Lieblingsfächer?

Was war dein Lieblingsfach in der Schule?

… irgendwie hatte ich kein Fach, das ich so definieren würde. Meine Interessen haben sich im Laufe der Schulzeit verändert und auch die Lehrer.

Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Großteil des Mögens einzelner Unterrichtsfächer mit der Fähigkeit des Fachlehrers im Zusammenhang stehen.

Ein Beispiel aus meiner Schulzeit: In der siebenten Klasse kam das Fach Chemie hinzu. Herr König war ein toller Lehrer. Ich hatte Spaß an diesem Fach. Leider ging er von der Schule und eine Lehrerin übernahm den Unterricht. Sie verstand es nicht, uns Schüler abzuholen. Sie beleidigte uns, wenn einer etwas falsch machte. Zum Beispiel: „Du bist so dämlich. Aus dir kann maximal eine Köchin werden.“ Oder: „Hast du einen dummen Sohn, schicke ihn zu Robotron. Ist er etwas dümmer, die Reichsbahn nimmt ihn immer.“ Ich hatte für dieses Fach keinen Bock mehr, und ich denke, so ging es den meisten von uns. Nun, das zeigte sich natürlich auch in den Noten. Denn wir kapierten nicht, was sie uns eigentlich beibringen wollte.

Ich mochte Biologie. Unsere Bio-Lehrerin bekam in den sechs Jahren, in denen dieses Fach unterrichtet wurde, drei Kinder. Die Ersatzlehrer bis hin zum Direktor selbst, gaben sich die Klinke in die Hand und sie versuchten, uns den Stoff bestmöglich zu vermitteln. Das war alles andere als optimal. Dennoch fand ich die Inhalte interessant.

Deutsch-Literatur war ein spannendes Fach. Ich mochte es wirklich. Jedoch verstand ich es nicht, aus der alten Literatur, zum Beispiel Lessings Ringparabel, den Zusammenhang und die Lehren in die heutige Zeit zu setzen. Wenn ich von „heutiger Zeit“ spreche, meine ich die Zeit zwischen 1969 und 1974. Während ich das hier tippe, wird mir klar, dass ich schon immer Probleme mit einer ideologischen Erwartungshaltung hatte. Das war mir natürlich damals noch nicht bewusst. Welche Lehren, welchen Zusammhang sollen bitte die Erkenntnisse aus der Ringparabel in eine sozialisitsche Gesellschaftsform ergeben, in der so gut wie keine Religion gelebt und schon gar nicht unterstützt wurde? Nun gut, das war sogar mein mündliches Prüfungsthema. Ich konnte mich nicht sinnig artikulieren und ging mit einer drei dort raus.

Mathematik mochte ich erst, als es anschaulich wurde, zum Beispiel mit Sinus und Cosinus. Und als das Fach Physik in der sechsten Klasse hinzu kam, fand ich es tatsächlich spannend. So ergab alles für mich Sinn. Bis heute ist es so, dass ich neues Wissen erst verstanden und verdaut haben muss, bevor es von mir die Erlaubnis erhält, sich in meinem Hirn einzunisten.

Ich denke, dass die meisten von uns ein Lieblingsfach an der Schule hatten. Welches war Deins?

Erst Ende September besuchte ich seit über vierzig Jahren gemeinsam mit meiner Schwester unsere damalige Schule. Sie war einst bereits schön, aber jetzt ist sie ein richtiges Schmuckstück. Eine wirklich tolle Schule.

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