Letztes Wochenende stellte ich das fünfte Bild für meine „Caligari“-Serie fertig.
In meinen „Caligaris“ greife ich verschiedene Details einer Stadt auf und verarbeite diese komprimiert auf der Leinwand und gebe kräftig Farbe dazu. Die Linien sind komplett mit der Hand gezogen, es gibt nix gerades; die Perspektiven sind unkorrekt. Letztendlich ergben diese Städtelandschaften ein stimmiges Ganzes.
Jedes Bild hat einen Hintergrund, einen Impuls. So natürlich auch das aktuelle „Caligari“.
Vor etwa zwei Jahren begann ich auf YouTube eine Fernsehserie zu schauen, die schon lange nicht mehr produziert wurde. Ich spulte diese Serie, die fast täglich zwanzig Jahre lang im deutschen Fernsehen lief, in etwa einem Jahr im Nachhinein ab. Das war ein spannendes Stück deutsche Geschichte in vielerlei Facetten. Ich erlebte komprimiert die Entwicklung des Mobiltelefons, der Computer, Notbooks, der Technik überhaupt, die Entwicklung der Sprache, des Zusammenlebens, der Wichtung der politisch-gesellschaftlichen Themen und so vieles mehr. Das hatte mich total gefesselt. Diese Serie lief vom 02.01.1995 bis zum 26.06.2015. Als ich die letzte Folge sah, habe ich es wirklich bedauert, dass die Geschichte nicht weitergesponnen wurde. Es war die Fernsehserie „Verbotene Liebe“. Der Titel klingt kitschiger, als es die Serie ist. Sie war spannend gemacht und zum Teil schon fast ein Krimi. Aber was erzähle ich. Ich war ganz sicher die einzige in unserem Land, die sich diese Folgen eingesaugt hat 😉
Aber was hat das mit meinem neuen „Caligari“ zu tun?
Die Folgen für diese Serie wurden in Düsseldorf gedreht. Es gab immer wieder Einblendungen zum dortigen Medienhafen. Mich beeindruckte die Architektur. Es passt irgendwie nicht wirklich dorthin. Das Häuserensemble wirkt separiert und mächtig, wie vorübergehend abgestellt. Damals, Ende der 1990er wurde der neu zu errichtende Zollhof international ausgeschrieben. Der kanadisch-US-Amerikaner Frank Gehry erhielt den Zuschlag. Nach seinen Ideen wurde das Ganze errichtet.
Während die letzte Folge der Serie lief, machte ich einen Screenshot vom Medienhafen. Dieser diente letztendlich als Idee.
Ich griff mir einige Elemente heraus und schon ging es los mit meiner eigenen farbigen Interpretation im „Caligari“-Stil.
Caligari V – Düsseldorf, 100 x 70 cm, Acryl auf Leinwand

Hier kommen nun die anderen bisher entstandenen Bilder. Jedes Bild 100 x 70 cm, Acryl auf Leinwand.




Caligari I – Fort Lauderdale, Caligari II – Miami, Caligari III – Ravensburg, Caligari IV – Chemnitz

Insgesamt habe ich bisher 3,5 qm Leinwand allein nur mit meinen Caligaris bemalt. Ich habe noch nie berechnet, wieviele Quadratmeter Fläche alle meine Bilder ergeben.
Spannend wäre es, zu erfahren, wieviel Fläche es ergäbe, würden wir sämtliche Bilder aller Künstler unseres Globus eng an eng legen.
Eine wunderbare kraftvolle Vorstellung 🙂
Bis zum nächsten Mal,
herzlich, Eure Petra Kolossa.
Ach, die „Verbotene Liebe“ habe ich damals auch gesehen. Tatsächlich war es die letzte Serie, die mich täglich vor den Fernseher des normalen TV-Programms gezogen hat. Ich war ziemlich traurig, dass es abgesetzt wurde. Also bist du nicht die Einzige, die es gesehen hat. (Ich kenn noch drei weitere Personen.^^)
Ich mag die farbliche Gestaltung mit den knalligen Farben deiner Werke und auch das Abstrakte.
Bei der Berechnung der Gesamtfläche der weltweiten Kunstfläche aller Künstler wäre die Frage, ob dann auch alle Zeichnungen zählen, oder ob man nachgewiesener Künstler sein muss…? Es gibt ja viele Leute mit Talent, die nur ab und zu ein „Werk“ kreieren.
Na, da bin ich ja froh, dass ich nicht allein diese Serie schaute, wenn auch nicht im TV, dennoch sehr interessiert. Aber Du weiß ja sicher, dass auch keiner die Zeitung mit den vier großen Buchstaben ließt 😉
Ja, natürlich sind alle Kunstwerke einbzogen. Künstler ist der, der sich als solcher fühlt. Ich denke, Kunst kann nicht eingeschränkt werden. Es gibt unendlich viele Beispiele, bei denen studierte Künstler keinen Fuß in die Tür bekommen. Jedoch Autodidakten sehr erfolgreiche Wege gehen. Nein, diese Enge sollte man aufheben. Der Betrachter, der Kunstsammler, der Interessent, der Käufer … das sind die, die darüber entscheiden, was sie selbst als Kunst empfinden.
Habe vielen Dank für Deine Zeilen. Herzlich, Petra.