Tradition ist Tradition

Und so ist es wohl auch mit dem ersten Advent. Er läutet die Vorweihnacht ein und wir alle lieben diese Zeit. Ich denke, es gibt keinen unter uns, der nicht von ganz klein auf mit dem Mythos der Weihnacht aufgewachsen ist. Denken wir an diese Zeit, strömen uns die köstlichsten Düfte in die Nase, Klänge von Weihnachtsmusik, Heimlichkeiten, Überraschungen. Auch Kälte und Schnee gehörten dazu.

Kälte und Schnee haben wir tatsächlich. Es ist eine ganze Menge gefallen und das Thermometer zeigt im Augenblick minus acht Grad Celsius.

Der erste Adventssonntag ist auch der Tag, an dem zum ersten Mal die Dose mit dem Weihnachtsgebäck geöffnet wird oder wie es in Sachsen üblich ist, zum ersten Mal der Weihnachtsstollen, oder Christstollen, wie manche sagen, angeschnitten wird.

Auch wenn ich in Dresden geboren wurde, kam ich erst einige Jahre später in meine Heimatstadt zurück und lernte dort viel später diesen Weihnachtskuchen kennen. Irgendwann war es DAS Weihnachtsgebäck. Es war eine Symbiose. Sachsen und Stollen.

In meinem frühen Zuhause gab es zur Weihnachtszeit die köstlichsten Lebkuchen, Honiggebäck, Königsberger Marzipanplätzchen mit einem Klecks von Omas wunderbaren Konfitüre und ihre legendären Hörnchen mit der leckersten Zuckerglasur aller Zeiten.

Noch heute weiß ich, wie lange vorher Oma ihr Weihnachtsgebäck vorbereitet hat. Der Teig musste einige Tage kühl im Keller stehen. Und wenn die Pfefferkuchen gebacken waren, kamen sie in eine große Schachtel und mussten reifen. Erst zum ersten Advent wurden sie liebevoll mit Mandeln und Nüssen kunstvoll verziert.

Es war immer ein kleines Fest, wenn Oma mit einer Zange das Gebäck auf eine Glasschale legte und es zur Kaffeetafel reichte. Nie wieder habe ich solche leckere Pfefferkuchen, wie bei meiner Oma gegessen. Erst jetzt, wo ich diesen kleinen Beitrag schreibe, kommt mir der Gedanke, dass ich mir demnächst unbedingt Ostpeußische Back- und Kochrezepte zum Ausprobieren besorgen sollte. Hier ein Link zu einem Buch und hier findest Du ein zweites. Vielleich hast auch Du Lust bekommen, etwas auszuprobieren.

Aber zurück nach Dresden, nach Sachsen. Meine Schulzeit und meine Jugend verbrachte ich dort und lernte natürlich die traditionellen Gepflogenheiten kennen und leben. Dazu gehörte es, zum ersten Advent den Stollen anzuschneiden. Und eins ist klar: Es musste der traditionelle von Emil Reimann sein. Unter diesem Link findest Du einen kleinen Abriss zu Emil Reimann.

Nun, was soll ich sagen? Ich recherchierte im Netz, um Euch nähere Informationen zu dieser Stollenspezialität zukommen zu lassen. Ich fand viel, aber nicht das, was ich aus meiner alten Heimat weiß und das, was die Alten bei Museumsbesuchen, oder sonstigen Treffen erzählen.

Also hier für Euch „aufgeschnappt und ausgespuckt“ und nicht verbürgt.

Viele sagen zum Stollen einfach Stolle. „Schneide mal die Stolle auf!“, zum Beispiel. Darüber schimpfen die, die aus dem Erzgebirge kommen. Denn dort gibt es keine Stolle. Es sind Stollen, in die die Kumpels damals eingefahren sind, um nach Erz zu schürfen

Die Erzgebirgler sehen in diesem Kuchen die Form eines Stollen des Bergbaus. Genauso, wie die historischen Schwippbögen das „Tor“, die Einfahrt zum Stollen darstellen sollen.

Vielleicht weißt Du mehr über diese Geschichte, die ich vor x-vielen Jahren aufgeschnappt habe. So schreibe es doch bitte in die Kommentare.

Heute also ist der erste Advent und natürlich habe ich die Dresdner Tradition in den südlichsten Süden Deutschlands mitgenommen.

Wir schnitten den Weihnachtsstollen an und ließen ihn uns schmecken. Es ist übrigens ein Erzgebirgischer Weihnachtsstollen, den der Paketbote aus Chemnitz brachte. Vielen Dank, liebe Siglinde und lieber Konrad.

Und um dem Ganzen den i-Punkt zu verpassen: Es schneit seit ein paar Tagen. Es ist kalt und so sehr gemütlich zu Hause. Hier ein Blick vom Küchentisch in den kleinen Garten:

Die Sonne schien und brachte den Schnee zum glitzern. Schnee zu fotografieren ist wirklich eine Kunst für sich. Dieser Schnee ist tatsächlich weiß, aber richtig klarweiß. Leider nicht auf dem Bild.

Da mir meine Gesundheit im Augenblick einen klitzekleinen Streich spielt, verbrachte ich heute meine Zeit zu Hause. Hier ein Schnappschuss von meinem Schreibtisch im Atelier nach draußen.

Schnee gibt mir Ruhe und Geborgenheit Geräusche werden gepuffert und kommen angenehm gedämpft ins Ohr.

Hoffentlich bleibt uns dieses Naturschauspiel noch eine Weile erhalten. Es wäre schön.

Ich hoffe sehr, Du hattest einen schönen ersten Advent. Welches Leckerchen gönntest Du Dir zum ersten Mal in dieser Saison?

Kommt gut in die neue Woche.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

… schon der erste Advent

Bei minus vier Grad der erste Raureif.  Am frühen Sonntagmorgen lärmte der Winterdienst die steile Straße hinauf. Rhythmisch blinkte die gelbe Rundumleuchte durch das Schlafzimmerfenster und qualifizierte sich zu meinem visuellen Wecker.

Kurz denke ich über das Wort Rauhreif nach. Korrigiere es zu Raureif. Es gibt Wörter, bei denen ich die 1996 vollzogene Rechtschreibereform nicht nachvollziehen kann. Dazu zählt dieses Wort. Weshalb nur wurde das „h“ entfernt? Wenn man sich die Mühe macht und sich einmal die Synonyme des Wortes „rauh“ anschaut, kann man es nicht verstehen. Zumal bei dem Wort „Rauhnächte“ das „h“ nicht gemaust wurde. Zum Glück. Aber hier spreche ich nur über ein simples „h“, das einfach mal so verschwindet. Im Vergleich mit dem, was heute mit unserer deutschen Sprache herumgekorkst wird, ist das nur Pillepalle.

Als ich gestern im Supermarkt einen Strauß Tulpen in den Wagen legte, musste ich lächeln. Die meisten Leute trugen Tannenzweige und Adventsgestecke davon. Ich liebe Tulpen und mag sie besonders gern in der kalten Jahreszeit. Und mir fällt in diesem Augenblick auf, dass ich doch vor nicht allzulanger Zeit derartige Tulpenbilder mit Euch teilte. Die Zeit rennt uns davon. Alles ist schneller und irgendwie zeitiger. Selbst der erste Advent hat es eilig. Aus meiner naiven Sicht gehört der Advent in den Dezember. So, wie der März in den Frühling gehört 😀

Mit dem Geburtstag meiner Schwester Anfang Dezember verband ich als Kind immer die Adventszeit und das baldige Weihnachten. Und mit meinem Geburtstag Anfang März war der Winter irgendwie zu Ende.

Meine Schwester und meine Eltern sind im Sternzeichen Schütze geboren, Es ist schon immer so, dass ich mich vor allem mit Menschen aus diesem Feuerzeichen umgebe. Glaubt man den Weissagungen, ist das für Wasserzeichen, wie mir, total kontraproduktiv. Nun, man sagt, alles im Leben habe seinen Sinn und es wäre ja auch zu öde, wenn es immer glatt und einfach liefe.

So ist das auch mit dem Advent. Es geht völlig geordnet. Der erste Advent ist immer der nächste Sonntag nach dem 26. November. Das Gefühl, alles sei irgendwie zeitiger und schneller, ist also ein ganz subjektives.

Durch die Wohnung zieht der Duft von echt erzgebirgischen Räucherkerzchen. Die Adventszeit ist eingeläutet. Die gemütliche, heimelige, etwas ruhigere, besinnliche Zeit.

Das Bild ist ein Experiment mit meinem neuen Smartphone. Über das Bild legte ich einen „Nostalgie“-Filter. Irgendwie passt das in meinen Tag. Ich fühle mich ein wenig so.

Wie verbringt Ihr Euren ersten Advent? Ich werde mein aktuelles Bild zu ende bringen. Unser Ausstellungstermin rückt immer näher. Hast Du Dir den Termin vorgemerkt? Hier findest Du die Flyer mit den Details.

Ansonsten wird es, so hoffe ich, ein ganz ruhiger Tag.

Euch allen wünsche ich einen schönen und erholsamen ersten Adventssonntag.

Seid herzlich gegrüßt von Eurer Petra Kolossa.

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