Regenbogenbrücke

Es ist immer ein herzzerreißender Augenblick, wenn ein geliebtes Tier gehen muss, wir von ihm Abschied nehmen müssen.

Umsomehr mag ich die Metapher der Regenbogenbrücke. Die Vorstellung eines imaginären farbigen Weges über die die Seelen unsere Tiere in eine andere Welt gehen.

Als unser geliebter Benny vor ein paar Wochen diesen Weg ging, hat es uns sehr getroffen. Und ich brauchte einige Zeit, loszulassen.

In mir keimte der Gedanke, die Regenbogenbrücke bildlich darzustellen. So entwickelte ich das fünfzehnte Bild, das ich im Rahmen meiner Kätz-Serie malte. Es ist sehr aufwendig und ich vergrub mich in die Arbeit. 

Jede einzelne Blüte fasste ich bis zu zehnmal an, den Untergrund der einzelnen Flächen viermal. Ich vertiefte mich in diese Arbeit und ließ Benny in den Farben der Regenbogenbrücke verschmelzen. Die Blüten auf dem Körper malte ich etwas größer und gab diesen mit ein wenig Weiß Nebulöses, sich Auflösendes. Die Enden der Barthaare ziert ein klitzekleiner goldener Punkt, den der Betrachter wahrscheinlich nur bei genauem Hinsehen im Originalbild erkennen wird. Die Blüten im Lilaviolett erinnern an einen Sternenhimmel. Ich unterbrach diesen mit einem Akzent in Türkis. Ein Farbton, der im gesamten Bild nicht vorhanden ist, um an das Vage, hoffnungsvolle Unbekannte zu erinnern, eine Vision.

„Regenbogenbrücke“

… und noch ein paar Eindrücke von der Staffelei. Bis zum Wochenende wird es durchgetrocknet sein und einen Rahmen bekommen.

Ich erwähnte noch nicht die Details: Kätz-Serie,  „Regenbogenbrücke“ 70 x 50 cm, Acryl auf Leinwand

Dieses Bild ist für Benny und für alle Seelen der Fauna, die diesen Weg nehmen mussten.

Du bist an meinem aktuellen, diesem Bild „Regenbogenbrücke“, interessiert? So lass es mich wissen und nimm bitte einfach mit mir Kontakt auf.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Sina

Was ist das Coolste, das du je gefunden (und behalten) hast?

Gefunden habe ich in meinem Leben nicht viel und wenn, gab ich das immer zurück. Einmal bekam ich einen Finderlohn. Der Typ, der seine fette Brieftasche verloren hatte war so seelig, seine ganzen Ausweise nicht sperren zu müssen, dass er sein Glück mit mir teilte.

Aber eines behielt ich, weil es keiner wollte. Es war ein kleines buntes Glückskätzchen. Damals vor über zwanzig Jahren lebte ich für ein paar Jahre im Freiburger Raum. Diese kleine Katze stromerte an den Bahngleisen, als ich sie mitnahm. Gino, mein damaliger Hund, verliebte sich sofort in die Kleine. Ich war sehr erstaunt, denn im Normalfall gehörten Katzen zu seinem Beutechema und weckten prinzipiell seinen Jagdinstinkt. Nicht aber bei ihr. Er hielt stets ein Auge auf sie.

Auf meine Aushänge und Rundfragen in meinem Umfeld meldete sich niemand. Und so blieb sie schließlich bei mir.

Ich nannte sie Sina. Nach einer ganz besonderen Frau, die mich damals als achtzehnjährige auffing. Die mir zeigte, dass ich ein wertvoller Mensch bin, die mir zeigte, dass ich eine wunderbare junge Frau bin. Sina nahm mich ernst und in mir wuchs das erste Flämmchen Selbstbewusstsein. Ich denke an ihren heißen Kakao, den sie auf ganz besondere Weise zubereitete und muss lächeln. Noch heute bin ich dieser Frau unendlich dankbar für die Zeit und die vielen Gespräche, die sie mir schenkte. Sie war vierzig Jahre älter als ich, steckte voller Lebensfreude, war witzig und charmant, einfach eine tolle Frau.

Die Katze sollte sich bei mir aufgefangen und beschützt fühlen. Symbolisch gab ich ihr den Namen Sina.

Ein Jahr später bereitete ich meinen Umzug vor. Ich war total panisch, als ich bemerkte, dass Sina Nachwuchs erwartete. Ich wusste nicht so recht, wie ein Umzug über siebenhundert Kilometer mit einer trächtigen Katze funktionieren sollte. Aber es kam ganz anders. Zwei Tage, bevor der Umzug stattfinden sollte, kam Sina nach Hause. Sie legte sich vor meine Füße und brachte vor meinen Augen ihre Babys zur Welt. Ich konnte es nicht fassen. Ich war unglaublich gerührt. Es weitete mein Herz so sehr. Mein Umzug war wirklich sehr speziell.

Sina bekam drei kleine süße Fellnasen, ein schwarzes, ein graues und ein rotes. Das schwarze Mädchen, ich nannte sie Biene, blieb bei mir. Der rote Kater kam in liebevolle Hände bei meiner Schwester und der graue fand sein Zuhause in der Nachbarschaft.

Ich war also wieder in meiner Heimatstadt, auch wenn es nur für wenige Jahre sein sollte. Es tat mir gut, ich fühlte mich gut. Nur Sina fühlte sich in der Großstadt nicht wohl. Ich denke, ihr fehlten die Höhenmeter und der Schwarzwald. Eines Tages kam sie nicht mehr nach Hause. Nicht einmal Gino konnte sie finden. Er fand sie sonst immer, ganz gleich, wo sie sich auch versteckte.

Ich war wahnsinnig traurig. Sina war ein ganz besonderes Wesen, das ich fand, behielt und wieder verlor. Ihre Seele lebte in Biene weiter. Auch sie war eine sehr kleine und eine  außergewöhnliche Katze …

Leider fand ich kein Foto von Sina. Anfang 2000 hatte ich noch kein Smartphone mit Fotofunktion. Ich bin mir nicht sicher, ob es so etwas damals bereits gab. Heute schnappe ich fix mein Telefon und mache Fotos aus der Situation heraus. Damals musste ich nach der Kamera laufen, um ein Bild zu machen. Ich weiß, dass ich einige Bilder von Sina machte. Es gibt sie in physischer Form, irgendwo in meiner Kiste mit alten Fotos. Ich denke, diese aufzuräumen und zu sortieren ist einmal ein Ruhestands-Projekt 😉

Wie ist es bei Dir? Hast auch Du einmal etwas ganz besonderes gefunden, das Du behalten hast?

In Gedanken an meine zwei Kätz-Mädchen Sina und und Biene, die beide leider bereits den Weg über die Regenbogenbrücke nahmen.

Herzlich, Eure Petra.