Katzen haben sieben Leben, sagt man.

Du schreibst deine Autobiographie. Wie lautet dein Eröffnungssatz?

Kurz überlege ich und denke, meiner wäre wahrscheinlich: All das, was in meinem Leben geschah, machte mich zu dem, was ich heute bin.

Logisch. Oder? Das betrifft wohl jeden von uns. Wie soll es auch anders sein. Ob das, was in unserem Leben so geschieht, auch tatsächlich das ist, was wir immer wirklich wollen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sind wir nicht oft genug irgendwelchen Vernunftsentscheidungen unterworfen?

Um die eigene Seele zu beruhigen, reden wir uns ein, dass diese Entscheidung zu diesem Moment genau die einzig richtige war.  Wir haken es ab und gehen weiter. Später, viel später fragen wir uns, was wäre, hätten wir uns damals anders entschieden. 

Hätte, hätte Fahrradkette. Es ist wie es ist. Es war genauso richtig, trösten wir uns. Welchen Sinn ergebe es, wenn wir anders darüber denken und uns fiktiv anders entscheiden würden? In der Vergangenheit können wir sosieso nichts mehr verändern. Es ist geschehen. Unverrückbar, unveränderlich. Punkt.

Jedoch ist eines definitiv richtig. Das, was einst geschah, prägt unser Leben und zeichnet das ab, was wir heute sind. Ganz gleich, ob die Entscheidungen einst richtig waren oder wir aus unserer heutigen mit weiteren Lebenserfahrungen gefüllten Perspektive so manche Entscheidung anders getroffen hätten oder diese zu gern korrigieren würden.

Unser Leben ist eine Aufreihung von Entscheidungen. Tun, nicht tun, vielleicht. Ja, nein, jein. Das Jein kapiert unser Leben nicht und wir müssen aus dem ein Entweder-oder machen. Gelingt es uns nicht, tun es andere für uns. Das mag für diesen und jenen unter uns bequem erscheinen, zumal das Resultat später dem Schicksal oder dem Glück zugeschriebenen werden kann. Man glaubt da so ziemlich außen vor zu sein, sozusagen unschuldig an der Misere oder eben einfach nur Glück gehabt, wenn der Ausgang positiv war.

Nun gut. Mein oben gewählter Eröffnungssatz ist wohl doch etwas zu pragmatisch. Und ganz sicher würde ich so meine Autobiographie nicht beginnen.

„Eine Katze habe sieben Leben, sagt man.“

Das wäre der Satz, mit dem ich meine Autobiographie starten würde. Es entspricht den Tatsachen. Es gab sieben harte Brüche in meinem Leben. Einer Katze gleich, bin ich nach jedem mehr oder weniger gut auf meinen Pfoten gelandet.

Leben heißt weiter, weiter, weiter. Wir bestimmen das Tempo. Doch ohne diesem „weiter“ sind wir tot.

Wie würde der Eröffnungssatz Deiner Autobiographie lauten?

Da bin ich ganz gespannt. Schreibe es doch einfach in die Kommentare.

Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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