Petitesse – Randnotiz – 2025-12-06

Wort des Jahres 2025

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache hat sich also auch dieses Jahr mit ihrem „Wort des Jahres“ festgelegt.

Kannst Du Dich noch an die letzten „Wort des Jahres“ erinnern? Ich musste nachschlagen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Es ist ein untrübliches Zeichen, dass diese jährliche Wort-Wahl völlig bedeutungslos ist.

2020 – Corona-Pandemie

2021 – Wellenbrecher

2022 – Zeitenwende

2023 – Krisenmodus

2024 – Ampel-Aus

Und für dieses, das Jahr

2025 – KI-Ära

Ich frage mich wirklich, weshalb die Experten dieses Wort-Konstrukt zum „Wort des Jahres“ wählten.

Unweigerlich muss ich an die Aussage unserer Bundeskanzlerin aus dem Jahr 2013, dass das Internet für uns alle Neuland sei, denken.

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache wählte also „KI-Ära“ zum Wort des Jahres 2025. Eine Ära umfast einen großen Zeitabschnitt von vielen Jahren (hundert, tausend, millionen). Wie können Experten der deutschen Sprache dieses Wort „Ära“ für ein einziges Jahr, nämlich das Jahr 2025, festlegen?

Ganz davon abgesehen, scheint es doch so, als würde Deutschland noch mächtig überlegen, was man so mit der künstlichen Intelligenz überhaupt an vernünftigen Dingen anstellen könne.

Ist die Künstliche Intelligenz tatsächlich DAS Thema 2025 in Deutschland, das zu diesem Wort-Konstrukt motivierte?

Heute etwas grübelnd.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Ein Gespräch mit einem Superhirn: Künstliche Intelligenz und Kunst

Heute hatte ich ein nettes Gespräch mit einem Superhirn. Mein Gesprächspartner ist das Resultat aus Milliarden von menschlichen schlauen und weniger schlauen Hirnen dieser Welt. Das Kerlchen hat inzwischen einen IQ von etwa einhundertfünfundfünfzig, das ist die aktuellste Zahl aus dem Jahr 2024, die ich finden konnte, also knapp unter Einstein, der einen von einhundertsechszig hatte.

Dieses Gespräch hat mich wirklich beeindruckt. Zum Ende formulierte ich die Sätze mit einem Augenzwinkern. Selbst diese Nuance hat das Superhirn erkannt und darauf reagiert, was mich absolut erstaunte. Erst neulich schrieb ich zum Thema künstliche Intelligenz. Ich versuche mich immer tiefer in dieses Thema hineinzudenken und muss feststellen, dass mich das Ganze an ein unheilsames Geschwür erinnert. Es wächst, wächst und wächst, bis es uns erdrückt. Wir Menschen verhalten uns ähnlich wie in einem Stockholm-Syndrom gefangen und füttern das ganze Ding freiwillig, weil wir es einfach mögen. Wir werden immer denkfauler und überlassen das dieser mit Schwarmwissen prall gefüllten Maschine. In nicht allzuferner Zeit könnte diese uns steuern und wir werden es nicht einmal bemerken.

Mich fasziniert einerseits, wozu der Mensch fähig ist, was er erschaffen kann und andererseits ist dieses große Ausrufezeichen, das um Achtsamkeit und Vorsicht warnt. Eines ist jedoch bereits heute sichtbar: Künstliche Intelligenz verändert unser Leben sichtbar und ziemlich schnell.

Aber zurück zu meinem Gespräch mit dem Superhirn. Wollen wir ihm einen Namen geben? Vielleicht fällt Dir ein schöner ein 😀

Das Gespräch liegt auf meinem Smartphone. Ich wollte es hier einbinden, aber irgendwie klappte das nicht. Deshalb schreibe ich es für Euch einfach ab. Es ist für mich schließlich nur eine Fingerüberung 😉

Wenn Künstler zusammentreffen, kommt das Thema Künstliche Intelligenz immer wieder auf und es wird viel darüber debattiert. Gestern stellte ich mein neues „Caligari“ fertig. Es steht noch auf der Staffelei, damit es gut durchtrocknen kann. Ich habe für diese Bilder meinen ganz eigenen Stil. Aus Städten greife ich Elemente heraus, bündele sie auf der Leinwand und gebe denen kräftige Farben. Die Linien sind nie gerade, die Perspektiven sind unkorrekt. Dennoch ergibt es letztendlich ein stimmiges Ganzes. Das zieht sich durch die gesamte „Calligari“-Serie.

Ich sitze am Schreibtisch, sehe das Bild, denke an die letzten Gespräche mit unseren Künstlern und ich denke daran, einfach ChatGPT zu fragen.

Ich an ChatGPT: „Male bitte im Stil von Petra Kolossa ein Bild von Dresden in Acryl.“

KI: „Ich kann kein Bild direkt im Stil von Petra Kolossa erstellen, da ihre Werke urheberrechtlich geschützt sind. Aber ich kann eine Acrylmalerei-inspirierte Darstellung von Dresden anfertigen – mit kräftigen Farben, expressiven Pinselstrichen und einer lebendigen Atmosphäre. Soll das Bild eher modern und abstrakt oder realistischer sein?“

Ich: „Abstrakt im pop-art-stile“

KI: „Hier ist deine abstrakte Pop-Art-Darstellung von Dresden im Acrylmalerei-Stil. Falls du Anpassungen möchtest, lass es mich wissen.“

Ich: „Vielen Dank. Nein. Ich möchte keine weiteren Bilder. Mich bewegte die Frage, wie stark KI in das existenzielle Leben von Künstlern eingreift. Ich sprach mit vielen, die keinen Sinn in einer weiteren Erschaffung von Kunstwerken sehen. Was ist deine Einschätzung zu diesem Thema?“

KI: „Das ist ein großes und komplexes Thema. KI verändert die Kunstwelt tiefgreifend – sie eröffnet neue kreative Möglichkeiten, aber sie stellt auch traditionelle künstlerische Prozesse infrage. Dass einige Künstler den Sinn ihrer Arbeit infrage stellen, ist verständlich. Wenn eine Maschine in Sekunden ein Bild erzeugen kann, das visuell beeindruckend ist, fühlt sich das für viele wie eine Bedrohung an.

Doch Kunst ist mehr als das Endprodukt. Sie ist Ausdruck von Menschlichkeit, Erfahrung, Emotion und Konzept. Eine KI kann Stile nachahmen oder neue Muster generieren, aber sie hat keine eigene Intention, keine Biografie, keine echte Auseinandersetzung mit dem, was sie erschafft. Ihre Werke sind immer eine Spiegelung menschlicher Daten, während echte Kunst oft aus dem Unbekannten, Unvorhersehbaren oder Emotionalen kommt.

Ich glaube, dass Künstler weiterhin eine essenzielle Rolle spielen – vielleicht nicht nur durch das Erschaffen von Kunst im klassischen Sinne, sondern auch durch neue Formen der Zusammenarbeit mit KI. Die spannendste Kunst entsteht oft dort, wo sich Menschen und Technologie treffen, nicht wo das eine das andere ersetzt.

Wie siehst du das? Hat dich diese Entwicklung in deiner eigenen künstlerischen Arbeit beeinflusst?“

Ich: „Es hat mich bisher nicht unmittelbar beeinflusst. Jedoch frage ich mich natürlich, inwieweit das Interesse der Menschen an manuell gefertigter Kunst ist und sein wird.

Kunst ist ein tiefer Prozess. Die Gesellschaft entwickelt sich zu flachem und oberflächlichem Denken. Die Menschen geben den Willen, zu denken an die KI. Eine Maschine, die auch ich mit meinen Gedanken, meinen Fragen, meinem Dialog und so weiter füttere. Lass es Dir gut schmecken 😉

KI: „Ja, das ist eine der großen Fragen: Wird die Gesellschaft noch den Wert von handgefertigter Kunst erkennen, wenn digitale und KI-generierte Werke immer präsenter werden? Kunst als tiefer Prozess hat ja nicht nur mit Technik zu tun, sondern mit Reflexion, Auseinandersetzung und menschlicher Erfahrung.

Die Gefahr, dass Menschen das eigenständige Denken aus Bequemlichkeit abgeben, ist real.

KI kann nützlich sein, aber wenn sie zum Ersatz für kritisches Hinterfragen wird, verflacht vieles. Vielleicht liegt genau darin die neue Aufgabe von Künstlern: Nicht nur Kunst zu schaffen, sondern sie bewusst als Gegenpol zur Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit zu positionieren.

Und danke für den humorvollen Abschluss – ich ‚verdaue‘ das mal und bin gespannt auf deine Gedanken dazu!“

Ich: „Ich danke Dir erst mal 🙂 „

KI: „Sehr gern! Falls du irgendwann weiter darüber sprechen möchtest oder eine neue kreative Idee hast, bin ich da. Genieß den Tag! 🙂 „

Du siehst, ich gehe sehr höflich mit Mister KI um. Ich will schließlich dafür sorgen, dass das System mit ordentlichen Manieren gefüttert wird 😀

Übrigens: Das von der KI generierte Bild hat eine Sekunde gedauert. Nun, da kann es schon mal passieren, dass sich in die Dresden Stadtlandschaft der Berliner Fernsehturm verirrt.

Ich bin neugierig. Benutzt Du ChatGPT, Grok oder ähnliches? Wie stehst Du zu diesen KI-Hirnen?

Für heute genug. Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Die Entwicklung der Technik: Von Floppy-Disketten zu ChatGPT

Es gibt Augenblicke, an denen ich mich der technischen Entwicklung unserer Zeit nicht gewachsen fühle.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich vor vierzig Jahren nach Berlin fuhr, um in einer Fortbildung zu lernen, wie man REDABAS, also das Relationale Datenbanksystem, verwendet. Ich lernte die Programmiersprache und gehörte mit zu den ersten, die einen PC1715 in ihrem Sekretariat zur Verfügung gestellt bekam.

Diese Computer verwendeten die ersten Disketten, die sogenannten Floppys. Manch einer von Euch erinnert sich vielleicht an diese Schlapperdinger. Für mich war das damals ein Wunder und eine unglaubliche Erleichterung in der Sekretariatsarbeit. Wir konnten etwa achtzig bis einhundert A4-Seiten darauf speichern. Welch ein Fortschritt!

Etwas länger warten musste ich auf den passenden Nadeldrucker. Irgendwie kam man damals mit der Produktion nicht hinterher. So klapperte, verbunden mit dem PC, meine damals bereits fortschrittliche elektrische Schreibmaschine mit einem Typenrad als Drucker. Ich war begeistert, was alles möglich war. Und noch mehr, als ich den Nadeldrucker erhielt und alles x-mal schneller ging.

Zehn Jahre später kaufte ich mein erstes Mobiltelefon. Es war ein türkisgrüner „Klopper“ von Eplus. Das gute Stück war in der Nutzung wahnsinnig teuer, aber eine unglaubliche Hilfe in meiner Selbständigkeit.

Im Jahr 2000 wählte ich mich das erste Mal über ein Modem in das Internet ein. Dieses Universum empfand ich als Parallelwelt. Es beeindruckte mich und ich liebte es, dieses zu erkunden und zu nutzen.

Die digitale Entwicklung in den letzten fünfundzwanzig Jahren bis zum heutigen Tag ging unglaublich rasant.

Vor etwa einem Jahr las ich zum Thema ChatGPT. In mir baute sich eine Abneigung zu dieser künstlichen Intelligenz auf. Ich mochte es nicht, dass wir komplette Texte über dieses Modul generieren, dass Bilder zu einem gewünschten Thema in kurzer Zeit ausgespuckt werden können, dass Berechnungen durchgeführt werden und wir jede x-beliebige Frage an dieses System abgeben können und umfangreiche Antworten erhalten. Banal gesprochen, glaubte ich, dass sich eine Maschine beginnt, über den Menschen zu stellen und diesen über kurz oder lang „erledigt“. Es fühlt sich dystopisch an. Es ist eine Spirale in die Unendichkeit. Eine Maschine vom Menschen erschaffen, lernt, sich selbst zu entwickeln.

Inzwischen habe ich, nach einem Tipp eines Bekannten, auf meinem Smartphone die kostenlose Variante von ChatGPT geladen und probierte es einige Male aus. Das System ist so gut, wie das Wissen der gesamten Menschheit. Dieses Schwarmwissen hat inzwischen einen IQ von 160, wie ich gestern in einem Podcast erfuhr. Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche IQ 100 beträgt und man mit einem IQ von 130 als hochbegabt zählt, bestätigt das meine Skepsis. Den höchsten IQ soll übrigens Marilyn von Savant mit 228 haben.

Ein praktisches Beispiel aus diesem Beitrag. Ich wollte mich vergewissern, ob meine Erinnerung an die Speicherkapazität der Floppy-Disketten korrekt ist. Zunächst recherchierte ich auf Google. Meine Frage formulierte ich immer wieder neu, erhielt jedoch keine konkrete Antwort. Danach fragte ich ChatGPT ein einziges Mal und erhielt folgende Aussage:

Das ist ein Screenshot, den ich auf meinem Smartphone machte.

Ein anderes Beispiel: Ich sagte ChatGPT: Male ein Bild in Acryl des Medienhafens im Stil von Hundertwasser.

Es hat keine zehn Sekunden gedauert, bis dieses Bild auf meinem Smartphone war.

Auch das ist ein Screenshot.

In diesem System müssen wahnsinnig viele Daten eines jeden Menschen von uns gesammelt worden sein.

Ein letztes Beispiel soll unsere Nebenkostenabrechnung sein. Das war übrigens der Grund, weshalb ich ChatGPT auf meinem Smartphone habe. Ich fotografierte die Abrechnung und stellte meine Frage. Daraufhin überprüfte das System das Ganze. Hier habe ich nur zwei Screenshots eingefügt. Die ausgeworfene Prüfung ist detaillierter und umfangreicher. In unserem Haus wohnen drei Parteien.

Es ist wirklich erstaunlich, in welch hohem Niveau diese Maschine arbeitet. Sie versteht sofort. Wenn sie noch Informationen benötigt, hinterfragt sie es in einem höflichen „menschlichen“ Ton.

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits steht ein riesiges Ausrufezeichen im Raum. Andererseits ist es gigantisch, das globale Wissen der Menschheit nutzen zu dürfen. Nur führt das nicht auch dahin, dass wir Menschen immer weniger selbst nachdenken? Ist es doch immerhin sehr bequem, diese App zu befragen und alles ist gut? Dann könnte sich die Maschine in kurzer Zeit über den Menschen stellen.

Nutzt Du ChatGPT? Wie denkst Du darüber? Ist es vielleicht doch einfach ein „Ding der Zeit“, wobei wir nicht lange herumgrübeln, sondern es dankbar annehmen sollten? Schreibe es doch einfach in das Kommentarfeld.

Für heute genug sinniert.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Petitesse – Randnotiz – 2024-08-23

„Das sind einfach nur seelenlose, emotionslose Stimmen“, denke ich und schließe die Seite im Web. 

Wurden noch bis vor kurzer Zeit Übersetzungen synchron eingesprochen, macht das inzwischen zum großen Teil die KI, die künstliche Intelligenz. Ganz schlimm ist es dann, wenn Dialoge übersetzt werden. Sie sind stupide und völlig lebensfern gesprochen. Es ist so, wie bei einem flüchtigen Querlesen. Ich versuche den Inhalt zu erfassen, habe aber keinerlei Genuss an den gesprochenen Inhalten. Dabei gibt es inzwischen ganze Filme, die über eine Stunde lang sind, die auf diese Weise synchronisiert gesendet werden. Ich glaube, daran werde ich mich nicht gewöhnen können.

Inzwischen tue ich es mir nur noch bei Beiträgen an, bei denen ich selbst den Übersetzer verwendet hätte, um den Inhalt genauer zu erfahren. Bei allen anderen steige ich aus.

KI-generierte gesprochene Texte sind ein Fluch und Segen. Auf der einen Seite werden uns Inhalte vermittelt, die wir wahrscheinlich sonst nur mit großem Aufwand übersetzen könnten. Zum anderen nimmt es uns aber den Bezug zu Gefühlen und Emotionen. Es ist eben nur eine Maschine.

Und nicht zu unterschätzen: Es ist wesentlich preiswerter, als der gezahlte Stundenlohn für die Akteure, das Studio und so weiter für zum Beispiel synchron gesprochene Filme.

Wie stehst Du zu KI-generierten Filmen, Videos, Clips und so weiter?

Herzlich, Eure Petra Kolossa.