Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich seit guten zwanzig Jahren den Fußballsport recht oberflächlich verfolge. Die letzte Mannschaft, die mir ans Herz gewachsen war, wurde damals von Volker Finke trainiert. Die meisten von Euch werden sofort wissen, dass ich vom FC Freiburg spreche. Ein paar Jahre lebte ich dort und verbrachte hin und wieder Zeit im Arial des Stadions. Es lag auf meinem Weg und ich nahm dort in diesem Sportcasino manches Mal einen Snack, einen Kaffee oder ein erfrischendes Getränk. Von dort aus konnte man die Mannschaft beim Training beobachten. Ich sah auch am Rande des Spielfeldes das harmonische Miteinander der Frauen der Spieler und deren Kinder und Familien. Diese Mannschaft war besonders. Sie machte einen freundschaftlich verbundenen Eindruck und das Spiel wirkte leicht mit Spaß an dem, was sie taten. Und der Trainer war unglaublich sympathisch. Ich mochte den Verein. Das alles erlebte ich kurz nach der Jahrtausendwende. Im Jahr 2003 verließ ich Freiburg wieder. Auch wenn ich diesem Verein immer irgendwie verbunden blieb, änderte sich doch so einiges mit dem Trainerwechsel und dem Druck, den der profitorientierte Sport mit sich bringt. Das Stadion besuchte ich danach nie wieder. Ich denke, auch dort wird sich vieles verändert haben.
Mit der Jahrtausendwende ging mein Ex und mit ihm das Interesse für den Fußball, das in meinem Leben fast fünfundzwanzig Jahre eine dominante Rolle spielte.
Heute weiß ich nur vage Bescheid. Nicht, dass ich den Fußballsport ablehne. Nein. Ich lehne den Missbrauch des Sports ab. Ich spreche über die riesigen Summen von Geld, die hin- und hergereicht werden. Ich meine das Verhökern von Spielern von einem Club in den anderen. Deutsche Fußballclubs sind oftmals mehr international, als deutsch. Ich spreche vom unglaublichen Druck, der dadurch aufgebaut wird. Und ich meine den verdammten politischen Missbrauch der Deutschen liebsten Sport, den Fußball. Allen voran die „Ampel“, denen ideologiegetrieben nix zu blöd ist, ihren woken Mist der gesamten Welt zu demonstrieren und Deutschland der Lächerlichkeit preiszugeben.
Die deutsche Fußballmannschaft, also „unsere Jungs“, wird aus der ganzen Welt zusammengerufen. Es sind deutsche Spieler. Es sind die besten deutschen Spieler. Es ist unsere Nationalmannschaft, die Fußballmannschaft Deutschlands, unseres Heimatlandes.
Spielt unsere, die deutsche Fußballmannschaft, so vertritt sie in unserem Namen Deutschland, unser Land. Und es sollte unser aller Anliegen sein, unserer Mannschaft unsere Verbundenhet zu zeigen und diese zu motivieren, ihr Bestes zu geben.
Natürlich, sind es Berufssportler und sie spielen auch in ihrem eigenen Interesse. Denn die Überweisung auf ihr Bankkonto wird nicht zu gering ausfallen, wenn sie den Titel holen.
Aber warum hole ich so weit aus? Weil ich den Eindruck habe, dass sich unserer Leute schämen, zu zeigen, dass sie hinter unserer deutschen Mannschaft stehen, weil es irgendwie unpassend sei, es sich nicht gehöre, unerwünscht ist. Was ist geschehen mit diesem Land in den wenigen Jahren?
Eine deutsche Flagge sieht man nur selten. Trotzig und mutig gehisst. Ein lautes Jubeln, wenn die deutsche Fußballmannschaft ein Tor geschossen hat ist nicht zu hören. Keine Knallkörper, kein Jäääääähhh! oder irgendetwas, einfach nur Stille. Unglaublich!
Vorgstern spielte Deutschland gegen Dänemark. Sie gewannen 2:0. Es war ein heißer Tag. Es war schwül bis in die tiefe Nacht. Wir hatten alle Fenster weit geöffnet und ließen einen Windhauch durch die Wohnung wabern. Bei keinem geschossenen Tor rührte sich etwas da draußen. Vor wenigen Jahren gingen Knallkörper durch die Luft, man hörte von überall her freudige Rufe. Stolz fuhren die Deutschen an ihren Autos Fähnchen in den deutschen Nationalfarben, schmückten die Spiegel an den Autos damit. Überall waren Fußball-Partys in den Kneipen, im Freien auf Plätzen und so weiter und so fort. In diesem Jahr scheint es so, als wäre es unangenehm, fast peinlich, zur deutschen Mannschaft zu stehen.
Heute führte mich mein Weg über Friedrichshafen, Konstanz und Singen. Es sind etwa zweihundertzwanzig Kilometer, die ich auf den Rädern war. Mir begegneten insgesamt vier Fahrzeuge mit Deutschlandfähnchen. Insgesamt herrscht eine sehr verhaltene, gedämpfte Fußball“euphorie“.
Deutsch – ein Stück Cancel Culture. Aus „Made in Germany“ wurde „Hergestellt in der Europäischen Union“.
Wir Deutschen sind inzwischen ziemlich entwurzelt. Die Fußball-Europameisterschaft ist nur ein weiterer und verdammt deutlicher Ausdruck der erbärmlichen Situation, in die wir uns haben bringen lassen.
Ich denke, uns fehlt es an Leichtigkeit. Wir Menschen brauchen eine Erdung, eine Verbundenheit. Man nennt es auch Heimat. Es ist ein Gefühl, das man sich nicht aus ideologischem Gehorsam verwehren darf.

Made in Germany, ein Gütesiegel, auf das wir stolz sein können.
Wenn Euch das zu groß erscheint, fangt einfach klein an. Made in … Bayern, Thüringen, Sachsen … Wählt die Region, mit der Ihr Euch verbunden fühlt. Zeigt es und steht dazu. Es wird Euch gut tun und Euch stärken.
Übrigens: Am Freitag spielt um 18 Uhr Deutschland gegen Spanien 😉 …
Für heute genug!
Herzlich, Eure Petra Kolossa
