Zeitrechnungen
Meine Brille, die ich am liebsten trage, die allerdings auch die neueste mit den aktuellsten Sehstärken ist, muss immerzu an ihren Schräubchen nachgezogen werden.
Ich denke so: Es kann doch nicht sein, dass dieses gute (teure) Stück schon wieder an den verschraubten Stellen wackelt. So alt ist sie doch noch nicht!
Doch, ist sie. Ich schaue nach und stelle fest, dass ich diese seit dem Frühjahr 2019 auf der Nase trage.
Ich denke: Oha, das war ja noch vor Coroa! Wer hätte das gedacht?!
Und in diesem Augenblick wird mir bewusst, dass sich meine Zeitbegrifflichkeit seit ein paar Jahrzehnten in diffuse Zeitspannen kleidet.
Wenn ich mich mit anderen unterhalte fallen wie selbstverständlich solche Wortkonstrukte wie „zu DDR-Zeiten“ oder „seit, vor oder nach der Wende“, „seit, vor oder nach Corona“, „während, vor oder nach der Ampel“ und so weiter.
Ich überlege: In welcher kurzlebigen Ära leben wir eigentlich jetzt? Keine Ahnung, wie wir das einmal betiteln werden.
Haben sich in Deine Denkwelt und Deinen Sprachgebrauch ebensolche groben Zeitbegrifflicheiten eingeschlichen?
Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 😊
Bis zum nächsten Mal, herzlich, Eure Petra Kolossa.

