Meine Brille, die ich am liebsten trage, die allerdings auch die neueste mit den aktuellsten Sehstärken ist, muss immerzu an ihren Schräubchen nachgezogen werden.
Ich denke so: Es kann doch nicht sein, dass dieses gute (teure) Stück schon wieder an den verschraubten Stellen wackelt. So alt ist sie doch noch nicht!
Doch, ist sie. Ich schaue nach und stelle fest, dass ich diese seit dem Frühjahr 2019 auf der Nase trage.
Ich denke: Oha, das war ja noch vor Coroa! Wer hätte das gedacht?!
Und in diesem Augenblick wird mir bewusst, dass sich meine Zeitbegrifflichkeit seit ein paar Jahrzehnten in diffuse Zeitspannen kleidet.
Wenn ich mich mit anderen unterhalte fallen wie selbstverständlich solche Wortkonstrukte wie „zu DDR-Zeiten“ oder „seit, vor oder nach der Wende“, „seit, vor oder nach Corona“, „während, vor oder nach der Ampel“ und so weiter.
Ich überlege: In welcher kurzlebigen Ära leben wir eigentlich jetzt? Keine Ahnung, wie wir das einmal betiteln werden.
Haben sich in Deine Denkwelt und Deinen Sprachgebrauch ebensolche groben Zeitbegrifflicheiten eingeschlichen?
Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 😊
Bis zum nächsten Mal, herzlich, Eure Petra Kolossa.
„Die Kollegin erreichen Sie heute nicht. Sie arbeitet nie freitags.“, oder: „Oh, das wird knapp. Nur morgen habe ich ein Zeitfenster im Kalender, den wir füllen können. Aber das ist ja Samstag …“, und das: „Bitte kontaktieren Sie uns am Montag, der Mitarbeiter ist am Freitag immer im home office.“ Als mir dann auch noch ein Schönes Wochenende gewünscht wurde, beginne ich, an mir selbst zu zweifeln.
Ich lege meine Kopfhörer beiseite, greife nach meinem Kalender und schlage die aktuelle Woche auf. Nein, es ist definitiv nicht Freitag. Es ist Vormittag, Donnerstag, der vierzehnte Dezember 2023.
Woran mag das liegen, dass die Leute schon einen Tag im Voraus sind? War es die zu anstrengende Arbeitswoche und die daraus resultierende Sehnsucht nach dem nahenden Wochenende? Oder ist es vielleicht das zu Ende gehende Jahr und die noch zu vielen Dinge, die erledigt werden müssen? Die Menschen fühlen sich getrieben und sind gedanklich schon fast im Wochenende. Denn auch dort warten die noch so vielen kleinen und großen Dinge, die unbedingt fertig werden müssen. Schließlich kommt Weihnachten immer so plötzlich.
Wir jagen in der Zeit, sind gefangen in den Dingen, die von uns erwartet werden. Wir wünschen uns, es zuzulassen und einfach zur Ruhe kommen zu dürfen. Jedoch lassen wir es selbst nicht zu. Wir wollen nicht enttäuschen, wir wollen es den anderen gegenüber nicht eingestehen, dass wir müde und erschöpft sind. Wir wollen uns nicht erklären müssen und wir wollen keine gut gemeinten Ratschläge, was uns gerade jetzt guttun würde. Wir wissen es selbst, wie wir wieder Kraft ganz nach unserem eigenen Rhythmus für uns schöpfen können.
Kaum denken wir darüber nach, kommt schon das schlechte Gewissen. Eigentlich müsste man die wenigen freien Tage nutzen, um zu den Eltern zu fahren, die Kinder besuchen, den Geschwistern nahe sein. Es sind dann in meinem Fall etwa eintausendfünfhundert Kilometer Autofahrt, ein Besuchermarathon und das Switchen zwischen den vereinbarten Treffen und den Hotels. Wir taten diese Trips so oft. Ich weiß, dass es schön, aber auch unglaublich anstrengend ist. Seit vielen, vielen Jahren habe ich meine freien Tage auf diese Weise verbracht, ohne mir wirklich eine Erholung zu gönnen.
Jetzt ist mein Akku am Limit und auch ich freue mich auf meine Urlaubstage am Jahresende, die ich gern weitestgehend hier in meinem Lebensumfeld ganz egoistisch zum Aufladen meiner Ressourcen nutzen möchte.
Und ich denke, das trifft auf viele Menschen zu. Sie sehnen sich einfach nur nach etwas Ruhe, wollen die anstrengenden Tage, Wochen und Monate dieses 2023 hinter sich lassen und sind gedanklich bereits einen Schritt im Voraus.
So haben wir heute Donnerstag, der eigentlich schon ein Freitag sein wollte.
Wurdest auch Du bereits von solchen Gedanken getrieben? Schreibe es doch einfach unten in die Kommentare.
Herzlich, Eure Petra Kolossa.
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Bei minus vier Grad der erste Raureif. Am frühen Sonntagmorgen lärmte der Winterdienst die steile Straße hinauf. Rhythmisch blinkte die gelbe Rundumleuchte durch das Schlafzimmerfenster und qualifizierte sich zu meinem visuellen Wecker.
Kurz denke ich über das Wort Rauhreif nach. Korrigiere es zu Raureif. Es gibt Wörter, bei denen ich die 1996 vollzogene Rechtschreibereform nicht nachvollziehen kann. Dazu zählt dieses Wort. Weshalb nur wurde das „h“ entfernt? Wenn man sich die Mühe macht und sich einmal die Synonyme des Wortes „rauh“ anschaut, kann man es nicht verstehen. Zumal bei dem Wort „Rauhnächte“ das „h“ nicht gemaust wurde. Zum Glück. Aber hier spreche ich nur über ein simples „h“, das einfach mal so verschwindet. Im Vergleich mit dem, was heute mit unserer deutschen Sprache herumgekorkst wird, ist das nur Pillepalle.
Als ich gestern im Supermarkt einen Strauß Tulpen in den Wagen legte, musste ich lächeln. Die meisten Leute trugen Tannenzweige und Adventsgestecke davon. Ich liebe Tulpen und mag sie besonders gern in der kalten Jahreszeit. Und mir fällt in diesem Augenblick auf, dass ich doch vor nicht allzulanger Zeit derartige Tulpenbilder mit Euch teilte. Die Zeit rennt uns davon. Alles ist schneller und irgendwie zeitiger. Selbst der erste Advent hat es eilig. Aus meiner naiven Sicht gehört der Advent in den Dezember. So, wie der März in den Frühling gehört 😀
Mit dem Geburtstag meiner Schwester Anfang Dezember verband ich als Kind immer die Adventszeit und das baldige Weihnachten. Und mit meinem Geburtstag Anfang März war der Winter irgendwie zu Ende.
Meine Schwester und meine Eltern sind im Sternzeichen Schütze geboren, Es ist schon immer so, dass ich mich vor allem mit Menschen aus diesem Feuerzeichen umgebe. Glaubt man den Weissagungen, ist das für Wasserzeichen, wie mir, total kontraproduktiv. Nun, man sagt, alles im Leben habe seinen Sinn und es wäre ja auch zu öde, wenn es immer glatt und einfach liefe.
So ist das auch mit dem Advent. Es geht völlig geordnet. Der erste Advent ist immer der nächste Sonntag nach dem 26. November. Das Gefühl, alles sei irgendwie zeitiger und schneller, ist also ein ganz subjektives.
Durch die Wohnung zieht der Duft von echt erzgebirgischen Räucherkerzchen. Die Adventszeit ist eingeläutet. Die gemütliche, heimelige, etwas ruhigere, besinnliche Zeit.
Diese getrockneten Scheibchen von Zitrusfrüchten verbreiten einen sehr zarten, fast unauffälligen Duft. Ich mag das. Es ist so, wenn man im Freien einen Lavendelstrauch streift. Auch dieses Aroma nimmt man nur in diesem Augenblick wahr. Vor einiger Zeit schaute ich im world wide web nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten. Hier der Link für Dich. Vielleicht möchtest Du dieses oder jenes selbst ausprobieren. Diese Fotos machte ich soeben in meinem Atelier. Jedoch habe ich solche getrocknen Scheiben unter anderem in einer großen Glasvase eingefüllt. Es ist dekorativ und duftet wunderbar. Wenn man einige Tropfen ätherisches Öl hinzufügt, verstärkt es das Aroma und es tut insgesamt gut. Hier findest Du sehr hochwertige und reine ätherische Öle.
Das Bild ist ein Experiment mit meinem neuen Smartphone. Über das Bild legte ich einen „Nostalgie“-Filter. Irgendwie passt das in meinen Tag. Ich fühle mich ein wenig so.
Wie verbringt Ihr Euren ersten Advent? Ich werde mein aktuelles Bild zu ende bringen. Unser Ausstellungstermin rückt immer näher. Hast Du Dir den Termin vorgemerkt? Hier findest Du die Flyer mit den Details.
Ansonsten wird es, so hoffe ich, ein ganz ruhiger Tag.
Euch allen wünsche ich einen schönen und erholsamen ersten Adventssonntag.
Seid herzlich gegrüßt von Eurer Petra Kolossa.
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Zeit ist ein relativer Begriff, für mich nicht greifbar. Das eine dauert eine Ewigkeit, das andere geschieht im Fluge. Wobei ersteres nur wenige Tage messbare Zeit beanspruchte und das andere fünf Jahre, zum Beispiel. Zeit ist für mich eine schwammige Maßeinheit. Zumindest auf rein mentaler Ebene betrachtet. Also ohne Uhr und Kalender.
Solch eine Zeitdifferenz wurde mir vor wenigen Tagen wieder bewusst. Auslöser waren diese Bilder:
Vor vier Jahren zur gleichen Zeit nahm ich diese Bilder auf. Es war nur ein Spaß, den ich auf Facebook unter dem Titel „So geht Haare trocknen“ teilte.
Es sind nur vier Kalenderjahre. Jedoch fühle ich es so, als seien es wenigstens doppelt so viele. Diese Leichtigkeit, die damals noch in mir wohnte scheint sich eine Krake geholt zu haben. Eine mit x-vielen Armen, die mich wahnsinnig belastet. Ich wünsche an manchen Tagen, mein Verstand würde das, was um uns geschieht, einfach mit Hopsalla und Trallala und naivem Glauben an die „Macher“ aufnehmen. Dann wäre alles gut.
Nein. Das wäre es nicht und es ist nicht die Lösung und schon gar nicht ist es der Weg. Unsere Welt erlebt derzeit so etwas wie einen Zeitwandel, eine neue Episode in unserer Geschichte. Die Frage ist nur: Was wollen wir?
Ich brauchte etwas Zeit für mich selbst. Etwas Abstand zu Social Media und so einigen Dingen; eine Neuorientierung und Klarheit, die mir wieder Kraft gibt. Die Leichtigkeit von vor vier Jahren wird in dieser Form nicht zrückkehren. Da ist zu viel geschehen in den letzten Jahren. Es wird jedoch eine andere sein.
Wie fühlst Du die letzten Jahre? Was hat es mit Dir gemacht? Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.
Ich schicke sommerheiße Junigrüße in Eure Woche ☀️
In einer Sache sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Es ist, wie es ist. Wir jagen in der Zeit. Oder wie die meisten es wohl sagen: Die Zeit verfliegt, sie fließt durch die Finger.
Was ist eigentlich Zeit? Eine Maßeinheit, eine physikalische Größe, ein philosophisches Irgendetwas. Für mich ist sie nicht greifbar. Diese „Zeit“ sitzt mir so manches Mal als ein kleiner bissiger Quälgeist auf den Schultern. Zeit kann antreiben. Sie kann jedoch auch hemmen, fast lähmen.
Ich denke an Dalis Uhren und weiß, dass wahrscheinlich die meisten Menschen ähnliche Gedanken in sich tragen. Weshalb sinniere ich so? Es ist wieder der Zwölfte eines Monats. Mein Kalender erinnert mich an den Bloggertag. Hatte ich nicht erst vor wenigen Tagen meine zwölf Bilder für den Monat Mai gebloggt?
Es sei, wie es ist. Hier also mein ganz normalter Tag am zwölften im Monat Mai:
Raus aus den Federn! – Auch wenn ich mich heute gern noch ein paar Minuten einkuscheln möchte.Ich mag diese entspannenden Minuten am Morgen bei einer Tasse Kaffee. Ein paar Minuten gefesselt im Trocknungsprozess des Nagellacks. Eine Zeit in der ich nix, garnix anfassen kann 😄Schnell noch die Gemüsesuppe vorbereiten, bevor ich das Haus verlasse. Gestern wechselten wir die Bilder im Kunstschaufenster bei Euronics Hagen. Im Auto habe ich die Kunstwerke von Wolfgang Hirschberger. Er wohnt nur wenige Kilometer entfernt. Also habe ich ihm diese unkompliziert vorbeigebracht. Leider war er nicht zu Hause. Ich stellte sie zu seinem lustigen Türwächter. Dieser ist typisch Wolfi. Bevor ich wieder ins Auto stieg, fiel dieses Arrangement der Natur auf. Ich konnte nicht widerstehen und hielt es in meinem Phone fest.Der Weg nach Hause führt an meinem Lieblings-Obstbauern vorbei. Ich konnte nicht anders und nahm die ersten duftenden Erdbeeren in dieser Saison mit 🍓Hmmm 😋🍓🍓🍓
Das leidige Thema der Kaffee-Kapseln … Ich weiß das. Dennoch mag ich den Geschmack dieser besonders gern. Auf der Seite eines Gartenfachmarktes las ich, dass Kaffeesatz die Schnecken im Garten verjagen würde. Also pule ich diese Dinger aus und hoffe sehr, dass es die Weichtierchen aus den Hochbeeten verjagen wird. Ach, übrigens erfuhr ich von Permanent-Kapseln für meine Lieblingskaffeemaschine. Ich werde mich um diese aus Edelstahl produzierten bemühen und sie dann selbst mit frisch gemahlenem Kaffee befüllen. So wird die „gelbe Tonne“ etwas weniger Plastik zu fressen bekommen 😉
Tulpen begeistern mich. Ich weiß noch nicht, was ich mit diesen getrockneten Blüten anfangen werde. Noch ist es nur eine Laune. Mal schauen, was daraus wird.Screenshot bei Wikipedia – Im letzten April erzählte ich von der Filmserie „In aller Freundschaft“. Diese sah ich mir als kleines Abendprogramm im Zeitraffer an. Es ist erstaunlich, wie sich das politisch-gesellschaftliche Narrativ über die letzten Jahre auch in einer solchen simplen Serie widerspigelt. Es wurde mir sehr bewusst, wie selbstverständlich in den wenigen Minuten einer Serie Woche für Woche, Stück für Stück nicht nur die Geschichte erzählt wird, sondern auch die Ziele der jeweils agierenden Politik gepflanzt werden. – Nun, jetzt habe ich mir eine andere alte Serie als Abendprogramm gewählt. Diese läuft seit 2005, „Sturm der Liebe„. Eine lange Zeit und ein spannender Zeitraffer für mich. Ich bin gespannt. – Sicher bin ich mir nicht, ob ich es überhaupt schaffen werde, diese vielen Teile komprimiert zu schauen. Es wird vorerst die letzte Serie sein, die ich verfolgen werde. Ihr werdet bestimmt lachen. Aber für mich ist es manches Mal eine anstrengende Bespaßungszeit und ich schalte es ab.
Nach dem Ausräumen meines Autos bei Wolfgang Hirschberger. Dreißig Grad, pure Sonne, der erste heiße Tag in diesem Jahr. Ich bin etwas müde, etwas erschöpft.
Der zwölfte Mai 2022 ist Geschichte.
Im Juni gibt es wieder einen zwölften. Genießt die Zeit!