige Gesundheit. Es befreit Dein Herz von emotionaler Belastung.

Wenn Du Deine Gefühle ausdrückst, kannst Du etwas Dampf ablassen, Dich ein wenig beruhigen und Stress abbauen: Du hast bereits Probleme, Dich mit der Realität Deiner zusammengebrochenen Beziehung auseinanderzusetzen, und möchtest nicht, dass Dein ganzes Leben damit zusammenbricht. Also stopfe Dich nicht damit voll. Setze einfach den Regen in Brand, wie es Adele getan hat.

Und fürs Protokoll: Nicht alle Männer sind gleich. Du kannst mich ausprobieren. *zwinker.

Ich habe mit einem Vertrauen gesprochen

Egal, ob Du wegen einer gescheiterten Beziehung trauerst, oder Dich wegen etwas anderem verletzt fühlst, Du brauchst einen Vertrauten, mit dem Du sprechen kannst. Jeder braucht jemanden, mit dem er sprechen kann: jemanden, mit dem Du Dich wohl fühlst, und vor allem jemanden, der Dir nur zuhört. In meinem Fall sprach ich mit meinem Freund, er war nicht der beste Zuhörer, aber er war gut dafür, meinen Mumpitz zu hören.

Kommunikation ist der Schlüssel in den frühen Phasen nach der Trennung. Sei nicht nur wütend und enttäuscht und sperre dich ein. Wenn Du mit einem Freund, einer Familie oder einem Berater über die Schmerzen sprichst, die Du durchmachst, kannst Du Dein schmerzendes Herz befreien und Deine Schultern entlasten.

Ich habe ein neues Hobby

Mit meiner Ex-Freundin zusammen zu sein, war mein Lieblingshobby. Und mein zweiter Favorit war das Chatten mit ihr. Du siehst, ich war von ihr umgeben, auch wenn sie nicht da war. Als sie ging, brauchte ich einen Ersatz (eigentlich zwei). Lesen und Schreiben spielten eine Rolle bei der Heilung meines verletzten Herzens und bei der Überwindung von Depressionen.

Warst du ein Bücherwurm oder liebst du das Malen? Hast Du gerne gesurft, Filme geschaut oder bist Du gern gereist? Hast Du das für deinen Ex geopfert? Jetzt ist wahrscheinlich die Zeit, zu Deiner alten Liebe zurückzukehren. Du kannst sie durch etwas ersetzen, das Du gerne getan hast. Wenn Du immer daran gedacht hast, etwas Neues auszuprobieren, nutze diese Gelegenheit.

Stürze Dich nicht in eine neue Beziehung

Es könnte verlockend sein, sich sofort mit einer anderen Person zu treffen, von der Sie sich angezogen fühlen: Sozusagen wieder mit jemandem zusammen zu sein, um eine schlechte Trennung zu überwinden. Nein! Es ist zu früh. Du brauchst eine Auszeit. Du wirst bald feststellen, dass Du das tust, um zu Deinem Ex zurückzukehren, und Du wirst Dich dabei schrecklich fühlen.

Ich habe relativ schnell versucht, mich mit ein paar anderen Damen zu treffen, aber es stellte sich heraus, dass ich mich selbs immer mehr verletzt habe. Der Sex war langweilig. Die Dates erinnerten mich nur an meine Ex. Ich wusste, dass ich noch nicht bereit war für eine neue Beziehung.

Lass diese Phase vergehen. Denke nach und Du wirst es merken, ob Du einen neuen Herzensbrecher brauchst, damit Du Dich besser fühlen wirst

Lesen Sie: Nuel’s Geständnisse: Liebe auf den ersten Blick Mythos entlarvt.

Beginne ein neues Projekt

Wenn Du sagst, dass Liebe blind mach, bedeutet dies nicht nur, dass Du die nicht so guten Eigenschaften Deines Liebhabers nicht bemerkt hast, sondern manchmal auch, dass Du manche wertschöpfende Aktivitäten und Gelegenheiten nicht genutzt hast, die für Dich von großem Nutzen sein könnten. Starte ein neues Projekt. Kaufe einen neuen Kurs. Erwirb eine neue Fähigkeit. Lerne etwas Neues oder arbeite ehrenamtlich. Wie gesagt, ich fing an zu schreiben.

Viele Menschen haben Herzschmerz erlebt und basierend auf ihren Erfahrungen großartige Romane, Lieder oder Gedichte geschrieben. Nutze Deine einstige Romantik-Erfahrung oder Deine aktuellen Verletzungsgefühle. Ich persönlich denke, Adele hat einige wirklich herzzerreißende Trennungen durchgemacht, und die kraftvollen und emotionalen Songs, die wir von ihr genießen, sind ihre Erfahrungen.

Denke über Deine jüngsten Erfahrungen nach

Während ich gezwungen wurde zu sagen, dass meine Ex tief im Inneren eine blöde Kuh war, weiß ich, dass sie keine schreckliche Person war. Vielleicht war ich das Problem. Niemand möchte Verantwortung für eine gescheiterte Beziehung übernehmen, aber brutal ehrlich zu sich selbst zu sein, kann Dir viel Gutes tun.

Schau nach innen und denke nach. Manchmal hilft es, sich selbst mit den Augen anderer zu betrachten. Versuche, die Perspektive anderer Menschen auf Dein Verhalten zu lenken. Vielleicht hat Dein Ex es satt, sich mit Deinen Exzessen abzufinden: Das heißt nicht, dass Du eine schreckliche Person bist. Du musst nur einige notwendige Änderungen vornehmen. Versuche, einige toxische Verhaltensweisen zu regulieren.

Während es Verhaltensweisen gibt, die in unsere DNAs eingeprägt sind, gibt es einige, an denen wir arbeiten können. Sie sind vielleicht hitzig, stolz, ein Perfektionist oder zu anhänglich oder fordernd. Dies ist die Zeit, um die beste Version von Dir zu erstellen. Das Lernen, diese einzudämmen, könnte der Silberstreifen des Herzschmerzes sein.

Gehe nicht über die gescheiterte Beziehung hinweg. Erstelle stattdessen ein neues Du, auf das Du stolz sein wirst.

Nimm Dir Zeit für alles

Vielleicht ist ein Urlaub oder eine Veränderung der Umgebung das, was Du brauchst, um wieder gesund zu werden. Wenn Du Dich an einem Ort ohne Ablenkungen befindest, kannst Du Dich auf Dein Leben und Dein nächste Vorgehen konzentrieren.

Neue Gesichter zu sehen und sich mit einer neuen Aura zu umgeben, ist auch für Deinen Geist gesund. Wenn Du Dir keinen Urlaub leisten kannst, kann das Entspannen im Park oder an einem Ort, an dem Du in engem Kontakt mit der Natur stehst, Deinen Geist von diesen deprimierenden Gedanken und Emotionen entgiften.

Verbringe mehr Zeit mit Freunden

Dein Herz ist gebrochen. Du hasst jedes andere Mitglied des anderen Geschlechts und Du möchtest Dich nur noch schmollend oder betäubend ins Bett verkriechen. Aber wird das helfen? Das glaube ich nicht.

Allein zu sein ist gut, aber je mehr Zeit Du alleine verbringst, desto länger wird es dauern, Dich von dieser früheren verletzenden Erfahrung zu lösen. Es ist Zeit weiterzugehen. Mit Freunden abzuhängen. Denke an Verabredungen und Kurzurlaube mit Deinen Freunden, zögere nicht. Mit Freunden zu trinken ist besser, als einsam betrunken zu sein.

Stelle neue Verbindungen her

Sozialisieren. Treten Sie Facebook-Gruppen bei: Damit meine ich keine Herzschmerzgruppen. Ich meine Gruppen mit Themen Deiner neuen Interessen. Persönlich mag ich WhatsApp-Gruppen nicht, aber sie könnten gut für Dich sein, da Du möglicherweise Updates zu Themen erhältst, die Dich interessieren.

Und wenn Du nicht auf LinkedIn bist, solltest Du dort ein Konto einrichten. Du kannst Dich dort mit Fachleuten in Verbindung setzen, die mehr über Deine neuen Fähigkeiten, Dein neues Projekt oder Dein neues Interesse wissen. Dort zu sein könnte auch ein Sprungbrett für einen neuen Job oder eine neue Geschäftsmöglichkeit sein.

Und verbinden Sie sich mit mir auf LinkedIn. Ich würde mich freuen, Sie kennenzulernen.

Abschließend:

Dein Fall ist möglicherweise keine Beziehung. Es könnte die eine oder andere Form der Enttäuschung sein oder Du könntest mit Depressionen kämpfen. Das Anwenden aller oder einiger dieser Punkte kann Deinen Heilungs- und Genesungsprozess erleichtern. Ich rate Dir auch, heute mit jemandem zu sprechen.

Vielleicht finden Sie auch meinen Artikel über das Auffinden Ihres Zwecks aufschlussreich

Erzähle von Deiner Geschichte, wie Du nach einer herzzerreißenden Situation oder Depression weitergegangen bist. Wir würden gerne lernen. Lasse mich auch Deine Einwände und Vorschläge im Kommentarbereich wissen.

Und vergiss nicht, Dich anzumelden, damit Du keinen unserer kommenden Beiträge verpasst. Wir haben tolle Beiträge für Dich. Sei auf der Hut.

Yours Nuelzy-pen

Nuel’s Confessions: How I Got Over A Heartbreak And Recreated Myself In 10 Steps

Foto: Astrid Gast –

Love is not for me. Or maybe I should say relationships are not for me.

Really, I don’t think everyone is cut out for relationships. The last time I talked about love, it was about my failed relationship attempt. However, I finally fell in love but had my heart broken. And today, I’m going to talk about my heartbreak experience.

Here’s my story;

Marjorie (not real name) and I had been dating for 2 years. People say, „Be with someone that complements you,“ but I don’t believe in that philosophy. I think people should be with someone that’s one of their kind. For example, if you’re a very emotional person, be with someone that’s also very emotional else you’ll feel cheated in the relationship. If you’re nerdy, don’t just go for beauty. Go for someone who loves knowledge, else both of you will bet bored with conflicting (discussion) interests.

Now, back to the story.

Marjorie was my kind. Added to that, she had very appealing physical features and a smile and voice that can melt even Joseph Stalin’s heart: which made me love her all the more. I saw my ideal wife in her. We were already planning to get married until this happened. Read on.

On a beautiful Saturday morning, we cooked together. Actually, she cooked while I stood behind her, holding her by the hips and exploring all her features with my hands. As a guy with poor culinary skills, that was the best physical support I could give her. And I know you do that, too.

That evening, we took a walk along the quiet and dark street. I felt like I was in paradise: there was no place I’d have rather been. When we got back, we watched ‚The Great Gatsby‘ before going to bed. When I look back in hindsight, I realised why she picked that movie. The night was steamy. Our chemistry, off the charts and everything was just perfect, until two days later… Bam!

She texted saying, ‚I can’t do this anymore.‘ I called her umpteen times and all I got was the sexy automated voice of the answering machine. I was puzzled and kept quizzing myself, ‚What happened? What did I do wrong? Did I say anything crazy? I thought everything was perfect. What What What? The ‚whats‘ didn’t seem to end and the answers were not forthcoming.

I spoke with a couple of her friends and they told me she moved out of town, and reality dawned on me. I was like, ‚Oh my God. Why didn’t she tell me?‘ I was drained physically, mentally, and emotionally. It took me a while to get over her but I’m happy again and I’d like to share how I healed my broken heart and got my life back to normal, if not even better. Number 7 is very important.

I cried

The first thing I did was cry. I know you’ll say, ‚But that’s impulsive.‘ Yeah, that’s true but many people try to suppress that bust of emotion. Do men cry? I don’t know. But I sure wept my eyes out, and it did me some good. I found great relief in that. Now, here’s what crying does for you. It helps you regulate your emotions, calm down and, reduces distress.

Science has proven that shedding emotional tears releases oxytocin ‚love hormone‘ and endorphins ‚happiness hormone‘. These will help you reduce emotional pains. So if you’re feeling terribly hurt? Pour your heart out in tears as I did. Don’t hold them back.

I expressed my emotions

I was tired of everything. Life became tasteless. And when I saw women, I went like, „Grrr!“ You know that kind of emotion that drives women to say, „All men are the same,“ like they’ve dated every man on the planet. I felt that too.

There were times I screamed, ranted, threw things around (without breaking anything) and got angry for no reason. Men are emotional beings too, so don’t be surprised. For some people, it can be more intense, and if you feel like doing any of these, please feel free. Those bust of emotions is good for your sanity. It releases some emotional load from your heart.

Expressing your emotions helps you left off some steam, calm down a bit and relieve you of some stress: you’re already struggling with coming to terms with the reality of your crashed relationship, you don’t want your entire life crashing with it. So don’t bottle things up. Just ’set fire to the rain‘ like Adele did.

And for the record, all men are not the same. You can try me out. *winks.

I talked to a confidant

Whether you’re grieving about a failed relationship or hurting about something else, you need a confidant to talk to. Everyone needs someone to talk to: someone to make you feel comfortable and most importantly, someone to just listen to you rant. In my case, I spoke with my friend, he wasn’t the best listener but he was good for listening to my balderdash.

Communication is key in the early post-breakup stages. Don’t just get angry and disappointed and lock yourself up. Talking to a friend or family or counsellor about the pains you’re going through can help take some pains off your aching heart and some burden off your shoulders.

I got a new hobby

Being with my ex-lover was my favourite hobby. And my second favourite was chatting with her. So you see, I was surrounded by her even when she wasn’t there. As she left, I needed a replacement (actually, two). Reading and writing played a role in healing my wounded heart and coming out of depression.

Were you a bookworm or you loved painting? Did you love surfing, watching movies, or travelling? Did you sacrifice those for your ex? Now is probably the time to get back to your old love. You can replace them with something you loved doing and if there’s something new you’ve always thought of trying out, exploit this opportunity.

Don’t hurry into another relationship

It could be tempting to immediately meet up with another person you feel attracted to: like getting under someone to get over a bad breakup. Don’t! It’s too early. You need some time off. You’ll soon find you’re doing that to get back at your ex and you’ll feel terrible about it.

I tried hooking up with a few other ladies almost immediately but it turned out I kept hurting myself the more. The sex were bland. The dates only reminded me of my ex. I knew I wasn’t ready for a new relationship.

Let this phase pass. Think things through and you’ll determine if you need a new heartthrob to make you feel better.

Read: Nuel’s Confessions: Love At First Sight Myth Debunked.

Begin a new project

When they say love is blind, it doesn’t only mean it blinds you from noticing the not-so-good qualities of your lover, it sometimes also blinds you from other value-adding activities and opportuniti4es that can be of great profit to you. Begin a new project. Buy a new course. Acquire a new skill. Learn something new or be a volunteer. Like I said, I began writing.

Many people have experienced heartbreaks and went on to write great novels, songs, or poems based on their experiences. Put your erstwhile romance experience or your current hurt feelings to good use. I personally think Adele has gone through some real heart-shattering breakups, and the powerful and emotional songs we enjoy from her are her experiences.

Reflect on your recent experience

While I was pushed to say my ex-lover was an asshole, deep down, I know she wasn’t a terrible person. Maybe I was the problem. Nobody wants to take responsibility for a failed relationship but being brutally honest with yourself can do you a lot of good.

Look inwards and reflect. Sometimes, it helps to look at yourself with the eyes of others. Try to see other people’s perspective of your behavior. Maybe your ex-lover probably got tired of putting up with your excesses: that’s not to say you’re a terrible person. You just need to make some necessary changes. Try to regulate some toxic behaviors.

While there are behaviors that are imprinted in our DNAs, there are some we can work on. You might be hot-tempered, proud, a perfectionist, or too clingy or demanding. This is the time to create the best version of you. Learning to curb these could be the silver lining of the heartbreak.

Don’t kick yourself over the failed relationship. Instead, recreate a you that you’ll be prorud of.

Take some time off everything

Maybe a vacation or change of environment is what you need to gain sanity again. Being in a place void of distractions can help you focus on your life and your next course of action.

Seeing new faces and surrounding yourself with a new aura is also healthy for your mind. If you can’t afford a vacation, maybe chilling in the park or somewhere you’ll be in close contact with nature can detoxify your mind of those depressing thoughts and emotions.

Spend more time with friends

You’re heartbroken. You hate every other member of the opposite sex and just want to cringe in bed sulking or boozing yourself to stupor. But will that help? I don’t think so.

Being alone is good but the more lone-time you spend, the longer it’ll take to detach from that previous hurtful experience. It’s time to move on. Hang out with friends. Reconsider those hookups and getaways with your friends you’ve been procrastinating. Having booze with your friends is better than solitary booze.

Make new connections

Socialize. Join Facebook groups: and by this, I don’t mean heartbreak groups. I mean groups with themes of your new interests. Personally, I dislike WhatsApp groups, but they might be good for you as you might get updates on issues that interest you.

And if you’re not on LinkedIn, you should consider setting up an account there. You could connect with professionals there that know more about your new skill, project, or interest. Being there could also be a stepping stone to a new job or business opportunity.

And connect with me on LinkedIn. I’d be glad to meet you.

In conclusion

Your case might not be a relationship. It might be one form of disappointment or another or you could be battling with depression. Applying all or some of these can facilitate your healing and recovery process. I also advise you to talk to someone today.

You might also find my post on finding your purpose insightful.

Share your story of how you moved on after a heartbreaking situation or depression. We’d love to learn. Also, let me know your objections and suggestions in the comment section.

And don’t forget to subscribe so you don’t miss any of our upcoming posts. We’ve got amazing posts coming your way. Be on the lookout.

Yours Nuelzy-pen

An alle fantastischen Mütter dieser Welt

… alles Liebe zum Muttertag.

Meine Tochter schrieb für ihre Tochter diesen tief ins Herz gehenden Song. Als ich die endgültige Fassung hörte, wollte mich die Gänsehaut nicht verlassen. Ein Text der alles sagt, was wir Mütter im Inneren tragen und fühlen.

Deshalb möchte ich heute nicht viele Worte verlieren und stattdessen meine Isabel mit ihrer Combo janisa-music sprechen lassen. Lehnt Euch zurück und genießt diesen musikalischen Leckerbissen.

janisa-music

Ich möchte noch erwähnen, dass dieses Video zu „Dein Herz“ unter ganz besonderen Umständen entstand. Geschuldet der momentan geforderderten Distanz in der Corona-Zeit sind besondere Ideen gefragt, um ein solches Zusammenspiel, wie in diesem Clip, überhaupt zu ermöglichen. – Auch das ist ein Zeitzeugnis 2020.

Ich bin wahnsinnig stolz auf mein Kind. Eine Mama, die mit ihrem Herzen immer bei ihr weilt.

Einen fantastischen Mutterag, einen schönen Sonntag

wünscht Euch von Herzen,

Eure Petra Kolossa.

💕☀️

Der kleine Freund und der große Nebel

Heute habe ich eine Kurzgeschichte. Man möge mir verzeihen, wenn sie sich etwas kindlich naiv lesen sollte, doch ich denke, dass eine kindlich naive Sichtweise bisweilen ein guter Lösungsansatz für so manches Problem wäre. Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein hoffnungsloser Romantiker und ein Träumer. 

Es war ein Tag wie jeder andere, als ich diese außergewöhnliche Begegnung mit meinem kleinen Freund hatte. Ein Tag, an dem ich wieder mal erkennen musste, dass sich besondere Ereignisse, sowohl positiv als auch negativ, nur selten mit großem Getöse ankündigen. 

Ich machte einfach, wie so oft, einen Spaziergang durch die freie Natur, als ich beschloss, unter einer freistehenden Tanne am Rand eines großen Feldes etwas Schatten zu suchen. Direkt am Stamm dieses Baumes türmte sich ein stattlicher Ameisenhaufen auf. Weil ich gerade nichts besseres zu tun hatte, schaute ich dem Gewusel der Ameisen zu. Ich ging in die Hocke und inspizierte den Ameisenhaufen etwas genauer. Ein ziemliches Chaos schien das zu sein, wie die Ameisen kreuz und quer über den Haufen rannten. 

In Gedanken versuchte ich, kleiner zu werden, mich auf die Größe der Ameisen zu reduzieren, um einen besseren Einblick zu haben. Schön, dass die Gedanken wirklich frei sind, Gedanken können alles und sie dürfen alles. So wurde ich mit der Zeit so klein, dass die Eingänge in diese Burg wie Höhlen vor mir lagen und die Ameisensoldaten, die davor Wache hielten, schon bedrohlich auf mich wirkten. 

Plötzlich kam eine Ameise auf mich zu, die kein Soldat zu sein schien. Erstaunlicherweise wurde ich freundlich von ihr begrüßt: „Na, sieh mal einer an“, sagte sie, „ein Mensch. Solchen Besuch hatten wir hier seit ewiger Zeit nicht mehr.“ „Wie?“, fragte ich, „hattet ihr überhaupt schon mal Besuch von einem Menschen?“ „Ja, sicher, die Alten sagen, früher wäre das öfter vorgekommen, aber meistens waren es Kinder. Heutzutage jedoch interessiert sich offensichtlich kein Mensch mehr für Ameisen.“ „Tja , leider“, bemerkte ich nur knapp. „Soll ich dir unsere Stadt zeigen?“, fragte mein kleiner Freund. „Gerne“, erwiderte ich , „ aber darf ich denn da rein?“ „Du selbst hast gesagt, dass ein Gedanke alles darf“, meinte mein kleiner Freund und erinnerte mich somit daran, dass meine Expedition „nur“ eine Astralreise war.

Ich folgte meinem Freund also durch dieses Höhlensystem in den Ameisenhaufen. Beeindruckend war das, was ich sah. Überall wuselten Ameisen, die kaum Notiz von uns nahmen. Viel zu beschäftigt waren sie und ihr Gewusel wirkte jetzt nicht mehr so chaotisch auf mich, wie noch vor wenigen Minuten, als ich noch übergroß in meinem Körper vor dem Ameisenhaufen stand. Jetzt sah mir das alles bis ins kleinste Detail durchorganisiert aus , überall wurde gebaut und hunderte Ameisen schafften dürre Tannennadeln, zerkleinerte Blätter und Gräser, Erdkrümel und andere Materialien zu den Baustellen. An vielen Stellen wurden Gänge repariert, Gerüste aus Blättern und Nadeln wurden mit Erdkrümeln „ausgemauert“, so dass stabile Wände entstanden. Die Baukunst der kleinen Kerlchen war wahrlich bewundernswert. Immer tiefer folgte ich meinen kleinen Freund in den Ameisenstaat, manchmal ging es ziemlich steil nach unten, wir mussten bereits weit unter der Erdoberfläche sein. Mein Freund war ein exzellenter Fremdenführer, er zeigte mir stark belebte Hauptwege, kleinere, ruhige Seitenwege, Brutkammern, Vorratslager und Arbeiterstuben. Ich war fasziniert von der Vielfalt, die diese riesige Ameisenstadt zu bieten hatte.

Wie wir immer so weiter gingen, kamen wir an eine Art Schacht, es war ein Gang, der fast senkrecht nach unten führte. „Pass auf“ , sagte mein Freund, „jetzt zeige ich dir das Herz unseres Staats.“ Ich folgte ihm, ewig weit schien es nach unten zu gehen. Ich hatte keine Ahnung, wie weit wir mittlerweile unter der Erdoberfläche waren, aber irgendwie dachte ich an Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde.“ Dann plötzlich ging der Gang wieder waagerecht und endete in einer großen Halle. Dort war unglaublicher Betrieb, Ameisen kamen mit allerlei Nahrungsmitteln, andere transportierten Abfälle ab, wieder andere trugen Eier zu den Brutkammern. Auf der gegenüber liegenden Seite dieser Halle war ein großes Tor und davor standen etliche Wachsoldaten , denen man ansah, dass sie wenig Spaß verstanden. „Hinter diesem Tor residiert unsere Königin“ , erklärte mir mein kleiner Freund, „wir können leider nicht da rein, nur wenige von uns haben das Privileg, die Gemächer der Königin zu betreten“. Mein Freund flüsterte die Worte fast. Ich merkte, dass dies auch für ihn ein sakraler Moment war. Wahrscheinlich war auch er, genau wie ich, zum allerersten Mal hier unten. Wir sahen zu, dass wir wieder nach oben kamen, denn irgendwie fühlten wir uns beide wie Eindringlinge.

Auf dem Rückweg war mein Entdeckergeist geweckt, fast schon ausgelassen rannte ich überall herum und schaute mir alles an. Als ich in einen schmalen Seitenweg abbog und diesem folgte, lief mein Freund hinter mir her und rief mir irgendwas nach, was ich in meiner neugierigen Erregung überhörte. Der Seitenweg mündete wieder in einen größeren Gang und da sah ich auf einmal eine bizarre Szene. Der Gang war lang und breit und ziemlich gerade, so dass ich eine weite Strecke überschauen konnte. Und soweit mein Auge reichte, sah ich Ameisen, die ihre Kameraden trugen. Endlos schien diese schaurige Prozession zu sein und es war unschwer zu erkennen, dass die getragenen Ameisen tot waren. Mein Freund stand inzwischen hinter mir. „Ich wollte nicht, dass du das siehst“ , sagte er und ich war überzeugt, wenn Ameisen weinen könnten, hätte er Tränen in den Augen gehabt. „Eigentlich wollte ich dir die schönen Seiten unseres Lebens zeigen, nicht, wie die Toten abtransportiert werden, sprach er weiter und es tat mir weh, in diese großen, traurigen Augen zu sehen, die zu keiner Träne fähig waren. „Was, bei allen Göttern, ist hier passiert, ich meine, es sind so viele?“

„Kommst du mit mir, eine Blattlausmilch trinken?“ , fragte er mich und ich merkte, dass ihm im Moment das Wichtigste war, so schnell wie möglich von diesem Ort weg zu kommen. „Blattlausmilch?“ , fragte ich etwas irritiert, aber ich folgte ihm durch einige Seitengänge, bis wir nach einer gefühlten Ewigkeit ein paar schlichte Kammern erreichten. Mein Freund betrat eine von diesen und bat mich herein. „Das ist meine Stube , ich bin ein Vorarbeiter, darum habe ich eine Eigene“, erklärte er mir nicht ohne Stolz. Die Stube war einfach eingerichtet, es gab einen Tisch, vier Stühle und ein Bett, alles aus Tannennadeln gefertigt. Wir setzen uns und mein Freund schenkte uns beiden eine milchige Flüssigkeit, die sogar sehr gut schmeckte, in zwei Trinkschalen ein.

Illustration: Theresia Hillebrand

Er sah wohl meinen fragenden Blick, deswegen begann er gleich zu erzählen: „Du musst wissen, früher war unsere Stadt noch viel größer und prächtiger als heute – bis der große Nebel kam.“ „Welcher große Nebel?“, fragte ich verwirrt. „Der große Nebel ist eine Naturkatastrophe, die wir bisher noch nicht kannten, obwohl die Alten sagen, das hätte es auch früher schon gegeben. Weißt du, Naturkatastrophen sind bei uns gar nicht so selten. Immer wieder wird unsere Stadt überschwemmt, das Ausmaß der Zerstörung ist jedes Mal groß und viele von uns ertrinken. Es kommt vor, dass ein Sturm riesige Schäden im oberirdischen Bereich anrichtet. Die Alten sagen, einmal hätte unsere Stadt sogar gebrannt, was beinahe die Vernichtung des ganzen Staates zur Folge gehabt hätte. Wir Ameisen haben kein langes Leben wie Menschen und wenn viele von uns sterben ist das weitaus bedeutungsloser als wenn ein einziger Mensch stirbt. “Er machte eine Pause, vielleicht, weil er wissen wollte, ob ich ihm zustimme. Ich fragte mich, wo eigentlich geschrieben steht, dass mein Leben mehr wert ist als Seines und wer wohl berechtigt ist, solche Gesetze in Stein zu meißeln. „Naturkatastrophen sind also nichts Besonderes“, erzählte er weiter, „aber dieser große Nebel war anders als alles, was wir bis dato erlebt hatten.

Angefangen hat es mit einem Erdbeben. Dann ohrenbetäubender Lärm und schließlich kam aus heiterem Himmel dieser Nebel. Alle, die an der Oberfläche waren, sind inzwischen tot. Ich war zum Glück hier unten, ich bin ein Bauarbeiter, ich gehöre nicht zu den Transporttrupps. Darum bin ich auch sehr selten an der Oberfläche. “Gebannt lauschte ich den Erzählungen meines kleinen Freundes. Ich unterbrach ihn mit keinem Wort. Das lag auch daran, dass ich plötzlich ein Brummen in meinem Kopf hören konnte. Irgend etwas störte meine Konzentration. Mein Freund erzählte weiter, während das Brummen in meinem Kopf immer lauter wurde: „Es ist schon eine Weile her, dass der große Nebel kam, aber das Sterben hat immer noch nicht aufgehört. Jeden Tag gibt es neue Tote, wir schaffen ihre Leichen an die Oberfläche. Das war die Prozession, die du gesehen hast und die eigentlich nicht für deine Augen bestimmt war.“ „Tja, vielleicht war es ja gut so, vielleicht kann ich euch ja helfen“, entgegnete ich, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie ich das anstellen sollte. „Oh, das wäre natürlich toll“ , freute sich mein kleiner Freund, „bestimmt kannst du das. Ihr Menschen seid stark und schlau, man sagt, ihr wärt die schlauste Spezies des Planeten.“ „Dazu muss ich aber erst rauskriegen, wo dieser große Nebel herkommt und worum es sich handelt. Ich muss jetzt leider zurück in meinen Körper, es zieht mich zurück.“ „Schade“ , rief mein Freund mir nach während es in meinem Kopf immer lauter rumorte, „lebe wohl mein Freund und versuche, uns zu helfen.

“Mit einem gefühlten Ruck war ich plötzlich wieder in meinen Körper. Lebe wohl, sagte er, nicht auf wiedersehen. Ich wusste, dass ich meinen kleinen Freund nie wieder sehen werde und er wusste das auch. Etwas traurig sah ich hinunter auf den Ameisenhaufen, sah nur noch chaotisches Gewusel, so wie vorhin auch. Wie lange war ich da drin, bei meinem kleinen Freund? War ich überhaupt dort? Immer noch war dieses Brummen in meinem Kopf, doch jetzt, da ich wieder in meinen Körper war, konnte ich die Ursache dafür erkennen. 

Auf dem großen Feld neben mir fuhr in einiger Entfernung ein Traktor. Er hatte eine Spritze angehängt, aus deren langen Auslegerarmen eine unangenehm stechend riechende Flüssigkeit auf das Feld gesprüht wurde. Noch einmal sah ich hinunter auf den Ameisenhaufen. Ich schaffte es nicht, mich noch einmal klein zu machen. Ich konnte auch meinen Freund unter den anderen Ameisen nicht mehr entdecken. Vielleicht wollte ich ihn auch gar nicht mehr in die Augen sehen. Deshalb murmelte ich die Worte vor mich hin, die ich ihm sagen wollte:

„Ich weiß jetzt, woher der große Nebel kommt. Ich muss dir leider sagen, dass meine Artgenossen ihn verursachen. Er ist weit gefährlicher, als ihr glaubt. Es macht mich traurig, mein kleiner Freund, dir sagen zu müssen, dass wohl auch dein Leben bald zu Ende sein wird. Der große Nebel ist überall, ja, sogar in dem Essen, das ihr eurer Königin bringt. Vermutlich ist euer ganzer Staat dem Untergang geweiht. Es wird dich wenig trösten, wenn ich dir sage, dass der große Nebel über kurz oder lang auch die vernichten wird, die ihn erzeugen. Die wissen das sogar selber und produzieren ihn trotzdem. Es ist nicht zu fassen, wie dumm die schlauste Spezies des Planeten ist. Du hast mich gefragt, ob ich euch helfen kann, ob ich den großen Nebel besiegen könnte. Nun, ich weiß es nicht. Die Armee derer, die ihn verursachen, ist gewaltig und mächtig. Es wird nicht leicht für mich sein, eine Streitmacht aufzustellen, die ihrer ebenbürtig ist. Aber ich werde es versuchen. Ich werde gegen den großen Nebel kämpfen, an jedem einzelnen Tag, an dem ich lebe, ich werde niemals damit aufhören, ich werde mich um keinen Preis geschlagen geben. Das schwöre ich dir, mein kleiner Freund – so wahr mir Gott helfe!“

Immer noch drehte der Traktor seine Runden über das Feld und lud seine tödliche Fracht ab. Und in der trügerischen Idylle der untergehenden Sonne entfernte ich mich langsam von dem todgeweihten Ort, an dem ich vor wenigen Augenblicken eines der größten Abenteuer meines Lebens erlebte. Wenn es denn überhaupt real war.

Herzliche Grüße, Euer Alfons

Dem Pfad der Sonne folgen

Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen. Eine ganz alltägliche, kleine Geschichte, die eigentlich keine große Aufmerksamkeit wert ist.

Bei dem tollen Wetter heute machte ich eine kleine Tour durch die Natur. Ich beschloss, dem Pfad der Sonne zu folgen, ich ging einfach immer in ihre Richtung.
So lief ich über Wiesen und weite Felder, mit meinen Hunden, denen ich ihre Wildheit ließ. Die ich nicht zu Menschen erzogen hatte. Die mich zu einem Wolf erzogen haben.

Ich durchquerte Obstanlagen und Hopfengärten immer in Richtung der Sonne und erreichte schließlich einen Wald. Entlang der Wege begegneten mir gestresste Menschen, die mit roten Gesichtern und Skistöcken durch den Wald hetzten. Es sah ein bisschen so aus, als wären sie auf der Flucht vor ihren Uhren, die sie am Handgelenk trugen und die sie zu jagen schienen.

Doch dann schien die Sonne durch hohe Tannen und wies mir den Weg in den dichten Wald. Hier gab es keine Menschen und keine Hektik mehr. Es ging nur noch darum, leise zu sein und zuzuhören.

Foto: Willy Holger Wagner

Zahllose Schmetterlinge flogen zwischen den Bäumen umher, als der Wald wieder lichter wurde. Ich glaubte, ihre Flügelschläge zu hören und sie setzten sich fast auf meine Nase. Das Zwitschern der Vögel war Musik in meinen Ohren, von irgendwoher lachte mich ein Grünspecht aus (der Ruf des Grünspechts klingt ein bisschen wie lautes Lachen ), wahrscheinlich, weil ich nicht fliegen kann. Ich fand sogar ein vierblättriges Kleeblatt und nahm es nicht mit. Es reicht, dass ich es gesehen habe, denn es ist allein der Glaube, der uns dem Glück zugänglich macht.

Auf einmal schien ich die Aura der Bäume zu sehen und ich konnte die Sphären, die unsere sichtbare Welt umgeben, zumindest erahnen. Der ewige Kreis von Werden und Vergehen war hier normal und alltäglich und hatte nichts von dem Schrecken, den die Menschen ihm anhaften. So ging ich weiter meinen Weg, immer geleitet von der Sonne. Als ich den endlos scheinenden Wald durchquert hatte, bot sich mir ein atemberaubender Blick über das weite Argental, den Bodensee und dahinter die Alpenkette.

Wieder über Wiesen und Felder machte ich mich auf den Heimweg und war tief in Gedanken versunken.
Wie anfangs erwähnt, eine alltägliche Geschichte, ein Waldspaziergang, weiter nichts.
Und doch war mir klar, dass das, was ich heute erlebt habe, dem größten Teil der Menschheit verborgen bleibt. Wie sonst ließe sich der respektlose Umgang mit der Natur erklären?

Ich dachte darüber nach, wie es mit der Erde weiter gehen sollte. Ist es erstrebenswert, in einer Welt zu leben, in der man sich sogar nach der schmerzhaften Erfahrung eines Bienenstichs sehnt, weil diese einem zeigt, dass irgendwo noch ein bisschen Leben ist?
Weil sie einem zeigt, dass man selbst noch lebt? Sollen unsere Kinder nicht mehr wissen, wie schön Schmetterlinge sind oder wie der Gesang von Vögeln klingt?

Wir müssen auf die Erde aufpassen, denn dann passt sie auch auf uns auf und lässt uns leben.
Und wenn wir dabei auch nicht an künftige Generationen denken, so weiß keiner von uns, woher er einst kam und wohin er einmal geht.
Wer garantiert uns denn, dass wir die Erde nicht mehr brauchen, wenn wir dereinst in ihrem Schosse ruhn?

Herzliche Grüße, Euer Alfons