Ich habe keine Begründung dafür. Aber ich war heute unendlich müde und erschöpft. Meine Augen brannten, als hätte ich Sand darin. Jede meiner Aktivität wurde zur sportlichen Höchstleistung. Uuuund, ich legte mich heute freiwillig nach dem Mittag hin, um etwas zu schlafen. Das ist wirklich etwas sehr, sehr Seltenes. Ich schlafe am Tage so gut wie nie. Denn wenn ich das tue, bin ich danach schlecht gelaunt und fühle mich noch mehr kaputt, als zuvor.
Heute tat ich es. Meine Konzentration war auf dem Nullpunkt. Ich wollte nur noch schlafen. Und ich schlief ganz fest zwei Stunden. Danach ging es etwas besser. Nicht gut, aber besser.
Es war absolut kein typischer Tag. Ich habe diesen verlebt, leider nicht wirklich gelebt. Ich ging meinen täglichen Routinen nach, mehr aber nicht.
Inzwischen weiß ich, dass es nicht nur mir so ergangen ist. Deshalb bin ich ganz neugierig.
Hat es Dich heute ebenso erwischt und Du fühltest Dich so ausgelaugt?
Als ich heute in einem Newsletter, den ich lange Zeit, ich denke, es müssten so acht Jahre sein, von Tim Schlenzig abonniert habe, las, dachte ich so: „Genau, das ist es!“ Ihr kennt vielleicht „my Monk“, den Blog und seinen Podcast. Tim Schlenzig ist ein junger Mann von etwa vierzig Jahen. Ich mag seine ruhige und selbstreflektierende ehrliche Art. Hier ist der Link zu seiner Seite. Schaut einfach mal vorbei.
Ich kenne den Inhalt des Buches nicht, nur die offizielle Beschreibung. Es war allein der Titel, in dem ich mich sofort wiederfand. Er widerspiegelt meine Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich in den letzten drei Jahren besonders intensiv wahrgenommen habe. Ich fühlte mich immer mehr ausgeliefert. Ich hangelte mich durch die Tage, Wochen, Monate und Jahre. Um diversen Erwartungen gerecht zu werden, arbeitete ich die Dinge ab. Wat mut, dat mut. Ich riss mich zusammen und arbeitete an einigen Objekten sowie Bildern und ich schrieb weiter an meinen Buchprojekten. Das erlaubte mir ein Abtauchen in eine andere, in meine Welt. Die Kommunikation nach außen fiel mir immer schwerer. Ich ertrug Emotionslosigkeit, Unverbindlichkeit, Gelangweiltsein, Egalität, Ideenlosigkeit und so weiter nicht mehr und wandte mich innerlich ab. Ich redete mir Disziplin ein und kümmerte mich weiterhin um die Projekte, auch wenn mit immer weniger Energie. Ich fand keinen Gegenpol mehr. Es war ein Geben ohne Nehmen, das mir immer sinnloser erschien.
Das und noch so einiges mehr laugten mich völlig aus. Ich war endlos erschöpft und der Situation müde. Ich denke, das sind solche Punkte im Leben, die nach einem Reset verlangen. Es ist wie bei Rauchern, die einen Punkt brauchen, um die Finger vom Nikotin zu lassen. Mein Punkt ist die Erkenntnis, dass es nichts gibt, das sicher ist. „Es gibt kein festes Dach da draußen.“ Und schlussendlich: „Sei dein eigenes Zuhause“. Danke, Tim Schlenzig, für diesen fantastisch guten Buchtitel.
Ich hatte jetzt ein paar Tage Zeit, über viele Dinge nachzudenken. In mir steigt langsam wieder ein Bauchkribbeln auf, eine Vorfreude auf das, was kommen wird. Ich beginne wieder intensiver und mit Freude meinen Tag zu bestreiten. Und ich weiß, dass ich aufhören werde, das tote Pferd zu reiten und stattdessen meine Energie auf meine ganz persönlichen Projekte zu lenken.
Ich denke, fast jeder von uns wird derartige Zeiten erlebt haben. Oder? Kennst Du solche Phasen? Wie hast Du Dich daraus befreit? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.
Jetzt freue ich mich auf einen schönen Abend mit Freunden, den wir in Ravensburg verbringen werden.
Bis morgen,
herzlich, Eure Petra Kolossa.
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