Gute Emotionen

Welche positive Emotion fühlst du am häufigsten?

Diese Zeilen schreibe ich zwischen dem Trocknen meiner frisch lackierten Figernägel, einer Tasse Kaffee, achtunddreißig Grad Celsius auf unserer halbschattigen Gartenterrasse und ein paar Gedanken an das in zwei Stunden beginnende Künstlertreffen von „seeArt“ im Gasthaus „Anker“ in Ravensburg.

Über die obige Frage musste ich tatsächlich ein paar Augenblicke nachdenken. Denn es wird ja nicht nach irgendwelchen angenehmen, tollen Emotionen, die mir gut tun gefragt, sondern nach der einen einzigen positiven, die ich am häufigsten jetzt fühle. Es ist schon erstaunlich, wieviel Konkretes in einem einzigen Satz formuliert werden kann. Die deutsche Sprache ist wirklich beeindruckend.

Emotionen ändern sich tatsächlich häufig entsprechend der augenblicklichen Situation, in der man sich gerade befindet.

Kannst Du definieren, welche positive Emotion Du am häufigsten fühlst? Ich kann es nicht. Es ist ein Gemisch von vielen. Ähnlich einer Sinuskurve, ein Auf und Ab. Ein Brei aus Sehnsucht, Ängsten, Wärme, Geborgenheit, Alleinsein, Hoffnung, Versagen, Stolz, Zufriedenheit und so vielem mehr. Emotionen sind Emotionen. Es sind eben einfach Affekte, Gefühlsregungen, oftmals sehr intensiv, manchmal streifen sie flüchtig vorbei.

Wollte ich zunächst nicht weiter über diesses Thema nachdenken, hat es mich letztendlich doch irgendwie festgehalten.

Ein Blick auf die Uhr. Erstaunlich, wie schnell die Zeit durch die Tasten rinnt …

Diesses fixe Selfie ist ein besonderes. Denn ich widmete mich nach langer, langer Zeit meinem Podcast „Hör-Cafè“. Mein Rechner litt an chronischer Müdigkeit, bis er völlig den Geist aufgab. Ein Arbeiten mit der notwendigen Software war so nicht möglich.  So blieb das Projekt zunächst liegen. Als ein guter Bekannter (Danke, Patrick!) sich meinem Laptop annahm und  diesem ein neues Leben einhauchte, kümmerte ich mich nicht sogleich um meinen Podcast. Ich scheute den großen Aufwand, alles wieder einzurichten und vor allem, mich neu einzuarbeiten. Aber nun war die Zeit reif!

Ein Kribbeln, ein unbedingt-tun-müssen, machte sich breit. Welch starke Emotionen 😉 Nichts geschieht ohne Grund. Also machte ich mich endlich darüber her.

Die ersten zwei Sendungen sind eingesprochen und überall dort, wo es Podcast gibt, zu hören. Hier ist für Dich der direkte Link zum „Hör-Cafè“.

Jetzt muss ich mich aber zurecht machen und losfahren. Ich freue  mich auf das Künstlertreffen …

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

… die eine einzige?

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Freund am meisten?

Eine Frage, über die ich tatsächlich etwas länger nachdenken musste. Immerhin geht es hier um die eine Eigenschaft, um die wichtigste von allen, die ich vor allen anderen schätze. Kurz überlegte ich und dachte so: „Gut. O.K. Nächste Frage bitte!“ Jedoch will ich nicht kneifen.

Also marschierte ich in die Küche, ließ mir einen Kaffee in die Tasse, trabte wieder an meinen Schreibtisch und stelle für mich fest, dass es keine Eigenschaft ist, die ich besonders wertschätze. Es ist ein Gefühl. Hast Du schon einmal versucht, ein Gefühl in in einziges Wort zu fassen, daraus eine Eigenschaft zu machen? Ich habe keine Ahnung, ob das überhaupt möglich ist.

Das Wichtigste für eine Freundschaft ist für mich, eine gefühlsmäßig enge, vertraute Verbundenheit, die über große Entfernungen und Zeiträume standhält.

Die Ursache sehe ich in meiner Biographie. Ich hatte nie wirklich die Möglichkeit, an einem geographischen Punkt Freundschaften zu entwickeln und zu pflegen. Jedoch trage ich zwei in meinem Herzen, die genau dieses Gefühl der Verbundenheit geben, eine davon schon seit über vierzig Jahren. 

Welche Eigenschaft, oder ist es doch ein Gefühl, schätzt Du an Deinen Freundschaften ganz besonders?

Herzliche Freitagsgrüße schickt Euch,

Eure Petra Kolossa.

                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Adé 2021

Es ist der letzte Tag im Jahr 2021. Der Morgen ist noch am Erwachen. Ich auch. Kater Flo hat es sich auf meinem Bauch bequem gemacht. Er fühlt sich wohl und ich mag sein Schnurren und genieße es an meinem Urlaubstag. Draußen ist alles total ruhig. Das Dorf scheint noch im Tiefschlaf zu sein. Mein Hirn nimmt seine Arbeit auf und sortiert den heutigen Tagesablauf.

Mit einem Schlag bin ich putzmunter. Es knallt zwei mal kurz hintereinanderweg in unmittelbarer Nähe. Flo springt mit einem Satz von meinem Bauch. Das waren doch keine Silvesterknaller. Das klingt anders.  Verdammt! Waren das Schüsse? Ich lausche. Es ist nichts da draußen zu hören. Keine Menschen, keine weiteren Geräusche. Mein Blick auf die Uhr zeigt kurz vor acht Uhr. Ich stehe auf. Noch lange denke ich darüber nach. Es war real. Nur weiß ich nicht, was es tatsächlich war. Wahrscheinlich keine Schüsse, tröste ich mich.

Vielleicht lag es daran? Gestern sah ich den neuen „Matrix 4“. Da ich die ersten Filme kenne, war ich neugierig zu erfahren, wie die Geschichte weitererzählt wird. Hm, aus meiner Sicht lohnt es sich nicht, die über zwei Stunden Zeit zu investieren. Der Streifen lebt von Rückblenden und langweiligen konfusen Aktionen. Wir alle kennen den Kern der Botschaft in Matrix: „rote oder blaue Pille“

Die für mich wesentlichste Aussage aus diesem Film. Wenn sich die von Menschen entwickelte künstliche Intelligenz verselbständigt und über die Menschen herrscht scheint es eine aussichtslose Situation. Der Mensch ist ein emotionales Wesen, das von Gefühlen getrieben wird, die Maschine nicht. Sie handelt. Die Menschen lassen sich leicht über die Gefühle, wie Sehnsüchte und Ängste manipulieren. „Er sehnt sich nach dem, was er nicht hat, während er befürchtet, das zu verlieren, was er hat.“ (Zitat Film) Ich gebe dem Film zwei von fünf Sternen. Einen für die Grundidee und die Aussage und einen Sympathiestern 😉

Meine Gedanken gehen zu einer lieben Freundin, mit der ich am Vormittag sprach. Ich bewundere ihre so starke Seele, die in ihrem von unendlich vielen nie enden wollenden Leiden gequälten Körper steckt. Woher nimmt diese kleine Frau die Kraft, für sich selbst zu kämpfen und dennoch für ihre Lieben ehrlichen Herzens präsent zu sein? Es ist die emotionale Ebene, die Gefühle. Das sind ihre Kraftspender. Es ist das, was uns Menschen kennzeichnet.

Gestern erhielt ich ein Video mit dem aktuellen Song von JANISA & FRIENDS. Es ist ein Song-Projekt mit ihrem Freund Stefan. Warum erwähne ich das? Weil auch hier die Emotionen eine große Rolle spielen. „Good Riddance von Green Day – Ein Song, der unseren Freund Stefan bei seinem Kampf gegen den Krebs während der Chemotherapie begleitet und gestärkt hat. Für ihn war es ein kraftgebendes Ziel, mit uns gemeinsam diesen Song aufzunehmen … Aus dieser Motivation heraus ist ein wunderbares Song-Projekt entstanden, das diese schwere Zeit abschließen soll …“ (Zitat janisa-music, YouTube)

Nichts verbindet uns Menschen mehr, als Emotionen. Es sind die sensitiven Seiten eines Jeden in uns, aus denen wir Kraft schöpfen. Es sind die Gefühle, die uns von einer Maschine oder der künstlichen Intelligenz unterscheidet. Nur wir Menschen kennen dieses „Bauchgefühl“, die Entscheidungen zwischen Kopf und Herz.

„Eine Hand für mich und eine Hand fürs Schiff“, sagt man bei der Seefahrt. Treffender kann es nicht formuliert werden.

Passe auf Dich auf und achte auf die Menschen, die Dir am Herzen liegen. Zeige Deine Gefühle und lassse Dein Herz sprechen. Gerade jetzt in dieser dystopisch anmutenden Zeit.

Jetzt wird es Zeit, den Silvesterabend vorzubereiten.

Rutscht gut rein ins neue Jahr.

Für 2022 wünsche ich Euch nur das Beste. Möge auch das Neue friedlich bleiben und sich so Manches zum Guten wenden.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

🍾🥂🍀💖🎆💫