Schmackedutschen im Frost: Ein Blick auf mein neuestes Werk

Irgendwann in einer Nacht der vergangenen Woche nahm ich einen Stift und skizzierte auf einer Leinwand meine Idee für ein neues Bild. Am kommenden Morgen stellte ich es so auf die Staffelei, dass ich es immerzu im Blick hatte. Ich konnte mich mit meinem nächtlichen Gekrakel nicht anfreunden. So legte ich diesen Rohling kurzerhand auf meinen Arbeitstisch und strich eine feine Spachtelmasse darüber. Ganz gleich, was daraus einmal werden mag, wichtig ist nur, dass das Leinen wieder neutral ist, dachte ich.

So trocknete das Gespachtelte bis gestern gründlich durch. Am Abend nahm ich mir ein paar Acrylfarben, Spachtelmesser, Pinsel, ein wenig Zeit und ließ mich auf das Abenteuer „Intuition“ ein. So entstand dieses abstrakte Bild.

Schmackedutschen im Frost“ – 40 x 40 cm, Acryl auf Leinwand

Ich verwendete den Begriff Schmackedutschen weil ich mit diesem Namen aufgewachsen bin. Wahrscheinlich wirst Du, wie die meisten Leute, dazu Rohrkolben sagen.

Wenn Du an dem Bild interessiert bist, kontaktiere mich bitte einfach.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Wetter, eine emotionale Sache

Wie denkst du über kaltes Wetter?

Was ist warm oder kalt? Es sind eigentlich völlig undefinierbare Worte, die  ausschließlich über ein Gefühl definiert werden können. Es sind Adjektive, Bezeichnungen für einen großen Toleranzbereich. Insbesondere wenn wir über das Wetter sprechen.

Wetter ist wohl das weltweit meist genutzte Gesprächsthema, das optimale „warm up“. Wenn ich von Geschäftspartnern, also fast fremden Personen angerufen werde und sie zu Beginn des Gespräches fragen, „… und wie ist das Wetter bei Ihnen?“, muss ich immer lächeln. Es ist eine banale rhetorische Frage, die so spannend ist wie eine Wasserstandsmeldung. Jedoch bringt das Thema fast jedes Gespräch in Fluss, schließlich kann jeder etwas dazu sagen. Wir leben alle in einem Wetter, ganz gleich, ob warm oder kalt.

Ich mag kaltes Wetter. Es liegt wahrscheinlich daran, weil ich mich in langärmeliegen und warmen, kuscheligen Bekleidungsstücken wohler fühle, als in einem fast Nichts bekleidet zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, weil ich in einer kühlen Jahreszeit geboren wurde. Mein kaltes  Wohlfühlwetter liegt zwischen minus eins bis siebzehn Grad plus, mein warmes Wohlfühlwetter hingegen liegt zwischen zweiundzwanzig bis achtundzwanzig Grad und es muss unbedingt etwas Wind gehen. Ein ziemlich großer Toleranzbereich. Stimmt’s?

Für den Monat Mai haben wir ziemlich kühles Wetter. Das ist nichts Ungewöhnliches. Der Natur tut es gut. Hier am Bodensee ist der Obstanbau eines der wichtigsten Wirtschaftszweige. Der alte Spruch „Ist der Mai kühl und nass, füllt es dem Bauern Scheun und Fass.“, ist nicht unbegründet. Und ich denke, ab Pfingsten wird die warme Jahreszeit Einzug halten.

Wie stehst Du zu kaltem Wetter?

Die Fotografin Astrid Gast nannte ihre Fotoserie damals „kalte Bilder“. Und ich hatte bei diesem kalten Wetter wirklich Spaß, ihr Modell zu sein.

Einen wunderschönen kühlen Maitag wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

Winterfrühling

Immerhin schaute gestern am Nachmittag die Sonne ein wenig durch die Wolken und trieb das Thermometer auf fünf, sechs Grad in den Plusbereich. Es ist meteorologischer Frühling, aber eigentlich noch Winter. Der Übergang vom Februar in den März ist für mich seit kindestagen schwammig. Ginge es nach mir, müsste der Frühling Anfang März kräftiger an die Pforte klopfen. Aber er tut es einfach nicht.

Wie immer hüllte ich mich zu meinem Geburtstag in eine kuschelig warme Hülle. Dieses Mal war ich nach Friedrichshafen eingeladen und ich habe keine Minute bereut. Die kühle, rauchige Stimmung am Bodensee kurz vor dem Sonnenuntergang ist unglaublich fazinierend.

„Bella Vista“ – schöne Aussicht – ein kleines, sympathisches italienisches Restaurant, direkt am Bodensee mit einer feinen Küche, gutem Wein, angenehmer jazziger Hintergrundmusik … Ich mag es sehr.

Am vierten März 2020 hatten wir als einzige Gäste die volle Aufmerksamkeit des Personals. Wurde doch zwölf Tage später der „lockdown“ in Deutschland verhängt und so gut wie keiner wagte sich in ein Lokal. So ist es inzwischen wieder so, dass ohne einer Reservierung kein Platz zu haben ist. Wenn Du dort einmal einen Abend genießen willst, so reserviere zuvor und bitte um einen Tisch in der ersten Etage. Denn von dort kannst Du das Ambiente in vollen Zügen genießen.

… ein Schnappschuss von meinem Schreibtisch. Geburtstagsblumen in meiner bunten Welt 😉

Einen erholsamen Sonntagabend wünscht Euch,

Eure Petra Kolossa.

Der Winter übt den Zwergenaufstand

In wenigen Tagen ist der erste März, also der meteorologischer Frühlingsanfang. Die fast vergangene Saison sollte ein wahnsinnig harter und strenger Winter werden, so wurde uns im Herbst letzten Jahres immer wieder aus den Medien vermeldet. Die „Ampel“ tönte das in die ihnen hingehaltenen Mikrofone, rief zu teilweise absurden Sparmaßnahmen auf und sorgte für Inflation und Rezession. Denn sie habe ja keine Verantwortung zu tragen an den sinnfreien Boykottmaßnahmen gegen den vermeintlichen Feind, den großen Bären im Osten. Die Deutschen nickten und taten, wie ihnen geheißen.

Ja, über Nacht hat dieser Winter die Landschaft, zumindest hier bei uns im Süden, mit einer etwa drei Zentimeter hohen Schneedecke überzogen. Hin und wieder krümeln noch immer Schneeflöckchen. Der Sonntag ist trübe, das Weiß wirkt irgendwie grau und macht mir eine müde Laune.

Wenn ich den Wetterprognosen trauen soll, wird es in den nächsten Tagen wieder wärmer. Aber das ist so eine Sache mit dem Wetterbericht im Voraus. Konnte man sich vor einigen Monaten noch darauf weitestgehend verlassen, ist das inzwischen fast unmöglich. Ich habe einige dieser allgemein zugänglichen Vorhersagen verglichen und beobachtet. Der „Wahrheitsgehalt“ liegt bei etwa einem Tag im Voraus (aber was ist schon Wahrheit). Und das verschob sich dann auch noch um einige Stunden im Laufe eines Tages. Tja, selbst auf’s Wetter ist kein Verlass mehr 😀

Kurz und gut, der diesjährige Winter war gefühlsmäßig keiner. Schade eigentlich. Ich mag die vier Jahreszeiten. Anderseits haben wir hier in unserem Land verdammt viel Glück damit, dass es nicht so war. Ich möchte mir nicht ausmalen, was geschehen wäre, hätte es tatsächlich einen harten, strengen, langen Winter gegeben. Nicht nur, dass die kaputtgespielte Energieversorgung an ihre Grenzen geraten wäre, auch so mancher von uns hätte wahrscheinlich nicht gewusst, wie er den zwangsweise höheren und teueren Verbrauch hätte bezahlen sollen.

Alles ergibt seinen Sinn. Man sagt, Zufälle gebe es keine.

Ein wenig paradox, dennoch: Schade, zum Glück gab es keinen strengen Winter.

Genießt Euren Sonntag.

Winterliche Grüße schickt Euch

Eure Petra Kolossa.