Ein Donnerstag, der ein Freitag sein wollte

„Die Kollegin erreichen Sie heute nicht. Sie arbeitet nie freitags.“, oder: „Oh, das wird knapp. Nur morgen habe ich ein Zeitfenster im Kalender, den wir füllen können. Aber das ist ja Samstag …“, und das:  „Bitte kontaktieren Sie uns am Montag, der Mitarbeiter ist am Freitag immer im home office.“  Als mir dann auch noch ein Schönes Wochenende gewünscht wurde, beginne ich, an mir selbst zu zweifeln.

Ich lege meine Kopfhörer beiseite, greife nach meinem Kalender und schlage die aktuelle Woche auf. Nein, es ist definitiv nicht Freitag. Es ist Vormittag, Donnerstag, der vierzehnte Dezember 2023.

Woran mag das liegen, dass die Leute schon einen Tag im Voraus sind? War es die zu anstrengende Arbeitswoche und die daraus resultierende Sehnsucht nach dem nahenden Wochenende? Oder ist es vielleicht das zu Ende gehende Jahr und die noch zu vielen Dinge, die erledigt werden müssen? Die Menschen fühlen sich getrieben und sind gedanklich schon fast im Wochenende. Denn auch dort warten die noch so vielen kleinen und großen Dinge, die unbedingt fertig werden müssen. Schließlich kommt Weihnachten immer so plötzlich.

Wir jagen in der Zeit, sind gefangen in den Dingen, die von uns erwartet werden. Wir wünschen uns, es zuzulassen und einfach zur Ruhe kommen zu dürfen. Jedoch lassen wir es selbst nicht zu. Wir wollen nicht enttäuschen, wir wollen es den anderen gegenüber nicht eingestehen, dass wir müde und erschöpft sind. Wir wollen uns nicht erklären müssen und wir wollen keine gut gemeinten Ratschläge, was uns gerade jetzt guttun würde. Wir wissen es selbst, wie wir wieder Kraft ganz nach unserem eigenen Rhythmus für uns schöpfen können.

Kaum denken wir darüber nach, kommt schon das schlechte Gewissen. Eigentlich müsste man die wenigen freien Tage nutzen, um zu den Eltern zu fahren, die Kinder besuchen, den Geschwistern nahe sein. Es sind dann in meinem Fall etwa eintausendfünfhundert Kilometer Autofahrt, ein Besuchermarathon und das Switchen zwischen den vereinbarten Treffen und den Hotels. Wir taten diese Trips so oft. Ich weiß, dass es schön, aber auch unglaublich anstrengend ist. Seit vielen, vielen Jahren habe ich meine freien Tage auf diese Weise verbracht, ohne mir wirklich eine Erholung zu gönnen.

Jetzt ist mein Akku am Limit und auch ich freue mich auf meine Urlaubstage am Jahresende, die ich gern weitestgehend hier in meinem Lebensumfeld ganz egoistisch zum Aufladen meiner Ressourcen nutzen möchte.

Und ich denke, das trifft auf viele Menschen zu. Sie sehnen sich einfach nur nach etwas Ruhe, wollen die anstrengenden Tage, Wochen und Monate dieses 2023 hinter sich lassen und sind gedanklich bereits einen Schritt im Voraus.

So haben wir heute Donnerstag, der eigentlich schon ein Freitag sein wollte.

Wurdest auch Du bereits von solchen Gedanken getrieben? Schreibe es doch einfach unten in die Kommentare.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Drei Tage kommt’s, drei Tage bleibt’s

… drei Tage geht es plus einen Bonustag obendrauf. So kommen wir auf satte zehn Tage.

Wovon ich spreche? Von einer elenden Grippe, die mich ereilte. Etwas ähnliches hatte ich irgendwann vor zwanzig oder dreißig Jahren. Wenn ich also die zehn Tage weiterzähle, werde ich am 28. Dezember wieder fit sein. Ich bin gespannt, ob dieser Spruch, den ich den Betroffenen immer vorbetete wirklich passt.

Dieser Infekt mit allem Drum und Dran ist wirklich nicht toll. In der ersten Nacht konnte ein Wadenwickel das Fieber drücken. Dann habe ich zwei Tage zu siebzig Prozent geschlafen. Meinen Husten konnte ich mit Zwiebelsirup ziemlich gut bekämpfen. Das machte ich bereits bei meinen Kidern so. Und das hat immer geholfen. Die Halsschmerzen und den kratzenden Hals beruhige ich mit Gurgeln. In das Wasser gebe ich dafür fünf Sprüher Aloe-Emergency-Spray. Ein unglaublich gutes Gefühl. Und ich trinke Wasser, Wasser, Wasser mit einem Stück frischem Ingwer.

Warum schreibe ich das alles? Weil ich glaube, dass etliche Menschen viel zu schnell in die Pillenzauberkiste greifen und sich dann wundern, das der ganze Hocus Pocus nicht anschlägt und die Zeit der Heilung immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Irgendwann ist der Körper resistent und will immer stärkere oder noch mehr dieser Mittelchen. Ich denke, dass eine ganz normale Grippe mit oder ohne Chemie zehn Tage braucht, um auszuheilen. – Wir werden sehen, wie es am 28. Dezember bei mir ausschauen wird.

Vor etwa zwanzig Jahren hatte ich eine interessante Begegnung in der Lutherstadt Wittenberg. Der junge Mann erzählte mir, dass die meisten Krankheiten eine seelische Ursache haben. Er nannte mir einige und ich erinnere mich daran, wie er sagte, dass ein Schnupfen, eine Erkältung oder Grippe meistens „Ich habe die Schnauze voll.“ bedeute. An diese Aussage muss ich soeben denken.

Ich reflektiere meine letzten Wochen. Und ich muss feststellen, dass mein Immunsystem ziemlich unten war und dieser Grippe weit die Tore öffnete und mich zwang, komplett runterzufahren.

Ich war total ausgepowert. Es war zum Teil ein Seiltanz, die Termine zu bewältigen und Verantwortung für zu vieles zu übernehmen. Den Rest gab dann die nicht geheizte Alte Kirche, in der wir die Buchlesung im Rahmen des Kunstevents von seeArt hatten. Angeblich habe die Stadt via Fernschaltung die Wärme ausgeschaltet. Wegen der Sparmaßnahmen, hieß es. Ich war ein Eisblock, total ausgekühlt und durchgefroren stieg ich nach der Veranstaltung ins kalte Auto und fuhr nach Hause. Derart geschwächt, war es kein Kunststück den Bazillen &. Co. ein vorrübergehendes Zuhause zu liefern. – Ursache und Wirkung. Es ist tatsächlich eine Dialektik.

… wenn man da nicht schnell gesund wird 🙂 Als ich dieses Vitamin-Paket sah, ging mein Herz ganz weit auf.  Es ist so liebevoll und schön. Vielen Dank, liebe Agnes.

Das Bild entstand am Montag. Ich war bereits gesundheitlich angegriffen, brachte meinen Job aber mit ach und krach zu Ende. Mich nervten noch einige Unzulänglichkeiten und Gespräche mit Menschen, denen jedes Feingefühl abhanden gekommen schien. Ein kleiner Anstoß und meine Sollbruchstelle war erreicht.

Mit diesem Bild zog ich symbolisch hinter mir den kunterbunten Vorhang zu und wollte nur noch meine Ruhe. Mehr nicht.

Das Universum schien mich erhört zu haben. Denn ich bekam diese Ruhe, auch wenn es eine etwas unangenehme ist.  Aber ehrlich: Hätte ich mich ohne diesen Bazillen tatsächlich zurückgezogen? Nein. Ich hätte immer weiter, weiter, weiter … gemacht.

Alles hat seinen Sinn im Leben. So auch dieser Infekt. Ich verdamme ihn nicht, auch, wenn ich den nicht besonders mag. Er zwingt mich zur Ruhe. Und ich weiß, dass wir uns in Freudschaft nach dem zehnten Tag trennen werden.

Für heute soll es genug sein. Passt gut auf Euch auf und bleibt schön gesund.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.