Digitale Demenz und die Zukunft unserer Erinnerungen

Digitale Demenz: Sicher hast Du diese Wörter schon einmal gehört. Was verbindest Du mit digitaler Demenz?

Bevor ich von Manfred Spitzer und seinem Buch „Digitale Demenz“ hörte, assoziierte ich etwas anderes damit.

Völlig unwissenschaftlich und oberflächlich gesagt, könnte man Demenz mit Vergesslichkeit umschreiben. Vor kurzer Zeit schrieb ich einen Beitrag unter anderem über das Speichern auf den ersten Disketten, die es gab. Heute können wir weder diese Floppys, noch die nachfolgenden Disketten ohne, wenn überhaupt, einen Experten in Anspruch zu nehmen, lesen. Das Gleiche gilt für alte Speichersysteme, Tonbänder, Kassetten und zum Teil bereits CDs, wenn man nicht mehr im Besitz der alten Technik ist, diese abspielen zu können.

Kürzlich, als ich meinen Schreibtisch-Container aufräumte, hielt ich alte Mini-Kassetten eines Diktiergerätes in den Händen. Zwei Geräte, die wir dafür einst vor über fünfundzwanzig Jahren benutzten, funktionieren nicht mehr. Ohne Aufwand zu betreiben, kann ich diese Kassetten nicht mehr abspielen.

CDs, die es in unserem Haushalt gibt, ergeben eng an eng gereiht etliche Meter Regalfläche. Waren es damals kleine Schätze, hören wir sie heute kaum noch. Zum Glück besitzen wir noch ein solches Gerät, um diese abspielen zu können.

Einst waren es wichtige Datenträger am PC. Heute, gibt es für diese Scheiben an den Geräten keinen Zugang mehr.

Bandsalat, zerkratze Scheiben, wenn diese auf den Boden gefallen sind oder versehentlich irgend etwas auf eine ungschützte CD gelegt wurde, sind nur einige Beispiele für das Zerstören von digitalen Daten. Sie sind verschwunden, vernichtet, vergessen, einfach weg. Das ist aus meiner Sicht ein Beispiel für eine digitale Demenz.

Damals hielten wir die Daten in Reinform auf Papier gedruckt fest. Das ist bekanntlich geduldig und was man hat, das hat man. Ich hielt noch lange, lange Zeit daran fest, weil ich dem digitalen Nirwana nicht vertraute. Inzwischen habe auch ich mich dem allgemeinen ökologischen Trend unterworfen. Unsere Daten liegen in grauenvoller Masse auf großen Speicherkarten oder in Clouds irgendwo im Universum.

Vertraue ich jetzt dieser Sache? Nein, bis heute stehe ich skeptisch diesem Wahn gegenüber. Immer und immer wieder habe ich vor meinen Augen das Bild des nur Sekunden dauernden Crashs. Ein Zusammenbruch, der mit einem Schlag leise und unbemerkt und völlig geräuschlos mit einem Knopfdruck weltweit sämtliche Datenträger und Clouds löscht.

Was bleibt? Absolut nichts. Alles steht still. Fast jede Maschine läuft über programmierte Daten. Züge, Flugzeuge, Weichen, Autos, Schließanlagen, Banken, der Handel, die Logistik, die Energieversorgung, … alles! Das ist ein riesiger Reset.

Ist das für Dich unvorstellbar? Für mich nicht. Wer die digitale Macht hat, hält in seinen Pfoten die Macht über unsere Welt. Mit einem Schlag wäre die menschliche Geschichte seit der Digitalisierung gelöscht und vergessen. Es entsteht eine große Verwirrtheit, weil außer den Alten keiner mit dieser Situation umgehen kann. Die Menschen sind abhängig und süchtig in ihrer gelebten Matrix, die sich plötzlich als große Leere verdammt real zeigt. Jeder muss nun lernen zu denken, ohne zu googeln, Chat GPT oder Grok zu fragen. – Das nenne ich digitale Demenz.

Wir können das Ganze ein wenig weiterspinnen. Was wäre die Erlösung aus dieser großen Verwirrtheit? Wie gelangen die Menschen an das Wissen, das offensichtlich nicht in den Köpfen der Leute, sondern in irgendwelchen Clouds immer abrufbereit gespeichert war? Ganz einfach! Nur ein kleiner Pieks 😉 Jeder bekommt ein klitzekleines, kaum spürbares, süßes kleines Chiplein implantiert und wird sofort wieder online geschaltet. Welch eine Erlösung! Eine Erpressung sondersgleichen. Denn natürlich gibt es eine Datensicherung.

Genug gesponnen! Kommen wir zurück zu Manfred Spitzer. Er ist Psychiater und Neurowissenschaftler. Er sieht in der digitalen Demenz etwas ganz anderes, was jedoch den oben erwähnten Kreis schließt. Seine Betrachtungen gehen zum Beispiel dahin, dass die digitale Welt diverse Schäden in der mentalen Wahrnehmung, soziale Kompetenzen gehen verloren, Kinder und Jugendliche verlieren ihre Intelligenz.

Eine andere Betrachtung, die ich vor längerer Zeit las, zeigt, dass ältere Menschen wiederum, die sich der digitalen Welt öffnen, geistig fitter sind, also einen regeren Geist im Vergleich zu Senioren, die sich der Digitalisierung verschließen, haben. Das fand ich sehr spannend.

Zu diesem Thema werde ich etwas gründlicher recherchieren und später noch einmal darauf zurückkommen. Denn meine These ist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem vor dem Renteneintritt wahrgenommenen Leben und den als Senior genutzten digitalen Medien gibt. Ein weiterer Aspekt ist der Wille des lebenslangen Lernens. Denn es gibt Menschen, die tot sind, bevor sie gestorben sind. Ich traf tatsächlich etliche Leute, die mir bereits mit Ende vierzig, Anfang fünfzig Jahren sagten: „Was soll ich jetzt noch in meinem Alter mit einer Weiterbildung oder irgendwelchem Lernen?“

Das Bild ist am neunten Februar vor sechs Jahren entstanden. Es ist ein Stückchen der digitalen Masse, das ich der Erinnerung „Heute am 09. Februar“ entnahm.

Im selben Zuge löschte ich viele Bilder, die ich im Laufe der Jahre am neunten Februar machte. Diese habe ich also nun der großen digitalen Demenz gespendet 😀

Wie steht Ihr zu diesem Thema? Schreibt es doch einfach ins Kommentarfeld.

Habt einen wunderschönen Tag.

Bis zum nächsten Mal, Eure Petra Kolossa.

Wissen ist Macht

Gibt es ein Zitat, nach dem du dein Leben lebst oder an das du oft denkst?

Hast Du ein Zitat, das Dich begleitet, das Deinem Wesen entspricht, das Du Dir gern in Erinnerung rufst?

Ich habe zwei Zitate plus zwei halbwichtige, also inzwischen für mich nicht mehr so dominante Aussprüche. 

Den einen „halben“ betete mein Opa immer und immer wieder. „Lernen, lernen, nochmals lernen!“ Als Kind ging mir das ziemlich auf den Keks. Aber aus Respekt vor meinem Opa, ließ ich ihn das nie spüren. Erst viel, viel später begriff ich, wie wichtig sein Mantra war.

Einige Jahre später schrieb mein Klassenlehrer, der mich in Physik und Mathematik unterrichtete, in mein Poesie-Album einen einzigen Satz: „Wissen ist Macht.“ Ich kann mich noch sehr gut an diesen Augenblick erinnern, als er mir mein Büchlein zurückgab, ich die Seite mit seinem Eintrag aufschlug und ich diesen Satz las. Kein Bla-Bla, Wünsche für die Zukunft und ähnliches. Einfach diesen sachlichen Satz. Diese Klarheit hat mir imponiert.

Ich mochte meinen Lehrer damals wirklich. Ihm fehlte das typische Lehrerhafte. Er brachte uns die Naturwissenschaft auf sachlicher, praktischer Ebene bei. Und er behandelte jeden von uns Schülern gleich. Er hatte keine Disziplinprobleme in seinem Unterricht. Denn der war meistens spannend. Er führte keinen Schüler vor und griff sich nie einen vor der gesamten Klasse, um ihm zu beweisen, dass er etwas noch nicht erledigt habe oder nicht könne. Er agierte auf seine ganz eigene dem anderen gegenüber wertschätzende Art.

Warum erzähle ich das? Mein Klassenlehrer war Quereinsteiger. Er war Vermessungsingenieur. 1971 kam er an unsere Schule und begleitete unsere Klasse drei Jahre, also bis zum Abschluss. Das Thema fehlende Lehrer und solche, die quer einsteigen ist also keine neue Erfindung. Auch wenn der damalige Grund ein anderer als heute war. Waren es die Nachwehen des zweiten Weltkrieges, sind es heute politische Fehlplanungen. Das nicht Ernstnehmen der Demographie, das Ignorieren wahrer Statistiken, das überhebliche Abhandeln des Lehrerberufes und so einiges mehr hat nichts mit einer Situation zu tun, bei der irgend jemand von höherer Gewalt sprechen kann, wie zum Beispiel den zweiten Weltkrieg und seine über einige Jahre nach sich ziehenden Folgen. Unser derzeitiger Lehrermangel und das Suchen nach Quereinsteigern ist glattweg hausgemacht.

Aber zurück zu den Zitaten, die mich begleiten. Einer der wichtigsten ist: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Ich weiß nicht, wann ich diesen Spruch in mein Leben ließ. Es muss sehr lange her sein. Aber bis zum heutigen Tag sage ich mir diesen immer wieder vor allem dann, wenn mich etwas aus der Bahn werfen will. Es ist mein Mantra.

Und der zweite lautet: „Wohin Du auch gehst, geh mit Deinem ganzen Herzen“ Dieses Zitat soll von Konfuzius sein. Das Zitat wählte ich als Leitspruch für meinen Blog, als ich ihn vor zehn Jahren startete. Das Zitat erinnert mich daran, keine halben Sachen zu machen, sondern das zu tun, was ich von ganzem Herzen will. Und dieser, mein Blog, ist meine Herzenssache.

Welches Zitat begleitet Dein Leben? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Heute ist der erste Mai, einer von etlichen Feiertagen im Wonnemonat Mai.

Das Wetter soll warm und sonnig werden. Wie wirst Du diesen Tag verbringen?

Ich werde jetzt ein paar Blaubeermuffins für den Nachmittag backen. Vielleicht nehmen wir diese am Nachmittag auf einen kleinen Radtrip mit …

Egal wobei: Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Jedes Alter hat so seins

Was glaubst du, wird mit dem Alter besser?

Die Frage ist: Wann beginnt das „Alter“? Als Senior oder Seniorin werden bereits die Sechzigjährigen bezeichnet. Nach Wünschen der agierenden Politiker sollte das erst zehn Jahre später der Fall sein. Aber das ist wohl das Wunschdenken, um den Anteil der Jahrzehntelang eingezahlten Beiträge in die Rentenkassen erst später und vor allen Dingen kürzere Zeit an die Alten zurückgeben zu müssen.

Ich entscheide mich mit „Alter“ die Zeit zu wählen, wo ich selbst nicht mehr einen großen Teil meiner Lebenszeit in die Einkommen generierende Arbeit investieren muss. Ich meine, den Tausch Zeit gegen Geld. Das ist also der Zeitpunkt, wo ich eine Rente erhalten werde. Das heißt nicht, dass ich dann alle Finger gerade lassen werde. Jedoch ist der Druck, irgendwie Geld verdienen zu müssen, um das Leben finanzieren zu können etwas entspannter. Das ist also der erste Punkt. Ich glaube, das wird im Alter besser.

Ein zweiter Punkt ist die eigene Gelassenheit. Ein älterer Mensch muss keinem mehr etwas beweisen. Er ist gefüllt mit Lebenserfahrungen, Wissen und sieht der Welt mit einer gewissen Weisheit entgegen. Es liegt eine diverse Ruhe im Alter. Das Kämpfen und Hinterherjagen nach Irgendetwas ist beendet. Darin sehe ich den zweiten Punkt.

Das angesammelte Leben in einem alten Menschen führt zu Sensibilität und oftmals einer Weitsicht, die nicht zu unterschätzen ist. Einen dritten Punkt sehe ich in der Macht des Alters, das auszusprechen, was die wahren Gedanken sind. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Die „Alten“ haben nichts mehr zu verlieren. Keinen Job oder sonst etwas.

Nun ist die Zeit gekommen, von der seit vielen Jahren mit Grausen gesprochen wird. Es sind die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit, die jetzt die „Alten“ sind, die Babyboomer. Die Politik betrachtet diese gewaltige Macht der nicht reformierbaren, uneinsichtigen Alten, die die Großzahl der Klimaleugner stelle und den sonstigen Verschwörungen anhängig sei, mit Argwohn. Es ist die Masse, die entsprechend wähle und dadurch ihre Interessen durchdrücke und die Interessen der Jugend benachteiligen würde. Wählen mit sechszehn, gar mit vierzehn Jahren steht zur Debatte, um diesem Drama begegnen zu wollen.

Die Menschen im Alter, sind die, die den ganzen Schlamassel am ehesten durchschauen und dem suggestiven und manipulativen Gequake aus den Medien eher resistent sind. Sie stecken voller Lebenserfahrungen und können die Zusammenhänge erkennen und verstehen. Auch wenn sie nicht mehr die physische Kraft und Energie haben. Sie haben einen klaren Verstand. Und ich wünsche mir sehr, sie haben den Mut, das auszusprechen, was sie denken. Das sind sie unseren jungen Menschen unbedingt schuldig. Das ist ein vierter und wichtiger Punkt.

Wie zu sehen ist, gehöre ich bereits zu diesem „Alter“.

Mein Blog begleitet mich durch mein kreatives sowie schreibende Leben und all dem, was meinen Alltag so streift. Er ist ein kleines Rädchen im Ganzen. Meine Worte richte ich an Dich, an Dich und auch an Dich. Und ich wünsche mir sehr, dass viele Menschen, insbesondere unseres reifen Alters, mutig ihre Gedanken äußern. Ich meine nicht das Herumnörgeln und Meckern 😉

… heute wieder mit noch feuchtem Haar. Der Sommer verführt zum Lufttrocknen …

Herzlich, Eure Petra Kolossa.