Dagegen! – aus Prinzip

Erst neulich hörte ich einen Vortrag, in dem der Politiker erläuterte, welche Vorstellungen er und seine Partei haben, dem demografischen Desaster unseres Landes sinnvoll entgegenzuwirken. Er sprach unter anderem davon, dass man jungen Familien einen Kredit für den Start in eine gesicherte Zukunft gewähren könne. Mit der Geburt jedes Kindes in diese Familie könne dem Kredit dann eine großzügige Summe erlassen werden.

Diese Idee ist nicht neu. Denn ich, wie viele, viele andere, die in der DDR aufgewachsen sind, nahmen den zinslosen Kredit, den es seit 1972 bis zum Ende der DDR gab, in Anspruch. Alle jungen Ehepaare, die nicht älter als sechsundzwanzig Jahre alt waren und bei der Eheschließung kein höheres gemeinsames Einkommen als eintausendvierhundert Mark hatten (Das durchschnittliche Einkommen lag damals etwa in diesem Bereich.), erhielten diesen Ehekredit in Höhe von fünftausend Mark, später siebentausend. Für das erste geborene Kind wurden eintausdend, für das zweite eintausendfünfhundert Mark der Kreditsumme erlassen und mit der Geburt des dritten Kindes wurde der Kredit gelöscht. Die Abzahlung waren fünfzig Mark monatlich. Ich selbst zahlte damals die Hälfte zurück.

Diese Unterstützung von staatlicher Seite für junge Familien ist auch aus meiner Sicht eine gute Lösung, dem Überaltern und dem derzeit (unkontrollierten) künstlichen Fremdübervölkern entgegenzuwirken.

Einen Haken hat die Sache. In der Regel wird in dem heutigen Deutschland spät geheiratet. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa fünfunddreißig Jahren. In der DDR lag es bei etwa dreiundzwanzig Jahren. Die Deutschen bekommen im Durchschnitt ihr erstes Kind mit knapp dreißig Jahren. In der DDR lag das Alter der jungen Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt bei dreiundzwanzig Jahren. 

War in der DDR die Familie und das gesellschaftliche Leben die Priorität Nummer eins, ist die Situation heute eine andere. Erst selbst das Leben auskosten, dann Ausbildung, Studium und der eigene Karriereweg, möglichst viel Geld verdienen, dann Haus, Auto und anderes Konsumgut und so weiter. Dann bemerken viele, das etwas fehlt und bekommen spät, oftmals unter Schwierigkeiten und mit medizinischer Hilfe, ihr erstes Kind. Wenn die Kinder erwachsen sind und das Haus verlassen, sind die Eltern meistens zwischen fünfzig und sechszig Jahre alt.

In der erst beschriebenen Situation sind die Eltern etwas über vierzig Jahre alt, wenn die Kinder ihre eigenen Wege gehen. Genügend Zeit, noch jung genug (auch als Großeltern) und dennoch lebenserfahren können sie nun all das wahrnehmen, worauf sie zu Gunsten ihrer Wunschkinder „verzichteten“, weil das ihre Priorität Nummer eins war.

Ich erwähnte noch nicht, dass dieser zu Beginn genannte Politiker Björn Höcke ist. Er ist aus meiner Sicht ein sehr gebildeter, kluger und weltoffener Mensch.

Aus Prinzip generell „dagegen!“ schreien ist die dümmste und undemokratischste Strategie, die in unserer Regierung betrieben wird, weil das Parteibuch ein blaues und nicht grün, rot, bunt oder sonst etwas ist. Die Droge Macht ist ein teuflisches Spiel und die Verlustangst treibt zu absurden Handlungen.

Ich wünsche mir, die Menschen würden sich selbst eine Meinung zu den Dingen bilden, über die Situationen nachdenken und sich nicht, wie es leider noch immer ist, die Meinung bilden lassen und als gegeben hinnehmen.

Für heute genug. Wie immer freue ich mich über Deine Meinung, über das, wie Du die Dinge siehst.

Euch allen wünsche ich einen schönen Samstag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heute etwas nachdenklich – eine Betrachtung

Vor vierzehn Tagen war ich auf einem Kurztrip in Sachsen. In meinen Beiträgen berichtete ich kurz davon. Diese nur drei Tage berührten mich emotional sehr stark. 

Auslöser dieser Reise war eine Einladung zum neunzigsten Geburtstag. Ebenso wird mein Vater im Spätherbst dieses Jahres seinen neunzigsten Geburtstag feiern und natürlich schaute ich auch bei ihm vorbei.

In diesen wenigen Tagen prasselten derart viele Eindrücke auf mich ein, die ich im Nachhinein zunächst einmal verdauen musste.

Mein heutiger Beitrag soll sich jedoch nur auf ein Thema beziehen. Das Altern.

Dem Anlass gegeben, treffen sich bei einem neunzigsten Geburtstag in der Regel vier Generationen. Die Gastgeberin lud ein und tatsächlich folgten alle achtunddreißig der Einladung.

Bis ich Siglinde vor zwanzig Jahren traf, kannte ich derartige Menschen nur aus Büchern oder Filmen. Sie ist eine Frau, die bis ins hohe Alter von nun neunzig Jahren ihre große Familie mit viel Liebe, Verständnis, Humor und  Loyalität zusammenhält. Sie hat immer ein offenes Ohr und die passenden Worte, ganz gleich, ob ihr Gegenüber noch ganz klein ist oder selbst schon im Rentenalter. Sie ist beliebt und jeder, der der Feier beiwohnte, mag sie sehr und zeigt seinen vollen Respekt und seine Dankbarkeit.

Warum schreibe ich das? Siglinde ist, auch wenn sie es nie nach außen trägt, schwer krank und ich machte mir Sorgen, dass dieses für sie großes Ereignis zu anstrengend sein könnte. Aber sie wollte es unbedingt. Sie freute sich darauf, ihre zwei Jahre jüngere und vier Jahre ältere Schwester zu treffen und alle lieben Menschen, mit denen sie sich eng verbunden fühlt.

Um es vorweg zu nehmen: Es war eine wunderschöne Feier für Siglinde und für uns Gäste. Natürlich war es anstrengend und sie brauchte im Anschluss ein paar Tage, um sich zu erholen. Aber die ganze Anstrengung war für sie wichtig. Es gab ihr in ihrem Zirkel, in dem sie ihr ganzes Leben lang einen großen Einfluss hatte, Herzenswärme und Geborgenheit. Sie wird niemals allein sein.

In den Stunden während des Zusammenseins kam ich mit vielen der Gäste ins Gespräch. Ich musste unter anderem immer wieder lächeln, wie die vierundneunzig Jahre jung gebliebene ältere Schwester mit unglaublich viel Witz und Charme immer noch ihrer bereits pensionierten Tochter, die sie begleitete, sagte, wo der Hase langzulaufen hat.

Ich unterhielt mich mit den Kindern der jüngeren, achtundachtzigjährigen Schwester. So erfuhr ich die näheren Umstände ihres Weges in ein Pflegeheim. Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Umso mehr, nachdem die RKI-Files aus der Corona-Zeit seit wenigen Tagen ungeschwärzt zu lesen sind und die Absurdität, der Machtmissbrauch und die ganzen Lügen endlich offen vor aller Augen liegen. Aber der Reihe nach:

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Unfoto 2021

Gibt es das Unwort des Jahres, so sollten wir ebenso über ein Unfoto des Jahres nachdenken. Wobei ich sagen muss, dass die gewählten Unwörter bisher nie meinen persönlichen Favoriten trafen. Im letzten Jahr, also das 2021 gab es ein Wort, bei dem ich erst einmal nachlesen musste, welche Bewandtnis es hat. Denn niemals zuvor hörte ich davon, auch wenn ich recht gut belesen bin und sogar ein Menschenkind aus dieser Welt. Aus meiner Sicht war es herbeigebetet oder eben an den Haaren herbeigezogen. Kannst Du Dich noch an dieses Unwort 2021 erinnern? Nein? OK, ich helfe Dir auf die Sprünge. „Pushback“  Und 2020? Erinnerst Du Dich? Nein? „Rückführungspatenschaften“. Und was fällt uns auf? Es sind beides Begriffe aus der Migrationspolitik. Waren das in den diesen beiden Jahren tatsächlich DIE Themen? Sicher auch, jedoch frequentierten sie nicht in erster Linie das, was die Menschen in diesen Jahren unser Landes bewegten und letztendlich auch nicht die Sprache, also die Wörter.

Als ich heute meine Screenshots auf dem Smartphone durchging, sah ich dieses eine Bild, das mich immer wieder lähmt. Und mir kam der Gedanke, es sollte jährlich ein „Unfoto“ gekürt werden. Für das Jahr 2021 gibt es meinerseits so einige Favoriten. Zum Beispiel die respektlos lachenden Politiker im Ahrtal, die mit ihrer Anwesenheit an diesem Ort einfach mal eben nur einen Termin abarbeiteten. Oder der Politiker der „Gelben“, der seine Wahlversprechen in die Welt hinaus posaunte, obwohl er sich selbst sicher war, sie bei nächster Gelegenheit in die Tonne zu hauen, um sich und seine Gefolgschaft der grünen Dekadenz zu unterwerfen.

Aber mein ganz persönliches Unfoto 2021 ist dieses:

Screenshot aus dem Internet zum Beispiel bei diesem Beitrag.

Als ich dieses Bild zum ersten Mal sah, krampfte mein Herz. Es entstand 2021 in einem Zoo in Hannover. Es widerspiegelt, wie Machtbesessenheit immer wieder auf den Schultern unserer Kinder ausgetragen wird. Das ist mein „Unfoto 2021“.

Welches Foto würdest Du als Unfoto 2021 wählen?

Ich bin ganz neugierig. Schreibe es einfach unten in die Kommentare.

Einen angenehmen Tag wünscht,

Eure Petra Kolossa.