Des lieben Frieden willen

Auf was könntest du um der Harmonie willen verzichten?

Bei dieser Frage musste ich ein wenig lächeln, weil sie im Konjunktiv gestellt wurde. Denn ich denke, dass wir alle bereits regelmäßig des lieben Frieden willen auf etwas „verzichten“. Letztendlich ist es kein Verzicht. Es ist eine weise tolerante Entscheidung, die wir situationsbedingt treffen. Manches Mal sind es nur klitzekleine Dinge, wie Marotten, die uns stören, aber wir übersehen es großzügig. Dann gibt es so etwas, dass uns eigentlich zur Weißglut bringen würde, wir aber darauf verzichten, auf unsere Meinung zu beharren, weil wir den anderem damit vielleicht vorführen würden, oder ihn unglücklch machen würden. Wir überlegen dabei, was geschieht mir, wenn ich darauf verzichte? Wahrscheinlich nichts.

Nun gut, ich bin wahrscheinlich extrem harmoniesüchtig. Das soll ja auch nicht so gesund sein. Aber ich mag keinen, aus meiner Sicht, sinnlosen Stress.

Ich kenne natürlich auch eine ganze Menge Menschen, die stolz darauf sind, ihre Meinung oder ihr Anliegen prinzipiell durchboxen zu müssen. Schließlich habe man lange genug auf weiß der Kuckuck was, verzichtet. Man habe nun gelernt, das nicht mehr zu tun. Na gut, wenn es den Leuten damit jetzt besser geht, sollen sie es tun. Ich beobachte derlei immer mit etwas Mitleid. Welch eine sinnlose Kraftanstrengung!

Auch kenne ich welche, die auf Krawall gebürstet sind, die das einfach brauchen, auf nichts zu verzichten. Irgendeiner wird schon nachgeben. Auch die Leute fahren gut damit. Denn es ist tatsächlich so. Die Menschen, die der Harmonie willen verzichten, gibt es irgendwie immer.

Ich kann da nichts genauer definieren, auf was ich verzichten könnte. Es ist der Fluss des Lebens. Im entsprechenden Moment entscheide ich das situationsbedingt.

Wie ist es bei Dir? Hast Du darauf eine konkrete Antwort?

Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 🙂

Herzlich, Eure Petra Kolossa