Ein Ort an dem ich ich bin

Was verschafft dir ein Gefühl des Friedens?

Es ist nicht viel, nichts Dramatisches. Einfach nur ein vertrauter Ort, der mich auffängt, der mir Wärme und meinen Seelenfrieden gibt. Ein Raum der mir Geborgenheit und Sicherheit schenkt. Ein Ort, der meinem Harmoniebedürfnis entspricht. Ein Ort, an dem ich sein kann, wer ich bin, an dem ich mein Leben leben darf, mit Fürsorge, Wertschätzung und Liebe.

Seit meiner Jugend habe ich ein Bild vor meinen Augen. Es sind weit geöffnete Fenster, vor denen hauchdünne bodenlange schneeweiße Stores angebracht sind. Ein leichter Wind verfängt sich in diesen und hinterlässt eine warme Briese Rosen- und Lavendelduft im Raum. Ich sitze an einem großen weißen Sekretär und schreibe in einem Heft.

Ich habe keine Ahnung, woher ich diese Vision habe. Und ich weiß nicht, warum ich die so lange mit mir herumtrage und nie in die Realität umgesetzt habe. Denn diese Momentaufnahme, wenn ich an sie denke, gibt mir ein Gefühl des Friedens.

Die heutige Frage an uns Blogger ist eine gute, die mich kurz innehalten ließ. Meine Antwort ist spontan und so schrieb ich sie auf.

Was verschafft Dir ein Gefühl des Friedens?

Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 😊

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

… von Blogbeiträgen, Alphawellen und so

Es ist zeitig am Morgen. Das aufgeregte Gezwitscher der Vögel dringt durch die weit geöffneten Fenster. Man spürt bereits jetzt den sonnig werdenden Frühlingstag. Ich fühle mich seit langer Zeit wunderbar ausgeschlafen. Mit frisch gewaschenen noch feuchten Haaren sitze ich an meinem Laptop und tippe diese Zeilen.

Vor ein paar Tagen löschte ich zum ersten Mal einen bereits von mir veröffentlichten Beitrag in meinem Blog. Nur meine Abonnenten fanden diese Petitesse in ihrem E-Mailpostfach, weil er automatisiert zeitgleich mit der Veröffentlichung in den Versand ging.

In den letzten fünf Jahren ließ ich mich von den gesellschaftspolitischen Geschehnissen, die mich frequentieren, unglaublich auslaugen. So schrieb ich am Mittwoch in der vergangenen Woche, nachdem ich mir am Vortag die komplette Bundestagssitzungd live antat, einen Blogbeitrag. Ich hatte mich also bereits wirklich etwas beruhigt und meine Worte waren aus meiner Sicht ziemlich gemäßigt.

Als ich damit fertig war und den Punkt setzte, lehnte ich mich in meinem Schreibtischsessel zurück und schlief erschöpft ein. Erst etwa zwei Stunden später wurde ich wieder wach. Ich fühlte mich leer, müde und machtlos; mir war kalt. Mein geschriebener Beitrag stand noch auf dem Bildschirm. Ich drückte den Button „veröffentlichen“ und schloss das Notebook.

Zum Abendessen sprach mich Holger an: „Du hast Dich heute in deinem Blog weit rausgelehnt.“ Ich stutzte einen Augenblick. Jedoch wurde mir in diesem Moment bewusst, dass ich meine eigens gezogene rote Linie überschritten hatte. Meine geschriebenen Zeilen waren zu deutlich. Auch wenn ich hinter jedem meiner Worte stehe, das ich schrieb, ergibt es keinen Sinn, von der Künstlichen Intelligenz der „Vertrauenswürdigen Hinweisgeber“ herausgefiltert zu werden, beziehungsweise potentielle Angriffspunkte zu liefern. Nicht nur ich weiß es, dass wir inzwischen mit unseren in Worte gefassten Gedanken sehr vorsichtig sein müssen, wenn diese abseits des aktuellen politischen Narrativs liegen. So stand ich auf, ging an meinen Schreibtisch und löschte diesen Beitrag.

In den nachfolgenden Stunden hörte ich Musik, die ich mag, las ein paar Seiten, machte einige Notizen, ging duschen und zeitig schlafen. Als ich am darauffolgenden Tag aufwachte, lag Kater Flo auf meinem Brustkorb und schnurrte leise. Das Kerlchen tat mir unglaublich gut. Man sagt, Katzen hätten die Fähigkeit, zu spüren, wenn sie ihren Zweibeinern etwas Gutes tun können. Auch deshalb suchen sie gern die Nähe ihres Lieblingsmenschen und legen sich dann an die Stelle des Körpers, wo es etwas zu richten gibt. Sie nehmen unsere miesen Energien auf und schenken uns neue wohltuende.

Am Donnerstag stand ich ausgeschlafen und ausgeruht auf. Das tat mir so gut, dass ich spontan entschied, mich für ein paar Tage aus dem ganzen anstrengenden Trödel herauszunehmen. Und das war gut so.

Die Tage ging ich ganz ruhig an. Ich räumte alte Ordner auf, las und hörte Podcasts. Neu entdeckte ich Maxim Mankevich. In einem Beitrag sprach er von Alphawellen. Auch wenn ich bereits zuvor von Musik in einem gesunden Frequenz-Bereich hörte und einiges kannte, glaubte ich immer, diese sei vor allen Dingen zum Einschlafen und Entspannen gut. Ja, natürlich gibt es auch diese. Es erstaunte mich jedoch, dass man derartige Musik zum Lernen, Entspannen, für die Konzentration, Kreativität und so einiges mehr benutzen kann. Ich suchte auf Spotify nach entsprechenden Playlists und wählte aus unendlich vielen eine für mich aus. Unter Kopfhörern genoss ich die Töne. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, glaubte ich doch, mich würden diese Klänge ermüden und einschläfern. Aber nein, das war nicht der Fall. Ich fühlte mich frisch und erholt. Probiert es einfach mal aus. Diese Musik kann man fast überall streamen. Hier ist ein Link zu amazon. Ich wählte es, weil das vermutlich jeder von Euch kennt und nutzt.

Heute vor einer Woche war mein fünfter ganz persönlicher „Corona-Tag“. Diesen Tag habe ich in meinem Kalender festgehalten, weil er in meinem Leben, wie ganz sicher bei vielen anderen auch, einen bleibenden Knick hinterlassen hat. Wir haben uns davon noch nicht richtig erholt und schon werden wir fleißig weiter in diesem politischen Chaos gehalten und getrieben.

Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass wir mental für uns sorgen, auf uns achten und uns nicht selbst aufreiben.

Ausgeruht und innerlich sortiert starte ich also in die erste Frühlingswoche. Habt eine wunderbare.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Wissen ist Macht

Gibt es ein Zitat, nach dem du dein Leben lebst oder an das du oft denkst?

Hast Du ein Zitat, das Dich begleitet, das Deinem Wesen entspricht, das Du Dir gern in Erinnerung rufst?

Ich habe zwei Zitate plus zwei halbwichtige, also inzwischen für mich nicht mehr so dominante Aussprüche. 

Den einen „halben“ betete mein Opa immer und immer wieder. „Lernen, lernen, nochmals lernen!“ Als Kind ging mir das ziemlich auf den Keks. Aber aus Respekt vor meinem Opa, ließ ich ihn das nie spüren. Erst viel, viel später begriff ich, wie wichtig sein Mantra war.

Einige Jahre später schrieb mein Klassenlehrer, der mich in Physik und Mathematik unterrichtete, in mein Poesie-Album einen einzigen Satz: „Wissen ist Macht.“ Ich kann mich noch sehr gut an diesen Augenblick erinnern, als er mir mein Büchlein zurückgab, ich die Seite mit seinem Eintrag aufschlug und ich diesen Satz las. Kein Bla-Bla, Wünsche für die Zukunft und ähnliches. Einfach diesen sachlichen Satz. Diese Klarheit hat mir imponiert.

Ich mochte meinen Lehrer damals wirklich. Ihm fehlte das typische Lehrerhafte. Er brachte uns die Naturwissenschaft auf sachlicher, praktischer Ebene bei. Und er behandelte jeden von uns Schülern gleich. Er hatte keine Disziplinprobleme in seinem Unterricht. Denn der war meistens spannend. Er führte keinen Schüler vor und griff sich nie einen vor der gesamten Klasse, um ihm zu beweisen, dass er etwas noch nicht erledigt habe oder nicht könne. Er agierte auf seine ganz eigene dem anderen gegenüber wertschätzende Art.

Warum erzähle ich das? Mein Klassenlehrer war Quereinsteiger. Er war Vermessungsingenieur. 1971 kam er an unsere Schule und begleitete unsere Klasse drei Jahre, also bis zum Abschluss. Das Thema fehlende Lehrer und solche, die quer einsteigen ist also keine neue Erfindung. Auch wenn der damalige Grund ein anderer als heute war. Waren es die Nachwehen des zweiten Weltkrieges, sind es heute politische Fehlplanungen. Das nicht Ernstnehmen der Demographie, das Ignorieren wahrer Statistiken, das überhebliche Abhandeln des Lehrerberufes und so einiges mehr hat nichts mit einer Situation zu tun, bei der irgend jemand von höherer Gewalt sprechen kann, wie zum Beispiel den zweiten Weltkrieg und seine über einige Jahre nach sich ziehenden Folgen. Unser derzeitiger Lehrermangel und das Suchen nach Quereinsteigern ist glattweg hausgemacht.

Aber zurück zu den Zitaten, die mich begleiten. Einer der wichtigsten ist: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Ich weiß nicht, wann ich diesen Spruch in mein Leben ließ. Es muss sehr lange her sein. Aber bis zum heutigen Tag sage ich mir diesen immer wieder vor allem dann, wenn mich etwas aus der Bahn werfen will. Es ist mein Mantra.

Und der zweite lautet: „Wohin Du auch gehst, geh mit Deinem ganzen Herzen“ Dieses Zitat soll von Konfuzius sein. Das Zitat wählte ich als Leitspruch für meinen Blog, als ich ihn vor zehn Jahren startete. Das Zitat erinnert mich daran, keine halben Sachen zu machen, sondern das zu tun, was ich von ganzem Herzen will. Und dieser, mein Blog, ist meine Herzenssache.

Welches Zitat begleitet Dein Leben? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Heute ist der erste Mai, einer von etlichen Feiertagen im Wonnemonat Mai.

Das Wetter soll warm und sonnig werden. Wie wirst Du diesen Tag verbringen?

Ich werde jetzt ein paar Blaubeermuffins für den Nachmittag backen. Vielleicht nehmen wir diese am Nachmittag auf einen kleinen Radtrip mit …

Egal wobei: Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Drei Tage kommt’s, drei Tage bleibt’s

… drei Tage geht es plus einen Bonustag obendrauf. So kommen wir auf satte zehn Tage.

Wovon ich spreche? Von einer elenden Grippe, die mich ereilte. Etwas ähnliches hatte ich irgendwann vor zwanzig oder dreißig Jahren. Wenn ich also die zehn Tage weiterzähle, werde ich am 28. Dezember wieder fit sein. Ich bin gespannt, ob dieser Spruch, den ich den Betroffenen immer vorbetete wirklich passt.

Dieser Infekt mit allem Drum und Dran ist wirklich nicht toll. In der ersten Nacht konnte ein Wadenwickel das Fieber drücken. Dann habe ich zwei Tage zu siebzig Prozent geschlafen. Meinen Husten konnte ich mit Zwiebelsirup ziemlich gut bekämpfen. Das machte ich bereits bei meinen Kidern so. Und das hat immer geholfen. Die Halsschmerzen und den kratzenden Hals beruhige ich mit Gurgeln. In das Wasser gebe ich dafür fünf Sprüher Aloe-Emergency-Spray. Ein unglaublich gutes Gefühl. Und ich trinke Wasser, Wasser, Wasser mit einem Stück frischem Ingwer.

Warum schreibe ich das alles? Weil ich glaube, dass etliche Menschen viel zu schnell in die Pillenzauberkiste greifen und sich dann wundern, das der ganze Hocus Pocus nicht anschlägt und die Zeit der Heilung immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Irgendwann ist der Körper resistent und will immer stärkere oder noch mehr dieser Mittelchen. Ich denke, dass eine ganz normale Grippe mit oder ohne Chemie zehn Tage braucht, um auszuheilen. – Wir werden sehen, wie es am 28. Dezember bei mir ausschauen wird.

Vor etwa zwanzig Jahren hatte ich eine interessante Begegnung in der Lutherstadt Wittenberg. Der junge Mann erzählte mir, dass die meisten Krankheiten eine seelische Ursache haben. Er nannte mir einige und ich erinnere mich daran, wie er sagte, dass ein Schnupfen, eine Erkältung oder Grippe meistens „Ich habe die Schnauze voll.“ bedeute. An diese Aussage muss ich soeben denken.

Ich reflektiere meine letzten Wochen. Und ich muss feststellen, dass mein Immunsystem ziemlich unten war und dieser Grippe weit die Tore öffnete und mich zwang, komplett runterzufahren.

Ich war total ausgepowert. Es war zum Teil ein Seiltanz, die Termine zu bewältigen und Verantwortung für zu vieles zu übernehmen. Den Rest gab dann die nicht geheizte Alte Kirche, in der wir die Buchlesung im Rahmen des Kunstevents von seeArt hatten. Angeblich habe die Stadt via Fernschaltung die Wärme ausgeschaltet. Wegen der Sparmaßnahmen, hieß es. Ich war ein Eisblock, total ausgekühlt und durchgefroren stieg ich nach der Veranstaltung ins kalte Auto und fuhr nach Hause. Derart geschwächt, war es kein Kunststück den Bazillen &. Co. ein vorrübergehendes Zuhause zu liefern. – Ursache und Wirkung. Es ist tatsächlich eine Dialektik.

… wenn man da nicht schnell gesund wird 🙂 Als ich dieses Vitamin-Paket sah, ging mein Herz ganz weit auf.  Es ist so liebevoll und schön. Vielen Dank, liebe Agnes.

Das Bild entstand am Montag. Ich war bereits gesundheitlich angegriffen, brachte meinen Job aber mit ach und krach zu Ende. Mich nervten noch einige Unzulänglichkeiten und Gespräche mit Menschen, denen jedes Feingefühl abhanden gekommen schien. Ein kleiner Anstoß und meine Sollbruchstelle war erreicht.

Mit diesem Bild zog ich symbolisch hinter mir den kunterbunten Vorhang zu und wollte nur noch meine Ruhe. Mehr nicht.

Das Universum schien mich erhört zu haben. Denn ich bekam diese Ruhe, auch wenn es eine etwas unangenehme ist.  Aber ehrlich: Hätte ich mich ohne diesen Bazillen tatsächlich zurückgezogen? Nein. Ich hätte immer weiter, weiter, weiter … gemacht.

Alles hat seinen Sinn im Leben. So auch dieser Infekt. Ich verdamme ihn nicht, auch, wenn ich den nicht besonders mag. Er zwingt mich zur Ruhe. Und ich weiß, dass wir uns in Freudschaft nach dem zehnten Tag trennen werden.

Für heute soll es genug sein. Passt gut auf Euch auf und bleibt schön gesund.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Wie lange dauert schnell?

Nur noch schnell Dieses und Jenes, und ach ja, das auch noch. Ich handele und meine Gedanken sind schon wieder zehn Schritte weiter. De frisch gepresste Holundersaft ist im Topf. Der Gelierzucker eingerührt und der Herd eingeschaltet. Schnell in den Keller sausen und ein paar Gläschen holen, um das Gelee später einfüllen zu können. Die Waschmaschine im Keller hat ihre Arbeit getan. Schnell die Wäsche in den Trockner geben und die Waschmaschine neu starten. Es sind Routinen, schnell erledigt. Die Gläschen auswählen und fix nach oben bringen.

Ich betrete die Küche und erstarre. Der Topf gibt blubbernd aufgeschäumte schwarzrote klebrige schwerflüssige Masse frei, die sich auf dem Ceranfeld des Herdes über den Backofen und die weißen Küchenmöbel bis auf den Boden verteilt. – Shit! Schöne Schweinerei …

Vor dreißig Jahren wäre ich wie ein Rumpelstilzchen herumgesprungen, hätte mich wahnsinnig aufgeregt und versucht, Schadensbeschränkung zu betreiben. Inzwischen ist es so, dass ich in kritischen Momenten extrem ruhig und konzentriert werde. Ich habe das Drama beseitigt und gut. Nun, nicht so ganz gut. Denn etwas später, als ich zur Ruhe kam, fiel ich in eine Erschöpfung. Ich dachte über die Situation nach und wusste, dass es ein kleines Lehrstück war, so ein kleines Ausrufezeichen. Denn ich befand mich in den letzten Tagen und Wochen in einer angespannten und etwas stressigen Zeit. Ich weiß, dass so etwas eine zeitlang funktionieren mag, jedoch nicht auf Dauer.

Sämtliche meiner Knochenbrüche entstanden in derartigen Situationen. Zeiten, in denen meine Gedanken mit Sorgen getrieben waren. Zeiten, in denen ich mich antreiben ließ. Zeiten, in denen ich versuchte, es anderen recht zu machen. Zeiten, in denen meine Seele, das Herz und mein Kopf nicht im Einklang waren. Das Leben verhalf mir zu Nachdenkzeiten. Es nahm mich regelrecht  zeitweise beiseite und stellte mich ruhig.

Und nein. Es ist nicht die gebohnerte vom Regen nasse Treppe schuld. Es ist nicht der abschüssige Weg mit den kleinen Splittsteinen schuld. Es ist nicht der Parkplatz mit den schlecht verlegten Platten schuld. Es ist nicht …  Es ist meine Unachtsamkeit, mein fehlender Fokus auf die Situation, auf diesen Moment, denn meine Gedanken waren nicht bei der Sache. Ich handelte nebenbei, wie so oft.

Inzwischen spüre ich solche Situationen ganz genau. Und ich weiß, dass nichts auf der Welt wichtiger ist, als mich selbst zu ordnen. Ich zwinkere meinem Schutzengel zu und flüstere: „Alles gut. Gib mir bloß keine längere Auszeit. Das kann ich grad nicht gebrauchen. Ich passe auf mich auf.“

Ich weiß, dass es einen Leser gibt, der über meine Zeilen lächeln wird. Denn er war der Auslöser für den heutigen Blog. Vor wenigen Tagen bekam ich seine Nachricht, dass er die Treppe herab gestürzt sei. Ein Ordner, den er dort abstellte, war Schuld. Er hatte diesen übersehen.

Ihr ahnt es schon. Nein, es war nicht dieser Ordner. Es ist die Unkonzentriertheit, wenn wir mit unseren Gedanken nicht im Reinen sind, unzufrieden, enttäuscht, oder vor Situationen gestellt, die wir im Augenblick eigentlich nicht wollen, nach Lösungen suchen und nicht den richtigen Ansatz finden und so weiter und so weiter.  Nun, er bekam „nur“ einen heftigen Fingerzeig mit einer guten Auszeit und darf seine geprellten Blessuren auskurieren. Wichtig ist dabei, diese Zeit ins Selbst zu erkennen und zu nutzen.

Habt alle einen schönen, ruhigen, entspannten Sonntag. Passt gut auf Euch auf und gönnt Euch ein wenig Zeit nur für Euch ganz allein. Es ist unendlich wertvoll und wichtig.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Hast auch Du ähnliche Erfahrungen sammeln dürfen? Schreibe es einfach im Kommentarfeld.

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Alles Sache der Betrachtung

Eigentlich wohne ich in einer sehr, sehr ruhigen Region im südlichsten Süden Deutschlands. Mitten im Grünen, in einem klitzekleinen Ortsteil, am Hang einer Streuobstwiese, ein Ort im Tal eingekuschelt mit ein paar kleinen Häusern, einer Kirche, einer Bushaltestelle, einem Kindergarten, deren Betrieb wegen der Uneffektivität eingestellt werden sollte und die Eltern den Erhalt hart erkämpften und ein paar kleineren Handwerksunternehmen, die sich meistens an ihren Häuschen ansiedelten.

Seit dem März 2020, also seit dem ersten Lockdown, hat sich mein Arbeitsplatz in das heimische Büro / Atelier verlagert. Und seitdem weiß ich, dass diese vermeintliche Ruhe, die ich zuvor meistens empfand, sich in lauten  Geräuschen von landwirtschaftlichen Maschinen, von Traktoren, in Schleifen, Klopfen und Poltern der angesiedelten Handwerker, den neuen Baustellen der vielen Häuslebauer, dem Läuten der nur einhundert Meter entfernten Kirche und so weiter … auflöst. Wenn dann noch die Rasenmäher und -traktoren hin- und herrattern, dann ist es mit meiner Konzentration fast am Ende. Das geschlossene Fenster dämpft zwar das Drama. Aber es macht zum Beipiel das Arbeiten mit einem Mikrofon, wenn ich die Aufnahmen für meinen Podcast „Hör-Cafè“ mache, fast unmöglich. Es ist tatsächlich eine Herausforderung, ruhige Momente zu finden. Und das ist meistens in der Nacht oder sehr zeitig am Morgen.

Als ich die letzte Sendung aufnahm, gab es wieder einen solchen Moment. Die Häuslebauer beendeten endlich das Schneiden von Steinen mit einer Trennscheibe. Ich dachte: Jippiiie! Endlich! Vorsorglich schließe ich immer alle Fenster und Türen. Ich sprach die ersten Sätze in mein Mikrofon und in diesem Moment sprang ein Motor an. Ein Rasentraktor gurkte hin und her. Ich konnte meine Arbeit nicht fortsetzen und lauerte auf einen ruhigen Moment.

Ich denke, ich empfinde das übersteigert sensitiv, weil ich mich der Situation unmittelbar ausgesetzt fühle. Jeder andere wird das einfach als eine zum Leben dazugehörende sympathische Geräuschkulisse empfinden.

Als also wieder dieser Rasentraktor seine Runden zieht, musste ich an einen kurzen Text denken, den ich vor fünf Jahren schrieb:

Blumenwiese

„Die könnten auch mal wieder ihren Rasen mähen! Wie sieht das aus bei denen? Das ganze Unkraut blüht und wird die Samen verteilen. Überall! Dann wächst das Zeug auch hier noch!“, schnarrt Nachbar Schmidt erbost.

Nachbar Meier wundert sich: „Jetzt haben die schon wieder ihren Rasen geraspelt. Runter auf zwei Zentimeter. Unfassbar! Alles weg, die Gänseblümchen, Taubnessel, Schaumkraut, selbst die Butterblumen!“ —

„Ich frage mich, wozu wir Steuern zahlen! Im ganzen Ortszentrum haben die in diesem Jahr die Rabatten einfach nicht bepflanzt! Das sieht aus, kann ich dir sagen! Überall wächst das Unkraut wild durcheinander!“, ruft Lehmann seiner Frau zu.

Krüger ist begeistert: „Das ist ja so genial! In diesem Jahr haben die von der Gärtnerei die Rabatten als Blumenwiesen gestaltet. Alle erdenklichen Farben strahlen im Sonnenlicht, vom Mohn über Kornblumen, wilde Lilien einfach toll!“ —

„Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?“ Die Originalaufnahme von Marlene Dietrich knarrt aus dem Radio.“ Viktor meckert: „Pazifistisch. Einfach nur pazifistisch! Das kann jeder. Blöde Fragen stellen, aber keine Antworten liefern.“

Der Moderator: „Ein Anti-Kriegs-Song, der uns aufrüttelt, uns ermahnt, zum Nachdenken anregt …“ ———–

Alle Dinge im Leben haben zwei Seiten. Ich führe mir diese Dualität vor Augen und mein kleiner Groll verflüchtigt sich 😉

Genießt den Sonntag und seid herzlich gegrüßt von Eurer Petra Kolossa.

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Dem Pfad der Sonne folgen

Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen. Eine ganz alltägliche, kleine Geschichte, die eigentlich keine große Aufmerksamkeit wert ist.

Bei dem tollen Wetter heute machte ich eine kleine Tour durch die Natur. Ich beschloss, dem Pfad der Sonne zu folgen, ich ging einfach immer in ihre Richtung.
So lief ich über Wiesen und weite Felder, mit meinen Hunden, denen ich ihre Wildheit ließ. Die ich nicht zu Menschen erzogen hatte. Die mich zu einem Wolf erzogen haben.

Ich durchquerte Obstanlagen und Hopfengärten immer in Richtung der Sonne und erreichte schließlich einen Wald. Entlang der Wege begegneten mir gestresste Menschen, die mit roten Gesichtern und Skistöcken durch den Wald hetzten. Es sah ein bisschen so aus, als wären sie auf der Flucht vor ihren Uhren, die sie am Handgelenk trugen und die sie zu jagen schienen.

Doch dann schien die Sonne durch hohe Tannen und wies mir den Weg in den dichten Wald. Hier gab es keine Menschen und keine Hektik mehr. Es ging nur noch darum, leise zu sein und zuzuhören.

Foto: Willy Holger Wagner

Zahllose Schmetterlinge flogen zwischen den Bäumen umher, als der Wald wieder lichter wurde. Ich glaubte, ihre Flügelschläge zu hören und sie setzten sich fast auf meine Nase. Das Zwitschern der Vögel war Musik in meinen Ohren, von irgendwoher lachte mich ein Grünspecht aus (der Ruf des Grünspechts klingt ein bisschen wie lautes Lachen ), wahrscheinlich, weil ich nicht fliegen kann. Ich fand sogar ein vierblättriges Kleeblatt und nahm es nicht mit. Es reicht, dass ich es gesehen habe, denn es ist allein der Glaube, der uns dem Glück zugänglich macht.

Auf einmal schien ich die Aura der Bäume zu sehen und ich konnte die Sphären, die unsere sichtbare Welt umgeben, zumindest erahnen. Der ewige Kreis von Werden und Vergehen war hier normal und alltäglich und hatte nichts von dem Schrecken, den die Menschen ihm anhaften. So ging ich weiter meinen Weg, immer geleitet von der Sonne. Als ich den endlos scheinenden Wald durchquert hatte, bot sich mir ein atemberaubender Blick über das weite Argental, den Bodensee und dahinter die Alpenkette.

Wieder über Wiesen und Felder machte ich mich auf den Heimweg und war tief in Gedanken versunken.
Wie anfangs erwähnt, eine alltägliche Geschichte, ein Waldspaziergang, weiter nichts.
Und doch war mir klar, dass das, was ich heute erlebt habe, dem größten Teil der Menschheit verborgen bleibt. Wie sonst ließe sich der respektlose Umgang mit der Natur erklären?

Ich dachte darüber nach, wie es mit der Erde weiter gehen sollte. Ist es erstrebenswert, in einer Welt zu leben, in der man sich sogar nach der schmerzhaften Erfahrung eines Bienenstichs sehnt, weil diese einem zeigt, dass irgendwo noch ein bisschen Leben ist?
Weil sie einem zeigt, dass man selbst noch lebt? Sollen unsere Kinder nicht mehr wissen, wie schön Schmetterlinge sind oder wie der Gesang von Vögeln klingt?

Wir müssen auf die Erde aufpassen, denn dann passt sie auch auf uns auf und lässt uns leben.
Und wenn wir dabei auch nicht an künftige Generationen denken, so weiß keiner von uns, woher er einst kam und wohin er einmal geht.
Wer garantiert uns denn, dass wir die Erde nicht mehr brauchen, wenn wir dereinst in ihrem Schosse ruhn?

Herzliche Grüße, Euer Alfons

So viel Zeit muss sein

… bremse ich mich. Den Mantel, den ich bereits vom Kleiderbügel nahm, lege ich über einen Stuhl und gehe in die Küche zurück. Ich ziehe mir den Stuhl an den Tisch und angele nach meiner Tasse Kaffee, die bereits auf der Küchenspüle abgestellt steht. Noch halb gefüllt mit lauwarmem starkem Kaffee. Ich nehme einen Schluck davon und rüge mich selbst, ständig in Eile sein zu müssen.

Des öfteren bereiste ich vor vielen Jahren die damalige Sowjetunion. Ganz gleich in welchem der Unionsländer ich mich aufhielt, ob Russland, die Ukraine, Weißrussland … überall traf ich auf den gleichen Brauch.

„Petra, bevor du davonrennst“, wurde ich am Handgelenk festgehalten. „setze dich bitte zu uns für fünf Minuten.“ Ich wurde auf einen Stuhl gedrückt. Es war damals die erste Begegnung mit dieser schönen Geste. Ich besuchte eine Familie in Leningrad – heute Sankt Petersburg. Die gesamte Familie meines jahrelangen Brieffreundes Sergej saß am Tisch. Seine Frau erklärte mir, dass es gut sei, bevor einer das Haus verlässt, sich in Ruhe ein paar Minuten hinzusetzen und alles Liebe auf den Weg in den Tag in Empfang zu nehmen.

Ich schaute sie erstaunt an. Sie sagte mir, es sei sehr wichtig, selbst zur Ruhe zu kommen und entspannt zu gehen. Hinzu käme, dass keiner weiß, was da draußen an diesem Tag auf jeden einzelnen warte. Jeder soll in Frieden gehen, ohne schlechte Gedanken im Kopf und gesund zurück kehren.

… mein Smartphone liegt auf dem Tisch. Ich öffne WhatsApp und tippe:

„… ich habe noch fünf Minuten, bis ich in den Job gehen muss. Verbringst Du die Zeit mit mir?“ …

Welcher Typ seid Ihr? Wie handhabt Ihr es am Morgen?

Geht Ihr in Ruhe? Oder seid Ihr, wie meistens auch ich, immer nur in Eile?

Für Euch alle einen ruhigen und friedlichen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Ich schnappe jetzt meine Tasche und auf geht’s in den Tag 🙂

Ihr wollt auch eine solche? Klickt einfach auf das Bild.

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