Sonntagsschwätzchen

Candlelight dinner

Es ist ein dunkler, windiger Novembermorgen. Eigentlich ist es ziemlich spät, nämlich halb zehn, als ich bereit war, mich von der warmen Bettdecke zu trennen. Ich habe lange geschlafen nach einem wunderbaren Abend und fühle mich dennoch total müde und träge.

Agnes, lud uns ein zum Candelightdinner in das Landhotel „Alte Mühle“ nach Ostrach. Agnes ist eine bemerkenswerte Frau im siebenundachtzigsten Lebensjahr, aufgeschlossen, vielseitig begabt, intelligent und fit. Sie ist unsere Nachbarin. Ich hoffe sehr, wenn ich einmal in ihrem Alter sein werde, ebenso frisch und mobil zu sein. Wir wohnen seit fast zehn Jahren in einem Haus und pflegen einen herzlichen, hilfsbereiten und respektvollen Umgang. Eine Nachbarschaft, die ich wirklich jedem wünsche.

Dieses Bild machte ich ganz fix, bevor wir die „Alte Mühle“ betraten. Ich war zum ersten Mal dort, auch wenn ich oftmals vorbeifuhr und immer dachte: „Wow, das sieht so gemütlich aus, da müsste man mal hingehen.“ Es kam nie dazu, aber gestern 🙂

Wir schwatzten viel, lachten und genossen das wirklich sehr leckere Vier-Gänge-Menue in aller Ruhe. Wen es einmal dorthin verschlagen wird, plant viiiiiel Zeit ein. Der Service sorgt dafür, dass alles in sehr, sehr gemäßigtem Tempo vonstatten geht. Wir sind das einfach nicht mehr gewohnt, Dinge bewusst in aller Ruhe anzugehen. Mir fiel das gestern besonders auf. Erst als ich mich darauf einließ, konnte ich das Ambiente mit allem drum und dran genießen.

Und was hat das Ganze mit meinem späten Aufstehen zu tun? Es ist ziemlich simpel. Auch wenn es ein Abendessen war, das aus einer hervorragenden Küche kam und fantastisch gemundet hat, es lag zu schwer in meinem Bauch und ich kam erst gegen drei Uhr am Morgen zur Ruhe.

Dennoch war es ein wunderschöner Abend. Vielen Dank für die Einladung, liebe Agnes.

Black Friday

Hast Du schon einmal die Angebote zum „Black Friday“ genutzt? Bisher ignorierte ich derartige Dinge. Dieses Mal wollte ich das erstmalig tun.

Mein Smartphone kränkelt bereits seit über einem Jahr. Ich benutze es seit etlichen Jahren und mir fällt es tatsächlich sehr schwer, mich von diesem zu trennen. Hinzu kommt, dass ich, wenn ich mich einmal an solch ein Gerät gewöhnt habe, nicht gern loslasse, zumindest bleibe ich bei der Marke. Natürlich in der Hoffnung, es möge sich nicht viel verändert haben. Also habe ich immer wieder einmal geschaut, was die Nachfolgegenerationen können und kosten. Die inzwischen gigantischen Preise ließen mich innehalten. Und ich verschob das Projekt „Smartphonekauf“ weiter und weiter.

Zwischenzeitlich fiel mir das Gerät auf den Boden, als ich mit meiner Schwester mit angestöpselten Kopfhörern schwatzte. Ich vergaß das während des Gespräches. Machte eine blöde Bewegung und zog mit dem Kopfhörerkabel das Teil vom Schreibtisch. Es landete auf dem Metallfuß des Schreibtisches und schließlich auf dem Boden. Die Blessur auf dem Glas ist zum Glück am Rand und behindert nur minimal. Aber es war ein weiterer Grund, wieder einmal zu recherchieren. Das Ergebnis: Viel zu teuer! Die Marke wird ignoriert. Ich verglich nun andere Hersteller. Konnte mich jedoch immer noch nicht festlegen.

Nun ist es so, dass der Akku ungefähr drei bis vier Stunden hält und sich das Ding hin und wieder einfach selbst blockiert und auf einem schwarzen Bildschirm stehen bleibt. Schön blöd, stimmt’s? Updates gibt es seit über einem Jahr nicht mehr. Leider.

Was blieb mir anderes übrig. Ich musste eine Entscheidung treffen. Die fiel auf ein Smartphone, das ein Drittel von dem aktuellen Nachfolgemodell (vier Generationen weiter) kostet. Das war am Donnertag. Es wurden mir permanent Sonderangebote für den morgigen Black Friday angezeigt. So dachte ich mir, das zu meinem Vorteil zu nutzen.

Ich wartete also auf den Nächsten Tag und war gespannt, um wieviel günstiger dieses Black-Friday-Angebot wohl sein wird. „Wir haben die Preise angepasst. Der neue Preis ist nun 56 Euro mehr, als der vorherige.“, konnte ich lesen. Ich recherchierte. Das war auf allen Verkaufskanälen der Fall. Egal, dachte ich und bestellte das Ding. An der Kasse wurden mir wegen des Black Friday acht Prozent erlassen. – Tja, so ist es, wenn man nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist 😀 Die Lieferung ist für den kommenden Mittwoch avisiert. Ich hoffe, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Verlockung am Wegesrand

In der vergangen Woche war ich in Sachen unserer Künstlergruppe „seeArt“ unterwegs. Wir bereiten im Augenblick  intensiv das Kunstevent im Dezember in der Alten Kirche in Mochenwangen vor.

Vor Ort machte ich spontan einen kleinen Clip.

Weitere Details zu unserer Veranstaltung möchte ich in einem Story-Beitrag in den nächsten Tagen machen. Noch nie nutzte ich die Funktion „Story“. Das soll Anlass sein, es endlich einmal auszuprobieren.

Auf dem Weg nach Hause sah ich am Straßenrand einen Stand, der Orangen und Clementinen verkaufte. Ein Schild verwies, dass es ungespritzte Früchte frisch aus Italien seien. Mein Auto stoppte von fast von allein. Ich kaufte eine Kiste dieser fantastisch aussehenden Clementinen.

Die sind soooo lecker!

Die Früchte sind ungespritzt. Wir sind es nicht mehr gewohnt und etwas irritiert, wenn wir feststellen, dass diese ab und an bewohnt sind 😉

Totensonntag

Dieser Tag fällt immer auf einen grauen, dunklen Novembersonntag. Seit ich mich bewusst an den Totensonntag erinnern kann, war es so. Ich mag diesen Tag nicht. Er bringt mich in eine düstere, traurige Stimmung.

Es ist die Zeit der Chrysanthemen. Deren Geruch liegt in der Herbstzeit auf Friedhöfen in der Luft. Stehen sie etwas länger in den Vasen oder Wasserbehältern sondern sie einen unangenehmen Geruch ab. Diese Schnittblume hält sich etwas länger und wird gern dorthin getragen. Es mag sein, dass ich deshalb keine Chrysanthemen mag.

Es ist Totensonntag. Ich gedenke im Stillen. Ich denke an all die, die nicht mehr bei uns weilen.

Bis zum nächsten Sonntagsschwätzchen

Was ich für mich wieder entdeckt habe, ist Wolle. Ich glaubte, niemals wieder derartige Handarbeiten zu tun. Habe ich vor zwanzig, dreißig Jahren noch unendlich viel gestrickt, gehäkelt, gestickt …, gab ich es vollkommen auf. Ich fertigte in den letzten Wochen nebenbei am Abend kleinere Dinge. Ich kann es Euch nur empfehlen. Schöne Musik und eine Handarbeit – die Hände sind beschäftigt, der Kopf konzentriert auf das Tun. Das entspannt unglaublich.

Der Sonntag geht in den Abend. Ich werde noch ein paar Handgriffe erledigen und dann den Tag ausklingen lassen.

Ich verabschiede mich für heute.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Logisch?

„Nutzen sie ein Smartphone?“, frage ich.
„Ja, logisch!“ Er lacht.
„Welches Betriebssystem?“, löchere ich weiter.
„Asteroid“, sagt er und ergänzt: „So eins mit einer Payback-Karte zum Aufladen.“

In diesem Moment wird mir bewusst, wie uns die Wortschöpfung im täglichen Leben erschlägt. Besonders hart trifft es die, die sich unter einem Begriff nicht viel vorstellen können. Schon immer fiel es dem einen leicht, dem anderen schwer, Vokabeln zu lernen.

Ein bissle grübelnd, Eure Petra Kolossa.

Petra-Jun16 533