Dschinnis Job

Wenn dir ein Flaschengeist drei Wünsche erfüllen würde, was würdest du dir wünschen?

Hach, ich mag dieses Geschöpf aus Tausendundeiner Nacht. Ich möchte gern in der Romantik schwelgen. Denn bereits die heutigen Sechsjährigen würden sich als erstes wünschen, dass der Geist perspektivisch ihnen jeden Wunsch erfüllen möge.

Aber so ist die heutige Frage nicht zu verstehen. Dumm ist, dass es ja nicht nur einen Flaschengeist gibt. Somit schließen sich global umfassende Wünsche aus, wie zum Beispiel die Glaubenskriege zu beenden. Stelle Dir vor, jemand aus einem völlig anderen Kulturkreis wünscht sich, nur sein Glaube möge die Welt bekehren. Das wäre schon ziemlich verzwackt, wenn die Dschinns auch noch anfangen, sich gegenseitig zu beharken.

Oder ich wünsche mir ein ideologiebefreites Bildungssystem. Und ein anderer kommt daher und denkt sich. „Cool. Dschinni mach, dass in den Bildungseinrichtungen die Köpfe der Kinder nach der Ideologie unserer ‚Brummkreiselpartei‘ ausgerichtet werden.“

Ihr seht, mit dem Wünschen ist das so’n Ding. Nicht einmal das sollte man unüberlegt tun.

Es ist schon blöd, dass man einst nicht ein einziges solches mythologisches Geschöpf, das seinem „Herren“ dient, schuf, sondern etliche. Das hat man sich nicht gut überlegt.

Jedoch sei es den Geschichtenerzählern um Zwölfhundert herum, etwas davor und etwas danach, verziehen. Sie sahen die Welt noch aus ganz anderen Augen.

So behalte ich es mir vor, meine eigenen Wünsche nicht an Dritte weiterzuleiten. Wer weiß, was der Nächste sich wünscht? … und schon liegen zwei Flaschengeister im Zoff. Denn jeder hat seinen Job zu tun und muss den Willen seines Herren durchsetzen.

Kommt Euch das irgendwie bekannt vor? 😉

Bis zum nächsten Mal.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Wie real ist Zukunft?

Worauf freust du dich im Hinblick auf die Zukunft am meisten?

Nie hätte ich geglaubt, dass ich das eines Tages sagen würde. Jedoch steckt in mir keinerlei Freude in die Zukunft. Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass es nichts Unrealistischeres gibt, als die Zukunft. Nichts ist so vage und schwammig, wie die Zukunft. Freude auf die Zukunft ist so etwas, wie Hoffnung, ein Klammern an irgendetwas, ein Heranbeten eines gewünschten Besseren, als dem Jetzt.

Es ist wie mit den großen Zielen. Es ist ein Jagen nach etwas Besserem als dem im Augenblick. Ist das aus der vermeintlichen Zukunft im Jetzt angekommen, ist es nichts mehr wert, da ja wieder eine Freude, eine Hoffnung in der Zukunft benötigt wird. Wir vergessen dabei, dass das Spannende nicht das Ziel im Futur ist, sondern einfach nur der Weg dahin. Nämlich das, was wir jeden Tag im Hier tun, Schritt für Schritt.

Welche Dinge in der Zukunft könnten es sein, auf die man sich freut? Es kann nur etwas sein, dass eigentlich bereits Realität ist. Zum Beispiel eine bereits (jetzt) gebuchte Reise, die in absehbarer Zeit (in der Zukunft) sein wird. Oder ein Treffen mit der Familie oder den Freunden, die bereits heute verabredet ist, jedoch erst in einem zukünftigen Zeitpunkt sein wird. Diese Beispiele sind so etwas wie „Halbzukünftiges“, weil sie zum Teil bereits heute real sind.

Ich freue mich zum Beispiel auf den Besuch des Sommertheaters Ende Juli in meinem Lieblingstheater in Ravensburg. In der Vergangenheit, also bis zum Februar 2020 besuchten wir dieses regelmäßig. Dann kam die verordnete Pandemiezeit und alles geriet ins Schleifen. Zu meinem Geburtstag im März 2020, also gerade da, wo dieseser ganze Trödel begann, bekam ich eine Gutscheinkarte für dieses Theater geschenkt. Die hängt seitdem am Kühlschrank und wartet darauf, endlich eingelöst zu werden. Ob die überhaupt noch eine Gültigkeit hat? Ich werde es sehen, wenn ich die zum Bezahlen verwenden möchte.

Ein Schnappschuss um die Ecke vom Kühlschrank. Ich glaube, die Kühlschränke sehen bei Euch ähnlich aus. Stimmt’s?

Das ist eine nahe Zukunft und irgendwie nur eine „Halbzukunft“. Denn ich beschäftige mich im Jetzt damit und es ist somit ziemlich real. Natürlich wissen wir nicht, was morgen sein wird, was da noch alles dazwischen kommen kann. So will ich es also eine „Halbrealität“ nennen. Und: Ich habe innerhalb kürzester Zeit zwei neue Wortschöpfungen gezaubert. Vielleicht sind diese auch nur „halbneu“ 😀

Diesen Beitrag tippe ich für Euch mit noch feuchten bzw. „halbtrockenen“  oder „halbnassen“ Haaren. Zum Glück ist die deutsche Sprache prall gefüllt mit Wörtern. Lasst uns also kräftig zulangen.

Schluss mit dem morgendlichen Philosophieren!

Sonnige Grüße schickt Euch,

Eure Petra Kolossa.

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