Es war Uschi.

Wovon warst Du als Kind total fasziniert?

Mich faszinierte die Tierpflegerin Uschi. Damals war ich zehn Jahre alt und sie nahm mich einige Jahre bis in meine Teenagerzeit mit.

Du kennst Uschi nicht? Das kann ich mir gut vorstellen. Die „Tierpflegerin Uschi“ ist ein Buch von Friedel Hart aus dem Jahr 1968. Heute kann man es in verschiedenen Antiquariaten finden.

Als ich nach Friedel Hart (eigentlich Joachim Hartfeldt) recherchierte, war ich erstaunt, wieviele Bücher und Texte er verfasste. 1913 geboren und 1977 verstorben, wurde er nur vierundsechszig Jahre alt, wuchs und durchlebte eine sehr bewegte Zeitgeschichte und wurde erst viel später in seinem Leben Autor.

Das besagte Buch entführte mich in eine heile Welt und holte mich genau dort ab, wo ich war. In mir wohnte schon immer eine tiefe Tierliebe. Ich rettete Insekten, brachte Regenwürmer weg von staubigen Gehwegen, jede Katze weitete mein Herz und ich wünschte mir so sehr ein Haustier, das in meinem Elternhaus kategorisch abgelehnt wurde.

Die Uschi lebte für und mit den Tieren. Der Beruf der Tierpflegerin wurde in dieser Erzählung nicht romantisiert oder idealisiert. Ich denke, dass mich damals das Tun, das Geben, die eigene Liebe für die Tiere und wiederum das, was die Tiere zurückgaben, faszinierte.

Leider besitze ich dieses Büchlein nicht mehr. Schließlich prägte es mich soweit, dass es mein erster Berufswusch war, Tierpflegerin und später Veterinärin zu werden. Eine gesundheitliche Untersuchung zur Berufseignung bremste mich aus. Dieser Beruf ist körperlich hart. Es muss viel gehoben und gewuchtet werden. Ein Defekt meiner Wirbelsäule ließ das letztendlich nicht zu.

Auf diesem alten Foto war ich fünfzehn Jahre alt. Bis heute sind Katzen für mich ganz besondere Wesen. Das Kätz auf dem Bild stromerte durch die Wiesen und wir kuschelten ein paar Minuten, bis es wieder seiner Weg zog. Inzwischen gehören Katzen seit vielen, vielen Jahren zu meinem Leben.

Was faszinierte Dich in Deiner Kindheit?

Habe einen guten Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Regenbogenbrücke

Es ist immer ein herzzerreißender Augenblick, wenn ein geliebtes Tier gehen muss, wir von ihm Abschied nehmen müssen.

Umsomehr mag ich die Metapher der Regenbogenbrücke. Die Vorstellung eines imaginären farbigen Weges über die die Seelen unsere Tiere in eine andere Welt gehen.

Als unser geliebter Benny vor ein paar Wochen diesen Weg ging, hat es uns sehr getroffen. Und ich brauchte einige Zeit, loszulassen.

In mir keimte der Gedanke, die Regenbogenbrücke bildlich darzustellen. So entwickelte ich das fünfzehnte Bild, das ich im Rahmen meiner Kätz-Serie malte. Es ist sehr aufwendig und ich vergrub mich in die Arbeit. 

Jede einzelne Blüte fasste ich bis zu zehnmal an, den Untergrund der einzelnen Flächen viermal. Ich vertiefte mich in diese Arbeit und ließ Benny in den Farben der Regenbogenbrücke verschmelzen. Die Blüten auf dem Körper malte ich etwas größer und gab diesen mit ein wenig Weiß Nebulöses, sich Auflösendes. Die Enden der Barthaare ziert ein klitzekleiner goldener Punkt, den der Betrachter wahrscheinlich nur bei genauem Hinsehen im Originalbild erkennen wird. Die Blüten im Lilaviolett erinnern an einen Sternenhimmel. Ich unterbrach diesen mit einem Akzent in Türkis. Ein Farbton, der im gesamten Bild nicht vorhanden ist, um an das Vage, hoffnungsvolle Unbekannte zu erinnern, eine Vision.

„Regenbogenbrücke“

… und noch ein paar Eindrücke von der Staffelei. Bis zum Wochenende wird es durchgetrocknet sein und einen Rahmen bekommen.

Ich erwähnte noch nicht die Details: Kätz-Serie,  „Regenbogenbrücke“ 70 x 50 cm, Acryl auf Leinwand

Dieses Bild ist für Benny und für alle Seelen der Fauna, die diesen Weg nehmen mussten.

Du bist an meinem aktuellen, diesem Bild „Regenbogenbrücke“, interessiert? So lass es mich wissen und nimm bitte einfach mit mir Kontakt auf.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.