Wenn Worte eine Bedeutung haben

Ich weiß nicht, wie es Dir ergeht, wenn Du ein Wort hörst. Nehmen wir an, das Wort Elefant, Haus, Gebirge oder was auch immer, stellt unser kluges Gehirn sofort eine Verbindung her und wir sehen vor unserem inneren Auge eben genau das, was dieses Wort beschreibt, zum Beispiel einen Elefanten.

Nun ist die deutsche Sprache zwar eine komplizierte, jedoch eine ganz klare, vielseitige und genaue Sprache.

Deshalb treibt mich die generische Umschreibung von Worten und Begriffen in den Wahnsinn.

In den letzten Tagen hörten wir immer wieder von Demonstrierenden und Teilnehmenden. Was sind das für Wortkonstrukte? Die deutsche Sprache nennt das Demonstranten und Teilnehmer. Ganz einfach, denn diese Worte beinhalten alle Menschen, ob klein, dick, jung, alt, männnlich, weiblich oder sonst etwas.

Ein simples Beispiel sind die „Busfahrenden“. Bitte sagt mir, wer ist damit gemeint? Die Fahrgäste, die mitfahren oder die Busfahrer, die das Ding bewegen? Nun können die Sprachverdreher schlecht den maskulin-generischen Begriff Fahrgäste und Busfahrer verstümmeln und greifen auf Hicks, Sternchen und Co. zurück. Mit der Begründung, man wisse nicht, ob am Steuer eine Frau, ein Mann, ein Diverser oder ein sich anderen Möglichkeiten zuzuordnender Mensch (der Mensch – wieder maskulin, vielleicht besser: Wesen) sitzt, könnte eine Nichtachtung der Befindlichkeiten desjenigen erzeugen. Das alles lässt mich ungläubig zurück.

Wenn ich Texte lese, die komplett „durchgehickst“ sind, steige ich aus. Das Übersetzen aus dieser unsinnigen Sprachverstümmelung erschöpft meinen Verstand. Das war der Grund, weshalb ich das Abonnement einer Autorenfachzeitschrift kündigte, so sehr mich die Themen auch interessieren. Ich konnte mich auf den Inhalt nicht konzentrieren und das Geschreibe nicht mehr ertragen.

Ein anderes Beispiel zur Bedeutung von Worten, die nichts mit dieser unsinnigen Gendersprache zu haben, erlebte ich erst vor wenigen Tagen.

Mir wurde berichtet, dass jemand unter Zeitdruck stand und schnell weg musste, weil er Auzubis entlassen wolle.

Ich bedauerte es, dass das geschehen musste.

Die Reaktion meines Gegenüber wiederum verwunderte mich. Sie meinte, ich soll doch nicht immer so negativ sein.

Ich meinte, dass es doch nicht schön sei, wenn sich ein Betrieb von seinen Lehrlingen trennen müsse.

Wir redeten komplett aneinander vorbei. Warum? Weil das verwendete Wort nicht das beschrieb, was gemeint war.

Mir wurde erklärt, was dabei gemacht wird und sie sprach immer und immer wieder von Entlassung, weil es halt so heißt.

Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob ich einen Auszubildenden aus einem Betrieb entlasse, oder ob ich einen Auszubildenden freispreche, also aus den Pflichten des Lehrvertrages losspreche. Dieser seinen Gesellenbrief erhält und er nun seinen eigenen Weg gehen wird.

Das geschieht in der Regel in einer feierlichen Veranstaltung und das ist ganz sicher eine positive Sache. Denn darum ging es.

Eine Entlassung hingegen … Nun, das muss ich nicht erläutern.

Aber selbst ich bin vor einigen Jahrzehnten in ein solches Fettnapf getreten, als ich eine ganze Menge Trichter bestellen wollte und immerzu von Filtern sprach. Die Dame konnte mich nicht verstehen und meinte, dass sie so etwas nicht haben. Ich bin fast verzweifelt, weil ich wusste, dass sie es haben und beschrieb das Ding, wofür es benötigt wurde. Letztendlich wurden wir uns einig. Immer, wenn wir uns wiedersahen, mussten wir über diese Situation lachen.

Die Sprache ist so unendlich wichtig und wir sollten dringend damit aufhören, diese bewusst und gezielt zu verändern. Dass sich Sprache auf natürliche Art im Laufe vieler Jahre verändert, ist völlig normal. Das ist ein schleichender Prozess. Politisch-ideologisch angeordnete Veränderungen hingegen sind Frevel.

An den beiden anderen Beispielen können wir sehen, welche Bedeutung die Worte einer Sprache haben. Sie sind die Basis und Voraussetzung für jede Kommunikation, für das inhaltliche Verstehen untereinander, ganz gleich an welchem Ort.

Ich weiß, so oft schrieb ich zu diesem Thema. Aber es bewegt mich immer wieder, weil die Bedeutung der Sprache in einer Gesellschaft unterschätzt wird. An vielen Schulen sinkt das Bildungsniveau rapide, weil die Grundlage für das Lernen, nämlich das Verstehen der deutschen Sprache fehlt.

Habt einen guten Tag.

Bis zum nächsten Mal, herzlich,

Eure Petra Kolossa.

Blöder Spruch

Vor etlichen Jahren kam dieser Satz auf und wird seit dem inflationär für alle nur erdenklichen Situationen verwendet.

Ich spreche von „Es ist alles gut.“ oder „Alles gut!“

Inzwischen regt mich diese Redewendung regelrecht auf. Denn ich glaube, dass  der Spruch eher eine Selbstsuggestion, als eine Beruhigung des Gegenübers ist.

Erstmals wurde mir das vor etwa fünfzehn Jahren bewusst. Ich stand in unserer Küche und hörte eine männliche Stimme immer wieder sagen: „Alles ist gut, alles wird gut, alles ist gut …“ Ich schaute durch das Fenster und sah unseren damaligen älteren Nachbarn auf dem steinigen Sims an den Garagen sitzen. Sein Körper wiegte hin und her, während er sich selbst mit diesen Worten beruhigte.

Ich wusste von seiner barschen und lieblosen Partnerschaft und dachte: Wenn Du nix tust und wartest, dass „alles gut wird“, wird’s wohl nicht geschehen.

Vor einigen Wochen wurde ich in ein neues Projekt eingearbeitet. Solche Unterweisungen laufen seit der Corona-Zeit in unserem Unternehmen ausschließlich auf digitalem Weg.

So saß ich also an meinem Arbeitsplatz und lauschte den Worten meiner selbst frisch geschulten Kollegin. Ich wollte alles schnell aufnehmen, um die neue Software ohne Probleme verwenden zu können. Das gesamte Prozedere war für sie, wie auch für mich völlig neu. Sie war unsicher und korrigierte sich ständig. Ich hinterfragte, um den letztendlich richtig korrigierten Teil in meinem Kopf abzuspeichern.

Sie wurde zunehmend nervöser und verfiel in immer schlechteres Deutsch. Ihr Akzent und ihr eigenes Halbwissen brachten sie immer wieder dazu „Alles gut, Frau Kolossa. Alles gut!“, zu antworten, wenn ich etwas fragte.

Sie glaubte, mich zu beruhigen, aber sie tat es letztendlich für sich selbst, indem sie versuchte, ihre Unsicherheit zu kompensieren und an mich abgab. Unter dem Motto: Man ist selbst ein Experte, wenn man nur dreißig Prozent mehr weiß, als das Gegenüber.

Ein weiteres Beispiel, das Du ganz sicher selbst oftmals erlebtest, ist folgendes. Man sagt etwas und weiß, dass es dem anderen nicht so gut gefallen wird. Aber statt dieser sich aufregt, wie er es sonst ganz sicher getan hätte, sagt er: „Es ist alles gut.“

Im ersten Moment denkt man: „Wow, das hätte ich jetzt aber nicht gedacht.“ Denkt man ein paar Minuten später darüber nach, wird einem bewusst, dass er sich selbst damit beruhigt hat, weil er wusste, dass er sich darüber ganz sicher aufgeregt hätte. Jedoch war ihm klar, dass er sich, wie auch seinem Gegenüber mit einem Ausraster keinen Gefallen getan hätte. Denn eigentlich ist überhaupt nichts gut.

Ich könnte seitenlang Beispiele aufzählen.

Wenn ich mich selbst dabei erwische, diese blöde Redewendung zu verwenden, ärgere ich mich mächtig darüber.

Zum Beispiel, wenn ich am Telefon gefragt werde: „Na, wie geht es Euch?“ Und ich antworte: „Alles gut, danke.“  Schütze ich mich selbst vor weiteren rhetorischen Fragen, auf die ich keine Lust habe, zu antworten.

Oder wenn sich jemand minutenlang rechtfertigt und seinen eigenen Standpunkt begründet. Sage ich auch oftmals: „Es ist alles gut.“, damit er aufhört, sich so dermaßen zu winden. Ich mag das ewige Wiederholen des Warum, Wieso, Weshalb wirklich nicht. Meistens folgt darauf eine weitere Begründung, dass er doch nur noch erklären wolle, weshalb … und so weiter. Da hilft meistens tatsächlich ein „Es ist wirklich alles gut.“

Beruhige ich mein Gegegenüber damit? Nun, vielleicht auch. Aber eigentlich tue ich mir selbst damit einen Gefallen, damit ich mir dieses ausschweifende Gerede nicht weiter anhören muss.

Würden wir diese Floskel nur ein klitzekleines wenig abwandeln mit  zum Beispiel „Ist ja gut nun!“ oder „Jaaa, ist ja gut!“ klingt es negativ, wäre aber ehrlicher.

„Alles ist ist gut.“ oder „alles gut“ ist letztendlich diffus, schwammig aber eben nett.

Wenn jemand mir gegenüber diesen Spruch ablässt, ist es für mich ein Alarmsignal. Ich reflktiere mich zunächst selbst. Oftmals ist es jedoch tatsächlich die oben beschriebene Selbstberuhigung.

Also alles ist gut 😉

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Das N-Wort

Soeben las ich die News und stolperte über etliche Beiträge zu einem Thema. Die Grünen-Kanzlerinkandidatin Annalena Baerbock habe in einem Interview das N-Wort ausgesprochen. Also das, was sie sagen wollte, einfach beim Namen genannt. Man stellte in den einzelnen Berichten noch fest, dass sie selbst die verurteilt habe, die in der Vergangenheit dieses N-Wort gebrauchten.

Und das machte mich jetzt tatsächlich neugierig. Denn ich bemerke, dass ich ab und an ziemlich naiv durchs Leben tapse. Ich habe nur eine schwache Ahnung, was dieses N-Wort sein mag. Es gab ein kleines Video, das aufgenommen wurde, als sie dieses N-Wort verwendete. Ich startete diesen kurzen Film und musste wirklich lachen. An dieser Stelle, als sie dieses Wort aussprach, gibt es einen Piepston. Es wurde also tatsächlich weggepiepst. Unglaublich.

Also gab ich das bei Google ein und fand nach x-vielen Beiträgen, in denen ausschließlich dieses Wort mit „N-Wort“ umschrieben wird, einen Beitrag von Wikipedia, der vor sechs Stunden aktualisiert wurde, wie ich lesen konnte. Ich bin jetzt ganz „mutig“ und schreibe dieses Wort als das Wort, was aus meiner Sicht total dämlich als N-Wort bezeichnet wird. Wikipedia schreibt es in der Überschrift zu diesem Beitrag. Es ist das Wort Neger. Ich habe es hier verlinkt.

Ich sinniere über dieses Wort, das ich sehr, sehr selten verwende. Ich tue es unbewusst. Niemals denke ich darüber nach, es nicht zu tun. Denn in mir steckt kein Hass, in keiner Richtung. Als sehr kleines Mädchen bekam ich ein Negerpüppchen geschenkt. Es gibt noch Fotos von damals, wo ich in einem niedrigen Kinderwagen diese Puppe in den Armen hielt.

Bild: privat

Während ich schreibe, denke ich darüber nach, wie ich diese Puppe von damals heute beschreiben sollte. Es ist das, was es damals war. Es wäre völliger Unsinn, es anders zu bezeichnen. Es gehört einfach in diese Zeit der Fünfziger oder Sechsziger. Und es steckt keinerlei Gedankengift oder gar Diskriminierung oder Beleidigung in meinen Gedanken oder in der Bezeichnung für diese Puppe, wenn ich heute an diese Zeit vor über sechszig Jahren zurückdenke.

Es ist mir unerklärlich, dass es überhaupt möglich ist, Wörter aus dem Sprachgebrauch zu liquidieren und das Verwenden dieser zu verbieten. Es quält mich, dass unsere deutsche Sprache als politisches Mittel missbraucht wird, dass wir Deutschen durch Verbiegen der Sprache eine Erziehung, gar Maßregelung, erfahren. Erinnert sei auch an dieses Gendern. Und mir ist unerklärlich, weshalb wir das Spiel mitspielen und uns hinter Phantasienamen, wie das „N-Wort“, verstecken und letztendlich das Gleiche meinen.

Wie stehst Du zu diesem Thema? Gern schreibe es einfach unten im Kommentar.

Ich werde mich jetzt mit einem Kaffee stärken …

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

„Gendern“ – nicht in meinem Blog

Als ich meinen Blog im Jahr 2014 startete, habe ich darauf bereits hingwiesen, dass ich mich diesem „Gendern“ in meinen Texten nicht unterwerfen werde.

Heute am Morgen las ich einen Fachbeitrag. In den wenigen drei Absätzen bin ich beim Lesen fast verrückt geworden. Mein Gehirn erfasst das, was hinter dem Sternchen zu lesen ist, nicht. Ich ignoriere das komplett.

In den wenigen Sätzen stolperte ich über Nutzer*innen, Follower*innen, Autor*innen, Macher*innen, Eventteilnehmer*innen, Veranstalter*innen und der Hammer war: Follower*innenziele – Dieses Wort musste ich zweimal lesen.

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs. Ich möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass es mir keine Mühe macht, in altmodischer Form zu verfahren. Es wird also in meinen Texten keine Leser*innen oder LerserInnen oder gar Lesenden geben.

Wenn ich in manchen journalistischen Beiträgen dieses „Gendern“ im gesprochenen Wort höre, spüre ich deren Anstrengung, diese verbogene deutsche Sprache über die Lippen zu bekommen.

Und eines sei Euch versichert. Ich akzeptiere jede geschlechtliche Gesinnung. Und das tat die deutsche Sprache bisher auch. Sprache ist ein Entwicklungsprozess. Natürlich verändert sie sich im Laufe der vielen Jahre. Aber das, was uns hier übergestülpt wird, ist rein politischer Natur.

Ich wünsche mir sehr, dass Ihr mit meiner Entscheidung gut umgehen könnt und meinem Blog in altbewährter Weise treu bleibt.

Apropos Blog: Wer es noch nicht getan hat, mit Eurer Email-Adresse könnt Ihr ihn einfach mit dem Button auf der rechten Seite abonnieren.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Deklariere, zu deklinieren

„Ich hasse das Deklarieren in der Grammatik!“, dekliniert er mir 🙈😅

Darauf ein Käffchen ☕

Ich wünsche Euch einen fantastischen Start in den Monat Februar und kommt gut in die neue Woche.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

… aufgeschnappt und ausgespuckt

Noch knapp zwanzig Minuten, dann wird die Fähre anlegen und mich gemütlich von Konstanz nach Friedrichshafen schippern.

Auf einer bequemen Bank, mache ich mich breit. Mein Blick ruht auf dem Hafen. Wie doch dieser grässliche Betonklotz die Kulisse ruiniert, denke ich.

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Bild: Holger Wagner

Herrlich, noch eine viertel Stunde Zeit, ich krame meinen Tolino aus der Tasche, schlage ihn auf, um in meinem Buch zu lesen.
Gerade habe ich mich in die ersten Zeilen vertieft, als sich zwei Männer laut diskutierend auf der anderen Seite meiner in Beschlag genommenen Bank fallen lassen.

„Ick kann dir sagen, ick hab nischt, aber überhaupt nischt gegen die. Die können nischt dafür, dass die dort untergekommen wurden, wo die jetze sind“, erklärt der eine dem anderen in einem saloppen Slang. „Und weeste, der zuvor da war, den se rausgehauen haben, weil dat arme Schwein ’ne Tüte mit abgelaufenen Fressalien mitgehen ließ, war och in Ordnung. Irgendwo aus Asien kam der, ick wees nich genau.“
„Ist der blöd? Warum macht der so was?“
„Gelegenheit, einfach Gelegenheit. Lag ja sozusagen im Müll“, sagt er und redet gleich weiter. „Hast du schon mal einen gesehen, der bei ’ner Reinigungskolonne reich geworden ist?“
„Nö. Aber jeder weiß, dass das verboten ist.“
„Klugscheißer!“

Die zwei zünden sich eine Zigarette an und ich fühle mich ertappt, weil ich total neugierig dem Gespräch folge. Meine Augen stieren auf Tolino und die Ohren hängen am Gespräch hinter meinem Rücken.

Der eine stößt seinen Qualm genussvoll  aus und nimmt das Gespräch wieder auf:
„Tja, und jetze ham wir ’nen Schwarzen. Der is bestimmt ein cooler Typ. Kann schon sein. Nur versteht der keen Wort Deutsch. Es heißt, der würde Deutsch lernen, aber ick merk nischt davon. Is ja ooch alles jut.“ Er überlegt kurz und meint: „Weeste, die armen Kerle könn nischt dafür. Die Politiker, die dat eingerührt haben, die allet off die janz unten abwälzen, die interessiert dat nich, wie wir klar kommen.“
„Hör mir auf mit Politik, die ist mir egal“, sagt der andere.
„Sollte aber nicht. Allet is Politik“, belehrt der erste. „Pass uff. Der Schwarze kam zu mir und wollte irgend etwas. Ick hab ihn ja nich verstanden. Dann begriff ick, dass ick ihm irgendeine Maschine erklären sollte, die ick selber nie bedient habe.“ Er schnaubt kurz:  „Sollte da mal einen Kurs machen. Unbezahlt! Dat bei Mindestlohn. Hab’s mir bisher verkniffen“, ergänzt er.
„Also gleich mal zwei Unbekannte. Sprache und Technik!“, warf der andere altklug ein. „Jo, so könnte man sagen. Dann kam noch die aus dem Büro oben dazu. Die meinte, die Chefin hätte gesagt, ick solle ihm dat erklären. Ick sagte, wie soll ick dat erklären, wenn der mich nicht versteht? Da meinte die, ick soll mir Mühe geben. Da hab ick ihr gesagt: ‚Richte der Chefin aus, dat sie sich darum kümmern soll, dat Frau Merkel einen Dolmetscher schickt …“

Die Fähre sendet ihr Signal und wird gleich anlegen. Ich schiebe meinen Tolino in die Tasche. Beim Aufstehen drehe ich mich um und sehe die beiden Männer, irgendwo in den Dreißigern,  noch immer rauchend und ernsthaft in ihr Gespräch vertieft.

Ich schlendere zum Anleger und denke bei mir, wie viele Aspekte,  in diesen wenigen, einfachen, Sätzen frequentiert wurden, wie breit doch das politische Geschehen greift und bewegt. – Hass? Nein, Hass hörte ich in keinem Satz.

… etwas nachdenklich, Eure Petra Kolossa.