Petitesse – Randnotiz – 2024-09-03

Vor zwei Tagen war der erste September. Unglaublich, schon gleich Herbst. Außerdem ist es der „Antikriegstag“ in Deutschland. Ein Wort, das mich kurz innehalten lässt. Nur ein Wort? Es scheint im Augenblick etwas abgenutzt, benutzt, dahingeplappert, ohne den tiefen Sinn dahinter in aktiven Handlungen zu untermauern. Wir brauchen nur vor unsere eigene Haustür schauen. Den Blick in die große weite Welt können wir uns sparen.

Ich hätte es mir nicht träumen lasssen, dass Deutschland eines Tages wieder mit den Sebeln rasseln könnte. Und noch weniger hätte ich  jemals geglaubt, dass die, die am stärksten mit den Hufen scharren, ausgerechnet die „Peace-Parteien“ aus den 1960ern und Siebzigern sein könnten. Die Ernüchterung kam bei mir erst vor etwa sieben, acht Jahren. Und als ich in der Vorbereitungszeit der Bundestagswahlen 2021 sagte, dass die Grünen die Wölfe im Schaftspelz seien, erhielt ich so einigen Shitstorm. Meine Meinung hat sich nicht geändert. Das Schafsmäntelchen legten sie schneller ab, als ich dachte. Mit einem lächerlichen Wahlergebnis von nur 14,7 Prozent rissen sie selbstüberschätzend großmäulig die Macht an sich, die sie nie ohne der anderen zwei Parteien mit ähnlichen Wahlergebnissen hätten.

Waren sie damals die Blümchen- und Bienchenpartei, die sich unter anderem um den Schutz der Umwelt und die artgerechte Haltung von Tieren einsetzte und vehement gegen jegliche Kriegs- und Militäraktivitäten demonstrierten, sind sie heute sehr weit davon entfernt.

Und nein, die Deutschen wollen nicht den Kitt aus den Fenstern fressen, um unterwürfig den Staatenverbund fernab über dem großen Teich ihr kriegerisches Spiel um die Weltherrschaft und das Sanieren deren flauter Wirtschaft zu finanzieren. Und nein, sie wollen augenblicklich auch keine Radwege in Peru oder irgendwelche LGBT-Projekte in Afrika oder ähnliches finanzieren. Die Deutschen sind ein friedliebendes, ruhiges, intelligentes, etwas pragmatisches und bis zu einem bestimmten Punkt auch ein phlegmatisches Volk. Sie haben keinen Bock auf das Verbrennen von Milliarden Euro für von vornherein sinnlose Sanktionen und schon gar nicht auf diese aktive Kriegsbeteiligung durch das Liefern von Waffen und Kriegszeug sowie das Ausbilden von zum Beispiel ukrainischen Soldaten auf deutschem Boden.  Das bringt außer einem transatlantischen Geldfluss weder unserem eigenen Land noch einem anderen europäischen Staat irgendeinen Nutzen; weder wirtschaftlich, noch bilateral. Das Einmischen in die Weltpolitik kann nur mit großem Fingerspitzengefühl und diplomatischem Sachverstand, wenn überhaupt, erfolgen, das Deutschland leider derzeit in keiner Weise leisten kann. Welch eine Überheblichkeit der aktuell agierenden Politiker!

Deutscher Antikriegstag. Die meisten der Deutschen, davon bin ich überzeugt, wollen keinen Krieg. Sie wollen keine amerikanischen Atomwaffenstützpunkte der USA auf deutschem Boden. Die Deutschen wollen weder eine Knautschzone zwischen Ost und West, noch ein Bauernopfer sein. Die meisten Deutschen wollen Friedensgespräche und ein Ende der sinnlosen Kriegsaktivitäten.

Das ist elementar, jedoch scheint das mit Rot-Grün-Gelb unmöglich.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.