… von Blogbeiträgen, Alphawellen und so

Es ist zeitig am Morgen. Das aufgeregte Gezwitscher der Vögel dringt durch die weit geöffneten Fenster. Man spürt bereits jetzt den sonnig werdenden Frühlingstag. Ich fühle mich seit langer Zeit wunderbar ausgeschlafen. Mit frisch gewaschenen noch feuchten Haaren sitze ich an meinem Laptop und tippe diese Zeilen.

Vor ein paar Tagen löschte ich zum ersten Mal einen bereits von mir veröffentlichten Beitrag in meinem Blog. Nur meine Abonnenten fanden diese Petitesse in ihrem E-Mailpostfach, weil er automatisiert zeitgleich mit der Veröffentlichung in den Versand ging.

In den letzten fünf Jahren ließ ich mich von den gesellschaftspolitischen Geschehnissen, die mich frequentieren, unglaublich auslaugen. So schrieb ich am Mittwoch in der vergangenen Woche, nachdem ich mir am Vortag die komplette Bundestagssitzungd live antat, einen Blogbeitrag. Ich hatte mich also bereits wirklich etwas beruhigt und meine Worte waren aus meiner Sicht ziemlich gemäßigt.

Als ich damit fertig war und den Punkt setzte, lehnte ich mich in meinem Schreibtischsessel zurück und schlief erschöpft ein. Erst etwa zwei Stunden später wurde ich wieder wach. Ich fühlte mich leer, müde und machtlos; mir war kalt. Mein geschriebener Beitrag stand noch auf dem Bildschirm. Ich drückte den Button „veröffentlichen“ und schloss das Notebook.

Zum Abendessen sprach mich Holger an: „Du hast Dich heute in deinem Blog weit rausgelehnt.“ Ich stutzte einen Augenblick. Jedoch wurde mir in diesem Moment bewusst, dass ich meine eigens gezogene rote Linie überschritten hatte. Meine geschriebenen Zeilen waren zu deutlich. Auch wenn ich hinter jedem meiner Worte stehe, das ich schrieb, ergibt es keinen Sinn, von der Künstlichen Intelligenz der „Vertrauenswürdigen Hinweisgeber“ herausgefiltert zu werden, beziehungsweise potentielle Angriffspunkte zu liefern. Nicht nur ich weiß es, dass wir inzwischen mit unseren in Worte gefassten Gedanken sehr vorsichtig sein müssen, wenn diese abseits des aktuellen politischen Narrativs liegen. So stand ich auf, ging an meinen Schreibtisch und löschte diesen Beitrag.

In den nachfolgenden Stunden hörte ich Musik, die ich mag, las ein paar Seiten, machte einige Notizen, ging duschen und zeitig schlafen. Als ich am darauffolgenden Tag aufwachte, lag Kater Flo auf meinem Brustkorb und schnurrte leise. Das Kerlchen tat mir unglaublich gut. Man sagt, Katzen hätten die Fähigkeit, zu spüren, wenn sie ihren Zweibeinern etwas Gutes tun können. Auch deshalb suchen sie gern die Nähe ihres Lieblingsmenschen und legen sich dann an die Stelle des Körpers, wo es etwas zu richten gibt. Sie nehmen unsere miesen Energien auf und schenken uns neue wohltuende.

Am Donnerstag stand ich ausgeschlafen und ausgeruht auf. Das tat mir so gut, dass ich spontan entschied, mich für ein paar Tage aus dem ganzen anstrengenden Trödel herauszunehmen. Und das war gut so.

Die Tage ging ich ganz ruhig an. Ich räumte alte Ordner auf, las und hörte Podcasts. Neu entdeckte ich Maxim Mankevich. In einem Beitrag sprach er von Alphawellen. Auch wenn ich bereits zuvor von Musik in einem gesunden Frequenz-Bereich hörte und einiges kannte, glaubte ich immer, diese sei vor allen Dingen zum Einschlafen und Entspannen gut. Ja, natürlich gibt es auch diese. Es erstaunte mich jedoch, dass man derartige Musik zum Lernen, Entspannen, für die Konzentration, Kreativität und so einiges mehr benutzen kann. Ich suchte auf Spotify nach entsprechenden Playlists und wählte aus unendlich vielen eine für mich aus. Unter Kopfhörern genoss ich die Töne. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, glaubte ich doch, mich würden diese Klänge ermüden und einschläfern. Aber nein, das war nicht der Fall. Ich fühlte mich frisch und erholt. Probiert es einfach mal aus. Diese Musik kann man fast überall streamen. Hier ist ein Link zu amazon. Ich wählte es, weil das vermutlich jeder von Euch kennt und nutzt.

Heute vor einer Woche war mein fünfter ganz persönlicher „Corona-Tag“. Diesen Tag habe ich in meinem Kalender festgehalten, weil er in meinem Leben, wie ganz sicher bei vielen anderen auch, einen bleibenden Knick hinterlassen hat. Wir haben uns davon noch nicht richtig erholt und schon werden wir fleißig weiter in diesem politischen Chaos gehalten und getrieben.

Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass wir mental für uns sorgen, auf uns achten und uns nicht selbst aufreiben.

Ausgeruht und innerlich sortiert starte ich also in die erste Frühlingswoche. Habt eine wunderbare.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.