Heute schon überlegt?

Es gibt Fragen, die im allgemeinen belächelt werden, die sich aber ganz bestimmt jeder von uns schon einmal gestellt hat. Und geben wir es ruhig zu: Sie sind absolut nicht von der Hand zu weisen.

  • Was ziehe ich heute an?
  • Was koche ich heute?

Nun, die erst Frage ignorieren wir für heute 😉

Ich stand vor dem geöffneten Kühlschrank und scannte den Bestand. Hm, was mache ich aus dem, was da ist?

Ein paar Karotten, Lauchzwiebeln, Porree. Kartoffeln sind noch im  Keller. … ein paar Geflügelwürstchen sind auch noch vorrätig.

OK. Sieht ganz nach einem Süppchen aus. Also los gehts!

Voilà 😊 Schon fertig. Ihr benötigt mit allem Drum und Dran vierzig Minuten für das leckere Gemüse-Süppchen.

Oben alles in (hoffenlich) selbsterklärenden Bildern. Nun noch ein paar Worte dazu.

Ich habe für Euch die Zutaten abgewogen. Aber bei diesem Süppchen könnt Ihr ganz frei handeln. Also: Was verwendete ich?

  • 600 g Kartoffeln
  • 400 g Karotten
  • 100 g Lauch
  • 2 Lauchzwiebeln
  • 4 Stück Wiener Geflügelwürstchen
  • 1 TL Öl (ganz nach Wahl)
  • 2 TL (oder mehr) Kräuter der Saison
  • 1 EL Gemüsebrühe
  • 1 Briese Pfeffer
  • Salz nach Geschmack

Gemüse putzen, gründlich waschen, Karotten und Kartoffeln in Würfel schneiden; Lauch und Lauchzwiebeln in Ringe.

Alles in einen Topf geben. Einen Esslöffel Gemüsebrühe darüber streuen. Mit Wasser abdecken. (Wirklich nur so viel, dass das Gemüse mit Wasser bedeckt ist.) Wärme zugeben, bis es kocht. Dann Temperatur herunterdrehen, oder bei guten Töpfen komplett ausschalten. Auf keinen Fall das Gemüse minutenlang blubbernd zerkochen. Das Wasser kann nicht wärmer als einhundert Grad werden 😉 Lasst das Gemüse einfach in Ruhe mit geschlossenem Deckel 20 Minuten garen.

In den zwanzig Minuten habt Ihr Zeit, ein paar Kräuter frisch zu ernten oder aus Eurem Vorrat zu nehmen. Diese zu hacken und beiseite zu stellen. In dem kleinen Clip oben erwähne ich Pimpinelle, Majoran und Petersilie. Ich kann mir vorstellen, dass dieser oder jener von Euch nicht jedes der Kräuter kennt. Deshalb habe ich die Kräuternamen mit Links hinterlegt. Klickt einfach auf die entsprechenden Wörter und Ihr könnt Euch schlau machen.

Als nächstes die Wiener Würstchen in Scheiben schneiden und in etwas Öl anbraten. Für Euch, die vegetarisch bevorzugen ist eine Handvoll grob gehackte Mandeln eine gute Alternative. Kurz angebruzelt, bringen sie ein sehr gutes Aroma in die Suppe.

Nach zwanzig Minuten sollte das Gemüse gegart und weich sein. Mit einem Kartoffelstampfer die Suppe grob pürieren. Die Würstchen bzw. die Mandeln dazu geben und unterheben. Alles fünf Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen lassen. Vor dem Servieren die Kräuter frisch auf die Suppe geben.

… und ein Schälchen Suppe für meine Lieblingsnachbarin Agnes 😊

Nun wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren.

Ihr wisst schon: Ich freue mich, von Euch zu hören. Schreibt einfach unten ins Kommentarfeld.Habt eine gute Zeit. Ich genieße jetzt meinen Kaffee.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Den Kaffeebecher in meinem Design „Caligari IV – Chemnitz“ bekommt Ihr hier, in meinem Shop.

Von Pesto und so …

Allium ursinum – welch ein runder Klang! Es reizte mich, diese beiden Wörter laut zu lesen, als sie mir unter die Augen kamen. Ich konnte nicht widerstehen.

Dieses Allium ursinum hat Verwandte, die Ihr alle kennt: Schnittlauch, Zwiebel, Knoblauch. Richtig. Es is die große Lauchfamilie. Ihr wisst Bescheid. Ich spreche vom Bärlauch. Ich liebe dieses Waldgemüse, das gerade jetzt zu dieser Zeit austreibt und unsere Speisenvielfalt pikant verfeinert.

Immer wieder höre ich den Aufschrei, wie gefährlich es sei, Bärlauch im Wald zu ernten und man aus diesem Grunde darauf lieber verzichte, als sich zu vergiften.

Zum einen sei es die Herbstzeitlose, die dem Bärlauch so ähnlich sei. Der Bärlauch treibt im zeitigen Frühjahr. Die Herbstzeitlose im Sommer bis in den Herbst hinein.

Und da ist das Maiglöckchen. Das ist auf den ersten Blick nicht immer deutlich zu erkennen. Auch wenn Maiglöckchen erst im April austreiben, liegt es sehr nahe am Bärlauch. Ich prüfe es am Geruch. Das Maiglöckchen ist fast geruchlos. Der Bärlauch hingegen riecht und schmeckt stark nach Knoblauch, wenn man an den Stilenden oder an einem etwas eingerissenen Blatt schnuppert. Außerdem wächst der Bärlauch aus einer Zwiebel und das Maiglöckchen aus einem langen quer wachsenden Wurzelgeflecht. Es ist wirklich gut zu unterscheiden. Aber hier könnt Ihr Euch noch ganz genau darüber informieren.

Wenn der Bärlauch zu blühen beginnt, solltet Ihr ihn nicht mehr ernten. Der frische intensive Geschmack hat sich verloren und außerdem beginnt zu dieser Zeit das Maiglöckchen zu treiben. Etwas teuflisch, da es im Wald meistens nicht blüht.

Wer die Möglichkeit hat: Der Bärlauch wächst genauso gut im Garten. Dieses Bild habe ich vor zehn Minuten in der kleinen grünen Oase an unserem Mehrfamilienhaus gemacht.

Warum widme ich heute dem Bärlauch meinen Blog? Die meisten von uns sind derzeit gezwungen, runterzufahren, etwas zur Ruhe zu kommen. Nun, wenn auch der Grund schmerzlich ist, scheint es so, als würde uns ein Spiegel vorgehalten.

Lasst uns mehr mit der Natur leben. Hört auf, nur das zu konsumieren, das fix und fertig aus der Tüte, Büchse oder dem Glas kommt. Legt beim Kochen selbst Hand an. Ich weiß, viele tun es bereits, andere jedoch nicht.

Ich selbst bereite seit eh und je fast alles selbst zu. Bei mir muss es in der Küche unkomliziert und schnell gehen, da ich tatsächlich wenig Zeit habe. Nun, ich bezeichne mich als routinierte, kreative Schnell-Köchin, die aus Nichts irgendwie immer noch ein akzeptables Gericht auf den Tisch bringen kann.

Ihr habt es gelesen. Keine Ausreden bitte wegen keine Zeit, oder dauert zu lange, oder zu kompliziert, oder zu teuer … 😉

Ich lade Euch unter der Kategorie „Kreativ-Küche“ auf saisonale, schnelle und simple Dinge aus meiner Küche ein. Heute soll es ein Gericht mit Bärlauch sein.

Für dieses Rezept habe ich 20 Minuten benötigt, bis es auf dem Tisch stand.

Spaghetti mit Bärlauchpesto

Was braucht Ihr dazu? (Für zwei Personen)

  • Spaghetti (pro Person 60 bis 70 g – trocken)
  • 200 g frischen Bärlauch
  • 50 g Pinienkerne
  • 50 g frisch geriebener Parmesan
  • 200 ml Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • eine Prise geriebener Chilli
  • 2 EL magere Schinkenwürfel
  • eine handvoll Tomaten

◇ Oben die Beschreibung in Bildern. Die Fotos machte ich abends. Die Qualität der Bilder ist vielleicht nicht super optimal. Dennoch … Also: Den Bärlauch schön grüdlich waschen. Dann grob etwas hacken und in eine Schüssel geben. Die Pinienkerne und das Olivenöl dazu geben. Zwei Esslöffel vom Parmesan zur Seite stellen. Den Parmesan zu den anderen Zutaten geben. Salz und Chili darüber streuen. Jetzt das Wasser zum Kochen bringen. Ich gebe statt Salz einen Esslöffel Gemüsebrühe dazu. Die Spaghetti (Ich verwende ausschließlich Hartweizen-Spaghetti.) in das kochende Wasser geben und nach Anweisung kochen. Meistens sind es neun Minuten. Jetzt mit dem Pürierstab den Bärlauch mit allen Zutaen verarbeiten. Die Tomaten in Stücke schneiden und beiseite stellen.

◇ Die Spaghetti abgießen. Einen Tropfen Öl in den Topf geben. Kurz verrühren. Auf zwei Teller verteilen. Das Pesto darüber geben. Die Tomaten, jeweils einen Esslöffel Schinkenwürfel, einen Esslöffel Parmesan über das Pesto streuen. – Das alles hat nur zwanzig Minuten gedauert.

Probiert es einfach mal aus.

Ich freue mich über Euer Feedback. – Ihr könnt es gern unten im Kommentarfeld hinterlassen.

Guten Appetit wünscht

Eure Petra Kolossa.

Zucchini – Zucchini – Zucchini

Wenn die Natur beschließt, die Zeit sei gekommen, tut sie es konsequent. Und nichts kann sie dabei aufhalten.
Und wenn es an der Zeit ist, Zucchini reifen zu lassen, dann tut sie es. Gründlich.

Zwei kleine Pflänzchen in einem Hochbeet – eine Sorte mit gelben Früchten und eine mit grünen … Diese zwei Pflanzen fordern mich wahrlich heraus. Fast täglich eine andere Mahlzeit mit Zucchini zu zu zaubern ist tatsächlich kreativitätsfördernd. Zumal ich sehr selten nach einem Rezept koche. Ab und zu hole ich mir Ideen aus Rezepten oder bei Restaurantbesuchen.

Es gab in meinem Leben eine Zeit, in der ich verdammt wenig finanzielle Mittel zur Verfügung hatte. Man sagt, Not mache erfinderisch. Das kann ich bestätigen. In diesen Jahren lernte ich, aus Nichts etwas zu zaubern. Keiner meiner Gäste musste hungrig vom Tisch aufstehen. Und irgendwie hat das geprägt. Bis heute schaue ich, was ist vorhanden, was kann ich daraus machen. Das sind für mich nur wenige Minuten bis die Zutaten zusammen getragen sind und schon geht es los mit der Kocherei. Das Kochen insgesamt dauert bei mir im Durchschnitt eine halbe Stunde, bis es auf dem Tisch steht. Ich bereite alles frisch zu und es muss schnell gehen.
In den letzten drei Tagen habe ich einige Bilder gemacht, um Euch ein paar Rezeptideen mit Zucchinis an die Hand zu geben. Weiterlesen