Ja, in mir grollt es ungemein, sobald ich einen unserer derzeitigen Politiker unisono das Wort „Demokratie“ tönen höre. Ihr habt keine Ahnung, wie mir da der Kamm schwillt. Gleich gefolgt der abgedroschene Begriff „Vielfalt“. Dieses Wort hat im Rahmen der Politik einen genauso negativen Beigeschmackt verpasst bekommen, wie das Wort „querdenken“. Beides eigentlich schöne deutsche Wörter, die jedoch wahrscheinlich fast keiner in einem anderen als eben diesen neu-politischen Zusammenhang betrachten vermag.
Könnte ich zwei Wörter zu Unwörtern 2024 erklären, wären es genau diese: Demokratie und Vielfalt
Ich kann mich nicht erinnern, bis vor drei Jahren das Wort „Demokratie“ derart überstrapaziert wahrgenommen zu haben. Es gibt seitdem kaum ein Statement das in den Öffentlich Rechtlichen gesendet wird, in dem nicht wenigstens zwei bis drei Mal dieses Wort Erwähnung findet. Ich denke, je öfter sie etwas explizit betonen, es mantramäßig daherbeten, schwingen sich die Redner selbst auf dieses Niveau und beginnen wahrscheinlich ernsthaft selbst daran zu glauben, was sie da erzählen. Wir kennen das von Kindern oder Menschen, die Flunkern oder einem das X für ein U vormachen wollen, die immer wieder etwas wiederholen, drumherumreden und erklären und erklären. Irgendwann glauben sie dann selbst ihren Fantasien.
Meine Fragen: Haben wir eine echte Demokratie? Eine Regierung des Volkes? Ist in unserer Regierung die Opposition ein fester Bestandteil unseres demokratischen Systems? Gilt die freie Meinungsäußerung? Gilt die Pressefreiheit? Gilt der friedliche Regierungswechsel?
Ich möchte heute nicht näher darauf eingehen, sondern nur ein paar Fragen in den Raum stellen und Dich bitten, unvoreingenommen darüber nachzudenken.
Vielleicht denkst Du dabei auch an die Wahlen in Thüringen und Sachsen am vergangenen Wochenende. Wird in deren Ergebnis dem Willen des Volkes Rechnung getragen werden? Werden die Parteien mit den meisten Stimmen ihren Wählerauftrag ausüben können? Wird von den Politikern, und den Parteien, die sich um einen Wählerauftrag bewarben, also sich zur Wahl stellten, die demokratische Entscheidung der Wähler, also des Volkes, dem Souverän, tatsächlich akzeptiert? Oder wird wieder mit politischen Tricks des Wählers Willen außen vorgelassen? Wird hier nicht der Wähler zum Narren, zum Idioten gemacht? Ist es da nicht verwunderlich, wenn die Menschen abstumpfen und sich sagen, es sei doch eh alles egal, man habe sowieso keinen Einfluss; zu wählen sei sinnlos? Ist das so?
Auch hier lasse ich meine Fragen einfach zum Nachdenken so stehen.
Heute möchte ich nicht näher auf das Wort Vielfalt eingehen. Auch, wenn es in mir einen ähnlichen Groll auslöst, weil man dieses Wort, wenn es nicht in einem politisch-ideologischen Zusammenhang gebraucht wird, es immer genau in den Kontext bringen muss, weil es inzwischen verpolitisiert wurde.

Darauf gehe ich bei Gelegenheit noch einmal etwas genauer ein.
Für heute Schluss!
Ich gönne mir jetzt einen Kaffee, lese noch ein paar Zeilen und dann auf in den Tag☀️🌻
Habt einen schönen!
Herzlich, Eure Petra Kolossa.
PS: Ich muss noch etwas ergänzen. Das alles nur, weil es in mir grollt, als ich soeben eine Schlagzeile las 😄
Ich bitte folgendes gaaaaanz neutral zu betrachten. So, als würdest Du die Situation in einem Newspaper auf dem Saturn lesen, zum Beispiel.
Vor nicht allzu langer Zeit waren die Menschen in dem kleinen geografischen Ländchen auf der Erde, das Deutschland heißt, politisch gesehen die Linken, die roten Socken, also politisch abseits. Die Grünen, waren die etwas belächelten verträumten, an der Realität vorbeigeschrammten Ökos. Die Schwarzen und ein wenig auch die Gelben waren in jeder Hinsicht die pragmatische wirtschaftliche Stärke, die eine Sicherheit für das Land gaben. Das waren die Rechten. Rechts zu sein, rechts zu wählen war vernünftig und und für die Deutschen das Normale. Entweder der Wähler war rechts oder eine rote Socke. … bis zum Wahlkampf 2020 und die anschließende Bundestagswahl 2021. Dann war plötzlich alles ganz anders. Seitdem gibt es entweder politisch-ideologischer Gehorsam, erzeugt durch rot-gelb-grün, der sogenannten Ampel, oder Nazi, den Menschen, die sich rechts fühlen und sich nicht getrauen, es auszusprechen, um nicht abgestempelt, angefeindet und ausgegrenzt zu sein. Die ehemalige rechte CDU hält sich aus allem in der Opposition geschmeidig zurück und biedert sich mal hier und mal da an. Abwartend, bei Gelegenheit wieder aufzuspringen, ohne zu wissen, wohin wirklich. Das alles war innerhalb von etwa drei! Jahren möglich.
Der Jupiteraner sitzt da auf seinem Bänkchen auf dem Saturn, empfängt also die News und kann die verirrten Erdlinge dieses kleinen Fleckchens Erde nicht verstehen. Er wiegt seinen Kopf, legt das Gelesene beiseite und wartet mit Spannung auf das, was in den nächsten Stunden und Tagen aus dem Netz tropfen wird.
Die Wahlen in Thüringen, wie auch in Sachsen, ergaben einen klaren Wählerauftrag für Blau-Schwarz, also AfD und CDU. Zwei Drittel der Wähler wollen das so. Sprechen wir von Thüringen: Mit zehn Prozent Vorsprung ist die AfD der klare Wahlsieger. Das ist rechnerisch einfach Fakt. Nun denkt sich der normale Wähler, also der Souverän: Super! Jetzt soll der Wahlsieger beginnen, sein Team zusammenzustellen.
Aaaaaber nix da! In diesem Land geht es nicht darum, was das Volk will. Es geht nicht darum, was das Beste für dieses Land ist. Nein! Es geht nur um Macht und Posten. Mit Tricks und Kniffen versuchen sich die absoluten Verlierer und Abgewählten über Wasser zu halten und ihre Wahlergebnisse zu addieren, um eine Koalition bilden zu können.
Über das Chamäleon BSW möchte ich mich hier raushalten. Ich habe Sahra Wagenknecht wirklich geachtet und sehr geschätzt. Sie lässt mich in absolutem Unverständnis zurück. Habe ich mich derart in ihr getäuscht?
Mit der AfD will keiner, weil das ja Nazis seien. Und man will ja nicht seinen „guuuten Ruf“ riskieren. Für einen Zusammenschluss CDU-BSW-SPD fehlt eine Stimme. Da biedert sich der abgewählte Ministerpräsident der Linken an, einzuspringen. Wenn das zustande kommt, bekäme das Bundesland Thüringen rein hypothetisch eine rot-rot-rote Regierung. Die Menschen wollten absolut „rechts“ und bekämen komplett „links“.
… Der Jupiteraner kratzt sich am Kopf und singt:
„Zwei mal drei macht vier. Widdewiddewitt und drei macht Neune! Wir machen uns die Welt … widewiddewitt, wie sie uns gefällt …“
Pippi Langstrumpf wusste, wie es geht.