Eine Portion Eigenlob

Nenne fünf Dinge, in denen Du gut bist.

Was fällt Dir bei diesem Thema spontan ein? In welchen Dingen bist Du gut?

Ich gehöre nun nicht zu der X-, Y- oder Z-Generation. Mein Jahrgang liegt davor, nämlich der sogenannten Babyboomer. Wir wuchsen mit einer großen Portion Bescheidenheit und Zurückhaltung auf und lernten, unser eigenes Ego zurückzunehmen. Natürlich wussten wir selbst, wo unsere Stärken liegen, jedoch posaunten wir es nicht nach außen. Das Wichtigmachen der eigenen Person galt als Prahlerei. Unser Umfeld achtete auf uns, schätzte, bewertete uns oder sagte auch, wo Verbesserungsbedarf sei. Wir wuchsen nicht mit Eigenlob, sondern mit Selbstkritik auf. Das Lob erhielten wir von anderen und klopften uns nicht selbstgefällig auf die eigene Schulter. Keiner kam auf die Idee, um eine Gehaltserhöhung zu bitten, oder gar die Gewerkschaft auf die Straße zu schicken, um mit Streiks die Betriebe um mehr Geld zu erpressen. Man leistete eine gute Arbeit, wurde wahrgenommen und erhielt einen entsprechenden Lohn oder ein Gehalt. Für besondere Leistungen gab es Prämien, Auszeichnungen und so weiter. Meine Wiege stand im Osten Deutschlands. Wie es damals im Westen Deutschlands aussah, weiß ich nur vom Hörensagen.

Noch gut kann ich mich daran erinnern, wie schwer es allen fiel, nach 1989 eine Bewerbung um eine Arbeitsstelle zu formulieren. Denn genau da wurde das erwartet, nämlich sich selbst darzustellen und seine unglaubliche Einmaligkeit in Worten zu Papier zu bringen. Es gab explizit für diesen Zweck Seminare und Beratungsstellen, um entsprechende Bewerbungsunterlagen den Qualitätsmaßstäben der neuen betrieblichen Personalabteilungen zu erstellen. In der DDR hießen diese Kaderabteilung. Heute breche ich mir die Zunge beim Aussprechen der Bezeichnung für die einstigen Personalabteilungen. Zu Neu-Deutsch „Human Resources“, kurz: HR. Aber zurück zum Thema.

Mir zeigen solche Situationen immer wieder, dass eine erzieherische Prägung in jungen Jahren nicht ausradiert werden kann. Man kann jedoch lernen, sich anzupassen und anders zu handeln. Tun wir doch derlei Dinge oftmals aus reinem Selbsterhalt, um nicht untergebuttert zu werden. Ist es nicht so, dass es uns viel leichter fällt, die Stärken anderer Menschen hervorzuheben, als unsere eigenen? Genauso, wie wir selbstlos um etwas für andere bitten, uns aber scheuen, das für uns selbst zu tun.

Fünf Dinge, in denen ich ganz gut bin: Ich kann gut organisieren, ein Team führen, zuhören, beobachten, verzeihen, in Zusammhängen denken, Ruhe bewahren, …

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… ich bin gut im „spinnen“, kann in der Küche auch aus fast Nix ein lecker Essen zaubern, kann viele Farben zu einem Ganzen managen, mit Worten gut umgehen …

So, das reicht! 😀 Genug auf die Schulter geklopft!

Jetzt bist Du dran. Worin bist Du gut? Schreibe es einfach in die Kommentare.

Habt einen fantastischen Tag, indem Ihr das macht, was Ihr gut könnt 😉

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Nur wenige Sekunden

Was ist der erste Eindruck, den du Menschen vermitteln möchtest?

Dieses Thema ist ein „Evergreen“. Einige Jahre lang hielt ich unter anderem Vorträge zum Thema Persönlichkeit und Image. Ich möchte heute dazu nicht weit ausholen.

Fakt ist, dass jeder von uns nur wenige Sekunden hat, seinen eigenen ersten Eindruck dem Gegenüber zu vermitteln. Der andere bildet sich innerhalb von etwa sieben Sekunden sein Urteil über Dich. Und das Verrückte ist: Dieser erste Eindruck bleibt nachhaltig in den Köpfen der Menschen. Natürlich kannst Du diesen später korrigieren, jedoch diese Erinnerung nicht löschen. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Aber darum geht es heute nicht.

Ich weiß, dass viele von uns glauben, das sei oberflächlich. Schließlich könnte in diesem Menschen ein völlig anderer Kern stecken, als das, was wir im ersten Moment wahrnehmen. Das mag sein. Nur gibt es tatsächlich Situationen im Leben, wo wir keine Chance erhalten, dem anderen zu erklären, wer wir außerhalb unserer präsentierten, oftmals zur Schau getragenen, äußeren Schale sind.

Unsere Erscheinung, unser Aussehen, unsere Gestik und Mimik, unser Geruch und noch einige Dinge mehr, sind der erste Eindruck, den wir hinterlassen. Es ist das erste Signal, das wir dem anderen, unserem Gegenüber senden. Uns umgibt eine diverse Aura, die wir selbst (als Sender) nur aus subjektiver Sicht wahrnehmen können. Für den anderen (als Empfänger) sind die ersten Sekunden, mit denen wir auf ihn wirken, real und objektiv.

Zurück zur obigen Frage: Ich kann keine allgemeingültige Antwort auf den ersten Eindruck, den ich „den Menschen“ vermitteln möchte, geben. Ist es doch immer situationsbedingt. Und das ist ganz sicher nicht nur bei mir so. Es macht einen großen Unterschied, ob ich zum Beispiel auf Menschen in einer Behörde oder in einem Supermarkt, im Berufsleben oder unter Freunden einen ersten Eindruck hinterlassen möchte.

Will ich als vertrauenswürdige, erfahrene, stilsichere, energiegeladene Geschäftspartnerin ernstgenommen oder als ein ausgeglichener, würdevoller, lebenserfahrener Ruhe- und Kraftpol für Freunde und die Familie wahrgenommen werden?

Ich legte bis vor ein paar Jahren großen Wert darauf, situationsbedingt „zu wirken“. Inzwischen habe ich mich gefunden und bin in einem Alter, das es mir ermöglicht, einfach nur so zu sein, wie ich bin und sein möchte. Das trage ich  natürlich auch mit meinem Stil, mit meiner Gestik und Mimik und so weiter nach außen und hinterlasse mit jeder Begegnung auch in den ersten Sekunden den berühmten „ersten Eindruck“.

Den Menschen im allgemeinen möchte ich einen selbstbewussten, etwas distanzierten, seriösen, klugen, lebenserfahrenen und stilsicheren ersten Eindruck vermitteln. Das ist das, was sie von mir wahrnehmen sollen. Den meisten Leuten von ihnen werde ich wahrscheinlich nie wieder begegnen. Wenn doch, denn es heißt ja, man träfe sich immer zwei mal im Leben, so wird man sich an diese ersten Sekunden von damals erinnern. Alles Weitere entscheiden dann ganz andere Aspekte. Dazu vielleicht einmal zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Wie ist es bei Dir? Welchen Eindruck möchtest Du bei den Menschen in den ersten Sekunden hinterlassen?

Ich bin wirklich sehr neugierig.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

… die Große

Wenn Menschen Untertitel hätten, welche hättest du?

Hast Du darüber schon einmal nachgedacht? Wahrscheinlich würden mich Leute, die mich nur vom Sehen und Grüßen kennen „Petra die Große“ oder „Petra die große Langhaarige“ nennen.

Meine Erscheinung mit eins achtzig und sehr langen Haaren hinterlässt meist einen nachhaltigen Eindruck. Inzwischen stört es mich nicht mehr. Vor einigen Jahrzehnten, als mein Wesen noch sehr introvertiert, unsischer und schüchtern war, fühlte ich mich mit meiner Größe äußerst unsicher. Meine Schuhe hatten niemals einen Absatz und die dünnste Sohle, die überhaupt möglich war. Ich gewöhnte mir eine merkwürdige Körperhaltung an, um ein ein paar Zentimeter zu schrumpfen. Nun, das mache ich heute noch bei Gruppenaufnahmen, um irgendwie in das Gleichmaß der anderen zu passen. Erst Ende zwanzig begann ich Selbstbewusstsein zu entwickeln und natürlich akzeptierte ich dann endlich meine Größe.

Die mich etwas besser kennen, würden mich wahrscheinlich „Petra die Starke“ nennen. Wenn mir dieses Attribut angehängt wird, muss ich immer lächeln. Denn ich weiß, dass ich so erscheine. Etwas stark, etwas distanziert, etwas stolz, etwas unnahbar, gut zuhörend, verständnisvoll, konsequent. Es ist ein Schutz für mich. Und ich bin froh, dass ich diesen instinktiv entwickelt habe.

Wie würden mich die, die mich sehr gut kennen nennen? Welchen Untertitel würde ich mir selbst geben? Welchen gäben mir die Menschen in meinem engsten Umkreis?

Letztendlich ist es eine subjektive Sache, eine Wahrnehmung des Außenstehenden unseres eigenen Wesens, nämlich dem, das wir bereit sind nach außen zu senden und dem, was beim Empfänger in seiner eigenen Wahrnehmung ankommt.

Ich bin ganz neugierig. Welchen Untertitel hättest Du?

Einen fantastisch sonnigen Wochenstart wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.