Endlich im Ruhemodus

Worin bist du dieses Jahr gewachsen?

Was ist das für eine theatralische Frage am frühen Morgen? All den Fragen rund zum Thema Persönlichkeitsentwicklung bin ich müde.

Genauso wie mir das ganze Coach-Business, das sich selbst zu nähren scheint, in dem der Coach den Coach und dieser wieder den nächsten Coach coachen, um persönlich zu wachsen, um dann Coachsuchenden das aufgesammelte (Halb-)Wissen zu vermitteln, auf den Keks geht. Aber darüber habe ich oft genug geschrieben.

Nun habe ich mir selbst vorgenommen, weitestgehend die täglichen Fragen an uns Blogger zu beantworten. Also will ich mich heute nicht davor drücken.

Auch nicht, obwohl ich heute bereits zehn vor fünf Uhr aufgestanden bin, das Internet in unserer Wohnung erst ab halb sieben Uhr zur Verfügun steht und ich mich wirklich darüber geärgert habe. Das, was ich in aller morgendlicher Stille tun wollte, konnte ich nicht machen. Zum Malen reichte das Tageslicht noch nicht aus. Und ich suchte mir mit Groll im Bauch Beschäftigung, auf die ich nicht eingestimmt war. In solchen Momenten merkt man, wie sehr sich unser Leben mit den technischen Voraussetzungen verändert hat.

Auch bin ich nicht davon überzeugt, dass es wirklich Sinn ergibt, den Internetzugang ab Mitternacht bis morgens halb sieben Uhr zu kappen, um von der Strahlung befreit zu sein. Denn in allen anderen Wohnungen im Haus und in der näheren Umgebung ist dieses weiterhin eingeschaltet. Ich denke, das ist mehr Kopfsache, zu glauben, dass es dadurch einen besseren Schlaf ergebe. Die Mobiltelefone schalten wir für die Nacht sowieso aus.

Jetzt huscht mir ein flüchtiges Lächeln durchs Gesicht, weil ich an die heutige Frage denke. Bin ich durch solche Erlebnisse gewachsen? Jein. Denn es zeigt mir, dass ich es absolut nicht mag, wenn andere ungefragt über mein Handeln bestimmen. Ich wusste bis heute Morgen nicht, wann ich wieder über das Netz verfügen „darf“. Darüber, dass es sich um Mitternacht abschaltet und ich „ins Bett geschickt“ werde, bin ich not amused, aber ich kann es akzeptieren und organisiere mein Tun entsprechend. Vor einigen Jahren verbrachte ich gern die Zeit in der Ruhe nach Mitternacht am Schreibtisch. Das hat sich inzwischen geändert und es ist der Morgen geworden.

Seit etwa einem halben Jahr bin ich innerlich endlich im Ruhestand angekommen. Es hat fast zwei Jahre gedauert, diesen Ruhemodus willkommen zu heißen. Das ist für mich tatsächlich ein Wachsen. Seit dieser Zeit versuche ich, meine Schlafgewohnheiten umzutrainieren, also etwas länger zu schlafen. Das soll schließlich gut und gesund sein. Mit Müh und Not habe ich es geschafft, zwischen sechs und halb sieben Uhr aufzustehen.

Als ich heute kurz vor fünf Uhr auf den Beinen war, bemerkte ich wieder, wie schön es ist, den frühen Morgen zu begrüßen. Und ich denke, dass ich mein Längerschlaftraining abbrechen werde und einfach wieder aufstehe, wenn ich aufgewacht bin.

Tja, mit dem Herren über das WLAN in unserem Haushalt werde ich wohl einen Deal aushandeln müssen 😉

Wie ist es bei Dir? Wobei bist Du im ersten halben Jahr gewachsen? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Ich werde jetzt an meinem neuen Bild weiterarbeiten.

Habt einen wunderbaren Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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