Die fünf Sinne und Nostalgie

Täglicher Schreibanreiz
Was löst Nostalgiegefühle in dir aus?

Zu Beginn muss ich erwähnen, dass ich kein Mensch bin, der in der Vergangenheit lebt und träumerisch in nostalgischen Gefühlen versinkt. Auch gehöre ich nicht zu den Leuten, die gern noch einmal Kind, sechszehn, siebzehn, zwanzig oder so, sein möchten.

Dennoch denke ich, es sind unendlich viele Einflüsse, die eine Nostalgie-Schwärmerei auslösen können. Es kann ein Geruch sein. Zum Beispiel der Duft eines Parfüms der mich an einen bestimmten Menschen erinnert, wie „Dior Fahrenheid“. Meine letzte direkte Begegnung mit der Person, die ausschließlich dieses Parfüm trug, war vor über zwanzig Jahren. Oder der Duft „Lancome Magie Noire“, den ich sofort erkenne, weil ich ihn ein paar Monate trug, bis ich ihn an mir nicht mehr mochte. Aber immer wenn ich diesen rieche, muss ich an die Fachverkäuferin in der Parfümerie denken, die mir vor fast dreißig Jahren das Parfüm reichte und sagte: “ Das ist Mägie När, der könnte zu ihnen passen.“ Sie sprach den französischen Namen ähnlich der englischen Sprache aus. Ich tat so, als hätte ich es nicht bemerkt und nannte das Ding einige Male beim richtigen Namen. Sie fing den Ball auf und korrigierte sich selbst. Ein paar Wochen später, als ich sie wieder in diesem Geschäft traf, sprach sie mich darauf an und bedankte sich für diese Episode. Auch das ist lange her, dennoch denke ich bei beiden mit einem Lächeln zurück.

Gerüche können vielfältig sein. Zum Beispiel wenn sich ein ein leckerer Geruch eines Essens in meine Nase schleicht, der mich an eine ganz bestimmte Speise in meiner Kindheit erinnert, zum Beispiel der eines Bratapfels, den mein Opa in der kalten Jahreszeit aus der Klappe des Kachelofens, der in dem kleinen gemütlichen Wohnzimmer stand, zauberte. Wie sehr habe ich den herrlichen Duft geliebt, der sich ganz langsam während des Garens im ganzen Raum verteilte und unsere Vorfreude auf den Gaumenschmaus noch erhöhte.

Bilder und Filme, auch ein bestimmter Dialekt können Auslöser von Nostalgiegefühlen sein. Bei mir sind es insbesondere Bilder von der Ostsee oder eben der nordische Dialekt, bei dem ich stundenlang zuhören könnte. Ich schrieb hier in meinem Blog des öfteren über meine Liebe zum Norden.

Selbst beim Lesen von Büchern kann es passieren, dass mich die Geschichte anstupst und mich in die Vergangenheit bringt.

Beim Hören von Musik geschieht es sehr oft. Sicher kennst auch Du dieses Gefühl, wenn Du einen bestimmten Song hörst, den Du mit einem tiefen Erlebnis verbindest. Bei mir ist es ein inzwischen sehr selten gespielter Song von den Bee Gees „Lamplight“. Es erinnert mich an die ersten Discobesuche. Als letzter Tanz, wurde oftmals eben genau dieser Kuschelsong gespielt.

Letztendlich sind es unsere fünf Sinne, also hören, sehen, riechen, schmecken und tasten, die unsere Nostalgie-Gefühle auslösen.

Hast Du bestimmte Auslöser, die in Dir Nostaligiegefühle auslösen? Lass es uns wissen und schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 🙂

Heute bekommst Du von mir ein kurzes Video, einen Neujahrsgruß. Die Bilder dazu nahm ich heute in der Mittagszeit extra dafür auf.

Ich wünsche Dir ein fantastisches, erfolgreiches, glückliches, gesundes und friedliches 2025.

Bis zum nächsten Mal,

herzlichlich, Eure Petra Kolossa.

Unglaublich, irgendwie nostalgisch

Erinnerst du dich an das Leben vor dem Internet?

Ja, na klar! Zum Glück gehöre ich zu der Generation die so ganz ohne diesem Technikkram klargekommen ist. Ich stamme aus einer Zeit, in der wir noch mit einer Handvoll Kleingeld zur Telefonzelle stiefelten, um einen Anruf zu tätigen. Ich meine, eine Sache schnell zu klären, schneller, als ein Empfänger meinen Brief hätte via Post erhalten können und ich dann endlich eine Antwort aus dem Briefkasten hätte nehmen können. Eine schnelle Kommunikation per Post war schon innerhalb einer Woche möglich. Ein Telefon im eigenen Haushalt hatten zunächst nur wenige.  Wie ist das heute? Wir warten ungeduldig auf eine WhatsApp-Antwort und werden nervös, wenn das nicht innerhalb einer Stunde geschieht.

Überrraschungsbesuche waren tatsächlich Überraschungen. Wir freuten uns, wenn es an der Tür klingelte und liebe Menschen davorstanden. Heute ist es unhöflich, das zu tun. Schließlich gibt es Smartphones, WhatsApp, SMS, Messengerdienste, um einen Besuch anzukündigen und zu fragen, ob es recht ist, zu kommen.

In meinen Bücherregalen befanden sich eine ganze Menge Nachschlagewerke und Wörterbücher. Es war Routine, fix nach dem Duden zu greifen, um nach der richtigen Schreibweise zu schauen oder sich im Lexikon über rätselhafte Dinge schlau zu machen. Lexika habe ich geliebt. Las man in den Wälzern über eine Sache, stolperte man in den Erklärungen über ein weiteres Wort. Ich wurde immer wieder neugierig und las dann dort weiter, um wiederum etwas Neues zu entdecken … Kommt Dir das bekannt vor? Genau! Es ist das gleiche System, das wir heute „googeln“ nennen. Nur eben digital.

Von den Duden, die ich mir nach der letzten Rechtschreibereform geleistet hatte und so manchem Nachschlagewerk habe ich mich getrennt. Viele Jahre warf ich keinen einzigen Blick dort hinein. Das Synonym-Wörterbuch behielt ich dennoch. Es hat für mich einen emotionalen Wert. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie schwer es mir fiel, das Geld für diesen teuren Wälzer auszugeben. Aber ich brauchte es unbedingt für mein damaliges Fernstudium. Heute tippen wir ein Wort in den Browser oder fragen Siri, Alexa oder Google und bekommen alles gesagt, was wir wissen wollen.

Ich freute mich täglich, wenn die Post kam und meinen Briefkasten füllte. Meine Brieffreundschaften in viele Länder waren für mich etwas ganz Besonderes. Heute mag ich diesen Kasten gleich an der Eingangstür nicht mehr öffnen. Er scheint eher eine Bedrohung, als eine Freude. Was steckt in diesem Ding in der Regel? Behördenpost, Rechnungen, Strafzettel für Geschwindigkeitsüberschreitungen von sieben Stundenkilometern und so manch ähnlicher Kram. Ab und zu ein Trost, wie eine Urlaubs-, Geburtstags- oder Einladungskarte. Einen wirklich schönen und ehrlichen Brief erhielt ich seit Ewigkeiten nicht mehr. Und auch ich schrieb keine Briefe. Als ich einen Brief an meine Schwester schreiben wollte, bemerkte ich, dass es eigentlich nichts zu berichten gibt. Denn alles war bereits in einem Telefonat via Smartphone und häufigen WhatsApp gesagt. – Die Brieffreundschaften von einst, sind inzwischen Kontakte über social media und die Messengerdienste.

Ich schrieb noch in den Achtzigern in meinem Job Lochbänder für das Senden von Fernschreiben. Ich beschrieb Wachsmatritzen, später Ormig, zum Vervielfältigen von Papieren. Heute sind das Techniken für das Museum. – Heute schreiben wir Texte am PC und können diese unendlich oft an unseren digitatlen Drucker senden und ausdrucken, kopieren oder sofort in die Welt senden. Ich muss gerade lächeln. Wie sagte Frau Baerbock? In „Hunderttausende Kilometer entferte Länder.“

Es ist tatsächlich ein unerschöpfliches Thema, die Welt vor dem Internet. Ich könnte noch stundenlang erzählen.

Trotz aller Vorzüge, die die digitale Welt uns bescherte, so hinterlässt sie doch einen bitteren Beigeschmack. Unser Leben ist hektisch und stressiger geworden. Schneller, höher, weiter. Wir Menschen sind distanzierter voneinander. Wir sind digital abhängig und werden immer abhängiger gemacht. Schon so oft ging mir der Gedanke durch den Kopf. Was wäre, wenn von jetzt auf jetzt diese digitale Welt zusammenbricht. Wir, die noch die Welt vor dem Internet kennen, kommen höchstwahrscheinlich noch am besten zurecht. Die im jetzigen Jahrtausend geborenen würden sicher in eine große Unselbständigkeit fallen.

Ich wünsche mir sehr, dass die Digitalisierung wertgeschätzt wird, als das, was es ist: Ein Werkzeug, das unser Leben erleichtern und nicht verkomplizieren soll.

Ich betrachte es als ein Geschenk, das ich in mein Leben einbauen möchte. Das aber auch mir nicht immer gelingt. Denn wie oft werde ich durch andere (wie Behörden, Banken etc.) gezwungen, mich diesem teilweise äußerst erschwerendem, Zeit fressendem, digitalen Wahn, der zu oft mehr Frust als Lust ist, zu unterwerfen.

Aber nun genug geschwatzt.

Dieses Bild machte ich in unserem kleinen Garten, als ich ein gutes halbes Stündchen Zeit mit etwas Gartenarbeit verbrachte und meinen Morgenkaffee mit nach draußen nahm.

… ein Stück abseits der digitalen Welt, des Internets 😉

Sonnige Grüße sendet Euch,

Eure Petra Kolossa.