Leider weiß ich nicht viel aus meinem Geburtsjahr. Vor längerer Zeit trollte ich mich durch das Internet, um zu erfahren, was in meinem Geburtsjahr an wichtigen Dingen geschah. Es war eine Zeit des Aufbruchs und des Findens nach dem zweiten Weltkrieg.
In meinem Geburtsjahr wurde die NASA gegründet und ein neuer Papst gewählt, Johannes der XXIII. Die Quadriga wurde nach vielem Hin und Her wieder auf das Brandenburger Tor installiert. Wir dürfen nicht vergessen, dass das neun Jahre nach der im Mai 1949 gegründeten BRD und der fünf Monate später, im Oktober gegründeten DDR geschah. Das Brandenburger Tor trennte Ost- und West-Berlin. Es stand für die konträre Politik zwischen Ost- und Westdeutschland.
Ein Ereignis berührte mich tatsächlich und lässt mich noch heute kopfschüttelnd zurück. Spät, erst im Jahr 1958 wurde das Gleichberechtigungsgesetz in der BRD, dem damaligen Westdeutschland, beschlossen. Das Recht der letzten Entscheidung lag von da an nicht mehr ausschließlich beim Ehemann. Ich konnte es kaum glauben, dass bis dahin der Mann in der Ehe zum Beispiel die Erlaubnis erteilte, ob seine Frau arbeiten gehen darf. Wenn er es genehmigte, hatte er das Recht, den Arbeitsvertrag seiner Frau Kraft seines Gustus zu kündigen. Das ist fast unvorstellbar. Übrigens gab es erst 1977 die erste Reform dieses Gesetzes. Die bis dahin gesetzlich vorgeschriebene Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen wurde abgeschafft. Ehefrauen sind seitdem nicht mehr gesetzlich dazu verpflichtet, den Haushalt zu führen. Das sollte ab da an im gegenseitigen Einvernehmen geschehen. Bis dahin durfte sich zwar inzwischen die Frau allein eintscheiden, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, jedoch nur, wenn sie ihrer gesetzlichen Pflicht der Kindererziehung und Haushaltführung nachkam. Ich war wirklich sehr erstaunt, dass die vielbeschriebene Gleichberechtigung von Mann und Frau so spät, aus meiner Sicht kürzlich, ernsthaft angegangen wurde.
Wie war es in Ostdeutschland? Dort wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau vom ersten Tag an mit der Verfassung der DDR 1949 festgeschrieben. Das betraf das gesellschaftliche, wie auch das private Leben. Für mich war Gleichberechtigung ein Selbstverständnis. Ich kannte es nicht anders, denn ich wuchs damit auf. Auch wenn es unerheblich scheint, so ist bis heute eine regionale Divergenz spürbar.

Das ist das, was ich zu meinem Geburtsjahr weiß. Ach ja, natürlich, es gehört auch zu den Jahrgängen der sogenannten Baby-Boomer 😉
Was weißt Du zu Deinem Geburtsjahr zu berichten? Schreibe es doch einfach in das Kommentarfeld.
Bis zum nächsten Mal,
herzlich, Eure Petra Kolossa.
