Die C-Zeit im nachhinein- meine persönlichen Einblicke

Täglicher Schreibanreiz
Wie hast du dich an die Veränderungen angepasst, die die Covid-19-Pandemie mit sich gebracht hat?

Warum geht WordPress in der Fragestellung davon aus, dass ich mich an die Veränderungen angepasst habe? Die Frage bezieht sich auf das Wie ich es tat. Nein, ich habe mich nicht angepasst. Mein Part bestand darin, mich den aufgezwungenen Maßnahmen zu fügen. Was blieb mir auch anderes übrig. Und nein, ich habe mich nicht „pieksen“ lassen.

Ich habe die geballte Ladung Ablehnung und Ausgrenzung in jeglicher Form erleben dürfen. Im Beruf war von heute auf morgen Schluss; das Ganze für ein Jahr und vier Monate. Dann durften wir wieder zaghaft, zunächst im neu geschaffenen home office damit beginnen. Die Angst lag in den Menschen. Es fällt mir schwer, zu vergessen, wie das selbst im allerengsten Zirkel der Fall war. Als statt einer herzlichen Begrüßung beide Arme abweisend ausgestreckt wurden und zwei Schritte rückwärts gegangen wurde. Oder statt eines Besuches zu Hause mir ein Spaziergang im Freien mit vorherigem Corona-Test vorgeschlagen wurde. Oder eine Galleristin, die zuvor mir gegenüber mit Respekt, Achtung und zuvorkommend auftrat, mir nun belehrend, verachtend und respektlos den Zutritt versagte. Die Menschen hatten trotz ihrer empfangenen, wie sie glaubten schützenden, Spritzen Angst, Angst, Angst.

Ich nehme an, nicht nur mir ist bekannt, wie die Medienmaschinerie funktionierte und sieben Tage vierundzwanzig Stunden die Woche im Fernsehen, Radio, in den Zeitungen und so weiter hoch und runter geritten wurde. Die Menschen glaubten dem mehr, als ihrem eigenen Herzen und Verstand. Schon sehr bald war deutlich zu spüren, dass da so einiges nicht stimmte. Was sich inzwischen auch bestätigt hat. Man spricht nur nicht gern darüber. Mir haben seit dem so viele Menschen gesagt: „Sei froh, dass Du stark geblieben bist …“

Diese Zeit damals wurde vom Ukraine-Krieg, der USA-Wahl, böser Trump, böser Putin, armer Selenski, undurchsichtiger arabischer Raum, der Migration und den dazugehörigen riesigen Herausforderungen, dem Ampel-Chaos, den Neuwahlen, den andauernden Koalitionsverhandlungen, links gut, rechts böse, Europäische Union, und wieder Ukraine-Krieg und so weiter und so fort abgelöst. Die Angst-Energie ist in der Bevölkerung nie abgeschwollen. Das erprobte Medienschema wurde beibehalten, dreister und verfeinert sowie mit Denunziantenstellen zusätzlich gestärkt. Und es funktioniert irgendwie. Zwei Drittel der Leute haben Angst, Angst, Angst, sind abgestumpft, teils verroht oder mental ausgestiegen. Ein Drittel der Menschen wird ausgeschlossen und pauschal in die rechte Ecke gedrängt. Unsere Gesellschaft ist entzweit.

Und das macht mich fassungslos, so sehr traurig und müde. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mir das hätte nie vorstellen können. Hinzu kommt noch in welch einem rasenden Tempo das alles vor unseren Augen abläuft. Es ist dystopisch.

Auch wenn ich meine Zeilen sehr rudimentär notiert habe, so zeigen diese, dass sich anpassen, sich der Situation hörig zu beugen bedeutet.

Bis heute setzt mir diese Corona-Zeit tüchtig zu. Ich lebe zurückgezogener, bin nachdenklicher, ich vermeide die stark veränderten Innenstädte. Ich habe seit dieser Zeit, also seit fünf Jahren keine Lust auf Kino oder einen Aufenthalt in der Therme oder einem geschlossenen Bad. Jedoch waren wir inzwischen wieder in unserem Lieblingstheater in Ravensburg. Das tat wirklich gut.

Leider kann ich nicht im Kaffeesatz lesen oder die Sterne deuten. Ich wüsste wirklich zu gern, wohin uns dieser ganze Trödel bringen wird. Bisher hat mich meine Intuition, meine Beobachtungen, mein Herz und mein Verstand geleitet und ich behielt recht.

Dieses unschöne Bild ist aus dem April 2020. Es waren die ersten Wochen nach dem Lockdown Mitte März 2020, als wir uns noch alles ins Gesicht hängen durften. Wichtig war nur, dass Nase und Mund irgendwie bedeckt waren. Ich fand dieses Bild tatsächlich noch in meiner Fotogalerie.

Mit diesem Schlauchschal binde ich mir heute meine Haare zusammen.

Möge uns eine Wiederholung dieser Zeit erspart bleiben.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

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