Zwei mal vierzig – 2029

Wir haben November. Ich mag diesen Monat irgendwie nicht. Der Herbst ist noch da, aber irgendwie bereits am Verrotten. Es ist kühl. Eigentlich etwas zwischen kühl und kalt, also etwas mehr als kalt und etwas weniger als kühl. Ich glaube, dafür gibt es keine richtige Beschreibung. Die Tage werden selten wirklich hell. Es hängt immer etwas Trauriges über uns. Ich bin ständig bemüht, nicht müde zu wirken, nicht zu frösteln und mich nicht diesem November-Blues hinzugeben.

Früher, also vor der Ampelzeitrechnung, liebte ich eine warme Wohnung. Jetzt liebe ich sie immer noch, aber ich trainierte mir eine Wohlfühltemperatur um zwanzig Grad an. Nun gut, ich muss noch etwas trainieren. Es ist noch ein wenig Luft nach oben. Also ziehe ich dicke Socken an, binde mir ein wärmendes Tuch um den Hals, schiebe mir Stülpchen auf die Handgelenke und hänge mir zusätzlich eine Jacke über die Schultern. Jedes Mal, wenn ich an dem Heizungsrädchen drehe, habe ich schlechtes Gewissen. Ich halte die Temperatur im Auge und drehe sofort, wenn zwanzig / einundzwanzig Grad erreicht sind, wieder runter. Wir heizen nur noch so, dass die Temperatur in der Wohnung durchschnittlich nicht unter siebzehn / achtzehn Grad fällt und geben etwas mehr Wärme in die Räume, in denen wir uns aktuell aufhalten.

Wärme ist inzwischen Luxus. Wer hätte das gedacht?! Dieser November bringt mir das gerade sehr nah.

Heute ist der neunte November. Die „Mauer“ fiel vor fünfunddreißig Jahren, vor 35!! Jahren. Die Spaltung, die Zerschlagung des Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg hinterlässt Spuren bis in die heutige Zeit. Die Mauer, die fiel, stand zwischen Ost und Westdeutschland. Das andere Abgetrennte spüren wir weniger, weil damals die Ländereien von den dort lebenden Menschen in gleichem Zuge bereinigt wurden, die Deutschen aus ihrer Heimeit herausgeschmissen, also vertrieben wurden. Somit ist der nachhaltige Schnitt jetzt weniger spürbar.

Jedoch Ost- und Westdeutschland lebten mit den Menschen weiter. Die eine Seite wurde ideologisch und wirtschaftlich durch die westlichen Siegermächte geformt und die andere Seite durch die damals sowjetische Siegermacht. Somit wuchsen zwei Gesellschaftsformen nebeneinander.

Was sich nicht wirklich trennen lässt, sind Familien. Verwandte sind immer verbunden. Nicht ohne Grund gibt es den Spruch „Blut ist dicker als Wasser“. Wenn der eine Teil der Familie im Westen und der andere im Osten des Landes lebt und aus politischen Gründen jeglicher Kontakt verboten wurde, welche sinnreiche Begründung will man da auffahren? Was bleibt, sind von Ideologie getriebene Erziehung, Denunzierung, Verfolgungen, Bestrafungen bei Zuwiderhandlungen, Verächtung. Die Menschen werden in Gruppen gespalten. In regierungskonform und eben die, die ihren eigenen Kopf haben, diesen Unfug nicht verstehen wollen.

Es scheint wie ein Experiment. Die Aufgabe: Was geschieht, wenn ich ein Land von heute auf morgen trenne und jeder Seite eine andere, gegensätzliche Gesellschaftsform überstülpe?

Der einen Seite gebe ich ausreichend finanzielle Mittel zur wirtschaftlichen Entwicklung an die Hand. Die Menschen werden reichlich Eigentum erwirtschaften, ihren Besitz mehren, vererben und ihr Auge auf noch mehr Reichtum richten. Der anderen Seite gebe ich eine große Portion Moral, Kollektivismus, Eigeninitiative und soviel Geld, dass es geradeso reicht, um daraus aus eigener Wertschöpfung gesellschaftlich zu wachsen. Kaum einer der Menschen wird viel Eigentum besitzen. Sie werden es nicht vermissen, weil für sie die Gesellschaft sorgen wird. Sie haben ausreichend zum Leben und sind auf ihre Weise glücklich.

Ich lasse dieses Versuchsprojekt vierzig Jahre laufen, was zwei Generationen entspricht und beobachte, was geschieht.

Die errichtete Mauer fiel durch Initiative derer, die ihr Leben in die eigene Hand nehmen mussten, weil sie keine Geldgeber hatten, die es ihnen ermöglichten, ihr Land aus den Ruinen unter erleichterten Bedingungen aufzubauen. Die Mauer fiel durch die Kraft der Ostdeutschen. Diese Menschen lernten bis dahin nicht, dass Gutgläubkeit nicht gleich Vertrauen bedeutet. Diese Menschen tappsten im wahrsten Sinne des Wortes in ein fremdes den „Ossis“ gegenüber mit Überheblichkeit geprägtes Abenteuer.

Inzwischen sind fünfunddreißig Jahre ins Land gegangen. Der Osten wurde durch die des Westens überrannt, fast okkupiert. Die Ostwirtschaft wurde zunichte gemacht, die des Westens wurde obenauf gesetzt, von den dortigen Unternehmen integriert und der Rubel rollte. Sorry, die DM-Mark natürlich. Was wurde dabei vergessen? Die Menschen. Die Menschen die in den vierzig Jahren ideologisch geprägt wurden. Die einen eben im Kapitalismus und die anderen im Sozialismus.

Wie kann man das Experiment weiterführen? Ganz einfach. Wir brauchen einen Vergleichswert. Also lassen wir das Ganze noch einmal vierzig Jahre laufen und schauen, was geschieht, wenn wir diese nun zusammengewürfelte Vielfalt weiter wurschteln lassen.

Nach fünfunddreißig Jahren sind Wessis immer noch Wessis und Ossis immer noch Ossis. Es gibt keine wirkliche Vereinigung. Deutschland ist nach wie vor gespalten. Es wurde und ist ideologisch gespalten.

Die Menschen im Ostteil Deutschlands spüren ganz genau, was derzeit geschieht. Sie haben das alles in einer ähnlilchen Weise bereits durchlebt. Diese machtbesessene Politik ist zu klar durchschaubar.

„Du wirst nichts besitzen und glücklich sein.“ Das ist das große globale Ziel, des „Great Reset“.

Deshalb beginnt derzeit wieder im Osten Deutschlands ein Aufbegehren. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Bewusstsein auch im sogenannten Westen Gehör fände.

Das Experiment wird noch fünf Jahre laufen. Dann sind die vierzig Jahre rum. Im Jahr 2025 wird es wieder Wahlen in Deutschland geben. Diese werden schmutzig. Das kann man bereits heute wahrnehmen. Das Ergebnis dieser Wahlen wird einen großen Ruck durchs Land gehen lassen. Jedoch den endgültigen wird es erst 2029, nach diesen von mir beschriebenen vierzig Jahren geben; nämlich zur übernächsten Bundestagswahl.

Wir haben noch fünf Jahre, um dieses, unser Land auf das Kommende vorzubereiten. So zu gestalten, dass es wieder ein Deutschland mit seiner eigenen Kultur, seinen Eigenheiten, seinem eigenen Wesen sein wird.

Das, was ich jetzt schrieb, mag sich naiv lesen und ich weiß nicht, ob das so sein wird. Dieses Szenario, dieser Zeitablauf lief in meinem Kopf, meine eigene Spinnerei. Es sind auch nur meine flüchtigen Gedanken. Vielleicht getrieben durch diesen neunten November, vielleicht auch nur, weil ich diesen ganzen Trödel, wenn auch in wesentlich abgeschwächter Form, bereits erlebte. Mir kommen unendlich viele Vergleiche in den Kopf, aber ich denke, es würde hier in meinem heutigen Beitrag zu weit führen.

Vielleicht noch ein Beispiel, weil es im Augenblick so sehr präsent ist.

In der Zeit des gespaltenen Deutschlands holte der Westen Gastarbeiter in den Fünfzigern und Sechszigern ins Land, um den begonnenen wirtschaftlichen Aufbau durch Arbeitskräfte insbesondere aus Italien, Griechenland, Jugoslawien und der Türkei zu unterstützen. Viele von damals blieben bis heute und sind zum Teil selbst Großeltern. Die meisten leben nach wie vor in Städten unter sich. Was mir auffiel, sind die aus der Türkei stammenden Menschen, insbesondere die Frauen, die bis heute kaum Deutsch sprechen. Ich konnte das selbst vor etwas über zehn Jahren in der Stadt Duisburg beobachten, als ich dort beruflich zu tun hatte. Ich möchte es nicht pauschalisieren. Jedoch denke ich, dass die Menschen aus einer europäischen Kultur, wie die Italiener, Griechen, Polen, Rumänen oder aus dem ehemaligen Jugoslawien sich anders und selbstverständlich integrieren können. Die türkischen Menschen sind muslimisch gepägt und kulturell sehr nah dem arabischen Raum. Sie wollen sich ungern einer anderen Kultur „unterwerfen“.

Der Osten des Deutschlands holte sich ebenso Menschen aus anderen Ländern. Der Ansatz war ein anderer. Es sollte denen geholfen werden. Sie sollten eine Ausbildung machen, um das gewonnene Wissen in ihren Ländern anwenden zu können. Es waren junge Leute insbesondere aus Vietnam, Kuba, Mosambik, Ungarn, Angola und Algerien. Der Aufenthalt war zwischen drei und fünf Jahren beschränkt. Entweder sie studierten oder sie machten eine Lehrausbildung mit einer beruflichen Praxis, wo sie in den Ausbildungsbetrieben arbeiteten. Spätestens nach fünf Jahren gingen sie wieder nach Hause. Sie wurden für diese Zeit in Wohnheimen untergebracht. In den Achtzigern soll es Verträge mit einigen Ländern gegeben haben, wo einige der jungen Leute, insbesondere Vietnamesen, länger bleiben konnten.

An eines kann ich mich erinnern. Es gab immer wieder Ärger und harte Auseinandersetzungen mit den Algeriern. In den Diskotheken zückten sie mal fix ein Messer, wenn es um den „Besitz“ eines Mädchens ging. Oder es wurde sich geprügelt. Oftmals wurde kurzerhand der Hals einer Flasche auf dem Boden abgeschlagen. Es waren immer unschöne Szenen, wenn einer dieser muskulösen Kerle in den Knien federnd mit den zackigen gefährlichen Glasscherben drohte. Wir erlebten das öfter damals im „Lindengarten“ in Dresden. Heute steht dort unter gleichem Namen ein hochwertiges Hotel. Das Zusammenleben mit den Algeriern, die kulturell arabisch geprägt sind, funktionierte nicht gut. Sie wurden nach relativ kurzer Zeit wieder nach Hause geschickt

Was erleben wir heute? Ich denke, das muss ich hier nicht näher erläutern. Wir alle gehen mit offenem Blick durchs Leben. Und wir alle wissen, dass die Situation äußerst kritisch ist und der Umgang mit Geflüchteten, Migranten und Asylsuchenden dringendst in eine endgültige Klärung geführt werden muss.

Aber da sind wir wieder bei den von mir beschriebenen fünf Jahren. Ich mag falsch liegen. Dennoch habe ich solch ein Bauchgefühl, dass nach zwei mal vierzig Jahren sich Deuschland endlich wieder finden wird.

Wie siehst Du das?

Ich bleibe dran und werde die Welt beobachten und meinen Blog hoffentlich noch weitere fünf Jahre mit meinen Texten befüllen.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Einfach weitermachen

Leider wurde mir das Beharrlichkeitsgen nicht in die Wiege gelegt. Ich meine, dass ich nicht immer in aller Konsequenz meine Vorhaben, wie von mir geplant, zu Ende bringe. Immer wieder ist irgend etwas, das mich über Umwege führt, ausbremst oder manchmal auch ganz stoppt. Ich bewundere die Menschen, die von sich behaupten, dass sie ihre Ziele immer erreichen. Ganz ehrlich? Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich  so ist. 

Immer und immer wieder nehme ich mir vor, für mich selbst täglich eine kleine Auszeit an der frischen Luft einzuplanen, ganz gleich, wie das Wetter ist.  Dieser Satz beherbergt jedoch gleich mehrere kleine Hürden.

Erst neulich sprach ich in einem meiner Beiträge über Routinen, die sich jeder selbst antrainieren könne. Mit einer Portion Willensstärke und Konsequenz lässt es sich binnen von sechs Wochen erreichen. Als Beispiele werden oftmals das Joggen genannt. Es soll wohl so sein, dass man nach sechs Wochen das Bedürfnis habe, in die Sportschuhe zu springen, um loslaufen zu müssen. Und dieser Fakt treibt mich, dranzubleiben, auch wenn ich bis heute noch immer nicht sechs Wochen konsequent durchgehalten habe, mir die tägliche kleine Auszeit an frischer Luft zu gönnen, ganz gleich, wie das Wetter ist. Aber egal, so dauert es eben etwas länger. Ich denke, wichtig ist, wenn es nicht ganz so läuft, wie man es sich ursprünglich ausgemalt hat, weiterzumachen. 

Heute war ein kühler, nasser Novembertag. Kein Tag, um wirklich gern die Nase vor die Tür zu halten. Ich schlüpfte in bequeme Schuhe, zog meinen Mantel an und ging los. Draußen schlug ich die Kapuze hoch und atmete die frische Luft tief ein. Der Regen tropfte auf meine Brillengläser. Es störte mich nicht. Es tat so gut.

Hier habe ich ein paar Novemberbilder für Euch eingefangen:

Kätz Bobby freut sich, seine Zweibeinerin wieder zu Hause zu haben.

Ich vergaß das Fenster in meinem Atelier zu schließen. Flo hörte mich und musste gleich nach dem rechten sehen.

Es war nur eine kleine Runde zu Fuß im Regen. Mein Kopf fühlt sich etwas freier an und ich bin froh, der  Bequemlichkeit getrotzt zu haben. Ab heute zählen meine sechs Wochen neu. Tag eins von zweiundvierzig 😉

Genug geplappert! Fix raus aus den Stiefeln und ab in den Tag!

Habt alle einen guten.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

12 von 12 – Monat November 2023

Der elfte Zwölfte im Monat dieses Jahres. Und Ihr wisst, der Zwölfte ist der Tag im Monat in der Blogosphäre, an dem wir Blogger unseren ganz normalenTag in zwölf Bildern festhalten.

Heute ist Sonntag. Ein verregneter, düsterer, kühler Novembersonntag. Solch ein Tag, an dem man sich am liebsten einfach in Kuschelsocken, einem duftend heißen Tee, guter Musik, einer schönen Zeitschrift, einem interessanten Buch oder sonstigem Guten am knisternd warmen Kamin gemütlich macht.

Leider kann und möchte ich es mir nicht gönnen. Ich bin mir sicher, auch Ihr kennt solche Tage. Hier also mein Zwölfter in zwölf Bildern.

Das erste Bild zeigt unsere hungrigen Kätz, die erst über zwei Stunden später als üblich, endlich ihr Frühstück bekommen haben. Flo war so ungeduldig, dass er nicht abwarten konnte und seinen Schmaus kurzerhand dort verschlang, wo ich den noch im Schafanzug und etwas verpeilt von der Nacht vorbereitet habe.

Im Bild zwei endlich im Bad … Haare bändigen

ein kleiner Frischekick im Bild drei

Bild vier – Make-up …

Bild fünf. Noch fix frischer Nagellack aufgetragen und Ihr seht die Ursache meines späten Zubettgehens. Gestern Nacht bekam spontan die Lust, mit einem neuen Stück für meine „homepART“-Serie zu starten. Also Tageslichtlampe eingeschaltet, Farben ausgewäht und los ging es. Plötzlich war es früh am Morgen. Noch ein paar Stunden Arbeit an dem Tablet sind natürlich noch notwendig.

Ein Schnappschuss nach dem Frühstück im Bild sechs. Ich mag es, den vielen Vögeln beim picken der Sonnenblumenkerne zuzusehen. Es ist erstaunlich, wie sich Sperlinge, Stieglitze, Finken, Meisen, Kleiber und so manche mehr vertragen. Es gibt zwar eine diverse Ordnung, wer mit wem gemeinsam an der Futterröhre pickt, wer mit wem am Boden die heruntergefallenen Körner vernascht und so weiter. Aber letztendlich scheint es eine heile Welt zu sein.

Die Kerze, die ich noch nicht ausgeblasen habe, erinnert mich jeden Tag an einen lieben Menschen. Danke, Ramona.

Bild sieben – mein Lieblings Tee in der kühlen Jahreszeit „gebrannte Mandeln“. Wenn Du Früchtetee liebst, musst Du den unbedingt probieren. Sooo lecker.

Bild acht: Bürokram, der zwangsweise zu sein hat. – Ich mag es nicht wirklich. Es frisst viel Zeit.

Abendschmaus – Bild neun – Rosenkohl, Kartoffen und Putenrollbraten.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal eine Zeitschrift kaufte. Es ist tatsächlich einige Jahre her. Fast vergaß ich, wie entspannend es ist, in einer solch schönen und hochwertigen Broschur, in diesem Fall die „LandLust“, zu blättern und zu lesen. Hier also Bild zehn.

Noch ein paar Pinselstriche an meinem neuen „homepART“-Objekt … im Bild elf.

Die Technik läuft nicht immer so, wie ich es mir wünsche. WordPress und ich waren heute nicht die besten Freunde. Hoffentlich löst sich das Problem bald wieder. Über etliche Umwege gibt es nun doch den heutigen Beitrag mit Bild zwölf.

In Kürze ist es Mitternacht. Euch wünsche ich einen guten Start in die neue Novemberwoche.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.