Erzähle uns von einer Zeit, in der du dich fehl am Platz gefühlt hast.
Bei mir sind es die Situationen, in denen sich Menschen bündeln und unglaublich laut sind.
Es scheint dann so, dass jeder den anderen übertönen müsse. Jeder dieser Runde ist besser gelaunt als der andere. Jeder lacht intensiver als der andere. Jeder ist offener als der andere. Jeder begrüßt den Neuankömmling herzlicher als der andere.
Und wenn dann die ersten Glas Bier, Wein und sonstiges gekippt wurden, beginnen die weiblichen Wesen dieser Runden die männlichen kreischend zu übertönen. Wie peinlich, denke ich.
Unterhaltungen, sofern diese bei dem Lärm überhaupt möglich sind, sind laute sich gegenseitig hingeworfene oberflächliche Satz- und Wortkonstrukte, auf die man versucht so geistreich wie nur möglich im ping-pong zu reagieren und viele Lacher, abzuholen. Sie reden um zu reden.
Dieser Lärm verschwimmt in mir nach einiger Zeit zu einer mächtigen dumpfen Geräuschkulisse, in der ich nur noch hantierende Figuren mit ihrer Mimik und Gestik beobachten kann. Je lauter es wird, desto stiller werde ich.
Werde ich dann angesprochen, kommt meine Konzentration zurück. Der Lärm prallt glasklar in mein Hirn. Ich anworte. Man versteht mich nicht. Der mich anspricht beugt sich zu mir, um zu hören, was ich sage. Die ersten beobachten die Situation und werden leiser, was dann wie eine Verhaltensstudie wirkt. Denn die anderen tuen es auch und im Raum wird es still.
Ich fühle mich dann wie ein Stimmungskiller und völlig fehl am Platz.
Derartige Einladungen nehme ich in der Regel nicht mehr an. Auch wenn sie noch so lieb gemeint sind. Es tut mir nicht gut und diesen Einfach-mal-Spaß-haben-Runden auch nicht.
Wie ist es bei Dir, hast Du Dich schon einmal fehl am Platz gefühlt?
Schreibe es einfach ins Kommentarfeld.
Bis zum nächsten Mal,
herzlich Eure Petra Kolossa.