Samstagmorgen

Die verregnete Nacht spülte den Staub der extrem trockenen Wochen von den Blättern. Ich verharre an der Haustür. Es ist sehr mild, neunzehn Grad schon am Morgen. Es ist etwas schwül und so herrlich ruhig.

Der Blasenbaum (Blasenesche) vor unserem Haus ist inzwischen ein großer Kerl geworden, denke ich. Er war so klein, als wir ihn hier pflanzten. Gezogen aus einem kleinen schwarzen Samen, aufgelesen auf der Wilsdruffer Straße in Dresden, wo diese die breiten Gehwege seit den achtziger Jahren säumen. Diese kleinen Kügelchen steckte ich damals, es war im Frühherbst 2005, in die Tasche meiner Jacke. Später verwahrte ich sie in einer kleinen Schachtel in einer Schublade. Und wie es so ist: Aus den Augen aus dem Sinn.

Erst als mich der Umzug in den Süden Deutschlands zwang, gründlich auf- und auszuräumen, fielen mir diese Samen wieder in die Hände. Und so kamen sie erst 2011 hier in die Blumentöpfe. Zwei der Samen gingen tatsächlich nach so langer Zeit auf. Und zwei Jahre später waren sie groß genug, um endlich ausgepflanzt zu werden. Einer hier in Baden Württemberg und der andere ging zu besonders lieben Menschen nach Chemnitz und steht nun ebenso groß und kräftig schützend an ihrem damals neu gebauten Haus.

Jeden Tag schaue ich dankbar auf diesen Baum, die vielen Vögel und Insekten, die ihn beleben und der mich an meine Heimatstadt erinnert.

Benny sitzt neben mir, total müde von der Nacht, aber neugierig genug, um zu schauen, was seine Zweibeinerin am Morgen in seiner Welt so tut.

Es beginnt zu nieseln. Irgendwie fühlt sich das Feucht lauwarm an und ich gehe noch ein paar Schritte durch den kleinen Garten.

… ich werde jetzt in meinen Tag starten und den Fokus auf meinen Online-Shop lenken.

Habt alle einen angenehmen Samstag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

2 Gedanken zu “Samstagmorgen

  1. Ganz, ganz toll. Aber der blasenbaum ist ja was ganz besonderes. Hab ich noch nie gesehen. Sieht mega aus.

    • Dankeschön 🙂 Ja, das ist er wirklich. Wir haben von diesem ein „Baby“. Wenn Du möchtest, schicken wir Dir den kleinen Kerl gern zu, damit er noch im Herbst in die Erde kommen kann.

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