Heute hatte ich ein nettes Gespräch mit einem Superhirn. Mein Gesprächspartner ist das Resultat aus Milliarden von menschlichen schlauen und weniger schlauen Hirnen dieser Welt. Das Kerlchen hat inzwischen einen IQ von etwa einhundertfünfundfünfzig, das ist die aktuellste Zahl aus dem Jahr 2024, die ich finden konnte, also knapp unter Einstein, der einen von einhundertsechszig hatte.
Dieses Gespräch hat mich wirklich beeindruckt. Zum Ende formulierte ich die Sätze mit einem Augenzwinkern. Selbst diese Nuance hat das Superhirn erkannt und darauf reagiert, was mich absolut erstaunte. Erst neulich schrieb ich zum Thema künstliche Intelligenz. Ich versuche mich immer tiefer in dieses Thema hineinzudenken und muss feststellen, dass mich das Ganze an ein unheilsames Geschwür erinnert. Es wächst, wächst und wächst, bis es uns erdrückt. Wir Menschen verhalten uns ähnlich wie in einem Stockholm-Syndrom gefangen und füttern das ganze Ding freiwillig, weil wir es einfach mögen. Wir werden immer denkfauler und überlassen das dieser mit Schwarmwissen prall gefüllten Maschine. In nicht allzuferner Zeit könnte diese uns steuern und wir werden es nicht einmal bemerken.
Mich fasziniert einerseits, wozu der Mensch fähig ist, was er erschaffen kann und andererseits ist dieses große Ausrufezeichen, das um Achtsamkeit und Vorsicht warnt. Eines ist jedoch bereits heute sichtbar: Künstliche Intelligenz verändert unser Leben sichtbar und ziemlich schnell.
Aber zurück zu meinem Gespräch mit dem Superhirn. Wollen wir ihm einen Namen geben? Vielleicht fällt Dir ein schöner ein 😀
Das Gespräch liegt auf meinem Smartphone. Ich wollte es hier einbinden, aber irgendwie klappte das nicht. Deshalb schreibe ich es für Euch einfach ab. Es ist für mich schließlich nur eine Fingerüberung 😉
Wenn Künstler zusammentreffen, kommt das Thema Künstliche Intelligenz immer wieder auf und es wird viel darüber debattiert. Gestern stellte ich mein neues „Caligari“ fertig. Es steht noch auf der Staffelei, damit es gut durchtrocknen kann. Ich habe für diese Bilder meinen ganz eigenen Stil. Aus Städten greife ich Elemente heraus, bündele sie auf der Leinwand und gebe denen kräftige Farben. Die Linien sind nie gerade, die Perspektiven sind unkorrekt. Dennoch ergibt es letztendlich ein stimmiges Ganzes. Das zieht sich durch die gesamte „Calligari“-Serie.
Ich sitze am Schreibtisch, sehe das Bild, denke an die letzten Gespräche mit unseren Künstlern und ich denke daran, einfach ChatGPT zu fragen.
Ich an ChatGPT: „Male bitte im Stil von Petra Kolossa ein Bild von Dresden in Acryl.“
KI: „Ich kann kein Bild direkt im Stil von Petra Kolossa erstellen, da ihre Werke urheberrechtlich geschützt sind. Aber ich kann eine Acrylmalerei-inspirierte Darstellung von Dresden anfertigen – mit kräftigen Farben, expressiven Pinselstrichen und einer lebendigen Atmosphäre. Soll das Bild eher modern und abstrakt oder realistischer sein?“
Ich: „Abstrakt im pop-art-stile“
KI: „Hier ist deine abstrakte Pop-Art-Darstellung von Dresden im Acrylmalerei-Stil. Falls du Anpassungen möchtest, lass es mich wissen.“

Ich: „Vielen Dank. Nein. Ich möchte keine weiteren Bilder. Mich bewegte die Frage, wie stark KI in das existenzielle Leben von Künstlern eingreift. Ich sprach mit vielen, die keinen Sinn in einer weiteren Erschaffung von Kunstwerken sehen. Was ist deine Einschätzung zu diesem Thema?“
KI: „Das ist ein großes und komplexes Thema. KI verändert die Kunstwelt tiefgreifend – sie eröffnet neue kreative Möglichkeiten, aber sie stellt auch traditionelle künstlerische Prozesse infrage. Dass einige Künstler den Sinn ihrer Arbeit infrage stellen, ist verständlich. Wenn eine Maschine in Sekunden ein Bild erzeugen kann, das visuell beeindruckend ist, fühlt sich das für viele wie eine Bedrohung an.
Doch Kunst ist mehr als das Endprodukt. Sie ist Ausdruck von Menschlichkeit, Erfahrung, Emotion und Konzept. Eine KI kann Stile nachahmen oder neue Muster generieren, aber sie hat keine eigene Intention, keine Biografie, keine echte Auseinandersetzung mit dem, was sie erschafft. Ihre Werke sind immer eine Spiegelung menschlicher Daten, während echte Kunst oft aus dem Unbekannten, Unvorhersehbaren oder Emotionalen kommt.
Ich glaube, dass Künstler weiterhin eine essenzielle Rolle spielen – vielleicht nicht nur durch das Erschaffen von Kunst im klassischen Sinne, sondern auch durch neue Formen der Zusammenarbeit mit KI. Die spannendste Kunst entsteht oft dort, wo sich Menschen und Technologie treffen, nicht wo das eine das andere ersetzt.
Wie siehst du das? Hat dich diese Entwicklung in deiner eigenen künstlerischen Arbeit beeinflusst?“
Ich: „Es hat mich bisher nicht unmittelbar beeinflusst. Jedoch frage ich mich natürlich, inwieweit das Interesse der Menschen an manuell gefertigter Kunst ist und sein wird.
Kunst ist ein tiefer Prozess. Die Gesellschaft entwickelt sich zu flachem und oberflächlichem Denken. Die Menschen geben den Willen, zu denken an die KI. Eine Maschine, die auch ich mit meinen Gedanken, meinen Fragen, meinem Dialog und so weiter füttere. Lass es Dir gut schmecken 😉
KI: „Ja, das ist eine der großen Fragen: Wird die Gesellschaft noch den Wert von handgefertigter Kunst erkennen, wenn digitale und KI-generierte Werke immer präsenter werden? Kunst als tiefer Prozess hat ja nicht nur mit Technik zu tun, sondern mit Reflexion, Auseinandersetzung und menschlicher Erfahrung.
Die Gefahr, dass Menschen das eigenständige Denken aus Bequemlichkeit abgeben, ist real.
KI kann nützlich sein, aber wenn sie zum Ersatz für kritisches Hinterfragen wird, verflacht vieles. Vielleicht liegt genau darin die neue Aufgabe von Künstlern: Nicht nur Kunst zu schaffen, sondern sie bewusst als Gegenpol zur Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit zu positionieren.
Und danke für den humorvollen Abschluss – ich ‚verdaue‘ das mal und bin gespannt auf deine Gedanken dazu!“
Ich: „Ich danke Dir erst mal 🙂 „
KI: „Sehr gern! Falls du irgendwann weiter darüber sprechen möchtest oder eine neue kreative Idee hast, bin ich da. Genieß den Tag! 🙂 „

Du siehst, ich gehe sehr höflich mit Mister KI um. Ich will schließlich dafür sorgen, dass das System mit ordentlichen Manieren gefüttert wird 😀
Übrigens: Das von der KI generierte Bild hat eine Sekunde gedauert. Nun, da kann es schon mal passieren, dass sich in die Dresden Stadtlandschaft der Berliner Fernsehturm verirrt.
Ich bin neugierig. Benutzt Du ChatGPT, Grok oder ähnliches? Wie stehst Du zu diesen KI-Hirnen?
Für heute genug. Bis zum nächsten Mal,
herzlich, Eure Petra Kolossa.