Betörend zitrisch

Mein Messer dringt ein kleines Stück in die Orange und sofort kitzelt ein frischer zitrischer Duft meine Nase. Ich atme tief ein und schneide einen kleinen Deckel mit der Narbe der einstigen Blüte ab. Drehe diese leckere Frucht und tue das Gleiche mit dem Ende, an dem sie mit dem Ast verwachsen war. Ich ritze die Schale in gleichmäßige Stücke und nehme sie ab. Hmmm, dieser Duft! Ich schließe die Augen und vor mir öffnen sich Bilder …

Viele Jahre konnte ich keine Apfelsinen essen, ohne Atembeschwerden und Ausschlag zu bekommen. Ich hatte instinktiv keinen Appetit auf diese Früchte. Jedoch liebte ich immer den Duft. Wenn er durch den Raum zog,  machte sich Frische breit. Es war inspirierend. Meine Kollegen von damals wussten es und taten mir den Gefallen, ihre Apfelsinen nicht im Pausenraum, sondern im Büro zu schälen.

Als ich Kind war, waren Apfelsinen eine besondere Leckerei in der Weihnachtszeit. Man konnte sie kaufen, einzeln in Seidenpapier eingewickelt. Auf diesem dünnen Papier war ein Bild aus der Herkunftsregion gedruckt. Ich hob es auf und presste es in einem dicken Buch. Es war exotisch, so weit entfernt und wertvoll. Apfelsinen waren ein ganz besonderer Genuss. Eine Mandarine, die der Nikolaus neben ein paar Nüssen, einem roten Apfel, Pfefferkuchen und Plätzchen legte, roch nach der nun beginnenden Adventszeit.

Inzwischen sind Orangen im Standardsortiment jedes Supermarktes zu finden. Nannten wir sie als Kinder Apfelsinen, hat sich landläufig der Begriff Organgen breitgemacht. Ich recherchierte kurz im Netz. Hier für Euch ein Link, der das Warum erklärt.

Als ich vor ein paar Monaten eine solche Orange in den Händen hielt, bekam ich einen Heißhunger auf diese Frucht. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Ein Gefühl, das ich seit über dreißig Jahren nicht kannte. Ich probierte also ein Stück, später wieder eins, dann mehr. Mir ging es gut. Keine Atembeschwerden und keinen Ausschlag. Nun, seither kann ich nicht genug davon bekommen.

Die Kappen der Früchte lege ich in der Küche auf die Heizung zum Trocknen, um die harten Scheiben dann in einer Glasvase zu sammeln. Begierig verbreite ich den Duft in der Wohnung.

Ich trug die Orangenscheiben in mein Atelier, um ein paar Bilder für dieses Blog zu machen. Auf dem Tisch am Fenster liegt die Spachtelarbeit, die ich parallel zu einer Auftragsarbeit anfertige. Das ist das Farbspektrum davon. Beides verband sich so harmonisch, dass ich es letztendlich im Foto festhielt.

Heute ist der 31. Dezember, der letzte Tag in diesem Jahr 2020. 

Wie jeden Morgen, hörte und las ich auch heute die Nachrichten. Nun, diese Informationen machen mich nicht wirklich glücklich.

Morgen schon schreiben wir das Jahr 2021. Mir liegt nichts mehr auf dem Herzen, als uns allen Gesundheit, Kraft, einen klaren Kopf, Bedachtsamkeit, viel Herz, ein warmes Miteinander, Fürsorge, Achtsamkeit … zu wünschen. Möge auch das kommende Jahr friedlich bleiben.

Symbolisch sende ich Euch diese vitaminreichen zitrischen Energiespender in den Jahreswechsel 2020 / 2021.

Fühlt Euch umarmt.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Kommt gut rein, ins Neue!

War es nicht erst vor ein paar Monaten, als ich einen Beitrag zum Jahresende schrieb?

Dieses Jahr trug mich, gespickt mit den farbigsten und vielfältigsten Ereignissen, Erlebnissen und Eindrücken durch die Jahreszeiten und ist plötzlich wieder am Jahresende angelangt. Unglaublich!

Den Schwung aus 2016 greife ich auf und trage es gern ins Neue.

Wir sehen, lesen  oder hören uns putzmunter, gesund, mit den besten Zielen im Kopf und einem großen Herzen in einem friedlichen 2017.

Ich werde mich so langsam in Schale werfen und freue mich auf die Silvesterveranstaltung im Theater Ravensburg.

Herzlich grüßt in unser aller Silvesternacht, Eure Petra Kolossa.

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