Der letzte …

… Beitrag in diesem Jahr. Im Ofen schmort ganz moderat das Abendessen in der Kasserole gefüllt mit Sauerkraut, Kartoffeln, untergehobenen Äpfeln. Alles fein abgeschmeckt und mit Kasselerscheiben abgedeckt. In einer Stunde wird der Schmaus fertig sein.

Ich bin dankbar, dass trotz des Infektes meine Geschmacksnerven und der Geruchssinn keine Beeinträchtigung erfahren haben.

… uuund das Fieber ist definitiv weg. Ich bin soooo froh. Das hat mich nämlich total geschwächt. Auch wenn ich immer noch k.o. bin, spüre ich, dass es aufwärts geht.

Draußen fliegen seit ein paar Stunden die ersten Böller. Ich bin froh, dass die Kätz einen feinen Instinkt haben und sich zu Hause ein ruhiges Plätzchen gesucht haben. Ich möchte es mir nicht vorstellen, was geschehen würde, wenn neben ihnen ein solcher Knaller platzen würde und sie erschreckt irgendwohin ziellos fliehen.

Ich selbst mochte noch nie diesen Lärm in den Silvesternächten.   Wollte man sich selbst nicht ausschließen, gehörte es einfach dazu, dabei zu sein. Mit jedem Knall erschrecke ich und zucke zusammen. Ich kann das auch nicht unterdrücken. Deshalb mache ich das wie die Katzen und bleibe am liebesten einfach nur zu Hause. Da ist alles gut. Ich kann Krach, laute knallende Gräusche und Lärm im allgemeinen, auch im täglichen Leben nicht gut ertragen. Es stresst mich.

Das 2022 geht zu Ende und ich habe keine Lust, Bilanz zu ziehen. Ich weiß, dass so einige Dinge nicht in trockenen Tüchern sind. Ich weiß, dass ich mich bei einigem entscheiden muss. Ok, das tat ich. Ich muss es nur noch teilweise vollziehen. Einige Dinge sind gut gelaufen. Zum Beispiel ist mein Leben in ein geregelteres Fahrtwasser gekommen. Das is gut so.

Mein Thema 2023 lautet „entrümpeln“. Das mag brutal oder aber lächerlich klingen. Aber ich möchte konsequent Stück für Stück ausräumen und aufräumen. Mich sollen auf den letzten Ritt meines Lebens nur die Dinge begleiten, die mich in meinem Job, bei meiner Kunst, beim Schreiben und meinem privaten Leben in irgendeiner Weise bereichern. Alles andere, das ich nur mitzuschleppen scheine, werde ich weiterreichen, wenn es gewünscht ist, verkaufen oder entsorgen. 

Ich bin ein kreativer Mensch und neige dazu an Dingen festzuhalten und nicht loslassen zu wollen. Noch heute besitze ich Sachen, die ich als Kind geschenkt bekommen habe. Ich bekam nicht oft Geschenke und wenn, so waren es Kleinigkeiten. Ich hatte immer Angst, wenn ich diese benutze, werde ich sie bald nicht mehr haben. Dann sind sie verbraucht und nicht mehr vorhanden. So habe ich diese kleinen Dinge gehütet und immer wieder Jahr für Jahr mit mir herumgetragen, fast zwanzig mal in Umzugskisten gepackt und wieder ausgeräumt – und das bis heute, über fünfzig Jahre lang!

Und nun könnt Ihr vielleicht verstehen, weshalb mein Thema 2023 ein kleines scheint, aber für mich ein riesengroßes ist.

In einer guten Stunde ist es Mitternacht. Das 2022 geht, das 2023 wetzt die Hufe und will uns 365 Tage begleiten. Lassen wir das alte gehen, in Frieden, ganz gleich wie beschissen es war und heißen das Neue willkommen.

Gestern bekam ich diese Tulpen geschenkt. Ein Sinnbild für Frische, Kraft und Energie.

Kommt gut ins 2023. Alles Liebe und Gute für Euch. Mein Herzenswunsch: Möge auch dieses Jahr für uns alle friedlich bleiben.

Wir lesen, hören und sehen uns im neuen Jahr 2023.

Bis dahin herzlich, Eure Petra Kolossa

Kommentar verfassen