Kabarett Warteschlange

Freitag Nachmittag. Da muss man schon Gegurke auf den Straßen hinnehmen. Ist doch klar: Freitag nach eins, macht jeder seins. Alle wollen nach irgendwo, hauptsache weg von ihrer Arbeit.
Endlich angekommen ist auch klar, dass ich mich bei der Post irgendwo als zwölfte oder fünfzehnte einreihe. Es dauert nur Sekunden. Ich bin nicht mehr die Letzte, nur noch ein Glied in der Warteschlange.

„Was? Nach Australien soll das?“, höre ich die Dame hinter der Theke in breitem Dialekt. Sie wiegt das große Paket und ergänzt:  „Das kostet aber was!“
„Noi, nicht Australien! Nach Austria“, erklärt ihr Kunde.
„Sag ich doch!“.
„Noi! Da steht doch Wien!“, weist er ungeduldig hin.
„Was, gibt’s in Australien auch ein Wien? Ich kenne nur eines in Österreich“, sagt sie.
„Das ist doch Österreich!!“, bekommt sie deutlich zu hören.
„Und warum schreiben sie’s nicht hin?!“ …

Und nun soll mal einer sagen, das Warten in einer Schlange sei langweilig.

Petra-Aug17 332

 

 

 

 

 

Ich bekomme das Grienen nicht aus dem Gesicht.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.
Foto: Astrid Gast