schlecht gelaunt vs. schlecht gelaunt

Auch wenn ich gern zeitig aufstehe, habe ich am Morgen nicht unbedingt die große Lust, mit anderen zu reden und das schon gar nicht geschäftlich. Wenn das einmal der Fall ist, bereite ich mich am Vorabend mental auf meinen Job am kommenden Tag vor und stehe eine Stunde zeitiger auf, um die notwenige Zeit für mich zu haben, die ich am Morgen unbedingt brauche.

So war es in dieser Woche. Punkt acht Uhr startete ich also gut gelaunt in meinen Arbeitstag und trat meinen „Opfern“ völlig unbefangen, frisch und munter entgegen.

Nun, was soll ich sagen? Immer wieder begegneten mir mürrische, genervte, kurz angebundene, müde, schlecht gelaunte Menschen in ihrem Beruf.

Eine Dame fragte ich schließlich, wann ihre Arbeitszeit beginne. Ich würde dann einfach später noch einmal anrufen. Sie meinte, dass sie bereits seit fast einer Stunde begonnen habe. Ich wollte wissen, weshalb sie ihr Gegenüber als Störenfried behandele. „Oh, ist das so? Kann sein. Ich bin heute nicht gut drauf. Sorry. Um was geht’s?“, so ihre Reaktion.

Der Job wäre so cool, gebe es zum Beispiel in der Klinik keine Patienten, im Supermarkt keine Kunden, in der Kanzlei keine Klienten und so weiter und so fort.

Es hinterlässt im geschäftlichen Leben einen faden Beigeschmack, wenn sich die Mitarbeiter erst einmal „warmlaufen“ müssen, um ihre Aufgaben gut erledigen zu können. Natürlich erlebte ich auch schlecht gelaunte Beschäftigte kurz vor ihrem Feierabend. Aber diese schlechte Laune ist eine andere, eher erschöpft und müde vom erfüllten Arbeitstag, weniger aggressiv. Damit kann ich ganz gut umgehen.

Ich selbst bin in der glücklichen Situation meinen Arbeitstag im gewissen Rahmen meinem Biorhythmus anpassen zu können. Aber in welcher Firma ist das schon möglich? Welcher Arbeitgeber ist bereit, auf solche Befindlichkeiten seiner Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen?

Wäre es aber nicht für beide Seiten gut und rentabel? Mitarbeiter, die ausgeruht, gut gelaunt und gern ihrer Arbeit nachgehen, sind ganz sicher erfolgreicher und produktiver, also solche, die sich gegen ihren eigenen Biorhythmus quälen und versuchen, sich der Situation zu stellen, weil es eben nicht zu ändern sei.

Wahrscheinlich wäre es eine kleine logistische Herausforderung, aber dann eine klassische  win-win-Situation.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Chefin, die großen Wert auf den Biorhythmus legte. Sie druckte immer den monatlichen Biorhythmus von ihr und mir aus und schaute , wo bei jeder von uns die Hochs und Tiefs lagen und an welchen Tagen ein Einklang bestand. Entsprechend organisierten wir, soweit es möglich war, die  Arbeitstage mit ihren Aufgaben und Terminen. Sie war fest davon überzeugt, dass mit Hilfe der eigenen inneren Uhr ein effizientes Arbeiten gewährleistet sei.

Ich fand einen interessanten Beitrag zum Thema Biorhythmus. Spannend darin die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungen und Tests.

Welche Erfahrungen hast Du machen können? Lebst Du in Deinem eigenen Biorhythmus?

Schreibe es doch einfach unten im Kommentarfeld.

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Habt einen wunderbaren Sommertag 🌻☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

2 Gedanken zu “schlecht gelaunt vs. schlecht gelaunt

  1. Es gab ja sogar einmal die Anregung, die Kinder statt um 8:00 erst ab 9:00 zu unterrichten. Aber leider findet stattdessen der Unterricht an vielen Schulen bereits ab 7:30 statt.

    • Das Verrückte ist, dass diese Erkenntnisse seit Ewigkeiten bekannt sind. Es ergibt keinen Sinn, die kleinen Kleinen zu züchtigen und ihnen zu beweisen, dass sie ihren Körper und ihre Seele gefälligst in die erwarteten aktive Zonen zu trainieren haben. Würde man ihnen eine Startzeit um neun Uhr geben hätten beide Seiten mehr Freude. Die einen am Lernen und die die eh schon geplagten Pädagogen am Lehren. Aber wie mit vielen Dingen. Es darf nicht sein, was nicht sein soll. Vielen Dank für Deine Meinung, liebe Britta.

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