Heute etwas nachdenklich – eine Betrachtung

Vor vierzehn Tagen war ich auf einem Kurztrip in Sachsen. In meinen Beiträgen berichtete ich kurz davon. Diese nur drei Tage berührten mich emotional sehr stark. 

Auslöser dieser Reise war eine Einladung zum neunzigsten Geburtstag. Ebenso wird mein Vater im Spätherbst dieses Jahres seinen neunzigsten Geburtstag feiern und natürlich schaute ich auch bei ihm vorbei.

In diesen wenigen Tagen prasselten derart viele Eindrücke auf mich ein, die ich im Nachhinein zunächst einmal verdauen musste.

Mein heutiger Beitrag soll sich jedoch nur auf ein Thema beziehen. Das Altern.

Dem Anlass gegeben, treffen sich bei einem neunzigsten Geburtstag in der Regel vier Generationen. Die Gastgeberin lud ein und tatsächlich folgten alle achtunddreißig der Einladung.

Bis ich Siglinde vor zwanzig Jahren traf, kannte ich derartige Menschen nur aus Büchern oder Filmen. Sie ist eine Frau, die bis ins hohe Alter von nun neunzig Jahren ihre große Familie mit viel Liebe, Verständnis, Humor und  Loyalität zusammenhält. Sie hat immer ein offenes Ohr und die passenden Worte, ganz gleich, ob ihr Gegenüber noch ganz klein ist oder selbst schon im Rentenalter. Sie ist beliebt und jeder, der der Feier beiwohnte, mag sie sehr und zeigt seinen vollen Respekt und seine Dankbarkeit.

Warum schreibe ich das? Siglinde ist, auch wenn sie es nie nach außen trägt, schwer krank und ich machte mir Sorgen, dass dieses für sie großes Ereignis zu anstrengend sein könnte. Aber sie wollte es unbedingt. Sie freute sich darauf, ihre zwei Jahre jüngere und vier Jahre ältere Schwester zu treffen und alle lieben Menschen, mit denen sie sich eng verbunden fühlt.

Um es vorweg zu nehmen: Es war eine wunderschöne Feier für Siglinde und für uns Gäste. Natürlich war es anstrengend und sie brauchte im Anschluss ein paar Tage, um sich zu erholen. Aber die ganze Anstrengung war für sie wichtig. Es gab ihr in ihrem Zirkel, in dem sie ihr ganzes Leben lang einen großen Einfluss hatte, Herzenswärme und Geborgenheit. Sie wird niemals allein sein.

In den Stunden während des Zusammenseins kam ich mit vielen der Gäste ins Gespräch. Ich musste unter anderem immer wieder lächeln, wie die vierundneunzig Jahre jung gebliebene ältere Schwester mit unglaublich viel Witz und Charme immer noch ihrer bereits pensionierten Tochter, die sie begleitete, sagte, wo der Hase langzulaufen hat.

Ich unterhielt mich mit den Kindern der jüngeren, achtundachtzigjährigen Schwester. So erfuhr ich die näheren Umstände ihres Weges in ein Pflegeheim. Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Umso mehr, nachdem die RKI-Files aus der Corona-Zeit seit wenigen Tagen ungeschwärzt zu lesen sind und die Absurdität, der Machtmissbrauch und die ganzen Lügen endlich offen vor aller Augen liegen. Aber der Reihe nach:

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