Lieblingsfeiertag: Warum der Neujahrstag so besonders ist

Was ist dein Lieblingsfeiertag? Warum?

Ich mag den Neujahrstag, also den ersten Januar.

Es ist ein Tag, der mich immer mit Ruhe empfängt. Der erste Tag eines jeden Jahres beinhaltet eine besondere Atmosphäre.

Die dumpfe Unordnung der vergangenen Silvesternacht überlagert den Morgen. Die kalte Luft ist noch immer von den abgeschossenen Feuerwerkskörer geschwängert, mit denen der letzte Tag des vergangenen Jahres verabschiedet und das soeben noch begossene neue Jahr begrüßt wurde.

Die Menschen schlafen aus, stehen spät verkatert mit irrwitzigen Vorsätzen im Kopf für das neue Jahr auf. Nach einem herzhaften Frühstück versuchen sie mit einem Neujahrspaziergang in der Realität anzukommen.

Ich selbst stehe als schmunzelnder Beobachter daneben. Den Rest in der Flasche Sekt vom Anstoßen auf das neue Jahr werde ich in den nächsen Tagen leeren. Es ist Tradition, mit Sekt auf etwas Besonderes anzustoßen und das neu beginnende Jahr gehört definitiv dazu.  Ich mag das Ritual und lebe es. Auch, wenn ich eigentlich keinen Sekt mag.

Ich mag den ersten Januar, weil er ein Tag im Reset ist. Es ist ein ruhiger Tag in dem nur das Notwendigste aktiv ist. Es ist ein Tag, an dem wir unsere Lungen tief mit frischer Januarluft füllen, unseren Geist erfrischen und ein lebendiges „Yeah“ in uns spüren. Ein Tag, an dem unser tief vergrabenes Unterbewusstsein uns einen Tritt in den Hitern gibt und uns daran  erinnert, was in uns steckt. Und wir sind bereit, es anzustreben und anzugehen. Dieses Mal ganz bestimmt!

An einem ersten Januar zieht es mich gern zum Wasser. Ein Gewässer im Januar ist besonders. Es ist ruhig, tief, dunkel und voller Kraft. Stehe ich am Rande eines solchen, spüre ich die unglaubliche Energie, die es zu verschenken bereit ist und ich nehme es dankbar an.

Was ist Dein liebster Feiertag?

Dieses Bild entstand in Friedrichshafen am Bodensee. Ich suchte es aus meiner Fotogalerie für Euch heraus. Es widerspiegelt die soeben von mir beschriebene Stimmung.

Habt morgen einen schönen Feiertag 🙂

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Betörend zitrisch

Mein Messer dringt ein kleines Stück in die Orange und sofort kitzelt ein frischer zitrischer Duft meine Nase. Ich atme tief ein und schneide einen kleinen Deckel mit der Narbe der einstigen Blüte ab. Drehe diese leckere Frucht und tue das Gleiche mit dem Ende, an dem sie mit dem Ast verwachsen war. Ich ritze die Schale in gleichmäßige Stücke und nehme sie ab. Hmmm, dieser Duft! Ich schließe die Augen und vor mir öffnen sich Bilder …

Viele Jahre konnte ich keine Apfelsinen essen, ohne Atembeschwerden und Ausschlag zu bekommen. Ich hatte instinktiv keinen Appetit auf diese Früchte. Jedoch liebte ich immer den Duft. Wenn er durch den Raum zog,  machte sich Frische breit. Es war inspirierend. Meine Kollegen von damals wussten es und taten mir den Gefallen, ihre Apfelsinen nicht im Pausenraum, sondern im Büro zu schälen.

Als ich Kind war, waren Apfelsinen eine besondere Leckerei in der Weihnachtszeit. Man konnte sie kaufen, einzeln in Seidenpapier eingewickelt. Auf diesem dünnen Papier war ein Bild aus der Herkunftsregion gedruckt. Ich hob es auf und presste es in einem dicken Buch. Es war exotisch, so weit entfernt und wertvoll. Apfelsinen waren ein ganz besonderer Genuss. Eine Mandarine, die der Nikolaus neben ein paar Nüssen, einem roten Apfel, Pfefferkuchen und Plätzchen legte, roch nach der nun beginnenden Adventszeit.

Inzwischen sind Orangen im Standardsortiment jedes Supermarktes zu finden. Nannten wir sie als Kinder Apfelsinen, hat sich landläufig der Begriff Organgen breitgemacht. Ich recherchierte kurz im Netz. Hier für Euch ein Link, der das Warum erklärt.

Als ich vor ein paar Monaten eine solche Orange in den Händen hielt, bekam ich einen Heißhunger auf diese Frucht. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Ein Gefühl, das ich seit über dreißig Jahren nicht kannte. Ich probierte also ein Stück, später wieder eins, dann mehr. Mir ging es gut. Keine Atembeschwerden und keinen Ausschlag. Nun, seither kann ich nicht genug davon bekommen.

Die Kappen der Früchte lege ich in der Küche auf die Heizung zum Trocknen, um die harten Scheiben dann in einer Glasvase zu sammeln. Begierig verbreite ich den Duft in der Wohnung.

Ich trug die Orangenscheiben in mein Atelier, um ein paar Bilder für dieses Blog zu machen. Auf dem Tisch am Fenster liegt die Spachtelarbeit, die ich parallel zu einer Auftragsarbeit anfertige. Das ist das Farbspektrum davon. Beides verband sich so harmonisch, dass ich es letztendlich im Foto festhielt.

Heute ist der 31. Dezember, der letzte Tag in diesem Jahr 2020. 

Wie jeden Morgen, hörte und las ich auch heute die Nachrichten. Nun, diese Informationen machen mich nicht wirklich glücklich.

Morgen schon schreiben wir das Jahr 2021. Mir liegt nichts mehr auf dem Herzen, als uns allen Gesundheit, Kraft, einen klaren Kopf, Bedachtsamkeit, viel Herz, ein warmes Miteinander, Fürsorge, Achtsamkeit … zu wünschen. Möge auch das kommende Jahr friedlich bleiben.

Symbolisch sende ich Euch diese vitaminreichen zitrischen Energiespender in den Jahreswechsel 2020 / 2021.

Fühlt Euch umarmt.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.