Links-Rechts-Links-Gewinde …

… weiß der Kuckuck, wie herum das richtig ist!

Dort wo ich bin, geht etwas zu Boden, das in irgendeiner Weise mit einem Gewinde zu tun hat. Bis zum heutigen Tag kann ich das Handeln meiner Hände mit den Gedanken meines Gehirns nicht koordinieren.

Soeben glitt mir der Verschluss des Tomatenmarks aus den Fingern. Ich fand ihn endlich uner dem Tisch … Das war der Anstoß, Euch heute dieses Blog zu schreiben.

Wenn ich den Verschluss der Zahnpastatube zudrehe, landet im gleichen Moment der Deckel auf dem Boden. Verdammt, wie herum ist das Ding zu drehen, damit der Verschluss schließt?

Wenn möglich, kaufe ich eine Zahnpasta, die keinen Drehverschluss hat. Es ist ein gutes Gefühl, nicht immer auf dem Boden diesen kleinen Deckel suchen zu müssen.

Ein anderes Beispiel: Das Salz des Geschirrspülers muss nachgefüllt werden. Für Euch kein Problem. Stimmt’s? Für mich schon. Mir gelingt es, diesen sehr fest sitzenden Verschluss noch fester zuzudrehen, so, dass gar nix mehr geht.

Mein Opa erkannte mein Problem und sagte immer zu mir: „Mädchen, so lange das Deutsche Reich besteht, man die Schraube rechts herum dreht.“ Ok. Auch wenn das Deutsche Reich nicht mehr existent ist, diese Schrauben und Gewinde drehen wohl immer noch so, wie einst.

Bin ich in der Küche und habe ein Glas zu öffnen, schaue ich auf die Wanduhr und durchdenke den Prozess. Es heißt im Uhrzeigersinn drehen. Ja, aber verflix wie herum nur? Im Uhrzeigersinn aufdrehen oder zudrehen? Ich kann es mir nicht merken.

Ich kann nur mit der linken Hand eingießen. Muss ich es rechts tun, wie das Befüllen des Bügeleisens mit destilliertem Wasser, das nur mit der rechten Hand möglich ist, halte ich mir den linken Finger als Führung, damit das Wasser den richtigen Weg nimmt.

Als Teenager wurde ich oft auf den Motorrädern der Jungs eingeladen, mitzufahren. Ich habe es genossen. Auch wenn ich mir permanent die Wade am Auspuff verbrannt habe.

Warum? Ich steige prinzipiell „falsch“ auf das Fahrrad, also auch auf das Motorrad. Ich traf noch keinen Menschen, der auf der Seite der Kette auf das Rad aufsteigt. Ich kann es nicht anders. Oftmals habe ich es versucht. Aber ich falle dann einfach um. Jaha … lacht nur! Auf Hiddensee lag ich wie ein Maikäfer im Straßengraben, weil mich ein Postauto von der Straße drängte. Hätte ich es wie ein normaler Mensch gekonnt, zur richtigen Seite abzuseigen, hätte meine B-Note definitiv besser ausgesehen.

Als ich mich bei einer Familienfeier mit der damals kleinen Lara mit dem Ausmalen von Bildern beschäftigte, wurde ich gefragt: „Petra, bist Du Linkshänder?“ Ich fragte: „Nein. Warum?“ Und in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich die Buntstifte in der linken Hand hielt und ganz selbstverständlich zeichnete und ausmalte.

Es gibt unendlich viele Beispiele, die mir dieses links-rechts-links absolut schwer machen und mich zeitweise zur Verzweiflung bringen. Erst sehr spät begriff ich, dass ich wahrscheinlich eher ein Links- statt ein Rechtshänder bin. Damals wurden wir Kinder noch darauf getrimmt: Man nimmt das Messer in die rechte Hand, die Gabel in die linke. Der Stift gehört in die rechte Hand. Zum Glück wird darauf heute keinen gesteigerten Wert gelegt. Ich bin davon überzeugt, dass das von der Natur gegebene durch „Umerziehen“ Koordinationskonflikte auslöst.

Ich greife nach meinem Glas Wasser. … In welche Hand gehört eigentlich das Glas oder die Tasse? Es wird immer rechts oberhalb des Messers eingedeckt. Ich greife prinzipiell diagonal, um das Glas letztendlich in die linke Hand zu nehmen. Ich stoße auch immer mit der linken Hand an. Mein Gefühl sagt mir, dass das sicher nicht korrekt ist. Auch dafür wird es Regeln geben. Ich tröste mich und sage zu mir: Die Linke kommt von Herzen.

Nun bin ich ganz neugierig. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn ja, sind diese hinderlich in Eurem alltäglichen Leben? Oder hat das keinen Einfluss auf Euer Tun? Schreibt bitte einfach unten in das Kommentarfeld. Ich freue mich sehr, von Euch zu lesen.

Einen schönen Sonntagnachmittag wünscht Euch, Eure Petra Kolossa.